Ein Ausflug in Iran II – Isfahan und weiter

Persische Gattin weiterhin unterwegs in Iran.

ISFAHAN…

… war früher die Hauptstadt Persiens, dann zogen die Monarchen um, da die Müllberge und Gestank unerträglich wurden. Heutzutage hat Isfahan etwa 2 Millionen Einwohner und ist einer der schönsten Städte in Iran. Vor allem beeindruckend ist der Blaue Moschee.

Isfahan 2Isfahan 3Es wird hier nicht mehr gebetet, das Gebäude ist eine Touristenattraktion. Der Moschee hat eine unglaubliche Akustik, ich habe da einen Muezzin singen gehört, die Stimme hallte in dem Raum, pralle gegen die blaue Kuppel, wie gegen den Himmel und kam tausend mal stärker zu uns, den Sterblichen zurück. Ich hatte Gänsehaut und, obwohl ich nicht nah am Wasser gebaut bin, Tränen in den Augen. Auf dem großen Platz vor dem Monarchen-Palast picknicken die Iraner oft oder spazieren. In kleinen, gemütlichen Geschäften wird das iranische Handwerk verkauf.

Isfahan 4

Isfahan 1

Turme 1Die wackelnden Türme

Am Rande von Isfahan kann man ein Gebäude mit zwei Türmen bewundern. Jede volle Stunde steigt ein Mann auf ein der Türme um mit ihm zu wackeln. Der zweite Turm wackelt mit. Bis heute zerbrechen sich die Architekten den Kopf, wie das wohl möglich ist. Ich beneide nur den Turm-Angestellten nicht. Gefragt: was machst Du beruflich? – ist er gezwungen zu antworten: ich wackele die Turme. Hmmm… Wenn man aufmerksam schaut, erkennt man in dem rechten Turm das weiße T-Shirt des Mannes.

Turme 3

NAQSCH-E-ROSTAM

In der Nähe von Persepolis befinden sich im Fels gemeißelte Gräber von Darius II, Artaxerxes, Darius I und Xerxes I. Die Größe überwältigt!

Gräber 4

Gräber 3Unter diesen Herrscher erstreckte sich das persische Reich bis zum Donau. Interessant ist, dass die persischen Monarchen die eroberten Völker nicht versklavt haben. Sie durften weiter ihre Religion praktizieren und die Sprache, Kultur und traditionellen Bräuche erhalten. Das einzige, was sie abgeben mussten, war ein Teil der Ernte, Gold und Wasser. Die Herrscher der späteren Römischen Reiches, zum Beispiel, waren da ganz anders drauf. Am Rande der archäologischen Städte – die Kamele, vor allem russische Touristen machen Fotos mit den Tieren, oder wagen einen Ritt.

Kamel 1

Kamel 2

PERSEPOLIS

Persepolis wird auch Tacht-e-Djamshid genannt (also Thron der Djamshid). Djamshid war ein König der Persischen Frühzeit, der über alle Bestien, Dämonen und Engel der Welt herrschte. Persepolis wurde von Darius den Großen gegründet (etwa 500 vor Christus). Die Stadt überwältigt, vor allem wegen ihrer Größe.

Persepolis 1Persepolis 2Persepolis 3Was mich erstaunt hat, war der Umgang der Kolonialmacht – England mit den gigantischen Skulpturen. Auf den Sockel kann man einmeißelte Namen der britischen Übersee-Kompanien sehen. Außerdem auch private Personen kritzeln ihre Namen auf die Sockel, diese Kritzeleien, vor allem in russischen und englischen Sprache verunstalten die Kunstwerke. Auch die Iraner steigen auf die Kunstwerke, um sich in beeindruckenden Posen zu fotografieren. Die Wächter sind mit Trillerpfeifen ausgestattet und weisen die unartigen Besucher zurecht. Und so erklingt in Persepolis, in regelmäßigen Abständen, ein klirrender Ton der Trillerpfeife.

Persepolis 4In der Nähe befindet sich ein sehr teures und ziemlich schlechtes Restaurant. Das Essen ist ungenießbar (was in Iran wirklich eine Ausnahme ist), aber es lohnt sich vorbeizuschauen, denn im Hof des Restaurants kann man diese exotischen Vögel bewundern.

YAZD…

… liegt im Zentrum Irans, fast genau in der Mitte. Es ist eine Oasen-Stadt von Wüsten umgeben, und für mich die schönste Stadt in Iran. Die Häuser der Medina (die Mitte), wurden in Mittelalter und zwar aus Ton gebaut. Dieses fragile Material fordert ständige Renovierungsarbeiten. Vor dem Moschee steht eine gewaltige Holzkonstruktion.

Yazd 1Am Tag des Todes Imams Husseins heben die starke Männer die Konstruktion und tragen in einer Prozession durch die Stadt. Je schwerer und größer die Konstruktion, desto besser, denn sie symbolisiert den Märtyrer Tod von Imam Hussein.

Yazd 2
Beeindruckend sind die Dächer von Yazd. Die Turme auf den Dächer heißen Bot-Gir (Wind-Fang), und sind eine Art Klimaanlage. Der kühle Wind wird gefangen, die Luft nach unten transportiert, das Gebäude mit der kalten Luft gekühlt, die erwärmte Luft steigt wieder durch den Bot-Gir nach oben.

Yazd 6

Dies war früher ein typisches Haus reicher Menschen, heutzutage befindet sich in diesem Haus ein Museum und zahlreiche Geschäfte mit Keramik. Auch solche Bilder findet man in Yazd.

Yazd 4Yazd 5

Yazd 5Die Menschen in Yazd sind sehr freundlich und sehr religiös, aber auch mutig. Nur in Yazd habe ich auf der Fassade eines Hauses Parolen gesehen, die die Regierung kritisierten.

Und zum Schluß

Es ist nicht schwer ein Visum für den Iran zu bekommen. Man muss über ein Reisebüro eine Reisenummer bei dem Außenministerium in Teheran beantragen, die Nummer wird der Iranischen Botschaft in Berlin mitgeteilt, dann kann man ein Visum beantragen (man braucht ein Foto für das Visum), Kosten etwa: 50 Euro. Ein Rat für die Eheleute – Eine Heiratsurkunde muss man dabei haben, sonst wird es schwierig in einem Zimmer in Hotels zu übernachten. Und die Damen: ein Kopftuch ist Pflicht in Iran!

Ein Ausflug in den Iran I – Teheran

Mało do czytania, dużo zdjęć. Ciąg dalszy za tydzień.

Persische Gattin

Ein Ausflug in den Iran – die architektonischen Schätze und das Leben der Straße

TEHERAN

Strasse Teheran 2Teheran sieht auf den ersten Blick nicht sehr einladend aus. Die Häuser, sogar die an den Hauptstraßen, sehen aus, wie irgendwie zusammengeflickt, mit Spuke oder Kaugummi zusammen geklebt.

Strasse 1

Außerdem es ist eine Metropole, etwa 18 Millionen Einwohner, die Umwelt ist so verschmutzt, dass an manchen Tagen man kaum atmen kann, und die Kinder werden von der Schule befreit. So sieht eine typische Teheraner Straße aus. Die historischen Teile der Stadt, vor allem, die früher bewohnten Wohnhäuser sind jetzt verlassen und niemand kümmert sich um sie, obwohl sie zentral gelegen und mit ihren Holzgalerien, Balkons, verspielten Treppen wunderschön sind. Ein Haus in der Nähe von dem großen Bazar.

Strasse Teheran 1Wir, diejenigen, die in Polen kurz nach der Wende gelebt haben, wo man eigentlich von dem Gehweg Fleisch und andere Lebensmittel verkauft hat, werden etwas vertrautes in diesem Bild finden. Man handelt in Teheran, direkt auf der Straße, manchmal werden die Tiere auch direkt am Straßenrand geschlachtet.

Zu den schönsten Gebäuden in Teheran gehört: Kahe Golestan – der Blumenpalast wurde Ende 18. und Anfang 19. Jahrhunderts gebaut, und war bis 1979 der offizielle Sitz der persischen Schahs. Der letzte Schah, Mohammad Reza Pahlavi wurde da auch zum König gekrönt.

Kahe Golestan 4

In Kahe Golestan befinden sich unzählige Portraits und Andenken an den Schah: Nasser al-Din Schah, der mit 25 Frauen verheiratet war, mit ihnen 18 Söhne und eine unbekannte Anzahl Töchter hatte. Einfach faszinierend. Das schönste in Kahe Golestan ist ein Saal, der komplett aus Silber, Spiegel und Kristallglas errichtet wurde.

Kahe Golestan 2Mir persönlich hat das kleine Detail gefallen, eine Steinkatze, der niedliche, lebendige Kater hatte auch nichts dagegen in dem Schatten des großen Bruders aus Stein zu ruhen.

Kahe Golestan 3

Niavaran Palast – als Schah Reza Pahlavi sich von der unfruchtbaren deutsch-iranischen Schönheit Soraya scheiden ließ und die Farah Diba heiratete, wollte sie in dem für sie altmodischen Kahe Golestan nicht leben, und so ist die ganze Familie in das moderne Palast Niavaran im Norden Teherans umgezogen.

Palast Farah Diba

Der Reichtum des Kaiserpaars ist legender. Die Iraner können noch heute die Kleider Farah Dibas bewundern, und die unzähligen Wohn- und Repräsentationsräume.

Palast Farah Diba 1In einem kleinen, unansehnlichen Gebäude nahe des Palasts befindet sich Fahrah Dibas Kunstsammlung. Fast alle Bilder wurden ihr von den Künstler geschenkt (darunter ein Dali und ein Picasso). Mir am meisten gefallen hat dieser kleine Chagall.

Palast Farah Diba 3-dublet

Meine sozrealistische Kindheit

Viktoria Korb

Meine sozrealistische Kindheit: Sex-Missbrauch

Der Vater

Ich wurde seit meiner frühesten soz-realistischen Kindheit missbraucht. Mein Vater badete mich nackt schon als Säugling, einmal bin ich ihm eingeseift aus der Hand gerutscht und bin fast in der Schüssel ertrunken. Darüberhinaus setzte er mich oft auf seinen Schoß, und küsste ab und zu. Mehr noch, er legte mich oft auf seine Handfläche, meine Schwester auf die andere, hob uns in die Luft und sagte: “Meine Kruppen”. Oder er trug mich auf seinem Rücken, wobei ich ihn mit meinen Beinen umarmen musste, um nicht zu fallen.  Manchmal schliefen wir sogar zusammen  in seinem Bett, vor allem wenn ich krank war, oder  im Urlaub, beziehungsweise im Schlafwagen im Zug.

Im Kindergarten

Andere Missbrauchspartner folgten auch bald. Im Kindergarten mussten wir den “Krakowiak” tanzen und ein Junge in meinem Alter wählte mich hartnäckig als Partnerin. Jacek  war äußerst attraktiv mit seinen blonden Locken und seiner Volkstracht – der bestickten Jacke, gestreiften Hosen und dem roten, quadratischen Hut mit einer Pfaufeder. Eigentlich waren wir schon ein festes Tanzpaar, und so ermutigt wagte er sich einmal zu versuchen, mich im Tanz an die Wange zu küssen! Die Erzieherin hat es jedoch leider mitgekriegt und stoppte mit Empörung seine Belästigungsversuche.

In den Ferien

Nach dem Kindergarten kam bald der nächste Versuch. Im Urlaub auf den Masuren hat sich meine Mutter mit einer anderen Mutter angefreundet, die einen Sohn hatte. Mit diesem Muttersöhnchen sollte ich spielen, damit unsere Mütter in Ruhe den grünen Curacao- Liquer trinken könnten (etwas anderes gab es im Getränkekiosk auf den Masuren nicht).  Wir spielten gerne im Gebüsch, am liebsten stellten  wir einen Zelt aus einer Militärpelerine auf, den Antoni von zu Hause mitgebracht hatte. Bis der Tag kam, an dem er versuchte, mich auf den Mund zu küssen. Wütend riss ich einen langen Distelzweig  aus dem Boden und verprügelte ihn so stark, dass die Blumen fast fotografisch genaue, dunkelblaue Flecken auf seinen nackten Oberkörper bildeten. Dann lief ich erschrocken zu unseren Mammis.

Antoni rannte mir rachsüchtig nach. Unsere Mütter verstanden sofort, dass es zwischen uns Krach gegeben hat, wollten aber die Details nicht wissen. Sie lächelten verständnisvoll, meinten dass ein kleiner Streit jedem passieren kann und verlangten, dass wir uns zu Versöhnung küssen …

Und so wurde ich trotz meines Widerstandes gezwungen, von Antoni geküsst zu werden.

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Quelle: Fotopolska.eu (mit bestem Dank) – © Copyright 2012 Neo & Siloy – Fotos  Piotr Żochowski

Der Nachbar

In unserem Mietshaus in Warschau, im neuen Wola-Viertel, der sich mitten in den Nachkriegsruinen und unbebauter, von Bomben zerstörten Ghetto-Landschaft in Warschau erstreckte, ging es mir auch nicht besser.

Ich spielte oft mit dem Sohn unserer Nachbarn Zygmunt in seiner oder meiner Wohnung, bis er mir eines Tages beim Spiel “Kleiner Ingenieur” eine Liebeserklärung machte. Ich kannte ihn aber recht gut und konnte ihn nicht einfach verprügeln, wie den Antoni. Außerdem hatte ich keine Distel oder andere Waffen zur Hand. Oder vielleicht war ich schon schlauer geworden und ahnte, dass man von dem Verliebten etwas verlangen und ihn auf Probe stellen kann?  Aber wie? Ich schaute herum  und sah die Schienen und Schrauben vom “Kleinen Ingenieur” herumliegen, an denen wir gerade zusammen bastelten.

Ich fragte also: “Liebst du mich sehr?”

“Ja, sehr” bestätigte Zygmunt”

“Kannst Du es mir beweisen? Was würdest du für mich tun?”

“‘Alles was du willst!” brüllte Zygmunt mit Begeisterung.

“Dann schlucke die Schrauben vom ‘Kleinen Ingenieur’!”

Zygmunt hat mich nicht enttäuscht und schluckte die erste Schraube. Ich war jedoch noch nicht ganz  von der Tiefe seiner Gefühle überzeugt und verlangte weiteres Schlucken. Zygmunt setzte es also mit einer etwas sauren Miene fort, bis sich auf einmal die Tür zu seinem Zimmer öffnete und seine Mutter  vor uns stand.

“Was macht ihr denn? Es herrscht bei euch eine so merkwürdige Stille, dass ich schon beunruhigt wurde”.

“Wir, hm…. das heißt Zygmunt, verschluckt einige Schrauben aus ‘kleinem Ingenieur’“, stotterte ich.

Seine Mama holte sofort den Vater zur Beratung. Der rief sobald einen befreundeten Arzt, um ihn nach seinem Rat zu fragen. Der Arzt empfahl ihm, Zygmunt ein Abführmittel zu geben, in der Hoffnung, dass er die Schrauben mit dem Stuhl loswird. Gott sein Dank, waren sie nicht allzu scharf.  Ich wurde nach Hause rausgeschmissen, bekam jedoch kein Hausverbot, schließlich waren unsere Eltern gute Freunde.

Am nächsten Tag besuchten wir alle die Nachbarn und erfuhren mit Erleichterung, dass das Abführmittel das seine getan hat und das Problem  erledigt war.

Auf dem Lande

Bald tauchte ein neuer Missbraucher auf. Stefan war der Sohn von früheren Arbeitgebern unserer Hausangestellten Genowefa, einem Kunstmaler und seiner Frau. Sie lebten in Wilanow, einem kleinen Dorf neben dem könliglichen Sommerschloss in der Nähe von Warschau. Genowefa stammte auch aus diesem Dörflein und hatte dort ein Häuschen mit Garten, wo sie oft einen Teil des Sommers mit mir und meiner Schwester als Gästen verbrachte. Zwischen der Herrschaft und Dienerschaft herrschten nämlich familiär-patriarchalische Verhältnisse, die sich beide Seiten des sonst üblichen  Klassenkampfes hochlobten. Wir besuchten auch oft die Familie von Stefan in ihrer schönen Villa und schauten uns die Bilder seines Vaters an, vor allem die obligatorischen Porträt von Stalin, den damals jeder Maler demonstrativ in seinem Atelierzimmer aufstellen musste.

Aber eines Tages, als ich dabei war, das Hauses von Genowefa zu verlassen, um im naheliegenden kleinen See zu schwimmen, bemerkte ich auf dem Gehweg vor unserem Gartenzaun eine auf der Erde gekritzelte Anschrift: “Stefan liebt Viki”.

Ich begann gerade die Schule und lernte erst zu lesen, aber Stefan konnte ganz gut schreiben, denn er war schon ganze zehn Jahre alt.

Als ich den Satz bestaunte, tauchte er auf und versuchte mich zu küssen. Ich wimmelte aber diesen alten, geilen Bock empört ab. Er hat sich trotzdem von mir nicht für immer abgewandt – er besuchte  öfters Genowefa und mich in Warschau. Er war nicht nur charmant, sondern  machte sich auch bei der Pflege meines Rollerscaters verdient, vor allem konnte er ihn immer vom Springseil befreien, das  sich oft zwischen seine Räder verwickelte. Trotzdem verlangte er nicht nach erotischen  Äquivalenten, vielleicht, weil meine Eltern auch zu Hause waren.

Doch nach einigen Jahren, als ich gerade elf wurde, erschien er mal bei uns mittags, als meine Eltern in der Arbeit verweilten. Er erklärte stolz, dass er zum benachbarten Kino ging, mich aber nicht einladen konnte, weil der Film erst ab dem Alter von zwölf Jahren erlaubt war. Ich schaute ihn wegen dieser arroganten Bemerkung hassvoll an, er warf aber auf mich geile Blicke (ich trug ein sehr ausgefallenes amerikanisches Kleid vom Second-Hand!) Dann drängte er mich in eine Ecke, die er mit der Tür dicht machte und küsste mich leidenschaftlich auf den Kopf. Ich war ratlos. Bald verschwand er zu seiner Kinoseance, denn er war dort mit einem Freund verabredet. Und noch als ich schon studierte, rief er mich gelegentlich an. Rührende Treue.

Dziś 70 rocznica powstania w Gettcie Warszawskim.
Nie umiem o tym pisać. Proszę Czytelników, żeby przeczytali “Campo di Fiori” Miłosza.
http://www.poezjaa.info/index.php?p=2&a=6&u=101

Julie I – Wilczyca z Torunia

Julie_WolfthornNie gehört, nicht wahr?

Julie Wolfthorn

Nigdy o niej nie słyszeliście, prawda?

Rozpoczynamy dziś na blogu krótki cykl wpisów o Julie Wolfthorn – dziś, jutro i pojutrze zamieścimy posty o tej malarce, o której nikt  nigdy nie słyszał, a i nie każdy historyk sztuki się z nią zetknął. Pomysł napisania o Julie wyszedł od Lidii Głuchowskiej.

Heute, morgen und übermorgen schreiben wir über Julie.

Urodziła się 8 stycznia 1864 w Thorn czyli Toruniu jako Julie Wolff, zmarła 29 grudnia 1944 roku w Theresienstadt. Pochodziła z rodziny żydowskiej, była niemiecką malarką i graficzką. Gdy zaczęła malować odjęła od nazwiska Wolff jedno f, co zmieniło je w Wilka, a dodała nazwę miasta, z którego pochodziła – Julie Wolfthorn. Piękne – Wilczyca z Torunia. Umarła w Teresinie, pokazowym niemieckim obozie koncentracyjnym. Do końca życia malowała.

Okazją do przypomnienia Julie jest wystawa przygotowywana właśnie w Galerie Die Insel w Berlinie – galerii należącej do Berliner Fraueninitiative Xanthippe e.V. – Inicjatywy Kobiecej Ksantypa. Kuratorinnen / Kuratorki: Ilse-Maria Dorfstecher, Gabriela Ivan, Sabine Krusen.

19.04.2013, Freitag / piątek, 19:00 Uhr, Vernissage
»Wieder im Licht – geehrt ausgegrenzt wiederentdeckt«

Kate Diehn-Bitt | Oda Hardt-Rösler | Käthe Loewenthal
Käthe Münzer-Neumann | Lene Schneider-Kainer | Hedwig Woermann | Julie Wolfthorn | Augusta von Zitzewitz
(bis / do 25.05.2013)
Insel-Galerie – Torstraße 207, 10115 Berlin

Tytuł wystawy trudno tak dobrze przetłumaczyć na polski, jak brzmi po niemiecku. Wieder im Licht – Znowu w świetle. Wystawa o malarkach: geehrt ausgegrentzt wiederentdeckt – cenione – wyrzucone poza nawias społeczeństwa – ponownie odkryte. Po polsku byśmy ten tytuł pewnie inaczej sformułowali – może tak: słynne zapomniane ponownie odkryte.

Dziś o  Julie tekst po niemiecku.

Dr. Irene Knoll

„Meine Freundin Julie Wolff träumt davon, Sie malen zu dürfen“, schrieb Hedwig Lachmann am 4.4. 1896 an Ida Auerbach, die spätere Frau Richard Dehmels. Sie benutzt den Geburtsnamen Julie Wolfthorns, ein Zeichen dafür, dass die beiden Frauen einander schon lange kannten. Zu dieser Zeit dürfte Julie Wolfthorn aber ihre Arbeiten schon mit ihrem Künstlernamen gezeichnet haben, den sie sich in Anlehnung an ihre Geburtsstadt Thorn an der Weichsel, das heutige Toruń, gab.

Mit dem Bildnis von Ida Auerbach, das im Dezember desselben Jahres entstand, ein Porträt in Lebensgröße, gelang Julie Wolfthorn auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1897 der Durchbruch in der Berliner Kunstwelt. In den folgenden Jahren profilierte sie sich als excellente Porträtistin, deren Können und Malkultur weder von den Künstlerkollegen noch von der Kunstkritik mehr bestritten wurde.

Julie Wolfthorn ist 1944 im KZ Theresienstadt umgekommen. In den nachfolgenden Jahrzehnten, bis in unsere Tage hinein, waren Werk und Lebensdaten der großen Künstlerin vergessen, ja, schienen verloren. Erst in den neunziger Jahren kam allmählich ein suchendes Interesse auf, nachdem einige Bilder von ihr auf Ausstellungen erschienen waren. Inzwischen konnte durch weitreichende Recherchen und Kontakte, durch sorgfältige Kleinarbeit, besonders vom Berliner Freundeskreis Julie Wolfthorn intensiv betrieben, Leben und Werk Julie Wolfthorns wieder erschlossen werden.

Julie Wolfthorn war das fünfte Kind des jüdischen Kaufmanns Julius Wolff und seiner Frau Mathilde, geb. Neumann. Sie kam 1883, nach dem Tode beider Eltern, nach Berlin. In den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts hat sie sich das Handwerkliche der Malerei durch privat betriebene Studien in Berlin und anschließend an der privaten Kunstakademie Colarossi in Paris angeeignet. In Berlin hat sie in der Kurfürstenstr. 50, ihrer Wohnung, selbst Frauen Malunterricht erteilt.

Von der männlichen Kunstkritik ist der Eintritt der Frauen in die Malerei zunächst mit Desinteresse, dann mit beiläufiger Gönnerhaftigkeit bedacht worden, “denn die Kunst ist vom Mann für den Mann gemacht“, wie der Kritiker Karl Scheffler schrieb. Er befand sich damit ganz auf der Fährte des Vorsitzenden der Preußischen Akademie der Künste, Anton von Werner, der Petitionen von Künstlerinnen für die Zulassung von Frauen zum Studium an der Kunstakademie wiederholt und bis zu seinem Tode ablehnte. Solche Petitionen wurden auch von Julie Wolfthorn gezeichnet.

Um 1900 gehörte sie zu den wenigen namhaften Künstlerinnen Deutschlands. Sie war eine von vier Frauen, die der 1898 unter Vorsitz Max Liebermanns gegründeten „Berliner Secession“ als Gründungsmitglieder angehörten. Die biografischen Daten, die nach und nach gewonnen wurden, offenbaren ihre intensive Mitarbeit an vielfältigen Initiativen, das Kunstschaffen der Frauen anzuregen und zu fördern und ihren Werken eine Öffentlichkeit zu verschaffen. Auf den Secessionsausstellungen bildeten die Arbeiten von Frauen nur einen verschwindend geringen Anteil. 1906 rief Julie Wolfthorn gemeinsam mit anderen Secessionistinnen und einigen Künstlerinnen aus München die „Verbindung bildender Künstlerinnen“ ins Leben, die fortan eigene Ausstellungen organisierten und weitaus mehr Beachtung fanden. Auf der Secessionsausstellung 1908 war dann schon jedes siebente Bild das einer Künstlerin.

Julie Wolfthorn gehörte dem „Verein der Berliner Künstlerinnen“ an, war Mitglied des „Frauenkunstverbandes“ und des „Deutschen Lyceum Clubs“, die eigene Ausstellungen veranstalteten. Die Themen solcher Ausstellungen sind inspiriert von Ideen und Zielen der bürgerlichen Frauenbewegung: Die schaffende Frau, Das Gesicht der selbständigen Frau, Die Frau von heute, Die gestaltende Frau, Das Kind.

Mit sehr viel Anerkennung werden in den Kritiken die Porträts Julie Wolfthorns erwähnt, aber auch ihre Landschaften finden zunehmend Aufmerksamkeit. Ein Foto aus dem Jahre 1914 zeigt sie, beladen mit Sonnenschirm und Malutensilien, in einer Gruppe anderer Malerinnen auf dem Wege zu einem landschaftlichen Malmotiv. Sie hat am Berliner Wannsee, in Ferch, in der Mark Brandenburg, auf Hiddensee, in Italien im Freien gearbeitet. „ Julie Wolfthorn ist modern im allerbesten Sinne des Wortes. Sie weiß sowohl dem heimlichen Stimmungszauber einer Landschaft Ausdruck zu geben, wie sie auch dem Menschen auf den Grund seiner Seele schaut und in ihren Porträts jede Individualität so scharf heraushebt, dass dem Beschauer der ganze Mensch sofort deutlich wird.,“ schrieb die Publizistin Luise Schulze-Brück.

Julie Wolfthorn galt als die „Seelenkennerin“ unter den Malern.1929 hat sie sich in einem Aufsatz für „Westermanns Monatshefte“ dazu geäußert: „ Ich habe es immer als meine Hauptaufgabe betrachtet, neben dem künstlerischen das psychologische Moment in meinen Bildnissen besonders zu betonen. Dazu gelange ich mehr auf dem Wege der Intuition als durch bewusste Gedankenarbeit. Oft habe ich das Gefühl, als malte nicht ich, sondern ein andrer in mir, so dass ich mitunter überrascht vor meiner eignen Arbeit stehe. Das sind die glücklichsten Momente des Schaffens.“ Zu den heute noch oder wieder bekannten Porträts von Julie Wolfthorn sind neben dem Porträt Ida Dehmels vor allem ein Bildnis von Richard Dehmel, ein Porträt von Gustav Landauer, das Porträt Hedwig Lachmanns, das Doppelportrtät Gerhart Hauptmanns und seiner Frau zu nennen. Sie war eine besessene Arbeiterin von überraschender Vielseitigkeit. Für die Zeitschrift „Jugend“ hat sie mehrere Titelblätter geschaffen; Aktzeichnungen, Buchillustrationen, Blumenstücke und Stilleben entstanden, und zu den bemerkenswerten Leistungen der aufkommenden Plakatkunst gehört ein Plakat, das sie für den soziademokratischen „Vorwärts“ schuf.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Julie Wolfthorn aus den Vereinen ausgeschlossen, Veröffentlichungen und die Ausübung ihres Berufs wurden ihr verboten. Nur in den Räumen des Jüdischen Kulturbundes wurden noch Arbeiten von ihr ausgestellt. Sie organisierte mehrere Atelierausstellungen und sprach mit den Besuchern über ihre Arbeit. In einem Bericht über einen solchen Besuch wird Ende 1934 im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde Berlin eine Fülle von Werken unterschiedlicher Schaffenszeiten und Genres erwähnt. „Ein Zug von ungewöhnlicher Frische, verbunden mit Reife des Könnens und einer gewissen unverwüstlichen Tüchtigkeit, macht die Erscheinung dieser Künstlerin besonders sympathisch“, schrieb der Verfasser Dr. M. Rieß.

Julie Wolfthorn wurde im Oktober 1942, in hohem Alter, nach Theresienstadt, deportiert. Wo all jene Werke, die zu diesem Zeitpunkt in ihrem Atelier standen, geblieben sind, konnte bisher nicht ermittelt werden. Sie starb am 21. Dezember 1944, wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag. Sie hat auch im Lager noch gemalt – Porträts von Leidensgefährten. Unter diesen letzten Arbeiten, die erst vor wenigen Jahren bekannt wurden, ist das Bildnis einer alten Frau, mit Bleistift skizziert und in schwachen Farben aquarelliert, auf schlechtem Papier festgehalten – ein kleines Kunstwerk und ein Dokument. Es trägt das Datum vom 6.Sept. 1943. Sie hat es „Rekonvaleszentin“ benannt.

Am 4. Juli 1947 erschien in „Der Weg“, einer Publikation der Jüdischen Gemeinde Berlins, unter der Überschrift „Der Leidensweg einer jüdischen Künstlerin” ein Bericht von Peter Edel. Der Schriftsteller Peter Edel, dessen eigentlicher Familienname Hirschweh ist und der in der Kurfürstenstraße 50 wohnte und bei Julie Wolfthorn Malunterricht hatte, hat darin seine letzte Begegnung mit ihr beschrieben; er selbst wurde nur wenige Wochen nach Julie Wolfthorn deportiert. „Auf die weite Reise im Viehwaggon nahm sie zwei Aquarellkästen, einige Pinsel und viele Bogen Papier mit. Sie versteckte diese Utensilien behutsam zwischen ihren Kleidern und den Büchern, die ihre alte Schwester mitnehmen wollte, und sorgte sich mehr um die Bleistifte und die Temperafarben als um das eigne Leben. ‘Man kann überall malen. Überall! Wohin man auch kommt‘, sagte sie mir, als sie sich verabschiedete.“

Stolperstein_JuliaWolfthornStolperstein / stumbling block / (kamień, o który się potykamy) kamień pamięci – Julia Wolfthorn, Kurfürstenstr. 50, Berlin-Tiergarten – Wikipedia Commons, Autor OTFW Berlin 2013

Autorka o tym nie wspomina, ale istniały też namalowane przez Julie portrety Dagny Juel i Stanisława Przybszewskiego. Zaginęły, jak wiele innych dzieł Julie, ale coś o nich wiadomo i podzielimy się z Czytelnikami tym, co wiadomo.

Następne teksty o Julie Wolfthorn:

Katarzyna Krenz: Głosy z umarłego miasta
Aleksandra Sawicka: Julie i Dagny

Das glückliche Leben

Persische Gattin

Aus den Erzählungen meiner Schwiegermutter

Das glückliche Leben von Agha Said

Am meisten Glück hatte Said. Als er zum Dienst, als Soldat in die Armee ging, wurde er ein Adjutant  des Offiziers. Es war gut-  er hat eingekauft, Essen gekocht und auch gut selbst dabei gegessen. Aus dem Geld, was er zum Einkaufen von dem Offizier bekommen hat, hat er etwas für sich selber behalten. Und, als er den Dienst beendet hatte, hatte er Tee, Kleidung und sehr viel Geld aus der Armee mitgebracht. Alle, die zum Dienst gehen, bekommen Geld vom Vater oder Mutter, da gibt es kein Fleisch zum Essen – “ich will kein Soldaten-Fraß essen” – sagen sie. „Ich mag diese Soldaten- Kleidung nicht. Die Soldatenstiefel sind nicht gut genug für mich, sie stinken und sind unbequem, einfach schlecht. Ich will schöne Schuhe aus gutem Leder“. Das Geld vom Vater zu Hause kriegen sie, gehen und kaufen was Gutes. Said hat es nicht so gemacht. Said hat gesagt: “alles was da ist, ziehe ich an”. Er war ja bei den Offizieren, er hat da gute Klamotten, Schuhe und Essen gekriegt. Geld hat er auch in seine Tasche gesteckt, ging zum Einkaufen, er hat für 5 Tuman eingekauft und zu dem Offizier gesagt: Agha, ich habe für 6 Tuman eingekauft. Einen Tuman hat er an sich genommen, er war geschickt, und hatte Glück.

Als Said aus der Armee zurück gekommen ist, war er ohne Arbeit. Ich bin arbeitslos, was soll ich denn machen? – fragte er Agha Jun – meinen Mann. Agha Jun meinte – ich wusste da eine Arbeit für dich, da ist ein Platz, welchen man mieten konnte.

Und Said hat in den leeren Räumen in einem Krankenhaus einen kleinen Cafe aufgemacht mit Tee, Säften, Plätzchen, Schokolade. Geld kam und kam, sehr gutes Geld kam. Alles hat er sich gekauft, ein Haus, im Dorf, es ist ein sehr schönes Haus, groß und sehr schick, in der Stadt, in Teheran, hat er ja auch ein Haus.

Jetzt wollte Said nur eins –  eine Frau. Er hat eine Frau genommen, sie hieß Mariam. Kurz nach der Heirat hat er sich vor ihr scheiden lassen, weil es böse Gerüchte über sie gab, sehr böse Gerüchte, und dann wollte er sie nicht. Er sagte zu ihr: du bist meine Frau geworden, aber vorher bist du keine Jungfrau gewesen. Schon vorher hat dich jemand angefasst.

Dann hat Said Sudobe zu Frau genommen. Wie alt war sie damals? Ich habe ihre Mutter gefragt –  wie alt ist sie denn, Ihre Tochter? Sie war ja noch so klein. Die Mutter meinte: sie ist 15. Said war eine gute Partie, hatte Geld, war jung, sehr tüchtig, die Mutter wollte ihn unbedingt für ihre Tochter. Said hat sie schon vorher im Dorf gesehen, als sie Wasser geschöpft oder Pfirsiche gepflückt hat. Dann haben sie sich auch angeschaut, bei der Hosstegori,  Said hat einmal zu ihr geguckt, und sie hat auch zu ihm ein Mal geguckt. Sudobe meinte – das wird ein guter Ehemann werden, ich heirate ihn , ich liebe ihn. Said meinte – ich will das Mädchen auch! Dann haben sie geheiratet. Ich selbst habe die Braut zum Friseur geführt, und geschminkt habe ich sie selbst. Sehr hübsch ist alles geworden. Und auch in dieser Nacht, in der Hochzeitnacht, haben sie ein Kind gemeistert, aber niemand wusste davon. Dann haben sie in Teheran gewohnt, sie wurden unsere Nachbarn. Eines Tages ist Said  zu uns gekommen, und schrie: Hanum wo bist du – lauf, ich flehe dich an, lauf!!! Was ist? – habe ich gefragt. –  Sudobe, die Wehen haben eingesetzt! Said – habe ich gesagt – du machst Witze, und solchen Spaß verstehe ich nicht! Aber Said schrie wie verrückt: Steh auf, steh auf, schließ die Tür und komm! Ich habe gesagt – gehen wir zum Arzt, schauen wir, ob sie wirklich schwanger ist

In einer Stunde schon war das Kind auf der Welt. Ich habe gelacht: wann habt ihr denn geschafft dieses Kind zu machen?

Das Kind war so klein, so klein, wie eine Katze, die Äugelein zu, 1 Kilo hat es gewogen. Ich sagte – Jo Hossein, und wer wird es pflegen? Said meinte – Gott hat es gegeben, Gott kümmert sich schon, selbst wird es heranwachsen.

Ah nein – schrie ich auf – da muss man sich kümmern, es ist viel Arbeit! Sudobe war ja ein Kind, und hatte keine Übung! Dann habe ich mich gekümmert, habe Medizin gegeben, und der Kleine geng, geng, geng, hat die ganze Zeit geweint.

Said sagte – wir nennen ihn Habib – und dann zu mir: er gehört dir! Ziehe ihn groß! Acht Monate habe ich alles bei ihm gemacht, Tag oder Nacht, habe ich ihn gebadet, Vitamine gegeben, Lieder gesungen. Er hat gut gegessen, ist dick und robust geworden.

Nun hat Said ein großes Haus, Grund, Obstgarten. Und mit Sudobe hat er ja nur Habib – ein Kind, welches schon 10 geworden ist. Alle haben gefragt, wieso kommt kein zweites Kind? Man muss zwei Kinder haben. Und alle haben spekuliert: bestimmt ist Sudobe krank, dass sie kein Kind mehr bekommt. Wenn Said eine weitere Frau nimmt, stellt sich schon heraus, wer krank ist – Sudobe oder er selbst.

Zwei FrauenDer Arzt hat behauptet, keine von Beiden hat ein Problem. Aber wenn Du mich fragst, der Said  wollte einfach eine Frau, ja – eine neue Frau. Und er hat das Mädchen Suhila genommen. Es verging ein Jahr, dann ein zweites – und kein Kind ist gekommen. Said hat endlich verstanden, er ist derjenige, der ein Problem hat. Und der Arzt hat es bestätigt und meinte zu Said: Sie haben einfach nur ein Ei. Ein Einziges Ei.

Also hat Agha Said zwei Frauen und einen Sohn. Und er sorgt für sie, sie haben es gut, essen gut. Sie haben ein gutes Leben.

Nächste Woche – Ein Ausflug in den Iran!

Mystische Augenblicke

Unser Leben
ist nicht das, was geschah,
sondern das,
was wir erinnern
und wie wir es erinnern

Gabriel Garcia Marquez

Laudatio… Thomas Raettig …
Forum Staniszów / Stonsdorf

… wie alles begann…

Es war im Jahr 1985, als Christine Pöttker in Berlin mit ihrem Lebensgefährten häufig vor Fotogeschäften stand, und dieser sich immer ausgiebig die Auslagen mit Kameras, Objektiven und Zubehör anschaute. Das alles interessierte sie damals überhaupt nicht, sie musste große Geduld beweisen, und bemerkte irgendwann zu ihm:  „Das nächste Mal sage ich dem Geschäftsführer, er soll einen Vorhang vor das Fenster hängen, dann können wir schneller weitergehen…

Und die Reaktion ihres Lebensgefährten? Er schenkte ihr ein paar Tage später eine Kamera, eine Minolta SRT 100X.

Das war der Anfang ihrer fotografischen Entwicklung und sie lernte von ihm, was Blende, Belichtungszeit oder auch Brennweite bedeutet. Der goldene Schnitt und der Stand der Sonne wurden fotografische Begriffe für sie. So begann die Künstlerin ihre ersten Fotografieversuche. Die Ergebnisse waren, wie man sich denken kann, zunächst eher bescheiden. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, bzw. die Meisterin, auch wenn das noch einige Jahre dauern sollte.

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Als ich Christine 1991 bei einem Fotokurs in der Nähe von Schloss Babelsberg bei Potsdam kennen lernte, stand während dieser Woche die S-W Fotografie, die Entwicklung und Vergrößerung der eigenen Fotos im Labor im Vordergrund.

Wir wurden gute Freunde und auch in den folgenden Jahren trafen wir uns hin und wieder zu Fotoexkursionen oder einfach zum Erfahrungsaustausch.

Mit den Jahren wurde das Fotografieren immer wichtiger für Christine und begleitete sie auf all ihren Reisen. Doch es fehlte ihr nach wie vor der eigenen Stil, die Unverwechselbarkeit ihrer Bilder.

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Anfang des neuen Jahrtausends verschlug es die Künstlerin zusammen mit ihrem Lebensgefährten nach Schlesien. Zunächst in das Glatzer Bergland, auf der Spurensuche ihrer beider Vorfahren. Immer wieder kehrten die beiden zurück in diese faszinierende Landschaft Niederschlesiens, bis sie, angeregt durch die Fernsehdokumentation „Schlesische Märchenschlösser“ im Jahr 2004 auch das Hirschberger Tal, das „Tal der Schlösser und Gärten“, entdeckten.

Viele der heute vorzüglich restaurierten Schlösser waren damals noch Ruinen. Einige wenige, darunter auch Schloss Stonsdorf, beherbergten schon Gäste und waren auf dem Weg, zu eindrucksvollen Zeugnissen vergangener Epochen zu werden. In Stonsdorf war in diesem Jahr die Stiftung Forum Stonsdorf gegründet worden und niemand konnte ahnen, dass die Fotografin fast 10 Jahre später hier ihre Bilder ausstellen würde. Fotografien, die eine Geschichte erzählen von der bezaubernden Landschaft, so wie sie vorher noch niemand gesehen hatte. Die Einzigartigkeit des fotografischen Augenblicks kommt in den Bildern von Christine mit ihrer außergewöhnlichen Sichtweise eindrucksvoll zur Geltung.
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Aber die Bilder erzählen auch eine ganz persönliche Geschichte der Künstlerin, die 2004, hier ganz in der Nähe auf Schloss Boberstein, ihren Lebensgefährten verlor. Auf der Suche nach dem Verlorenen kam sie seit 2005 mehrmals im Jahr an diesen Ort. Immer mit ihrer Kamera in der Hand, bekam das Fotografieren für sie eine ganz neue Bedeutung.

Es wurde zu einer Möglichkeit, ihren inneren Bildern, ihrer Trauer einen Ausdruck zu geben und eine Verbindung zu dem Verlorenen herzustellen. Und diese Zeit, die sie  hier im Hirschberger Tal verbrachte, befähigte sie, eine ganz neue, eigene Ausdrucksform in der Fotografie zu finden.

So konnte sie im Lauf der Jahre neue Hoffnung schöpfen, auf ein neues, anderes Leben, das jedoch immer mit diesem Ort verbunden bleiben wird.

2008 präsentierte die Künstlerin in Berlin erstmals eine Ausstellung mit einem Teil der hier gezeigten Fotografien. Aber der Zyklus war noch nicht abgeschlossen. Und so kam sie bis 2010 zu allen Jahreszeiten an diesen  wunderbaren Ort.

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Im Sommer morgens um 5.00 Uhr, im Winter erst um 8.00 Uhr, hat sie das frühe Sonnenlicht genutzt, um die „mystischen Augenblicke des Hirschberger Tals“ einzufangen. Einmalige Erlebnisse, überraschende Anblicke, neue Sichtweisen entdeckte sie in der traumhaften Landschaft des Riesengebirges. Ihre Wege führten immer wieder am Ufer des  Bober entlang und er schenkte ihr im Spiegel der Sonne verzauberte Momente, die sie mit ihrer damaligen analogen Spiegelreflexkamera (Canon EOS 50 E) festgehalten hat. Und immer wieder ging der Blick hinauf zur Schneekoppe, unverkennbar, unverwechselbar. Mal umhüllt von Wolken, mal strahlend klar in der eisigen Winterlandschaft.

Eine Fotoreise „im Licht der Erinnerungen“.

Mit dieser Ausstellung sind ihre Fotografien an den Ort zurückgekehrt, wo sie ihren Ursprung haben.

Aber auch andere, neue Motive weckten im Laufe der Zeit das Interesse der Fotografin.

So zeigte sie 2012 in Berlin erstmalig ihre Ausstellung „Mohnblütenzauber“. Die Vielfalt unterschiedlicher Mohnblüten, die sie jedes Jahr auf ihrem Balkon aussät, wurden von ihr in ungewöhnlichen Gegenlichtaufnahmen fotografiert und ausgestellt.

Eine neue, faszinierende Ausdrucksform ist seit  2010 für die Künstlerin auch die Aquarellmalerei geworden.

Sowohl die Fotografie als auch die Malerei geben ihr die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und sind nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken.

Wie die Erdmännchen

Persische Gattin

Wie die Erdmännchen – die iranische Familie:

Meine Beobachtungen sind sicherlich sehr subjektiv, aber ich habe den Eindruck, dass in Iran die Frauen diejenigen sind, die einer Familie den Halt geben, und die letztendlich über sie entscheiden.

Früher war die Rollenverteilung so, dass der Mann Geld nach Hause gebracht hat. Die Frau hat sich um die Kinder und den Haushalt gekümmert. Heutzutage arbeiten, vor allem die jungen Frauen, in Iran. Ich kenne eine Chemie-Studentin, die bestimmt nach dem Studium ein Hohes Tier in der Öl-Industrie sein wird.

Das größte Gut sind für die Iraner die Kinder und sie sind in der Regel sehr verzogen. Man spart nicht an einer guten Schule, Englisch-Kursen, Klamotten.

irandawniej1-dubletIn Iran darf man in der Familie heiraten, und es wird oft gemacht. Bis zur Cousine ersten Grades darf man heiraten, ausgeschlossen sind nur die Tanten, die Omas und die Mütter. Manchmal jedoch endet es in einer Katastrophe, vor allem für die Kinder. Eines Tages bin ich mit einem Bus gefahren, wie immer in einem unglaublichen Gedränge. Neben mir saß eine junge Frau mit ihrer etwa 2-jährigen Tochter auf dem Schoss. Plötzlich hat mir das Kind sein Gesicht zugewandt, ich habe mich erschrocken – ich sah eine entsetzliche Hasenscharte, das Mädchen war noch zusätzlich behindert. Auch in der Familie meines Mannes gibt es zwei mittlerweile erwachsene Kinder, die blind sind und unter Epilepsie leiden. Die Eltern sind Cousin und Cousine ersten Grades. Es schreckt die Iraner nicht ab – sie sagen In Schallah – alles in Gottes Händen. Man macht zwar vor der Ehe einen Test, um zu überprüfen, ob die zukünftigen Eheleute genetisch übereinstimmen. Ein Beamter gibt eine Überweisung, man gibt das Urin und das Blut ins Labor, aber es gibt 1000 Tricks um die Ergebnisse zu fälschen, man nimmt das Urin von Bekannten etc. Außerdem, diesen Test  führt man auch durch, um eventuelle Drogen festzustellen.

Die junge Mahtab hat den gutaussehenden Ali Reza geheiratet, obwohl er einen Drogen-Problem hatte. Mahtabs Bruder hat Ali Opium rauchen gesehen und es ihr erzählt, doch sie war verliebt. Kurz nach der Hochzeit hat Ali öffentlich den Drogenkonsum (Opium und Heroin) gebeichtet und in einer Klinik eine Entzugskur gemacht. Danach hat er aber nur ein Monat ohne Drogen durchgehalten. Mahtab wurde schwanger. Ali Reza ging wieder in eine Entzugskur. Nach ein paar Monaten wurde es schlimmer, und da Ali schon seit geraumer Zeit nicht mehr gearbeitet hat, hat er Mahtab´s Schmuck geklaut und verkauft, um Geld für die Drogen zu beschaffen. Eine neue Entzugskur folgte. Die hat nicht gewirkt. Ali Reza ist nun zu Mahtabs Großmutter gegangen und hat ihr Geld und Schmuck gestohlen. Mahtab hatte endlich genug von Ali, hat die Polizei eingeschaltet, und hat sich von Ali getrennt. Ali landete im Gefängnis und ist da gestorben. Und das war Mahtabs Glück, da das Sorgerecht in Iran immer bei dem Mann liegt, aber so durfte sie den gemeinsamen Sohn behalten. Der zweite Mann von Mahtab war Fernfahrer und hatte schon drei Kinder (nach der Scheidung mit der ersten Frau sind die Kinder rechtmäßig bei ihm geblieben). Wegen verschiedenen Machenschaften landete er im Gefängnis und Mahtab ließ sich scheiden. Als ich vor einem Jahr in Iran wahr, war Mahtab wieder glücklich. Sie hatte einen Freund, kurz danach jedoch hat sich  Mahtabs Freund von ihr getrennt. Mahtab muss für sich und ihren 8-jährigen Sohn sorgen – sie arbeitet in einer Nachtschicht in der Fabrik. Die Familie hilft ihr finanziell, aber es ist schwer, ohne einen Mann, in Iran.

irandawniej2Ich habe auch Kinder gesehen, die Blumen auf den Straßen oder Stifte in der U-Bahn verkaufen. Und die Menschen kaufen die Blumen und die Stifte gerne ab, oft obwohl sie die nicht brauchen, Barmherzigkeit ist einer der Gesetzen im Islam. Die Kinderarmut ist in Iran durch eine Art bedingungslosen Grundeinkommens gemildert. Jeder Bürger, egal ob Kind oder Erwachsener, bekommt monatlich von der Regierung eine bestimmte Summe Geld. Es ist nicht viel, aber es reicht um jeden Tag für eine Person Brot, Käse und etwas Gemüse zu kaufen.

Die Männer in Iran dürfen mehrere Frauen haben.

Foteme und Anis sind Saids Frauen. Foteme hat eine wesentlich höhere Stellung, da sie die erste Frau ist und Said einen Sohn geschenkt hat. Sie ist auch diejenige, die ein Handy besitzt – wenn das Telefon klingelt, erklingt die melodische Stimme eines Muezzins. Anis schielt neidisch in die Richtung des Handys, denn sie besitzt keins. Sie ist noch mehr neidisch, da sie mit Said kein Kind hat.

Die Situation einer Frau, die keine Kinder zur Welt bringen kann, ist nicht beneidenswert. Es kann der Grund einer Scheidung werden. Der Mann muss nur zu der Frau kommen und drei Mal das Wort: Tallok, Tallok, Tallok aussprechen, um die Frau zu verstoßen. Meistens dauert jedoch eine Ehe in Iran das ganze Leben an.

Die Küche ist der wichtigste Raum in einer persischen Haushalt, und der Kühlschrank das wichtigste Möbelstück. Oft ist er riesig, noch mit der Schutzfolie an den Griffen, in welche er in der Fabrik verpackt wurde, um ihn von den Gebrauchspuren zu schützen (die Schutzfolie wird übrigens nie abgenommen, egal ob von Stühlen, Sitzen in Autos, Handys oder Haushaltsgeräten, obwohl die Geräte manchmal schon 20 Jahre alt sind und die Folie total zerfetzt ist – aus Sparsamkeit – die Perser sind die Schotten des Orients).

irandawniej3-dubletMindesten zwei Mal am Tag sammelt sich die Familie um gemeinsam zu essen. Wenn ich an eine iranische Familie denke, habe ich immer vor Augen die Erdmännchen. Sie sind immer in der Gruppe, immer zusammen, immer am kommunizieren oder kuscheln. Alleine werden sie krank, oder sterben! Genauso ist es mit den Iraner.

Die Familien sind sehr groß, oft leben viele Generationen zusammen, Altersheime sind da nicht bekannt, man findet in Iran Halt in der Familie. Wenn es einen Ehestreit gibt, werden von anderen Mitglieder der Familie Mediationen durchgeführt. Auch wenn einer arbeitslos ist, lassen sie die familiären Connections spielen. Sie lassen einen an Einsamkeit nicht sterben.

Und nächste Woche – Aus den Erzählungen meiner Schwiegermutter – Das glückliche Leben von Agha Said!

Mężczyzna. Der Mann.

zieloni2004. Plakat wyborczy Partii Zielonych / Wahlposter der Grünen (Liebe ist Liebe. In die EU, damit sich etwas ändert)

Lidia Głuchowska

Mężczyzna. Zmiany obrazu

„Nikt nie rodzi się jako kobieta”, to stwierdzenie Simone de Beauvoir analizuje się często w odniesieniu do polskiej sztuki współczesnej także w związku z opresyjnymi, konotowanymi kulturowo i politycznie konstrukcjami męskości. Działania i strategie społeczno-kulturalnej interakcji obnażają „niebezpieczne związki sztuki z ciałem”, by przywołać tytuł książki Izabeli Kowalczyk (…). Demaskacja ta dokonuje się poprzez przeniesienie w nowy, nietypowy kontekst określonych gestów, póz, sformułowań i reguł etykiety. Dekontekstualizacja wywołuje efekt obcości, choćby w takich pracach jak Archiwum gestów Zofii Kulik, Krzesło 2 (2000) Katarzyny Kozyry czy Kompania Reprezentacyjna Wojska Polskiego (2000) Artura Żmijewskiego, w którym artysta zestawia schematycznie upozowane umundurowane i nagie ciała.

Nagi człowiek jest bezbronny. Jak komentuje Artur Żmijewski w wywiadzie z Izabelą Kowalczyk, mężczyźni też są słabi: „(…) My słabi eksponujemy nasze różowe pupy i (…) zaświadczamy nimi o własnej miękkości, o własnej słabości. Nasze pośladki i nasze majtające się fiutki, są ambasadorami naszej delikatności”. Artyści wskazują więc na to, iż poza mówcy, mężczyzny w garniturze bądź w mundurze oddziałuje często jak konwencjonalna zbroja, oddzielająca sferę prywatną od intymnej.

Interesujące jest, iż to samo w odniesieniu do pozornie równouprawnionych społecznie kobiet udokumentowała w sztuce polskiej już przed laty choćby Ewa Partum w pracy Autoidentyfikacja (1980), w której na zdjęciu sceny ulicznej naprzeciw siebie pokazane zostały: kierująca ruchem policjantka w mundurze i naga kobieta w szpilkach.

Przemoc, którą instytucje totalitarne bądź działające na zasadzie surowego rygoru i hierarchii – takie jak armia, szkoła czy szpital – wywierają na sferę prywatną jednostki, ukazana tu zostaje jako oczywistość. Ponadto krytycznej analizie poddana zostaje także natura prywatnych związków heteroseksualnych. Ich charakter demaskuje np. Dorota Nieznalska w pracy Bez tytułu (1999), ukazując problem rodzinnej, nierzadko psychicznej przemocy mężczyzny nad partnerką, która w omawianym dziele utożsamiona i traktowana jest jak pies.

Cały tekst po polsku
z ilustracjami i przypisami w czasopiśmie Pro Libris 2009

Der Mann. Änderungen der Abbildung.

„Niemand wird als Frau geboren“. Diese Feststellung von Simone de Beauvoir wird in der polnischen gegenwärtigen Kunst auch in Bezug auf oppressive, kulturell und politisch bedingte Konstruktionen von Männlichkeit analysiert. Solche Verfahren und Strategien der interaktiven sozial-künstlerischen Koexistenz entblößen die „gefährlichen Beziehungen der Kunst und des Leibes“ (…). Dies geschieht, indem bestimmte Verhaltensmuster, Gesten, Posen und verbale Zeichen des traditionellen maskulinen Codes in neue Kontexte gesetzt werden. Häufig erzeugt dies einen Aufmerksamkeit erregenden Verfremdungseffekt, wie z. B. in den Werken Archiwum gestów von Zofia Kulik (Archiv der Geste, 1987-1991), Krzesło 2 (Der Stuhl 2, 2000) von Katarzyna Kozyra und Kompania Reprezentacyjna Wojska Polskiego (Die Repräsentationskompanie der Polnischen Armee, 2000) von Artur Żmijewski, in dem wirklich oder metaphorisch uniformierte und nackte Körper zusammengestellt sind.

Nackt ist der Mensch wehrlos: „Wir, die Schwachen, Männer, stellen unseren rosa Po zur Schau und verwenden ihn als unseren Stempel. Damit bezeugen wir unsere Weichheit und Schwäche. Unsere Hinterbacken und unsere schwingenden Schwänzchen sind Botschafter unserer Zartheit“, kommentiert der Künstler Artur Żmijewski selbst. Die Pose des Redners, der Anzug oder die Uniform erscheinen dadurch als eine Art konventionelle Rüstung, welche die Sphären des offiziellen und des privaten Männerbildes voneinander trennt.

Interessanterweise dokumentierte die polnische Kunst Offenbarungen solcher Art in Bezug auf die angeblich sozial gleichgesetzte Frau bereits von vielenJahren, so z. B. in der Autoidentyfikacja (Selbstidentifikation, 1980) von Ewa Partum, wo auf einem mitten auf der Straße aufgenommenen Foto einer uniformierten Polizistin eine nackte Frau in Pumps gegenübergestellt wird.

Die Gewalt, die besonders in den totalitären Institutionen – wie etwa Armee, Schule oder Krankenhaus – auf die Privatsphäre ausgeübt wird, erscheint somit als offensichtlich. Doch auch die Natur privater heterosexueller Beziehungen wird in der Kunst der kritischen Analyse unterzogen. So entblößt z. B. Dorota Nieznalska in ihrem Werk Bez tytułu (Ohne Titel, 1999) die familiäre, nicht selten auch psychische Gewalt des Mannes über seine Partnerin, die hier, wie auch in vielen anderen Werken, als Hündin bezeichnet und behandelt wird.

Der ganze Text auf Deutsch mit Fußnoten und Abbildungen: Endfassung_Gluchowska_autoris

Der brennende Dornbusch / Krzew gorejący

Stanisław Kubicki 

Der brennende Dornbusch.
Die Berufung
Krzew gorejący.
Wezwanie
Wer rief?
Um mich die brennende Wüste
der gelbe sengende Sand
ein strahlendes Meer
ohne Küste
endlos gewelltes Land – –
Kto wzywał?
Wokół płonąca pustynia
piach spalony od słońca
oślepiające morze
bez wybrzeży
grzbiety wydm bez końca – –
Und doch ist als riefe wer
in diesen unendlichen Stillen!
als schrie’ es in meinem Herzen,
so daß ich wider willen
vergaß den Palmenhain
und das schattige kühle Zelt,
und eilte in diese Welt
und horchte hier
im öden Revier
weiß nicht, auf wessen Stimme. .
A przecież jakby ktoś wzywał
w tej bez kresu ciszy!
jakby w sercu mym wołał,
i choć nie chcę słyszę
zapomniałem o palmach,
o cienistym namiotów chłodzie,
tak w świat uchodzić mi pora
gdy słucham nikt nie odpowie
poprzez jałowe pustkowie
i nie wiem czyjżeż to głos. .
Tönen die Schmerzen
und dieses ferne Rufen
aus meinem eigenen Herzen?
Hat meine Seele solche Wüsten und Winde
und tödlichen Durst?
Ich hör in mir einen Widerhall
jetzt sehnend wie Schrei in Lebensnot
jetzt sanft und gelinde,
als weinte das All
um einen jungen allzufrühen Tod!
A może mój to ból
i moja rozterka
co z mego płynie serca?
W duszy padół pusty
wysączony suchymi usty?
A we mnie jakby echo grało
ongiś krzyk w ostatniej potrzebie
dziś łagodny bez grozy odwiecznej,
jest jakby wszechświat łkał
z powodu śmierci przedwczesnej!
Denn:
hier muß ich vergessen und lassen hinter mir
all meine jungen Tage
und meine Liebe
und Haus
und Tier . . .
Die stillen sanften Herden –
alles muß so vergessen werden,
daß nicht einmal die stillste Frage
– zaghaft und sacht –
“Wo” und “Warum”
in mir erwacht – – –
Bo:
zapomnieć mi trzeba zostawić
dni młodości
i miłość
i dom
i zwierzę . . .
i spokojne łagodne stada –
wszystko w niepamięć zapada,
nie obudzi
bo nie ma we mnie
nawet pytania
– nieśmiało wyjąkanego –
“gdzie” czy “dlaczego” – – –
O!
Meines Weibes stilles Weinen
seinen schmerzlichen Widerhall
darf ich nicht hören,
er könnt mich betören,
und reißt mir doch das Herz
entzwei – – –
O!
Cichy płacz mej kobiety
bolesnym powraca echem
już nie mnie go słuchać,
bo wszak może oszukać,
a rozdziera mi serce
na pół – – –
In meinen Ohren
ist nur noch dieser Schrei,
von dem ich nicht weiß:
kommt er von ferne
oder ist er in mir geboren?
W mych uszach daremnie
tylko ów krzyk,
i nawet nie wiem:
nadbiegł-że z daleka
czy zrodził się we mnie?
MojzeszOlej
O! ewige Qual!
denn ich bin wie ein Dornbusch, der brennt,
und werde doch nicht verzehrt,
denn mein Herz es lodert und glüht
und bleibt doch unversehrt! – – –
O! Bólu odwieczny!
I jestem jak gorejący krzew
nie zgorzeję jednak do trzew,
serce me żarzy się i płonie
a nie tknięte trwa! – – –
Und
durch dieses schmerzliche Tal
durch der Zeiten Endlosigkeit
durch diese Wüste,
die so öd’ und breit
über allem liegt auf Erden,
muß ein Weg gefunden werden . . .
Patrz
poprzez dolinę łez
przez nieskończony czasów zew
przez pustynię,
szeroką, daleką
jak ziemia bezkresna,
droga mnie wiedzie bolesna . . .
Und meine Seele,
in der es weint,
in der es ruft und spricht . . .
ich kenne sie nicht:
sie ist vielleicht wie die Welt
und voller Widerhall,
darinnen Durst und Hunger bellt
wie nachts Hyäne und Schakal . .
I dusza moja,
w której łkanie tkwi,
w której coś woła i mówi . . .
nie znam jej:
lecz wiem, pełna jest ech
po dech ostatni, po brzeg,
pragnienie i głód tu szczekają
jak hieny wtórują szakalom. .
Es gibt wohl stille Oasen
irgendwo
mit Palmen und kühlendem Quell,
da schöne Herden grasen
beschützt von der Hunde Gebell – –
Wiem są tu oazy ciche
gdzieś tu są wśród drzew
chłodne źródła, gdzie
stada się piękne pasą
co psi ich strzeże zew – –
Doch die sind klein
und vergessen –
es ist, als dürft’ es nicht sein,
als wär’ es frech
und vermessen,
hier vor Gottes Zorn
vor giftigen Winden
und Tod
vor zehrendem Hunger
vor des Durstes Not
zu hüten einen Born,
da heimlich und stille
vor der Wüsten Zorn
eine schattige Fülle
mit grünenden Ernten
und sanften Tieren
und einfachem Glück
vor der Qual der Welt
und der Not der Menschen
sich zog zurück . . .
Małe są
zapomniane –
tak jakby być nie mogły,
jakby to chytre było
i na wyrost,
tu się chronić, gdy tam
Boży gniew, wichru jad
i zgon,
głód nienażarty
i pragnienia grad
tu się chronić przy źródle,
szyto kryto ukradkiem
przed gniewem pustyni
w cienistej obfitości
w plonów zieleni
gdzie zwierz łagodny
a szczęście proste
przed bólem świata
i ludzką nędzą
się schronić tak . . .
Herr!
Wer machte mich zu diesem qualvoll brennenden Strauch
zu diesem Gewirre
aus Holz und Flammen,
das da ächzt unter Qualm und Rauch
und kann nicht in Asche fallen zusammen?
Herr!
ich fürchte mein Weg geht irre! . . .
Panie!
Któż uczynił ze mnie ten krzew gorejący
ten żmut
korzenia, dymu, płomienia,
ten jęk w oparach dymu
co się spopielić nie może?
Panie!
boję się, że się zbłąkam! . . .
Von meiner Brüder engen rauchigen Hütten
von ihrer Not und ihrem Weh’
bin ich so weit und fort geschritten
daß ich sie nicht mehr seh’ – – –
Daleko odszedłem precz
od biednych sadyb brata
mego w bólu daleko
jego biedy i męki nie moja już rzecz– – –
Herr!
und ich muß noch sagen
ein böses schmerzendes Wort:
nicht nur, von seinen Plagen
auch von meines Bruders Liebe
ging ich fort!
aus seinem ärmlichen Leben
aus seiner engen Welt
und seinem kleinen Streben,
in die du mich gestellt,
ging ich schon lange einen fernen Weg
einsam
weinend
ein verlachter Tor,
der stumm und dumm
das Beste verlor – – –
Panie!
pozwól, że jeszcze jedno
słowo powiem, tak złe,
bom nie tylko plagi jego porzucił
lecz i braterską miłość jego
i poszedłem, precz!
Obróciłem się od jego biedy
i ciasnego świata
małych potrzeb,
które i mnie przeznaczyłeś,
lecz ja dawno odszedłem daleko
sam
płacząc
wyśmiewany szaleniec,
błędny i zbędny
pogubiwszy to co najlepsze – – –
Denn:
ich liebe sie nicht,
die ich lieben wollte.
Bo wszak:
Nie kocham tych,
których kochać chciałem.
Und doch:
ich weiß um der Liebe Glanz
über allem irdischen Leben, –
ich weiß um den milden Strahlenkranz,
den sie um uns kann weben,
daß sie der helle Weg zum Paradies.
A jednak:
Wiem co miłości blask
na tym ziemskim padole, –
wiem jaki wieniec łask,
nam położy na czole,
i wiem, że drogą jest jasną do raju.
Ich weiß auch dies:
und hab’ es gefunden
in den stillsten Stunden,
wenn man die Arme um alles, was ist,
ausbreiten mag:
um Mensch und Tier und Pflanze und Stein,
um Jahr und Mond und Tag,
daß man nur dann kann glücklich sein,
wenn man sich selber verloren:
es zittert das Herz
und Lust ist wie Schmerz
und wir sind wie Kinder und Toren!
I to też wiem:
bo znalazłem ten jasny kwiat
w godzinie najgłębszej ciszy,
gdy człowiek wziąłby w ramiona,
cały swój świat:
człeka i zwierzę, roślinę i kamień,
na rok, na miesiąc lub dzień,
wiem, żem tylko szczęśliwy,
gdy się zapomnę:
gdy serce w radości i bólu
drży siebie niepomne,
a my jak dzieci i głupcy!
Und schau’ ich in solchen Stunden
meinem Bruder ins Angesicht,
dann ist mir der Glanz erloschen
und das Glück mit verschwunden – – –
A spojrzałbym w tę godzinę
w twarz brata mego,
na zawsze zniknął by blask
szczęścia słodkiego – – –
Und ich höre, wie mein Bruder spricht:
von seines armen Alltags Sorgen
von seiner tägliche Fron
von Weib
und Sohn
und daß er morgen
den Zins muß zahlen – und nicht kann.
I słyszę jak brat mój woła:
to troski mego powszedniego dnia
to znój mój w pocie czoła
to kobieta moja
i syn
a jutro
poradlne mi płacić – lecz jak.
Den Reichtum aber und himmlischen Glanz
den schaut er nicht an
und lacht
und spottet ob solcher inneren Pracht.
Nie spojrzy w oblicze niebios
w jego blask i obfitości zdrój
naigrywa się
i drwi ze mnie brat mój.
O! Herr!
ich weiß:
ich sollte lieben seine ganze Jämmerlichkeit
und seine Armut
und seinen Schmutz
sein armes tägliches Leid.
O! Panie!
wiem:
kochać mi trzeba jego biedną małość
jego mizerię
i brud
i znojny codzienny trud.
Doch schau ich ihn an
und seinen Tag
und sein Gebet,
kommt Mitleid mich an
und ich mag
ihn nicht sehn, wie er da steht
kurzsichtig eifrig
weinerlich und voller Klage
um seine kargen Tage . . .
Lecz gdy myślę
że to jego dzień
i to modlitwa jego,
choć litość mnie ogarnia
nie chcę widzieć wcale
tej pokory stania
ni krzątania ślepego
ani słyszeć jak jęczy
i skargi woła, i żale . . .
Dann ängstet mich die Frage:
warum ist die L I E B E so schwer –
so voller Qual?
Es geschiehet mir,
daß ich einem Tier
– einer garstigen Spinne –
eher meine Minne
meine volle Seele mag geben,
das Geschöpf an meinen Busen zu heben,
als diesem deinem Ebenbild – – –
Lecz pojawi się w tym pytaniu udręka:
czy M I Ł O Ś Ć musi być tak ciężka
i czy w niej jeno troska i męka?
Jakbym mą duszę oddał
nie tej, którą kocham
na podobieństwo Twe stworzoną
– lecz podłym zwierzom jakimś –
pająkom, pluskwom,
skorpionom – – –
Herr!
warum ist die L I E B E so schwer
und voller Qual?
woher die Not,
daß Mitleid wird der Liebe Tod? – – –
Panie!
czy M I Ł O Ś Ć musi być tak ciężka
i czy w niej jeno troska i męka?
skąd ta udręka,
i dlaczego litość śmierć miłości znaczy? – – –
Das Schlimmste aber ist mir mein Herz,
meine feige und gesunde Seele,
die alles schaut und um jeden Schmerz
zittert und schluchzt . . .
wie ich ihr befehle.
Bo serce me to najgorsza męka,
i moja zdrowa dusza tchórza,
co najmniejszego bólu się lęka
i płacze i jęczy . . .
tak jak jej każę.
Wer machte mich zu diesem qualvoll brennenden Strauch
zu diesem Gewirr
aus Holz und Flammen,
das da ächzt unter Qualm und Rauch
und kann nicht in Asche fallen zusammen?
Któż uczynił ze mnie ten krzew gorejący
ten żmut
korzenia, dymu i płomienia,
ten jęk w oparach dymu
co się spopielić nie może?
Denn ich bin wie ein Dornbusch, der brennt,
und wird doch nicht verzehrt,
mein Herz es schreit
und am End’
bleibt es doch unversehrt! . . .
I jestem jak gorejący krzew
nie zgorzeję jednak do trzew,
serce me żarzy się i płonie
lecz przecież
nie tknięte trwa! – – –
21.III.34 Tłumaczyła Ewa Maria Slaska, Berlin, marzec 2013

No ruz

Drogie Czytelniczki & drodzy Czytelnicy. Wiosna nie przyszła, i za Koszałkiem Opałkiem stwierdzamy, że w ogóle nie przyjdzie, ale mimo to składamy Wam życzenia ciepłych i pogodnych świąt Bożego Narodzenia! No oczywiście – Wielkiej Nocy. Ah, whatever…

Liebe LeserInnen – Alles Gute zu Weihnachten, o, pardon, zum Ostern!

Persische Gattin

NO RUZ – persisches Neues Jahr

Wie bei uns Ostern

No Ruz ist das wichtigste persische Fest. Es  hat mit unserem Silvester und Neujahr-Feierlichkeiten nicht viel gemeinsam, vielmehr erinnert es an Ostern. Vielleicht aus dem Grund, dass es auch in Frühling gefeiert wird.

Schon Wochen vor No Ruz, an dem Tag, an welchen der Schnee geschmolzen ist, wird Korsi abgebaut. Korsi ist eine Art Feuerstelle. In einem eisernem Behälter brennen Holzkohlen, drüber stellt man einen niedrigen Tisch. Auf den Tisch legt man einen riesigen Teppich, etwa 4 Meter mal vier Meter groß. Früher war das die einzige Wärmequelle in dem ganzen Haus. Mein Mann erzählt, dass er sich auf Korsi immer sehr gefreut hat. Nach der Schule rannte er, so schnell, wie er nur konnte, und das erste, was er, zu Hause angekommen, gemacht hat, war unter das Teppich zu schlüpfen. Im Haus betrug die Temperatur etwa 10 Grad, unter dem Teppich, dank Korsi, war es mollig warm. Aber vor No Ruz muss Korsi abgebaut werden, egal wie das Wetter spielt. Gleich im Anschluss wird Hune Tekuni gemacht. Hune Tekuni bedeutet – das Haus durchschütteln. Die Frau trägt alle Möbel nach draußen, die werden im Hof gründlich gewaschen, im Haus werden Fenster geputzt, Fußboden geschrubbt, wie in Polen vor Ostern, erst dann dürfen die sauberen Möbel wieder rein. Meine Schwiegermutter hat sich auf diese Weise Rheuma geholt, weil sie die Möbel und Hausgegenstände draußen bei den Temperaturen um den Gefrierpunkt, mit kaltem Wasser gewaschen und geputzt hat. Aber es ist eine der wichtigsten Traditionen in Iran und, unbeachtet der Verluste, muss sie durchgeführt werden.

Am meisten freuen sich die Kinder 1

Immer am Mittwoch vor dem Tag an welchem No Ruz gefeiert wird, werden Feuerwerks veranstaltet  und Feuer angezündet. Anders als in Deutschland, wo meistens ein großes Osterfeuer brennt, zünden die Iraner kleinere Feuer an, um drüber springen zu können –  diese Tradition ist auch in Polen bekannt (obwohl zu anderen Zeitpunkt). Auf diese Weise wollen die jungen Männer ihren Mut beweisen, und sich Gesundheit und das Wohl erkaufen, denn bei jedem Sprung wiederholt man eine magische Formel: Sardije man az to, Sorhije tora be Mane. Das Gelbe soll mit Dir (mit dem Feuer) verschwinden, das Rote zu mir kommen. Das  Gelb  symbolisiert in diesem Fall, das, was verwelkt, ungesund oder alt ist, und das Rote – das Neue, Vitale, Gesunde.

Festliches Essen

Zum No Ruz gehört auch Adschile Moszkel bosza – ein Teller mit Kernen und Nüssen –  man soll die mit Bedacht kauen und bei dieser ruhigen Tätigkeit, über die eigenen Probleme nachdenken bis man eine Lösung findet. Zu den bekanntesten persischen No Ruz Traditionen gehört auch Sabsi – Grünzeug – man tut auf flache Teller Wasser, schüttelt die Samen von Sabsi darauf und bedeckt sie mit einem Küchentuch. In zwei Tagen nimmt man das Tuch ab. Nun wächst Sabsi. Die Teller stellt man auf den Festtisch, sie sollen das neue Leben und den Neuanfang symbolisieren. Auch das kennen wir aus Polen – bei uns wächst die Kresse. Früher hat man große Wasserkannen mit Jute umwickelt, und da die Samen eingepflanzt, im Effekt sind grüne Wasserkannen entstanden, die wie lebende, wachsende und sich ständig ändernde Kunstwerke ausgesehen haben.

Sofre - Tischdecke auf dem Teppich ausgebreitetAm Tag des No Ruz Festes legt man eine festliche Decke auf den Tisch, oder breitet man sie auf dem Teppich aus. Darauf müssen  die Haft Sin – die sieben Sachen, die mit S anfangen, stehen (ähnlich wie bei Weihnachten in Polen- auf den Tisch müssen die vorgeschriebenen 12 Speisen). Es sind: Sabsi -Grünzeug, Sir – Knoblauch, Seke – Goldstück, Samanu – gemahlenes Getreide, Serkhe – Essig,  Sendschet – eine Art Maulbeeren, Sib – Äpfel. Ansonsten werden Lammfleisch, Reis und Tomaten gegessen. Viele Iraner glauben an Vorhersagen – auf die festliche Decke legt man einen Spiegel und auf den Spiegel ein Ei. Aus den Bewegungen des Eis kann man die Zukunft deuten.

No Ruz kommt um den 20 März, die Uhrzeit ist aber jedes Jahr unterschiedlich und wird durch die Position der Sonne und des Mondes zueinander bestimmt. Manchmal kommt der No Ruz tagsüber, manchmal nachts. Falls es nachts passiert, weckt man die Kinder und entweder schenkt man ihnen nagelneue Scheine, oder sie finden sie unter dem Kopfkissen. Vor dem No Ruz erleben die persischen Banken einen wahren Sturm, da die Erwachsenen die neuen, nicht geknickten und nicht abgenutzten Geldscheine massenweise holen.

Am meisten freuen sich die KinderAm ersten Tag des Neujahrs besuchen die jungen Familienmitglieder die Älteren. Es ähnelt einem Marathon, durchschnittlich statten an diesem Tag die jungen Iraner bis zu zehn Besuche ab. Obligatorisch werden Nüsse, Süßigkeiten und Tee serviert. Derjenige, der als Erstes eine Familie besucht, bringt mit sich Glück oder Unglück ins Haus. Falls jemand in der Familie stirbt, oder die Familie Geldprobleme bekommt, wird dessen, im Stillen natürlich, derjenige beschuldigt, der am No Ruz, als Erster zum Besuch war.

261px-HajjiFiruzDie Iraner haben auch eine Figur, die für No Ruz charakteristisch ist, wie wir den Hasen zum Ostern, oder den Weihnachtsmann zu Weihnachten. Die Figur heißt Hadsch Firuz und es ist ein Mann mit schwarzer Haut und rotem Gewand, wie früher die persischen Könige. Hadsch Firuz geht am No Ruz durch die Straßen und singt. Wenn die Iraner ihn kommen sehen, rennen sie nach draußen, und beschenken den Hadsch Firuz mit Geld. Interessant ist, dass den Titel “Hadsch” nur die Menschen tragen dürfen, die eine Pilgerreise nach Mekka absolviert haben. Für Firuz ist es jedoch nur ein Höflichkeitstitel.

An dem 13 Tag nach No Ruz darf man nicht zu Hause bleiben. Die Iraner glauben, dass es Unglück bringt und gehen picknicken. Die einzigen, die an diesem Tag arbeiten, sind die Diebe, denn sie genau wissen, dass an diesem Tag die Häuser leer stehen. Im Grünen kochen die Frauen Tee und bereiten Essen zu, die Männer spielen Karten. Es sieht etwa so aus, wie im Sommer in Berlin in dem Tiergarten, wenn die türkischen Familien, auf den Decken sitzend, die freien Nachmittage verbringen. Mit einem Unterschied – in Iran muss der Picknickplatz sich in der Nähe eines Baches mit fließendem Wasser befinden. Ein alter, persischer Brauch besagt, dass die jungen, unverheirateten Mädchen an diesem Tag Sabsi – grüne Pflanzen, miteinander zu einem Knoten gebunden, ins Bach werfen sollen, und sagen siszde bedar, soale digar, huneje schohar –  lass mich am dreizehnten Januar, nächstes Jahres, im Haus meines Ehemannes sein. Sie glauben der Wunsch nach einer Ehe wird auf diese Weise in Erfüllung gehen.

Nächste Woche ein Text über die iranische Ehe und Familienleben.