Vor ein paar Tagen bin ich ins Museum Barberini gegangen; das Wetter war schon wieder sommerlich, alles aber nach den sintflutartigen Regenfällen grün, sauber, frisch, blühend, lebensbejahend. Die Gegend um das Barberini ähnelt inzwischen der Kulisse aus einem Film, der Anfang des 19. Jh. spielt und wo alles picobello aussieht; doch eigentlich gefällt mir das, die Patina und das Alltägliche werden sich noch schnell genug einnisten, der Grauschleier auf den Fassaden ausbreiten.
Ewa Maria Slaska, Amerykański sen. Pokolenie Solidarności. Berlin – Szczecin 2025
Das Buch ist auf Polnisch, aber in Berlin werden immer neue Fragmente auf Deutsch präsentiert. Es ist weder Autobiografie noch Sachbuch, es ist eine Autofiktion und ein Roman mit hohen dokumentarischen Anteil.
Lesungen auf Deutsch
Die aus Danzig stammende damalige Solidarność-Aktivistin Ewa Maria Slaska lebt seit 1985 als Autorin, Bloggerin, Journalistin, Verlegerin und Projektmanagerin in Berlin. In 80ern verbunden mit der polnischen Demokratiebewegung Solidarność.
In ihrem neuesten Buch Amerykański sen /Amerikanischer Traum, einer Autofiktion, einem Roman mit hohem dokumentarischem Anteil, konzentriert sich die Autorin, Ewa Maria Slaska, auf das Leben zweier in Danzig (Gdańsk) geborener Menschen, aufgewachsen in der Volksrepublik Polen. Sie sind aktive Teilnehmer der Solidarność – Bewegung. In den 1980er Jahren wandern sie aus, erst nach Berlin(West), dann in die Vereinigten Staaten. Sie suchen die Freiheit. Ob die Freiheit, die sie in Amerika finden, das ist, was sie sich erträumt haben?
Freitag, 2. Oktober um 14:45 von Ostkreuz
Kulturzug Berlin – Breslau
Moderatorin: Natalia Wassermann
Fahrkarten (hin 27,00 €)
Danach noch eine Lesung in Milicz am 5. Oktober und zwei Lesungen in Wrocław (auf Polnisch) am 7 und 8. Oktober:
Milicz 5 października o godzinie 16 STARA BOMBKARNIA Kawiarnia w KOM Kreatywny Obiekt Multifunkcyjny Jarosława Dąbrowskiego 3, 56-300 Milicz
Moderatorin Ewelina Jaworska
*** Wrocław 7 października godzina 18 Kamieniczka Małgosia na Rynku
*** 8 października godzina 17 Wrocławskie Stowarzyszenie Twórców Kultury ul. Lwowska 43 w siedzibie Rady Osiedla Gajowice
wszystkie spotkania po polsku
***
Freitag, 28. November 18:00 Uhr Majakowskiring 47 13156 Berlin
Moderatoren: Monika Wrzosek-Müller & Michael Müller
Introducing Sepidar Niroomand as part of the “GUTE GESELLSCHAFT” Abschlussausstellung 2025
Tehran-born and Berlin-based, Sepidar Niroomand is a multidisciplinary visual artist whose practice spans sculpture, painting, installation, drawing, and print. With an academic foundation in electronic engineering and a diploma in sculpture from the University of Tehran, her trajectory embodies a conscious shift from systems logic to poetic inquiry. Since relocating to Berlin in 2022, she has engaged in residencies, exhibitions, and discursive art spaces across Europe. Currently in the final phase of her studies at Weißensee Academy of Art Berlin, her work continues to expand formally and conceptually.
Seit vielen Jahren gehe ich in den Sommerferien mindestens einmal in ein Freilichttheater, um Shakespeare zu sehen. Es gibt mehrere solcher Orte in Berlin, ich erinnere mich an alle, aber überraschenderweise besser an die, an denen wir vom Regen oder einem Gewitter heimgesucht wurden. Letztes Jahr unterbrach ein Sturm die Aufführung von Hamlet im Globe Theater für eine Stunde, vor einigen Jahren verteilten die Schauspieler von Midsummer Night’s Dream plastik Capen und Umhänge, ohne die Aufführung im Theater am Südgelende auch nur für eine Minute zu unterbrechen. Es war fantastisch. Wir Zuschauer klebten alle aneinander. Wegen der Wärme, klar, aber nicht nur, ich vermute, dass es Zusammengehörigkeitsgefühl war all deren, die heute im Regen im Theater sitzen und nicht aus dem Sofa zu Hause.
Hamlet in Globe Theater (Foto von der Theaterseite). Vielleicht ist es gerade diese Veranstaltung während des Sturms. Die Wolken sehen so aus. Wenn ja, sitze ich zitternd von der Kälte in der letzten Reihe rechts, total durchnässt. Es war fantastisch!
Ähnliche Meinung ist TIP Berlin. im Juli Nummer spricht (S. 98 f) Tom Mustroph mit verschiedenen Macher der Freilufttheaters. Der Himmel verdüstert sich gerade, als er mit Darijan Mihajlović und Vlatka Alec über die neue Draußenspielzeit spricht. Ein kräftiger Wind fegt über die Tische. Alec, seit mittlerweile neun Jahren als Schauspielerin, später als Dramaturgin und Regisseurin an Pionier-Open-Air-Bühne tätig, lässt sich davon nicht einschüchtern. Im Gegenteil. “Das Schöne ist, dass wir mit die besten Vorstellungen gerade dann hatten, wenn es anfing zu regnen oder zu stürmen”, sagt sie. Denn dann, wenn Wetter mit Herausforderungen kommt, halten die Menschen an den Sitzplätzen (…) und die Menschen auf der Bühne in der Mitte besonders gut zusammen. “Dann entsteht diese Liebe, diese Hingabe und dieser unbedingte Wille, einfach alles zu geben”, schwärmt Alec. Und weil das auf den Sitzen ringsum stets ankommt, entsteht diese besondere Atmosphäre.
12. Juli gingen wir mit Monika Wrzosek-Müller zum Globe, zur letzten Veranstaltung des Midsummer Night’s Dream in diesem Saison. “Von Shakespeare” steht es auf der Karte. Na ja, vielleicht muss es sein. Vielleicht müssen wir, Nutzer immer aber immer informiert werden, wer was geschrieben hat, auch wenn er Shakespeare heißt.
Aber wie eine alte Dame, die Shakespeare erst im hohen Alter zum ersten Mal las, einmal sagte: phi, dieser Shakespeare war gar nicht so originell, er schrieb nur mit Zitaten. Jeder kennt sie.
Auf der Internetseite des Theaters liest man nur Generelles.
Seit 2019 ist das Globe Berlin in Charlottenburg von Juni bis September Schauplatz echten Volkstheaters in einem einzigartigen Ambiente unter freiem Himmel. Das bewusst niedrigschwellige Angebot richtet sich an Menschen jeden Alters, aus unterschiedlichen Kulturkreisen und ist nah an aktuellen gesellschaftlichen Themen. Das Programmspektrum umfasst Schauspiel, Wortkunst und Live-Musik, Shakespeare-Aufführungen in Deutsch und Englisch in eigenen, zeitgemäßen Übersetzungen sowie Einführungen und Nachgespräche – alles zu moderaten Eintrittspreisen.
Das stimmt.
Die gestrige Vorführung war natürlich wieder ein Shakespeare im Regen. Und wieder fantastisch. Schnell, witzig, mit ironischen Anspielungen gespickt. Es regnete so stark, dass wir in der Pause gingen. Alle? Weiß ich nicht, aber viele. Die benachbarte U-Bahn Station, Richard-Wagner-Platz war voll von durchnässten Zuschauer aus dem Globe. Wie mir die Globe-Mitmenschen berichtet haben, es wurde durchgespielt vor wackerem, begeistertem Publikum.
Es war kalt. Es war wunderbar.
Danke.
***
Wohin?
Monbijou Theater Monbijoustr. 3b, Berlin-Mitte Spielzeit bis Mitte September Preise 24/15€ www.monbijou-theater.com
Globe Berlin Sömmeringstr. 15, Berlin-Charlottenburg Spielzeit bis 13. September Preise 26/21€ www.globe.berlin
Shakespeare Company Berlin Munsterdamm 80, Berlin-Steglitz Spielzeit bis 13. September Preise 24/42€ www.shakespeare-company.de
Schon wieder blühen die Korn- und Mohnblumen, die Felder, Wiesen und Wälder leuchten in allen Grüntönen, das Gelb der Rapsfelder ist fast verschwunden. Soweit das Auge reicht, herrscht majestätische Ruhe. Nur die Vögel zwitschern und die Störche sitzen in ihren Nestern, ziehen ihre Kleinen auf; auf fast jedem Schornstein oder Mast ein Storchenpaar. Der Himmel zieht sich aber öfters zu, es kommen dicke Wolken und manchmal plötzliche Gewitter mit Platzregen über das weite Land. Unten bleibt die Welt von Konflikten, Kämpfen, Habgier und Hass beherrscht. Vieles könnte man lösen, zumindest verbessern. Bleibt uns der Schwung, die Kraft für diese Anstrengung erhalten?
Liebe Freund*innen und Kolleg*innen,am 24.06. um 18 Uhr laden wir Euch ein zur Präsentation unseres Fotobuches “Alphabet des Krieges”. Sie findet statt in der Amerika-Gedenkbibliothek PopUp Saal Blücherpl. 1 10961 Berlin
8 Jugendliche —2 Jahre 26 Fotos — 26 Buchstaben des deutschen Alphabets 3 Jahre russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine 26 Versuche ukrainischer Jugendlicher, diesen Krieg Erwachsenen zu erklären
Die performative Buchpräsentation gibt Einblicke ins Projekt — in persönliche Geschichten, fotografische Prozesse und gemeinsame Entscheidungen. Mit dabei ist auch die Verlegerin Regelindis Westphal sie erzählt vom Publizieren jenseits klassischer Autor*innenschaft.
Sprache: Deutsch
Das Buch ist vor Ort erhältlich.
Mit Unterstützung von Kult’ura Ukraine Contemporary e.V.
Wir sitzen oben auf der Terrasse der Villa des Literarischen Colloquiums am Wannsee, unten geht eine riesige orangene Sonne unter; alles taucht in ein bläuliches, dann violettes Licht, es sieht magisch aus. Die Menschen sitzen dicht gedrängt, nicht nur im Saal, und es sind nicht nur Polen hier, wenn sie auch deutlich die Mehrheit bilden. Viele junge Menschen, auch erstaunlich viele junge Männer, auffallend gut angezogen, vielleicht folgen sie dem Helden des Abends.