Otto Müller Ausstellung & Buch / Wystawa & książka

Tekst po polsku na dole

 

MALER. MENTOR. MAGIER.

Otto Mueller
und sein Netzwerk
in Breslau

Der Expressionist Otto Mueller (1874–1930) ist als Mitglied der Künstlergruppe Brücke international bekannt. Kaum jemand weiß jedoch um seine über zehn Jahre andauernde
Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau.
Vor allem in den 20er-Jahren beflügelte diese – aufgrund ihrer liberalen und weltoffenen
Atmosphäre – innovative Ideen in der Malerei. Besonders Otto Mueller genoss
enormen Einfluss in einem weitgespannten Netzwerk aus befreundeten Kunst- und
Kulturschaffenden. Zu seinem Kreis zählten Künstler und Künstlerinnen, Architekten,
Kunstkritiker, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Sammlerinnen und Sammler
sowie seine Studierenden.
Das Buch macht es sich zur Aufgabe, Muellers dreifache Rolle als Maler, Mentor und Magier aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Es ist das Ergebnis eines
deutsch-polnischen Ausstellungs- und Forschungsprojektes.


Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, um 1924 (Detail) © Von der Heydt-Museum Wuppertal / Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal

MALER. MENTOR. MAGIER.
Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

12.10.2018 bis 03.03.2019
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enormen Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die vielfältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben. Ersichtlich wird diese Beeinflussung der Maler-Kollegen untereinander durch thematische Übereinstimmungen und andere Querverweise: in Gemälden, Arbeiten auf Papier, schriftlichen Äußerungen oder Fotografien. Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstszene. Ein „Romantiker“ und sogar ein „Magier“ soll Otto Mueller nach Aussagen seines unmittelbaren Umfeldes, darunter auch Kunstkritiker und Schriftsteller, gewesen sein. Carl Hauptmann setzte ihm bereits in der Künstlerbiografie „Einhart der Lächler“ (1907) ein Denkmal – damit leistete der Dichter seinen entscheidenden Beitrag für die Grundsteinlegung eines „Künstler-Mythos“.

Muellers auffällige Erscheinung und sein unbürgerlicher Lebenswandel übten eine enorme Faszination auf seine Schüler und Schülerinnen an der Akademie aus. Sie schätzten dessen vollkommene Hingabe an die Kunst, dessen unkonventionelle Lehrmethode und Humor. Einige seiner Schüler – wie Alexander Camaro oder Horst Strempel – gingen von Breslau aus nach Berlin und erlebten hier den Höhepunkt ihrer Maler-Karrieren.

Eine Besonderheit des kuratorischen Konzeptes von „MALER. MENTOR. MAGIER.“ ist das Prinzip des „Gastes“: gemeint sind hiermit ausgewählte Bilder, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und interkulturell, insbesondere im deutsch-polnischen Kontext, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann. Das Einbeziehen „Polnischer Expressionisten“ ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken sie die deutsch-polnische Ausrichtung dieser Ausstellung.

Die immense Wertschätzung von Otto Muellers Wirken – aus der Perspektive seines Künstlernetzwerks – reicht bis in die Nachkriegsmoderne: Ein wichtiges Kapitel deutsch-polnischer Kunstgeschichte wird unter besonderer Berücksichtigung der Wechselbeziehung zwischen den Städten Berlin und Breslau/Wrocław neu erzählt.

Denn auch die Beziehungen zwischen der Nationalgalerie in Berlin und dem ehemaligen Schlesischen Museum der bildenden Künste in Breslau (heute Muzeum Narodowe in Wrocław) waren durch intensiven Austausch und Zusammenarbeit charakterisiert. Paradigmatisch ist die Otto-Mueller-Gedächtnisausstellung, die 1931 – kurz nach dem Tod des bedeutenden Expressionisten – durch Direktor Erich Wiese in Breslau initiiert und noch im gleichen Jahr von Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie, als Gedenk-Ausstellung nach Berlin übernommen wurde.

Die aktuelle Schau „MALER. MENTOR. MAGIER.“ nimmt den umgekehrten Weg. Erarbeitet in Berlin, wird sie danach in modifizierter Form in Breslau/Wrocław zu sehen sein. In Berlin setzt die Ausstellung die Folge von Präsentationen zur Klassischen Moderne fort, die während der Sanierung der Neuen Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin gezeigt wurden: „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945“, „Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen“ und „Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen“.

Künstler*innenliste: Jankel Adler, Alexander Archipenko, Isidor Aschheim, Henryk Berlewi, Alexander Camaro, Johnny Friedlaender, Grete Jahr-Queißer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Peter Kowalski, Margarete Kubicka, Stanisław Kubicki, Wilhelm Lehmbruck, Carlo Mense, Oskar Moll, Marg Moll, Johannes Molzahn, Georg Muche, Otto Mueller, Żdzisław Nitka, Oskar Schlemmer, Willy Schmidt, Horst Strempel, Heinrich Tischler, Witkacy, u.a.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger, umfangreicher Katalog im Kehrer Verlag, der von deutschen und polnischen Wissenschaftler*innen erarbeitet wurde. Herausgegeben von Dagmar Schmengler, Agnes Kern und Lidia Głuchowska. Zwei separate Sprachausgaben (deutsch und polnisch) sind ab Oktober 2018 erhältlich. Der Katalog wird realisiert durch: ZEIT-Stiftung, Ernst von Siemens-Kunststiftung

1. Station
12.10.2018-3.3.2019, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
2. Station
8.4.2019-30.6.2019, Nationalmuseum Wrocław, Breslau

Eine Ausstellung der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, in Zusammenarbeit mit der Alexander und Renata Camaro Stiftung und dem Muzeum Narodowe we Wrocławiu.

Die Ausstellung wird gefördert durch: Freunde der Nationalgalerie, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens-Kunststiftung, Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Stiftung Preußische Seehandlung

Im Rahmen von 100 Jahre Bauhaus.
Neue Galerie

Die Neue Galerie im Hamburger Bahnhof fungiert als Dependance für die Neue Nationalgalerie während der Dauer ihrer Sanierung. In wechselnden Präsentationen werden hier Ausschnitte aus der Sammlung zur Kunst des frühen 20. Jahrhunderts vorgestellt. Ganz bewusst und vor dem Hintergrund der Planungen für einen Neubau am Kulturforum dient die Neue Galerie dabei der Erprobung neuartiger Sichtweisen auf die „klassisch” gewordene Moderne.

Inhalt-Otto-Mueller

Otto Mueller, Zwei Mädchen, um 1925, Leimfarbe auf Rupfen (Detail) © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jörg P. Anders

MALARZ. MENTOR. MAG.
Otto Mueller a środowisko artystyczne Wrocławia

Od 12 października 2018 do 13 marca 2019
Wystawa w Hamburger Bahnhof w Berlinie

Jest to pierwsza wystawa, która skupia się na ogromnej sile oddziaływania Ottona Muellera (1874–1930), ekspresjonisty i artysty grupy Die Brücke. Przez ponad dziesięć lat był on wykładowcą w Państwowej Akademii Sztuki i Rzemiosła Artystycznego we Wrocławiu, która za jego czasów należała do najbardziej postępowych uczelni artystycznych w Europie. Od lat 20 ubiegłego wieku ówczesny dyrektor szkoły, Oskar Moll, sprowadzał tu licznych wykładowców, co sprawiło, że Wrocławska Akademia Sztuki cieszyła się opinią uczelni liberalnej i otwartej na świat. Na równi stały tam ze sobą różnorodne prądy współczesnego malarstwa: ekspresjonizm, reprezentowany przez Ottona Muellera, francuskie malarstwo Académie Matisse – przez Oskara Molla, Nowa Rzeczowość – przez Alexandra Kanoldta i Carlo Mensego oraz Bauhaus – przez Oskara Schlemmera, Georga Muchego i Johannesa Molzahna.

Wystawa poświęcona jest przede wszystkim malarstwu modernistycznemu. Otto Mueller przeszedł we Wrocławiu wraz ze swoim środowiskiem przez etap twórczości opisywany przez nich jako niezwykle produktywny, zainspirowany wymianą i wzajemnym oddziaływaniem. To, jak pracujący ze sobą malarze wpływali na siebie nawzajem pod względem artystycznym, ujawnia się w obrazach, pracach na papierze, w wypowiedziach pisemnych i na fotografiach. To właśnie charyzmatyczna, przepełniona tęsknotą i pragnieniem wolności postać Ottona Muellera miała największy wpływ na wrocławską scenę artystyczną. Był on „romantykiem” a nawet „magiem”, jak wynika z przekazów jego najbliższego otoczenia, do którego należeli również krytycy sztuki i pisarze. Carl Hauptmann już w 1907 r. upamiętnił malarza w biografii artystycznej „Einhart der Lächler” – przyczyniając się w znacznym stopniu do powstania „mitu artysty”.

Niezwykła powierzchowność Muellera i jego wolny od konwenansów styl życia budziły ogromną fascynację w jego uczniach i uczennicach na Akademii. Cenili oni jego całkowite oddanie sztuce, niekonwencjonalne metody nauczania i poczucie humoru. Niektórzy spośród jego uczniów – tacy jak Alexander Camaro czy Horst Strempel – z Wrocławia udali się do Berlina, gdzie ich kariera malarska sięgnęła szczytu.

Cechą szczególną kuratorskiej koncepcji wystawy MALARZ. MENTOR. MAG. jest wybranie obrazów wiodących, pozwalających dostrzec istotne podobieństwa i różnice, a także kontekst ponadepokowy i międzykulturowy, w tym polsko-niemiecki. Włączenie „polskich ekspresjonistów” daje wyjątkową szansę dokonania porównań i odkrywania nowych związków, a jednocześnie pozwala połączyć ze sobą polskie i niemieckie motywy przewodnie wystawy.

Ogromne uznanie dla twórczości Ottona Muellera – z perspektywy jego środowiska artystycznego – sięga aż do modernizmu powojennego, gdy ten ważny rozdział w polsko-niemieckiej historii sztuki napisano na nowo z uwzględnieniem wzajemnych powiązań między Berlinem a Wrocławiem, niegdyś Breslau.

Stosunki między Nationalgalerie w Berlinie a dawnym Śląskim Muzeum Sztuk Pięknych w Breslau [obecnie Muzeum Narodowe we Wrocławiu] charakteryzowały się bowiem również intensywną wymianą i współpracą. Najlepszym przykładem jest retrospektywa Ottona Muellera, zorganizowana przez dyrektora Muzeum we Wrocławiu, Ericha Wiese, w 1931 r., tuż po śmierci wybitnego ekspresjonisty, która jeszcze w tym samym roku została przeniesiona przez Ludwiga Justiego, dyrektora Nationalgalerie do Berlina.

Obecna wystawa MALARZ. MENTOR. MAG. podąża w odwrotnym kierunku. Opracowana w Berlinie, zostanie następnie pokazana w zmodyfikowanej formie we Wrocławiu.
W Berlinie wystawa stanowi kontynuację serii prezentacji na temat klasycznego modernizmu, które podczas renowacji Neue Nationalgalerie zostały pokazane w Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart: „Die schwarzen Jahre. Geschichten einer Sammlung. 1933–1945” [Mroczne lata. Opowieści z kolekcji. 1933–1945], „Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen” [Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglify] i „Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen” [Rudolf Belling. Rzeźby i architektury].

Lista artystów: Jankel Adler, Alexander Archipenko, Isidor Aschheim, Henryk Berlewi, Alexander Camaro, Johnny Friedlaender, Grete Jahr-Queißer, Alexander Kanoldt, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Peter Kowalski, Margarete Kubicka, Stanisław Kubicki, Wilhelm Lehmbruck, Carlo Mense, Oskar Moll, Marg Moll, Johannes Molzahn, Georg Muche, Otto Mueller, Zdzisław Nitka, Oskar Schlemmer, Willy Schmidt, Horst Strempel, Heinrich Tischler, Witkacy i inni.

Wystawie towarzyszy obszerny katalog pod tym samym tytułem, opracowany przez polskich i niemieckich naukowców, wydany przez wydawnictwo Kehrer Verlag pod redakcją Dagmar Schmengler, Agnes Kern i Lidii Głuchowskiej. Katalog zrealizowany dzięki wsparciu: ZEIT-Stiftung, Ernst von Siemens-Kunststiftung

Wystawa Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin we współpracy z Alexander und Renata Camaro Stiftung i Muzeum Narodowym we Wrocławiu.

Sponsorzy wystawy: Freunde der Nationalgalerie, Hauptstadtkulturfonds, Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens-Kunststiftung, Fundacja Współpracy Polsko-Niemieckiej, Stiftung Preußische Seehandlung

Hygge w Szczecinie…

Vom 6. Oktober bis 17. März 2019 / od 6 października do 17 marca 2019 roku

Sztuka szczęśliwych ludzi. Malarstwo na Bornholmie w XIX i XX wieku

Muzeum Narodowe w Szczecinie, ul. Wały Chrobrego 3

godziny otwarcia:
wtorek, środa, czwartek, sobota: 10.00–18.00, piątek, niedziela: 10.00–16.00

Dania od lat 70 XX wieku znajduje się w czołówce Światowego Raportu Szczęścia, często zajmując w nim pierwsze miejsce. Duńczycy słyną z umiejętności osiągania tego stanu, podobnie jak z designu. Pamiętając o tym, na wystawie – po pierwsze – zaprezentowano, w jaki sposób Duńczycy rozumieją szczęście na tle społeczno-kulturowym (począwszy od przełomu XVIII i XIX wieku, skończywszy na latach 70 ub. wieku), które wpłynęło na ukształtowanie samoświadomości duńskiej. Po drugie zaś podjęto refleksję na tym, jaką rolę w tym kontekście odgrywa sztuka duńska XIX i XX wieku.

Pieniądze, sukcesy, sława rzadko są podstawowymi celami Duńczyków. Jeśli można wskazać coś, co jest dla nich naprawdę ważne, byłaby to umiejętność znajdowania równowagi między pracą a czasem wolnym. Jednym słowem: hygge – czyli bycie razem z bliskimi w przyjemnej atmosferze, w poczuciu wspólnoty, wzajemnego zaufania, w przytulnym otoczeniu.

Hygge to zjawisko, które u podstaw ma następujące czynniki: klimat Danii, niewielkie rozmiary państwa, tradycja życia domowego, koncepcja równości społecznej oraz państwa opiekuńczego.

W drugiej połowie XIX wieku zaczęły rozkwitać kolonie artystyczne. Określenie to odnosi się do grup twórców, którzy spotykali się w wybranym miejscu i pracowali we wspólnym celu, kierując się podobnym rozumieniem sztuki. Nie oznacza to jednocześnie, że łączył ich wspólny manifest artystyczny. Wśród dzieł spotykamy różne rozwiązania stylistyczne. Kolonie artystów powstające w Danii – podobnie jak w innych krajach Europy – rozkwitły w związku z popularnością bezpośredniego studiowania natury w 2. połowie XIX wieku. Malarze uciekali ze zwyczajowych centrów kultury w dużych metropoliach i tworzyli grupy w nowych miejscach, które sprzyjały malowaniu na wolnym powietrzu oraz kusiły nietuzinkowymi motywami i intrygującą naturą.

Właśnie na tym tle należy rozpatrywać kolonię na Bornholmie. Wyspa bez wątpienia przyciągała artystów zarówno przez bogactwo przyrody, jak i jej „dzikość”. W konsekwencji w twórczości odnajdujemy podobne motywy i tematy – są to często przedstawienia natury (w różnych warunkach pogodowych), lokalnej architektury, tamtejszej społeczności…

Na wystawie można zobaczyć prawie 100 prac duńskich artystów ze zbiorów Bornholms Kunstmuseum – wśród nich dzieła takich twórców jak: Kristian Zahrtmann (1843–1917); Richard Mortensen (1910–1993; zwany czasem duńskim Wassilym Kandinskym); Edvard Weie (1879–1943); Olaf Rude (1886–1957); Oluf Høst (1884–1966) czy Niels Lergaard (1893–1982).

Wystawie towarzyszy bogato ilustrowany katalog polsko-duńsko-angielski Sztuka szczęśliwych ludzi. Malarstwo na Bornholmie w XIX i XX wieku z esejami kuratorów i opisami wszystkich obiektów z ekspozycji.

www.muzeum.szczecin.pl

PS. Byłam na otwarciu wystawy. Wice-Dyrektor Muzeum i nasz autor, Darek Kacprzak, witając gości, zapytał, kto z nas jest szczęśliwy. Na zdjęciu tego nie widać, bo siedziałam z boku i takie zdjęcie mi przysłano, ale cała sala podniosła ręce do góry.

06.10.2018 Szczecin Muzeum Narodowe w Szczecinie. “Sztuka szczęśliwych ludzi”! Fot. Robert Stachnik

 

Otto Müller Einladung / Zaproszenie

Ab 12. Oktober im Hamburger Bahnhof / am 11. Oktober Vernissage

Tekst po polsku: otto-mueller-wstep-pl

Otto Mueller Exhibition – Flyer

Zum Buch, das die Ausstellung begleitet

MALER. MENTOR. MAGIER.

Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau

Beides ist zugleich das Resultat eines deutsch-polnischen Forschungsprojektes. Erstmalig findet der enorme Einfluss des ehemaligen Brücke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller während seiner Lehrtätigkeit in Breslau tiefergehende Berücksichtigung: Dort lehrte der Maler von 1919 bis zu seinem frühen Tod 1930 an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe, die damals zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Der Schwerpunkt liegt auf der modernen Malerei. Vor allem der charismatische, von Sehnsucht und Freiheitsdrang getriebene Otto Mueller hatte maßgeblichen Einfluss auf die Breslauer Kunstentwicklung. So entstand die Idee, ihn zur zentralen Figur werden zu lassen: An seiner Person und an seinem Werk entlang entfaltet sich das Konzept von Ausstellung und Katalogbuch.

Vor allem seit 1925 – begünstigt durch die zahlreichen Neuberufungen von Professoren durch den amtierenden Direktor Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Die vielfältigen Strömungen der Moderne standen hier gleichberechtigt nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus und dessen Umfeld mit Oskar Schlemmer, Georg Muche und Johannes Molzahn.
Otto Mueller und sein Netzwerk: hierzu gehören vor allem seine unmittelbaren Malerkollegen sowie seine Schüler und Schülerinnen – die alle durchweg in Breslau eine schöpferische, höchst produktive Phase erlebten, angeregt durch wechselseitige Inspiration und Austausch. Die Freundschaften zu eigenständigen und kunstsinnigen Frauen spielten im Leben des Breslauer Akademieprofessors eine nicht zu unterschätzende Rolle: An erster Stelle standen Muellers Partnerinnen, allen voran seine erste Ehefrau Maschka Mueller. In sein Netzwerk gehörten aber auch Künstlerinnen und Intellektuelle wie die Bildhauerin und Grafikerin Marg Moll oder die Schriftstellerin Ilse Molzahn. Ersichtlich wird der Austausch und die gegenseitige Beeinflussung der Breslauer Malerprofessoren untereinander durch thematische und motivische Anleihen oder technische Übereinstimmungen der Malmittel: z. B. in der Farbgebung als Medium zur Ausdruckssteigerung, in den sich entwickelnden Tendenzen der Abstraktion oder in der Angleichung der Bildträger. Gemälde, Arbeiten auf Papier, schriftliche Äußerungen oder Fotografien dienen als Querverweise, die in deutsch-polnischer Zusammenarbeit zusammengetragen und ausgewertet wurden – geleitet von folgenden Aspekten:

*
das engmaschige Netz aus Kunst- und Kulturschaffenden im Zeitraum von 1919 bis 1932 mit besonderem Fokus auf der Malerei der Moderne zu durchleuchten, in dem die Wechselbeziehung zwischen den Städten Berlin und Breslau – Breslau und Berlin sichtbar ist

*
den Schaffensdrang und die kreativen Impulse im Umfeld der Breslauer Akademie und ihre spezifische Atmosphäre im Hinblick auf die Malerei der Moderne zu untersuchen und

*
schließlich den Einfluss des Malers und der Lehrpersönlichkeit Otto Mueller herauszustellen.

Unter diesem Blickwinkel entstand ein Ausstellungsparcours entlang der Leitfigur Otto Mueller, der eine persönliche Geschichte in einem lebendigen Breslau der 1920er-Jahre – parallel zur Darstellung der sich dort entfaltenden Kunst – erzählt. Dadurch ist es möglich, für die Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen, für besondere Tendenzen der dortigen künstlerischen Entwicklung zu sensibilisieren und letztlich auch Trends der musealen Sammlungspolitik und Forschung zu berücksichtigen: Neben großen Namen aus dem Netzwerk der klassischen Moderne werden auch weniger bekannte Künstler und Künstlerinnen der Folgegeneration vorgestellt.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ der liberale Lehrer Otto Mueller gerade auch bei seinen nicht wenigen Schülerinnen: seine Aktzeichenkurse waren die ersten überhaupt, die auch Studentinnen wie Grete Jahr-Queißer oder Margarete Schultz offen standen. Einige seiner ehemaligen Schüler wie Alexander Camaro oder Horst Strempel gingen später von Breslau aus nach Berlin und erlebten in der unmittelbaren Nachkriegszeit den Höhepunkt ihrer Malerkarrieren.

1932 wurde die Breslauer Akademie geschlossen, ein Jahr später erfolgte die nationalsozialistische Machtergreifung. Diesen Umständen ist es geschuldet, dass diese Maler und Malerinnen die sog. „verschollene Generation“ vertreten: Ihre Karrieren begannen zunächst vielversprechend. Zu Beginn des Faschismus standen sie noch am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn, viele wurden zur Flucht und zu einem Leben im Exil gezwungen, andere überlebten die Verfolgungen und den Holocaust nicht.

Ihnen gemeinsam aber sind ihre künstlerischen Anfänge an der Breslauer Akademie im Allgemeinen und bei Otto Mueller im Besonderen. Vertiefte Recherchen ermöglichten es, Arbeiten und Dokumente zusammenzutragen, die zumindest einen Eindruck des künstlerischen Erbes von Otto Mueller am Beispiel von Breslauer Studierenden demonstrieren – selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Für die Charakterisierung des Kunst- und Kulturlebens in der niederschlesischen Hauptstadt der 1920er-Jahre spielte die engagierte jüdische Bevölkerung eine tragende Rolle: Breslau besaß zu dieser Zeit neben Berlin und Frankfurt am Main die drittgrößte jüdische Gemeinde im Deutschen Reich.

In Bezug auf Otto Mueller macht ein neuer Ansatz der Forschung deutlich, wie anziehend dieser Maler auf die jüngere Generationjüdischer Künstler und Künstlerinnen in Breslau wirkte: u. a. seine ihm nachgesagte Beschäftigung mit Magie und Mystik verband sich hervorragend mit deren künstlerischen Positionen und zentralen Fragestellungen nach der eigenen Identität.

Eine Besonderheit im kuratorischen Konzept ist das Prinzip des „Gastes“: gemeint sind hiermit ausgewählte Werke, durch die spotlightartig, epochenübergreifend und interkulturell auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verwiesen werden kann. In Deutschland kaum bekannt ist, dass viele Künstler und Künstlerinnen der polnischen Avantgarde beide Sprachen beherrschten: Deutsch und Polnisch, so Stanisław Kubicki, Margarete Kubicka, Jerzy Hulewicz oder Henryk Berlewi. Vor allem das Einbeziehen des polnischen Expressionismus und Neo-Expressionismus ermöglicht einmalige Sehvergleiche und neue Zusammenhänge, zugleich verschränken diese Erscheinungsformen die deutsch-polnische

Ausrichtung des Projekts. Diesen Ansatz begünstigte die intensive Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auch grenzübergreifende Perspektiven zuließ.

Unser besonderer Dank gilt Teresa Laudert, Stipendiatin der Camaro Stiftung, für ihre tatkräftige Unterstützung. Wir danken sehr unseren Autorinnen und Autoren. Weiterer Dank gebührt der Übersetzungsleistung durch Simon von Kleist und seinem Team sowie allen, die unser Projekt durch ihr Interesse und mit Anerkennung und Zuversicht begleitet haben.

Wir bedanken uns besonders bei dem Direktor der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Udo Kittelmann für die Aufnahme dieser Ausstellung in das Programm des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart – Berlin. Großer Dank gilt dem Direktor des Muzeum Narodowe in Wrocław, Piotr Oszczanowski, der bereit ist, Teile dieser Ausstellung nach Polen zu übernehmen. Herzlich danken wir dem Vorstand der Camaro Stiftung, besonders dem Vorstandsvorsitzenden Theodor Gentner, für das große Vertrauen in unsere Arbeit und die Bereitschaft, unsere Initiative in diesem umfänglichen Projekt zu unterstützen.

Zur praktischen Handhabe dieses Buches sei schließlich noch angemerkt:

Wir bemühen uns um geschlechtergerechte Sprache. Frauen sind in der Kunst- und Kulturgeschichte nach wie vor unterrepräsentiert. Selbstverständlich spielten in den 1920er-Jahren im Breslauer Kunstgeschehen talentierte und einflussreiche Künstlerinnen, Sammlerinnen, weibliche Intellektuelle und Kulturschaffende eine Rolle.

Auf sie hinzuweisen, sie sichtbar zu machen, ist uns ein Anliegen. Der Katalog erscheint in einer deutschen und polnischen Sprachausgabe. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass dieses Grundlagenwerk keinen Anspruch auf Geschlossenheit verfolgt, sondern beabsichtigt, Anregungen zu liefern für weitere Forschung. Für die deutsche Sprachausgabe haben wir uns bewusst auf die Verwendung des deutschen Namens Breslau bis 1945 geeinigt. Dafür sind die historischen Fakten geltend zu machen:

Breslau war der wichtigste Wirtschafts- und Kulturmittelpunkt des deutschen Ostens. Erinnert werden soll daran, dass Breslau Hauptstadt der damals deutschen Provinz Niederschlesien war. Mit dieser Tatsache verbunden ist auch die Kontinuität der kulturellen Wechselbeziehung der Städte Berlin – Breslau. 1945 wurden Breslau und Schlesien Polen angeschlossen. Deshalb gebrauchen wir explizit den Städtenamen Wrocław für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und verwenden die aktuellen polnischen Namen von Ortschaften, Museen und Institutionen.

Die Herausgeberinnen

Dagmar Schmengler, Agnes Kern und Lidia Głuchowska

#PlicaPolonica

#PlicaPolonica

Koniecznie przyjdźmy… Raz może to stulecie, które nam już nosem wychodzi, pokazane zostanie inaczej…

Taki hasztag wpisała Anna Krenz na Facebooku, pokazując tę oto grafikę:

Co mówi Piłsudski? Co tam prawi? Dowiecie się na wernisażu wystawy “Niepodległa Polska”wernisaż 14.09.2018 w Klubie Polskich Nieudaczników, Berlin.

#PlicaPolonica

Anna Krenz, jak sama twierdzi, sama podąża i bawi się formą komiksową 3D. Nadal.

Ela Woźniewska, napisała mi tylko, że będzie i żebym przyszła.

Piotr Mariusz Urbaniak informuje: oto moja praca, która zostanie pokazana na wystawie 100 NIEPODLEGŁA POLSKA 🇵🇱, w Klubie Polskich Nieudaczników/ Club der Polnischen Versager, w Berlinie.

To mój pierwszy obraz, który namalowałem w Berlinie Zachodnim, późną jesienią roku 1983, na krótko po opuszczeniu mojej Ojczyzny, na emigrację w Niemczech Zachodnich.
Tytuł tego historycznego dla mnie obrazu: JASNA GÓRA, 1983, 80x100cm, olej, blejtram…

(Uwaga prace, które były tu pokazane były linkiem do strony internetowej Nieudaczników i w międzyczasie zostały z tej strony wyparte przez sprawy nowe, nowsze i najnowsze – a zatem obrazów nie ma! przepraszam)

Niezła sztuka (reblog czyli reklama)

na Facebooku piszą o sobie:

Jesteśmy fundacją, której misją jest edukowanie i upowszechnianie sztuki, chcemy zainteresować tą dziedziną jak najszerszą publiczność wg zasady „sztuka dla każdego – od amatora do konesera”

Tworzymy modę na polską sztukę, wydobywamy z zapomnienia wspaniałych artystów, promujemy polskie muzea, które są skarbnicą tego, co jest najlepsze w polskim dziedzictwie. To wszystko pozwala naszym odbiorcom inspirować się przez sztukę.

Ich mottem jest cytat z Einsteina:

Wiara, Nauka i Sztuka to gałęzie tego samego drzewa. Wszystkie te dążenia skierowane są ku temu, aby uszlachetnić życie człowieka, wydobyć go ze sfery czysto fizycznej egzystencji i poprowadzić ku wolności.

Mają siedzibę w Warszawie. Jeśli chcecie to nich napisać to TU.

Obrazy, które mnie u nich zaineresowały i zlinkowałam je z tym wpisem zniknęły. Pokażę inne, które są moją “niezłą sztuką”…
Na przykład moja Mama Irena Kuran-Bogucka, graficzka i tłumaczka poezji hiszpańskiej na polski.

Der einsame Wolf

und seine Kunst…

Er hat mir eine Mail geschickt:

Liebe Freund*innen der Street-Art,
ich lade euch herzlichst zur Finissage am So.,19.08.2018  um 18:00 Uhr ein

Es erwartet euch ein Vortrag mit vielen Fotos
„Einblicke in die Street-Art-Welt Berlin“
erlebt, fotografiert und vorgetragen von Lupo

Fotoausstellung von Lupo Finto noch bis 23.08.2018
“Vielfältige Street-Art-Welt Berlin”
RegenbogenCafé, Berlin-Kreuzberg
Lausitzer Str. 22
So-Fr 9:00 – 17:00 Uhr, Eintritt frei

Liebe Grüße
Lupo Finto


Lupo präsentiert in seinem Vortrag „Einblicke in die Street-Art-Welt Berlin“ unter anderem ungewöhnliche und einzigartige Street-Art der letzten 10 Jahre. Wer kennt z.B. die “Galerie Bürknerstraße”? Oder was ist “Street-Art-Fake”? Lasst euch überraschen, wie Street-Art-Künstler*innen das Stadtbild verändern bzw. kurzzeitig bereichert haben.

Ja. Alles, was Lupo in der Haupstadt findet, ist schön und interessant, meine Katze aber ist natürlich die Schönste :-). Ich habe mir dieses Bild von Lupo als Eigengeschenk schon vor ein paar Jahren zum Geburtstag gekauft…

 

Jarosław Łukasik, Malarstwo / Malerei / Painting 2017-2018

Iwonie S.

Wakacje i inne przypadki życia ludzkiego

Przedtem malował meble, bezkrwawo pokawałkowane kobiety oraz męskie garnitury bez wypełnienia, teraz zmienił tematykę i światło, teraz jest lato, nawet w nocnym barze jest słonecznie… Japonki na wakacjach, Penelopa na wakacjach… Wakacyjne martwe natury z warzywami, no chyba że…

  

no chyba że…

 

Reblog: Lyrische und drastische

Urszula Usakowska-Wolff

Feministische Kunst aus Indien

Die in der Ausstellung »Facing India« gezeigte Kunst ist ohne Zweifel feministisch, politisch und engagiert. Aber unabhängig davon, wie man sie nennt, ist es eine Kunst, die äußerst suggestiv wirkt und lange im Gedächtnis bleibt. Der Einfallsreichtum, das Wissen und der Weitblick der Künstlerinnen, die Dynamik und Energie, mit der sie ihre perfekt ausgeführten Werke realisieren, die Vielzahl von Techniken, Materialien und überraschenden Lösungen kommen in allen Arbeiten, die im Erdgeschoss des Kunstmuseums Wolfsburg präsentiert werden, zum Ausdruck.


Reena Saini Kallat, Woven Chronicle

Die von mehr als 1,3 Milliarden Menschen bewohnte Republik Indien ist die bevölkerungsstärkste Demokratie der Welt. Dieses riesige Land, das den größten Teil des südasiatischen Subkontinents einnimmt, ist ein nationales, religiöses und sprachliches Konglomerat voller Kontraste. Es gibt dort extreme Armut und unvorstellbaren Reichtum, das Kastensystem ist vor allem in ländlichen Gebieten gang und gäbe. Trotz der in der Verfassung verbrieften Gleichberechtigung ist die Situation der Frauen tragisch: Sie werden erniedrigt, vergewaltigt, verbrannt oder auf andere grausame Art umgebracht. Blutige ethnische- und Grenzkonflikte dauern bis heute an, religiöser Fanatismus und Nationalismus breiten sich aus. In den Metropolen gibt es kaum Luft zum Atmen und selbst heilige Flüsse sind kontaminiert. Andererseits ist Indien eine der sich am dynamischsten entwickelnden Volkswirtschaften der Welt, die indische IT-Industrie wird seit vielen Jahren international als konkurrenzlos angesehen, während ein Drittel der indischen Bevölkerung Analphabeten sind. Die Nutznießer der Globalisierung, die soziale Ungleichheiten festigt und vertieft, ist die Mittel- und Oberschicht.

Blick in die Ausstellung „Facing India“ mit Arbeiten von Vibha Galhotra 

Sechs Frauen im fast gleichen Alter

Weniger bekannt ist, dass in diesem großen Land auch Kunst gedeiht, nicht nur die Koch- oder die Filmkunst aus Bollywood und Tollywood, sondern auch die zeitgenössische Kunst, in der vor allem Frauen den Ton angeben. Während die japanische und chinesische Kunst schon seit längerer Zeit international ausgestellt und gesammelt wird, hat die indische erst jetzt begonnen, sich im Westen zu etablieren. Das liegt vor allem an der Unsichtbarkeit dieser Kunst, denn in Indien gibt es kaum Ausstellungsorte und Ausstellungsmöglichkeiten. Um sich also eine Meinung über die indische Kunst zu bilden, muss man nicht nach Mumbai, Delhi oder Bengaluru fahren, sondern in die etwas kleinere Stadt Wolfsburg in Niedersachsen. Dort befindet sich bekanntlich der Hauptsitz des VW-Konzerns, der Autos auch in Indien produziert. Aber das ist mitnichten der einzige Grund, warum die erste so umfangreiche Schau der indischen Kunst gerade im Kunstmuseum Wolfsburg stattfindet. Als sein Direktor vor zwei Jahren Ralf Beil wurde, versprach er, das Museumsprogramm globaler zu gestalten und vor allem den Künstlerinnen und ihrer Sicht auf die Dinge dieser Welt mehr Platz als bisher einzuräumen. Er hielt sein Wort, was die Ausstellung »Facing India« vorführt, in der sechs indische Künstlerinnen das Gesicht, konkreter: die vielen Gesichter ihres Landes zur Schau stellen.
Bharti Kher (* 1969), Mithu Sen (* 1971), Reena Saini Kallat (* 1973), Vibha Galhotra (* 1978), Tejal Shah (* 1979) und Prajakta Potnis (* 1980), von der Kuratorin Uta Ruhkamp während ihrer drei Indienaufenthalte ausgewählt, gehören größtenteils der Generation der 30- und 40jährigen an. Obwohl sie aufgrund ihrer Herkunft zur privilegierten Klasse zählen, behandeln sie in ihren Werken mehr oder weniger radikal soziale, politische, ökologische und moralische Probleme, die an der Schnittstelle zwischen Modernisierung und Tradition auftauchen: Das ist in der Tat eine recht explosive Mischung, nicht nur in Indien.


Bahrti Kher, Sing to Them that Will Listen, Reiskörner Metallschale und Marmorsockel

Digitalisierung, Degradierung, Globalisierung

Die in der Ausstellung »Facing India« gezeigte Kunst ist ohne Zweifel feministisch, politisch und engagiert. Aber unabhängig davon, wie man sie nennt, ist es eine Kunst, die äußerst suggestiv wirkt und lange im Gedächtnis bleibt. Der Einfallsreichtum, das Wissen und der Weitblick der Künstlerinnen, die Dynamik und Energie, mit der sie ihre perfekt ausgeführten Werke realisieren, die Vielzahl von Techniken, Materialien und überraschenden Lösungen kommen in allen Arbeiten, die im Erdgeschoss des Kunstmuseums Wolfsburgs präsentiert werden, zum Ausdruck. Man kann unmittelbar spüren, dass die Kunst für sie eine Mission, eine Botschaft oder eine Art ist, die verschwiegenen, sorgfältig vor den Augen versteckten, unsichtbaren und nicht ausgesprochenen, also nicht existenten Probleme ans Tageslicht zu bringen. Und, was besonders wichtig erscheint, haben die von den Künstlerinnen in ihren Arbeiten aufgegriffenen und dargestellten Themen einen universellen Charakter, denn es gibt sie schon oder wird es bald auch in unserer Weltgegend geben. »Doch machen wir uns nichts vor: So drastisch all dies von Europa aus auf den ersten Blick wirkt, es sind in jedem einzelnen Punkt auch unsere Probleme und Gegenwartsfragen, die hier – zum Teil sogar für uns – verhandelt werden«, schreibt Ralf Beil, Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, im exzellenten Ausstellungskatalog. »Indien ist eines der Labore für das Gelingen oder Scheitern unserer globalen Zukunft. Ob Geschlechter-, Umwelt-, Digitalisierungs- oder Nationalitätsfragen, alles ist auf das Extremste verdichtet.« Es ist nicht einfach zu verstehen, was in Indien wirklich geschieht, denn, nach Meinung der Schriftstellerin Arundhati Roy, »dreht sich ganz Indien um Grenzen. Im Westen hält man Indien fälschlicherweise für eine anarchische, chaotische Gesellschaft. Dabei ist Indien ein Meister im Grenzziehen. Jenseits des chaotischen Verkehrs ist die Gesellschaft durch ein eisernes Gatter aus Kasten, Regionen, Religionen getrennt.« Die aus der Tradition resultierenden Spaltungen sowie die von der Tradition und Gesellschaft sanktionierte Gewalt sind eines der Themen der Gruppenschau »Facing India« im Kunstmuseum Wolfsburg.

Faktische geografische und metaphorische Grenzen

Das Erste, was direkt am Eingang der Ausstellung ins Auge fällt, ist eine riesige Weltkarte, die aussieht, als sei sie aus farbiger Wolle gehäkelt worden. Beim näheren Hinschauen merkt man jedoch, dass diese riesige kartographische Installation namens »Woven Chronicle«, die die gesamte grau gestrichene Wand einnimmt, aus Elektrokabeln gefertigt wurde. Aus acht Lautsprechern, die auf sechs Kontinenten platziert sind, ertönt eine Kakophonie von Geräuschen, ein Mix aus knisternden Hochspannungsleitungen, blubberndem Wassers, dem Besetztzeichen eines Telefons, heulenden Fabrik- und Schiffssirenen, den Geräuschen der Flügel und Stimmen der Zugvögel. »Die gewebte Chronik« ist, wie ihre Autorin Reena Saini Kallat (Foto oben) erklärt, eine Kartographie historischer und gegenwärtiger Migrationsbewegungen. Obwohl sich heute dank der Mobilität der Menschen und des schnellen Informationsflusses verschiedene Kulturen viel schneller vermischen als je zuvor, wurden die Grenzen paradoxerweise nie so streng kontrolliert und überwacht wie jetzt. » Elektrokabel sind für mich eine ambivalente Metapher: einerseits verbinden sie, andererseits bilden sie lineare Formationen in Gestalt von Netzen und anderen Zäunen, sodass sie teilen. Der Glaube daran, dass dank der globalen, das heißt grenzenlosen Kommunikation die faktischen geographischen, ethnischen und sozialen Grenzen aufhören zu existieren, hat sich als illusorisch erwiesen. Im Gegenteil: Dank fortschrittlicher Technologien können regressive Inhalte umgehend verbreitet werden: Stereotypen, zweifelhafte Ideologien, Nationalismen«.

Die provokanten Mutanten

Reena Saini Kallat, Hyphenated Lives (Installationsfragment)

Reena Saini Kallat ist eine vielseitige Künstlerin: Sie schafft Wand- und Klanginstallationen, ist Malerin, Bildhauerin und Fotografin. Man sieht und hört, dass die Kunst der Erinnerung ihre Leidenschaft ist. In der Fotoserie »Crease / Crevice / Contour« möchte sie das Leid der Frauen vor dem Vergessen bewahren, die nicht nur während der Kriege zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir die erste Kriegsbeute waren. Sexuelle Gewalt, Komponente eines jedes Krieges, hat blutige Male auf der Haut der Frauen hinterlassen. Auch wenn sie unsichtbar sind, erinnert sich der Körper daran. Kallat ist auch Autorin der Installation »Hyphenated Lives«, die wie der Saal eines Naturkundemuseums anmutet, mit Bildern der Fauna und Flora an den Wänden und Fossilien in den Vitrinen. Wenn man sie genauer betrachtet, handelt es sich um Porträts von Mutanten, die die geteilten, aber historisch miteinander verbundenen Länder symbolisieren, welche um die Kontrolle über natürliche Ressourcen kämpfen, hauptsächlich über das Wasser. Sie tragen doppelte Namen, zum Beispiel Sun-Poe, eine Kreuzung zwischen dem palästinensischen Sonnenvogel (Sunbird) und dem Wiedehopf (Hoopoe), dem Nationalvogel Israels. Auf diese farbigen Gouachen, die mit handschriftlichen Kommentaren der Künstlerin versehen sind, klebt sie Stacheldraht. Geopolitik teilt Länder, obwohl es schwer ist, die Natur in streng nationale Teile zu zerlegen. »Diese Bindestrich-Porträts können als poetische Provokationen einer Spezies, die es in der Vergangenheit nicht gegeben hat – oder als ein Vorschlag für die Zukunft verstanden werden«, sagt Reena Saii Kallat.

Äquilibristik der (Un)linguistik

Auch Mitu Sen (Foto) liebt Provokationen. Die begnadete Sprachkünstlerin, Bildhauerin und Malerin begann ihre künstlerische Laufbahn als bengalische Dichterin. Nachdem sie 1997 nach Delhi gezogen war, musste sie Hindi und Englisch lernen, was ihr zunächst recht schwer fiel. Die meisten ihrer Werke tragen Titel, in denen die Vorsilbe »un« steht. Sie ist eines der Hauptelemente ihrer Un- oder Nichtsprache. Es ist offensichtlich, dass es mit eigenen Zähnen oder mit dem Zahnersatz leicht fällt, sich in jeder Sprache oder Nichtsprache zu artikulieren. Wie alle Arbeiten von Mitu Sen ist auch die Installation »Border Unseen« Ausdruck eines absurden Sinns für Humor. Im Deutschen klingt »Unseen« phonetisch ein wenig wie Unsinn. Künstliches Zahnfleisch, in dem künstliche Zähne stecken, sieht natürlich wie eine Grenze aus, die im geschlossenen Mund unsichtbar ist, aber man kann sie nicht übersehen, wenn sie an einer Wand als Zahnrad hängt.

Mithu Sen, Phantom Pain 2

Mitu Sen nennt ihre Zeichnungen und Skulpturen Performances, denn das Publikum soll sich daran aktiv beteiligen. Eine großartige Idee ist zum Beispiel die Serie der 40 Grafiken und Zeichnungen unter dem Titel »The Same River Twice« (Derselbe Fluss zweimal), die in einem geschlossenen Raum betrachtet werden kann. Es ist eine Kunst der Camouflage, die sich vielleicht vor dem Auge des Zensors tarnt, denn nur, wenn man mit einer Taschenlampe weiße Papierblätter beleuchtet, sieht man ihren zweiten Boden: erotische, leicht pornografische Spiele nicht heterosexueller Paare. Die benachbarte Installation »Mou (Museum of Real Estate) beherbergt eine Sammlung von Kitschartikeln, Souvenirs und anderen Nippes in einer runden Vitrine, die einer leicht zu transportierenden Wunderkammer gleicht.

Mithu Sen, Mou (Museum of Real Estate)

Symphonie der Zeit oder Kakofonie

»Wir leben in einer sich schnell verändernden Welt und betrachten uns als anpassungsfähig«, sagt Vibha Galhotra (Foto oben). »Gleichzeitig berücksichtigen wir kaum das Ausmaß der Umweltverschmutzung und akzeptieren sie passiv als die neue Realität.« In multimedialen Rauminstallationen, in Filmen und Fotografien stützt sich die Künstlerin auf die platonische Theorie der fünf Elemente und zeigt, was mit dem Wasser des heiligen Flusses Yamuna, mit Luft, Erde, Äther und Feuer geschieht. Nach dem Eintauchen eines weißen Tuchs in Yamuna wird es sofort schwarz. Neu-Delhi ist die am meisten verschmutzte Stadt der Welt, die, wie Vibha sagt, einer Gaskammer gleicht, sodass die Menschen ständig Masken tragen müssen, in denen sie aussehen, als ob ihnen, wie in Nostradamus’ Prophezeiung, anstelle der Nasen Schweinerüssel wachsen würden. In den Städten ist jedes Stückchen Boden zugebaut, und sogar in den Vierteln, die von getarnten Sicherheitsmännern bewacht werden (Installation »Neo Camouflage«), liegen die Häuser extrem dicht beieinander: Das ist eine bunte Betonwüste, ohne einen Grashalm. Eine große Weltkarte unter dem Titel »Time Symphony Or Cacophony« wird immer dunkler, schreckliche Geräusche dringen aus ihr nach Außen: Die klassische Symphonie der Zeit verschwindet, ersetzt durch eine Kakophonie der Zerstörung.




Vibha Galhotra, Neo Camouflage (Installationsfragmente)

Gedemütigte, schweigende und gequälte Frauen

Wenig optimistisch sind auch die Arbeiten von Bharti Kher (Foto), der einzigen Teilnehmerin der Wolfsburger Ausstellung, die nicht in Indien, sondern in Ostlondon geboren wurde, und seit 1992 dauerhaft in der Hauptstadt Indiens lebt. Die Künstlerin, deren Werk um die Situation der indischen Frauen kreist, ist eine Perfektionistin und Ästhetin, die die sogar in den überraschendsten Materialien verborgene Energie und Schönheit an die Oberfläche zaubert. Neben Skulpturen aus Bronze, Kleiderstoff, Reis und Reliefs aus Bindis zeigt sie in Wolfsburg auch eine Säule aus roten Armreifen, den Bangles, unter dem Titel »Bloodline« (Stammbaum): Frauen sind zwar die Stützen und die treibende Kraft der indischen Gesellschaft, leben aber oft in einem »Deaf Room« (Tauben Zimmer), das von einer Mauer des Schweigens umgeben ist. Diese beindruckende Plastik besteht aus zehn Tonnen Glasziegeln, die Bharti Kher aus geschmolzenen Armreifen und Ton errichtete. Das Schicksal der Frauen, die im ältesten Beruf der Welt arbeiten, ist auch nicht einfach, wie die Gipsskulptur der sechs Sitzenden unter dem Titel »Six Women«, also sechs Sexarbeiterinnen aus Kolkata, zeigt. Bharti Khers Werke sind Monumente für die extrem müden, gequälten und tagtäglich gedemütigten Frauen in Indien.

Bharti Kher, Six Women

Dem dritten Geschlecht geht es häufig sehr schlecht

Tejal Shah ist auch vielseitig begabt, sie macht fantastische Zeichentrickfilme, sie zeichnet und fotografiert meisterhaft, wovon die Fotoserie » Women like us« zeugt. Sie stellt »Frauen wie wir« dar, also solche, die nicht einverstanden sind, die ihnen zugeschriebenen Geschlechterrollen zu spielen, weil sie sich wie Männer fühlen. Die Genderfrage ist das, was diese Künstlerin, die lange Zeit in Indien nicht ausstellen durfte, am meisten interessiert. Sie befasst sich nämlich mit Themen, die verschwiegen werden sollen wie die Gewalt gegen Hijras, die offiziell als Göttinnen des dritten Geschlecht verehrt werden, aber in Wirklichkeit den Massenvergewaltigen zum Opfer fallen, verletzt, bepisst und umgebracht: zu sehen in der erschütternden Foto- und Videoinstallation »Untitled (On Violence)«.

Prajakta Potnis mit Dr. Uta Ruhkamp (links)

In der Ausstellung »Facing India« gibt es auch weniger drastische, witzige und ironische Arbeiten. Ihre jüngste Teilnehmerin, die 28jährige Prajakta Potnis, arrangiert und fotografiert seltsame Landschaften und Stillleben in spezifischen Interieurs. Die Digitaldruckserie »Capsule« wartet mit Rollteppen auf, die auf einer Plastikserviette im Kühlschrank stehen. Eines der »Still Lifes« zeigt Blumenkohls in Gefrierfächern, die wie Atompilze aussehen. Kann die Natura (morta) eines Blumenkohls explosiv sein oder nicht explosiv sein, das ist hier die Frage.

Prajakta Potnis, Capsule

Alle Fotos © Urszula Usakowska-Wolff


FACING INDIA
Kunstmuseum Wolfsburg
29.04-7.10 2018
Katalog, 38 Euro
www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Über die Zufälle: Ochsen und Zebu am Strand

Ewa Maria Slaska, Johanna Rubinroth, Tanja Krüger, Adam Soboczynski und…

Johanna und Tania waren in Indien. Das wissen wir, hier habe ich schon auf dem Blog mehrere Sontage ihre Fotos und Eindrücke veröffentlicht.

Aber ein Foto war nicht dabei. Ein Foto von einem Zebu am Strand. Dieses Foto habe ich analog als Geschenk bekommen.

Zebu wanderte zu den blauen Büchern…

Abends stand ich neben dem Zebu und suchte mir etwas zum lesen. Ich wahle meistens ziemlich wahllos. Das Buch lag schon lange unter den blauen Büchern und wartete drauf, dass ich es wahllos wähle. An dem Abend war es so weit. Ob der Zebu vom Foto etwas dabei mitgeholfen hat?

Sie sahen ziemlich ähnlich aus, der Hund und der Zebu. Und dann erst der Beginn des Buches…

Sieht ihr es? Seite 8, gerade Beginn des Buches. Der Maler Hans Weinling, der Protagonist des Buches ist, wurde berühmt durch sein Bild, das Ochsen am Strand zeigte. Und seitdem malte er nur Tiere an Strand…

Ochse, Zebu, Rind, Hund, Tier am Strand… Zufall? Sicher, aber welcher!

Ich schau in Impressum:

Umschlag: Anzinger / Wüschner / Rasp München
Unter Verwendung des Bildes “Beach Dog II” von Ben Schonzeit
1990. Private Collection / Lahr & Partners for Ben Schonzeit/
Bridgeman Art Library / Bridgeman Images

Ich suche den Schonzeit im Netz. Der Mensch malt imposant. Wirklich imposant. Sehet mal. Er malt viel und sehr verschieden, nicht nur Tiere am Strand.

“Beach dog” ist unter dem Begrif “realistic painting” zu finden:


A Beach Dog, 1986. Acrylic on Canvas, 32″ X 36″

Das Buch über den Maler, der nur die Tiere am Strand malt, ist gut (obowhl nicht SO gut, wie es sich ansagt, zum Ende verläuft sich alles irgendwie, obwol die Kritiker meinen, dass es sich in dem Moment gerade wunderbar zuspitzt), aber ich finde, dass die Malerei von Schonzeit noch besser ist. Daher so ein Vorschlag für Summer time… Buch, Hund, Zebu und Ochse mitnehmen und zum Strand!

Oder ein Bild kaufen?

Hazy Lake Placid II, 2008. Acrylic on Linen, 48″ X 48″