Frauenblick: “Zone of interest”

Liebe Leser:innen: Morgen liest die Autorin im Sprachcafé Polnisch

Monika Wrzosek-Müller

Anmerkung zum Film

Wir haben im Blog über den Film geschrieben. Wichtig war, schien mir, ob der Film dem Auschwitz-Grauen gerecht wird, ob diese Form der Verarbeitung, der Verfremdung dieser ungeheuerlichen Geschichte hilft, sie besser verständlich zu machen. Die Meinungen waren geteilt und schon selbst diese Tatsache ist auf jeden Fall hilfreich, denn sie lässt nicht zu, diese Momente der Geschichte zu vergessen. Für mich wichtiger ist, dass wir eben darüber sprechen und es nicht der Vergangenheit überlassen; auch darüber, was mit den Menschen, die diesen Ort des Grauens am Laufen hielten dann nach dem Krieg geschah. Gerade lese ich in der aktuellen Ausgabe der ZEIT ein Interview mit Peter Kalb, der die Zeugen bei dem Frankfurter Auschwitz-Prozess, 1964-1965, begleitet hat. Als junger Mensch hat er ehrenamtlich geholfen, die Zeugen, die damals aus der ganzen Welt: aus Israel, aber auch aus Amerika und Kanada zum ersten Mal nach dem Krieg nach Deutschland/in die BRD kamen, vom Flughafen, von der Bahnstation in die Hotels zu bringen und dann aber auch mit ihnen im Gericht zu warten bis sie mit ihren Zeugenaussagen an die Reihe kamen. So kam es dazu, dass er die Verhandlungen genau mitbekommen hat und sie verfolgt hat. So ist das Gespräch mit ihm sehr interessant, auch durch einige hier mitgeteilte Anekdoten.

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Reise nach Amerika (2)

Jacek Slaski

TAG 12 – PALM SPRINGS AND JOSHUA TREE

Guten Morgen Amerika, wie geht es dir? In Palm Springs scheint die Sonne, ich trinke einen Kaffee aus der Maschine am Waschautomaten und setze mich an den Pool. Die Palmen sind heute noch palmiger, einige versprengte Motelgäste lungern schon auf den Liegestühlen herum, um uns herum bilden die Berge eine majestätische Kulisse. Anton schläft noch, gegen neun wecke ich ihn, wir essen behelfsmäßig im Zimmer, wieder etwas Geld gespart, und entscheiden uns, vor dem Joshua Park noch ins Palm Springs Air Museum zu fahren. Ein riesiges Areal direkt neben dem Flughafen, auf dem Flugzeuge und Militaria aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, der Kriege in Korea und Vietnam bis zum War of Terror ausgestellt werden. Herausgeputzte Bomber, strahlende Kampfjets, ein beeindruckender Stealth Fighter in einem rot erleuchteten Hangar, der mich mit seinen eckigen Formen an Teslas Cyber Truck erinnert. 

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Spotkanie z Moniką / Treffen mit Monika

MONIKA WRZOSEK-MÜLLER – LESUNG & GESPRÄCH

April 28, 2024


[DEU] | [POL] 

[DEU]

SprachCafé Polnisch, Schulzestr. 1, 13187 Berlin

17. Mai 24, 19:00 Uhr

Es liest und spricht mit den Gästen Monika Wrzosek-Müller
Autorin vom ewamaria.blog
Es laden ein und den Abend moderieren Ewa Maria Slaska, Ela Kargol

Monika schrieb dazu:

Geschrieben habe ich eigentlich immer, interessanterweise öfter und intensiver auf Deutsch als auf Polnisch. Das hat vielleicht mit meinem Germanistik-Studium zu tun, oder aber doch mit der eher präzisen und ordnenden deutschen Sprache; sie zwingt mich, dem Wust meiner Gedanken einen verständlichen Rahmen zu geben. Und natürlich, ich lebe ja in Deutschland.

Dass ich nicht mehr zu den Junioren gehöre, hat mir gerade wieder eine Einladung vor Augen geführt, die ich vor ein paar Tagen bekommen habe: „Aus Anlass unseres 50. Abitur-Jubiläums laden wir euch alle am 17.05 um 16.30 Uhr in die Bar Lolek in Warschau ein.“ Wenn man dann noch die Kinderjahre dazu zählt, kommt eine stattliche Zahl von Lebensjahren heraus. 

Ich schreibe immer aus einem konkreten Anlass. Es sind viele kurze Beiträge. Ja, ich habe nachgezählt; es sind wirklich gut über 110 Einträge. Ich würde mich gerne – ich gebe es zu –  auch an einem etwas längeren Format versuchen und bei einem Thema bleiben, aber es fehlt mir an Mut, an Muße und an Geduld.

Ewa war mir immer eine große Unterstützerin, Begleiterin und (in positivem Sinn) Antreiberin. Vielen Dank dafür.

Das Treffen findet hauptsächlich in der deutschen Sprache statt.
Eintritt frei, Spenden für Sprachcafé Polnisch – willkommen.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projektes „In der Schulze“ mit Unterstützung des Bezirksamtes Pankow.

Foto © Michael G. Müller

[POL] 

SprachCafé Polnisch, Schulzestr. 1, 13187 Berlin

17 maja 2024 o godzinie 19:00

Z gośćmi rozmawia i i teksty z bloga – ewamaria.blog  – czyta Monika Wrzosek-Müller

Zapraszają i wieczór prowadzą Ewa Maria Slaska i Ela Kargol

Monika napisała:

Właściwie piszę od zawsze, co ciekawe częściej i intensywniej po niemiecku niż po polsku. Być może wiąże się to z faktem, że studiowałam germanistykę, a może z tym, że język niemiecki jest precyzyjny i uporządkowany, co sprawia, że mogę ująć to, co myślę w uporządkowane ramy. No i oczywiście mieszkam w Niemczech.

Kilka dni temu przyszło zaproszenie, które niestety przypomniało mi, że nie jestem już juniorką. „Z okazji 50-lecia matury zapraszamy wszystkich do Baru Lolek w Warszawie…“ A przecież były jeszcze lata, które przeżyłam jako dziecko – imponująca liczba lat! 

Zawsze piszę z konkretnego powodu. Wiele, z reguły dość krótkich tekstów. Tak, policzyłam – grubo ponad 100 wpisów. I mnóstwo tematów. Chciałbym – przyznaję – spróbować sił w nieco dłuższym formacie i trzymać się jednego tematu, ale brakuje mi odwagi, wolnego czasu i cierpliwości.

Ewa zawsze była dla mnie wielkim wsparciem, towarzyszką, motywatorką. Wielkie dzięki.

Spotkanie (głównie) po niemiecku.
Wstęp wolny, datki dla Sprachcafé Polnisch – mile widziane.

Spotkanie realizowne jest w ramach projektu „Na Schulze” przy wsparciu Urzędu Dzielnicowego Pankow.

Frauenblick: Paul Auster

Monika Wrzosek-Müller

Mit Paul Austers Tod geht auch ein Stück der Bohemien-Welt von NY von uns. Für mich war er als Schriftsteller, neben Woody Allen, der Inbegriff des New Yorkers. Er gehörte in diese Stadt der Städte, war von ihr fasziniert, liebte sie; alle seine Romane spielen mehr oder minder dort. Er selbst, den ich nur von zahlreichen Fotos kannte, sah für mich sehr leidenschaftlich, sinnlich und interessant aus. E wurde immer als ein sehr angenehmer und höflicher Mensch beschrieben.

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Eine Reise nach Amerika (1)

Jacek Slaski

TAG 3 – BÄUME UND OZEAN

(…)

Anton hustet und ich mache mir Sorgen. Es ist mein Job, mir Sorgen zu machen, doch er hat kein Fieber und sagt, er ist okay. Manchmal denke ich, er sagt das, um mich nicht zu stressen. Weil wenn ich gestresst bin, dann stresse ich ihn. Nicht blöd, das Kind. Aber quälen will ich auch nicht, krank ist krank. Das würde ich auch verstehen. Und heute wollen wir zum Muir Woods, eine Naturpark mit den gewaltigen Redwoods, den mächtigen Bäumen Nord-Kaliforniens, in denen 1982 George Lucas den Waldmond Endor entstehen ließ, für die letzten Szenen in „Rückkehr der Jedi Ritter”. Das damals verwendete Waldstück selbst existiert nicht mehr, es befand sich auf einem Privatgelände und wurde kurze Zeit nach den Dreharbeiten abgeholzt. Dass das überhaupt geht, wunderte sich Anton. Aber tatsächlich wuchsen hier überall diese hohen, mächtigen Bäume und jetzt sind sie alle weg, warum sollte man nicht auch 1982 noch welche abholzen. Endor is no more.

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Frauenblick: Gewalt

Monika Wrzosek-Müller

Sind wir eigentlich dabei, Gewalt abzubauen, oder befinden wir uns in einer Spirale der Gewalt, die immer neue Felder übernimmt?

Ich stellte mir die Fragen nachdem ich das Buch von Anna Raabe Die Möglichkeit von Glück gelesen und den Film von Paola Cortellesi Morgen ist noch ein Tag gesehen habe.

Anna Raabes Buch erzählt von der Generation, die noch in den 80er Jahren in der DDR geboren wurde, dann aber schon nach der Wende, in der erweiterten Bundesrepublik aufgewachsen ist und sich irgendwie keiner der beiden Welten zugehörig fühlte. Ganz offensichtlich knüpft die Autorin an eigene Erfahrungen an; ihr Text ist vielleicht auch ein autofiktionaler Roman, dadurch gewinnt er auch eine tiefe Authentizität und erlaubt uns, den Lesern, die Mäander der Erfahrungen dieser Gruppe zu verstehen. Ihre Protagonistin verbringt die Kindheit noch in den völlig verhärteten DDR-Strukturen; ihre Eltern aktive Parteigenossen, die Mutter vielleicht auch besonders motiviert, ebenso die Großeltern. Die Oma, zu Nazizeiten BDM-Führerin, war dann später, in der DDR, Erzieherin geworden. Der Opa ein getreuer Parteigenosse und Mitarbeiter der Stasi. Stine, die Hauptheldin, kämpft um ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben, sie will verstehen, was um sie herum passiert und warum. Doch alles ist gerade im Wandel; für die Kinder hat niemand Zeit; um Antworten muss man sich selbst kümmern.

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Polonia dla Gazy

Wiktor Pahl

Hejka droga Polonio! Organizujemy wydarzenie ze zbiórką pieniędzy na pomoc humanitarną dla Gazy. Będzie jedzenie (m.in. wegańskie pierogi ruskie!), muzyka, panele dyskusyjne, mały flohmarkt.

Serdecznie zapraszamy!🍉

Jako grupa polskich aktywistów i aktywistek na rzecz Palestyny, chcielibyśmy serdecznie zaprosić na wydarzenie “Polonia dla Palestyny – jeszcze Gaza nie zginęła”, które odbędzie się 28.04.2024 o godz. 18.00 w MaHalle (Waldemarstraße 110, 10997 Berlin).

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Die kleine große Welt

Monika Wrzosek-Müller

Eichwerder

Darüber habe ich schon ganz am Anfang meiner „Karriere“ bei Ewas Blog geschrieben; jetzt ist mir wieder so ein Fall passiert. Er gehört in die Reihe „Zufall oder Schicksal?“ Ich beschreibe das inzwischen als zufällige Schicksalhaftigkeit oder schicksalhafte Zufälligkeit, auch wenn ich eigentlich daran glaube, dass alles vielleicht einen tief verborgenen Sinn hat. Wir erkennen ihn erst Jahre später, wundern uns dann, fragen, was war damals, warum, wie ist das möglich? Irgendwo ist aber doch der sprichwörtliche Hund begraben.

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Ist es der Don Kichot?

Anne Schmidt & Ewa Maria Slaska

Anfang April 2024. Es ist gerade kalt. Gestern war es warm. Morgen wird auch warm werden, heute ist aber kalt. April halt. Auf Polnisch sagt man, kwiecień plecień, bo przeplata, trochę zimy, trochę lata. Deutsche sagen: April, April, der weiß nicht, was er will. OK, heute will er es kalt, windig und naß haben. Wir gehen minimalistisch essen in einem schłn minimalistisch eingerichteten Lunch- und Dinerrestaurant Mirari, Friedrichstraße 29 und dann zum Besselpark. Bessel war ein Astronom, der (lese ich) in der benachbarten Sternenwarte gearbeitet hatte. Es ist Kreuzberg, ich liebe diesen Stadtviertel und hat hier in der Nähe jahrelang gearbeitet. Nie habe ich von einer Sternenwarte hier gehört.

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