Frauenblick. Prag.

Monika Wrzosek-Müller

Mein Prag, die ersten Tage

Prag hat sie in Beschlag genommen. Eine Stadt, die wirklich verzaubert und vereinnahmt, so dass man an wenig anderes denkt, denken kann. So viel Schönheit aus allen Epochen, so viel Vielfalt hat sie selten erlebt. Alle Stilrichtungen der Architektur sind vertreten: Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Jugendstil, der böhmische Kubismus, Bauhaus und eine Menge der modernen experimentellen Architekturstile, die sie nicht zu benennen wüsste, die sich aber auch stolz präsentieren. Vieles sticht richtig ins Auge und breitet sich aus, wie in einem Lehrbuch für Architektur bei einem Spaziergang, besonders im Letna-Park, von dem ihr der Wahnsinnsausblick immer wieder den Atem stocken lässt. Im Moment sind wenig Touristen unterwegs, sie könnte sogar auf der Karlsbrücke verweilen und die Ausblicke genießen. Sie fühlt, dass in der Stadt verschiedene Kulturen aufeinander trafen und treffen, aber in weicher Variante, man erlaubt den anderen zu leben. Zugleich aber spürt sie so etwas, als ob die Stadt niemanden gehören würde, als ob sie für sich da stünde, eine wirklich globale europäische Stadt, weder deutsch noch jüdisch, aber tschechisch auch nicht. Wenn am Samstagabend die Kassiererin an der Kasse bei „Tesco“ zehn Personen auf Tschechisch immer wieder fragte, ob sie Kleingeld hätten, konnte ihr niemand in der Sprache antworten. Sie lächelte verschmitzt, als ich ihr dekuji sagte.

Zwar stehen in Prag viele tschechische Regierungsgebäude, doch den Tschechen gehöre sie auch nicht wirklich. Seit Jahrhunderten lebten hier Deutsche, Tschechen und Juden zusammen; dann kamen Vietnamesen und jetzt abertausende Touristen aus wirklich allen Ecken der Welt, erstaunlich viele aus asiatischen Ländern; Gruppen von sanft lächelnden asiatisch aussehenden Mädchen streifen durch die Straßen, kaufen in den tausenden Geschäften tausende Kleinigkeiten ein. Sie bestimmen das Bild der Stadt; auf sie stellt die Stadt sich um und davon lebt sie.

Für sie war aber erst mal wichtig, dass es eine weiche, harmonische, helle barocke Stadt ist, in sanftes Licht getaucht; oft steigen Nebelschwaden aus der Moldau hoch und die Sonnenstrahlen zerstreuen sich und tauchen die Stadt in einen goldenen Heiligenschein. Dann sieht man von oben nur die Konturen der Brücken, dadurch wirkten sie leichter, beschwingter, die Konturen der Kuppeln und der Türme; von da oben (den Letna-Park) scheint alles weit weg zu sein, am Horizont, hinter der Brücke, in Wirklichkeit aber ist fast alles zu Fuß zu erreichen in 10, 20 Minuten kann man in der Altstadt aber auch auf der Kleinseite alles erreichen. Natürlich geht sie auf den Wegen der Touristen, die waren auch sehr geschickt angelegt, so dass die Menschenströme später dann im Frühjahr oder Sommer gelenkt werden können: nach oben zum Hradschin, zum Veitsdom, nach unten zur Karlsbrücke, in die Mitte zum Altstädter Ring. Dafür wird man mit schönen Ausblicken belohnt, die Wege sind auch extra so gebaut, mit einer Bank zum Verweilen, oder einer Balustrade um sich daran anzulehnen, dass man länger sich auf ihnen aufhalten kann. Überall gibt es Hinweisschilder und man kann schnell zu einzelnen Denkmälern gelangen. Die Situation erinnert sie an Florenz, eine Stadt, die sich den Touristenmassen ergeben hat und eigentlich für sie existierte. Doch hier ist die Vielfalt und Größe vielleicht noch überwältigender.

Man kommt mit der Straßenbahn leicht überall hin; es gibt auch eine U-Bahn, doch die Stationen gehen so steil in die Tiefe hinunter, dass sie immer wieder Angst bekommt und die Straßenbahn vorzieht, außerdem kann man von der Straßenbahn am Fenster klebend die Fassaden der Häuser, der vorbei huschenden Bauten bestaunen. Natürlich gibt es für Touristen Kutschfahrten auch Bootsfahrten, allerdings in einem begrenzten Areal der Moldau, denn sie bildet Stufen. Man kann sich aus der Flotte von alten Automobilen in verschiedenen Farben eins aussuchen und durch die Altstadt rasen. Die jungen Leute ziehen neuerdings E-Roller, E-Scooter vor, auch wenn die meisten Straßen sich dafür eigentlich gar nicht eignen, sie sind nämlich mit Kopfstein gepflastert. Die Zahl der Cafés, Restaurants, Kneipen, Bistros ist schier unendlich; von edel bis Schnellimbiss ist alles dabei; auch Musik-, Jazzkneipen sind überall zu finden. Die Qualität des Essens ist gut bis sehr gut; die Touristen verschlingen alles, so dass es frisch ist, jeder kann für sich etwas finden.

Die Tschechen scheinen den Touristenrummel mit stoischer Ruhe zu ertragen, sie fallen nicht auf; ja sie sind fast unsichtbar in der Altstadt und auf der Kleinseite und doch müssten sie diese Stadt von irgendwoher dirigieren, leiten. Die meisten scheinen ihr sehr angenehm und zurückhaltend. Viele sprechen mehrere Sprachen, die jungen Leute meist eher Englisch.

Der Fluss Moldau bildet Mäander und kleine Inseln, die sich zum Spazieren sehr gut eignen. Wegen des Hundes entdeckte sie auch Kampa, die auf der Kleinseite gelegene Insel; durchzogen mit Kanälen, mit kleinen Brücken, kleinen alten Häuschen, wunderbaren Cafés, einem Museum für moderne Kunst und einen Skulpturenpark, das Ensemble präsentiert sich prachtvoll, wurde von Exiltschechen Jana und Medy Mladovych errichtet. Sie nannte es Kleinvenedig, jetzt, in Februar, ist noch alles eher leer und mühelos zu erreichen und zu durchwandern.

Auch hat sie Plattenbauten in den Peripherien von Prag entdeckt. Wie die französischen banlieues ziehen sich die Wohnblocks in die Täler und Hügel sternenförmig aus der Stadt hinaus, sie sind von Streifen mit Natur durchzogen, die wirklich sehr schön, naturbelassen wirken. Der Reiz dieser Landschaftsstreifen beruht auf den felsig-hügeligen Formationen, mit kleinen Waldabschnitten, dazwischen gibt es oft große Wiesen, die mit Obstbäumen bepflanzt sind; das müsste in Frühjahr toll aussehen, denkt sie. Die Plattenbauten sind selbst für sie, die aus Warschau kommt, gewöhnungsbedürftig, sie ziehen sich kilometerlang und haben somit mit der Altstadt und ihren Baudenkmälern nichts zu tun. Doch, wie ihre jungen Freunde feststellen, man lebt da angenehm, ist schnell in der Stadtmitte und vor Ort mit aller Infrastruktur ausgestattet.

Sie hat das Gefühl, die Stadt ist harmonisch und lebenswert, trotz der Touristen, wahrscheinlich doch wegen der Sehenswürdigkeiten und den jahrhundertealten, von Menschen für Menschen geschaffenen, gewachsenen Strukturen, auch die Lage mit den Hügeln, die Aussichten über größere Entfernungen erlauben, ist herrlich. Das bedeutet nicht, dass alles perfekt ist; dass alles zu bewundern gilt. Doch man merkt, dass Prag wieder zu seiner Größe zur Goldenen Stadt zurückgefunden hat.

Die ersten Tage waren sehr angenehm, hoffentlich nicht zu sehr…

Eine Utopie zu mithaben (Reblog+)

Im Voraus, weil es im Artikel keine Erwähnung findet und erst im Kommentar angesprochen wird. Wünsdorf ist eine nach der Wende gegründete Bücherstadt, wo sich vor allem Antiquariate mit ihren enormen Bücherdepots niederliessen. Mehr dazu HIER.

Roland Mischke

Grüner Visionär
Über eine Idee von Eckhart Hahn

Berliner Zeitung, 25.10.019

 

40 Kilometer vor Berlin
Wie Wünsdorf die erste Öko-Stadt der Welt werden könnte

Ausgerechnet Wünsdorf, die lange verbotene Stadt. Sie ist zu seinem Lieblingsprojekt geworden, zu seinem Lebensprojekt. In Wünsdorf will Ekhart Hahn die erste Öko-Stadt der Welt errichten.

Auf brandenburgischen Sand soll auf 90 Hektar Fläche eine Gartenstadt entstehen, der Gründer nennt sie „einen ökologischen Lernort, wie es ihn weltweit noch nirgendwo gibt. Ein neuer Lebensraum, ein Zukunftsmarkt.“ Und der Sand, sagt Hahn, der Siedlungsökologe, werde dabei kein Nachteil sein, ganz im Gegenteil.

Für DDR-Bürger war Wünsdorf gesperrt

Ausgerechnet Wünsdorf, 40 Kilometer südlich von Berlin. Seit 1910 Militärstadt mit Infanterieschule, Kasernen und Truppenübungsplätzen. Im Ersten Weltkrieg war hier das Hauptquartier der Reichswehr. 1935, zwei Jahre nach Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde das Oberkommando der Wehrmacht dorthin verlegt.

1945 übernahm der militärische Führungsstab der sowjetischen Streitkräfte der Roten Armee die Stadt, von Wünsdorf aus wurde die finale Schlacht um Berlin befehligt. Nach der Kapitulation rückte das Oberkommando der sowjetischen Streitkräfte ein, der Kalte Krieg begann. Für DDR-Bürger war Wünsdorf gesperrt.

1994 zogen die Russen ab und hinterließen eine heruntergekommene Stadt, teilweise vermint und weitgehend leer. Heute hat Wünsdorf knapp über 6000 Einwohner, nun sollen noch 10.000 dazukommen. Wenn es nach Ekhart Hahn geht.

(…)
Er ist Architekt, Raumplaner und Siedlungsökologe, 76 Jahre alt, Segler. Das erklärt seine Sprache.

Unsere Städte, sagt er, seien wie fossile Tanker, würden immer schwerfälliger. „Wir brauchen postfossile, wendige, gutorganisierte Segler. Wünsdorf soll zu dem Segelboot werden, das der Welt zeigen wird, wie sich die Städte umbauen lassen. Dass es in der Brandenburger Sandwüste steht, ist für unser Projekt von Vorteil. Mit neuen Nährkreisen werden wir daraus eine fruchtbare Gartenstadt machen.“

Ekhart Hahn ist ein nüchterner Mann, er hat alles durchgeplant und 2016 den Verein ICEC gegründet, International Campus Eco City. Hahn hat Kontakte zu großen Wirtschaftsunternehmen, zu Bundestagsabgeordneten, Brandenburger Landespolitikern und zu Softwareunternehmen. Für ein großes Projekt muss mit anderen zusammen groß gedacht werden. Und wenn sie es verstehen, werden sie zu Unterstützern. Wie der SPD-Politiker Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., den Hahn vor Jahren kennenlernte.

Sie kamen ins Gespräch darüber, was jeder Einzelne dazu beitragen kann, den Klimawandel und die damit verbundenen Flucht- und Siedlungsbewegungen zu begleiten. Die größte Herausforderung auf dem Planeten, sagte Thierse. Hahn erzählte vom Plan einer Eco City. Im Grußwort für das Heft, das das ICEC-Projekt vorstellt schreibt Thierse: „Wir brauchen durchdachte Visionen, wie die zentralen Probleme unserer Zeit zu lösen sind. Ich wünschte sehr, dass dieses Projekt gelingen möge – als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft.“

(…)

Ekhart Hahn ist in Stettin geboren, die Eltern waren Ärzte, die Familie wurde 1945 vertrieben und landete in Niedersachsen. Von dort ging Hahn 1970 an die TU Berlin, war nach fünf Jahren Studium Dozent und bereiste 1975 im Auftrag des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit China. „Noch in der Mao-Zeit, das Land war rückständig, aber es wollte vorankommen.“ In den Siebziger- und Achtzigerjahren hat Hahn in China gelehrt. Sein Thema: die umweltbezogene Siedlungspolitik.

Beeindruckt von dem Report „Die Grenzen des Wachstums“ vom Club of Rome entschied er sich dann für eine berufliche Neuausrichtung und zog sich für sieben Jahre in das Dorf Riedlingen im Schwarzwald zurück. Dort entwickelte er die Thesen zur Siedlungsökologie, die er in mehreren Büchern verbreitete. Zurück in West-Berlin folgten weitere Bücher über die Zukunft der Städte. Die TU Dortmund berief ihn zum Honorarprofessor für Ökologische Stadt- und Raumplanung, das lehrt er seit 1998 auch in Japan.

(…)

Hahn und der Verein ICEC wollen in Wünsdorf 30 Millionen Euro in Grundstücke investieren. In den Machbarkeitsstudien gruppiert sich der Stadtplan um eine grüne Mitte, gerahmt von Wohnquartieren, einer Öko-Station als Herzkammer der Eco City und einem Besucherzentrum. Hier werden sämtliche Energie- und Stoffströme zusammenlaufen, permanent kontrolliert, neu aufbereitet und wieder in den Kreislauf des Stadtorganismus eingespeist. Auf 20 Hektar wird Gartenland, auf 3,5 Hektar werden Gewächshäuser für Gemüse, Obst und Beeren entstehen. Terra preta, schwarze Erde, die sich im Boden des Amazonasbeckens als fruchtbar erwiesen hat, wird den märkischen Sand bedecken. Dazu Biomasse aus Abfällen der Bewohner und ihre Fäkalien zum Düngen.

Die Energieversorgung geschieht nach dem Smart Grid System, es handelt sich um intelligente Stromnetze mit hocheffizienten Energiespeichern. Die kreislauforientierte Technik führt Grund- und Oberflächenwasser, Regen-, Grau- und Schwarzwasser zusammen. Es wird eingesetzt in der urbanen Landwirtschaft, in Gärten, Freiräumen und zur Kühlung. Angelegt werden Wasserläufe, Teiche und eine Fischzuchtanlage. Autos dürfen nicht hinein in die Gartenstadt, Fahrradwege werden gebaut, die Beförderung der Versorgung wird durch Lastenräder und Elektromobilität geleistet. Die Zugereisten sollen  in lichten Häusern mit bunten Fassaden leben.

„Öko-Städte werden unser Überleben sichern“

Angetan ist Ekhart Hahn von den massiven denkmalgeschützten Bauten Wünsdorfs. Die robuste Bausubstanz wird ökologisch saniert. In die einstige Panzerhalle, 120 Meter lang und ebenso breit, 90 Meter hoch, werden drei Etagen implantiert – für Seminarräume und Werkstätten des Campus-Instituts.

Der „Kulturpalast“, in dem einst führende Militärs der Sowjets Klassikkonzerten lauschten, wird zum interkulturellen Zentrum, zum House of One für lernende und lehrende Studierende, die Muslime, Buddhisten und Christen sind. „Öko-Städte werden unser Überleben sichern“, sagt Hahn. „Wenn alle zusammenhalten. ICEC Wünsdorf wird die Blaupause sein.“

Eine Schlüsselaufgabe der Menschheit

Die behördlichen Voraussetzungen sind erfüllt, dank einer großzügigen privaten Spende konnte ein Koordinationsbüro etabliert werden. Jetzt soll Hahns Vorarbeit Früchte tragen. Er hat einen Stab an Experten versammelt: für urbane Landwirtschaft, Landschaftsarchitekten, Pioniere des baubiologischen Planens, dazu Stadtplaner und Künstler.

Der Spezialistenpool wird Studierenden aus aller Welt zur Verfügung stehen, sie werden einige Monate oder Jahre in Wünsdorf leben und dann in ihre Länder zurückkehren.

So arbeitet ICEC inzwischen mit einem Büro in Singapur zusammen, dass dort eine völlig neue Wasserversorgung entwickelt hat. Hahns will Ideen von überallher in der Campusstadt zu konzentrieren. „Der ökologische Stadtumbau ist die Schlüsselaufgabe der Menschheit im 21. Jahrhundert“, sagt er immer wieder.

Er weiß aber auch, dass es nicht genügt, den weltweiten Anforderungen mit Plastikreduktion oder Wärmedämmung zu begegnen. Gebraucht wird ein überzeugendes Konzept. Die Aktivisten von Fridays for Future unterstützt er. Er sagt aber auch: „Sie kennen die Lösungen nicht.“ Ekhart Hahn hingegen glaubt, die Mittel zu kennen, um dem Klimawandel effektiv begegnen zu können.

Da ist die zellulare Vernetzung der Systeme: Wärme aus der Erdtiefe, Energie von der Sonne durch Fotovoltaik, Wasserrecycling und ein perfekter innerer Nährkreislauf. „Die Ressourcen, die wir zum Lebensunterhalt brauchen, werden auf Quartiersebene dezentral neu in Beziehung gesetzt“, sagt Hahn. „Das deutet bereits die neue Mobilität an: kurze Wege, Fahrrad- und Fußgängerbereiche, Frischemärkte, kleine Läden.“ Die lokale Ökonomie hat sich in Mikrostrukturen und der Kiezkultur durchgesetzt. In Wünsdorf sollen 80 Prozent des Gemüse- und Obstbedarfs in der Stadt produziert werden. Für Ekhart Hahn ist das „der Übergang ins postindustrielle Zeitalter“.

Noch wird in Wünsdorf nicht umgegraben und gebaut. Bald aber könnte es so weit sein.


Kommentare:

Anne Schmidt

Die Idee Herrn Hahns von der ökologischen Stadt in Wünsdorf erinnert mich an die Ökostadt Davis bei San Francisco und an die Aussteigerkolonie Eden bei Oranienburg, die Ende des 19. Jahrhunderts von Lilienthal aus Blockhohlsteinen errichtet wurde.
In der Zeit der Planung für ein neues Tempelhofer Feld teilten wir (Bürgerinitiative Flughafen Tempelhof) in einer der zahlreichen Pressekonferenzen der damaligen zuständigen Senatorin, Frau Junge-Reyer, mit, dass die Ökostadt Davis ein Vorbild für eine autofreie Siedlung auf dem Flughafen sein könne.
Leider gingen die späteren Planungen, die Volk sei`s gedankt, in einer Volksabstimmung abgelehnt wurden, völlig an diesen Visionen vorbei. Hätte die Utopie einer ökologischen, autarken kleinen Stadt zur Abstimmung gestanden, wäre das Ergebnis sicherlich anders ausgefallen.
Wünsdorf ist bahntechnisch gut an Berlin angebunden, aber sind die Altlasten aus Land und Wasser wirklich verschwunden? Die befürchteten Kosten für die Dekontaminierung des riesigen Militärareals bei Jüterbog haben die Entscheidungsträger und Lobbyisten Anfang der 1990er dazu bewogen, Schönefeld zum Standort für den Mammutflughafen BER zu küren.
Die Kosten, die bisher in Schönefeld und Umgebung entstanden sind, haben alle anderen wichtigen Problemfelder in Berlin in den Schatten gestellt. Die Brände vom letzten Jahr auf dem “Minenfeld” bei Jüterbog stellen ein weiteres Kapitel im Brandenburger Katastrophenarchiv dar.
Ich hoffe, dass Herr Hahn in der einstigen Bücherstadt Wünsdorf nur ein zurückgebliebenes Archiv und kein vergrabenes und versenktes Arsenal vorfindet. Vielleicht wäre es einfacher eine zweite Abstimmung zur Nutzung des
Tempelhofer Feldes herbeizuführen als in Wünsdorf Altlasten zu beseitigen.

Ewa Maria Slaska

Ach jej, Männer! Dieser Anspruch! ICH war der Erste, der Wichtigste! Noch nie in der Welt gab es so etwas, was ICH mir ausgedacht habe!
Wer verantwortet diese Alleinstellung-Ansprüche in dem obigen Text? Der Ekologe oder der Autor?
Anne Schmidt schreibt über Ökostadt Davis bei San Francisco und die Kolonie Eden bei Oranienburg. Ich habe hier auf diesem Blog mehrere Male über realisierten Utopien geschrieben. Vor allem über Silvio Gesell. Als Silvio Gesell, der übrigens auch zeitlang in der schon erwähnten Kolonie Eden wohnte, seine Teorie des “freien Geldes” veröffentlichte, entstanden in der ganzen Welt mehrere, meistens sehr erfolgreich wirtschaftende, Freie-Geld-Kommunen. Ich schrieb über Silvio HIER, HIER, HIER und HIER. Da er ein deutscher Autor ist, “polonisierte” und übersetzte ich seine Theorie in meine Sprache. Die deutschen Leser können ein Buch von Silvio Gesell über Wirtschaft mit dem Freien Geld HIER lesen.
Wichtiger ist aber, dass man – erfolgreich – versuchte die Gesellsche Theorien lebendig zu machen. In den 30ern gab es mehrere Städte, die es machten, am erfolgreichsten war die Stadt Wörgl in Österreich.

Die positiven Auswirkungen führten dazu, dass der Modellversuch in der Presse als das „Wunder von Wörgl“ gepriesen wurde. Das Interesse daran stieg derart, dass über hundert weitere Gemeinden im Umkreis von Wörgl dem Beispiel folgen wollten. Auch im Ausland und in Übersee fand die Aktion starke Beachtung und Nachahmer. Aus Frankreich reiste der Finanzminister und spätere Ministerpräsident Édouard Daladier nach Wörgl, und in den USA schlug der Wirtschaftswissenschaftler Irving Fisher der amerikanischen Regierung – wenn auch vergeblich – vor, ein Wörgl-ähnliches Geld mit dem Namen Stamp Scrip zur Überwindung der Wirtschaftskrise einzuführen.

Allerdings erhob die Oesterreichische Nationalbank gegen die Wörgler Freigeld-Aktion vor Gericht erfolgreich Einspruch, weil allein ihr das Recht auf Ausgabe von Münzen und Banknoten zustand. Das Experiment von Wörgl und alle weiteren Planungen wurden verboten. Nach Androhung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das Experiment im September 1933.

Na, kann man sagen, dem neuen Visionär geht es nicht um Geld, sondern um, na ja, wie in jeder utopischen Narration – DIE RETTUNG DER WELT, die wie ein Wunder auf dem Sand wachsen wird.

Dazu kann ich nur sagen, der Sohn von Silvio Gesell, Carlos, baute die ganze grüne Stadt auf den Dünnen in Argentinien: Villa Gesell in der Mar de la Plata, wo nichts aber nichts wachsen wollte. Ich schrieb darüber HIER für meine polnische Leser. Der deutsche Leser kann viel über die Villa Gesell HIER erfaren. Auf dem Foto unten sieht man, wie Villa Gesell heute aussieht. Es wohnen dort im Winter ca. 30 Tausend Menschen, im Sommer wesentlich mehr, weil es ein Kurort ist.


Anne Schmidt
Mitbegründerin der aufgelösten BI Flughafen Tempelhof (BIFT)

Ewa Maria Slaska
Blogadministratorin und Utopistin

Incredible paintings… (reblog+)

Yes, I know, you’ve seen it already. All those murals. Last year they were everywhere on Facebook. But then they vanished, as everything on Facebook. And now Kairos (a very very proper moment) for looking again at that murals come. And please, do not forget “our” mural in Stettin-Skolwin 🙂 or “our” mural in Berlin-Kreuzberg (foto Anne Schmidt)

15 Incredible Before & After Street Art Transformations

Hmmm.. actually they are first after and then before, but I do not change the serie. Never mind, bored panda – you are superb!
Yours
EMS

For those individuals among us who possess a talent for art, opportunities to create something beautiful can be found all around us. Everywhere you look, there are empty walls that are just crying out to become something more beautiful, if only someone would take the time. Thankfully, there are plenty of incredibly talented street artists out there who are doing just that, turning drab public spaces into explosions of color and creativity.

1. “Knowledge Speaks – Wisdom Listens,” Athens, Greece

2. “Juliette Et Les Esprits,” Montpellier, France

3. 3D Mural in Poznań (Śródka), Poland

4. “Renaissance,” Le Puy en Velay, France

5. Giant Starling Mural in Berlin, Germany (Star Haus Neheimer Str. 2 – 6, Tegel)

6. “Au Fil De Loire,” Brives Charensac, France

7. Photorealistic Mural, Glasgow, Scotland

8. An entire town was painted over, Palmitas, Mexico

9. Full Moon Hostel, Bristol, UK

10. “Topart,” Budapest, Hungary

11. Tiled Steps, 16th Avenue, San Francisco, California

12. Diving Dog Mural, Mechelen, Belgium

13. “Porte Des Lavandières,” Aurec Sur Loire, France

14. Racoon Mural made of trash and found objects, Lisbon, Portugal

15. “Let’s Keep The Plants Alive,” Białystok, Poland (“Dziewczynka z konewką”, Aleja Piłsudskiego 11/4)

A tu dodatek spoza listy światowej, ale przecież równie dobry. Pokazała to właśnie na Facebooku Danuta Starzyńska-Rosiecka. Słoń prehistoryczny na Skierniewickiej w Warszawie (Wola), namalowany na pamiątkę… wykopalisk archeologicznych. Podczas budowy metra na ulicy Płockiej znaleziono szczątki słonia sprzed 130 tysiący lat.

And here, ach…

Don Kichot, Skolwin, Stocznia, Warski.

Skolwin

Po raz pierwszy pisała o Skolwinie Ela: TU. Teraz tylko dodaję kolejne zdjęcia i informacje, bo oto pan Don Kichot rozpanoszył się w Domu Kultury Klub Skolwin, zszedł ze ściany i jest już wszędzie, stając się znakiem rozpoznawczym instytucji.

Don Kichot na koniu na czerwonym tle zdobi wszystkie drzwi w Klubie Skolwin i w Domu Seniora, zapisanym tak tą połamaną “czcionką skolwińską”, że ten napis też można odczytać jako Don Senor, a twórcami tego konceptu są ci dwaj panowie – dos don señores  – Adam Komorowski, dyrektor i Marek Maj, poeta. On-ci tak podobnyż jest do prawdziwego Don Kichota, że aż dziw bierze, że żyje tu i teraz, a nie tam i przed 400 laty.
Trzy Don Kichotki sfotografowane pod muralem to dwie blogowe autorki – Krysia i Ela, i ja. Ela jest też autorką zdjęć, które oglądamy w holu Domu Kultury Klub Skolwin, wystawy Wsi spokojna, wsi wesoła

Stocznia

Byłyśmy w Szczecinie (i w Skolwinie) 13 grudnia czyli w rocznicę. Marek Maj pojechał z nami pod bramę Stoczni Szczecińskiej, w roku 1981 – imienia Adolfa Warskiego. Pamiętnego 13 grudnia też tam był – był wówczas studentem, bardzo zaangażowanym w ruch Solidarności. Powspominaliśmy więc z Markiem nasze wizyty w stoczniach – gdańskiej i szczecińskiej – przed i za murem, przypominając też sobie (i innym), że Stocznia w Szczecinie podpisała niezależne porozumienie z władzami PRL i zrobiła to o dzień wcześniej niż gdańska, bo już 30 sierpnia 1980 roku. Sprawdzając dane w Wikipedi przeczytałam też, że: odbył się tu pierwszy po II wojnie światowej strajk robotniczy (1958). Odbyły się też wielkie strajki w grudniu 1970 roku i w sierpniu 1980 roku. Wikipedia potwierdza więc nasze wspomnienia, pisząc, że strajk w stoczni szczecińskiej zakończył się podpisaniem pierwszego z porozumień sierpniowych, których było w sumie cztery: w Szczecinie, Gdańsku, Jastrzębiu Zdroju i Hucie Katowice (Dąbrowa Górnicza).

Warski

Przy okazji upewniam się jeszcze, że dobrze pamiętam, iż Warski był bardzo porządnym patronem. I rzeczywiście: Adolf Warski, właściwie Adolf Jerzy Warszawski, ps. Jan z Czerniakowskiej, Michałkowski, Jelski (ur. 20 kwietnia 1868 w Warszawie, zm. 21 sierpnia 1937 w Moskwie) – działacz robotniczy, socjalistyczny i komunistyczny pochodzenia żydowskiego, dziennikarz i publicysta, poseł na Sejm I kadencji w II RP.

Teraz gdy kopiuję jego skrócony życiorys, zastanawiam się, jak to było możliwe, że Sowieci pozwolili uczcić pamięć komunisty, który został ukatrupiony w Moskwie, jak to się w latach 30 nagminnie zdarzało. Czytam więc dalej:

Podczas „wielkiej czystki”, 12 lipca 1937, został aresztowany przez NKWD. 21 sierpnia 1937 Kolegium Wojskowe Sądu Najwyższego ZSRR skazało go na karę śmierci za przynależność do organizacji szpiegowsko-terrorystycznej POW. Rozstrzelany tego samego dnia i pochowany anonimowo.

Zrehabilitowany został 29 kwietnia 1955 postanowieniem Kolegium Wojskowego SN ZSRR.

W latach 1959–1990 był patronem Stoczni Szczecińskiej.

No tak, a w roku 1990 Stocznia odrzuciła Warskiego jako patrona, bo bardziej się zapewne liczyło na minus to, że był komunistą, niż na plus fakt, że był ofiarą czystek stalinowskich. Przez chwilę pocieszałam się, że Warski przestał być patronem stoczni, gdy została zlikwidowana, ale nie. Stocznia Szczecińska była wprawdzie pierwszą polską stocznią, która odrzuciła gorset struktur peerelowskich (co jej zresztą, jak się potem okazało, wcale nie wyszło na dobre, ale to już inna historia), tym niemniej została przekształcona w jednoosobową spółkę Skarbu Państwa dopiero we wrześniu 1991 roku, a Warski został wysiudany już w roku 1990. W czerwcu 1992 roku stocznia rozpoczęła sądowe postępowanie układowe z wierzycielami. Układ uprawomocnił się w listopadzie 1992 roku.

Sic transit gloria mundi. Tak, owszem, ale również sic transit memoria mundi. Warski przestał być patronem Stoczni, gdy ta jeszcze istniała. W prasie lokalnej dziwnie cicho na ten temat. W każdym razie do internetu nic się nie przedostało. Był patronem, przestał być patronem. Również dla IPN-u bez znaczenia jest śmierć Warskiego z rąk NKWD, jego nazwisko znajduję na liście “nazw do zmiany” (chodzi o zmianę nazw ulic, ale mimo to – żeby o człowieku pisać per “nazwa”!)

Foto: Ela, Krystyna, Marek

Kulinarisches Krakau

Seit Jahrhunderten wird Krakau für ihre Küche geschätzt und ist dieses Jahr die Europäische Hauptstadt der gastronomischen Kultur (http://culinary.krakow.pl/). In der ehemaligen Haupt- und Königstadt von Polen kann man exzellente polnische Küche genießen. Arkadiusz Łuba ist auf einer Recherchereise in Krakau gewesen und hat dortige Restaurants, Bars und Cafés unter die Lupe genommen. Und natürlich auch die polnische Küche Krakaus getestet.

Arkadiusz Łuba

Unterwegs in der Europäischen Hauptstadt der gastronomischen Kultur 2019

Der Krakauer Drachen und das Schwefel-Schaf (Bild im Restaurant „Wierzynek“), fot. © Arkadiusz Łuba
Der Krakauer Drachen und das Schwefel-Schaf (Bild im Restaurant „Wierzynek“), fot. © Arkadiusz Łuba

Krakau war schon seit dem Mittelalter für seine kulinarischen Besonderheiten bekannt. Der Legende nach, wohnte einst in der Höhle unter dem Wawel, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige, an den Ufern der Weichsel, ein Drache. Er tötete die Bürger, steckte ihre Heime in Brand und verschlang ihr Vieh. Kein Ritter konnte ihn besiegen. Bis der schlaue Schusterlehrling namens Dratewka ihn zum Frühstück mit einem mit Schwefel gefüllten Schaf fütterte. Der Monster musste wegen des im Magen brennenden Schafs so viel trinken, bis er endlich platzte. Kein Drachen wohnt seitdem in der Höhle. Der Ort wird heutzutage nur noch reichlich von jungen Touristen besucht.

Ein Denkmal erinnert an den Krakauer Drachen, fot. © Arkadiusz Łuba
Ein Denkmal erinnert an den Krakauer Drachen, fot. © Arkadiusz Łuba

Heutzutage frühstückt man ruhiger, aber gar nicht bescheidener. Die Marke „Handelek“ bietet seit genau zwei Jahren Schnitten, Wein und Bier zum Frühstück – ganz nach der Krakauer Frühstückstradition des 19. Jahrhunderts. Vor mehr als hundert Jahren wurden neben Delikatessengeschäften die „Handelki“ gegründet, also lebhafte Frühstückslokale, in denen man von morgens bis Mitternacht speisen und Bier trinken konnte. Auf der Speisekarte standen Innereien und riesige, viel schichtige Sandwiches mit Schafskäse, Paprika, Lachs, Kaviar und Schweizer Käse.

Frühstück bei Handelek, fot. © Arkadiusz Łuba
Frühstück bei Handelek, fot. © Arkadiusz Łuba

Das heutige „Handelek“ der Inhaberin Katarzyna Młynarczyk ist ein geräumiges Frühstücksrestaurant in der Nähe des berühmten Lebensmittelmarktes Stary Kleparz. Auf die belegten Brote kommt Wurst lokaler Metzgerein, Butter und Käse aus der Molkerei in nahe liegenden Skała und die Forelle aus Ojców, auch unweit von Krakau. „Unser Geheimnis liegt in dem Sauerteigbrot aus unserer eigenen Bäckerei“, sagt Katarzyna Młynarczyk: „Es ist eine Mischung, mit nur 10% Weizenmehl. Wir benutzen uralte, leckere und gesündere Getreidesorten. Das ist die Basis, wozu verschiedene Pasten hinzukommen, wie zum Beispiel Ente mit Brandy. Wir haben nur Premiumprodukte mit Brombeer-Streusel oder saisonalem Obst oben drauf. Sehr beliebt ist auch das Kalbshirn, ganz nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert“.

Die Kundin Dorota ist mit ihrem Mann nach Krakau gekommen, eine Geschäftsreise. Sie ist begeistert: „Während mein Mann an vielen Sitzungen teilnimmt, gehe ich in Cafés. Das Café hier ist sehr gut. Ich genieße den Kaffee. Und die belegten Brote sind sehr lecker und gesund“.

Der Krakauer Hauptmarkt in der Altstadt mit Blick auf die Marienkirche und die Sukiennice, fot. ©Arkadiusz Łuba
Der Krakauer Hauptmarkt in der Altstadt mit Blick auf die Marienkirche und die Sukiennice, fot. ©Arkadiusz Łuba

Krakau war eine wichtige Handelsstadt. Kaufleute aus ganz Europa kamen hierher und schließen Geschäftsverträge ab. Der Krakauer Handel fand auf dem Markt statt. Hier versorgten sich nicht nur Kaufleute, sondern auch Bürger. Diese Handelstradition blieb bis heute bestehen. In der ganzen Stadt sind einige Dutzend kleinere und größere Marktplätze zu finden. Damit hängt die Tradition des Straßenessens zusammen. Am häufigsten wird der sogenannte „runde König von Krakau“ – der Obwarzanek – also der Brotringel verspeist. „Bevor der Brotringel im Ofen landet, wird er kurzgekocht, damit der Aufgehenprozess gestoppt wird. So bleibt der Brotringel drinnen weich und wird zugleich außen knusprig“, sagt Marta Krzyżek-Siudak vom Museum des Brotringels.

Krakauer Obwarzanek
Krakauer Obwarzanek

Der Krakauer Obwarzanek hat weltweit seine Cousins: den türkischen Simit, den südgermanischen Brezel, oder den jüdischen Bagel. Doch der Obwarzanek wird aus zwei – und nicht aus einer – daumendicken Teigrollen geformt. Nur acht zertifizierte Bäckereien in Krakau dürfen ihn nach einer 600 Jahre alten Rezeptur backen. Jeden Tag werden
150 Tausend Stück produziert und gegessen.

Krakauer Wagenfahrer, fot. © Arkadiusz Łuba
Krakauer Wagenfahrer, fot. © Arkadiusz Łuba

An der Ecke der Straßen Grodzka und Poselska wurde wahrscheinlich die beste Maczanka serviert. Diese besonders mit Krakau verbundene Spezialität sollte am Ende des 17. Jahrhunderts als ein schneller Imbiss für Krakauer Wagenfahrer entstehen. Bereits im April gewann Maczanka des Restaurants „Baroque“ im Wettbewerb zum Krakauer Stadtmenü. Der Chefkoch Ryszard Warnke: „In diesem Menü haben wir typische Krakauer Gerichte. Ein leckeres Mischmasch, das aus all den verschiedenen Einflüssen entstanden ist, die sich hier einst getroffen haben. Krakau war ja doch ein wichtiger Knoten auf internationalen Handelswegen. Bis heute erinnern sich die ältesten Einheimischen an verschiedene Speisen. Zu der Maczanka haben wir beispielsweise in uralten Büchern nach Rezepten gesucht. Etwa sechs, sieben Versuche haben wir gewagt, bis unser Experte es als das akzeptierte, was er aus seiner Kindheit kannte. Also ein lang gebratener Schweinekamm mit Kümmel und Zwiebel in dicker Soße, in die eine Wassersemmel getaucht wurde. Etwa wie Pulled Pork“

Maczanka im Restaurant „Baroque“
Maczanka im Restaurant „Baroque“

Ein paar Schritte weiter, am Hauptplatz der Altstadt, befindet sich das Restaurant „Wierzynek“. Wierzynek stammt aus dem Mittelalter. Es ist berühmt für die große Hochzeitsfeier von 1364, als die Prinzessin Elisabeth von Pommern – die Enkelin des Königs Kasimir den III. – Karl den IV., den Heiligen Römischen Kaiser, geheiratet hatte. Die Feier wurde von zahlreichen europäischen Monarchen und dem Adel besucht. Der Legende nach, erhielten die Gäste Gold- und Silbergeschirr zum Andenken.

Rehrücken mit Topinambur, Thymian Eclair, Moosbeeren und karamellisiertem Fenchel in„Wierzynek“
Rehrücken mit Topinambur, Thymian Eclair, Moosbeeren und karamellisiertem Fenchel in „Wierzynek“

In bester Tradition einer polnischen Hofküche serviere „Wierzynek“ heute vor allem Wildfleisch, sagt der Chefkoch, Michał Hajdus: „In unserem Menü stehen Rebhuhn, Perlhuhn und Fasan. Wir basieren auf Reh, Hirsch und Wildschwein. Dazu kommen verschiedene klare Sude und Bouillons sowie rote Soßen. Alle Produkte kommen aus der Region, aus dem Njepolomitz-Urwald oder anderen Ecken Kleinpolens in der Nähe von Krakau. Wir versuchen bei den alten Rezepten neue Technologien und Serviermethoden anzuwenden, wie Vakuumgaren oder Confit, wodurch die Nährwerte beibehalten und Haltbarkeiten verlängert werden. Dazu bleiben die Gerichte saftig und verlieren nicht ihre Aromen“. Am Servicepersonal werde es nicht gespart, so Hajdus weiter. Gleichzeitig könnten zehn bis zwölf Gäste synchron bedient werden. Früher gab es bei Wierzynek sogar bis zu 25 Kellner pro Schicht.

Reporter Arkadiusz Łuba und Restaurantinhaber Jerzy Łodziński bei den hausgemachten Marinaden in Pod Aniołami, fot. © Arkadiusz Łuba
Reporter Arkadiusz Łuba und Restaurantinhaber Jerzy Łodziński bei den hausgemachten Marinaden in “Pod Aniołami”, fot. © Arkadiusz Łuba

Die Küche des Goldenen Krakau ist doch am meisten in „Pod Aniołami“, also „Zu den Engeln“, sichtbar. Das uralte, gotische Mietshaus aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich das Restaurant befindet, ist wie ein Geschmackssinn-Museum. Hier kreisten einst Domherren, Gesandten, Senatoren und Ritter. Hier wird es immer noch adelig auf Dukaten gekocht, Fleisch und Lebkuchen werden vergoldet. Hausgemachte Marinade-Rezepten lassen sich auf die alten Chroniken zurückführen. Im Ofen brennt das Buchenholz, das vergessene Aromen des mittelalterlichen Polens hervorbringt. Dazu serviert der 78-jährige Restaurantinhaber, Jerzy Łodziński, persönlich selbstgemachte Liköre. Er ist der Erbe eines 126-jährigen Geschäfts seiner Großmutter. „Zu den Engeln“ ist für ihn ein Zufluchtsort mit einer besonderen Philosophie: „Zwischen diesen mittelalterlichen Wänden fühle ich die alte Kultur. Die Leute hatten damals friedlich miteinander gelebt. Man hat das Recht respektiert. Gemeinsames Essen hat etwas von dem Frieden, ist weit entfernt von dieser bösen Welt, weit weg von der Politik. Das Essen lässt uns edler werden. Es bringt uns auf ein anderes Lebensniveau von einst. Schade, dass dies vorbei ist. Daher möchte ich die vergangene Stimmung des alten Krakau hier wieder reinbringen. Ich möchte die Nächstenliebe am gemeinsamen Tisch hier wieder erleben“.

Hausgemachte Marinaden in Pod Aniołami, fot. © Arkadiusz Łuba
Hausgemachte Marinaden in “Pod Aniołami”, fot. © Arkadiusz Łuba

Krakau ist heute genau wie vor Jahrhunderten offen für alle Geschmäcker. Hier kann man verschiedene Küchen mit Gerichten aus der ganzen Welt probieren. Wie die Auszeichnungen und Preise sowie der diesjährige Titel der Europäischen Hauptstadt der gastronomischen Kultur wohl versprechen, muss all das sicher ziemlich schmackhaft sein. Das ist es! Und bis zum Ende des Jahres können die Krakauer Stadtmenüs noch verkostet werden.

Frauenblick (colle caelius)

Monika Wrzosek-Müller

Monte Celio

Diesmal war die Zeit in Italien so schnell und unbemerkt vergangen, dass sie gar keine Zeit und keine Themen gefunden hatte, über die sie schreiben wollte. Lag es daran, dass sie dort so viele niederländische Autoren gelesen hatte und im Kopf irgendwie weg war von Italien? Eher nicht, sie war doch mit Herz und Seele da, genoss das gute Wetter und das Essen, die wunderbaren Ausblicke und das warme Meerwasser, sie traf sich mit ihren Freunden, war auch zu dem Litauer in der pesceria gegangen, um ihm zu erzählen, wie toll sie Litauen fand. Doch wieder hat er sie mit unheimlich vielen Bildern auf seinem Computer zugemüllt und nur gefragt: waren sie auch da, und da, und da? Und irgendwie war die Kommunikation gerissen, er reagierte eigentlich gar nicht auf ihre Erzählung, hatte nur seine Bilder im Kopf; da hatte sie den Rückzug angetreten, es waren auch kaum Fische zu kaufen.

Vielleicht war eben alles zu perfekt und zu leicht, so dass der Kopf wirklich abgeschaltet hatte, nicht aufmerksam genug, um sich etwas genau einzuprägen?

Doch einer von den niederländischen Autoren führte sie auch im Kopf immer wieder nach Rom. Seine Helden speisten da vorzüglich und kauften in exquisiten Boutiquen ein, tranken immer wieder die tollsten Weine bis sie todmüde umfiehlen und sich in vier Sterne Hotels ausruhten. Die Vorstellung vom dolce vita in Rom war allgegenwärtig. Die Helden ließen sich vom Kopf bis Fuß neu einkleiden, natürlich für aberwitzige Summen, die sie eigentlich gar nicht hatten aber doch ausgeben konnten. Alles schien möglich zu sein. Das gefiel ihr und sie konnte nicht widerstehen, also machte sie sich auf den Weg dahin, wo sowieso alle Wege hinführen, in die ewige Stadt. Die Reise mit dem Zug dauerte eigentlich ganz kurz, eine Stunde 50 Minuten, davon 25 Minuten innerhalb von Rom. Natürlich ist Rom nicht überall atemberaubend und schön; die Gegend um den Bahnhof Termini selbst sollte man am besten meiden; es ist so ein Geknäuel, dass man richtig auf sein Hab und Gut aufpassen muss. Doch dann, ein paar Schritte weiter, ändert sich wieder alles und man gerät ins Schwärmen.

Von den alten sieben Hügeln Roms (Quirinal, Viminal, Kapitol, Esquilin, Palatin, Aventin, Caelius) kannte sie inzwischen fast alle. Es kamen sogar einige dazu, von denen man wunderbare Aussichten auf Roms Dächer, Kuppeln und Türme hat: Gannicolo oder Pincio, auch Monte Testaccio nicht zu vergessen. Doch die ersten bildeten die alten sieben Hügel, auf denen Rom gebaut wurde, dabei waren Aventin und Celio/Caelius diejenigen, die etwas später dazu gekommen waren. Es ist schon erstaunlich, wenn man von der touristisch verstopften Gegend um das Kolosseum in ein paar Schritten in eine ruhige, fast ländliche Landschaft entschlüpfen kann. Da sie einen kleinen Hund dabei hatten, musste es auch etwas Auslauf geben.

Deswegen wählten sie diesmal den Monte Celio mit seinen Kirchen, Gärten und der Villa Celimontana. Der Weg führte gleich auf einer mit Kopfstein gepflasterten Straße nach oben, der Turm der Kirche des SS Giovanni e Paulo ragte schon von weitem auf. Das Sträßchen war menschenleer und winzig. Große Backsteinbögen spannten von einer zur anderen Straßenseite. Unter der Kirche befinden sich Ausgrabungen der case romane del Celio. Die Ausgrabungen sind für die Öffentlichkeit seit 2002 zugänglich; nach zahlreichen Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten wurden ungefähr 20 Räume unterirdisch für das Publikum geöffnet. Das Museum ist sehr schön gemacht, und seine Geschichte lang. Schon 1887 begann ein Mönch aus der darüber liegenden Basilika mit Ausgrabungen und legte diese alten, auf verschiedenen Niveaus gelegenen und zum Teil mit Fresken und Mosaikböden ausgeschmückten Räume frei. Es wird gemunkelt, dass es sich um das Privathaus von Johannes und Paulus handelt. Doch später wurde festgestellt, dass die Räume aus ganz verschiedenen Perioden der Antike stammen. Ein Raum ist dem Antiquarium gewidmet, in dem unter der Basilika ausgegrabenen Funde ausgestellt werden. Es sind verschiedene Vasen und Arbeitsgeräte, in die Augen sticht eine Sammlung islamischer Keramik, die ursprünglich den mittelalterlichen Turm der darüber liegenden Kirche schmückte.

Leider waren fast alle Kirchen unzugänglich. Zwei befinden sich im Moment in Restaurierung und stehen verstellt durch Baugerüste, bei zwei anderen hätten sie zwei Stunden warten müssen, um hineineingehen zu können. Monte Celio ist reich an wunderschönen Kirchen: die Basilika Santi Giovanni e Paulo; Santo Stefano Rotondo ist eine der ältesten Rundbau-Kirchen in Rom, man betritt die Kirche durch die Wand von Neros Aquädukt, sie ist von einer hohen Mauer umgeben und in einem waldähnlichen Park versteckt. Dann gibt es die Kirche von San Gregorio Magno, hinter der barocken Fassade versteckt sich eine frühchristliche Kirche, umgeben von kleinen Kapellen. Wenn man durch den kleinen Park am Monte Celio geht, an den Ruinen der Villa Celimontana vorbei, steht man vor der Kirche Santa Maria in Domenica, die mit wunderschönen Mosaiken aus dem 9. Jahrhundert ausgestattet ist. Etwas weiter weg, geleitet durch Zeichen auf dem Bürgersteig (als Pilgerweg) gelangt man zur Kirche des Klosters Santi Quattro Coronati. Viele von den Kirchen auf dem Monte Celio sind den Märtyrern gewidmet, die sich weigerten, den Götzen zu huldigen, und sich der christlichen Gemeinde angeschlossen haben; es mutet wie Publicity für Christentum an.

Die einzige weitere Kirche, die geöffnet und zugänglich war, befand sich auch in ein paar Minuten Entfernung und ist unter den Touristen sehr bekannt: die Basilika von San Clemente, dem Märtyrer. Mit ihren drei Ebenen, die übereinander liegen, ist sie wirklich faszinierend. Gleich beim Eingang wird man von dem herrlichen Apsismosaik und dem Marmormosaik auf dem Fußboden überwältigt. Die darunter liegenden Kirchen stammen aus dem 4 Jh. und man kann noch tiefer gelangen zu den Resten von Gebäuden aus dem 1. Jh. Ein Korridor führt zum Eingang einer Mithraeums, einer Mithras gewidmeten Kultstätte, der Weg hinaus führt durch Räume aus dem 1. Jh. Diese Kirche hatte sie schon bei früheren Besuchen in Rom gesehen, jetzt, im Kontext der ganzen Geschichte, dieses Teils von Rom, sah man, dass die Kirchen auf dem Monte Celio immer auf den Resten anderer Bauten entstanden waren. Die Gegend hier galt in der Antike schon als gute, wohlhabende Wohnlage, unweit vom Zentrum, sprich dem foro romano gelegen.

Man ist irgendwann wirklich überwältigt und müde von den vielen Kirchen-Besuchen, aber auch berauscht vom Atem der Geschichte und überrascht, wie unprätentiös die Römer mit ihren herrlichen Bauwerken umgehen. Sie dachte, sie würde gerne länger in dieser Stadt wohnen und leben können, um sich das alles einzuprägen und um besser verstehen zu können, wie das normale alltägliche Leben in diesen Denkmälern möglich ist. Neben den Kirchen gab es eine schöne, einfache Bar, in der man ganz preiswert essen und trinken konnte. Auch der Hund kam auf seine Kosten, er ist gelaufen, ohne auf Menschenmassen zu stoßen.

Heute / Dziś

Stadtführung – Wycieczka po Berlinie

Auf den Spuren von Tschechen, Russen, Bulgaren und Polen im Berliner Bezirk Rixdorf (Neukölln)

Wycieczka śladami Czechów, Rosjan, Bułgarów i Polaków w berlińskiej dzielnicy Rixdorf (Neukölln)

Explore Berlin’s East Europe Now: Rixdorf/Neukölln

Organizatorzy / Organisatoren: Osteuropa-Tage Berlin

  • Niedziela / Sonntag,
    15. September /  września 2019
    14:00 – 18:00
  • Neuköllner Oper

    Karl-Marx-Straße 131-133, 12043 Berlin
    Neukölln ist heute ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen leben und arbeiten. Und auch Flüchtlinge und Übersiedler aus dem heutigen Osteuropa fanden hier ihre neue Heimat – ob die tschechischen Protestanten aus Böhmen, die hier im 18 Jh. kamen, polnische Exilsuchende der 80er Jahre, bulgarische Arbeitssuchende im vereinigten Europa. Unser Rundgang mit dem aus Stettin stammenden und seit über 20 Jahren in Berlin lebenden Stadtführer Martin Januszewski führt uns auf den Spuren des alten und neuen Rixdorfs, wie Neukölln noch vor etwas über 100 Jahren hieß. Wir gelangen zu dem kirchlichen Arbeitslager, wo meist russischen Zwangsarbeiter arbeiteten, zu der bulgarisch-orthodoxen Kirche, einem polnischen Restaurant mit italienischem Einfluss und zu einem böhmischen Dorf, das noch heute einige Traditionen aus der Heimat pflegt und hegt.
    Im Restaurant Bona machen wir eine lunchpause und bitten alle Teilnehmer ca. 10 Euro in der Tasche zu haben für wunderbares Essen (mit selbstgebackenem Brot) und ein Getränk. Somit bedanken wir uns bei der Gastronomen, die an dem Tag zwischen 16 und 17 Uhr nur für uns geöffnet sind.
    Bitte melden Sie sich HIER verbindlich an.
    14:00
    Treffen am Neuköllner Oper
    14:00 – 15:30
    Besichtigung im Rixdorf mit kleiner Pause im Comenius Garten
    15:30 – 16:00
    Gang über Körnerpark und Thomasstraße zu polnisch-italienischen Restaurant Bona Kollektiv (Lunchpause)
    16:00 – 17:00
    Essen und Gespräch mit einem Priester von der Bulgarischen Kirche
    17:00 – 17:30
    Besichtigung der Bulgarischen Orthodoxe Kirche
    17:30 – 18:00
    Spaziergang durch den Friedhof zu dem kirchlichen Zwangsarbeiter Lager
    18:00
    Besuch bei dem Denkmal für Zwangsarbeiter auf dem Thomas-Friedhof

    Neukölln to dzielnica Berlina, gdzie spotykają się ludzie z całego świata a więc i z Europy Wschodniej, którzy dziś tu wspólnie mieszkają i pracują. Przybywali tu zarówno emigranci, jak uciekinierzy, jak ludzie sprowadzeni tu przymusowo.  W XVII wieku przybyli tu czescy protestanci z Moraw, w XX wieku robotnicy z Bułgarii i robotnicy przymusowi z Rosji, w latach 80 pojawili się Polacy tzw. emigracji solidarnościowej. Wycieczkę prowadzi Martin Januszewski, profesjonalny przewodnik, pochodzący ze Szczecina, który od 20 lat mieszka w Berlinie. To on poprowadzi nas najpierw do dawnego Rixdorfu, czeskiej wioski, w które do dziś pielęgnuję się pamięć przybyszów. führt uns auf den Spuren des alten und neuen Rixdorfs, wie Neukölln noch vor etwas über 100 Jahren hieß. Pokaże nam kościelny obóz pracy przymusowej, gdzie pracowali przede wszystkim Rosjanie, bułgarską cerkiew i polsko-włoską restaurację, gdzie zjemy spóźniony lunch (koszt około 10 euro wraz napojem – prosimy, żeby uczestnicy wycieczki wsparli ten świetny lokal polsko-włoski, który od 16 do 17 będzie otwarty tylko dla nas).
    Zgłoszenia TU.
    14:00
    Spotkanie przy wejściu do Neuköllner Oper
    14:00 – 15:30
    Zwiedzanie Rixdorf (krótki odpoczynek w Comenius Garten)
    15:30 – 16:00
    Spacer przez Körnerpark i Thomasstraße do polsko-włoskiej knajpki Bona Kollektiv
    16:00 – 17:00
    Lunch i rozmowa z księdzem z kościoła bułgarskiego
    17:00 – 17:30
    Zwiedzanie kościoła bułgarskiego
    17:30 – 18:00
    Przejście do kościelnego obozu pracy przymusowej
    18:00
    Odwiedziny Miejsca Pamięci na cmentarzu św. Tomasza – kamień i wystawa przypominają losy robotników jedynego w Europie kościelnego obozu pracy przymusowej

W Jerozolimie (Reblog)

Jacek Pałasiński

Tę kulinarną przygodę, to już na pewno opisałem w „Najpiękniejszych słowach”! Ale… Kto czytał odświeży, kto nie czytał – może się zdecyduje?

W 2002 r. byłem za JPII w Jerozolimie. Pobyt w tym mieście zawsze jest magiczny, więc i tym razem, mimo nawału pracy, chodziłem trochę w różowej chmurze, na granicy jawy i urojenia. Obserwowałem błyskawiczną przemianę jednego z polskich dziennikarzy, wówczas mojego redakcyjnego kolegi: z racjonalnego stał się osobnikiem opętanym religijnie i nie przypadkiem stoi dziś na czele organizacji o szlachetnej nazwie, przemienionej w odrażającą szczujnię.

Rozmawiałem – i rozmowy te zapadły mi głęboko w duszę – z Żydami i Arabami; jedni i drudzy obywatele Izraela, tłumaczyli mi dlaczego żyją w apartheidzie i dlaczego poprawne stosunki w pracy nigdy nie mogą przekuć się w stosunki koleżeńskie…

Niejaki R., dziennikarz włoski którego życie toczyło się wyłącznie wokół religii i dlatego przeniósł się na stałe do Jerozolimy, dołączył do naszego międzynarodowego grona watykanistów, pracujących na stałe w Sala Stampa Vaticana. Uważał nas – jak wielu jemu podobnych na całym świecie – za grupę szczególnie uprzywilejowanych wybrańców, dostępujących na co dzień zaszczytu obcowania ze Świętą Stolicą i świętymi purpuratami ją zaludniającymi. On też nie wiedział, że nasze rozmowy będą dla niego szokujące i rozczarowujące.

Ale R. był wprowadzony we wszystkie tajniki Jerozolimy i namówił nas – bez większego trudu zresztą – na wizytę w wyjątkowej restauracji. Prowadził ją irański Żyd, lata po alii, też opętany religijnie.
To była wyjątkowa restauracja, ponieważ działała tylko przez pół roku i na posiłki czekało się bardzo długo, zważywszy, że przygotowywał je i podawał sam właściciel. Wszystko dlatego, że serwowano tam wyłącznie dania wspomniane w Biblii oraz w Misznie i Gemarze. Dlatego przez pół roku Irańczyk chodził po pustyni i po górach, szukając odpowiednich ziół i roślin i trzymał restaurację otwartą do wyczerpania ich zapasów.

Dostać się tam nie było proste, bo oczekiwanie na miejsce przy stoliku trwało miesiące. Ale zrobił wyjątek dla nas z poczucia gościnności wobec „świty papieża”. Poszliśmy tam wieczorem, po pracy, przejęci i podnieceni: cóż to będzie za przygoda, co za wyróżnienie! Zasiedliśmy, a na stół, jedna po drugiej, wjeżdżały dostojnie kolejne miseczki z biblijnymi daniami. Mieliśmy poczucie obcowania z transcendentalnym, atmosfera była uroczysta, że bardziej się nie da.

Nigdy nie zapomnę tej jerozolimskiej kolacji. Również dlatego, że nigdy przedtem, ani nigdy potem niczego równie niesmacznego nie miałem w ustach! Dominowała przykra gorycz i smaki tyleż egzotyczne, co powszechnie uważane za nie nadające się do spożycia.

Potem wielokrotnie wracałem do Jerozolimy i szukałem tego miejsca, chcąc odtworzyć tamten moment. Ale w miejscu, w którym wtedy byliśmy nie było śladu po restauracji, i przechodnie i pracujący opodal urzędnicy pamiętali ją, ale nie wiedzieli, co się z nią stało: czy została zamknięta, czy też może właściciel, religijny Irański Żyd umarł i nikt już nie robi potraw na podstawie Świętej Księgi i przypisów do niej.

Barataria 116 Dzień Matki / Muttertag (2)

Ela Kargol

Don Kichot z Cytadeli i Dulcynea z Winograd
(z cyklu Don Kichot w każdym mieście)

Stoi z twarzą zwróconą na północ, otoczony soczystą zielenią traw, kolorem wiosennych kwiatów, młodymi liśćmi starej olchy i białym kwieciem dzikiej gruszy. Smętnie patrzy w dal, czegoś lub kogoś wypatruje, spogląda na resztki obwarowań starej twierdzy Winiary. Odwrócony jest tyłem do czerwonej gwiazdy, której zresztą już nie ma. Koń Rosynant, dość mały i krępy, prawie kucyk, wymusił na jeźdźcu postawę tę, a nie inną, stojącą. Dawno temu miał kopię, do której utraty przyczyniłam się i ja. Zresztą już jej nie potrzebuje. Nie ma wiatraków, a te małe zdobiące przydomowe ogródki, napędzane solarnie…
z nimi nie będzie wojował.

Jedynym epizodem wojennym w dziejach prawie dwustuletniej twierdzy była
II wojna światowa,
kiedy to 23 II 1945 roku po pięciodniowym oblężeniu poddała się niemiecka załoga Cytadeli.

Ale Don Kichota jeszcze tu nie było. Stałby się Cytadelowcem? Jak mój wujek, który nie dał się już nigdy namówić na spacer po powojennej Cytadeli, czy może jednak czerwonoarmistą, których groby zdobią stoki Cytadeli i dla których postawiono w czynie społecznym wysoki obelisk z czerwoną gwiazdą na szczycie. A może pomagałby strażakom ściągnąć w roku 1990 nielubianą gwiazdę.

Miałam wtedy 12 lub 13 lat. Przyszła do nas do klasy matka czerwonoarmisty, który zginął podczas walk o Cytadelę. Spotkanie było z pewnością zaaranżowone, ale pamiętam je do dzisiaj. Opowiadała o swoim synu, pokazywała zdjęcia, potem poszliśmy na jego grób. Matka płakała, niektórzy z nas też. Opiekowaliśmy się tym grobem przez resztę szkoły podstawowej. Szkoda, że nie pamiętam, gdzie to było. Pamiętam za to rzeźbę „Płaczący Kamień” (dla mnie była to płacząca matka), która stoi tam do dzisiaj.

 

Cytadela była dla nas miejscem poszukiwań przygód, jak dla Don Kichota, kiedy wyruszył w świat. W wieku dorastania jesteśmy szaleni i nic nam nie jest straszne. Nawet spalenie ksiąg nie powstrzymałoby nas przed młodzieńczymi szaleństwami, buntem i niepokornością. Tam poczułam smak pierwszego papierosa, pierwszy łyk taniego wina, pierwszy pocałunek, a pozostałości twierdzy, nazywane przez nas „bunkrami” dostarczały niemało wrażeń. Pomni przestróg starszych i zasłyszanych opowieści z dreszczykiem nie mieliśmy odwagi ich zbyt dokładnie penetrować, choć właziliśmy dalej niż było wolno. Ostrzegano nas przed niewypałami i przed ukrywającymi się jeszcze z czasów wojny… Niemcami. Wyobraźnia iście donkiszotowska robiła swoje.

W latach 70 zaczęły pojawiać się rzeźby plenerowe na poznańskiej Cytadeli. Do dzisiejszych czasów przetrwało ich sporo. Jest moja ulubiona „Skrzypaczka”, dziad i baba, przy których robiliśmy sobie zdjęcia i którzy naprawdę nazwani są „Piastem i Rzepichą”, jest sfinks, a właściwie „Maszkarony” spod którego zjeżdżało się na sankach, „Gimnastyczka”, dziewczynka z lamą, nazwana „Niedzielą”, dużo później pojawili się „Nierozpoznani“ Magdaleny Abakanowicz.

No i wreszcie jest i on: Don Kichot z Cytadeli autorstwa Tadeusza Dobosza. Na starych zdjęciach kopię trzyma w prawej dłoni.

W lewej ma tarczę, na głowie coś w rodzaju kapelusza udającego hełm. Wykonany jest z betonu, choć w projekcie miał to być piaskowiec.

Lanca błędnego rycerza służyła nam do ćwiczeń na drążku; niczym na trzepaku podciągaliśmy się na niej, wisieliśmy, robiliśmy fikołki. W końcu nie wytrzymała naszych akrobacji gimnastycznych i wygięła się ku dołowi. Nie wiem, kiedy całkiem zniknęła, zabrano ją po kryjomu, tak jak gwiazdę radziecką z pomnika. Została po niej dziura, do której przylatują dzikie pszczoły, zresztą w innych pęknięciach i rysach też szukają miejsca na gniazda. Teraz już wiem, po co mu ten kapelusz, to kapelusz pszczelarski.

Dulcynea z Winograd nie pierwszej już młodości i drugiej urody. Jej Don Kichot odszedł trzy lata temu, a ten jest za młody. Pamięta go, ale kopii mu nie odda, bo bez niej sobie nie poradzi. Jej walka z wiatrakami i z nieubłaganym przemijaniem dobiega końca.

Chcąc sfotografować mamę na tle błędnego rycerza, musiałam poprosić chłopaka, zaczytanego, siedzącego, opartego plecami o Don Kichota, żeby zmienił na chwilę miejsce. Ukradkiem spojrzałam na jego lekurę. Nie były to rycerskie romanse, ale uratowany od ognia „Harry Potter”.

Dulcynea ujęła swoją lancę w obie drżące dłonie i ledwo trzymając w pozycji poziomej skierowała na północ, w stronę swojego domu, swojej jedynej wyspy.