Vor ein paar Tagen habe ich im Spiegel einen Artikel mit dem Titel „Ein Teufel von einem Turm“ gelesen. Er handelte von dem Warschauer Kulturpalast und davon, wie dieser Bau, ein Geschenk Stalins, von den Polen zuerst gehasst, dann aber zum Symbol einer selbstbewussten, modernen Stadt wurde; die Warschauer lieben ihn inzwischen und können sich ihre Stadt ohne den protzigen Kolos nicht mehr vorstellen.
Themenwechsel total bei mir; manchmal klage ich über die Passivität und Ideenarmut der Menschen hier in der Uckermark, doch wenn ich ganz ehrlich bin: gerade diese Langsamkeit und fast Langeweile entspannt mich ungeheuer, und gerade das mag ich hier so sehr. Vieles in den kleinen Städtchen rundherum wurde nach der Wende aufgebrezelt, renoviert; die alten Stadtkerne vorbildlich restauriert, saniert, mit kleinen Parks, Springbrunnen und Skulpturen aufgehübscht, viele neu aufgestellt, wie z.B. in Angermünde. Man spaziert durch eine ziemlich tote Theaterkulisse, mit einem wunderschönen Rathaus und eben mit den neuen Skulpturen etc., doch viel Leben, Beschäftigung ist leider nicht entstanden, vielleicht auch nie vorhanden gewesen. Außer ein paar Fremden, hauptsächlich Fahrradtouristen im Sommer, sieht man die Bewohner kaum in Aktion; aber am Rande des Städtchens lugt eine unrenovierte Fassade hervor mit einer alten schönen Aufschrift: Textilfabrik, auch eine alte Brauerei, jetzt in Wohnungen umgestaltet; also es gab früher mal wirklich so einiges in der Altstadt. Manchmal bedauern wir, dass ein funktionierendes, d.h. gutes Restaurant fehlt, vielleicht ein Kino, in dem auch gute Filme laufen. Andererseits sind wir eher froh, dass sich so wenig ändert und bewegt, in meiner eigenen Routine verlaufen die Tage, Einkäufe, lange Spaziergänge, Lektüre, Schreiben, Übersetzen, Kochen.
I’m Eve, it’s my birthday on 2 September. I have been organising a birthday collection for many years, always with success. This year I am supporting the action of Iwona Maier, who wrote:
Dear friends, I am raising money for a well I want to build for a very poor family in Morocco! The first time I was so terribly sad was when I heard from an elderly man that the only thing he wants is to build a well so he can have water! And if he has water, he will earn everything himself! It costs €3000 to build a well. I believe that together we can do it! Please help me build a well in Morocco so that this man can fulfil his dream.
I believe that together we will make his dream come true, and we will build these wells together!
If everyone throws in €5 or €10, we have it, and we will be able to enjoy the well, and the water! Internet for power!
Jestem Ewa, 2 września mam urodziny. Od wielu lat organizuję zbiórkę urodzinową, zawsze z sukcesem. W tym roku wspieram akcję Iwony Maier, która napisała:
Kochani, zbieram pieniądze na studnię, którą chcę wybudować bardzo biednej rodzinie w Maroko! Pierwszy raz było mi tak okropnie smutno, kiedy usłyszałam od starszego człowieka, że jedyną rzeczą, jakiej pragnie, to zbudować studnię, żeby mieć wodę! A jeśli będzie miał wodę, to sam zapracuje na wszystko! Wybudowanie studni to koszt 3000€. Wierzę w to, że razem damy radę! Proszę pomóc mi zbudować studnię w Maroko, żeby ten człowiek mógł spełnić marzenie.
Wierzę, że razem spełnimy jego marzenie, i zbudujemy wspólnie te studnie!
Jeśli każdy wrzuci 5 albo 10€, to mamy to i będziemy mogli cieszyć się studnią, i wodą! Internet na moc!
Ich bin Ewa. Am 2. September ist mein Geburtstag. 2024 unterstütze ich eine Aktion von Iwona Meier: Iwona schrieb: Liebe Freunde, ich sammle Geld für einen Brunnen, den ich für eine sehr arme Familie in Marokko bauen möchte! Das erste Mal, dass ich so furchtbar traurig war, war, als ich von einem alten Mann hörte, dass er nur Brunnen bauen wollte, um Wasser zu haben! Und wenn er Wasser hat, wird er alles selbst erledigen! Der Bau eines Brunnens kostet 3.000 €, ich glaube, gemeinsam schaffen wir das! Wenn mir jemand helfen möchte, Brunnen zu bauen 🇲🇦, damit dieser Mensch seinen Traum erfüllen kann, mache es mit!
Ich glaube, dass wir gemeinsam seinen Traum wahr werden lassen und gemeinsam diese Brunnen bauen werden!
Wenn jeder auf seine Weise 10 € beisteuert, haben wir es und können den Brunnen und das Wasser genießen! Leistungsstarkes Internet!
Treue Leser:Innen dieses Blogs wissen, dass ich immer ausgerissene Buchseiten auf der Strassen sammele und versuche, den Buchtitel zu finden, dann kaufe das Buch, lese es und darüber schreibe. Oft waren es sehr gute wertvolle Bücher und ich wunderte mich immer wieder, weshalb man solche Bücher nicht behalte, mehr noch, ihnen die Seiten ausreisst?
Nachdenken über ein Buch: Lea Ypi, Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte.
Vielleicht ist es an der Zeit, einen neuen Blick auf die Umbrüche, Revolutionen, gewaltfreien, stillen Revolutionen, „Wenden“ um und nach 1989 zu werfen. In Polen hatten diese Umwälzungen eigentlich schon früher stattgefunden und die sperrigen, oft bruchhaften Biografien verliefen vielleicht doch etwas milder als die, die Lea Ypi in ihrem Buch nachzeichnet. Sich wirklich ernsthaft damit beschäftigen, worum es den Menschen in den später so genannten post-sozialistischen Ländern in Ost-, Süd- und Mitteleuropa in dieser Zeit ging! Das würde allerdings bedeuten, sich den einzelnen Biographien zuzuwenden und wirklich genauer hinschauen, was die Menschen da bewegt hat, jenseits großer Schlagworte: Freiheit, Demokratie; worum sie wirklich gekämpft haben.
Firmin wächst im Keller einer Bostoner Buchhandlung auf und liest sich Buch für Buch durch die Weltliteratur. Er entdeckt, wie spannend das Leben der Menschen ist und macht sich auf, ihre Freundschaft zu suchen. Sam Savage erzählt in diesem gefeierten Kultbuch die traurig-charmante Geschichte eines verkannten Außenseiters.
“Hin und wieder stelle ich mir vor, dass während der ersten Augenblicke in meinem Kampf ums Dasein, begleitet von einem Triumphmarsch, Moby Dick zu Konfetti zerfetzt wurde. Das würde meine angeborene Abenteuerlust erklären. An Tagen, an denen ich mich wie ein echter Außenseiter und Freak fühle, suche ich die Schuld bei Don Quijote. Hören Sie sich das mal an: »Schließlich versenkte er sich so tief in seine Ritterromane, dass ihm die Nächte vom Zwielicht bis zum Zwielicht und die Tage von der Dämmerung bis zur Dämmerung über dem Lesen hingingen; und so, vom wenigen Schlafen und vom vielen Lesen, trocknete ihm das Hirn so aus, dass er zuletzt den Verstand verlor. Zuletzt, da er mit seinem Verstand völlig zu Ende gegangen, verfiel er auf den seltsamsten Gedanken, auf den jemals in der Welt ein Narr verfallen; nämlich es deuchte ihm angemessen und notwendig, sowohl zur Mehrung seiner Ehre als auch zum Dienste des Gemeinwesens, sich zum fahrenden Ritter zu machen.« So steht er vor uns, der Ritter von der traurigen Gestalt: töricht, eigensinnig, ein Narr, naiv bis zur Blindheit, idealistisch bis zur Groteske – und wer soll das sein, wenn nicht ich? Ich war schon immer, und das ist die Wahrheit, ein Spinner. Allerdings greife ich keine Windmühlen an. Ich mache etwas noch Verrückteres: Ich träume vom Kampf gegen Windmühlen, ich sehne mich nach der Attacke auf Windmühlen, und manchmal bilde ich mir ein, ich hätte gegen Windmühlen losgeschlagen. Und was ist am Ende daran so anders? Ein hoffnungsloser Fall ist ein hoffnungsloser Fall. Doch will ich darauf jetzt nicht herumreiten. Das kommt später.” (S. 17)
In Warschau war es so warm, eigentlich heiß, schwül, und es gab so viel zu tun, dass ich diesmal sehr wenig von der Stadt mitbekommen habe. Geplant war, abends mit der kleinen kostenlosen Fähre vom Saska Kepa-Strand auf die andere Seite überzusetzen und dort dem Nachtleben der jungen Leute zuzuschauen, doch daraus ist nichts geworden – zu müde, zu weit, zu viel noch zu erledigen; ich habe sogar meine alte Freundin versetzt.
Doch an einem Nachmittag bin ich dem nicht enden wollenden Aufräumen und Aufteilen entwischt und habe mir im Zentrum für zeitgenössische Kunst, im Ujazdowski-Schloss, eine Ausstellung (eigentlich mehrere kleinere) angesehen. Schon lange habe ich keine so irritierend politisch aufgeladene Malerei gesehen; es handelt sich um die Ausstellung von den Werken des Künstlers Ignacy Czwartos mit dem Titel Polnische Übungen zur Tragik der Welt. Zwischen Deutschland und Russland.
Sorry für das anti-feministische Frauenbild, aber chatgpt war nicht imstande Punk-Ladies mit wenig Busen, keine Taille und kurzen Beinen zu malen! Wir haben es versucht, die Antwort war: Deine Anfrage entspricht nicht den Richtlinien…
Joasia Rubinroth & Tanja Krüger
Polnischer Ausdruck: Marzyć o niebieskich migdałach.
Wörtliche Übersetzung ins Deutsche: Von blauen Mandeln träumen. Bedeutung: Vor sich hin träumen. Von etwas Unmöglichem träumen.
Zuerst war der Hund, unser Mini-Dackel genannt Zitta aus unserem Leben verschwunden. Zugegeben, in der letzten Zeit war sie sehr anhänglich, aber dass das Ende naht, haben wir wirklich nicht geahnt.
Tier und Mensch So viele Jahre ohne Tier schon Kein Klagen an der Tür, kein Grüßen Kein sehnsuchtsfeuchter Blick, kein Drängen Kein Streichen um das Bein, kein Schnurren Kein selbstvergessenes Mahl, kein Lecken Kein traumverlorenes Ruhn, kein Schlummern So viele Jahre schon gar kein richtiger Mensch mehr. (Robert Gernhardt)