Meine frühesten Kindheitserinnerungen setzen ein in einer fränkischen Kleinstadt, in Kulmbach, berühmt für sein gutes Bier. Dort bekam mein Vater 1947 eine Stelle an der Petrikirche, die das Stadtbild dominiert. Sie steht am Anfang einer steil auf einen Berg führenden Zugangsstraße zur Plassenburg, bei weitem dominanter als die Petrikirche – kleine altfränkische Stadt gegen eine Festung mit imposanten Mauern.
Der 19. März, der Josefstag, scheint ein besonderer Tag in Italien zu sein, auf jeden Fall in Palermo. Eigentlich dachte ich, wir wären jetzt, kurz vor Ostern eher im Fastenmodus, doch plötzlich sehe ich bei unserem Bäcker so etwas wie Pfannkuchen mit viel Creme, eigentlich wieder Ricotta aus Schafsmilch mit allen möglichen Zugaben – Zutaten wie Schokolade, Pistazien, Zitrone, Mandeln, Vanillie. Die Fühlung sieht aus wie bei dem Cannolo siciliano. Wir essen bei diesem Bäcker sehr gerne frische Panini, zusammen mit den Arbeitern, die die umliegenden Bürgerhäuser renovieren, und manchmal mit den Schülern aus dem nahen gelegenen Gymnasium oder auch mit Touristen, die vom Botanischen Garten um die Ecke vorbeikommen. Heute spricht mich ein Mann an: „Das sollten sie unbedingt probieren Signora“. „Was ist das denn?“. „Das ist die sfincia di San Giuseppe“. Ich schaue genauer hin, in die Auslage an der Bar unten, und sehe eigentlich so etwas wie Pfannkuchen, auch in Öl frittiert, nur dass es sich um Brandteig handelt und die Krapfen wie Windbeutel aussehen. Sie schmecken köstlich, aber nur, wenn man sie ganz frisch isst. Es gibt, wie bei den Cannolli, zwei Varianten eine ganz große und eine kleine, eine Mini-Ausführung. Sie sind luftig und weich und schmecken wirklich unwiderstehlich. Also sfincia di San Giuseppe, auf Deutsch könnte es heißen „Windbeutel à la Heiliger Josef“. Das Wort sfincia kommt angeblich vom lateinischen spongia oder dem arabischen sfang und alle beide Wörter bedeuten Schwamm, also weichen, luftigen Teig.
Pfarrhäuser bewohnt von Familien mit 5/6 Kindern und mehr waren in der Zeit als ich Kind war keine Seltenheit. In solch einer kinderreichen Familie bin ich aufgewachsen. Von 1940-1949 (!) wurden sechs Kinder geboren, erst drei Jungen und dann drei Mädchen. Die Pfarrfrau war in solchen Familien nicht berufstätig, ihr Mann war der Alleinverdiener. Der Etat einer vielköpfigen Familie war durchaus knapp und überschaubar. In dieser Situation gab es allerdings etwas von unschätzbaren Wert:
die D i e n s t w o h n u n g –
mitunter ein H a u s mit großem Garten mit einer niedrigen Miete, die man auf dem freien Markt für ein solches Objekt nicht hätte finden können!
Am 17. März 1658 zelebrierte die Heilige Inquisition in Palermo einen feierlichen actus fidei (Autodafé), um die übers Jahr gefällten Urteile der Inquisitoren gegen Hexen, Gotteslästerer und Häretiker öffentlich zu verkünden. Diesmal waren dafür auf dem Domplatz eigens Holztribünen für die vielen geistlichen und weltlichen Würdenträger errichtet worden; die Volksmassen konnten das Geschehen von der Straße aus verfolgen. Die Angeklagten (eigentlich schon Verurteilten), es waren 30, wurden in einer von bewaffneten Adligen begleiteten Prozession zum Dom geführt, dort mussten sie sich einzeln dem Inquisitionskollegium stellen, um die verhängte Strafe zu vernehmen. Der spektakulärste Fall dieses Tages war der von Diego La Matina, eines Augustinermönchs aus dem Städtchen Racalmuto. Er hatte sich nicht nur (angeblich) der Häresie schuldig gemacht, sondern auch, ein Jahr, zuvor (tatsächlich) den amtierenden Inquisitor in verzweifelter Gegenwehr gegen die Folter bei einem Verhör erschlagen. Mit Ketten an ein Holzgestell gefesselt wurde er jetzt vor die Inquisitoren geschleppt. Diese verkündeten das erwartete Todesurteil und übergaben La Matina zur Urteilsvollstreckung der „weltlichen Hand“. Noch am selben Abend, aber an einem anderen Ort in der Stadt, wurde er bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Finisaż wystawy w Humboldt Forum „Freiheit, Gleichheit, Solidarność“
Finissage der Freifläche „Freiheit, Gleichheit, Solidarność“
pl / de
Finisaż z fanfarami i nowym miejscem dla białej, wyszczerbionej filiżanki KPM. Tuż obok niej na talerzyku leżą trzy czerwone kostki cukru. Dlaczego czerwone, skoro cukier jest biały? Bo gdyby były białe, filiżanka musiałaby być czerwona. A przecież chodzi właśnie o tę grę bieli i czerwieni. O to, że czasem trudno nam się porozumieć, nam sąsiadom, których dzieli i łączy Odra, wspólna historia, a może i coś jeszcze.
Wie sage ich es meiner Mutter: Die neue Welt erklärt: von Gendersternchen bis Bio-Siegel
Jak powiem to mojej matce – wyjaśnienie nowego świata – od gwiazdek genderowych do stempla bio
Wstęp od Adminki. Cytuję tu przetłumaczony przeze mnie fragment pierwszego rozdziału z książki Kaminera, rosyjskiego pisarza, od 30 lat czynnego w Berlinie, w której niby to zabawnie, jest poważnie mowa o naszym współczesnym świecie, również o tym, jak my, ludzie, traktujemy naturę, w tym zwierzęta.
Nach fast zwei Jahren erfolgreicher Laufzeit laden wir Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns den Abschluss der Freifläche zu begehen. Im Programm Lesung von Ewa Maria Slaska Performance von Sinus_3 (Anna Krenz und Marzena Zajączkowska) Recital von Jemek Jemowit Polish Future Retro-Konzert von Duxius
BERLIN GLOBAL im Humboldt Forum Freifläche im Raum „Vergnügen“ Einlass ab 18:00 Uhr Eintritt frei Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Sie.
Ihr Team des Stadtmuseums Berlin
Finissage – Open Space “Liberty, Equality, Solidarność” Invitation
After almost two years, we look forward to celebrating the success of this project together with you. Starting at 6:30 PM, the programme will feature performances by Ewa Maria Slaska, Sinus_3 (Anna Krenz and Marzena Zajączkowska) and Jemek Jemowit, as well as a Polish Future Retro concert by Duxius.
Finissage
Fri, 13 March 2026, 6:30 – 9:30 PM
BERLIN GLOBAL at the Humboldt Forum
Open Space in the room “Entertainment”
Free admission from 6 PM
Please find the full programme and further information here. We look forward to welcoming you.
Nun sind wir in Palermo; die Stadt übertrifft sich und uns an Gegensätzen. Zwischen Schönheiten und ausgesuchten, wirklich fantastischen Kunstwerken türmen sich zwischen Ruinen Müll und Abfall. Neben Häusern und Kirchen mit wunderschönen Fassaden, sehr professionell restauriert in gepflegten, exotischen Gärten, gibt es Gegenden, wo das Vergammelt-Sein fast Programm zu sein scheint. Zum Glück schauen wir auf solch ein Viertel von oben, von unserer Dachterrasse aus, doch ab und zu müssen wir auch unten da hindurch. Einiges wird auch hier schon restauriert und bewohnbar gemacht, auch in gehobener Qualität; leider ziehen dann die Touristen in die schönsten Häuser, mit denen Airbnb und andere, vor allem ausländische Appartement-Vermittlungsfirmen ihr Geschäft machen. Straße für Straße wird gentrifiziert. Wo früher Renato Guttuso seine realistischen Monumentalwerke malte und die Künstler um sich scharte – in dem Viertel oder besser gesagt dem Markt Vucciria – sind jetzt vor allem Immobilienfirmen am Werk. Vielleicht wird auch dagegen protestiert, mit einer sehr einfachen, aber effektiven Methode, die ich auch schon in Syrakus beobachtet habe: am späten Abend wird Musik ganz laut aufgedreht, bis zwei oder drei Uhr morgens, ohne dass in der betreffenden Bar Leute wären; so kann man selbst im vierten Stock nur schwer schlafen. Das vertreibt vor allem die älteren Besucher sehr wirkungsvoll.
Künstliche Intelligenz ist ein großes Versprechen. Schon heute erzielt KI in vielen Bereichen Ergebnisse, die vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären – in der Arbeitswelt, in der Bildung und bei der politischen Teilhabe könnte sie die Menschheit in ein völlig neues Zeitalter führen. Auch die großen Sprachmodelle (etwa ChatGPT) haben sich in kürzester Zeit in den Alltag vieler Menschen integriert, sind heute schon nicht mehr daraus wegzudenken und prädestiniert, den Horizont der Menschen um ein Vielfaches zu erweitern. All das ist faszinierend – und besorgniserregend. Thema Jobs: Arbeit garantiert den Menschen in diesem Land wirtschaftliche Unabhängigkeit und spendet im besten Fall Sinn und Identität. OpenAI, das führende KI-Unternehmen der Welt, schreibt jedoch in seiner Charta, dass sein Ziel ist: hochgradig autonome Systeme zu entwickeln, die den Menschen im Bereich Arbeit aus nahezu allen Bereichen verdrängen.
Schon heute sehen wir, dass ein breites Spektrum von Menschen betroffen ist. Vom Supermarkt über Rechtsanwaltskanzleien bis zu Programmierjobs beobachten wir, dass Arbeitsplätze wegfallen. Auch der Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Menschen wird schwerer, weil KI entsprechende Jobs übernimmt. Wir als FAIRNESS JETZT sorgen uns darüber, was es für die Menschen in diesem Land bedeutet, Wir sorgen uns, was es mit unserer Gesellschaft macht, wenn ungebremst und ungesteuert massenhaft Arbeitsplätze wegfallen. Es gibt in Deutschland historische Parallelen zu solch einer Situation, und sie mahnen. Wir sorgen uns auch um die Situation von Kindern und Jugendlichen. Schon heute sind tägliche Bildschirmzeiten von acht und mehr Stunden keine Seltenheit. Das lässt wichtige Entwicklungsschritte verkümmern und ist kein Zufall: Die großen Tech-Konzerne haben Social Media so designt, dass psychologische Abhängigkeiten entstehen. Wo jedoch Instagram, Facebook und TikTok bloß unsere Aufmerksamkeit wollen, gehen KI-Chatbots einen großen Schritt weiter: Sie wollen menschliche Bindung simulieren. Das tun sie schon heute, mit traurigem Erfolg: In den USA gibt es vermehrt Fälle, in denen sich junge Menschen auf Anraten einer KI erst von ihren Familien abwenden und dann suizidieren. Eine Abkehr von der Demokratie, auch das erleben wir. Künstliche Intelligenz ermöglicht die massenhafte Erstellung von DeepFakes. Gerade antidemokratische Kräfte setzen diese ganz bewusst ein. Auch zeigt die USA, dass sich die Chefs großer Tech-Konzerne ohne zu zögern mit Präsident Donald Trump eingelassen haben – einem Mann, der unschuldige Menschen aus ihren Häusern zerren lässt, politische Gegner einschüchtert und der Welt mit Krieg droht. Doch auch für demokratische Kräfte ist Künstliche Intelligenz eine Verführung: Sie ermöglicht massenhafte Überwachung auf einem Niveau, das die freiheitlich-demokratische Grundordnung aushebeln kann. Dann ist da diese Gefahr, die klingt wie aus einem Sci-Fi-Film: Dass eine superintelligente KI die Menschheit auslöschen könnte. Ein Szenario, das viele führende KI-Wissenschaftler für möglich halten, unter anderem der KI-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton – er hat sogar seinen gut bezahlten Job bei Google verlassen, um genau vor dieser Gefahr zu warnen. Nicht jedem Menschen in diesem Land ist all das bewusst, bei vielen herrscht Neugier und manchmal Aufbruchstimmung. Doch die wachsende Sorge, auch die nehmen wir wahr – im direkten Gespräch, in den Medien, in Umfragen. Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine Technologie, sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe, eventuell ein Epochenbruch. In solchen Momenten müssen wir als Menschen zusammenkommen. Wir müssen darüber sprechen, was wir wollen. Wir müssen Antworten finden auf die großen Fragen. Als FAIRNESS JETZT schlagen wir deshalb vor, dass Sie, Herr Bundeskanzler, einen „Bürgerrat Künstliche Intelligenz“ einberufen. Ihr verstorbener Parteikollege Wolfgang Schäuble sagte in Bezug auf Bürgerräte vor einigen Jahren: „Diese besondere Form der Beteiligung kann das Vertrauen in die Politik stärken und der repräsentativen Demokratie neue Impulse geben.“ Daran glauben wir auch. Wir glauben an die Macht des Zuhörens, des Austauschs und der Demokratie. Künstliche Intelligenz kann zu großem Unglück oder großem Fortschritt führen. Welchen Weg wir wählen, darüber sollten wir alle entscheiden – gemeinsam.
PS. Am 28. Februar gab es in Berlin schon eine Demo und eine Sitzung des Bürgerrats, aber sicher wird es weitere Veranstaltungen geben. Ich versuche Euch / uns am Laufenden zu halten.
Inzwischen passierte auch Weltboykott der Firma, die den ChatGPT macht. In 48 Studnen verlor sie 1,5 Mio Subskribenten! Mach mit! Macht unbedingt mit!