Im Rathaus Kreuzberg

Foto-Begegnung

Land / Stadt       Analog / Digital     Polnisch / Deutsch

Elżbieta Kargol / Lupo Finto

01. – 21. März 2019 im Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11
Vernissage Fr., 01.03.2019 um 19:00 Uhr

Unterschiedlicher könnten die Fotografien von Elzbieta Kargol und Lupo Finto nicht sein:

Elzbieta präsentiert eine Auswahl ihrer Momentaufnahmen – auf dem Land in Polen entstanden, analog und schwarz/weiß fotografiert – in Rahmen im klassischen Format 2 zu 3.
Lupo hat jedem Motiv ein „passendes“ farbiges Digitalfoto aus seiner umfangreichen Sammlung von „Street-Art in Berlin“ im Format 3 zu 4 auf Kapa-Platte gegenüber gestellt.
Dorota Kot hat diese beiden Fotograf*innen zusammengebracht,  mit ihnen das Konzept erarbeitet und die Organisation der Ausstellung übernommen.

Diese vielschichtige Begegnung ist ein Experiment, den Betrachtenden Vielfalt, Unterschiedlichkeit aber auch Gemeinsamkeiten verschiedener Fotogenres nahezubringen. Sie soll zum Nachdenken, aber auch zum Lachen anregen!

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Lupo Finto ist waschechter Berliner und (noch) ü50. Er arbeitet seit 2003 mit Digitalkamera und hat seit 2010 Fotoausstellungen vor allem zu Street-Art in Berlin und Osnabrück.
„Ich bedanke mich herzlichst bei den Street-Art-Künstler*innen, die mir schon viele schöne Momente in der manchmal doch tristen Stadt beschert haben.“
Kontakt: lupofinto@gmx.de

Als Elżbieta vor über 30 Jahren nach Berlin (West) kam, hat sie für sich die Welt der damals analogen Fotografie entdeckt. Die Suche nach den Motiven zieht sie seither nach Polen, wo sie vornehmlich das dörfliche Leben ins Bild setzt. Die meisten in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind von der Autorin selbst in der Dunkelkammer entwickelt und vergrößert worden.
Kontakt: e.kargol@web.de

Die Ausstellung wurde von
Städtepartner Stettin-Kreuzberg/Friedrichshain
organisiert

Der geniale Pole

Der Übertitel stammt von mir. Ich denke mir, er war einfach genial.
Eure Administratorin

Polnisches Institut Berlin

ausstellung
21 . 02 . | 19 . 00

VERNISSAGE: WITKACY. EIN GENIALER PSYCHOHOLIKER

AUSSTELLUNG: 21.02 – 29.03.2019
VERNISSAGE: 21.02.2019 | 19:00

In den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts schießen in Polen die Genies wie Pilze aus dem Boden. 1882 wird Karol Szymanowski geboren, zwei Jahre später der Maler Leon Chwistek und der Anthropologe Bronisław Malinowski. 1885 schließlich kommt Stanisław Ignacy Witkiewicz, kurz „Witkacy“ genannt, zur Welt.

Witkacy war zweifellos ein kreatives Universalgenie, ebenso wie Władysław Strzemiński und Leon Chwistek oder nach dem Zweiten Weltkrieg Tadeusz Kantor. Er war Maler, Fotograf, Schriftsteller, Philosoph und Performer. Auch das Leben selbst war für ihn künstlerisches Material.Witkacy quälte sich und andere – vor allem die Frauen, von denen er zeit seines Lebens abhängig war. Die künstlerische Vielfalt in Witkacys Schaffen resultierte aus der Unmöglichkeit, in einer einzigen Form alle Aspekte seiner Persönlichkeit artikulieren und zur Ruhe kommen zu können.

Witkacy war ein kompromissloser Provokateur und ein ostentativer Egoist. Er hasste beschönigende Masken und riss sich selbst die ab, die niemand sah. 1939 wurde Witkacy ein Opfer der Geschichte: Als nach der Wehrmacht auch die Rote Armee in Polen einmarschierte, nahm er sich am 18. September das Leben.

Kuratorinen: Maria Anna Potocka und Delfina Jałowik (Museum für zeitgenössische Kunst MOCAK in Kraków)

Veranstalter und Partner: Polnisches Institut Berlin, Polnisches Institut Düsseldorf, Tatra-Museum Zakopane und Museum für zeitgenössische Kunst MOCAK in Kraków

Eintritt: frei


Witkacy: Gefährlicher Bandit (ca. 1930) © Tatra-Museum Zakopane

Ort: Galerie des Polnischen Instituts,
Burgstr. 27, 10178 Berlin

Don Quijote überall

Don Kichot begleitet mich überall. Ich gehe in die U-bahn Station und was sehe ich dort – ein Konzert, der heute statt findet. Und ich kann nicht hin, bin schon verplant… Vielleicht wird aber eine(r) von Euch gehen können und mir / uns demnächst darüber berichten?

Gautier Capuçon
Berlin, Konzerthaus
Konzerthausorchester Berlin
Pablo González Dirigent
Gautier Capuçon Violoncello

Amalia Arnoldt Viola

Richard Strauss, „Don Quixote“ – Phantastische Variationen über ein ritterliches Thema op. 35

Zur Stimme von Miguel de Cervantes’ tragikomischem „Ritter von der traurigen Gestalt“ wird das vom französischen Star-Cellisten Gautier Capuçon gespielte Solo-Cello, das Richard Strauss in seinem „Don Quixote“ durch diverse halluzinierte Abenteuer schickt.

Karten vom 25 bis 66 €.


In Wikipedia findet man viel darüber, mehr als ich je erwartet hätte:

Don Quixote, Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35, ist eine Tondichtung von Richard Strauss für Solocello, Solobratsche und großes Orchester. Sie basiert auf dem Roman Don Quijote de la Mancha des spanischen Autors Miguel de Cervantes. Sie ist in Form einer Sinfonia concertante komponiert, mit einem Solocello, das die Figur des Don Quijote repräsentiert, sowie Bratschen-, Tenortuben- und Bassklarinetten-Solisten, die Sancho Pansa darstellen.

Strauss komponierte das Werk 1897 in München.

Die Uraufführung fand am 8. März 1898 im Kölner Gürzenich statt. Es dirigierte Franz Wüllner.

Die Partitur enthält ursprünglich kein Programm, doch hat der Komponist zu den einzelnen Abschnitten des Werks nachträglich kurze programmatische Erläuterungen zum besseren Verständnis verfasst.

Die zweite Variation schildert eine Episode, in der Don Quijote einer Schafherde begegnet und sie für eine herannahende Armee hält. Strauss setzt dissonantes Flatterzungenspiel ein, um das Blöken der Schafe nachzuahmen. Dies ist eines der ersten Vorkommen dieser Spieltechnik.

Instrumentation

Das Werk ist wie folgt besetzt: Piccoloflöte, 2 Flöten, 2 Oboen, Englischhorn, 2 Klarinetten in B (2. auch in Es), Bassklarinette, 3 Fagotte, Kontrafagott, 6 Hörner in F, 3 Trompeten in D, 3 Posaunen, Tenortuba (Euphonium) in B, Basstuba, Pauken, Triangel, große Trommel, Becken, kleine Trommel, Tamburin, Windmaschine, Harfe und Streicher.

Sätze

  1. Introduktion: Mäßiges Zeitmaß – Don Quichotte verliert über der Lektüre der Ritterromane seinen Verstand und beschließt, selbst fahrender Ritter zu werden
  2. Thema. Mäßig – Don Quichotte, der Ritter von der traurigen Gestalt
  3. Maggiore – Sancho Pansa
  4. Variation I: Gemächlich – Abenteuer an den Windmühlen
  5. Variation II: Kriegerisch – Der siegreiche Kampf gegen das Heer des großen Kaisers Alifanfaron
  6. Variation III: Mäßiges Zeitmaß – Gespräch zwischen Ritter und Knappen
  7. Variation IV: Etwas breiter – Unglückliches Abenteuer mit einer Prozession von Büßern
  8. Variation V: Sehr langsam – Die Waffenwache
  9. Variation VI: Schnell – Begegnung mit Dulzinea
  10. Variation VII: Ein wenig ruhiger als vorher – Der Ritt durch die Luft
  11. Variation VIII: Gemächlich – Die unglückliche Fahrt auf dem venezianischen Nachen
  12. Variation IX: Schnell und stürmisch – Kampf gegen vermeintliche Zauberer
  13. Variation X: Viel breiter – Zweikampf mit dem Ritter vom blanken Mond
  14. Finale: Sehr ruhig – Wieder zur Besinnung gekommen

An Cello Mischa Maisky, conductor Wolfgang Sawallisch. Man muss sagen bei diesem Konzert sieht der Cellist eigentlich genau so, wie man sich Don Quijote vorstellt.

Schönen Tag für euch alle – mit wunderbarer Musik!

Jacek Dehnel in Berlin

Polnisches Institut Berlin                        literatur                        11 . 02 . | 19 . 00

JACEK DEHNEL

Wir laden zu einem Gespräch mit Jacek Dehnel (geb. am 1. Mai 1980 in Gdańsk), einem berühmten polnischen Schriftsteller, Dichter und Maler ein. Zuletzt trat er als Ko-Autor des Drehbuchs zum Oscar-nominierten animierten Kunstfilm „Loving Vincent“ in Erscheinung, der weltweit Aufsehen erregte, weil er gleichzeitig Leben und Werk Vincent van Goghs in seiner Bildsprache filmisch nachstellte.

Der Schwerpunkt von Dehnels künstlerischem Interesse liegt in der Vergangenheit – sowohl stilistisch als auch thematisch, wo er sich u. a. auf den polnisch-jüdischen Zwischenkriegs-Klassiker Bruno Schulz bezieht.

Für sein Debüt “Żywoty równoległe” mit Laudatio von Czeslaw Milosz erhielt Dehnel 2005 den renommierten Literatur-Preis der Kościelski-Stiftung (Nagroda Fundacji im. Kościelskich), ein Jahr später wurde er mit dem Preis „Paszport Polityki“ (Polityka) in der Kategorie “Literatur” ausgezeichnet. Zu seinen wichtigsten Werken gehören „Lala“ und „Saturn. Schwarze Bilder der Familie Goya“ – beide Romane wurden von Renate Schmidgall ins Deutsche übersetzt. Dehnels Bücher erschienen auch in vielen anderen Sprachen.

Jacek Dehnel übersetzt auch selbst ins Polnische, u. a. Gedichte von Philip Larkin und Osip Mandelstam. 2008 erhielt Dehnel dafür vom Rat der Polnischen Sprache den Titel eines „Ehrenkonsuls für polnische Sprache“.

Moderation: Arkadiusz Łuba

Einlass: 18:30 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Galerie des Polnischen Instituts,
Burgstraße 27, 10178 Berlin

Tytuł zdjęcia

Am nächsten Tag, Dienstag 12. Februar beginnt um 14:00 Uhr im Institut eine Konferenz, bei der Jacek Dehnel als Vortraghaltende teilnimmt

Nationale Identität in Europa

Das Jahr 1918 stellt eine grundlegende Zäsur in der Geschichte Europas dar, zerfiel doch eine internationale und gesellschaftliche Ordnung, die letztlich bis auf den Wiener Kongress zurückging und vielen Menschen als unwandelbar schien. Während ein Teil der europäischen Gesellschaften die neue Ordnung, welche aus dem Chaos der Nachkriegsjahre entstand, als eine Katastrophe empfand, wurde das neuentstandene Staatensystem von Ländern wie Polen enthusiastisch begrüßt. Schließlich hatte das Land dem Zusammenbruch der Vorkriegsordnung nach 123 Teilungszeit seine neu gewonnene Unabhängigkeit zu verdanken.

Aus der Perspektive des frühen 21. Jahrhunderts mag das Festhalten am Prinzip des Nationalstaats oftmals anachronistisch erscheinen und doch zeigt nicht nur das Unabhängigkeitsstreben einzelner Regionen wie Katalonien, Flandern, Norditalien oder Schottland, sondern auch das Erstarken patriotischer Kräfte, dass der Nationalstaat alles andere als überholt ist. Betrachtet man dazu noch die gegenwärtige Situation der EU, welche sich in einem ungewissen Zwischenzustand zwischen Staatenbund und Bundesstaat befindet, stellt sich nun mit zunehmender Dringlichkeit die Frage, welche Rolle der Nationalstaat in der voranschreitenden europäischen Integration weiterhin spielen kann, spielen soll – und spielen darf.

Diese Fragen sollen den Ausgangspunkt für eine öffentliche Podiumsdiskussion bieten, die mit verschiedenen hochrangigen Denkern und Politikern besetzt und in drei Panels gegliedert ist:

Panel 1: Europäische Konzepte des Nationalstaats

Panel 2: Die polnische nationale Identität vor europäischem Hintergrund

Panel 3: Die Rolle der Nationalstaaten in der Europäischen Union

Veranstalter:
Instytut Zachodni in Poznań und Deutsche Nationalstiftung
in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin

Rosa Luxemburg & Paweł Adamowicz

Sie ist vor Hundert Jahre gestorben. Eine Jüdin, eine Polin, eine Frau, eine Geh-Behinderte. In der Tat viermal behindert. Oder gar fünf, sie war doch noch eine Linke.

In meinem Land verhasst wie die Pest. In Deutschland respektiert, viel mehr als in ihrem Heimatsland. Man hatte letztens ihre Gedenktafel vom ihren Haus in Zamość entfernt.
Geboren 1871, ermordet am 15. Januar 1919 in Berlin.

August Bebel Institur lädt heute, am Di 15. Januar um 18–22 Uhr zu einem Film & Diskussion ein.

Rosa Luxemburg – 100 Jahre danach

Die Person Rosa Luxemburgs bewegt ein Jahrhundert nach ihrem Tod noch immer die Gemüter. Der Film Margarethe von Trottas aus dem Jahr 1986 bringt sie uns nahe. Aber wie authentisch ist der Film? Was hat sie politisch vertreten und was hat sie uns heute noch zu sagen?
Mit: Ernst Piper (Historiker, Luxemburg-Biograf) und Franziska Drohsel (Juristin, ehem. Juso-Bundesvorsitzende)

Ort und Kooperationspartner: Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22 (U Schönleinstr.), www.moviemento.de l Eintritt: 5 €, Reservierung: Tel. (030) 692 47 8


Paweł Adamowicz – 1 Tag danach

Geboren 1965 in Gdańsk, am 13. Januar 2019 mit einem Messer während einer Wohltätigkeitsveranstaltung (Das Große Orchester der Weihnachtshilfe) ebenda niedergestochen; gestorben am 14. Januar 2019.

Adamowicz war von 1998 bis zu seinem Tod der Stadtpräsident von Danzig. Bis 2015 gehörte er der Bürgerplattform (Platforma Obywatelska) an, seitdem parteilos; gründete eine Wählervereinigung „Alles für Danzig“.

Seine Stadt verabschiedete sich von ihm am Abend seines Todestages (siehe Foto). Ähnliche Veranstaltungen fanden in vielen Städten in Polen statt, aber auch im Ausland, in Berlin, Budapest…

In Berlin gab es zuerst eine Schweigen-Zeremonie vor dem Brandenburger Tor und danach gingen wir (informell und illegal) zum Reichstag. Dort steht ein Fragment der Werftmauer aus Danzig mit einer Tafel zur Ehre der Solidarność. Sie wurde seiner Zeit von Paweł Adamowicz enthüllt.

Es war eine schöne Idee von polnischer Journalistin, Dorota Danielewicz (und auch ihr Foto unten), dass wir dorthin gehen. Und sogar die Berliner Polizei hat die Verlegung der Gedächtnisversammlung anerkannt.

Fragment der Danziger Werftmauer an der Rückseite des Deutschen Bundestags (Reichstag) wurde am 17. Juni 2009 von Paweł Adamowicz enthüllt


Znałam go, tak jak znało go wielu ludzi z Gdańska.
Chodził do tej samej szkoły, do której i ja (wcześniej, wcześniej) chodziłam (i do której uczęszczał też Donald Tusk) – I Liceum Ogólnokształcącego im. Mikołaja Kopernika, tuż koło bramy Stoczni Gdańskiej. Kilkakrotnie, gdy już mieszkałam w Niemczech, przyjeżdżałam na spotkania z nim. Omawialiśmy różne projekty polsko-niemieckie, które odbywały się (lub miały się odbyć i nie zostały zrealizowane) w Gdańsku i Berlinie. Kiedyś rozmawialiśmy o podobieństwach między tymi miastami, o ich osobnej pozycji, o roli, jaką odegrały w historii Niemiec, Polski, Europy i świata. Raz czy drugi widzieliśmy się w Berlinie, ostatnio podczas spotkania miast partnerskich w niemieckim Ministerstwie Spraw Wewnętrznych.

Ale może najmilsze wrażenie zostawił mi podczas pewnej niemal-że rodzinnej uroczystości w Ratuszu Gdańskim. Był 24 czerwca 2016 roku. Moi przyjaciele obchodzili 50 rocznicę ślubu. Oni i kilkanaście innych starych dobrych małżeństw. Ceremonię prowadził właśnie Paweł Adamowicz. Zachowywał się świetnie, swobodnie, serdecznie. Przemawiał, gratulował, ściskał, obejmował, całował w rękę lub w policzki, a potem, gdy nadeszła pora tańców –  tańczył. I nie był to taniec gwiazd, tylko serdeczna wspólnota prezydenta
i obywateli miasta, którym rządził (Foto Kasia Bogdanowicz).

Na pożegnanie z Panem Pawłem Adamowiczem przyleciał Donald Tusk.

“Unrast” Tokarczuk in Zitadelle Spandau

Seit ein paar Jahren gehen Monika Wrzosek-Müller und ich immer zu neuen Aufführungen von Elżbieta Bednarska. Ihr Theater ist eine skurille Mischung des Textes, der Choreografie und Akrobatik sowie ungewöhnlicher Raumnutzung. Sie arbeitet immer an den Grundlagen der Bücher der polnischen Autoren mittlerer Generation. Nach Innana in den Katakomben von Olga Tokarczuk und Hebronmauer von Andrzej Stasiuk, nahm Bednarska diesmal wieder ein Buch von Olga Tokarczuk an: Unrast (Bieguni).

See you in Zitadelle Spandau. Wir können (voraus)sagen – geht hin! Es lohnt sich.

Nach dem klicken an das Bild kann man sich eine pdf-Datei des Flyers speichern und alles in Ruhe lesen.

Spätere Notiz. Monika: Hervorragenes Theater!


Bei der Gelegenheit noch ein anderer kultureller Ratschlag für morgen für Polen und Polensfreunde in Berlin – Wielka Orkiestra Świątecznej Pomocy – Großes Orchester der Weihnachtshilfe 2019 in Werkstatt der Kulturen in Neukölln, Wissmannstr. 32. Ab 12:00 bis 23:59 Uhr.

Spätere Notiz. Ewa: Es war so angenehm, und dann diese Nachricht, dass unser Danziger Stadtpräsident, Paweł Adamowicz, während der Veranstaltung in einer recht-radickallen Attacke schwer verletzt wurde! Shame!

Fotografie in Berlin, zwei Einladungen

Einladung 1

Seit Jahren führt der Fotograf Karsten Hein Projekte für und mit den Blinden. Er hat ein Fotostudio für Blinde Fotografen gegründet, eine Webseite eingerichtet, wo die Sehenden für die Blinden ihre Fotos interpretieren. Er hat auch Modenschauen mit den Blinden organisiert, ein Projekt, das ihm viel Renommee brachte.

Morgen gibt es im Kunger-Kiez eine neue Vernissage aus dieser Reihe.

XXX
Für Diejenigen, die einen Text bevorzugen, HIER kann man dasselbe lesen.


Die Autorin des wunderbaren Fotos, die man auf der Einladung findet, ist Silja Korn, eine faszinierende, “bunte”, engagierte Frau. Sie ist farb- und modebewusst, sie gründete eine Stiftung zur Verbesserung der Lebensqualitet blinder und taubblinder Menschen, sie malt, sie kann euch porträtieren und ich vermute in der Tat ist sie vieles mehr. Siehe HIER.

Ach, und noch eins… sie sucht uns:

Liebe Leser,

ich suche fotobegeisterte Menschen, die ehrenamtlich (oder für Vortrag, Bachelor, Masterarbeit, usw.) mit mir gemeinsam mit der Fotokamera durch Berlin streifen wollen.
Ich habe im Laufe der Zeit schon viele Erfahrungen als blinde Fotografin sammeln können.
Darüber könnt Ihr Euch gerne hier informieren.
Mein Wunsch ist es, mein Gefühl zur Kamera und dem erwünschten Objekt noch genauer ins Visier zu bekommen, damit die Themen die ich fotografieren möchte, gezielter abgelichtet werden.
Bisher bin ich auch oft allein mit der Fotokamera unterwegs gewesen. Dabei entstand schon so manches tolle Foto.
Es kann auch als ein Tandem gesehen werden. Wir beide fotografieren das gleiche Objekt und später stellen wir daraus eine gemeinschaftliche Serie her.
Alles weitere können wir dann bei näherem Kontakt noch genauer ausarbeiten. Ich freue mich schon sehr auf Eure Zuschriften!
E-Mail: sk@siljakorn.de

Mit besten Grüßen
Silja


Einladung 2

Peter Bialobrzeski: Bei Wismar, 2012. Aus der Serie: »Die zweite Heimat«, 2011-2016 © Peter Bialobrzeski

Peter Bialobrzeski – Die zweite Heimat

Für Die zweite Heimat reiste Peter Bialobrzeski von 2011 bis 2016 mit seiner Kamera
durch Deutschland. Mit seinen Fotografien versucht der Künstler, die soziale Oberfläche
des Landes zu beschreiben, das ihm seit 50 Jahren eine Heimat bietet. Ihn interessiert die
Frage: Wie sieht das Land aus, in dem ich lebe, wenn ich es im Bild festhalte? Wie sieht die
Gegenwart aus, wenn sie als Vergangenheit betrachtet wird?
Bialobrzeski fotografiert den vom Menschen geprägten Außenraum: Stadt, Land, Architektur. Er fokussiert dabei auf häufg übersehene Objekte, die vordergründig keine Bedeutung zu haben scheinen und erst dann ihr Wesen zeigen, wenn sie wahrgenommen und in einen Kontext gebracht werden. Treffend beschreibt Henning Sußebach im Vorwort zum gleichnamigen Buch (2017) den Fotografen als „… unterwegs im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinanderreihen …“
Die entstandenen Fotografen sprechen für sich selbst. Sie legen künstlerisch Zeugnis ab und erlauben, auch in soziologischen, dokumentarischen und damit historischen
Zusammenhängen verstanden zu werden.

Peter Bialobrzeski (geb. 1961) ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Er lehrt seit 2002 als Professor für Fotografe an der Hochschule für Künste in Bremen. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Der Künstler stellt weltweit aus, seine Fotografien befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen.
11.1. – 31.3.2019
HAUS am KLEISTPARK
Grunewaldstraße 6– 7, 10823 Berlin, Tel 90277- 6964, Di bis So 11 – 18 Uhr, Eintritt frei, kein barrierefreier Zugang
Verkehrsanbindung: U7 Kleistpark, Bus M48, M85, 106, 187, 204; http://www.hausamkleistpark.de, http://www.bialobrzeski.de
Eine Ausstellung des Fachbereichs Kunst, Kultur, Museen Tempelhof-Schöneberg.

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 10. Januar 2019 um 19 Uhr
Es sprechen:
Barbara Esch Marowski
Leiterin der kommunalen Galerien Tempelhof-Schöneberg
Jutta Kaddatz
Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Soziales Tempelhof-Schöneberg
Ingo Taubhorn
Kurator Haus der Photographie | Deichtorhallen Hamburg

Unten noch ein pdf, um das alles in Ruhe zu lesen:

2018-11-12 hak einladung bialobrzeski web

Herstory

Kino Regenbogenfabrik / Sa 15.12.18 um 15.00 Uhr

Die Frauen der Revolte

Feministische Aktionen gegen Bevölkerungspolitik
Ein Rückblick in die 80er Jahre
Ein Film

2000-2003, 46 Min, Dokumentarfilm von der Filmgruppe Frauengeschichte(n) im Film

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemacherinnen

In den 80er Jahren beschäftigten sich Frauengruppen in vielen Ländern mit dem Thema Bevölkerungspolitik. In der Dokumentation erzählen Aktivistinnen aus Deutschland von Debatten und Aktionen zum Thema Geburtenkontrolle. Sie berichten von der Entstehung humangenetischer Beratungsstellen, über Gen- und Reproduktionstechnologie und letztlich über Selbstbestimmung von Frauen über ihre Körper und feministische Kritik an Bevölkerungspolitik und Gentechnologie.


Frauen bildet Banden – Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora

2018, 80 Min, Dokumentarfilm vom Frauenlesben Filmkollektiv Las Otras

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemacherinnen

Die „Rote Zora“ war in den 70er und 80er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD. Ihre Aktivitäten richteten sich gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologie als Teil der Bevölkerungspolitik und internationalen Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft.

In der linken Geschichtsschreibung in Deutschland weitestgehend ausgeblendet, greifen heute junge Frauen auf ihre Texte und Geschichte zurück.

Es ist auch den wissenschaftlichen Forschungen der in Großbritannien arbeitenden Katharina Karcher zu verdanken, dass wir heute wieder mehr über diese Gruppe erfahren können. Der Film trägt dazu bei, eine Lücke in der bundesdeutschen Geschichtsschreibung zu linkem Widerstand zu füllen. Erzählungen von Zeitzeuginnen, Interviews mit Katharina Karcher und ehemaligen Zoras lassen die Geschichte der „Roten Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden.

Fiszbach / Rathaus / Kreuzberg / Görlitzer Park

Kommet heute / Przybywajcie / Just come today

Wiesław Stefan Fiszbach

Die Menschen von Görlitzer Park

Malerei, Fotografie, Zeichnung

Eine Veranstaltung vom Städtepartner Stettin e.V.

Freitag, 14. Dezember 2018 von 18:00 bis 20:00

Rathaus Kreuzberg, Yorkstr 4-11, 10965 Berlin, II Etage

Wiesław Stefan Fiszbach ist ein polnischer Maler, der seit der 80. in Berlin lebt. Vor ein paar Jahren begann er, die Menschen zu porträtieren, die man im Görlitzer Park trifft – Spaziergänger, Dealer, Junkies, Obdachlosen. Der Blick des Künstlers sieht sie an, sie werden nicht beurteilt und nicht bemitleidet. Sie sind, wer sie sind. Das sind wir, die Zuschauer, die uns darüber Gedanken machen sollen.
Die Ausstellung ist vom Mo 10. Dez bis Fr 4. Januar an den Werktagen von 7:00 bis 19:00 im Rathaus Kreuzberg zu sehen.

Ein kleiner Umtrunk mit dem Künstler haben wir für Freitag
14. Dezember ab 18 Uhr vorgesehen.

Bringt das Geld mit, man kann die Kunstwerke auch kaufen!
Und Weihnachten steht vor der Tür!

Katarzyna Kozyra. Again in Berlin

today heute dziś

Lindenstr. 35, 10969 Berlin
open Tue to Sat, from 11am to 6pm

Katarzyna Kozyra, A Dream of Linnaeus’ Daughter, 2018

We are happy to invite you for the opening of our new exhibition:

Katarzyna Kozyra | A Dream of Linnaeus’ Daughter

Friday, 23 November 2018, from 6 to 9 pm (the artist will be present)
The exhibition will run between 24 November, 2018 and 16 February, 2019.

“Biology and evolutionary theory over the past two centuries have simultaneously produced modern organisms as objects of knowledge and reduced the line between humans and animals…”
The quote from the now classic A Cyborg Manifesto (1985) by biologist and feminist Donna Haraway can easily become the motto of Katarzyna Kozyra’s upcoming exhibition at ŻAK | BRANICKA Gallery.

The show features two photographic series presented alongside the artist’s latest video work, from which the exhibition title originates. A Dream of Linnaeus’ Daughter was shot in Uppsala, in the gardens of Carl Linnaeus, famous Swedish botanist living in the 18th century who invented the classification system of organisms and the theory of sexual reproduction of plants, whose nomenclature derived from human sexual anatomy sparked universal outrage at the time. In her work, Kozyra acts as Elisabeth Christina von Linné, one of Linnaeus’ five daughters, an exceptionally talented figure forgotten by history, who could never take up studies, but still followed the steps of her father and became a botanist. In Kozyra’s interpretation, Elisabeth conducts a choir singing Ludwig van Beethoven’s famous Ode to Joy but… with the voices of such animals as a dog, donkey, cow, horse, goat and monkey. The creatures moo and squeal the anthem of the European Union while standing on typical pallets that symbolise Noah’s Ark. What an irony of fate: in Kozyra’s piece the daughter of the founder of an organism classification system based on difference builds a new world order that levels all differences, deeming all creatures equal.

The problematic of Kozyra’s work sits in the philosophical tradition of Donna Haraway, mentioned at the beginning, who describes a new society of the future that sees the blurring of borders between the sexes, species (humans and animals), biology and technology (organism and machine), between the physical and the non-physical. In a similar vein, from the beginning of her career Kozyra’s works have explored the boundaries between being a man and a woman, life and death, youth and old age, between the possible and the impossible. The latest projects that liken humans to animals – and vice versa: animals to humans – result therefore from the artist’s prior investigations. In a video and a photographic series created at the Schwarzenberg Palace in Vienna, Kozyra plays the role of Lou Salomé – an intellectual and a femme fatal, friend of Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud and Reiner Maria Rilke. In Kozyra’s interpretation, Nietzsche and Rilke are subjected to training as two dogs led on a leash by Salomé, again played by Kozyra, who walks them through the palace halls and takes them out to the gardens. The series Lou Salomé was created in 2005, but has never been displayed publicly in its entirety.

Kozyra follows Haraway’s path in proposing a new symbiosis between humans and animals. She approaches this topic from the perspective of radical feminism, as did Haraway, whose last manifesto The Companion Species Manifesto: Dogs, People, and Significant Otherness, devoted to human-canine relations, openly states that writing about dogs is for her a form of feminist theory. Also for Kozyra the notions of Culture and Nature are not necessarily a binary opposition. In photographs from the series Homo Quadrupeds (2018) naked men are led on a leash by burqa-clad women who tame their instincts. This is a reference to the legend of unicorn, in which only a virgin could tame the wild animal. While the women meet during the walk, the dogs sniff each other and seek to dominate. It is no longer only a matter of freeing women from male domination, as in the performance Aus der Mappe der Hündigkeit (From the Portfolio of Doggishness, 1968) by VALIE EXPORT and Peter Weibel, in which Weibel obediently waddled at the artist’s side. Kozyra expands the feminist approach with a political aspect: the dogs in her work, played by Arabs and Americans, are aggressive and ready to jump down each other’s throats any minute. Kozyra might therefore have more in common with Oleg Kulik, who attacks the establishment in his performances as a dog (literally!), but also dreams of a non-anthropocentric, ecological society and fights for democracy.

Kozyra expanded the borders of humanity to include other species already in her earliest works, such as the Polaroid series Karaski in Beef (1992) comprising images of a beautiful young nude male lying amid a halved carcass of beef. For a fuller picture, let us also evoke her diploma piece Pyramid of Animals (1993), inspired by the fairytale Town Musicians of Bremen by the Brothers Grimm, which consisted of stuffed animals: horse, dog, cat and rooster, accompanied by a horse slaughter film footage. At the time of its making, the piece stirred up an unprecedented scandal in the media, which turned it into the most famous artwork of the last quarter of the century and a symbol of critical art. Notably, Kozyra was creating that piece by herself, balancing on the border between life and death while struggling with cancer.

Insofar as her early works called for human morality with regard to animals, Kozyra now shows that the human being is an animal species, or in other words, a sociological chimera – doomed to co-exist with other creatures – which Haraway may have had on her mind while writing her Cyborg Manifesto. In order to survive, like every other species, they must therefore adapt to external condition: create a new society.



PS po polsku i po części żartobliwie:
O Linneuszu było już TU, a przez chwilę również TU (cierpliwości) i TU.