Frauenblick

Monika Wrzosek-Müller

„Ungeduld des Herzens“

Und wir sind in ein Stück gegangen, das sich vom Titel her ganz vorgestrig anfühlte und dann im Theater modern und aktuell war und doch zugleich die Situation in Wien und in Österreich vor dem Ersten Weltkrieg wiedergab.

Es ist immer wieder faszinierend, wenn auf der Bühne etwas aus minimalen Mitteln groß wird; es sind nur fünf Schauspieler, ein paar Stühle, Tische, ein Glaskasten – und die Technik, die alte Fotos, Landschaften, den Himmel auf den Hintergrund projizieren lässt; dazu kommen noch Geräusche oder besser Geräuschkulisse. Wie wenig braucht man, um einen Zug darzustellen, durch einfache Bewegung des Körpers, das gewisse Schaukeln, dazu die Stühle hintereinander aufstellt und ein bestimmter Rhythmus gehalten. Natürlich, würde man sagen, so spielen auch Kinder Zug, das sind Urbewegungen, die etwas markieren, sichtbar machen, ohne großen Aufwand. Aber da sind noch die zwei Protagonisten: der Arzt und der Leutnant, die zusammen spazieren gehen und die Bewegung darstellen, ohne dass sie sich eigentlich vorwärts bewegen; so dass der Zuschauer mit ihnen mitgeht und im Gehen mithört. Oder: Mit einem Tisch und einem Stuhl wird eine Terrasse ganz oben im Turm des Schlosses improvisiert, und der Zuschauer ist ganz überzeugt, dass die Personen, Edith und ihr Vater, von der Terrasse herunterschauen, und er spürt die Weite und ihren Blick und dabei lässt er auch seinen eigenen in die Landschaft schweifen. Das alles muss man aber sehen und als Regisseur einzusetzen wissen.

Überhaupt ist in dem Stück alles in Bewegung, die Schauspieler übernehmen mehrere Rollen, tauschen sie aus, probieren sie an sich anzupassen, mit der Stimme und der Bewegung, und wählen jeweils die beste Option aus. Sie erproben immer wieder, wie aus der Stimme, dem Geräusch, der Ton, der Bewegung und dem Bild am besten ein Ganzes entsteht, in dem noch dazu die Emotionen und der Inhalt zusammenspielen. So kommt es, dass ein Buch, ein Roman in zwei Stunden so intensiv und klar vorgestellt wird, dass man meint es gelesen und sich tief mit den Problemen auseinandergesetzt zu haben.

Es muss ein Meisterstück sein, sowohl vom Stoff her als auch in der Bearbeitung. Die Bearbeitung des Textes stammt von Simon MacBarney, seinem Co-Regisseur James Yeatman und Maja Zade, für die szenische, bildhafte Umsetzung ist Simon MacBarney verantwortlich. Der Regisseur aus England beschreibt, wie sie proben, indem sie immer wieder ein Spiel, ein Ballspiel, als Aufwärmübung spielen, und das erlaubt allen, sich zu bewegen, ihre Positionen immer wieder zu wechseln, die bestmöglichen auszuwählen und diese Bewegung dann in das Stück zu übernehmen. Das Gleiche passiert mit dem Ton, er ist einen Moment vorher da, das Schlürfen, der Schrei, der Kanonendonner, der Donner des Gewitters, alle Töne signalisieren schon vor den Worten das Kommende oder unterstreichen es. Der Ton und die Bewegung können viel leichter Emotionen hervorrufen, das Wort kann sie dann korrigieren und richtigstellen; aber die Ungeduld des Herzens nachzuzeichnen, nachempfinden zulassen, das machen eben die Nebeneffekte. Mit dem Text wird so lange gearbeitet, bis er auch einen Rhythmus und einen genauen Ausdruck hat, der nicht austauschbar ist und genau zu dem Moment passt. Man spürt fast durch das ganze Stück hindurch, dass hier nichts austauschbar ist, dass die Harmonie des Wortes, der Bewegung, des Tons und des Bildes im Hintergrund immer ein Ganzes schaffen will.

Die Geschichte ist die eines Leutnants der K. und K.-Armee, der sich aus Mitleid aber auch aus falsch verstandenen Ambitionen mit der gelähmten Tochter eines reichen jüdischen Industriellen verlobt. Die Geschichte des Vaters von Edith spielt bei der Erfüllung des Schicksals mit; er ehelicht die Gouvernante des Hauses Kekesfalba, die zur Erbin wird und die bei der Geburt ihrer Tochter stirbt. Der Leutnant ist von Mitleid ergriffen und verlobt sich mit der in ihn verliebten, intelligenten Tochter, die aber eben Invalidin ist. Dem Leutnant selbst sind seine Beweggründe nicht klar, er schwankt zwischen Mitleid und echter Zuneigung. Der Autor unterscheidet zwischen zwei Arten von Mitleid und legt dem Arzt des Mädchens seine Interpretation des Begriffs Mitleid in den Mund: Den Leutnant bewege „das schwachmütige und sentimentale Mitleid, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist“ und das soll „durch das andere, das einzig zählt – das schöpferische Mitleid, ersetzt werden, das weiß, was es will und entschlossen ist alles durchzustehen bis zum Letzten“. Vor seinen Kameraden verleugnet er die Verlobung, denn er fürchtet, dafür ausgelacht und verachtet zu werden, dass er sich an einen Krüppel gebunden hat. Nachdem Edith davon erfährt, stürzt sie sich vom Turm des Schlosses in den Tod, der Leutnant versucht vor seinen Gewissensbissen in die Wirren des Weltkrieges zu flüchten.

Die Handlung ist einfach und immer aktuell, der Erzählfluss von Zweig sehr einfühlsam, mitreißend und bewundernswert. Der Ich-Erzähler spricht von entlegenen Zeiten, die aber, so stellt sich aber schnell heraus, mehr als aktuell sind. So ist das auch in der Aufführung: Anfangs spielt die Handlung in einem Museum und es wird im Ton des Geschichtenerzählens berichtet, sie endet aber mit aktuellsten Bildern aus der Gegenwart (nach der Videomontage von Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg kommt unerwartet das Foto eines Flüchtlingsboots).

Der britische Regisseur MacBarney wurde durch ein mit seiner Kompanie Complicite aufgeführtes Stück nach der Erzählung des polnisch-jüdischen Schriftstellers Bruno Schulz „Street of crocodiles“ weltberühmt, hier arbeitet er mit dem deutschen Ensemble der Schaubühne, benutzt aber seine erprobten Mittel: Bewegung, Ton und Videoinstallationen.

Der Text beruht auf dem Roman von Stefan Zweig, der 1939 veröffentlich wurde. Bald musste Zweig aus dem deutschen Sprachraum verschwinden, seine Bücher wurden von den Nazis verbrannt, wie übrigens auch die des anderen Zweig, Arnold; er selbst floh zuerst in die Schweiz, dann nach London und New York und endete in Brasilien, in Petropolis, wo er 1942 zusammen mit seiner Frau Selbstmord beging.

***

Ungeduld des Herzens

Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin

Theaterkasse

Tel +49.30.890023
Fax +49.30.89002-295 300
ticket@schaubuehne.de

Eine Koproduktion mit Complicite.

Autor: Stefan Zweig
Regie: Simon McBurney
Co-Regie: James Yeatman
Bühne: Anna Fleischle
Kostüme: Holly Waddington
Licht: Paul Anderson
Sound Design: Pete Malkin
Mitarbeit Sound Design: Benjamin Grant
Video Design: Will Duke
Dramaturgie: Maja Zade

Dauer: ca. 120 Minuten

Wurzel von 2

Aus unserer Reihe

Lesungen vom Blog in der Regenbogenfabrik, wo schon so viele von uns gelesen haben, diesmal

tratatatata tata tata!

Emanuela Danielewicz. Lesung und Konzert.

10.5.16 | 20 Uhr | RegenbogenCafé
Lausitzerstr. 22
10999 Berlin

Emanuela Danielewicz ist Fotografin und Erzählerin. Sie hat den Verein Kosmopolen 2008 gegründet, zeigt Fotos und liest ausgewählte Texte.

plakatRobert Kusiolek (Akkordeon)
…hat die Musikakademie mit Auszeichnung in Poznan / Polen abgeschlossen und studiert seit 2007 an der HMTMH in der Solistenklasse von Frau Prof. Elsbeth Moser…. Kusiolek ist Preisträger der Internationalen Akkordeonwettbewerbe (Kammermusik) in St. Petersburg/Russland 2003, in Poprad/Slowakei 2003, in Przemysl/Polen 2003, in Klingenthal/Deutschland 2004 und in Castelfidardo/talien 2006. Robert Kusiolek hat auf dem Label: Multikulti Project die international sehr gut besprochene CD “NUNTIUM” 2011, “the universe” 2014 und für 2015 “Qui Pro Quo” veröffentlicht.

Elena Chekanova (Elektronik)
… wurde in Jefremow (Russl.) geboren. 2000 schloss sie die „Michail Oginsky Musikschule” Fakultät Chordirigieren mit Auszeichnung ab und erhielt von 2002-2007 ein Stipendium der polnischen Regierung für Dirigierkurse bei John Elliot Cobbs, Jose Maria Rodilla Tortajada und Ahim Holub in Polen & Österreich. Im Juni 2007 debütierte sie erfolgreich mit dem Torunischen Symphonieorchester und schloss mit der Bestnote den Studiengang Orchester- und Operdirigieren bei Prof. Jerzy Salwarowski in Poznan (Polen) ab. Im 2007 wurde sie als Dirigentin vom Arche NewMusicEnsemble eingeladen und gibt seitdem regelmäßig mit diesem Ensemble zahlreiche Konzerte, auch Uraufführungen u.a. mit Kosmopolen e.V. im Rahmen NEW Polish Tunes. Seit 2010 studiert Elena Chekanova in der Dirigierklasse im Rahmen des Solistenstudiums bei Prof. Eiji Oue an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Ausserdem ist sie seit 2009 in der Masterschule vom weltweit renommierten Maestro M. Jurowski.

Eintritt frei – Spenden willkommen.

Und noch morgen:
Mittwoch, 11. Mai 2016, 19.00 Uhr

Artur Beckers Buch: Kosmopolen Essays / Weisbookverlag – April 2016 wird im Willi Brand Haus Berlin vorgestellt

Kommen! Gehen! Lesen!

becker

 

Frauenblick

Monika Wrzosek-Müller

Mach dich hübsch

Als ich 1984 aus Warschau in die Bundesrepublik kam, spürte ich sofort, wie total anders Weiblichkeit und Frau-Sein in Deutschland erlebt und verstanden wurde. Mit meinem fremden Blick kamen mir die Frauen so vor, als ob sie sich ihrer Weiblichkeit versagen würden; viele trugen irgendwelche sackförmigen, ziemlich undefinierbare Kleider, oder Jeans, und flache, breite Schuhe. Nur einige wenige gaben sich Mühe und spürten den Wert des „sich hübsch Machens“. Allgemein wurde signalisiert: Kleidung geht uns nichts an, überhaupt ist uns unser Aussehen egal, wir stehen über diesen Sachen, make up war eigentlich auch verboten. Das empfand ich damals mit Wehmut, denn ich dachte an die tausenden von Möglichkeiten, die sie hier doch hatten – mit den vollen Läden, den Farben und der Auswahl; wie viel Spaß es uns in Polen gemacht hätte, uns so herausputzen zu können und sich zu zeigen. Sogar die Studentinnen der Kunstgeschichte, bei der sich in Warschau immer die am besten gekleideten und oft auch die schönsten Mädchen tummelten, sahen in Berlin ziemlich grau und uninteressant aus. Ich wurde meistens belächelt mit meinen Anstrengungen, schick, in stimmigen Farben angezogen zu sein.

Es gab damals aber doch eine Frau, die mich faszinierte, sie hieß Veruschka Lehndorff und war in der italienische Modewelt als die große Blonde bekannt; sie war dort in den 60-er Jahren als Modell entdeckt worden, spielte auch in Antonionis Film „Blow Up“ mit und kehrte dann irgendwann in den 80-er Jahren nach Deutschland zurück; sie wollte auch nicht mehr als nur schön angesehen werden, das galt als anrüchig und unintellektuell, sogar dumm… Sie versuchte, sich selbst mit bodypainting zu einer Kunstfigur zu machen. Doch sie kämpfte mit dem Nachkriegsdeutschland, mit der BRD, sie kämpfte auch mit ihren Depressionen und dem Unangepasstsein, dem Nicht-dazu-gehören.

Auch Hannelore Elsner habe ich immer bewundert, besonders in „Mein letzter Film“; da spricht sie so offen über das Frausein, das Leben und die Lust und Last, schön zu sein, über ihre Männer; über gescheiterte Beziehungen und über die Spuren des Lebens und die Makel, und man nimmt ihr das alles ab, als ob sie über ihr Leben sprechen würde. Die große Diva des deutschen Kinos zog mich in allen ihren Filmen, besonders in „Alles auf Zucker“ oder „Die Spielerin“ magisch an, denn sie hat ein Geheimnis und eine Art von Vitalität, die mit Zerbrechlichkeit verbunden ist.

Die beiden kamen mir immer wieder in den Sinn bei der Ausstellung von Isa Genzken „Mach dich hübsch“, vielleicht nicht immer wegen der Werke, sondern mehr wegen des Titels. Es ist eine Retrospektive und als solche sehr vielschichtig, alle möglichen Phasen des Schaffens der Künstlerin werden gezeigt; es sind viele Werke aus den ganz jungen Jahren (die großflächigen abstrakten Ölgemälde und die schweren Betonklumpen) , aber auch ganz neue. Die Künstlerin thematisiert doch sehr das Frausein, immer wieder tauchen Anspielungen darauf auch da auf, wo man sie gar nicht vermutet; z.B. auf den Röntgenbildern sieht man immer wieder ganz deutlich einen Ohrring, oder die großen Ohrenfotografien sind nicht nur durch ihre überdimensionale Größe interessant, sie werden auch mal mit einem, mal mit mehreren Ohrringen verschönert, und es sind weibliche Ohren, das sieht und spürt man. Wieviel Hübsch-Sein darf man sich erlauben oder ist erlaubt? Ja, diese coole Künstlerin hat mich fasziniert, schon ganz am Anfang meines Kunstgeschichtsstudiums in Berlin; sie war Schülerin von Gerhard Richter, lange seine Frau und lange unter seinem Einfluss, und doch ging sie dann ihren Weg, und hat diese Coolness durchgehalten, mühsam und kämpfend ,aber doch. Und sie sorgt mit ihren Puppen und Mannequins, mit ihren Installationen zum Ground Zero, mit den „Weltempfängern“ aus Beton mit den herausragenden Antennen, tonnenschwer und leicht zugleich, als ob sie die Verbindung zwischen Schwere und Leichtigkeit zeigen wollten; sie ist immer wieder für eine Überraschung gut. Obwohl man oft vor den Installationen steht und lange grübelt, was denn nun hier das wichtige sei, worum es geht, doch irgendwo findet man die Ästhetik , die Anspielung und den Zusammenhang. Sie sei gerne mal frech, sagt sie, und das spürt und sieht man an den Kollisionen von Materialien und Themen, die sie behandelt und die sie zusammenbringt. Wie sie Flugzeugwrackteile verbindet und auf die Lebensumstände der Menschen, die in den Türmen des World Trade Center gearbeitet haben, aufmerksam macht.

Manchmal drängt sich dann doch die Frage auf, ist das hier unbedingt ausstellungswürdig. Und dann geht man in den nächsten Raum und wird durch die vielen Büsten von Nofretete mit Sonnenbrillen und fetzigen Schals entschädigt und es wird einem klar, dass die Künstlerin die Coolness aushält, sie zum Spiel macht und einem den Weg dahin weist. Es ist vieles leicht ironisch und mit einem zugedrückten Auge, so als würde sie kokettieren und alles leicht machen wollen und dann aber doch die ganz schwer beladenen Themen behandeln.

Ich sah manchmal die Ratlosigkeit in den Gesichtern der Besucher aber auch manchmal ein Lächeln, die Kommentare fielen spärlich aus, vieles müsste man sich wahrscheinlich ganz lang anschauen und dahinter kommen, doch wer will das in unserer Zeit, und dann bleiben die große ganz schräg angezogene Puppe und die Büsten der Nofretete in Erinnerung, und das ist vielleicht auch genug.

***
Ausstellung Mach dich hübsch im Martin-Gropius-Haus

Frauenblick

Monika Wrzosek-Müller

Manifesto

Es fing damit an, dass mein Sohn über Cate Blanchett die Nase rümpfte. Das fand ich ungeheuerlich, denn für mich präsentierte sie sich in allen Filmen wunderbar. Ja eben, würde er sagen, zu wunderbar, zu wunderschön; für ihn verkörperte sie eine unnahbare, unumgängliche, langweilige Dame, immer eigentlich die gleiche; er warf mir vor, dass ich insgeheim wahrscheinlich auch davon träumte, so wie sie zu sein. Natürlich musste ich lachen, denn meine reality war weit von ihrer entfernt, doch vielleicht hatte er etwas Recht.

Desto mehr freute ich mich, als ich auf die Beschreibung der Ausstellung von Julian Rosefeldt im Hamburger Bahnhof stieß. Schon der Künstler versprach interessante Videoinstallationen, ich kannte seine Werke von Aufführungen in der Schaubühne. Auch wenn sie mich damals etwas genervt haben, denn ich teile die geteilte Aufmerksamkeit nicht und fühlte mich dann meistens von dem Hintergrund und der eigentlichen Handlung überfordert, doch es war eine Herausforderung für den Zuschauer und als solche nahm ich sie hin. Doch hier versprachen die Videoinstallationen im Vordergrund zu stehen und sie wurden von Cate Blanchett gespielt, die ich doch so faszinierend fand.

Ich ging also in die Ausstellung und verbrachte dort drei Stunden vor den Bildschirmen.

Eines Abends fand ich dann auf YouTube eine Diskussion über ein in Polen sehr heftig diskutiertes Buch „Świat sie chwieje“ [Die Welt wackelt], eine Sammlung von 20 Gesprächen, die Grzegorz Sroczyński, ein Journalist der Gazeta Wyborcza geführt hat. Es äußerten sich Historiker, Philosophen, Soziologen, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler, die in Polen mehr oder weniger bekannt sind. Sie alle wurden nach dem Grund gefragt, warum wir das Gefühl hätten, dass „die Welt wackelt“ und dass wir mit dem, was passiert, nicht zurechtkommen. Nach Finanz-, Flüchtlings-, Moral-, Politik-, Religions- und Europakrisen, mit der Globalisierung und der rasanten Entwicklung der Medien, fühlen sich die meisten Menschen überfordert, auch wenn Krisen oft eine Möglichkeit des Aufbruchs und Neuanfangs bedeuten. Ein Rezept verspricht das Buch natürlich nicht, aber es nimmt all diese Erscheinungen unter die Lupe, die uns den Boden unter den Füßen wackeln lassen, bespricht sie und versucht, sie und die dahinter stehenden Mechanismen etwas verständlich zu machen.

Warum schreibe ich über das Buch im Zusammenhang mit der Ausstellung Manifesto? Obgleich sie diesen Titel trägt, verneint sie meiner Meinung nach all die Manifeste der Vergangenheit: von Dada, Futurismus, Expressionismus, Kreationismus, Suprematismus, Konstruktivismus, Surrealismus und all der anderen -ismen. Sie werden als Mantra vorgetragen, immer im gleichen Moment, gleichzeitig alle monoton und eintönig, ihre Inhalte eher nebensächlich, umso wichtiger, was auf dem Bildschirm passiert und wie die Personen, Landschaften, Innenräume, Außenräume dargestellt werden. Die alten Manifeste haben sich überlebt, neue sind nicht entstanden; wir haben alles da, alles ist möglich und erreichbar, im Hier und Jetzt und doch gibt es keinen Protest und keinen Aufschrei, denn wir kennen sie alle, die Formen des Protestes, es hat sich vieles, „alles?“ überlebt. Die Welt wackelt, auch die der Kunst.

Dabei, Hochachtung, chapeau bas vor der Schauspielerin, die all diese Individuen verkörpert, in all diese Rollen schlüpft: in einen Obdachlosen, eine Börsenmaklerin, eine Arbeiterin in einer Müllverbrennungsanlage, wo sie lauter sinnlose Tätigkeit ausführt (die aber vielleicht in der globalisierten Welt einen Sinn haben). Sie ist genauso überzeugend als Lehrerin, die den Kindern Aufgaben stellt, an die sie sich nicht halten sollen, Nachrichtensprecherin, bei der die Nachricht überhaupt nicht wichtig ist, eine Choreografin, eine tätowierte Punkerin, die am Ende einer Party in dem verwüsteten Räumen um sich schlägt, sie spielt genauso überzeugend eine konservative Mutter in ihrer Familie wie eine Trauerrednerin bei einem Begräbnis. Besonders ist der Moment, in dem sie als Puppenspielerin und -bauerin mit einer sie selbst darstellenden Puppe spielt. Sie trägt die Texte auch in unterschiedlichen Sprechweisen vor, mit amerikanischem, englischem oder auch schottischem Akzent, auch mit dem Akzent einer russischen Tanzchoreographin. All diese kurzen Szenen, Filme, Epiloge haben etwas Beiläufiges und dann doch sehr Exaktes an sich. Der Künstler will kein Manifest aufstellen, entstehen lassen, und doch ist sein Werk ein Versuch die Welt in Szenen, die künstlich arrangiert sind, real darzustellen und sie zu einem Puzzel zu machen von Ausschnitten aus einer versteinerten und doch irgendwo auch lebendigen Welt, die auch hier wackelt, weil nicht ganz klar ist: Verneigt sich der Künstler vor diesen Kunstrichtungen oder verabschiedet er sich von ihnen?

Vielleicht spürte die Schauspielerin, Cate Blanchett, dass sie aus ihrer Rolle der dekadenten Dame ausbrechen sollte und dass sie so verschiedene Typen und Charaktere darstellen kann, dass sie sich dieses Können beweisen wollte. Es ist alles andere als einfach, für ein paar Stunden in Berlin ständig eine andere Person zu inkarnieren, bis zu vier Stunden in der Maske zu sitzen, sich mit einer Perfektion, Intensität und Aufmerksamkeit in jeder Szene auf jeweils neue Situationen zu konzentrieren; für mich schwebt aber doch über all den Szenen ein Hauch der Dekadenz, der sie und mit ihr ihre Umgebung nicht loslassen will. Das finde ich wunderbar und es soll sie nicht loslassen; es ist mit der Schönheit und Sehnsucht danach verknüpft und verbunden, und es wird immer so bleiben.

Ich höre fast schon den Aufschrei: und all die wichtigen Manifeste von all den wichtigen Personen, nicht umsonst gestaltet der Künstler die Szenen so und nicht anders. Den Vorwurf will ich so stehen lassen, für mich waren sie eben nebensächlich und ich konzentrierte mich auf die Bilder, die vor meinen Augen abliefen.

Auf jeden Fall ist die Ausstellung Wert gesehen zu werden, sich konzentriert auf die Szenen einzulassen und die Perfektion der Schauspielkunst zu erleben und zu bewundern.

Manifesto ist bis Juli im Hamburger Bahnhof zu sehen.

Im Stil von Frank O’Hara (2)

Ewa Maria Slaska

Rapport von einer Reise

Ich kam aus dem Land der Poeten und Propheten

Eines Tages kam ich nach Berlin
Hierher
Es war Januar
Es war kalt
Mein Sohn war klein
Und ich war jung

Eines Tages kam ich nach Berlin
Hierher
ins Land der Dichter und Denker
ins Land von Hermann Hesse und Thomas Mann

Es war das Jahr 1985
Die die in diesem Jahr kamen
waren keine Helden
mehr
Und keine „liebe polnische Gäste“
mehr

Es war das Jahr 1985
Die die in diesem Jahr kamen
waren keine Europäer
noch
und keine Bereicherung unserer Multikultur
noch

Sie waren
Sie waren
Sie waren Putzfrauen und Bauarbeiter
Sie waren
Ich auch

Ich kam ins Land das
von den Dichter und Denker
nichts wusste
mehr
und von Richter und Henker
nicht wissen wollte
noch

Ich kam ins Land
wo keiner mehr Hesse und Mann las
weil man nur Frauen las
die schrieben
Mary Daly Julia Kristeva Susan Sonntag

Und natürlich Alice Schwarzer
noch

Es war kalt
der Winter was coming
and coming

Ich brauchte etwas warmes
und ich wusste nicht
was

Ich dachte es wäre Essen
Pfannkuchen
Krapfen
Blini

Ich dachte mir fehlen
Waffeln
Nuddeln
und Piroggi

Meine Welt war ein kalter Punkt
von Italo Calvino

Wir waren alle Bewohner des Null-Raums. Es war kalt.

Selbstverständlich befanden wir uns alle dort, sagte der alte Qfwfq – wo den sonst? Dass es einem Raum geben könne, wusste noch keiner. Ebensowenig eine Zeit. What use did we have for time, packed in there like sardines? Es war ein Punkt, in dem sie alle waren und alle ihre Dingen, und Sachen, und Taten. Wir fühlten alle diesen Punkt aus. Alle unsere polnischen Ellbogen und Knie.

Und dann sagte Frau Ph(i)Nkos mit einemmal: Kinder, wenn ich ein bisschen Raum hätte, wie gern würde ich euch Nudel machen. Und in dem Augenblick dachten wir alle an dem Raum, den ihre runden Arme einnehmen würden, sich vorwärts und rückwärts mit dem Nudelholz über den Teig beugend, wie ihre Brust (ich war jung) sich über den Haufen Mehl und Eier senken würd, der das große Nudelbrett fühlte, während ihre Arme kneteten…

Und so ist die Welt entstanden. Felder zum Anbau des Getreides, Berge von denen das Wasser käme, Raum, der nötig wäre, damit die Sonne mit ihren Strahlen hinkäme, Raum damit die Sonne sich kondensiere… Die Sonne, um mich zu wärmen.

Und so kam ich in die Regenbogenfabrik
Wo ich Blini briet
Salate mischte
Nudel mit Nudelholz
vorwärts und rückwärts
walzte

So ist der Raum entstanden

Wo eine Frau mich in die Regenbogenfabrik holte

Vor 20 Jahren war es
oder gar 30
Und so war es
auch wenn sie behauptet
es waren höchstens 12 Jahre
oder sagen wir Mal
17

Und wir kochten
Und aßen
Und badeten
Und lasen Bücher
Und redeten oder schwiegen
Und machten
Und organisierten
Vorwärts und rückwärts
Vorwärts und rückwärts
Vorwärts und rückwärts

Die Zeit wuchs
und sich dehnte
und dehnte
Mit Puderzucker
bestreut

Sie war und ist
meine einzige dicke wahre warme deutsche Freundin
deutsch-polnisch
Wie Maultaschen und Piroggi
Wie Karpfen und Pączki
Wie deutsch-polnische Waffeln

Und eisgekühlte wyborowa

Danke Christine!

waflwRF

PS.

Dieses Gedicht trug ich am 17. März 2016 in der Regenbogenfabrik vor und dabei machte ich (live auf der Bühne) die Waffeln, natürlich mit Puderzucker bestreut. Es war ein Teil eines wunderschönen Abends zum 35sten Geburtstag von der Regenbogenfabrik und zugleich ein Teil des Festivals “Berlin erzählt!”

Werbung:

Wir stehen (zeitlang mindestens) auf der RBF-Kulturwebseite mit dem Link: http://www.regenbogenfabrik.de/kultur-news-anzeigen/aufbrechen-ankommen-weitersuchen.html

Hier ist der Link zum Erzählnetzwerk Berlin, dessen Festival “Berlin erzählt!” unser Programm umrahmt: http://www.berlin-erzaehlt.de/2016_veranstaltungen.htm

Berlin Oder Stettin

Als ich den Titel der Veranstaltung mit Bogdan Twardochleb in einem Vereinsprotokoll geschrieben hat, umgehend korrigierte mich meine Kollegin: Berlin oder Stettin. Und notierte am Rande, dass sie dachte, ich, nach 30 Jahren in Deutschland, endlich Mal lernen kann…

Also meine Damen und Herren…

Berlin Oder Stettin

In unserer Reihe “Sttetin für Berliner” ein Vortrag von Bogdan Twardochleb

9.2.16 | 20 Uhr | Regenbogen Kino

In Kooperation mit Regenbogenfabrik

Was uns heute verbindet, was uns teilt und warum?

Wie wichtig ist Berlin in Stettin und warum ist es so wichtig?

Wohin fließt Berlin heute – zur Oder oder weg von der Oder? Das ist heute auch die Frage betreffs der EU.


Ist (wird) die Oder wieder die Grenze?


Warum mag ich Berlin und warum wollte ich mehr Berlin an der Oder und mehr Stettin in Berlin sehen?

Bogdan Twardochleb, (geb. 1954), seine Mutter stammte aus Großpolen, sein Vater aus Przemyslany bei Lemberg (Lwow, Lviv). Er wohnt seit 1960 in Stettin.

Bodgan Twardochleb studierte Polonistik in Stettin, arbeitete dann als Lehrer an der Stettiner Uni, seit 1989 ist er Journalist und Publizist. Seit 1991 arbeitet er in der Stettiner Zeitung Kurier Szczecinski. Seine Themen sind: Kultur (Literatur), Geschichte Pommerns, Gesellschaft, Minderheiten in Pommern, Grenzregion, deutsch-polnische Beziehungen. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Kontakte mit Schulzeitungen, die mit seiner Redaktion kooperieren, zu pflegen. Bogdan ist Redakteur zweier Beilagen: seit 15 Jahren Szkolny Pulitzer (Schulen-Pulitzer), einer Beilage für Schulzeitungen, und seit mehr als drei Jahren für „przez granice“ (Über die Grenze), die Beilage für deutsch-polnische Themen, speziell in der Grenzregion. Bogdan hat als Redakteur einige Bücher vorbereitet, unter anderem mit Poesie und Reportagen.

Bogdan sagt zu seinen Hobbies: „Sehr lange Reisen in der Umgebung von Stettin, vor allem nach Pommern und in die Grenzregion. Nicht weit unterwegs, dafür umso tiefer in der Geschichte und Gegenwart verankert.“

Bogdans Träume: „Mehr Zeit für Berlin und auch für Stettin finden, mit meinen Enkeln mehr spielen und plaudern, mit meiner Frau mehr wandern und auch – mein schwaches Deutsch verbessern. Ich möchte so gut deutsch sprechen, wie zum Beispiel meine Freunde in Berlin: Ruth Henning und Uwe Rada.“

Eintritt frei – Spenden willkommen.

Twardochleb in der Regenbogenfabrik

Kosmopolen oder Bevor man ein Verein gründet

Emanuela Danielewicz

Aller Anfang ist leicht, wenn man den Humor nicht verliert
oder das
was am Anfang über Polen im Ruhrgebiet in aller Anstandskürze erzählt werden sollte und die Gründung der Kosmopolen Künstlerinitiative nicht verhinderte

Bevor man ein Verein gründet, muss man etwas erlebt haben, was einen dazu bewegt. Meistens ist es ein Mangel. Bei mir war es eigentlich umgekehrt. Ich habe so viel nicht gesehen und so viel nicht erlebt, aber viel geträumt, beobachtet, gehört, gefühlt, verstanden, dass sich der Wunsch, Ideen auch zu verwirklichen vergrößerte. Und ich habe eine Weite an Möglichkeiten dafür gesucht und hier entdeckt.

Im Ruhrgebiet, höflich in der hiesigen Umgangssprache Ruhrpott genannt, um zu betonen, dass wir hier alle im selben Topf stecken, ist die Vereinsstruktur seit Jahrzehnten alltäglich. Ständig werden hier Vereine gegründet, die sehr konkret die Stadt mitgestalten. Hier kann man sich auf die Kumpels-Kultur und SPD Führung verlassen. Jeder hier engagiert sich und manche in sehr vielen Vereinen gleichzeitig. So ist es auch was ganz selbstverständliches ein Vorstand zu sein, oder Präsident und man bindet es anderen nicht sofort auf die Nase, wann man sich zum ersten Mal begegnet.

Die Stadt Bochum war als Ort für die Gründung von Kosmopolen von Anfang an perfekt. Die Geschichte um die ersten drei polnischen Vereinigungen um 1920 (mit dabei mein Großonkel Jan im Vorstand, wie ich viel später erfuhr) trugen dazu bei, dass ich persönlich als “Polin, die aktiv ist” wahrgenommen, schnell städtische Unterstützung fand. Die Politik, die auf Strukturwandel setzt und dabei die lokale sowie  internationale Kulturarbeit die Hauptrolle spielt, hilft. Der “Zeitgeist” lebt heute zeitgleich und fordert Mehrsprachiges, fördert Selbstorganisation, unterstützt alles mit Geschichte und liebt gute Kunst und Diskussionen.

Naiv dachte ich, dass das Interesse an einem neuem “Deutsch-Polnischem” Verein, dass ausnahmsweise künstlerisch-kulturelle Ausrichtung hätte, schnell wachsen könnte. Immerhin wird behauptet, jeder dritte hier im Ruhrgebiet stamme aus Polen. Also nahm ich an, es müsse doch an der Polnischen Kultur auch etwas Interesse geben bzw. am Osten allgemein. Doch es kam anders. Künstler tun sich schwer Ihre eigene Interessen organisierter zu gestalten und zu pflegen, erst Recht Mitglied im weiteren Verein zu werden. Die Deutschen… pardon: Biodeutschen…  haben weiterhin Panik in einem solchen Verein zu oft mit der Vergangenheit beschäftigt zu sein und sind trotz Hochkultur dem Künstler als mündige Person eher skeptisch gegenüber…  Die Polen bzw. die aus den heutigen polnischen Gebieten stammende Arbeitsmigranten und Emigranten sind mit der eigenen  oft sehr persönlichen Repräsentation und Identifikation so sehr beschäftigt, dass die Frage: Was ist eigentlich Polnisch? dominant aufkreuzt und sie an Aktivitäten außerhalb der katholischen Gemeinden stoppt.

Polen außerdem haben auch einen zwiespältigen Ruf. Das Warum kann man z.B. täglich vor der Christuskirche Bochum hören, oder vor der Stadtbücherei. Dort trifft sich eine Gruppe der noch nicht eingetragenen Biertrinkerpartei und schreit sich vollprozentig laut an, polnisch selbstverständlich. Wenn man Polen als Polin kennenlernt, wollen sie schnell etwas von einem. Der letzte z.B. ein Jacek mit einem neuen Job, wollte von mir gleich eine neue Wohnung und auch Hilfe beim Möbelkauf. Nein penetrant wurden seine Wünsche nicht geäußert, sondern ganz leise, wie zur Mutter, die immer zuhört und sofort reagiert.
Es gibt kein Polnisches Café in Bochum. Das Kalinka Cafe, gegenüber meinem alten berühmten 10 Meter Balkon, wo auch Kosmopolen eV gegründet wurde (11 Künstler im Hellweg 18 am 19. Mai 2008) klingt russisch, ist aber von der NEW German Generation of NEW Vegans geführt. Es gibt noch an verschiedenen Locations auftauchende Polonia Diskothek, heute unter einer türkischen Führung, vor deren Tür kaum ein Taxi halten möchte und wirklich jeder Taxifahrer haarsträubende Geschichten erzählt.

Was Polen können, ist Drama und wie weit sie damit gehen, zeigt die letzte Wahl in Polen.

Beinahe vergessen hätte ich das sogenannte Polnische Haus am Kortländer, über das vor acht Wochen beim Symposium des Nationalkomites aus Stuttgart “Charta von Venedig”  für ein größeres Publikum, doch ohne Publikum (weil es keine Interessierten zu diesem Thema gab) fachmännisch u.a. auch mit mir debattiert wurde, ob es sich um ein Haus handelt, das einen deutschen Denkmalschutz überhaupt erhalten sollte. Bis heute kann man dort historisch wertvolle “Schätze” finden und ein Namensschild verrät, dass Bund der Polen, einer der ersten polnischen Vereine, hier seinen Raum hat. Angeblich treffen sich dort die Älteren noch. Angeblich schreiben Damen noch Protokolle. Das Haus daneben ist schöner. Es war zur gleichen Zeit ein Bordell, das nächste Haus eine Polnische Arbeiterbank, deren Schriftzug man noch irgendwie lesen kann und das mich zu Phantasien inspiriert, in mir Fragen hervorruft: “Ob eine Arbeiterbank wirklich andere Finanzpolitik steuerte?”

Das Haus der Polen selbst ist marode, hässlich und alt. Daher wäre ich dafür es abzureißen und etwas Neues für heutige Zwecke Nützlicheres zu gestalten und aufzubauen. So ist es dem großen Kloster unweit dieser Straße ergangen. Große Schlesisch-Deutsch- Polnische Gemeinde hat den Abriss dieses Klosters mit extrem interessanter Geschichte 1971 nicht verhindern können. Heute wachsen noch die Bäume und auf dem Platz ist ein moderner Wohnbau für Weisenkinder entstanden, das St. Vincenz.
Kann man aber die letzten Steine der “Zeit der Ruhrpolen” überhaupt abreißen?  Es gibt doch seit wenigen Jahren ein neues vom BUND Unterstützes Projekt: das digitale Archiv der Polen genannt Porta Polonica, Leitung Herr Dr. Jacek Barski, auf deren Webseiten die nächsten Jahre personenbetonter die Geschichte der Polen in ganz Deutschland neu zusammengetragen und attraktiv dargestellt wird. Zum Teil werde auch ich mit einigen Portraitarbeiten beitragen können.

Was mich bei diesem ganzen Thema anfing zu interessierten war, ähnlich meines persönlichen Dilemmas keiner eindeutigen Kultur, Nation und Sprache anzugehören: die Tragik der Schlesier hier im Ruhrgebiet. Sie kamen in Ihrem Selbstverständnis als Deutsche nach Deutschland und wurden zu Ruhrpolen und das zu einer Zeit in der Polen seit 100 Jahren auf der Landkarte Europas nicht existierte.  Sie fühlten nationale Zugehörigkeit zu Deutschen, wurden aber als Polen wahrgenommen. Die Folge ist nun, dass hier jeder fast Pole ist. Auch das erschwert irgendeine vernünftige Abgrenzung, zum Glück. Kann es sein, dass wir nicht von Organisationen oder kultiviertem Bewusstsein, sondern einfach durch die klimatische Lage mehr beeinflusst werden? Sehr logisch wurde daher der Zusammenhang und Vortrag des Museumsleiters der Zeche Hannover Dietmar Osses  betitelt: “Von den Ruhrpolen zu den Kosmopolen” und erinnert auch uns indirekt, dass die Geschichten sich wiederholen können. Ich selbst komme aus Poznań, lebte über zwölf Jahren in Berlin, schlesische Kultur kenne ich nicht, habe aber Verständnis dafür, dass  die Liebe zu einem besonderen Flecken Erde durch Kultur und in Erinnerung länger gelebt, geschmeckt, gehört und erzählt werden möchte. Artur Beckers masurische Geschichten sprechen Bände. Auch er träumt von Kosmopolen, wenn er sich meditativ entspannen möchte.

Man muss wissen, dass vor 150 Jahren kaum jemand hier im Ruhrgebiet lebte. Alle waren Migranten, die hierher kamen. Auch das ist beste Voraussetzung gerade hier Kosmopolen zu gründen und den polnischen Aspekt der Geschichte in Form von etwas aufgefrischter europäischer Interkultur anzubieten, denn gemeinsame Geschichte ist immer auch ein Geschenk der gemeinsamen Lebenserfahrung und dass sollte man meiner Meinung sehr feinsinnig pflegen, statt Geschichte dramatisch und aggressiv den anderen gegenüber umzudeuten versuchen.

Wir haben Kosmopolen gegründet, um eben aus dem Deutsch Polnischem Dilemma auszutreten, einen dritten Weg vorzuschlagen, dem Kosmopolitischen auch Ausdruck zugeben, was aber am Wort Polen bei manchen hängen bleibt und manchmal einen Kontext aufdrängt, der für uns längst überwunden ist.
Man kann daher Kosmopolen als ein Tor begreifen von etwas nach?… vom Nationalen raus ins Inhaltliche… Basil Kerski, Chefredakteur der Zeitschrift Dialog und der Geschäftsführer vom Europäischen Kulturzentrum Solidarność in Gdansk,  meinte in den 90er Jahren dazu Andrzej Bobkowski mitzitierend, dass Kosmopole ein Mensch ist der scheinbar Widersprüchliches sich widersetzendes in sich vereint.

Ich begreife Kosmopolen eV als etwas Komplexes: Grenzenlose Offenheit im Begriff (Kosmos größer als ein Ich, Polen als Plural, nicht Singular!) und exklusive Geschlossenheit durch das Naturgesetz der Bipolarität zugleich. (Nord und Südpol als Beispiel der Bipolarität sowie gemeinsamer Einheit, in Deutsch an den Polen bedeutet an den Erdpolen, Verein als Struktur der möglichen Exklusivität und Inklusion)
Man kann sich nicht verlieren, weil es zugleich auch Halt gibt.

Wonach klingt das für Sie? Es gibt viele Antworten, daher werde ich die meinen hier nicht alle verraten. Ich bin ein Freund der gemeinsamen Diskussion, kitzel’ gerne und hoffe durch die Publikation dieses Textes auf der Webseite der Autorin Ewa Maria Slaska neue Freunde zu finden und zu motivieren, sich in diesem Rahmen mal mitzubewegen. Die nächste Aktion ist ein No Budget Neujahreskonzert am Donnerstag, den 21.01.2016.

Und was wir in diesen acht Jahren geschafft haben? Hier eine kleine Zusammenfassung:

Über sechs kleine Festivals, neue Produktionen u.a. auch für Kinder, neues Publikum für Polnische Kultur gefunden, Partner in ganz Ruhrgebiet bis Köln, die an Kosmopolen Aktionen Interesse haben, Familienkonzerte, neue Jazzreihen, Literaturreihen, neue etwas nettere Vorurteile gegenüber Polen… wir gewannen eine Goldene Eule in Wien, ein Zukunftswettbewerb, öffneten paar Herzen und bekamen gute Förderungen, so dass alle Teilnehmer normal honoriert wurden (auch dafür engagiere ich mich persönlich)… wir sind heute 14 deutschlandweit, haben zwar mehr Freunde, suchen aber neue Unterstützer und Mitglieder vor Ort im gewichtigen Jahr “25 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag” und in der prickelnden neuen politischen Situation jetzt in Polen.

Zu viele ungesehene, ungehörte, hoch talentierte, sensible und einsame weil eher introvertierte Menschen begegne ich und tue beruflich mein Möglichstes, um deren Dasein, deren Leben und Schaffen lauter zu kommunizieren, erst Recht im extrovertiertem technischem Zeitalter. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt man im Westen. Das stimmt im Fall der Kunst nicht ganz, denn Kunst ist tot und hat ohne Zuschauer, Zuhörer kaum irgendein Sinn. Kultur machen wir selbst. Ich mag Kunst, Musik, Fotografie, Literatur und dafür habe ich mit ein paar anderen Zeitgenossen aus verschiedenen Ländern Raum erkämpfen und schaffen dürfen.

Kosmopolen als Verein raubt mir viel Zeit, manchmal zum Glück auch den Verstand, nie die Geduld, aber am 21.01.2016 wird der vieldimensionale Sinn der ganzen Unternehmung zu hören und zu finden sein. Meine Herzliche Einladung nach Bochum ins Planetarium:

emanuelaplakatKOSMOPOLEN NEUJAHRESKONZERT 
Donnerstag, der 21.01.2016 – 20.00h
Konzert unter Sternen

es spielen:
Robert Kusiolek / Akkordeon
Elena Chekanova / Elektronik

ORT: Zeiss Planetarium Bochum
Castroper Straße 67 – 44791 Bochum
Eintritt: VVK 10,–/AK 12,–
Infos & VVK: www.planetarium-bochum.de
www.kosmopolen.de

X

P.S.
Zum Schluss eine kleine Anekdote. Seit nun vier Jahren suche ich neue Räume, vielleicht Galerie tauglich und für Organisatorisches von Kosmopolen nützlich.
Mein neuer Vermieter hat mir nach zwei Jahren Versprechungen beinahe den Schlüssel dazu in die Hände gegeben. Er, der stolze Besitzer vom ehemaligen Bunker, den er innerhalb von drei Jahren phänomenal umbaute und mit genügend Räumen bestückt, hat auch das zweite Mal Kosmopolen eV keinen Raum gegeben, als sich die Möglichkeit ergab. Alle Bitten halfen nichts. Der Bunker wäre mir gegenüber, im Raum war vorher eine Künstleragentur. Kosmopolen darf nicht rein, aber im selben Raum leuchtet es heute Violett und Damen leichtbekleidet lernen an der Stage Poledance.
Geistige Kunst und Kultur ist offensichtlich “gefährlicher” als Sex. In diesem Sinne: lass es uns 2016 krachen und diese Energie nützen 🙂

Kosmopolen Aktionen – in Planung 2016
Wir bekommen wieder die große Bühne in der Stadt Bochum!
Konzerte: NEW Polish Tunes 2016 in Essen, Bochum und Dortmund
Lesungen und Diskussionen: Die Kunst der Übersetzungen / Sztuka Tłumaczeń
Kinderaktionen und Polnische Weihnachten im mondo mio Dortmund auf Wunsch Vermittlung  bzw. Empfehlungen von Programmen, Konzerten…

KONTAKT:
Kosmopolen eV
Klarastrasse 6
44793 Bochum
Germany

www.kosmopolen.de          info@kosmopolen.de
Tel: +49 6872 9965
Mówimy po polsku

Wie kann ich Kosmopolen eV unterstützen?

Klicke regelmäßig: www.kosmopolen.de – die Klickzahlen werden gezählt

Unterstütze den Verein, Künstler, Kunst, Deutsch Polnische Kultur im Ruhrgebiet mit Deiner Fördermitgliedschaft   (€ 5,-/Monat, ab € 30,-/Jahr möglich)

Persönliches von Emanuela Danielewicz
Fotografin, Dipl. Kommunikationsdesignerin
und seit Oktober 2015 Studentin von Kulturreflexionen & Philosophie – Uni Witten Herdecke
www.danielewicz.de

Bilder von Margarete Kubicka in der Hufeisensiedlung

1 KUBICKA Selbstbildnis1917

Margarete Kubicka, Selbstbildnis, 1917

Noch bis zum Sonntag, den 6. Dezember sind in der Berliner Hufeisensiedlung, entworfen vom bekannten Avantgardearchitekten, Bruno Taut, Bilder von Margarete Kubicka (1891-1984) zu sehen.

 

 

Die Hinterglasmalerei Weltenwanderer (1923) im expressionistisch-theosophischen Geist gehört dazu.

2 KUBICKA Weltenwanderer

Die Finissage
dieser sorgfältig vorbereiteten Schau
findet am 6. Dezember, um 15.00 Uhr
im Hufeisen-Café
Fritz-Reuter-Allee 44, 12-359 Berlin
statt

Lidia Głuchowska

Margarete Kubicka. Ihr Beitrag zur Herausbildung und Entwicklung der Gruppe Bunt (1917-1922), einer deutsch-polnischen Künstlervereinigung der Avantgarde

Sie war Ehefrau des polnischen Malers und Graphikers, Stanisław Kubick und die einzige Frau und die einzige Deutsche unter den Mitbegründern der Posener Gruppe „Bunt“ (Revolte), deren Hauptforum die Kunstzeitschrift Zdrój (Quelle) bildete.

Im März 1918 erschien in diesem Periodikum das Programmheft der Vereinigung, deren zweisprachige Name, sowohl auf Deutsch und Polnisch sinnbildhaft für ihr expressionistisches Programm steht.

Margarete Kubicka hat das einzige im Linolschnitt festgehaltene Dokument der Diskussionen im Zentrum des Posener Expressionismus, dem Gut von Jerzy Hulewicz in Koscianki bei Września/Wresen geschaffen, auf dem sie Mittels kubo-futuristischer Bildsprache den Gedankenaustausch von Stanisław Kubicki, Jerzy Hulewicz, seiner Ehefrau und sich selbst darstellte.

3 KUBICKA Bei Hulewicz

Margarete Kubicka, Bei Hulewicz, Linolschnitt , 1917, Zdrój Febr, 1918, II, Nr. 4

 Kubicka sorgte dafür, dass die Gruppe Kontakte zu internationalen Avantgardekreisen Berlins um die Zeitschrift Die Aktion knüpfte. Sie war auch hauptverantwortlich für die Organisation ihrer kollektiven Ausstellung in den Redaktionsräumen von Die Aktion im Juni 1918. Anlässlich davon erschien eine Sondernummer dieser Zeitschrift. Es folgten weitere Publikationen und Ausstellungen.

4 - 5- 6 Bunt

Ankündigung der Bunt-Ausstellung in den Redaktionsräumen von Die Aktion mit dem Linolschnitt von Margarete Kubicka Opfer

 Sie hat auch das internationale Profil der Zeitschrift Zdrój und ihre grafische Gestaltung in Anlehnung an die der Berliner Periodika Die Aktion und Der Sturm, geprägt, da sie Covers der Einzelhefte vom Juli und November 1918 und vom Gesamtband VI entworfen hat.

7-8-9 Kubicka

Stilistisch und kompositorisch souverän, beeinflusste ihr Werk das Schaffen ihrer Kollegen, Jerzy Hulewicz und Władysław Skotarek.

In der historischer Perspektive war es auch ihr Verdienst, dass sie die nach den vier „Bunt“-Ausstellungen in Berlin gebliebenen Werke ihrer Künstlerkollegen während des Zweiten Weltkriegs beschützte und für die Nachwelt rettete.

Diese bilden den Kern der Ausstellung Bunt –Expressionismus – Grenzübergreifende Avantgarde. Werkle aus der Berliner Sammlung von Prof. St. Karol Kubicki, deren letzte Schau in Wrocław (ehemals Breslau) parallel zur Ausstellung von Kubicka eröffnet wurde und noch bis zum 12. Dezember 2015 zu sehen ist.

SIEHE HIER

10 BUNT Expressionism Grenzuebergreifend 2 11 BUNT expressionismus Grenzuebergreifend BreslauMehr über das Leben und Werk der Künstlerin in:

  • Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945, Berlin 2007
  • Lidia Głuchowska (Hg,): Bunt – Ekspresjonizm – Transgraniczna awangarda. Prace z berlińskiej kolekcji prof. St. Karola Kubickiego / Bunt – Expressionismus – Grenzübergreifende Avantgarde. Werke aus der Berliner Sammlung von Prof. St. Karol Kubicki, Poznań: Muzeum Narodowe, 2015

sowie
in den Begleitheften zur Ausstellung im Hufeinsen-Café,
herausgegeben von der Anwohnerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“

13 KUBICKA Hufeisen Cafe

12-14 lidia

Auszüge aus dem Referat von der Autorin gehalten am 29. November 2015 im Café in der Hufeisensiedlung

From Skolwin with love. And more.

einladungSkolwin

Kulturhaus Klub Skolwin in Stettin

und

Städtepartner Stettin – Friedrichshain/Kreuzberg Berlin e.V.

laden herzlich zur Vernissage der Fotoausstellung ein

Stettin – der zweite Blick

Wir stellen die Ergebnisse eines Stettiner Fotowettbewerbs vor, der von 2014-2015 stattfand.

Berlin, Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11 (2. Etage)
17. November 2015 / 18:30 Uhr

Wir laden Sie ein, eine Auswahl der besten Fotos einer Gruppe von Fotoenthusiasten anzusehen, für die Fotografie eine Leidenschaft ist – sie widmen ihr jeden freien Augenblick, arbeiten mit all ihren Talent, Gefühl und Sensibilität. Stettin, wie es auf den Fotografien der Teilnehmer gezeigt wird, ist eine Stadt, die einen Besuch wert ist und sich lohnt entdeckt zu werden, jeder tut es auf seine Weise.

Als Vorgeschmack können Sie manche Bilder auf unserer Fanpage sehen.
Wir sind auch auf Social Media zu finden

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Es sprechen
Sascha Langenbach
Pressesprecher
Bezirksamt Friedrichshain Kreuzberg von Berlin
Folker Schmidt
Vorstandsmitglied
Städtepartner Stettin e.V.
Adam Komorowski
Direktor
Kulturhaus Skolwin

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Und danach!

Fotospaziergang

Im Rahmen der Ausstellung planen wir je einen generations- und interessenübergreifenden Foto-Spaziergang.

In Berlin gehen wir direkt ins Zentrum, ins Herz der Stadt. Sozusagen: Vom Aussen nach Innen. Der Spaziergang findet am 29. November statt.

Treffpunkt ist Weltzeituhr am Alexander Platz umd 10.30 Uhr.

Die Fortsetzung dieses Spaziergangs findet am 6. Dezember in Skolwin statt, wo wir uns in die ganz andere Richtung bewegen werden, sozusagen: Vom Innen nach Aussen.

Skolwin, wenig bekannter Stettiner Bezirk, ist ein ausgesprochen schöner und interessanter, weit weg vom Zentrum gelegener Stadtteil, wo die Natur and die Industriebrachen stießt, und neue Ideen an soziale Brennpunkte. Und mittendrin agiert unser Veranstalter – Kulturhaus Skolwin.

Treffpunkt ist Bahnhof Gesundbrunnen um 7:45 Uhr.
Wir werden um 8:05 abfahren und am Abend zurückkommen. Die Fahrtkosten übernehmen die Organisatoren.

Bitte sich für beide Veranstaltungen bei Dorota melden dh. HIER.

***

Mit freundlicher Unterstützung von Regenbogenfabrik & Polnischer Sozialrat

Organisation, PR und Graphik: Dorota Kot

Margarete Kubicka in der Hufeisensiedlung

Am Sonntag, den 15. November wird in der Berliner Hufeisensiedlung, erbaut 1926 vom avantgardistischen Architekten, Bruno Taut, eine Werkschau der Berliner Künstlerin, Margarete Kubicka eröffnet. Wenn sie auch häufig als Expressionistin bezeichnet wird, da sie der polnischen Gruppe Bunt (Revolte) angehörte, trägt ihr frühes grafisches Werk eher kubo-futuristische Züge. Ihre Stärke, neben dem Linolschnitt, waren die leuchtenden Aquarellen, die sie gerne in die Serien gesammelt hat und die of eine Art Geschichte erzählen.

Einige ihrer Werke gehören der Berlinischen Galerie, darunter die Folge, Drei Sprünge des Wan Lung zum gleichnamigen Roman von Alfred Döblin.

Begleitend zur Ausstellung finden Sonderveranstaltungen statt, darunter ein Interview mit dem Sohn der Künstlerin, Mitbegründer der Freien Universität, St. Karol Kubicki sowie zwei kunstgeschichtlichen Vorträge.

Im Namen der Organisatoren, denen wir zu diesen Initiative auch gratulieren, laden wir Sie herzlich ein.

Mehr über das Leben und Werk der Künstlerin in:

Lidia Głuchowska, Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945, Berlin 2007.

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Margarete Kubicka, Hommage à Kubicki: Stanislaw Kubicki, der Agitator, 1924, Aquarell, Privatbesitz

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Margarete Kubicka, Neukölln: Bau der U-Bahn-Überführung 3, Linolschnitt, 1928, Privatbesitz

Für die Reproduktionsgenehmigung danken wir Herrn Prof. St. Karol Kubicki

Kubicka Hufeisen1 Kubicka Hufeisen 2