Ewa Maria Slaska
Ich habe ihn vorher nie gesehen, obwohl ich mindestens Tausend mal über diese Straße in Schöneberg gegangen und in der Kirche nebenan Hundertmal gewesen bin. Hauptstraße 47 in Schöneberg, evangelische Paul-Gerhardt-Kirche. Der Patron (1607-1676) war ein lutherischer Theologe und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter.
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Ein junger Soldat steht am Rand des Kirchenensambles, allein, schön und ausgesprochen menschlich, traurig ist er, weist keine Spur von Überheblichkeit, Arroganz, Standesdünkel auf.
Ich kampfe mich durch zu der Tafel an der Kirchenmauer, um zu lesen, wer er ist. Ich glaube nämlich, er ist wer, kein Symbol, sondern ein Mensch mit Namen, Adresse und Geburtsdatum.

Die Tafel ist versteckt hinterm Busch, man kann sich nicht durchboxen, um sie zu lesen. Auf dem Foto ist es genausowenig zu erkennen. Eines ist klar – es ist doch ein symbolisches Denkmal. Für die Soldaten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges.


Ich schaffe es auch nicht, ihm näher zu kommen, so nah, dass ich sein Gesicht fotografieren könnte.
Wer war er?
Wie immer, es braucht ein wenig Geschick, um diese Frage zu beantworten.
In Wikipedia finde ich zuerst Infos über die Kirche: Die Paul-Gerhardt-Kirche steht direkt neben der barocken Dorfkirche Schöneberg und bildet mit weiteren Gemeindebauten ein grosses Bauensemble. Die ursprüngliche Kirche wurde 1910 vom Architekten Friedrich Schultze entworfen und war eine der wenigen reinen Jugendstilkirchen in Berlin. Aufgrund ihres markanten runden Turmes verpasste ihr der Volksmund den Namen „Thermoskanne“. Die Bildhauerarbeiten führte der Künstler Robert Schirmer aus Berlin aus.
Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, der Turm hatte seinen Kuppelhelm verloren, blieb jedoch ansonsten intakt und bestimmte noch bis in die späten 1950er Jahre die Silhouette von Schöneberg. Dann wurde die Kirche 1958-1962 nach Entwürfen von Hermann Fehling, Daniel Gogel und Peter Pfankuch neu gebaut. Seit 1995 steht sie unter Denkmalschutz.
Nach ziemlich langen Suchen finde ich den Text auf den Tafel:
UNSEREN GEFALLENEN KAMERADEN
1914 – 1918 1939 – 1945
KYFFHÄUSERBUND
BERLIN
Der Kyffhäuserbund, ein deutscher Soldatenbund, wurde 1900 gegründet.
Das Denkmal in Schöneberg wurde nach 1920 von einem (später) Nazi-Bildhauer, Hermann Hosaeus gefertigt.
Er schuf mehr als 50 Soldaten-Skulpturen und galt in der Weimarer Republik als Hauptschöpfer der Kriegerdenkmälern. Er schrieb auch ein Dekalog für Bildhauern, die ein Kriegerdenkmal zu gestalten haben. Erster Gebot lautete: Du wirst keine Heldenhaine entwerfen. Als künstlericher Berater des Kyffhäuserbundes bestimmte er massgebend die Zahl und das Aussehen der deutschen Memorials.
Interessant finde ich jedoch, dass die anderen Soldatenfiguren von Hosaeus genauso sind, wie ich meinte, dass es die Denkmäler sind – pathetisch, bombastisch, strengschauend, arrogant, agressiv, später auch muster-arisch… Sehr kriegerisch, halt. Nur der eine ist anders.


Schon im letzten Jahr wurden Unterschriften zur Enteignung von “Deutsche Wohnen” gesammelt, was jedoch in der Politik und auf dem Wohnungsmarkt so wenig Wirkung zeigte, dass in diesem Jahr nicht nur die “Deutsche Wohnen” an den Pranger gestellt wurde, sondern auch andere übermächtige Wohnungsbaugesellschaften, die ihre Wohnungen als Dukatenesel zu betrachten scheinen.
Die Unterschriftenlisten mit der Forderung zur Enteignung waren am Alex regelrecht umlagert. Schilder und Transparente wurden in Massen von Einzelpersonen, aber auch von Mietergemeinschaften getragen; eine Gruppe hatte sich im Stile der französischen Gruppe “Sans Papier” in Weiß gekleidet und weiß geschminkt, um ihre Schutzlosigkeit im Kampf um ihre Wohnungen zu unterstreichen.





















August Bebel Institur lädt heute, am Di 15. Januar um 18–22 Uhr zu einem Film & Diskussion ein.
Adamowicz war von 1998 bis zu seinem Tod der Stadtpräsident von Danzig. Bis 2015 gehörte er der Bürgerplattform (Platforma Obywatelska) an, seitdem parteilos; gründete eine Wählervereinigung „Alles für Danzig“.
