Reblog: Pełnia lata i inne wiersze / Der Hochsommer und andere Gedichte

Das SprachCafè Polnisch e.V. in Pankow
STZ Pankow, Schönholzer Str. 10, 13187 Berlin
02.06.2017 – 31.08.2017

2 czerwca – wieczór poezji i wernisaż / 2. Juni – Poesieabend & Vernissage
18:00

Agata Koch

A skąd się biorą te wszystkie myśli?
Przychodzą do nas z kosmosu?

Te duże i małe,
te szare i barwne,
te nowe i dawne,
te zimowe i te z lata,
te smaczne i bez smaku,
te pachnące i te bez zapachu,
te górnolotne i te codzienne,
te ważne i te nie tak bardzo…
te lekkie i te ciężkie,
te rozbiegane i te spokojne,
przezroczyste i gęste,
miękkie i nie do zgryzienia,
te moje i te mi obce,
te proste i te nie do zrozumienia,
te widoczne i te…
te jasne…

…i jakie jeszcze będą?
Teraz już sama nie wiem –
spójrz na nie ze mną…

Danke…

Wo kommen all diese Gedanken her?
Aus dem großen All von überall?

Die großen und die kleinen,
die grauen und die farbigen,
die neuen und die von früher,
die winterlichen und die vom sommer,
die leckeren und die ohne geschmack,
die duftenden und die geruchlosen,
die abgehobenen und die alltäglichen,
die wichtigen und die nicht ganz so,
die leichten und die schweren,
die hektischen und die ruhigen,
die durchsichtigen und die dicken,
die weichen und die nicht zu knacken sind,
die von mir und die mir fremden,
die einfachen und die unfassbaren,
die sichtbaren und die…,
die klaren…

…wie sind sie denn noch?
Gleich weiß ich selber nicht mehr,
schaue Du jetzt mit hoch…

Pełnia lata

myślom pozwolić odpłynąć
obłoki zwiewne na nieba jasnego błękicie
musnąć bezwiednie wzrokiem
wziąć do ręki
kalejdoskop pasteli
spojrzeniem zdradzającym
liczne szczegóły całego dnia gości na plaży
tak! Światło to sztukmistrz!
i to w swych największch rolach
całego roku
czas – bezczas
jakby zastygł w bursztynie
po którym pozostaje wspomnienie dobre
i tęskonta zimą
a powietrze rozległe pachnie
(zmieniają się tylko niuanse)
raz wiatrem, raz jabłek leżących pod drzewem winną słodyczą
czy trawą i lasem?
delikatnie obwiewa ciepłem słońca policzek
potem dłoń

zamknij oczy…
szum wód orzeźwiających
i cisza nocy gwieździstej
dawno juz zapomniana

i pokój duszy
– błogosławiony czas lata

Der Hochsommer

Gedanken gehen lassen
leichte Wölkchen am hellblauen Himmel
ungewollt mit einem Blick berührten
einen Kaleidoskop der Pastellfarben in die Hand nehmen
der mit seiner Perspektive die vielen Einzelheiten eines Tages der Strandgäste verrät
ja! Das Licht ist der Meister!
und das in seinen größten Rollen
des ganzen Jahres
die Zeit – die zeitlose
wie in einem Bernstein erstarrt
von der eine gute Erinnerung bleibt
und die Sehnsucht im Winter
die Luft riecht weitläufig
(nur Nuancen ändern sich)
mal nach dem Wind, mal nach Äpfeln, die unterm Baum liegen, nach ihrer Wein-Süße
oder auch nach dem Grass und Wäldern?
ganz sanft umweht sie mit der Wärme der Sonne
die Wangen, dann auch die Hand

schließe die Augen…
Geräusche erfrischender Gewässer
und die Stille der Sternennacht
der längst vergessenen

und der Frieden der Seele
– die gesegnete Zeit des Sommers!

Rzeczy
które mamy
posiadamy
pragniemy
rzeczy
o które się tak staramy
których potrzebujemy
które są nieodzowne
lub tylko tak wydaje się nam

rzeczy
które lubimy
które są piękne i modne
nam towarzyszą i otuchy dodają
wiele umożliwiają i ułatwiają

rzeczy
przypominają
nasz smak opisują
i przynależność wyrażają
oraz prestiż

dzielimy się rzeczami z innymi
dzielimy się z rzeczami
sprawami duchowymi…

rzeczy
zbieramy
przekładamy
rzeczy
które leżą
spoczywają i się nudzą
zakurzone
pod swym ciężarem
– rzeczy zmęczone…
– – –

Sachen
die wir haben
besitzen
nach denen wir streben
um die wir uns so Mühe geben
Sachen, die wir brauchen
die unentbehrlich sind
oder uns nur so vorkommen
mögen

Sachen
die schön sind und in
Sachen, die wir mögen
die uns begleiten und es gemütlich gestalten
vieles ermöglichen und leichter machen

Sachen
die uns an was Bestimmtes erinnern
die unseren Geschmack beschreiben
und Zugehörigkeit
sowie Prestige zeigen

wir teilen Sachen mit anderen
wir teilen mit Sachen
auch Seelen…

Sachen
die wir sammeln
leihen, umräumen
Sachen
sind liegengeblieben
sie ruhen und langweilen sich
verstaubt
unter ihrer Last
– müde…

…bo najważniejsze jest
to
między chwilami
w nawale spraw
pędzie dnia codziennego
milionów detali jego
głębię oddechu poczuć
i lekkość
nagłą i piękną
spojrzeć na
to
jak na czarne na białym
czy
białe na czarnym?
klarowne
cudowne
To

…denn das Wichtigste ist
das
zwischen den Augenblicken
in der Menge der Dinge
und der Schnelligkeit des Alltags
in Milionen seiner Details
die Tiefe des Atems zu erspühren
und seine Leichtigkeit
die plötzlich eintritt und schön ist
das
zu erblicken
wie Schwarz auf Weiss
oder
Weiss auf Schwarz?
ein klares
wunderderbares
Das

Obrazy / Bilder

W rozmowie / Im Gespräch, Collage, Barbara Konieczna

Co nas porusza – wystawa zbiorowa artystek*artystów z berlińskiej dzielnicy Pankow/ Was uns bewegt? – Gemeinschaftsausstellung der Pankower Künstler*innen

Wystawiają / Es stellen aus:
Agata Koch, Aleksandra Gajda, Barbara Konieczna, Bianca Monroy, Estrella Betancor, Gabriele Klier, Grażyna Zarębska, JP Bouzac, Justyna Stokłosa, Sabine Renault,  Silviya Zdravkova, Susanne Kiene

Spotkanie w ramach cyklu prezentacji autorów bloga
Ein Treffen im Rahmen des Vorstellens der Autor*innen vom Blog
ewamaria2013
&

Fotoausstellung des UMBRUCH Bildarchivs

Respekt!
Solidarische Begegnungen

20.5.17 – 24.8.17 im RegenbogenCafé

Eine Fotoausstellung des Umbruch Bildarchivs in Zusammenarbeit mit der Regenbogenfabrik als Kontrapunkt zu Fake-News, Hasstiraden und destruktiver Stimmungsmache in den sozialen Medien.

Mit Fotos von: Andrea Linss, Jutta Matthess, Christina Palitzsch, Monika v. Wegerer, Oliver Feldhaus, Peter Homann, Michael Hughes, Adrienne Gerhäuser, Nicholas Ganz, Merchi, Jan, Omer Fadl und Hermann Bach.

Für kurze Zeit öffneten sich in Deutschland Grenzen:
“Welcome Refugees” stand für eine gesellschaftliche Offenheit und Solidarität, die auf das Sterben in Syrien und die Toten im Mittelmeer antwortete.
Diese Stimmung begann nach wenigen Monaten durch eine aggressive Berichterstattung der Medien zu kippen, Brandanschläge und Angriffe auf Geflüchtete nahmen ein entsetzliches Ausmaß an. In diesen Attacken und der Flut der Fake-News und Hasstiraden auf Geflüchtete und Nicht-Deutsche scheint der reale gesellschaftliche Rassismus auf der Straße und in den sozialen Medien auf.
Ob sich hier gesellschaftliche Mehrheiten widerspiegeln oder nur scheinbare Mehrheiten virtuell erzeugt werden, ist nicht leicht zu erkennen.

Die Ausstellung setzt der virtuellen Hetze eine andere Welt entgegen. Statt der Aus- und Abgrenzung von Menschen zeigt sie solidarische Begegnungen voller gegenseitigem Respekt: Menschen, die sich mit Offenheit, Freundlichkeit und ohne Vorurteile begegnen. Virtualisierten Feindbildern und Hass stellt sie die Wirklichkeit alltäglichen Widerstands entgegen. Die Ausstellung versucht, die Subjektivitäten aller Menschen wie auch das allen Gemeinsame durch die fotografische Linse zu sehen, zu erkennen und zu respektieren.

Ein Versuch, der im alltäglichen und im perspektivischen Zusammenleben unverzichtbar ist.

Öffnungszeiten:
Mo. 13-20h, sonst 10-20h

Die Fotos hat für uns Christine Ziegler ausgesucht

Werke Kubickis in der Berlinischen Galerie

Vortrag in der Berlinischen Galerie, Sonntag, 21.05.2017, 12.00 Uhr

Bitte Eintrittskarten selber kaufen

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung Stanisław Kubicki (1889–1942) – „Nicht unsere Werke sind wichtig, sondern das Leben”/ „Nie dzieła nasze są ważne, lecz życie” (Rathaus Kreuzberg, 2-23.05.2017) findet

ein Vortrag von Dr. Lidia Głuchowska statt.

Die Assistenz bei der anschließenden Präsentation übernehmen Studierende der Kunstfakultät Universität Zielona Góra: Katarzyna Smugarzewska, Marta Olejnik sowie Tri Minh Ngutyen und Sinh Truong Nguyen – Teilnehmer des Austauschprogramms Erasmus aus Vietnam am Institut für Visuelle Künste.

Im Zentrum der Betrachtung befinden sich drei von fünf in der Berlinischen Galerie befindlichen Kunstwerke des deutsch-polnischen Avantgardekünstlerpaares Margarete und Stanisław Kubicki: Kirche vor Aufgehender Sonne und Ekstase Kubickis und die Aquarellreihe Kubickas zum Roman Alfred Döblins Die drei Sprünge des Wang Luns.

Weiterhin besitzt das Berliner Museum für Moderne Kunst zwei Pastelle Kubickis, die jedoch derzeit nicht ausgestellt werden: Das Blühen III (1928) und Mutter mit totem Kind (1926).                                  

Dazu ein paar einleitende Worte von Dr. Lidia Głuchowska:

Kirche vor aufgehender Sonne (1919) Kubickis gehört, neben Ekstase zu den zwei bis heute erhaltenen Gemälden Kubickis, die 1919/1920 in der berühmtesten Galerie der Avantgarde – Der Sturm Herwarth Waldens – ausgestellt wurden. Dort wurden sie von Fritz Karsen erworben. Das Motiv geht auf die ersten expressionistischen Darstellungen im Werk der polnischen Künstlergruppe Bunt (Revolte, 19181922) zurück, die Kubicki 1916/1917 im schlesischen Schömberg (heute Chełmsko Śląskie) geschaffen hat. Diese haben ihr Ursprung in den naturalistischen Skizzen der dortigen Landschaft und Architektur, welche immer noch mit den Gegenwartsfotografien davon identifizierbar sind. Synthetisiert wurden sie danach zu expressionistischen Linolschnitten, die sich durch die prägnanten schwarz-weiss Kontrasten auszeichnen und 1917 in Posen/Poznań ironisch als „drei Kuben Kubickis“ (nach dem Motto nomen est omen) mitbezeichnet wurden.
Die weitere Transformation des Motivs erfolgte ca. drei Jahre später. Deren Ergebnis waren – eine elegante Tuschezeichnung, ein verschollenes Aquarell sowie eine Kreidezeichnung. Die Vollendung des Gestaltungsprozesses bildet das in der Berlinischen Galerie befindliches Gemälde, welches zu den am häufigsten ausgestellten Werke des Künstlers zählt.

Motiv der Schömberger Kirche vor aufgehender Sonne
Werke Stanisław Kubickis, 1917-1919, Foto Marek Kubicki,1997,
aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

Die Ekstase (1919), der noch ein Originalzettel der Sturm-Galerie beigefügt ist (Kat. Nr. 60, Lagernr. 83), entstand beinahe parallel zur letzten Version von Kirche… Vom ausgewiesenen polnische Expressionismuskenner, Jerzy Malinowski, wurde das Gemälde zu den drei ersten abstrakten Werken der polnischen Kunst zugerechnet.

Im Zentrum dieser Komposition – die obere Partie ist gelblich, die untere grau-blau gehalten – befindet sich eine nur skizzenhaft angedeutete, entmaterialisierte, geometrisch aufgefasste menschliche Silhouette. Ihre Hände sind nach oben geworfen, ihre Beine angeknickt, und der Kopf ist nach unten gebeugt. Gesichtszüge und jegliche andere individuelle Merkmalle sind eingespart. Die ganze Gestalt scheint im Raum hoch über dem Boden zu schweben. Sie erinnert an einen Vogel, der im Flug innehält. So visualisiert Kubicki den vom Menschen erträumten Zustand der endgültigen Befreiung vom geistigen und körperlichen Schmerz, den Zustand der buddhistischen Nirwana oder vielleicht des höchsten erotischen Glücks.

In Kubickis Linolschnittfassung von Ekstase bestimmen parallele schwarze Flächen und Linien, die Spannung erzeugen und diese betonen, das Charakteristische des Dargestellten. Dieses Bild wirkt jedoch noch viel abstrakter als die oben besprochene Ölfassung aus der Berlinischen Galerie.

Es existieren noch vier weitere Kompositionen Kubickis in diesem Stil gehalten, die ebenfalls Versuche künstlerischer Visualisierung abstrakter Begriffe darstellen. Alle gehen zwar von der alltäglichen Wahrnehmung konkreter Objekte aus, wie z.B. eines musizierenden oder im Gebet knienden Menschen oder auch der den Kopf stützenden Hand – pars pro toto eines Denkers, sowie einer im Balletttanz vibrierenden Frau, doch sind diese realen Motive in den Linolschnitten Baßgeigenspieler, Demut, La pensée und Tänzerin kaum erkennbar. Diese Werke hatte wohl vor Augen der Gründungsdirektor der Berlinischen Galerie, Eberhardt Roters als er feststellte:

Stanislaw Kubicki, ein Deutsch-Pole, malt im Stil eines dynamischen Kubo-Expressionismus, der in Verbindung mit der Berechnung der Bildkomposition aus pythagoreischen Zahlenfigurationen, später immer deutlicher einen metaphysischen Gedankengrund zu erkennen lässt.

Abstrakte Linolschnitte Stanisław Kubickis, 1918-1919
Ekstase, Der Eintretende, Demut, Maternité, Hockende Frau, Tänzerin, La pensée

aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

***
Ihre 12-teilige Aquarellfolge Die drei Sprünge des Wang Lun (1925) inspiriert vom gleichnamigen Roman Alfreds Döblins, stellte Margarete Kubicka (1895-1984) zeit ihres Lebens mindestens acht Mal aus, was darauf hinweist, welche Gewichtigkeit die Künstlerin ihr beigemessen hat. Dieser hat sie auch ihr melancholisches, verschlüsseltes Selbstbildnis beigefügt. Die Folge widerspiegelt ihre Auseinandersetzung mit dem Buch, die wohl die ganze Künstlergeneration prägte und eine Abrechnung mit der Revolution und zugleich einen Ausgleich zwischen den Idealen der vita activa und vita contemplativa schildert.

Vier Werke Margarete Kubickas aus ihrer 12-teiligen Aquarellenfolge Die drei Sprünge von Wan Lun (1925)  nach dem Roman Alfred Döblins sowie ihr dieser Folge angeschlossenes Selbstbildnis
aus: Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe, Berlin 2007

Die Gestaltung der Figuren in der Aquarellfolge weist Verwandtschaften mit Umberto Boccionis futuristischen Einmaligen Form des Kontinuität im Raum von 1913 auf, am deutlichsten wohl in ihrem Bild Unaufhörlich gellte Wang. Die Bildfläche wirkt in Werken Kubickas lichtdurschienen und transparent. In ihrer Gestaltungsmethode schlugen sich die Entdeckungen der Photokinetik und der Röntgenbilder nieder, was besonders in Bezug auf die Darstellung menschlicher Figuren zum Ausdruck kommt.

Die futuristisch-transparent-figürlichen Werke Margarete Kubickas sind den zumeist statisch-kubistisch-abstrakten Werken ihres Mannes gegenüberzustellen, was ihre künstlerische Eigenständigkeit deutlich bezeugt.

Kubicka äußerte sich in Aquarell(-enfolgen) häufig. Schnell zu gestalten – sie musste ja als Zeichenlehrerin allein den Unterhalt der 4-köpfigen Familie meistern – waren sie gewissermaßen ihr Tagebuch.

Zu den wichtigsten Aquarellreihen, die sie geschaffen hat, zählten – außer den Drei Sprüngen des Wang Lun, solche Visualisierungen des menschlichen Lebens in der Geschichte wie wohl die schönsten – Tode (1927/1928), Frauen (1943) sowie im autobiografischen Werk 1945. Doch eine absolute Sonderstellung in ihrem Oeuvre hat die ihrem Mann glorifizierende Folge Hommage à Kubicki (1924), die ihn als Avantgardekünstler fortschrittlicher sozialen Ansichten in unterschiedlichen Aktivitäten des modernen Lebens darstellt, von denen keineparadoxerweise – mit Malen oder Schreiben gleichgesetzt wird…

Jaques Morelenbaum

Der Lob der kleinen unwichtigen Dinge, die nichts kosten oder das Ding an sich

Für Michał Krenz

Alle meine Leser wissen schon, dass ich sehr gern meinen Lesestoff auf der Strasse finde oder kostenlose Bücher vom Büchertisch hole. (Meine gelesene Bücher gebe ich gern weiter, auch wieder an den Büchertisch). Genauso gern kaufe ich meine Sachen in einem Second-Hand-Laden oder lasse mich beschenken (und die nicht mehr getragene gebe ich weiter).

Ab und zu frage ich mich selber: Wieso tue ich es? Aus Sparrsamkeit? Kaum. Klar, manchmal habe ich kein Geld, aber dann braucht man auch heutzutage, da wir alle so viele Klamoten haben, nichts zu kaufen. Das, was wir haben, hätte doch für Jahre gereicht.

Im Buch von  Olwen Hufton über die Frauen von der Renaissance bis zur Industrialisierung (fantastisches Buch! unbedingt lesen!) gibt es unter anderen die Geschichte der Kleider unter dem Aspekt der Frauenarbeit. Nach Hufton, sorgten Frauen mehrere Jahrhunderte dafür, dass die Bewohner Europas überhaupt was zu tragen hatten. Sie meint, dass es in dieser Zeit immer wieder diesselbe Stoffe waren, die uns kleideten, von Frauen geändert, angepasst, gestopft, geflickt, umgedreht, zusammen genäht, getrennt und gebunden. Das heisst, es hätte wohl sein können, dass eine schwindsüchtige kleine Weberin im Lyon im Jahre 1816 ein Kleid trug, dessen Stoff im XVI Jahrhundert für Diana von Poitiers (1500-1566), Mätresse Königs Heinrichs II von Frankreich gefertigt wurde.

Ich bin keine begabte oder leidenschaftliche Näherin und nicht destotrotz sehne ich mich an die Zeiten, als wir die Resourcen, die wir hatten mit Respekt benutzten, das heißt auch Socken stopften, Kleider verbesserten, mit Mama, Schwester und Freundin diesselbe Bluse zu feierlichen Anlässen trugen. Es ist nicht nur der ekologische Gedanke, der mich  leitet, weil ich es auch gesellschaftlich genauso wichtig finde. Reparieren, mit den anderen teilen, bescheiden sein, nicht protzen… Darüber schrieb der Henning Mankell eine wunderbare Textpassage, die ich schon mal zitierte.

Kurzum: ich lese gern gefundene Bücher, trage gern schon von jemanden anderen getragene Klamotten, gewahre gern den Unkraut Platz in meinem Balkon-Garten, dazu mag ich kein Fleisch und keine Milch, bin also eine Vegetarierin mit dem Hang zum Vegan. Pazifistin bin ich sowieso und für die andere Lebensoptionen offen und tolerant, mehr noch, sie sind mir so was von egal…

Alles wichtig, alles vorbildlich gar, aber ich glaube, hinter meiner Vorlieben steckt vielmehr mein individueller Charakter als pure Überzeugung. Die hat sich viel später herausgebildet. Der Aspekt, ich-tue-was-ich-mag ist mir wichtig, aber auch Vorliebe zu Finderei (nicht umsonst bin ich eine Archäologin) – die gefundene, bekommene, Zweite-Hand-gekauften Sachen haben ihre Geschichten. Jemand hatte etwas, was mir jetzt gehört, schon in der Hand gehalten, hat es getragen, oder gelesen, oder weggeworfen, die Dinge waren ihm wichtig oder unwichtig, egal, aber es gab gewisse Verhältnisse zwischen dem “Ding an sich” und dem Menschen, der es besass.

Und so weiter.

Und dies alles, um zu erklären, dass ich gern gefundene, gerettete Seiten lese… Vor ein paar Tagen bekam ich ein Geschenk aus Madeira. Eingepackt in eine gestreifte Papiertüte, umgewickelt in eine doppelte Zeitungseite. Ein Geschenk in Zeitungspapier! Wie schön! Wie die Sommerblumen, die wir damals in Polen auf dem Market kauften und sie in Zeitungspapier umgewickelt nach Hause trugen, die duftenden Platterbsen oder Levkojen.


Terça-feira, 18 de abril de 2017 / Dienstag und so weiter… Seite 13 Werbung für Agroalimentar na Economia Iberica (Agrar- und Ernährungsökonomik in Iberien), eine Initiative zur Förderung der lokalen Landwirtschaft. Diesmal Reis… Arroz.

Auf dem Schüsselchen ist eine Pflanze abgebildet, die das Wahrzeichen von Madeira ist. Ich vermute, es ist die Agapanthus praecox (Afrikanische Liebesblume), weiß jemand was anderes, bitte ums Korrigieren

Seite 14, Soziedade (Gesellschaft), Wetter und Ergebnisse der Lotto-Ziehung. Seite 27. Mundo – die Welt: Portugal é central no triangulo entre Europa, America Latina e Africa (Portugal übernimmt zentrale Position im Dreieck zwischen Europa, Lateinamerika und Afrika). Na ja… Soll haben. Seite 27, Artes… Jaques Morelenbaum, “A musica que nao fala a alma incomoda-me como um espinho”Die Musik, die  nicht von der Seele spricht, stört mich wie ein Dorn.

Interessant, ich kenne doch kein Portugiesisch, aber eigentlich verstehe ich den ganzen Artikel. Jaques Morelenbaum muss ein Jude sein, obwohl es nirgendwo gesagt wird, weder im Text selber noch später, als ich ihm in Wikipedia suche, aber ich bitte Sie, mein Herr, Jaques Morelenbaum!

Er ist ein brasilianischer Cellist, Komponist, Arrangeur, Dirigent und Musikproduzent. Geboren 1956, studierte in Sao Paolo und in den USA.

Seine musikalische Karriere begann in den 70er in der Progressive Rock-Band A Barca do Sol. Von 1984 bis 1994 spielte er in der Nova Banda mit Antônio Carlos Jobim. Nach seinem Tode gründete er gemeinsam mit seiner Frau Paula, Jobims Sohn Paulo (Gitarre und Gesang) und Paulos Sohn Daniel (Klavier und Gesang) das Quarteto Jobim-Morelenbaum. Er leitet auch Cello Samba Trio. Er macht auch Filmmusik, darunter für Central do Brasil, welcher 1998 den Goldenen Bären der Berlinale für den besten Film gewann und zu Oskar nommieniert wurde.

Jaques Morelenbaum wirkte bei  mehr als 700 Platten. Eigentlich waren es am Tag des Interviews für die Zeitung Diário de Notícias genau 748. Bei Wikipedia nennt man nur ca. 400 Discs.

Die aktuelle politische Lage in seinem Heimatland Brasilien macht ihn Sorgen.

Am Dienstag spielte Cello Samba Trio von Morelenbaum in Lisabon in Tivoli, am 20. in Conservatório de Música in Coimbra, am 21 in Cineteatro in Estarreja…

Wir hören hier eine von seiner Sambas…

Muzeum Narodowe w Szczecinie 1

Dariusz Kacprzak, wicedyrektor Muzeum Narodowego i wykładowca Akademii Sztuki w Szczecinie, będzie dla nas przez wiele następnych tygodni, zawsze w soboty, pisał o interesujących dziełach sztuki, zgromadzonych w “jego muzeum”. O tym muzeum już kiedyś (z zachwytem) pisałam

Zaproszenie na spotkanie z autorem na końcu tekstu / Kurzinfo auf Deutsch – siehe unten

Dariusz Kacprzak

Ciekawość oka i przyjemność patrzenia

Antyczne korzenie Europy, kolekcja kopii i rekonstrukcji rzeźb antycznych Heinricha Dohrna w holu gmachu Muzeum Narodowego w Szczecinie przy Wałach Chrobrego, fot. G. Solecki, A. Piętak

„Nie mamy dość czasu na patrzenie, a patrzenie wymaga czasu, podobnie jak zdobywanie przyjaźni” – napisała Georgia O’Keeffe. Słowa amerykańskiej artystki, jakiś czas temu przywołane przez profesor Marię Poprzęcką, warto uczynić mottem prezentacji kilkunastu dzieł, z którymi można się zaprzyjaźnić, odwiedzając Muzeum Narodowe w Szczecinie. Ten ledwie promil subiektywnie wybranych zabytków spośród stu pięćdziesięciu tysięcy znajdujących się w murach szczecińskiej świątyni sztuki i kultury – to zaproszenie do patrzenia na dzieła sztuki, zachęta do odkrycia przyjemności niespiesznego, uważnego oglądania. Bez wątpienia sposobów patrzenia na dzieło sztuki jest wiele, dokładnie tyle, ile patrzących oczu.

Złoty wiek Pomorza. Sztuka na dworze książąt pomorskich w XVI i XVII wieku, kolekcja klejnotów i strojów książęcych dworu Grafitów, Muzeum Narodowe w Szczecinie – Muzeum Tradycji Regionalnych, fot. G. Solecki, A. Piętak

Georg Römer, rekonstrukcja Adolfa Fürtwänglera wg Polikleta z Argos, Doryforos (450 r. p.n.e. – 440 r. p.n.e.), 1910–1912, odlew, brąz, 187x73x72 cm

Poliklet, wirtuoz techniki brązowniczej – obok Fidiasza i Myrona uznawany za największego rzeźbiarza klasycznej Grecji – działał głównie w Atenach, Olimpii oraz rodzinnym Argos. W swojej twórczości skupił się na poszukiwaniu sposobu przedstawiania postaci, opracował matematyczny kanon proporcji ciała ludzkiego – w teorii zawarł go w niezachowanym traktacie Kanon, w praktyce wcielił, wykonując rzeźby Doryforosa, Kyniskosa znanego z kopii funkcjonującej jako Efeb z Westmacott, Diadumenosa czy Ranną Amazonkę. Jednym z bardziej interesujących dzieł prezentowanych na stałej wystawie Antyczne korzenie Europy. Szczecińska kolekcja Dohrnów w Muzeum Narodowym w Szczecinie, jest powstała w latach 1910–1912 rekonstrukcja Doryforosa (Niosącego oszczep) z połowy V w. p.n.e. Szczeciński brąz jest szczególnie cenny (co po raz kolejny potwierdził udział zabytku w mediolańskiej wystawie inaugurującej otwarcie nowej przestrzeni fundacji Prady), zarówno ze względu na znaczenie nieistniejącego oryginału dla rozwoju greckiej sztuki klasycznej, jak również z powodu naukowej wnikliwości, z jaką dokonano na podstawie rzymskich kopii, rekonstrukcji – wreszcie także nader wysokiej jakości wykonania odlewu. Wiedza o rzeźbie zachowała się do naszych czasów w postaci opisów oraz rzymskich, różniących się między sobą szczegółami, marmurowych kopii – zidentyfikowanych dopiero w 1862 roku przez niemieckiego archeologa Karla Friederichsa. Na przełomie XIX i XX stulecia Adolf Furtwängler (ojciec słynnego dyrygenta i kompozytora Wilhelma), wybitny archeolog klasyczny związany z uniwersytetami i muzeami w Berlinie i Monachium, zrekonstruował pierwotny wygląd rzeźby Polikleta. Heinrich Dohrn jun., przedstawiciel trzecie generacji tej zasłużonej dla naszego miasta rodziny, entomolog, przedsiębiorca, humanista i kolekcjoner, tworząc swą antyczną kolekcję antycznej, która wkrótce stała się podstawą nowo powstałego wówczas Muzeum Miejskiego w Szczecinie, zamówił odlew Doryforosa Polikleta wedle rekonstrukcji Adolfa Furtwänglera. Zadanie to zostało zrealizowane w latach 1910–1912 w Berlinie, pod kierunkiem ucznia przedwcześnie zmarłego Furtwänglera, Paula Woltersa, przez pochodzącego z Wrocławia rzeźbiarza i medaliera Georga Römera. Wykonując zamówienie rzeźbiarz posłużył się tradycyjną techniką odlewu na wosk tracony, którą stosowali greccy artyści. Starano się także odtworzyć pierwotną kolorystykę – stutuę pokryto ciemną patyną, wargi podkreślono karminem, oczy wykonano ze szkła i emalii, włosy zaś pokryto cienką warstwą złota, do dziś widoczną w promieniach słońca wpadającego do wnętrza holu gmachu Muzeum Narodowego w Szczecinie. Dlatego też wiosenna przedpołudniowa wizyta może być źródłem szczególnie interesujących wrażeń estetycznych.

W kontekście szczecińskiej rekonstrukcji Doryforosa Polikleta warto wspomnieć o wykonanym nieco później jeszcze jednym odlewie Georga Römera wedle rekonstrukcji Adolfa Furtwänglera, która została zamówiona jako symboliczny pomnik dla upamiętnienia ofiar pierwszej wojny światowej i dziś znajduje się w reprezentacyjnej przestrzeni Uniwersytetu Ludwika Maksymiliana w Monachium.

***

W najbliższy wtorek Dariusz Kacprzak będzie w Regenbogenfabrik mówił o obecności berlińskiego rzeźbiarza Johanna Gottfrieda Schadow (1764 – 1850) w Szczecinie (wykład po niemiecku)

Johann Gottfried Schadow (1764 – 1850)  – ein Berliner Bildhauer in Stettin präsentiert von unserem Autor, Dariusz Kacprzak, im Regenbogenkino am Dienstag, 9. Mai.

Wernisaż Vernissage: Hermann Stöhr – Stanisław Kubicki

Stanisław Kubicki

Budowa wieży

PROJEKT SCENICZNY (FRAGMENTY)

W grudniu roku 1916 roku

I.

Scena przedstawia krajobraz odrażający nagością, aż po widnokrąg żółto-szary, pagórków kilka w oddali, wszędzie kamieniołomy i doły o glinie wybranej, ziemia dokoła porozrywana, niepłodna, poszarpana, bez roślinności. Jedyne drzewo po prawej o brzydkiej potarganej sylwetce potęguje jedynie bezna­dziejność miejsca. –

W dali – już za widnokręgiem – potworna wieża, olbrzym przerażający kształtem, jak zmora ciąży na kraju całym, niedokończeniem wstrętna i rusztowań siecią, dla oddalenia wielkiego gdzieniegdzie jedynie dostrzegalną. Nad wieżą wisi chmura kształtem kaptur grzyba przypominająca – wisi wiecznem przekleństwem. Całość budzi wstręt w patrzącym i strach chwilami paniczny. Czujesz, że wieża ta nie­zmierną jest zbrodnią i dziełem zła.

Od przodu sceny wgłąb aż do wieży biegnie droga bardzo szeroka, której okropność potęguje bezwzględna prostość i bezczelność dążenia do wieży. Ludzie idący drogą tą kroczą pod przymusem z nakazu czyjegoś. Chwilami strach ich porywa przed pustką, że przystają nagle przerażeni; lecz niema moc gna ich, że biegną ku wieży. Truchlejesz, gdy widzisz, że zimne słowo rozkazu ujęło ludzi tych w kleszcze obojętne na ludzkość ich i pochodzenie z ducha.

Zasłona unosi się. W szarym świetle powstającego dnia roboczego tysiące ludzi narzędziem budowlanem obarczonych wloką się ku wieży. Ubiór szary krojem przypominający starorzymskie bluzy niewolnicze. Śpiewają głupią zupełnie piosnkę uliczną. Twarze ich tępe, znudzone, po większej części głupie. Tutaj znaki najjaskrawsze dynastji wychowującej sobie poddanych. Pomimo zgrozy budzącej się tu i tam każdy posłusznie przykłada rękę do dzieła złego niepomny bladych słów napomnienia kiedyś zasły­sza­nych. Kapłani uczą po świątyniach posłuszeństwa i do wypełnienia namawiają “obowiązku”, sami potęgą przejęci zła najlitościwiej nam panującego. Chytrze i skrzętnie starty z powierzchni ziemi wizerunek boży.

II.

Wieża huczy i tętni pracą: zgrzytem żelaza, uderzeniami młotów, krzykiem i nawoływaniem, syrenami i świstem pary. Widzisz jak ssa soki wszystkie kraju i wysiłek ramion ludzkich gnanych bez pardonu w jarzmo.

Na potwór wieży pada złote światło słońca. Ślepniesz. Ogrom pracy zorganizowanej podziw wywołuje dla potęgi ludzkiej łamiącej przeszkody. Większość podziwem przewiązane ma oczy. Większości niedopisuje pamięć, że są ludźmi. Większość obałamucona widowiskiem i porwana zimnem słowem-nakazem z entuzjazmem nieomal rwie się do pracy. Nie czuje kłamstwa haseł i wierzeń dnia. A jednakowoż musi już istnieć gdzieś widz­ą­cy, który zbiera siły swe do krzyku rozpaczy, muszą się otwierać gdzieś oczy na brzydotę usiłowań ludzkich wzrokiem patrzące przerażonym, musi bić gdzieś serce bolesną ku bratu miłością, muszą cisnąć się słowa kurczowym tłumione szlochaniem. I myśl czyjaś wierci gdzieś opokę, by źródłem rozlać się na świat.

Wieża stoi tymczasem w świetle. Zuchwalstwem wyda ci się myśl, że mogłaby runąć. Boisz się wiary w jutro lepsze: wiary prześladowanej prawem i domem karnym, której miano jadynie za wyzwisko użytem być może. Wiesz, że rozpacz zawsze wiary takie rodziła, które później zwyciężały – lecz tutaj, w tym właśnie kraju nie chcesz wiedzieć ni wierzyć!

Droga prowadząca ku wieży zdaje się być bez wyjścia – tłumiąca nadzieję wszelką – a wszystko tak nastawione na funkcję szatańską budowy, że miejsca nie znajdujesz na myśl inną. Zresztą jako widz nie wiesz co się dzieje za kulisami.

A uśmiechniesz się gdy wyprowadzą teraz na scenę pustą zupełnie człowieka W ubraniu biednem, wytartem, o suchej, głodem wycieńczonej twarzy, zapadłych oczach, językiem swoim nie mówiącego poprawnie. Człowiek ten zaciśnie pięści i krzyczeć będzie słowa w twarz (nieobecnym) panującym i ministrom i wszystkim, którzy mają władzę. Wyjęczy krzywdę na nim i braciach jego dokonaną. – I o sprawiedli­wość wołać pocznie.

I znajdą się, którzy uśmiechem i wzdryganiem ramion pozbędą się błazna. I tacy, którzy oburzeni śmiałością jego wyzwiskiem odpowiedzą na skargi i żądanie sprawiedliwości. I tacy, którzy wołać będą o policję i dom karny.

III.

Na scenę pada światło przeraźliwie białe, ostre. Brzydota okolicy ujawniona w najdrobniejszym szczególe, że nawet krótkowidzący ujrzeć musi złość poczynań ludzkich i znaki jej w drobiazgu chociażby najlichszym. Na tle czarnego nieba stoi wieża jaszczurowo zielona w jadowitem świetle. Cisza. Nagle słychać ciężki daleki huk jakoby podziemny i trzask przytłumiony oddaleniem. Z przerażeniem widz widzi, że wieża się zatrzęsła, kurczowo, w posadach swych. Stoi jeszcze. Każdy wie teraz, że wewnętrzna zapadła się struktura potworu, – stoją jeszcze ściany zewnętrzne.

Znów cisza.

A oto chwila, że każdy wie co się stało:

Rozmowy potajemne i narady; prześladowania tysiączne i ucieczki nocne wśród tłumów; gorączkowa praca podziemna; tłumione krzyki rozpaczy; stokroć rozpędzane tłumy nieprzeliczone; krok pospieszny przywódców na estradzie; sale ogromne ludzkiem nabite ciałem drżącem, ledwie oddychającem w oczeki­waniu; ruch gorączkowy osób kilku wysuniętych na czele tłumu: ciche narady na dalekiej estradzie; po­chody szaremi ulicami olbrzymiego miasta…

Otóż wszystko to szerokim lawy plastrem buchnęło na światło słoneczne.

*

Od strony wieży w popłochu biegną gromady ludzi. Twarze przerażone. Krzykiem rozdarte. Rozbiegają się na wszystkie strony.

Chwila chaosu i zamięszania. Ludzie, którzy nagle (za nagle) przejrzeli i dowiedzieli się o grzechu własnej czynności. Krzycząc katów swoich szukają i winowajców – tych wszystkich, których głową po­wstawała budowa gniotąca sromotą świat cały.

I chwila jeszcze a wyłoni się z masy skłębionej pochód poważny z wysoko na szyldzie drewnianym wyniesionym hasłem sprawiedliwości. Słowa nie­zręczną ręką robotnika malowane, litery koszlawe i nie­równe, a w nich zawarta cała ludzkości wola.

Napotkasz ich, widzu, kroczących przez wszystkie place miast wielkich, idących wszystkimi ulicami w słońce wschodzące jutra.

Pierwodruk w: Zdrój VI , 1919, Nr. 2, s. 49–50.

Pierwodruk wersji niemieckiej w: Lidia Głuchowska, Roger Loewig – Stanislaw Kubicki. Wyspy człowieczeństwa/ Inseln der Menschlichkeit, tłum. Lidia Głuchowska, Roeger Loewig Gesellschaft / WIR e.V., Berlin 2003, S. 7779.

Linolschnitt „Der Turmbau zu Babel“ von Stanislaw Kubicki aus dem Jahr 1917. Fotos: Stadtmuseum Dresden (1), Holger Jakobi (1)

Stanisław Kubicki

Der Turmbau. Bühnenentwurf (Fragmente)

         Im Dezember des Jahres 1916

Die Szene stellt eine durch ihre Nacktheit abstoßende Landschaft dar, bis auf den gelb-grauen Horizont, einige Hügel in der Ferne, überall Steinbrüche und Gruben ausgegrabenen Lehms, die Erde herum – zerrissen, unfruchtbar, zerstört, ohne Pflanzen. Der einzige Baum rechts, mit zerrissener Silhouette steigert nur die Hoffnungslosigkeit des Ortes. –

In der Ferne – schon hinter dem Horizont – ein ungeheuerer Turm, ein Gigant, entsetzlich in seiner Form, wie ein Albtraum, lastet über dem ganzen Land durch seine abscheuliche Unfertigkeit und das Netz des Gerüstes, das wegen der Entfernung nur stellenweise bemerkbar ist. Über dem Turm hängt eine Wolke, die mit ihrer Form an die Kapuze eines großen Pilzes erinnert – sie hängt da wie ein ewiger Fluch. Das Ganze erregt in dem Beobachter Widerwillen und Ängste – zuweilen Panik. Man fühlt, daß der Turm ein unermeßliches Verbrechen und ein Werk des Bösen ist.

Von der vorderen Szene bis zum Turm verläuft ein sehr breiter Weg, dessen ungeheure Schlichtheit durch das rücksichtslose und unverschämte Streben des Turmes gesteigert wird. Menschen, die diesen Weg begehen, schreiten unter jemandes Befehl. Zuweilen ergreift sie Angst von der Leere, so daß sie plötzlich entsetzt innehalten; doch eine stumme Macht treibt sie dem Turm entgegen. Man erschrickt, wenn man sieht, wie das kalte Wort des Befehls diese Wesen in ihrer Menschlichkeit und ihrer Herkunft aus dem Geiste gleichgültig mit unempfindlichen Zangen gefaßt hat.

Der Vorhang hebt sich. Im grauen Licht des aufgehenden Tages schleppen sich Tausende von Menschen, mit Werkzeug beladen, dem Turm entgegen. Ihre graue Kleidung erinnert an altrömische Sklavenblusen. Sie singen ein dummes Straßenlied. Ihre stumpfe Gesichter, gelangweit, zum großen Teil dumm. Es sind die grellsten Zeichen der Dynastie, die sich die Untertanen erzieht. Trotz des Grauens, das hie und da erwacht, trägt jeder zum bösen Werk bei, ungeachtet irgendeines Wortes der Ermahnung. Die Priester lehren in den Tempeln den Gehorsam und überreden zur „Pflicht“, selbst von der Macht ergriffen, die uns gnädig beherrscht. Das Gottesbild ist schlau und geschäftig von der Oberfläche der Erde weggewischt.

II

Der Turm dröhnt und pulsiert von der Arbeit: vom Eisenknirschen, vom Schreien und dem Rufen, von den Sirenen und Dampfpfiff. Man sieht, wie alle Säfte des Landes ausgesaugt werden und die Anstrengung menschlicher Arme gnadenlos ins Joch getrieben werden.

Auf das Monstrum Turm fällt goldenes Sonnenlicht. Man erblindet. Das Immense der organisierten Arbeit erregt Bewunderung für die Hindernisse brechende menschliche Macht. Die meisten verbinden sich vor Bewunderung die Augen. Den meisten versagt das Gedächtnis dafür, daß sie Menschen sind. Die meisten, verwirrt von der Schau und getragen vom kalten Befehl stürzen sich mit Enthusiasmus auf die Arbeit. Sie spüren nicht die Lüge der Parolen und des Tages. Doch irgendwo muß schon der Sehende sein, der seine Kräfte zum Verzweiflungsschrei sammelt, irgendwo müssen sich die Augen öffnen, die mit erschrockenem Blick die Scheußlichkeit menschlicher Bemühungen ansehen, irgendwo muß ein Herz schmerzlicher Liebe zum Bruder schlagen, müssen sich die von verkrampftem Schluchzen unterdrückten Worte hervordrängen. Und irgendwo bohrt jemandes Gedanke einen Fels, um eine Quelle über die Welt auszugießen.

Der Turm steht einstweilen im Licht. Der Gedanke, daß er einbrechen könnte, scheint dir vermessen. Du hast Angst vor dem Glauben an ein besseres Morgen: des mit dem Recht und Gefängnis verfolgten Glaubens, dessen Name einzig als Schimpfwort benutzt werden kann. Du weißt, daß die Verzweiflung immer solchen Glauben gebar, der später gewann – doch hier, gerade in diesem Land willst du es weder wissen noch glauben!

Der zum Turm führende Weg scheint ausweglos zu sein – jede Hoffnung verdrängend – und alles ist so auf die teuflische Funktion des Baus eingestellt, daß du keinen Platz für andere Gedanken findest. Im übrigen, als Zuschauer, weißt du nicht, was hinter der Kulisse abläuft.

Und du wirst lächeln, wenn sie auf die leere Szene einen Menschen in ärmlicher, schäbiger Kleidung führen werden, mit hagerem, vom Hunger erschöpften Gesicht, eingestürzten Augen, der die eigene Sprache nicht korrekt beherrscht. Dieser Mensch wird die Fäuste geballt haben und den abwesenden Herrschern und Ministern und allen, die Macht haben, ins Gesicht schreien. Er wird das Unrecht an sich und seinen Brüdern bejammern. – Und er beginnt, die Gerechtigkeit anzurufen.

Und es finden sich solche, die den Narren mit Lächeln und Armeschütteln los werden. Und solche, die von seiner Kühnheit empört mit Schimpf auf seine Klagen und Forderung nach Gerechtigkeit antworten werden, und solche, die nach Polizei und Gefängnis rufen werden.

III.

Auf die Szene fällt erschreckendes weißes, grelles Licht. Die Häßlichkeit der Gegend offenbart bis ins kleinste Detail, bis in die schäbigsten Einzelheiten, daß sogar Kurzsichtige die Bosheit der menschlichen Handlungen und ihre Zeichen bemerken müssen. Auf dem Hintergrund des schwarzen Himmels steht der echsengrüne Turm im giftigen Licht. Stille. Plötzlich hört man fern scheinendes unterirdisches Dröhnen und einen durch die Entfernung gedämpften Knall. Erschrocken sieht der Zuschauer, daß der Turm krampfhaft in seinem Fundament erzittert. Noch steht er. Jeder weiß jetzt, daß die Struktur des Monstrums in sich zusammengefallen ist, – es stehen nur noch die Außenwände.

Wieder Stille.

Und hier ist nun der Augenblick, in dem jeder weiß, was geschah:

Geheime Gespräche und Besprechungen; tausend Verfolgungen und Fluchten im Gedränge; fieberhafte Untergrundarbeit; gedämpfte Verzweiflungsschreie; hundertmal auseinandergetriebene unzählige Massen; der eilige Schritt der Führer auf der Bühne; die riesigen Säle mit zitternden menschlichen Körpern gefüllt, die in der Erwartung kaum noch atmen; die fieberhafte Bewegung einiger, auf dem Hirn der Masse stehender Personen: leise Beratungen auf der entfernten Bühne; Züge durch die grauen Straßen der riesigen Stadt…

Nun ergießt sich alles auf das breiten Pflaster wie Lava ins Sonnenlicht.

*

Vom Turm her rennen in Panik Scharen entsetzter Menschen – vom Schrei verzerrte Gesichter. Sie laufen in alle Richtungen auseinander.

Ein Moment von Chaos und Verwirrung. Die Menschen, die plötzlich verstanden und von der Sünde ihrer eigenen Tat erfuhren. Schreiend suchen sie die Henker und Schuldigen – alle, durch deren Kopf der Bau erfunden wurde, der mit Schande die ganze Welt unterdrückt hat.

Und noch ein Augenblick, da taucht aus der Masse der ernsthafte Zug auf mit dem hoch auf dem Schild gehaltenen Aufruf nach Gerechtigkeit. Die Worte, mit ungeschickter Arbeiterhand gemalt, die Buchstaben krumm und uneben, und in ihnen ist der ganze Menschheitswille.

Du, Zuschauer, triffst auf sie, wenn sie alle Plätze der großen Städte beschreiten, auf allen Straßen marschieren, hin zur aufgehenden Sonne von morgen.

übersetzt von Lidia Głuchowska

Erstveröffentlichung der deutschen Fassung in: Lidia Głuchowska, Roger Loewig – Stnislaw Kubicki. Wyspy człowieczeństwa/ Inseln der Menschlichkeit, Roeger Loewig Gesellschaft / WIR e.V., Berlin 2003, S. 7779.

Polnische Erstveröffentlichung:
Zdrój (Posen/Poznań) VI, 1919, Nr. 2, S. 4950

Berlin, you are so wonderful

Since April 1st, 2017

For Jacek with many thanks for telling me about

It is how The Haus is looking now. And do not think, I do not know how to write the house. I know. It is it’s name: The Haus.

It was given to the artists and artist’s groups for doing what they like all over the house. In every room and space in the entire building. Five floors. Staircases, corridors, toilets, ceilings, walls, windows, rooms.

108 dope artworks (spaces) are waiting to be seen, to be experienced and to be memorized by you. Every single piece is created by one of the 165 artists from Berlin and all over the world. But be aware that THE HAUS is created to be destroyed – in the end of May the gallery is going to close and the wrecking ball will follow.

Visit!

THE HAUS – BERLIN ART BANG
Nürnbergerstrasse 68/69
10787 Berlin – Germany

 Visit it now because later will be to late!

THE PHOTOS

Please do not take any pictures in THE HAUS. Enjoy the art, the atmosphere and the moment. Look through your eyes and not through the screen of your phone. Every visitor gets a bag for his or her phone at the entrance. Cameras are not allowed. Please respect the artists and this rule – it’s totally worth it.

 So I did pics only from outside. For the other pictures just look HERE: making the art – or HERE: pieces of art – or HERE: the crew.

It is how The Hause will be look like.

THE OPENING HOURS

 Tuesday to Sunday  // 10.00 am to 8.00 pm – last entrance between 18.30-19.00

THE LIMITATION

Only 199 persons can visit THE HAUS at the same time – please note that you maybe have to wait.

O yeah! I waited 2 hours. And it was so cold in Berlin! 6 degree and icy wind! And please notice the line in front of the building.

THE ENTRY

Pay what you can and what you’d like to – THE HAUS is a place for everybody who wants to know how to experience art in a proper way.

I spend 2 hours visiting all spaces in The Hause. It is just a big big playground for street artists. A lot of graffiti. What I liked? Everything, but especially:

The room made of moos with the white table staying there with a laptop on it – author: Senor Schnu.
The room od mirrors by Wizet.
The room made by Notes of Berlin with so many funny or sad notes founded in Berlin and just taken or photographed.
And a wonderfull she artist – Anna Bengard – with blue hair, who made the room number 301. Her art is a horror, I mean, she pictures horror, and it is a big deep black hole between her looking like and that what she is creating…

 

Der Kurator (und die Kurator*innen)

tip und Zitty Jubiläum – Fotogalerie von der Eröffnungsfeier

Am 1. April hat man die Geburtstage von tip und ZITTY in der Galerie Neurotitan gefeiert. Die Eröffnung der Ausstellung „Berlin.Stadt.Magazin“ kuratiert von Jacek Slaski, war unglaublich gut besucht! Alle, die die Ausstellung noch nicht gesehen haben oder sie sich noch einmal in Ruhe anschauen wollen: Die Galerie Neurotitan ist von Montag bis Samstag zwischen 12 und 20 Uhr geöffnet. Eingang durch den Shop.

Fotografin F. Anthea Schaap war dabei. Hier geht es zur Fotogalerie von dem großen Prima-Aprilis-Event. Unten – ausgewählte persönliche Lieblingsstücke:

Mein Sohn, der Kurator

Sein Sohn (der zukünftige Kurator?)

Anna Krenz, die Ehefrau des Kurators, die Mutter des zukunftigen Kurators, selber immer wieder Kuratorin (mit blondem Zopf, gesehen leider nur von der Seite; kein besseres Foto gefunden); von vorne gesehen Dorota Kot, eigentlich eine Projektleiterin, aber immer wieder auch eine Kuratorin.

Ich (ab und zu auch Kuratorin) mit dem zukunftigen Kurator, meinem Enkeln; die von uns studierte Comickunst passt zur Ausstellung. Beide tragen wir die gelben Schue – so ein zufälliger Partner-Look:

Die Redaktion vom Tip, ein Werk (nach Leonardo da Vinci) von Anna Krenz, die u.a. eine Graphikerin ist.

Ich neben dem Kurator, auf der anderer Seite von ihm Anina und Michał (Cousin des Kurators), beide Graphiker und Kuratoren:

Die Geburtstagstorte vom Tip (der ältere Bruder, 45 J.) und Zitty (die jüngere Schwester, 40). Was für ein schöner Alter!

Drei meine Lieblingsexponate von der Ausstellung:

Frauenblick 13

Monika Wrzosek-Müller

Hier bin ich, Jonathan Safran Foer
Kiepenheuer&Witsch, 2016 1. Auflage

Schon wieder ein dickes Buch, kann man bei 683 Seiten wohl sagen; die Bücher werden immer dicker (Paul Auster „4321“, 1259 S., Nino Haratischwili, Das achte Leben (Für Brilka), 1275 S. Christoph Hein Glückskind mit Vater, 526 S. etc…). Liegt das am immer leichteren Zugang zu all den Informationen oder an dem Profitfaktor, der sich doch irgendwie pro Seite errechnen lässt: dicke Bücher sind auch teurer…
Aber vielleicht haben die Autoren auch so viel zu sagen und wir dann so viel zu lesen.
Jonathan Safran Foer hat auf jeden Fall immer viel und witzig zu sagen und zu erzählen. Sein erstes Buch, das er mit 23 Jahren schrieb „Alles ist erleuchtet“ wurde von der Kritik und den Lesern enthusiastisch aufgenommen. Darin begab er (der Held) sich auf die Suche nach einer Frau in der Ukraine, die mehreren Mitgliedern seiner Familie das Überleben während der Nazizeit ermöglicht hatte. Das Buch las sich wie man die Bilder von Chagall betrachtet, in all dem Grauen märchenhaft und poetisch; der Text verzauberte und zeigte, dass es unmöglich ist, sich der damaligen Wahrheit wirklich zu nähern, man kann sie vielleicht nur erspüren lernen. Das Buch war witzig, ironisch, heiter und schilderte, warum die dritte Generation der jüdischen Überlebenden immer wieder mit der Vergangenheit ringt und sie für sich aufzuklären, sich ihr zu nähern versucht. Es hatte auf jeden Fall etwas mit Foers eigner Biografie zu tun.
Sein neuester Roman, nach einer längeren Pause entstanden, steht wieder mitten in seinem eigenen Leben. Die Geschichte eines jüdischen Paars in Washington D.C., das sich, angetrieben von seiner Individualität, auseinanderlebt und letztlich auch trennt, erinnert sehr an seine eigene. Doch das eigentliche Thema des Buches ist das Jüdisch-Sein in Amerika und in Israel, sich dazu bekennen, stolz sein, die Traditionen zu leben und an die Kinder weiter zu geben. Auch wenn die Kinder sich gegen die Bar Mizwa wehren, ist für alle selbstverständlich, dass sie diese durchlaufen müssen, um in das Erwachsenenalter aufgenommen zu werden. Das Jüdisch-Sein nimmt ganz viel Platz in dem Buch ein, ohne dass das viel mit Religion zu tun hätte. Es ist einfach die Art, wie man lebt, was wichtig ist, wo man isst, was man unternimmt, wie man diskutiert und redet. Vielleicht ist Jüdisch-Sein eine Bereicherung, vielleicht aber erdrückt es einen.
Es gibt eine Ebene im Roman, die das alles verbindet: die Sprache, es geht um den Gebrauch der Sprache und folglich um die Kommunikation: Dialoge und Reden, auch Beschreibungen der Zustände. Sie erinnern mich an die Filme von Woody Allen, wo immer und lange geredet wird, jeder um eine eigene Pointe bemüht und nicht müde werdend, sie auch zur Geltung zu bringen. Auch hier haben wir den Eindruck, jedes Mitglied der Familie ist eigentlich ein Virtuose der Sprache, sogar der jüngste Sohn Benjy (wohlgemerkt 4 Jahre alt) kann seine Unsicherheit und alle möglichen emotionalen Zustände erstaunlich treffend zum Ausdruck bringen. Durch die Sprache leben sie alle, bewältigen ihre anwachsende Katastrophe in einer sich zerstörenden Welt, die Kommunikation darüber und das auf den Punkt bringen, rettet manchmal das Leben, verhindert das Scheitern. Es steckt darin viel, vielleicht auch unbewusste Weisheit, denn ein Roman, ein Schriftsteller leben sowieso von der Sprache, vom geschriebenen Wort. Doch so wie Foer sie einsetzt, bekommt sie eigenen Wert, die Dialoge sind manchmal Schlachten, manchmal dienen sie der Entspannung, um der Krise zu entkommen.
Jacob ging auf die Knie und nahm Benjys Hände.
„Schlecht geträumt, Kumpel?
„Sterben ist okay“, sagte Benjy.
„Was?“
„Sterben ist okay.“
„Ja, findest du?“
„Wenn alle anderen mit mir sterben, finde ich das Sterben okay. Ich habe nur Angst, wenn die anderen nicht mit mir sterben.“
„Hattest du einen Alptraum?“
„Nein. Ihr habt euch gestritten.“
„Wir haben uns nicht gestritten. Wir…“
„Ich habe gehört, wie Glas kaputtgegangen ist.“
„Wir haben gestritten“, sagte Julia. “Menschen haben Gefühle, manchmal sehr schwierige. Aber jetzt ist alles wieder gut. Geh zu Bett.“[…]
Jacob deckte Benjy zu und strich ihm über das Haar.
„Dad?“
„Ja?“
„Du hast recht damit, dass es wahrscheinlich keinen Himmel gibt.“
„Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, dass man das nicht wissen kann und es deshalb nicht sehr klug ist, sein Leben darauf auszurichten.“
„Ja, genau damit hast du recht.“
Wenn er selbst auf Trost verzichtete, konnte er sich das verzeihen, aber warum sollte er ihn auch allen anderen vorenthalten? Warum sollte sich ein Kindergarten-Kind nicht in einer gerechten, schönen und unwirklichen Welt glücklich und geborgen fühlen?
„Und worauf sollen wir unser Leben ausrichten?“, fragte Benjy.
„Die Familie?“
„Ja, finde ich auch.“
„Gute Nacht, Kumpel.“
Jacob ging zur Tür, entfernte sich aber nicht.
Nach einigen langen Momenten der Stille rief Benjy: “Dad? Ich brauche dich!“
„Ich bin hier.“
„Eichhörnchen haben buschige Schwänze, warum?“
„Um das Gleichgewicht zu halten? Um sich zu wärmen? Zeit zu schlafen.“
„Wir googeln das morgen früh.“
„Gut. Aber schlaf jetzt.“
„Dad?“
„Ja. Hier.“
„Gibt es Fossilien von Fossilien, wenn die Welt lange genug existiert?“
„Oh, Benjy. Gute Frage. Wir reden morgen darüber.“
„Ja, ich brauche meinen Schlaf.“
„Genau.“
„Dad?“
Jacob begann die Geduld zu verlieren: “Benjy.“
„Dad?“
„Ich bin da.“
Wir erleben die Familie in einer Situation, die einer Katharsis ähnelt; die innere Spannung und Unzufriedenheit spitzt sich immer weiter zu, bis die Eltern auseinandergehen, sich trennen; und die äußere Situation in Israel wird durch ein fiktives Erdbeben und den Angriff islamischer Staaten nochmal zugespitzt. Diese Zuspitzung empfinde ich als befremdlich, denn das Leben in Israel fühlt sich sowieso für einen Europäer an wie auf dem Vulkan. Im Roman geht es darum, wenn ich richtig verstanden habe, eine Zuspitzung zu schaffen, um sich zum Judentum bewusst bekennen zu müssen, endgültig sich zu erklären und festzustellen, wieviel Raum doch diese andere Heimat im eigenen Leben einnimmt. Man stellt mit Erstaunen fest, dass dieses Israel und Jüdisch-Sein ganz viel Platz im Leben vieler amerikanischen Juden einnimmt.
„Was bedeutete ihm Israel? Was die Israelis? Sie waren seine aggressiveren, unangenehmeren, verrückten, haarigeren, muskulöseren Brüder… da drüben. Sie waren grotesk, aber sie waren die Seinen. Sie waren tapfer, schöner, schweinischer und wahrhafter, weniger gehemmt, draufgängerischer, mehr sie selbst. Drüben. Dort waren die Leute so. Und sie waren die seinen.
Nach der Beinah-Zerstörung waren sie immer noch dort drüben, aber sie waren nicht mehr die Seinen.
Jacob hatte sich bemüht, jede Maßnahme Israels vernünftig zu begründen – zu verteidigen oder wenigstens zu entschuldigen. Und er hatte jedes Mal geglaubt, was er sagte. […] War es richtig, Menschen in der gleichen Notlage eine medizinische Versorgung vorzuenthalten? Ja, denn es gewährleistete die Versorgung der eigenen Bürger, die sich im Gegensatz zu den arabischen Nachbarn an niemand anderen wenden könnten. […] Und dennoch führten all diese gerechtfertigten oder wenigstens entschuldbaren Maßnahmen dazu, dass Israel dringend benötigte Hilfsmittel zurückhielt, das heikelste muslimische Territorium auf Erden eroberte und Müttern von Kindern, die nicht zwangsläufig hätten sterben müssen, zwang, an geschlossene Krankenhaustüren zu hämmern. Vielleicht gab es keine andere Möglichkeit, doch es hätte eine geben müssen.“
Nachdem der Präsident von Israel nach dem Erdbeben und dem Angriff alle Juden in der ganzen Welt aufruft, die Heimat zu verteidigen, kehren viele aus der Diaspora zurück. Interessant ist nur, dass der Hauptheld, der Vater Jacob, gegen alle erklärten Absichten doch nicht nach Israel zurückkehrt, um zu kämpfen; offenbar sieht er ein, dass er vor Ort zu nichts nütze gewesen wäre, aber auch, dass man auch Zweifel an Israels guter Sache haben konnte.
Der Titel „Hier bin ich“ hebräisch hineni steht für den Autor; es geht um die Klärung wofür man steht oder besser für wen man steht, bedingungslos und immer bereit, aufrichtig und präsent. Diese Frage prägt unsere Identität besonders in der jetzigen Welt mit all ihrem Freiheitsdrang, auch wenn sie oft nicht mehr religiös bedingt ist.

Frauenblick 12

Monika Wrzosek-Müller

Glückskind mit Vater
von Christoph Hein, Suhrkamp Verlag Berlin 2016, schon 3. Auflage

Es gibt Bücher, die in die Zeit und in die Gesellschaft wie Bomben reinfallen und kräftige Reaktionen, Diskussionen und Polemiken hervorrufen. Doch es existieren auch einige andere, für mich die sogenannten stillen Bücher, die sich fast unbemerkt in die Gesellschaft einschleichen und manchmal erst allmählich einen tiefen Eindruck hinterlassen. So erging es mir bei der Lektüre des Romans Glückskind mit Vater von Christoph Hein. Den Autor kannte ich als junge Germanistin in Polen, als einen der wenigen Dissidenten, der auch eine fantastische Novelle Drachenblut veröffentlicht hat. die wir auch lesen konnten. Erst jetzt erfahre ich, dass die Novelle auch in der DDR unter einem anderen Titel erschienen war, und zwar Der fremde Freund. Schon damals war ich von Hein begeistert, wie treffend und unkompliziert er die Sachen beim Namen nennt: sachlich, konkret, schlicht die Wirklichkeit vor dem Auge entstehen lässt, ohne emotionale Zugaben.

Das Gefühl kehrt diesmal verstärkt zurück, der Roman Glückskind mit Vater erzählt fast 60 Jahre deutscher Geschichte, unaufgeregt und doch eindringlich. Die Handlung nimmt bestimmt Bezüge auf persönliche Erlebnisse des Autors, ist aber nicht autobiographisch. Es ist eine zutiefst psychologisierende Erzählung, mit der Moral, dass man seiner Vergangenheit nicht entkommen kann – im Fall von Glückskind mit Vater eben dem kriegsverbrecherischen Vater. Der Schatten des bösen Vaters legt sich wie eine dunkle Wolke über das Leben des jungen Helden, und trotz seiner sehr mutigen Versuche, ihn abzuschütteln, gelingt ihm das nicht. In allen Lebensstadien verfolgt der Vater den Jungen, obwohl er ihn nie gekannt, nie zu Gesicht bekommen hatte. Sowohl die Namensänderung als auch der erste Fluchtversuch nach Marseille enden mit der Erkenntnis, dass es keine Fluchtmöglichkeit gibt; immer wieder wird er mit den Kriegsverbrechen des Vaters und mit dessen Namen konfrontiert. Die ganze Familie, die Mutter und der Bruder, sind in die Vergangenheit verstrickt. Dem Bruder gelingt es aber daraus materiellen Vorteil zu ziehen und reich zu werden, allerdings brechen dann die Familienbande völlig auseinander.

Erstaunlich dabei ist die Tatsache, dass sich das ganze Buch nicht pessimistisch, nicht negativ liest, eher ironisch, manchmal sogar humorvoll, und es sorgt mit erstaunlichen Momenten für Überraschungen. Die negative Pointe des Buches, dass es keine Möglichkeit gibt, der Obsession mit dem verbrecherischen Vater zu brechen, zu entkommen, ist keine Sackgasse, kein sogenanntes Schicksal; der Held meistert sein Leben, obwohl er vom Glückskind zum Unheilkind wird; er findet seinen Platz in der DDR-Gesellschaft, wird sogar, zeitweilig, zum Direktor einer Oberschule. Er behauptet sich ganz munter und tapfer und durchläuft die Stationen des Lebens immer mit der Hoffnung, sich dem Einfluss des Schattens zu entziehen. Irgendwo, ganz in der Tiefe, spürt man aber doch den bitteren Geschmack und die Enttäuschung, dass er nicht frei ist sondern immer wieder davon läuft und sehr allein mit seinen Entscheidungen lebt.

Ganz bewusst versuche ich den Plot nicht zu erzählen, die Stationen des Lebens nicht aufzuzählen, die Konflikte mit dem Bruder, den Ämtern, seine Lieben, das Verhältnis zu seiner Mutter nicht zu beschreiben. Das soll jeder in dem Roman lesen und für sich die wichtigsten Momente und Stellen finden und viel über die Vorgänge in der damaligen BRD aber auch der DDR erfahren und mit eigenen Erlebnissen vergleichen können. Auf jeden Fall ist es ein Buch für die junge Generation, die die Nachkriegszeit nicht erlebt hat, aber auch für die ältere, die sich damit konfrontiert sah. Es ist eine deutsche Geschichte par excellence, das Leben und die Probleme im Nachkriegsdeutschland werden übersichtlicher und klarer durch die Lektüre.