Offberlin

Berlin offowy widziany oczami Polaka / OffBerlin von einem Polen gesehen

To my, Ela Kargol, Krysia Koziewicz i ja, Ewa Maria Slaska. Zapraszamy.

Kolejne nasze spotkanie w SprachCafé Polnisch (Polskiej Kafejce Językowej), (nie)zawsze w trzeci piątek miesiąca.

29 kwietnia 2022 o godzinie 19.30 Schulzestr. 1 /13187 Berlin Pankow.
Stacja kolejki Wollankstraße.

Achtung! Es gelten aktuelle Covid-Regeln!

Marek Defée i jego alternatywny przewodnik po Berlinie – Offberlin. Fantastyczne czytanie.

OffBerlin. Przewodnik alternatywny nie opisuje miejsc znanych  i typowych, znajdujących się na trasie standardowych wycieczek. Autor proponuje w nim wędrówkę po jego ulubionych dzielnicach i mało znanych zakątkach. Perełki street foodu, kawiarnie, bary, weekendowe ryneczki, pchle targi, miejsca z designem, squaty, graffiti, muzyka uliczna, tańce nad Szprewą, plaże w środku miasta, życie nocne – to tylko część atrakcji, które opisuje ten nietypowy przewodnik. Przewodnik stanowi subiektywne spojrzenie na Berlin, które w zamyśle autora ma być inspiracją do odkrywania własnych ścieżek w wyjątkowym mieście, jakim jest Berlin.

Autor przybędzie na spotkanie!

Marek Defée und sein alternativer Berlin-Führer. Lesevergnügen A1.
OffBerlin. Der alternative Reiseführer beschreibt nicht die bekannten und typischen Orte der Berliner Standardtouren.

Autor schlägt eine Reise durch seine Lieblingsviertel und wenig bekannten Ecken vor. Streetfood-Locations, Cafés, Bars, Wochenendmärkte, Flohmärkte, Design und Graffiti, Squats, Straßenmusik, Tanzen auf der Spree, Strände mitten in der Stadt, Nachtleben – das sind nur einige der Attraktionen, die in diesem ungewöhnlichen Führer beschrieben werden. Defées Reiseführer ist ein subjektiver Blick auf Berlin, der dazu anregen soll, eigene Wege in der einzigartigen Stadt Berlin zu entdecken.

Der Autor wird zu dem Treffen aus Stettin kommen. Wir freuen uns schon darauf!

Der Weg nach Combray

Liebe Freundinnen und Freunde!

Ich will euch herzlich zur Präsentation meines ersten Fotobuches einladen. Es heißt „Der Weg nach Combray”. Prousts Roman Auf die Suche nach der verlorenenen Zeit hat mich vor zwei Jahren zutiefst beeindruckt und bewegt, selber auf die Suche zu gehen.
Am Abend gibt es unter anderem ein Gespräch zwischen mir und der Fotografin Angela Giebner. Die Bilder aus dem Band sind auch in der Ausstellung zu sehen. Das Buch kann man im Shop meines Verlages bestellen oder am Abend direkt kaufen. Würde mich auf die Unterstützung meiner Arbeit freuen.

Ohne weiteres: Ich lade euch alle herzlich zu dem Abend ein und würde mich freuen, euch zu sehen. Ich bin froh, dass ich in diesen sehr dunklen Zeiten für die Ukraine und für mich an einem Tag mit euch zusammen feiern darf. 

WO: SPACE B23, Greifswalder Straße 23

WANN: 29. April, 18 Uhr

***

Ewa Maria Slaska

Masha, Proust und ich

Er hat uns zusammengebracht, der Marcel Proust. Wir haben uns genau vor einem Jahr getroffen, an dem Osternsamstag 2021. Sie hatte Fotos für eine Ausstellung gebracht, ich sollte ein Text dazu schreiben. Habe ich, ja.

Am 19. Mai 2021 stellte Masha ihre Foto-Collagen im Fenster des Antiquariats Mutabor in der Immanuelkirchstraße in Berlin; mein Text hat sie mittels eines Kinderstempelsets per Hand gedruckt und im Türfenster plaziert.

Fünftes Band von Marcel Proust Zyklus Auf der Suche nach der verlorenen ZeitDie Gefangene, auf Ukrainisch; Masha aber las Proust auf Russisch

Dafür, dass ich es für sie geschrieben habe, dürfte ich ihre Proust-Fotos auf meinem Blog präsentieren. Hier.

Ihre Proust Fotos. Ja, der Name hat uns verbunden. Die Fotos. Der Proust. Wir sprachen erst eine Stunde miteinander, als wir an Proust kamen. Sie kommt aus Ukraina, und ich wußte schon, dass es dort noch nicht alle sieben Bände übersetzt wurden und dass es für die Menschen dort ein jedes neue Band ein großes Fest ist. Sie warten darauf, vielleicht Jahre, bis sie endlich wissen, was mit Albertine passiert ist oder wo Gilberta nach der Hochzeit wohnte. Bis heute, wenn wir über Proust miteinander sprechen, bittet sie darum, dass ich ihr dies und das von Proust nicht verrate. Als ob es der neuste Matthias Nawrat wäre und nicht ein Dichter, der vor 100 Jahren gestorben ist. Geboren am 10. Juli 1871 in Auteuil bei Paris, gestorben am 18. November 1922 in Paris.

Vor zwei Jahren ist Masha nach Frankreich gefahren, auf den Spuren der verlorenen Person – Marcel Proust. In der Einladung zur morgigen Abend schrieb sie, dass sie vor zwei Jahren auf der Suche gefahren ist …geografisch nach Normandie, wo die manche Szenen aus dem Buch sich abspielen, und innerlich an die Orte der Kindheit, der Jugend und damit verbundenem Gefühl des Erwachens und Spüren der Freiheit. Ich als Erwachsene tauchte in die Welt der Fantasien ein, die dann meine eigenen Erinnerungen hervorbrachte.

Ein Jahr später schauten wir uns beide ihre Fotos von dieser Reise an. Schwarz-weiße Fotos, analog aufgenommen. Selten erinnerten sie an Proust selber. Wenn ja, da sagte sie mir, dass es der Bahnhof in Combray ist.
– Combray?, fragte ich. Du meinst Illiers, so heißt doch die Stadt wirklich?
– Nein, sie hat sich den Namen geändert, die Stadt, sie heißt jetzt Illiers-Combray.
Ich schaue sie an und will es nicht glauben, als ob London jetzt nach Terry Pratchett in Ankh Morpork umgenannt wurde. Es ist aber schon lange Geschichte. Die heutige zusammengesetzte Namensgebung der Stadt, schreibt Wikipedia, wurde 1971 beschlossen und als Dekret im Journal Officiel veröffentlicht. Anlass war der 100. Geburtstag von Marcel Proust. Illiers-Combray, fügt Wikipedia dazu ein, ist die einzige französische Kommune, die einen aus einem literarischen Werk hervorgegangenen Namen trägt.

In Polen gibt es auch so ein Konstrukt, ein Dorf und Gemeinde Lipce Reymontowskie. Der Roman Chłopi (Bauern) in den Jahren 1904-1909 von polnischen Nobelpreisträger, Władysław Reymont geschrieben, spielt im Dorf Lipce. Der heutige Name (mit dem Zusatz Reymontowskie dh. von Reymont ) ist seit dem 1. April 1983 in Kraft.

– Das ist der Armsessel im Haus von Tante Leonie, sagt Masha.
Ich schaue mir das Foto an und weiß, dass ich mich verliebt habe. Dieser verschwommener Sessel, von dem doch niemand weiß, ob er tatsächlich aus dem Hausinventar der Tante Leonie stammt und sogar wenn ja, ob Proust auf ihm / in ihm je Mal gesessen hat, ist ausgesprochen ein Proustsches Objekt.
Ich muss ihn haben!
– Und die Tasse?, fragt Masha. Provokativ.

Ja, natürlich die Tasse, aus der Proust von der Tante ein Schluckchen Lindentee mit einem Biss ‘Madeleine’ bekommen hatte, als er morgens zu ihr ging, um sie zu begrüßen. Die ganze Konstruktion dieses gewältigen Romans, eines der wichtigsten in der Literaturgeschichte, wurde auf dem Fundament von diesem ausgeweichten Biss eines Küchlein errichtet, eines jener, schrieb Proust, dicken ovalen Sandtörtchen, die man ‘Madeleine’ nennt und die aussehen, als habe man als Form dafür die gefächerte Schale einer St.-Jakobs-Muschel benutzt.

Eine ‘Madeleine’ wurde tatsächlich seit eh so gemacht, als ob man sie immer noch für die Pilgern auf dem Weg nach Santiago di Compostella in den Saint-Jakob-Muscheln gebacken hätte. Illiers lag auf dem Weg und seit Jahrhunderten spezialisierte sich in Herstellung dieser Küchlein. Und die Muschel war ein Symbol dieser Pilgerfahrt.

Ja, Masha hatte recht, für eine wahnsinnige Leserin von Proust, wie ich es bin, genauso wie Masha, sollte vielleicht diese Tasse wichtiger sein als alle andere Fotos, die sie gemacht hatte. Kann sein. Nun ja, ich habe mich in den Sessel verliebt.

Aber diese Proust Fotos im Zyklus sind nicht nur die, die sie in Illiers gemacht hate. Dies wäre zu einfach, zu plump, zu unbeholfen. Dafür ist Masha selber zu sehr Künstlerin, um sich mit solchen Platitüden zu begnügen. Was sie in der Normandie und Bretagne suchte, war nicht (oder nicht nur) der Proust selber, sonder der Proustsche Effekt, dieser Moment, der auch Ort sein kann, in dem einem plötzlich seine eigene Gefühle klar werden.
Das Buch war fertig eine Woche, bevor der Krieg in meiner Heimat Ukraine ausgebrochen ist,
schrieb sie in der Einladung. Und plötzlich war es klar. Für mich hat dieses Buch diese, noch weitere Bedeutung: Es geht um die verlorene „alte” Welt, in der es für mich noch möglich war, mich mit dem Thema der Suche nach der Vergangenheit, mit Leichtigkeit und Unbekümmertheit, zu beschäftigen.

Jetzt sind diese Leichtigkeit und Unbekümmertheit nicht mehr möglich. Jetzt ist der Krieg da. Die russischen Panzertanks hätten sowohl den Dichter, als auch seine Mutter und seine Tante, hätten sie noch gelebt, zerfahren. So wie sie so viele Ukrainer, unter ihnen auch Künstler, ermordet haben. Der litauische Regisseur Mantas Kvedaravicius wurde in Mariupol getötet, der Film- und Synchronsprecher und Fernsehmoderator Pasha Lee in Irpien. Der Cellist der polnisch-ukrainischen Band Taraka, Dmitrij, wurde bei den Kämpfen ebenfalls getötet.

Wer noch? Wer ist gestorben im Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk? Während der Belagerung und Luftangriffe von Mariupol? Bei der Bombardierung in Tschernihiw, Massaker von Butscha, Schlacht um Charkiw und Kiiw?

Wer noch?

Frauenblick: Pearl S. Buck

Monika Wrzosek-Müller

Vor fast hundert, genau vor einundneunzig Jahren schrieb die amerikanische Schriftstellerin Pearl S. Buck:

Daran glaube ich

Ich liebe das Leben, weil mich die Menschen und ihr Werden unendlich interessieren. Durch mein Interesse wächst mein Wissen um sie beständig. Und dieses wiederum läßt mich glauben, daß das gewöhnliche menschliche Herz von Natur aus gut ist. Das heißt, es ist von Natur aus empfindsam und zart, es möchte sich bestätigt sehen und bestätigen, es sehnt sich nach Glück und nach dem Leben. Es will weder getötet werden noch will es töten. Wenn besondere Umstände dazu führen, daß es dem Bösen anheimfällt, wird es doch nie ganz böse. Ein guter Kern bleibt erhalten – und mag es noch so sehr im Verborgenen sein -, aus ihm kann das Gute sich immer wieder nähren.

Ich glaube an die Menschlichkeit, aber mein Glaube ist ohne Sentimentalität. Ich weiß, daß der Mensch in einer Atmosphäre von Unsicherheit, Angst und Hunger verkrüppelt, daß er geformt wird, ohne daß er es merkt. Es ist mit ihm wie mit einer Pflanze, die sich unter einem Stein hervordrängt und ihre eigenen Lebensbedingungen nicht kennt. Nur wenn der Stein weggerollt wird, kann sie frei dem Licht entgegenwachsen. Aber die Kraft dazu ist ihr angeboren, und nur der Tod setzt dem ein Ende.

Ich brauche keinen anderen Glauben als den an die Menschheit. Wie einst Konfuzius nimmt mich das Wunder dieser Welt und das Leben darauf so gefangen, daß ich für Himmel und Engel keine Gedanken mehr habe. Dieses Leben bietet mir genug. Gäbe es kein anderes – es hat sich gelohnt, geboren zu werden, ein Mensch zu sein.

Ich glaube fest an das menschliche Herz und seine Kraft, dem Licht zuzustreben. Und dieser Glaube läßt mich auf die Zukunft der Menschheit hoffen und vertrauen. Der gesunde Menschenverstand wird der Welt eines Tages sicherlich beweisen, daß gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit für die Sicherheit und das Glück aller nur vernünftig sind.

Dieser Glaube gibt mir immer wieder Kraft, alles zu tun, was ein Mensch nur tun kann, um die Lebensverhältnisse so zu formen, daß man sich in Freiheit entwickeln kann. Diese Lebensverhältnisse, glaube ich, müssen unbedingt auf Sicherheit und Freundschaft aufgebaut sein.

Die hoffnungsvolle Tatsache, daß die Welt genug Nahrungsmittel für alle Menschen hat, gibt mir Mut. Unser medizinisches Wissen ist schon so weit vorgeschritten, um die Gesundheit der ganzen menschlichen Rasse zu heben. Die Mittel, die uns für die Erziehung zur Verfügung stehen, können – in weltweitem Rahmen angewandt- die Intelligenz aller steigern. Nur dies eine bleibt uns noch zu tun: Wir müssen herausfinden, wie wir die Vorteile, die einige von uns genießen, aller Welt zugänglich machen. Mit anderen Worten, um auf mein Gleichnis zurückzukommen: wir müssen den Stein wegrollen.

Auch das können wir schaffen, denn genügend Menschen werden den Glauben an sich und die anderen finden. Zwar nicht zur gleichen Zeit. Aber die Zahl derer, die den Glauben haben, wächst. Vor einem halben Jahrhundert noch dachte niemand an Welternährung, Weltgesundheit, Welterziehung. Viele denken heute daran. Inmitten eines möglichen Weltkrieges, einer Massenvernichtung, ist dies meine einzige Frage: Gibt es genug Leute, die den Glauben haben? Bleibt uns Vernünftigen noch genug Zeit zum Handeln? Es ist ein Kampf auf Leben und Tod, ein Kampf zwischen Wissen und Unwissen. Mein Glaube an die Menschheit ist unerschütterlich.“

Unterschrieben: Pearl S. Buck

Im Jahr 1932 erhielt sie für den Roman Die gute Erde den Pulitzer-Preis und 1938 den Literaturnobelpreis. Es war der erste Roman aus einer Trilogie, es folgten Söhne und Das geteilte Haus, die ihr Leben in China sehr anschaulich beschrieben. Um ihren Nobelpreis wurde auch heftig gestritten, denn viele hielten ihre Schreiberei für Trivialliteratur und man sprach sogar von einer Lex Buck im Blick auf die Unstimmigkeiten in der Nobelkommission; Intellektuelle ereiferten sich in Diskussionen über die Frage, was wahre und höhere Literatur leisten muss, um einen solchen Preis zu verdienen.

Es stimmt schon, dass Buck sehr einfach und direkt beschreibt, doch ist die Geschichte mit so viel Menschenkenntnis und Menschenliebe, mit einem Humanismus angefüllt, dass sie sich eher wie eine große Metapher, ein Symbol oder ein Lobgesang an die richtige Lebensführung liest. Die Lebensgeschichte des einfachen Bauers Wang Lung (sie schrieb grundsätzlich über China, wo sie fast ihr ganzes Leben verbracht hatte) fließt vor unseren Augen mit den Nöten und den Bedürfnissen von einfachen Menschen vorbei, die hart arbeiten müssen, um ihr Überlebensminimum zu sichern. Immer wieder kommen Zeiten des Hungers, verursacht durch harte Winter oder lange Dürreperioden, und irgendwann muss die kleine Familie in den Süden des Landes flüchten, in eine große Stadt, wo sie durch Betteln und Rikscha-Fahren etwas Geld ergattert und überlebt. Es kommt dann zu Aufständen und Plünderungen in der Stadt und Wang Lungs Frau erbeutet einen versteckten Schatz, den sie als ehemalige Sklavin in einem raffinierten Versteck findet. Die Familie geht daraufhin zurück in den Norden, Wang Lung kauft immer wieder ein Stück Land mit „guter Erde“, das er dann beackert. Die Ernte wird gut, sie können immer mehr Land kaufen, die Bauern aus den umliegenden Hütten helfen gegen Bezahlung, immer mehr Land zu bestellen. So wird die Familie reich, baut erst ihr Bauernhaus aus; irgendwann zieht sie, auf Zureden des ältesten Sohnes, in das große Haus der Familie Hwang, wo die Ehefrau von Wang Lung als Sklavin gearbeitet hatte, mit vielen Höfen und Häusern, mit Anlagen mit Teichen und goldenen Fischen. Die Kinder gründen inzwischen eigene Familien, viele Enkel werden geboren. Wang Lung bringt auch eine Konkubine ins Haus, die er dann zu seiner zweiten Frau macht.

Die Beschreibungen des Lebens haben für mich etwas Spirituelles, eben Symbolisches, obwohl erstaunlich wenig von Religion die Rede ist; ab und zu macht sich der Hauptheld Wang Lung auf, um ein paar Räucherstäbchen im Tempel anzuzünden, aber das ist auch alles. Immer wieder, wenn Wang Lung Probleme hat, zieht er sich aufs Land zurück, um die Erde, die „gute Erde“ zu spüren, um den Kontakt zu den Wurzeln, zur Einfachheit, zum richtigen Leben nicht zu verlieren. Er muss viele schwierige Entscheidungen als Oberhaupt der großen Familie, des Klans, treffen. Den Zusammenhalt, das Fundament bildet für ihn die „gute Erde“, die man nicht verkaufen, nicht zerstückeln solle. Doch am Ende des Buches, als der alte Herr Wang Lung entkräftet, krank und alt darniederliegt, sagen seine Söhne: „Sei beruhigt, Vater, sei beruhigt! Wir werden das Land nicht verkaufen.“ Aber über den Kopf des alten Mannes hinweg blickten sie einander an und lächelten.

Interessant, dass das Buch in den Jahren 1931-32 als der meist verkaufte Roman in Amerika galt; das lag wohl an der Exotik des fernen Landes oder auch an der Beschreibung der Konkubinen und Sklavinnen. Die Zustimmung und Ablehnung seitens der Literaturkritiker und der Leser schwankte heftig. Später, nach Maos Revolution in China, wurde Pearl S. Buck wegen ihres sozialen Engagements vom FBI überwacht; dieses trug eine 300 Seiten starke Dokumentation zusammen, in der sie kommunistischer Sympathien beschuldigt wurde.

Heute ist das Buch für mich mehr als aktuell, auch seine Rezeption in unterschiedlichen politischen Kontexten lehrreich. Das, was für immer bleibt, ist ihr Glaube an die Menschlichkeit, daran, dass es doch eine Kraft gibt, die uns über die Geldgier hinweg, jenseits von wirtschaftlichen und politischen Interessen zu richtigen Entscheidungen, Ansichten und letztlich zum richtigen Leben führt. Das ist, gerade heutzutage so wenig und doch so viel.

Reblog o książkach

Aru

Krótko o… książkach cz. 43

Stanisław Łubieński, Książka o śmieciach

Kilka lat temu ogromne wrażenie zrobił na mnie debiut Stanisława Łubieńskiego Dwanaście srok za ogon, książka pełna pasji związanej z ornitologią. Tym razem autor pisze o nas, a właściwie o tym co po sobie pozostawiamy, czyli o śmieciach. Od całkiem niedawna produkujemy niezliczoną ilość śmieci, z którymi nie mamy co zrobić, śmieci które zatruwają nas oraz środowisko i to nie tylko te najbliższe. Przy okazji marnujemy sporą ilość surowców naturalnych, których mamy przecież coraz mniej. Rzeczy niby oczywiste, ale jakoś na co dzień większość z nas kompletnie się nad tym nie zastanawia I właśnie dla tej krótkiej refleksji Książka o śmieciach warta jest poświęconego jej czasu. To rzecz nie tylko ważna, ale przede wszystkim mądra, a do tego ciekawie napisana. Cóż warto się czasem zastanowić po co nam kolejny przedmiot, czy faktycznie jest nam niezbędny, a jego posiadanie przyniesie nam aż tyle radości? Myślę, że świadomość tego, co stanie się po zużyciu przez nas tych rzeczy może skłoni nas do bardziej świadomej konsumpcji, bo nie chodzi o to aby całkowicie zrezygnować z dóbr wszelakich, bo jak to mówią, wszystko jest dla ludzi, natomiast warto żyć tak, żeby po naszym odejściu mogli tu żyć inni.

Frank Westerman, My człowiekowate

Skąd pochodzimy i kim jesteśmy? Na te pytania próbuje odpowiedzieć Frank Westerman w swojej książce My człowiekowate. Muszę przyznać, że jest to niezwykle ciekawa rzecz. Kiedy można mówić o tym, że jakiś gatunek jest człowiekiem? Co sprawiło, że mówimy? My człowiekowate to nie tylko historia odkryć najstarszych pozostałości po hominidach. To także historie ludzi, którzy poświęcili życie na ich poszukiwanie. Zresztą one same już są niezwykle interesujące. To nie jest zwykła książka popularnonaukowa. My człowiekowate jest reportażem, książką, w której Westerman wraz z grupą swoich studentów, prowadzi swoiste śledztwo. Przy okazji możemy poznać warsztat reportera. To rzecz, która ma w sobie coś głęboko humanistycznego, no ale w końcu jest to książka zarówno o człowieku współczesnym jak i o jego przodkach.

Annuszka

Ewa Maria Slaska i przyjaciele

I wylała.

Zasadniczo zakładam, że każdy zna i wie, o co chodzi. Na wszelki wypadek przypominam bardzo ogólnie (opierając się tylko na dziurawej pamięci), że:

To zdanie pojawia się na początku powieści Mistrz i Małgorzata Michaiła Bułhakowa. Annuszka kupiła olej, olej się wyleje. Zebranie się nie odbędzie.

A było tak:

W Moskwie (w Związku Radzieckim) pojawił się Szatan. Na Patriarszych Prudach spotyka się z dwoma pisarzami, którzy próbują go przekonać, że Boga nie ma. Ale Annuszka już kupiła olej. I go wylała. Jeden z pisarzy, Berlioz, poślizgnie się na rozlanym na torach tramwajowych oleju.
Kobieta-motorniczy szarpnęła elektryczny hamulec, wagon osiadł z nosem przy ziemi, potem błyskawicznie podskoczył, z brzękiem i łoskotem posypały się z okien szyby. I wtedy w mózgu Berlioza ktoś rozpaczliwie krzyknął: »A jednak!«

Tramwaj obciął Berliozowi głowę.

“Annuszka wylała olej” znaczy, że wydarzyło się coś bardzo ważnego dla historii. Motyl ruszył skrzydłami w puszczy nad Amazonką. Nawet jeśli Annuszka o tym nie wie, to cała opowieść o szalonym pobycie Szatana, jego pomagiera i kota Behemota w Moskwie (oraz o śmierci Jezusa) zaczęła się właśnie od tego.

Więc Putin niech uważa, bo Annuszka już kupiła olej. Kaczyński zresztą niech też uważa.

foto Malwina Kozłowska / Poznań

Zresztą, co ja tu będę opowiadać, skoro mam wszystko napisane na karteczce:

– Wiem mniej więcej dokładnie, co będę robił dziś wieczór, powiedział Berlioz. Oczywista, jeśli na Bronnej nie spadnie mi cegła na głowę…
– Cegła – z przekonaniem przerwał mu nieznajomy (Szatan, zwany u Bułhakowa Wolandem) – nigdy nikomu nie spada na głowę ni z tego, ni z owego. W każdym razie panu, niech mi pan wierzy, cegła nie zagraża. Pan umrze inną śmiercią.
– A może wie pan, jaką?
– Utną panu głowę!
– A któż to zrobi? Wrogowie? Interwenci?
– Nie – odpowiedział cudzoziemiec. – Rosjanka, komsomołka.
– Hm… – zamruczał zdegustowany żartem nieznajomego Berlioz. – No, pan daruje, ale to mało prawdopodobne.
– I ja proszę o wybaczenie – odpowiedział cudzoziemiec – ale tak właśnie będzie. Czy mógłby mi pan powiedzieć, jeśli to oczywiście nie tajemnica, co pan będzie robił dziś wieczorem?
– To żadna tajemnica. Teraz wpadnę do siebie, na Sadową, a potem o dziesiątej wieczorem w Massolicie odbędzie się zebranie, któremu będę przewodniczył.
– To się nie da zrobić – stanowczo zaprzeczył obcokrajowiec.
– A to dlaczego?
– Dlatego że Annuszka już kupiła olej słonecznikowy, i nie dość, że kupiła, ale już go nawet rozlała. Tak więc zebranie się nie odbędzie.

I się nie odbyło.

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W czasie tej wojny Annuszka i jej olej nasuwają się nam wszystkim. Tak, Putin, pagadi. Annuszka kupiła już olej.

Simon Underwin (Szymon Podwin) napisał o niej wiersz (Marek Defee dziękuję za informację!):

Annuszka

Więc stanie się, co stać się musi
Nieuchronna to losu kolej
Krwi plama na mapy obrusie
Annuszka rozlała już olej

Władimir pod nosem zanuci
Poniosą się echem czastuszki
Za późno już, żeby zawrócić
Rozlany już olej Annuszki

Krew spłynie jak armia - czerwona
W łez błoto na ziemskim padole
Niejeden Leonid tu skona
Annuszka rozlała już olej

Przekroczą nad ranem granice
I staną w płomieni opałach
Wyrzutnie, platformy, haubice, 
Annuszka już olej rozlała

I zacznie się bal, śmierci taniec
I pójdzie Wołodia w niewolę
I skończy jak papa w Afganie
Annuszka rozlała już olej

Nim zamkną na klucz okrążenie
Pandory otworzy się puszka
I ześle na wszystkich cierpienie
Rozlała już olej Annuszka

I zwali się Iwan w czarnoziem
Wyrośnie mu kwiat w oczodole
A matka się nawet nie dowie
Annuszka rozlała już olej

Światowym kryzysem zaiskrzy
Zapłonie znów Wołyń, Podole
Lecz zajmie się Kreml od tej iskry
Rozlała Annuszka już olej

Noc z 14 na 15 marca 2022
Wrocław

Die Frau unterwegs

Monika Wrzosek-Müller

Lublin – Tamara Łempicka

Der Ausflug nach Lublin, hauptsächlich zu der Ausstellung, war schön, lehrreich und interessant. Schon die Schnellstraße S 17, auf der wir gefahren sind, erfüllte alle europäischen Standards, mehr noch, war besser als die meisten „Superstrade“ in Italien, gepflegt auch rundherum und kostenlos. Ich habe die Gegend um Lublin und Nałęczów als Kind öfters gesehen, auch von Kazimierz Dolny aus und auch später; sie hat sich so sehr entwickelt, verändert, es wurden prächtige Häuser gebaut, vielfältige Obstplantagen angelegt. Klar, das ist auch der Teil Polens, der die besten Lössböden hat; trotzdem hat mich das Ausmaß des Fortschritts und der Entwicklung überrascht. Für meine Begriffe hat sich da viel mehr verändert als in unserer Uckermark in Brandenburg.

Unterwegs achteten wir auf die vorbeifahrenden Lastwagen; es fuhren nur einige wenige mit weißrussischen Kennzeichen, die meisten hatten ukrainische, russische haben wir überhaupt keine gesehen. Es gab aber viele ukrainischen Personenwagen in beiden Richtungen.

Lublin begrüßte uns mit herrlichem Wetter, mit einer sehr aufgeräumten, renovierten Altstadt, mit vielen Touristen, erstaunlich vielen auch ukrainischen Touristen, die mit ihren Autos da waren; sie machten nicht den Eindruck von Flüchtlingen. Einige von ihnen, vor allem Frauen, begleiteten uns in die Ausstellung weiter, sie filmten alles und sahen sich die Exponate erstaunlich eingehend und interessiert an. Ich fragte mich schon sowieso, warum Lublin, dann vielleicht auch ukrainische Wurzeln bei Tamara Lempicka, doch das Einzige was ich finden konnte, waren eher russische Verbindungen und Verwandtschaften ihres Vaters. Das Lubliner Schloss, das mich bei früheren Besuchen immer an eine aus Pappmaschee aufgestellte Kulisse erinnert und eher abgeschreckt hatte, war sehr sorgfältig restauriert. Im Innenhof sind der Turm und die Kapelle zu besichtigen (Überreste der alten Burg). Nichts deutete auf den Krieg hin, der doch nicht weit, fast um die Ecke weitertobt.

Also der Titel der Ausstellung „Die Frau unterwegs“ passt vielleicht am besten zu dieser doch sehr faszinierenden Frau. Sie hat in ihrem Leben meistens, so scheint mir, das gemacht, was sie wollte, und vor nichts hatte sie Angst, natürlich half ihr das Talent. Das Interesse an ihr und ihrem Werk – ich erinnere mich an eine Ausstellung in Mailand, 2006 im Palazzo Reale, wo sie Tamara de Lempicki genannt wurde; die Mailänder Ausstellung habe ich nicht gesehen, wohl aber die Plakate, die in der ganzen Stadt aushingen, und die langen Schlangen vor dem Eingang – beruht vielleicht auch auf ihrer Art der Selbstinszenierung, auf ihrem Habitus einer Diva, die wohl auch eine gute Künstlerin war; eine coole, schöne Frau, das spielte sie alles sehr gekonnt aus, auch ihre Herkunft, auch ihren Namen. Sie positionierte sich irgendwo zwischen Peggy Guggenheim und den vielen Filmdiven des damaligen Hollywood und ihr Bild trug zum Teil bestimmt zu dem Erfolg bei, den sie in den dreißiger und vierziger Jahren hatte.

Geboren wurde Tamara Rozalia Gurwik-Górska laut einiger Quellen in Warschau am 16. Mai 1898, doch manche sprechen von Moskau und einem zwei Jahren späteren Geburtsdatum. Ihre Eltern gehörten einer Elite an, die in Warschau, Moskau und St. Petersburg zu Hause war, doch immer wieder auch länger in anderen Teilen des Europas weilte, so in der Schweiz, in Italien und in Paris. Ihr Vater wird als reicher russischer Jude, Kaufmann oder Industrieller, beschrieben; er starb bald nach ihrer Geburt. Die Mutter stammte aus einer wohlhabenden polnisch-katholischen Familie, die zahlreiche Beziehungen zu berühmten Künstlern wie Ignacy Paderewski oder Artur Rubinstein pflegte. Sie wuchs eher bei den Großeltern und in Internaten auf. Irgendwann übersiedelte sie dann nach St. Petersburg, wohnte bei ihrer Tante und deren Mann, der Familie Stifter, in einer luxuriösen Residenz. Beim ersten Ball, den sie als ganz junge Frau besuchen durfte, lernte sie ihren späteren Mann Thadé Lempicki kennen. Die beiden heirateten schnell und Tamara wurde bald auch Mutter einer Tochter – Kizette, die sie später oft porträtieren wird. Leider ändert sich die Situation in Petersburg für sie schnell zum Schlechten, die Verwandten emigrierten nach Dänemark. Tadeusz wurde im Winter 1918 verhaftet und in ein Gefängnis gesteckt; Tamara nutzte ihre Bekanntschaft zum schwedischen Konsul und beschaffte falsche Dokumente auch für ihren Mann, sie reisten erst einmal nach Kopenhagen, dann nach Warschau und bald schon nach Paris. Nach einigen dort unter schwierigen Umständen verbrachten Monaten half ihr die Familie, ihre Schwester Adrianna Górska überredete sie zum Studium an der Académie Ranson. Seitdem scheint das Leben für Tamara wieder buntere Farben angenommen zu haben. Durch Vermittlung der Schwester stellte sie ihre Bilder aus; sie wurden von der Kritik warm und positiv aufgenommen. Bald kam es auch zur ersten Reise nach Italien, auf die viele weitere folgen sollten. Sie lernte einflussreiche, künstlerisch interessierte Italiener kennen, flirtete mit einigen von ihnen und wurde in der italienischen Szene bekannt und als Künstlerin anerkannt. Die schon vorher angespannten Beziehungen zu ihrem Mann verschlechterten sich, so dass sie 1928 auseinandergingen. Tadeusz heiratete bald seine neue Liebe, Tamara lernte den ungarischen Baron Raoul Kuffner kennen. In diesen Jahren entstanden Bilder wie „Mein Porträt“ oder auch „Die Frau im grünen Bugatti“, das die Titelseite einer Zeitschrift zierte. Es wurde zum Symbol einer freien, selbstbestimmten Frau und auch eine Ikone des art déco. 1934 heiratete sie zum zweiten Mal, den Baron, zog nach Wien und Budapest, besuchte mehrmals Italien, reiste auch tiefer in den Süden, es zog sie nach Afrika und in den Nahen Osten. Sie suchte die Wärme und das Leben, das ihr eigenes ihr nicht ausreichend gab. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verließen die Kuffners Europa, sie fuhren nach Amerika. Sie malte dort die Damen der Gesellschaft, er floh als Jude vor dem Naziterror. In Amerika wurden sie jedoch nicht an einem Ort sesshaft, sie besichtigten, wohnten in New York, San Francisco, Los Angeles, Miami aber auch auf Cuba. Auch ihre Töchter kamen nach Amerika. Erst ab 1949 kehrte Tamara mehrmals nach Europa, Italien, Paris zurück. Nach dem Tod ihres Mannes 1962 zog sie zu ihrer Tochter Kizette, die in Huston wohnte. Doch lange hielt sie an einem Ort und wahrscheinlich mit der Familie nicht aus und zog nach Cuernavaca in Mexico, in die Stadt des ewigen Frühlings. 1980 stirbt sie auch dort und ihre Asche wurde am Vulkan Popocatépetl verstreut.

Ihr Leben hat sie an verschiedene Orte geführt, sie blieb nie länger irgendwo, war getrieben von ihren eigenen Ansprüchen oder vom Schicksal? Trotzdem führte sie ein gesellschaftlich sehr erfüllendes Leben; so kam sie auch an ihre Aufträge, meistens durch Mundpropaganda. Sie malt des Öfteren Damen der höheren Gesellschaft, damit verdiente sie genug Geld, um für sich, aber auch für ihre Familie zu sorgen. Vor allem die Bilder mit den klaren, eindeutigen Farben, die mit Schatten und Licht spielten, blieben ihr Markenzeichen, das madonnenhafte Blau, das klare Hoffnungsgrün. Irgendwann war sie eine der bestbezahlten Künstlerinnen der Welt. Schwer wog bestimmt, dass ihre Versuche in anderen Stilrichtungen nie erfolgreich waren. Sie wandte sich auch anderen Themen zu, versuchte Landschaften, Stillleben zu malen; an ihre glorreichen Erfolge der art déco-Zeit konnte sie aber nicht mehr anknüpfen.

Für mich bleibt sie die Ikone einer Zeit, in der das Gefühl der Schönheit mit der Einfachheit zusammenging, in der alles: die Architektur, die Inneneinrichtung, die Gegenstände, alles den Wunsch äußerte, das Schöne zu kultivieren und zu prämieren. Die Ausstellung bringt das eben auch zusammen, zeigt die Einrichtung ihres Appartements und Ateliers in Paris, auch Gegenstände, die sie benutzt hatte, werden ausgestellt. So ergibt sich nicht nur durch ihre Gemälde ein Bild der ganzen Person, nur so kann man sich ihr annähern und sie besser verstehen.

Was kannst du mir, Herr, geben?

Was wirst du machen, Herr, wenn ich sterbe? (Foto: Konrad Kozaczek)

Ela Kargol und Ewa Maria Slaska, die sowohl den Blog ewamaria.blog als auch eine informelle Gruppe dreier Freudinnen vertreten (die eine Freundin – Krystyna Koziewicz – fuhr gerade zur Reha) möchten zu Ehren des 41. Geburtstags der Regenbogenfabrik ihre Zeit, ihre Gedanken und ihre Spaziergänge darstellen zu den Themen Pandemie, Lockdown, Krankheit, Verlust und Krieg.

Und trotz all dieser schweren Lasten zeigen, dass frau (versuchen) kann, ihren Optimismus, ihre Autoironie und, ja, auch Humor zu bewahren.

Es kommen Texte, Fotos, Plaudereien, Musik und Gedichte. Hier ein Gedicht:

Ela Kargol, Frühling in meinem Garten

Der Frühling in meinem Garten ein bisschen unbeholfen,
als ob es ihm verboten wäre, das Haus zu verlassen.
Nun, Knospen sind da und Gras vom letzten Jahr,
ein paar Gänseblümchen auf dem blassen Rasen.
Nur die Veilchen wollen sich vielleicht beeilen,
sie duften, sie violetten…
Die Eiche noch im Winterrock, nicht angezogen,
könnte doch noch keinen Lenzkleid kaufen,
zieht ihren Mantel nicht aus
klammert sich an den Zaun
streckt sich gelangeweilt aus.

Was blühen soll, wird blühen, aber bei dem Nachbarn
Bei uns fraßen Mäuse alles, worauf es ihnen pfiff.
Oder legten sich einen Vorrat an
Für unsichere Zeiten
Diese Unsicherheit
Auch im Frühling,
weiß nicht, was sie tun soll,
sie liest die Leitlinien nicht.

Die Bienen wählen bald ihre Queen
setzen ihr eine goldene Krone auf.
Nun, die Königin sieht mit einer Krone gut aus.
Andere werden sie gerne ausziehen,
Abdanken, zurückweisen,
sie verlassen das Königreich,
…keinen Frühling wollend.
Hinter einem Vorhang schauen sie nach,
ob die Sonne schon scheint, der Apfelbaum blüht,
oder der Flieder.

SprachCafé Polnisch & ewamaria.blog

präsentieren

FRIDAY, 18 MÄRZ 2022 FROM 19:00-21:00

Event by SprachCafé Polnisch e.V. – Polska Kafejka Językowa

Schulzestr. 1
13187 Berlin Pankow

Trzy berlinianki i szczecinianki z wyboru, zamiłowane czytelniczki i niestrudzone spacerowiczki, od kilku już lat eksplorują swoje miasta, opisują swoje spacery, poszukiwania i lektury na Facebooku i na blogu ewamaria.blog. Od marca 2022 roku zapraszają na comiesięczne spotkania do Polskiej Kafejki Językowej.

Obowiązują reguły 2G plus (centrum testowania znajduje się tuż koło stacji Wollankstr.)

Spotkanie odbędzie się w ramach projektu „SprachCafé 2.0″- FEIN-Pilotprojekt oraz “Od 10 lat razem” – przy wsparciu Urzędu Dzielnicowego Pankow.

Drei Wahlberlinerinnen und Wahlstettinerinnen, leidenschaftliche Leserinnen und unermüdliche Spaziergängerinnen erkunden seit einigen Jahren ihre Städte und berichten auf Facebook und im ewamaria.blog von ihren Spaziergängen, Recherchen und Lektüren. Ab März 2022 laden sie einmal im Monat zum Treffen im Sprachcafé Polnisch ein.
Seid dabei!
Es gelten aktuelle Covid-Regelungen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Projekte „SprachCafé 2.0″- FEIN-Pilotprojekt sowie “Seit 10 Jahren zusammen” statt – mit Unterstützung des Bezirksamtes Pankow.

Märztreffen

Serdecznie zapraszamy na spotkanie z nową książką wydaną przez Monikę Szymanik, „Dzieciństwo 1935–1949”. Autorką książki jest Christel Schubert (1935–2019), przedwojenna mieszkanka secesyjnej i reprezentacyjnej kamienicy przy ulicy Świętego Wojciecha 1 (dawnej Karkutschstrasse) w Szczecinie. Swoje wspomnienia spisała kilkadziesiąt lat po opuszczeniu Stettina. Monika Szymanik, która już w pierwszym swoim albumie „Kamienica w lesie” pokazuje nam stary kamieniczny Szczecin, spaceruje śladami małej Christel i jej wspomnień, zatrzymując w obiektywie komórki (tak, komórki!) te miejsca sprzed 80 lat, które nierzadko wyglądają już inaczej i są niemymi świadkami już innych historii.
W spotkaniu weźmie udział Siegmar Jonas, brat Christel Schubert.

Przy okazji rozmowy o dzieciństwie podczas tamtej wojny na pewno porozmawiamy też o tej wojnie, która dzieje się tu i teraz i dotyka, jak tamta, nie tylko żołnierzy, ale wszystkich, dzieci, kobiety, starych, chorych.

Wir möchten Sie herzlich zu einem Treffen mit dem neuen Buch von Monika Szymanik einladen – “Kindheit 1935–1949”. Die Autorin des Buches ist Christel Schubert (1935–2019), eine Vorkriegsbewohnerin eines repräsentativen Mietshauses in der Święty-Wojciech-Straße 1 (ehemalige Karkutschstraße) in Szczecin.
Christel hat ihre Erinnerungen mehrere Jahre nach ihrem Verlassen der Stadt in einem Tagebuch festgehalten. Monika Szymanik, die uns schon in ihrem ersten Fotoalbum “Altbauliebe einer Stettinerin” das alte Stettin im neuen Szczecin zeigt, wandelt auf den Spuren der kleinen Christel und ihrer Erinnerungen und fängt mit dem Objektiv ihres Handys (ja, Handy!) jene Orte von vor 80 Jahren ein, die heute oft anders aussehen und stumme Zeugen schon anderen Geschichten sind.
Am unser Treffen nimmt teil Siegmar Jonas, Bruder von Christel Schubert.

Bei dem Gespräch über das Leben eines kleinen Mädchens während des 2. Weltkrieges kommen wir unausweislich auch an den aktuellen Krieg – den Putins gegen Ukraina, der, wie auch der Krieg damals, nicht nur den Soldaten gilt, sondern allen: Kindern, Frauen, Alten, Kranken.


Frauenblick auf eine Stadt

Monika Wrzosek-Müller

Żyrardów eine ehemalige Musterstadt der Leinenindustrie

An die Leinenvorhänge in meinem Kinderzimmer erinnere ich mich sehr gut. Das Orange war leuchtend und die grob gewebte Struktur ließ auch immer die Sonne durchscheinen. Mir wären etwas enger, dichter gewebte Stoffe lieber gewesen, hinter denen man sich besser verstecken und etwas mehr Schatten haben könnte. Doch diesen Leinen gab es zu kaufen und es war auch bunt, farbenfroh, im Gegensatz zu der grauen, wirklich grauen Wirklichkeit. Damals habe ich gar nicht daran gedacht, dass sich die Leinenfabriken nicht weit von Warschau befanden und der Stoff dort hergestellt wurde, deshalb auch erhältlich war. Doch die Farbigkeit und die schönen Muster sind mir immer noch in Erinnerung; die Vorhänge wurden dann im Lauf der Jahre in Kissenbezüge umgenäht. Später, als Teenager, hatte ich auch ein langes Kleid aus Leinen, exakt aus dem Leinenstoff für Kartoffelsäcke – grob, naturfarben, das Kleid lang, mit Fransen unten, sehr herausfordernd, vor allem für meine Eltern. Ansonsten hielten sie sehr an polnische Produkte, und Leinen war ein solches.

Jetzt, an dem bisher einzigen schönen Wochenende seit Weihnachten, haben wir von Warschau aus einen Ausflug nach Żyrardów unternommen. Die Stadt liegt etwa 45 Km entfernt von der Hauptstadt, in südwestliche Richtung. Sie ist leicht zu erreichen, sowohl von der Autobahn nach Posen aus als auch von der nach Kielce, sie liegt eben in der Mitte, in der flachen, platten masowischen Ebene, ziemlich unwirklich, als einziger geschlossener Komplex erhalten, vom Krieg einfach unberührt geblieben. Sie ist auch mit der Bahn zu erreichen, auf der Strecke nach Łódź. Schon seit 1845 hatte Żyrardów einen Bahnanschluss, es lag an der Eisenbahnstrecke Warschau-Wien.

Überhaupt kommt man in dem Städtchen nicht aus dem Staunen heraus; es stehen noch so viele Bauten aus dem 19. Jahrhundert: der alte, schöne Bahnhof im Stil eines polnischen Landhauses, mit prächtigen Kachelöfen im Wartesaal, die ganze Siedlung von süßen Arbeiterhäusern aus Backstein, mit Holzhäuschen in den Gärtchen, wo die Arbeiter Hühner hielten und Wirtschaftsräume hatten. Es ist atemberaubend, diese Holzkonstruktionen zu sehen, die ältesten aus den 1870er Jahren. Und sie existieren immer noch und werden von den jetzigen Bewohnern auch benutzt. Die Häuser sind noch nicht restauriert, werden aber weiter bewohnt. Im Zentrum der Siedlung gibt es natürlich eine imposante Pfarrkirche im neugotischen Stil, 1900-1903 erbaut; es gab mehrere Kirchen verschiedener Konfessionen, wie es auch verschiedene Nationalitäten gab, die in dem Städtchen zusammenlebten: Polen, Juden, Tschechen, Slowaken, Franzosen, Ukrainer, Russen; sogar Schotten und Engländer soll es gegeben haben. Die katholische Pfarrkirche ragt mit ihren beiden imposanten Kirchtürmen in der flachen Landschaft empor und man sieht sie schon von weitem. Vor der Pfarrkirche war früher der Marktplatz, heute eher eine Grünanlage mit Bänken und Rosenbeeten. Gegenüber, auf der anderen Seite der Hauptstraße („Straße des 1. Mai“) erhebt sehr der ganze Komplex der Fabrikanlagen mit der alten und neuen Spinnerei und der Strumpfweberei, die jetzt, gründlich saniert, in sehr interessant aussehende Lofts und Wohnungen umgewandelt wurde. Die Ausmaße dieser Bauten lassen den Besucher staunen, aber es handelte sich ja um die größte Leinenproduktionsstätte in Europa und die Strumpffabrik soll immerhin die größte im russischen Reich gewesen sein. Weitere Sehenswürdigkeiten kann man aufzählen: die alten Schulen und das Fabrikkrankenhaus, auch ein Waisenheim und ein Kindergarten haben dort Platz, es fehlte nicht einmal eine Bade- und Waschanstalt. Schließlich waren da die imposanten Gebäude der Verwaltung, das Kontor, das Magistratsgebäude; alle diese Bauten waren hauptsächlich aus rotem Backstein errichtet, was vielleicht an Łódź erinnert, aber allgemein in diesen Breitengraden nicht sehr häufig vorkam.

Das alles war mit Grünanlagen und Parks geplant worden und der Entwurf wurde auf der Weltausstellung in Paris als Mustersiedlung präsentiert. Offensichtlich war den Fabrikanten auch Kultur und Unterhaltung wichtig, schon 1913 entstand das Volkshaus Karl Dittrichs mit einer Bühne, später als Kino genutzt, und die „Ressource“, ein jetzt sehr schön restauriertes Gebäude, das als Touristeninformationszentrum, Hotel und Restaurant dient und früher eine Art englischen Club und ein Theater beherbergte. Man geht wirklich staunend herum – überrascht, dass damals so gründlich über ein Bauensemble nachgedacht wurde; z.B. wurde das Arbeiterquartier sorgsam getrennt von den Direktorenvillen errichtet. Mitten im sehr schön angelegten Park steht auch die Repräsentationsvilla von Karl Dittrich, jetzt ein Museum. Der Park mit seinen Wasserläufen und kleinen Brückchen, alten Buchen und Pavillons zum Verweilen wurde auch erst vor Kurzem instandgesetzt. Natürlich lag das Städtchen an einem Flüsschen, denn die Leinenproduktion verlangte viel Wasser. Ich habe sehr gelacht über seinen Namen: Pisia Gągolina (das Wort pisa stammt angeblich aus altpreußisch und bedeutete fließen, gągolina dagegen kommt von den Lauten, die die Gänse erzeugen).

Immer wieder dachte ich, das ist eine komplette Welt für sich, eingeschlossen, perfekt in sich stimmig; man konnte da leben, arbeiten, in die Schule gehen und nie herauskommen, nie den Ort wechseln; nur für den Handel, für den Verkauf mussten die Herren Direktoren sich in die Ferne, hinaus in die Welt draußen wagen. Die Produkte, die Leinenstoffe wurden in vielen Städten Europas verkauft. Die Fabrik betrieb Läden unter anderem in Warschau, Kalisz, Tschenstochau, Posen und St. Petersburg.

Ich lief durch die kleinen, von Bäumen gesäumten Straßen und stellte mir vor, wie es war damals, als die Fabriken noch in Betrieb waren, die Schornsteine Rauch ausspuckten, die Maschinen unheimlich lärmten, die Damen in den langen Kleidern spazierten und die Arbeiter und Arbeiterinnen (denn davon gab es viele) in graublauen Arbeitsuniformen vorbeihuschten. Die Vergangenheit ist hier sehr genau sichtbar und nachfühlbar, fast konserviert; die Zukunft mit den schönen Lofts noch sehr unsicher, gewünscht aber nicht gelebt.

Noch ein Aspekt ist mir bei dem Städtchen wichtig; ich hörte davon in Prag, da wollte ein junger tschechischer Historiker eine Arbeit darüber schreiben. Die Verbindungen zu Tschechen sind vielfältig und gehen tief. Die zweite Entwicklungsphase der Fabrikstadt, seit der Übernahme durch Dittrich und Hielle, die eben aus Nordböhmen kamen, brachte eine rasante Entwicklung und beträchtlichen Ausbau. Sie nannten ihr Unternehmen Zyrardower Manufacturen Hielle & Diettrich und beschäftigten eine Menge von Arbeitern und sorgten auch für sie. Unter den Familien, die nach Żyrardów kamen, gab viele Einwanderer aus Tschechen. In einer dieser Familien wurde 1881 Pavel Hulka geboren. Dank eines Stipendiums in Heidelberg konnte er als Publizist und später Übersetzter arbeiten, zusammen mit seiner polnischen Frau Kazimiera Laskowska gründete er die Zeitung Echo Żyrardowskie, in der er sich sehr für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter einsetzte. Vor allem aber war er als Übersetzer aus dem Tschechischen tätig. Er brachte Werke von Karel Čapek und Bozena Nemcova dem polnischen Publikum nahe, größere Bekanntheit erlangte er aber vor allem durch die Übersetzung des Romans „Der brave Soldat Schwejk“ von Jaroslav Hašek. Sein autobiografischer Roman, fast ein Tagebuch, „Mój Żyrardów“ kann als Quelle für das Geschehen während des Krieges in Żyrardów gelesen werden.

Und noch eins: warum eigentlich Żyrardów? Der Name stammt von dem französischen Techniker, später auch Ingenieur Philippe de Girard; sein Denkmal steht inzwischen vor der „Ressource“, für alle sichtbar. Nach einem sehr abwechslungsreichen Leben – er hatte für einen in Frankreich ausgeschriebenen Preis für eine Flachsspinnmaschine eine solche konstruiert, das Preisgeld aber nie bekommen – wurde er 1825 von der russischen Regierung nach Warschau geholt. Nach mehreren weiteren Stationen landete er schließlich mit seiner Erfindung in den Leinenproduktionsfabriken. Später versuchte er sich in Bergbau, Wasserbau und der Zuckerproduktion. Und da das G als ż ausgesprochen wird, kam es zum dem Ortsnamen Żyrardów.