Sarah Kirsch

Sarah_KirschUmarła już 5 maja, ale do wiadomości podano to  dopiero kilka dni później. Niemiecka Wikipedia natychmiast to odnotowała.
Sarah Kirsch
Polska nie, ale polska w ogóle o niej nie pisze, dlaczego by więc miała coś wiedzieć o tym, że umarła.  Ale poetka nie jest w Polsce nieznana. Na stronie http://www.torun.pl/pl/2007-ewa-lipska-i-sarah-kirsch pojawią się Ewa Lipska i Sarah Kirsch. Obie w roku 2007 otrzymały nagrodę im. Samuela Lindego przyznawaną przez miasta Toruń i Getyngę.

Urodziła się w 1935 roku  w Limlingerode (w latach 1949-1989 była to miejscowość w NRD, gdzie poetka mieszkała do roku 1977). Studiowała biologię na uniwersytecie w Halle, a potem pisanie w Instytucie Literatury w Lipsku. W latach 1958-68 była żoną poety Reinera Kirscha.

Po pozbawieniu obywatelstwa NRD znanego pieśniarza Wolfa Biermanna w 1976 roku znalazła się wśród autorów kontestujących politykę władz, a w 1977 roku opuściła NRD i przeniosła się do RFN.

Debiutowała w 1961 roku i od tej pory ukazało się 19 tomów jej wierszy. Jedna z najciekawszych i najwybitniejszych poetek współczesnej literatury niemieckiej.  Księgarnie internetowe oferują tylko wydania niemieckie, a po polsku ukazało się dotąd tylko kilka jej wierszy w antologii niemieckojęzycznej liryki miłosnej: Ty się pojawiasz jak miłość… (PIW, Warszawa 1987) oraz w prasie literackiej.

Tuż koło białych bratków

stoję w parku tak jak mi kazał
pod wierzbą
rozczochraną staruchą bezlistną
widzisz mówi nie przychodzi

Ach mówię złamał nogę
zadławił się ością nieoczekiwanie
ulicę zamknięto albo
nie może wymknąć się swojej żonie
wiele rzeczy staje nam ludziom na przeszkodzie

Wierzba kołysze się i skrzypi
możliwe że już nie żyje
blady był taki kiedy cię całował pod płaszczem
możliwe wierzbo możliwe
w takim razie miejmy nadzieję że już mnie nie kocha

przełożył Jacek St. Buras

A ja popróbuję sił w tłumaczeniu wiersza, który jest bardzo popularny na youtubie, a po polsku go nie ma:

Die Luft riecht schon nach Schnee,
mein Geliebter
Trägt langes Haar,
ach der Winter,
der Winter der uns
Eng zusammenwirft
steht vor der Tür, kommt
Mit dem Windhundgespann.
Eisblumen
Streut er ans Fenster,
die Kohlen glühen im Herd,
und Du Schönster Schneeweißer
legst mir
deinen Kopf in den Schoß

Ich sage das ist
Der Schlitten der nicht mehr hält,
Schnee fällt uns
Mitten ins Herz, er glüht
Auf den Aschekübeln im Hof
Darling flüstert die Amsel

Powietrze pachnie śniegiem,
mój miły
ma długie włosy,
ach zima,
zima nadciąga,
w zaprzęgu ogarów.
Zima nas połączyła i zbliżyła,
rozsypuje lodowe kwiaty
na oknach
żarzy się węgiel w piecu,
a ty najpiękniejszy mój
Królewiczu Śniegu
kładziesz mi głowę
na kolanach.

Mówię, że to sanie, których
nie sposób już zatrzymać,
śnieg pada w samo serce,
żarzy się jeszcze
w wiadrze popiołu na podwórzu
Och, Darling szepce kos

Tłumaczyła Ewa Maria Slaska

Kenia III – Mombasa

Persische Gattin

Mombasa

Am nächsten Tag “wagen” wir, mein Mann und ich, die Hotelanlage zu verlassen und nach Mombasa zu fahren, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Für uns ist es ganz normal, dass wir die Umgebung zu Zweit besichtigen wollen, nicht aber für die anderen Gäste des Hotels. Ein deutsches Ehepaar schüttelt fast synchron den Kopf: “alleine in die Stadt fahren, mit den stinkenden Bussen, das wäre nichts für uns”. Sie entscheiden sich paar Tage später doch Mombasa mit einer organisierten Gruppe und einem von dem Hotel eingestellten Reiseführer zu besichtigen, bricht aber den Ausflug schnell ab. “Die Gassen so schmal und schmutzig, und alles so stinkend – das muss man im Urlaub nun wirklich nicht haben“, erklären sie uns beim Abendessen.

Mombasa4 Nun fahren wir mit einem der einheimischen Buse Richtung Mombasa. Immer wieder steigt jemand zu, der Bus ist  fast voll. Wenn man aussteigen möchte, klopft man an die Blechwand des Busses und der Fahrer hält abrupt am Straßenrand an.  Gerade ist ein Ehepaar eingestiegen: eine Frau mit zwei Kinder, die aus den um den Körper der jungen Mutter gewickelten Tüchern hängen, und ihr Mann. Der Kassierer – ein flotter und frecher, junger Kenianer, der an jedem Zwischenstopp neue Passagiere anwirbt, hat nun keinen Sitzplatz und muss in gebückter Haltung in dem fahrendem Bus stehen. Später erfahren wir, dass die “Bus-Kassierer” genau wissen, wo Polizeikontrollen stattfinden und sich vor so einem Kontrollpunkt  zusätzlicher Passagiere, für welche es keinen Sitzplatz gibt “entledigen” . Die rausgeschmissene Kenianer nehmen das aber mit einer stoischen Ruhe und warten einfach auf den nächsten Bus.

Mombasa6Der “Bus-Kassierer” gibt uns das Restgeld aus. Er hält die Scheine zusammengefaltet zwischen allen fünf Finger der rechten Hand, so hat er beim Wechseln einen besseren Überblick. Ich gebe der Mutter der Kinder Süßigkeiten für die Kleinen, obwohl ich weiß, dass UNICEF, UNO und andere “Heiligen” es nicht empfehlen, es sei schlecht für die Zähne der Afrikaner. Aber nachdem ich gestern gesehen habe, dass die kenianischen Kinder mit dem erbettelten Geld sofort in den Supermarkt laufen, um sich etwas Süßes zu kaufen, sind mir diese Empfehlungen egal, denn die Herren in den hohen Institutionen kennen Kenia anscheinend nur aus den Statistiken.
Mombasa0
Seit gestern streiten wir uns mit meinem Mann, da ich so sehr mit den Menschen in Kenia Mitleid habe, dass ich am liebsten jedem Geld in die Hand drücken würde. Mein Mann sagt aber, die Leute, die mit Touristen arbeiten, haben hier genug zum Leben. Wenn schon helfen, dann  denen, die wirklich arm sind. Aber mir scheinen fast alle hier sehr arm zu sein.

Mombasa2In dem Bazar von Mombasa vergesse ich die Meinungsverschiedenheiten. Es gibt so viele Farben, so viele Gerüche, so viele Speisen und unzähligen Gewürze – Mombasa war schon vor paar Jahrhunderten ein Potentat in Gewürzhandel. Ich zucke mein Fotoapparat und möchte ein Bild machen… Plötzlich ein Lärm, ein Getümmel – mehrere Frauen schreien, ich merke, dass der Ärger mir gilt.

Mein persischer Mann kapiert als erster, dass die Frauen Moslem sind und nicht wünschen, fotografiert zu werden. Ich stecke das Fotoapparat weg und sage in Suaheli: Pole –  was so viel wie “Entschuldigung” bedeutet, und Saua – was “ok”  bedeutet und deute daraufhin, dass ich  keine Absichten mehr habe, Fotos zu knipsen: Akuna Matata – Kein Problem! Die Gesichter der Frauen erhellen sich: diese Weiße – diese Mzungu – spricht Suaheli!  (was natürlich nicht stimmt). Aber diese paar aufgeschnappten Worte reichen, um die Furien zu besänftigen.  Jede möchte mich in ihr Laden einladen, ihre Stoffe, Töpfe, oder was sie da zu verkaufen hat, präsentieren.

Nach dieser Erfahrung merke ich, dass das Lernen der Sprache ein Mittel ist, um an die Kenianer ranzukommen, und nicht mehr als weißes Fleisch behandelt zu werden.

Mombasa5Wir spazieren durch die Straßen in Mombasa, viel an Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, obwohl die Stadt mindestens seit 2000 Jahren existiert. An dem Ort, wo sich früher der Sklavenmarkt befand, gibt es nicht Mal eine Infotafel. Außer Fort Jesus – einer Festung, die die Portugiesen gebaut haben, und den Tusk – vier riesigen Elefantenstoßzähnen die die Straße überspannen, ist in der Stadt nicht viel zu sehen. Aber trotzdem macht es Spaß, durch die lebendigen Straßen zu schlendern, die Kenianer bei den Nachmittagsschlaf im Park zu beobachten, die kleinen Läden mit den laut arbeitenden Stromerzeuger zu besuchen, die Jungs in den Schuluniformen, die an den Lianen baumeln, anzufeuern.

Mombasa7Wir gehen in ein Cafe und bestellen zwei Flaschen Cola. In der Ecke brummt ein Fernseher, die Ventilatoren summen an der Decke. Die Ware steht an dem improvisierten Tresen. Die Kellnerin mit einer Netzhaube auf ihrem glatten, schwarzen Haar nähert sich uns langsam mit faulen Katzenschritten. Die Cola ist warm, die drei riesigen Kühlschränke, die an der Wand stehen, funktionieren nicht. Nach ein paar Minuten verlassen die letzten Gäste das Cafe, eine der Kellnerinnen sammelt Zuckerdosen von den Tischen, die zweite gesellt sich zu ihr. Sie schütteln den Zucker auf die Handflächen und lecken es kichernd ab, sie tuscheln und wieder wird der Zucker geschüttelt und abgeleckt. Wir fragen wie viel sie in dem Cafe verdienen – 300 Schilling (etwa 3 Euro) am Tag. Obwohl die Mädels ständig mit Touristen in Berührung kommen, gibt mein Mann ihnen, trotz seiner Vorsätze,  ein gutes Trinkgeld.

Mombasa3Wir gehen in die Altstadt, an den kleinen Gassen gibt es Läden mit alten Möbel, Antiquitäten, Handwerk: Sandalen, Holzschnitzerei und Fischläden – in welche Katzen rein und raus spazieren, Fischköpfe und Innereien essen, oder einfach auf dem Betonboden schlafen, und niemand vertreibt sie. Die Verkäufer sind  nicht darauf bedacht “den weißen Mann” zum Kaufen zu zwingen, wie die Beach Boys, die Preise sind für uns genauso hoch (oder besser niedrig) wie für die Einheimischen. Wir gehen in einen Schuhladen, um Sandaletten zu kaufen. Der Verkäufer lächelt uns an, und als er merkt, dass wir handeln wollen, reibt er die Hände und feilscht mit meinem Mann mit großen Vergnügen. Ich beobachte, wie mein persischer Mann und der Sandalenhändler aufgeregt und sichtlich vergnügt sich miteinander unterhalten, und denke, dass man dieses Kenia aus der Perspektive der Hotelanlage nicht zu sehen bekommt.

Es ist später Nachmittag und wir müssen aber in die Hotelanlage zurück.

Affe

Angekommen  mache ich die Balkontür auf und sehe das erste Mal die Affen.  Die Hotelangestellten  haben uns vor ihnen gewarnt, dass sie in die Zimmer kommen und auf der Suche nach Essbarem, alles verwüsten, und dass man sie nicht futtern soll. In diesem Moment ist es mir aber egal und ich futtere die Äffchen. Die stärkeren und größeren Exemplare nehmen den Kleinen oder den Mütter mit Kleinkinder die Bananen weg, schlagen sie und jagen weg. Das holt mich wieder an den Boden der Tatsachen – wir sind in Kenia – Kenia ist kein Zuckerschlecken. Hier kämpft man ums pure Überleben.

Fortsetzung folgt in einer Woche…

Lokomotive

Manfred Mack fragte mich auf dem Facebook: Liebe Ewa, darf man etwas verrücktes aus Hessen auf Schwäbisch nach Berlin schicken zusammen mit einem lieben Gruss? Ich versuchs mal.

Serdecznie

Manfred

Und ich: Klar!
Na dann, mal sehen:


xxxx
Also Lokomotive auf schwäbisch von Julian Tuwim (1938) auf Deutsch, Schwäbisch und in einer Paraphrase von unserem heutigen Autor.

Möchte man mehr von ihm wissen – siehe Manfred Mack.
***
Und hier noch in gelesener Form die Lokomotive auf Deutsch und Polnisch:

Kenia II – Carlos

Persische Gattin in Kenia:

Carlos

Ein Vormittag lang faulenzen wir in der Hotelanlage, doch es wird uns schnell langweilig am Pool und wir beschließen, zu dem naheliegenden Einkaufszentrum zu fahren, wir wollen ein Moskitonetz kaufen. Im Hotel rät man uns, einen Taxi zu nehmen, doch wir wollen so fahren, wie die Einheimischen – und zwar mit einem Tuc Tuc.

Tuc Tuc

Als wir das von den Wächter bewachte Tor der Hotelanlage verlassen, warten schon vor dem Zaun die Beach Boys und bieten ihre Dienste an, sie werden uns gleich einen günstigen Tuc Tuc rufen. Einer davon – er will,  dass will ihn Carlos nennen, obwohl er in Wirklichkeit Hamisi heißt –  möchte uns unbedingt begleiten, so nehmen wir ihn mit dem Tuc Tuc mit. Carlos erklärt, wieso er so heißen wollte:  er mag Fußball spielen, und einer der Spieler, den er verehrt heißt nun Mal Carlos. Alle im Dorf kennen ihn jetzt schon bei diesem Namen, nur seine Mutter nennt ihn noch Hamisi.

Carlos 1

Vor dem abgezäunten Gelände des Einkaufszentrum stehen uniformierte Beamten, mit einem Metalldetektor scannen sie unsere Körper und Taschen. Wir gehen in das Einkaufszentrum rein. Es überrascht uns die Fülle des Angebots – hier gibt es alles, wovon die meisten Kenianer nur träumen können.  Man verkauft überwiegend Produkte aus Europa oder aus der USA, die dementsprechend auch sehr teuer sind, teurer als in Deutschland. Im ersten Stock, in der Möbelabteilung gibt es auch Moskitonetze.  Carlos begutachtet ein großes Bett in Kolonialstill, und staunt,  dass ein Bett 400 Euro kosten kann. Mein Mann klärt ihn auf – das Bett kostet 4000 Euro, und Carlos ist aus dem Häuschen.

Geschäfte (2)

Wir laden Carlos zum Eis essen ein. Im Restaurant wirkt Carlos plötzlich verloren und schüchtern.  Er hat es vom draußen zwar gesehen, aber war noch nie drin. Unter den summenden Ventilatoren sitzen meistens Weiße. Es gibt ein paar Pärchen – das Muster ist gleich: ein Weißer Mann, meistens über 60 in Begleitung einer jungen, viel zu jungen kenianischen Frau, die mit einem traurigen, nachdenklichen Gesicht,  an ihrem Orangensaft nippt und Hamburger mit Pommes verzehrt.

Carlos erzählt, dass er gerne mit den Computer arbeiten würde, aber er besitzt keinen Schullabschluss , obwohl er zur Schule gegangen ist, und ohne einen Abschluss will ihn niemand einstellen. (Es gibt Schulpflicht in Kenia, wer die Kinder nicht zur Schule gehen lässt, zahlt Strafe). Wir fragen, wieso sich Carlos nicht um einen Job in einem der zahlreichen Hotels der Nordküste bemüht – er ist schlau genug, er würde es bestimmt schaffen. Aber um an die heißbegehrten Jobs in den Hotels zu kommen, muss man schmieren. Der Mittelmann nimmt um die 200 Euro, und die hat Carlos nun nicht. Carlos Mutter wohnt in einem Dorf, an der Straße nach Malindi. Er hat zwei kleinere Geschwister und keinen Vater. Die Familie wird von Verwandten unterstützt: sie bringen Essen – Polenta, Erbsen, so leben sie –  er, seine Mutter und seine Geschwister. Der Vater von Carlos ist bei einem Unfall gestorben. Groß gestikulierend erzählt Carlos von dem Unfall – der Vater war  Fahrer eines Jeeps, er brachte die Touristen auf Safari. Eines Tages lief ein Elefant über den Weg, sein Vater wollte ausweichen und dann Bumm! Der Vater war auf der Stelle tot, und zwei englische Touristen mit ihm, nur ein weiterer Tourist hat es schwer verletzt überlebt.

Die Kellnerin mit dem Eis erscheint, von nun an isst Carlos schweigsam, genießt das italienische Eis. Mir bleibt das Eis im Hals stecken, die Geschichte des Unfalls erschütterte mich.

Doch als der Eisbecher aufgegessen ist, sagt Carlos offen und mit einem schelmischen Lächeln –  wenn ein afrikanischer Mann einen vollen Bauch hat, denkt er nicht mehr an die Arbeit. Voller Bauch – sonst gar nichts braucht man um glücklich zu sein. Wir müssen wieder schmunzeln, mein Mann und ich.

Als die Kellnerin mit der  Rechnung erscheint, ist Carlos sehr aufgeregt – 800 Schilling (umgerechnet 8 Euro) für die drei Portionen Eis! Für dieses Geld könnte eine Familie drei Tage lang sich satt essen – Polenta, Gemüse, sogar Fisch! Mir wird es wieder mulmig, als ich es höre. Und ich denke darüber nach, dass es vielleicht besser wäre, Carlos etwas Geld zu geben, statt ihn zum Eis einzuladen. Doch mein Mann ist da anderer Meinung: es wäre abwertend und herzlos, dies zu tun. Carlos hat uns begleitet, so muss er auch mit uns das Eis genießen. Nach weiterem Grübeln muss ich ihm Recht geben, doch das mulmige Gefühl verlässt mich nicht.

Bananenverkäufer

Wir entscheiden uns zurück zum Hotel zu Fuß zu gehen. Meine Füße in den Flip Flops sind in kurzer Zeit mit der matschigen, roten Erbe verklebt, es ist Regenzeit, in der Nacht hat es stark geregnet. An einem Stand, direkt an der Straße, wollen wir ein buntes Tuch kaufen. Der Verkäufer informiert  Carlos, dass das Tuch für in 400 Schilling kostet, und für uns, die Weißen, 600. Jetzt verstehe ich, wieso man uns  – “das weiße Fleisch” nennt, aus welchem man versucht so viel Geld wie es nun geht  auszuquetschen. Carlos ist auch empört – die Preise sollen für alle gleich sein, beteuert er. Er schielt zu einem anderen Stand, auf welchem  grüne, etwa 20 Zentimeter lange Zweige mit spärlichen Blättern liegen. Er begrüßt den Verkäufer, die Jungs scheinen sich gut zu kennen. Ich will wissen wozu diese grünen Zweige gut sind. Es ist Miraa – erklärt Carlos. Man kaut die Zweige, dann spuckt man die zerkaute Masse aus,  es ist, wie bei Zigaretten, das Zeug macht abhängig.

Das bunte Treiben auf den Strassen

Im Hotel angelangt geben wir Carlos etwas Geld –  für die Polenta. Carlos fragt, ob ich etwas Kleidung hätte, was ich ihm geben würde, er würde gerne seiner Mutter  ein Geschenk machen. Obwohl ich nicht sicher bin, ob das Geld für die Polenta bestimmt ist  und nicht für Miraa, und ob die Klamotten tatsächlich bei der Mutter landen, packe ich eine Tüte voll mit Blusen und Pullis und überreiche die Tüte Carlos. Carlos geht, sichtlich zufrieden – heute hat er ein gutes Geschäft gemacht.

Fortsetzung folgt in einer Woche

Lügenmuseum

Heute ist der Jahrestag der Bücherverbrennung. Ich schrieb schon darüber in diesem Blog und nicht nur hier. Mehr darüber morgen und heute ein anderes Thema: Lüge…

LeafInsectFür uns, Menschen erzogen in der idealistischen katholischen Kommunismus, war eine Lüge etwas Unerhörtes und zugleich Unvermeidliches. Im privaten Leben war es schlichtweg eine Sünde. Man lügte nicht. Bis heute wundere ich mich, wenn ich sehe, dass jemand lügt. Im offiziellen Leben, wo man gezwungen war, sich mit dem Staat und seinen Institutionen zu konfrontieren, war eine Lüge eine Notwendigkeit, von der wir wussten, Gott denke genauso wie wir, und sie ist gar keine Sünde.

320px-Fresco_with_Trompe_l'oeuil_-_Andrea_Pozzo_-Jesuit_Church_Vienna

Andersrum aber Augentäuschung, Verspielen, Illusion, Luftperspektive und geometrische Perspektive, Bildnisse der Personen, deren Augen uns anschauen, egal wo wir stehen… Orgel mit den Sturm- und Engelpfeifen, Schauspieler, die tatsächlich wie Richard III aussehen und wirken… Ja, die Kunst, eine große Lüge, nichts als Lüge, göttliche Lüge, die uns zu Menschen machte. Und dann erst die Natur – die Tiere, die wie Blumen aussehen, Seegurke, Seelilie und Seeanemone. Mimikry, Nachahmung. Tarnung, Anpassung. Mimese. Camouflage. Laute Lügen überall.

gatza

Passende Literatur dazu gewünscht? Bitte sehr, “Der Augentäuscher” von Mathias Gatza – ein wunderbares, skurilles, lustiges Buch, das ich jedem angehenden Doktor in der deutschen Wissenschaftlandschaft stark empfehle.

Super Bild, nicht wahr? Mehr in einem Album von Dariusz Kacprzak: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.399531373391859.102442.100000050002703&type=1

Phantastische Nacht im Lügenmuseum zum internationalen Museumstag

Museen haben normalerweise einen Zweck. Man füttert sie mit sinnvollen Sammlungen und darf auf Zuschauer hoffen. Hier nicht! Im Lügenmuseum ist ja sowieso alles anders. Künstler konstruieren natürlich andere Museen: „Maschinen zur Belustigung und anarchische Apparate im ironischen Leerlauf. Die Besucher erwartet ein geheimnisvoll blinkendes, ja exotisch kühnes Rampenwerk, das sogar Marsianer und Extraterrestrische fasziniert und ins Land geholt haben muss – denn wie hätte es sonst …“ schreibt Christoph Tannert Leiter des Künstlerhauses Bethanien Berlin.

Wenn das Tageslicht nicht mehr durch die Fenster scheint, dann fangen die Lichtinstallationen an, die Räume zu verzaubern. In vergessenen Koffern sind Habseligkeiten und Überraschungen als kleine Welten mit großer Zärtlichkeit inszeniert. Augenweiden die daran erinnern, dass das Leben eine Reise ist. Die Koffer sind gepackt, künstlerisch beladene Wagen stehen zur Abfahrt bereit. Ist es eine Reise ins Nirgendwo? Ausgangspunkt für die neue Ausstellung im Lügenmuseum war ein Traum: Während eines Interviews fuhr der Künstler mit einer Journalistin in einer Straßenbahn.
Ein Kommentar regte ihn auf: „Eine Lücke in der Geschichte“. Meinte sie die Lücke der Bildenden Künstler aus dem Untergrund Ostdeutschlands in den Museen der Bundesrepublik, die in der heutigen Kunstgeschichte einen Sonderstatus beanspruchen oder…? Das war zu eng. Wenn schon, dann: „Eine Lücke im Universum, durch die Seele schlüpfen kann, um in andere Welten zu reisen.“
Nach diesem Traum entstanden Installationen in Koffern, eine Forschungsreisen durch den Souvenirhandel exotischer Länder. Über Stock und Stein, mit Licht und Klang führt der Weg über Himmelsleitern in andere Welten. Heute noch leben Geister in weit gereisten Geisterhäusern, die sich als Reiseführer anbieten. Auf dem fliegenden Teppich können Traumziele erreicht werden. Das Labyrinth der Erinnerungen führt auf seinen verschlungenen Pfaden über tiefe Abgründe. Die Psychedelic Maschinka, ja das ganze Museum dient der Bewusstseinserweiterung.

Ist das Lügenmuseum eine Beleidigung des „guten“ bürgerlichen Geschmacks oder ist es ein Pilgerort ewiger Glückssucher, weil Schönheit, wo sie nicht zu finden, wenigstens erfunden wurde? Vertraut es dem Stocken des Atems und der Autonomie der Betrachters als ein Freiflugschein für die Phantasie? Verdanken die Besucher ihr Betrachterglück der Fähigkeit, das Museum so mit Leichtigkeit aufzuladen, dass es magisch glüht?

Zur Phantastischen Nacht des Lügenmuseums können sich die Besucher ein eigenes Urteil bilden.

11. Mai 

21 Uhr musikalische Taschenlampenführung
Fünf nach zwölf Mitternachtsführung

12. Mai

15 Uhr musikalische Taschenlampenführung
Lügentee und orientalisches Gebäck

Historischer Gasthof Serkowitz, Kötzschenbrodaer Str. 39, 01445 Radebeul

Geöffnet: Ferien & Feiertage, Sa & So 13 – 18 Uhr
Richard v. Gigantikow Tel. 0176 – 99 02 56 52

www.luegenmuseum.de info@luegenmuseum.de

Nach den Aufständen

collungaricumnachts Ich freue mich, dass ich heute ein Referat von Professor Hans Henning Hahn  veröffentlichen darf. Ich hörte mir sein Referat während einer Konferenz, die Ende April (siehe unten) in Berlin statt fand. Genauer gesagt im Collegium Ungaricum, einem fantastischen Haus von Peter P. Schweger.
Interessierte, die mehr über Professor Hahn erfahren möchten, sind gebeten, seine Homepage zu besuchen: http://www.bohemistik.de/hhhahn/

Prof.  Hans Henning Hahn

Nach den Aufständen – Folgen für Politik, Gesellschaft und Opposition

 Wahrscheinlich hat noch niemand eine Statistik aufgestellt, aber es scheint plausibel: im Laufe allein der europäischen Geschichte der letzten 1000 Jahre sind die meisten Aufstände und Revolutionen gescheitert. Daß also die Aufstände in Ostmittel- und Osteuropa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert meist keinen direkten Erfolg hatten, ist historisch nicht unbedingt etwas Neues oder auch nur erstaunlich. Die beiden ersten Aufstände in Europa im 20. Jahrhundert, die erste russische Revolution von 1905 und der irische Osteraufstand in Dublin von 1916 endeten in Blutbädern – und doch waren sie auf lange Sicht gesehen erfolgreich: 12 Jahre später wurde das Zarenregime gestürzt, und 6 1/2 Jahre nach dem Osteraufstand trat die Verfassung des Irischen Freistaates in Kraft.

Diese und andere Beispiele sind oft zitiert worden, auch in Osteuropa, um zu unterstreichen, daß man langfristig doch am längeren Hebel sitze. Nun sind die genannten Beispiele zugegebenermaßen nicht unbedingt repräsentativ: Von der 1848er Revolution bis zur Ausrufung einer Republik in Deutschland dauerte es 70 Jahre (in Frankreich allerdings nur 23 Jahre), vom ersten polnischen Aufstand 1794 bis zur Wiederherstellung Polens 124 Jahre, von der Schlacht auf dem Weißen Berg 1620 bis zur Gründung der Tschechoslowakischen Republik knapp 300 Jahre – und von der langen notwendigen Geduld von Kolonialvölkern brauchen wir hier gar nicht zu sprechen.

Wenn wir also Überlegungen darüber anstellen, was in der uns interessierenden Zeit 1953-1989 in und mit den ostmitteleuropäischen Gesellschaften geschah, dann müssen wir auf der einen Seite vermeiden, diesen 36 Jahren einen Exzeptionalitätsstatus zuzusprechen, und auf der anderen Seite müssen wir sehr differenzieren.

Es geht um die Folgen von Niederlagen von etwas, was im Titel unserer Tagung etwas emphatisch ‚Freiheitsbewegungen’ genannt wurde, für die Politik, für die Gesellschaft und für die Opposition in  den jeweiligen Ländern – ein recht komplexes Thema, um darüber 20 Minuten zu sprechen, und die Gefahr, daß man entweder pathetisch wird oder Stereotypen produziert, liegt nahe. Im Grunde geht es darum, was die Beteiligten gelernt haben aus den Niederlagen. Beteiligte gab es viele: der Staat und die Partei, jeweils mit einzelnen Akteuren und Akteursgruppen, die alle über einen Kamm zu scheren weder wissenschaftlich zulässig ist noch schon damals klug war. Da gab es erklärte Oppositionelle, die aus ihrer Haltung meist keinen Hehl machten und vom jeweiligen Regime entweder aufgrund ihrer Publizität bzw. kulturellen Autorität respektiert wurden und damit eine gewisse Narrenfreiheit genossen, oder auch nicht – das hing von dem jeweiligen Land ab. Da gab es die Kirchen, die in jedem Land einen anderen Status und damit eine unterschiedliche Bewegungsfreiheit genossen. Da gab es die weniger bekannten Oppositionellen, als Individuen oder auch als Gruppen bzw. Bewegungen. Und da gab es die Gesellschaften, die von außen, von Westen aus gesehen grau und uniform aussahen, und die doch so vielfältig waren, nicht nur in ihrer sozialen Lage, sondern auch in ihren mentalen und kulturellen Befindlichkeiten. Sie alle schlossen höchst unterschiedliche Schlüsse aus diversen Ereignissen. Letzteres, die Ereignisse, waren keineswegs nur Aufstände – denn man wird weder das polnische oder auch sowjetische Tauwetter noch den Prager Frühling als solches bezeichnen.

Die Reaktionen auf die Niederlagen waren vielfältig. Bevor ich versuche, sie etwas zu typisieren bzw. zu ordnen, läßt sich wahrscheinlich eines als gemeinsam herausstellen: In allen Gesellschaften, von denen wir hier reden, funktionierte eine mentale Dichotomie von Staat und Gesellschaft, am stärksten profiliert wohl in Polen mit dem „my“ und „oni“, und dort auch an ältere diskursive Traditionen anknüpfend. In Ansätzen war diese mentale Dichotomie in allen Ländern vorhanden – stärker ausgeprägt bei der Gesellschaft, die dadurch auch ein Wir-Bewußtsein gegenüber den Institutionen der „władza”, des Staates und der Partei, entwickelte, zu finden aber auch häufig bei Vertretern des Regimes, die das natürlich schon aus Gründen der offiziellen Ideologie nicht offen zugeben durften und wo diese mentale Dichotomie eher versteckt oder besser noch indirekt auftauchte. Versuche des Regimes, das sich auf diesem Hintergrund entwickelnde Wir-Gefühl zu bekämpfen, wurde von der Opposition nicht selten als Versuch denunziert, die Gesellschaft zu atomisieren bzw. aus einer ihrer selbst bewußten Gesellschaft eine atomisierte bzw. amorphe Bevölkerung zu machen – womit sie nicht unrecht hatte, denn darum ging es in der Tat. Wenn wir nämlich mal so verständliche Reaktionen wie Mutlosigkeit, Enttäuschung, individuelle Flucht ins Private oder ins Exil außer Acht lassen, dann ging es im Grunde vor, während und nach den Aufständen darum, daß die Gesellschaft (und oft genug die Opposition als ihr selbsternannter moralischer  Führer) politisches Subjekt sei, oder, besser ausgedrückt, ihren Charakter eines politischen Subjekts bekommen, erhalte oder wiedergewinne. Diese Fragestellung nach dem politischen Subjektcharakter von Gesellschaft ist nun nicht etwas, was nur im Osteuropa der letzten 60 Jahre aktuell sei – das Problem kennen wir spätestens seit den Kommunen des hohen Mittelalters, im Grunde aber seit den athenischen Verfassungsreformen der Antike. Fragt man sich nach dem Spezifikum Ostmitteleuropas nach dem Zweiten Weltkrieg, so stellt sich die klassische Frage nach der sozialen und politischen Elite: da diese Rolle die traditionellen Eliten nicht mehr ausfüllen konnten, weil sie meist nicht mehr vorhanden waren – hatte sie doch die nationalsozialistische Besatzung und/oder der kommunistische Umschwung vernichtet oder ins Exil gezwungen –, so ergab sich eine bisher so nicht da gewesene Rolle von Intellektuellen. Daß deren Rolle in der Öffentlichkeit durch Repression und Verleumdung zwar erschwert, aber kaum verhindert werden konnte, lag an dem seltsamen Umstand, daß mit wenigen Ausnahmen die Regime lange Zeit auch nicht ohne sie auskommen zu können glaubte.

Man könnte unser Thema auf die Frage reduzieren: Wer hat was aus was gelernt? Und wer hat sich letztlich als am lernfähigsten erwiesen? Von Peter Burke stammt der Satz:

„Schon oft hieß es, die Sieger hätten die Geschichte geschrieben. Und doch könnte man auch sagen: Die Sieger haben die Geschichte ver­gessen. Sie können sich’s leisten, während es den Verlierern un­möglich ist, das Geschehene hinzunehmen; diese sind dazu verdammt, über das Geschehene nachzugrübeln, es wiederzubeleben und Alterna­tiven zu reflektieren.“

Auch in Osteuropa gab es Debatten darüber, was man falsch gemacht hatte und welche Alternativen man habe. Die polnische Entwicklung ist hier ein gutes Beispiel: 1956 scheiterte der Posener Aufstand, aber als große Teile der Partei-Intelligenz in Warschau auf eine Reform drängten, gab der Partei-Apparat nach. Als das Tauwetter in der „kleinen Stabilisierung“ verkam, rebellierten die Studenten und Intellektuellen 1968 – und blieben isoliert, wenn auch mit großem Echo. Als 1970 die Arbeiter an der Küste rebellierten, mußte zwar die Parteiführung einer anderen Platz machen, aber wiederum blieb der Aufstand isoliert. Als 1976 die Arbeiter wieder rebellierten, fanden die repressionierten Arbeiter intellektuelle und studentische Unterstützer und eine untergründige Hilfe kirchlicher Kreise. Daraus entwickelte sich eine Volksbewegung, die sich Solidarność nannte. Aus jeder Niederlage lernte man und reflektierte dies in Strategiedebatten, von der Frage über Sinn oder Unsinn von Gewaltanwendung bis hin zu Jacek Kurońs Finnlandisierungsstrategie,  Adam Michniks Neuem Evolutionismus und der Taktik des KOR, sich auf die Rechtsakte des Regimes selbst zu berufen und damit dessen Fassaden ad absurdum zu führen.

Nicht in jedem Land konnte das klappen. In Ungarn glaubte das Regime nach der blutigen Niederschlagung des Aufstands von 1956 und einer harten Repressionsphase, die Gesellschaft mit etwas verführen zu können, was man damals als „Gulaschkommunismus“ bezeichnete. Das konnte nur eine sehr begrenzte Zeit funktionieren, war sozusagen das „kleinste gemeinsame Vielfache“ auf das sich Gesellschaft und Regime einigen konnten, das aber keinen Bestand mehr hatte, als sich besseres bot. Das Ventil des Konsums glaubte auch die DDR gehen zu können, nach dem Motto: „Wenn die Menschen etwas zu verlieren haben, dann werden sie keine großen Sprünge machen wollen und vermeiden, ihren kleinen Wohlstand aufs Spiel zu setzen.“ Diese Art von Wohlstandsverführung konnte nicht gelingen, zum einen, weil die Bestechungssummen zu gering waren, vor allem aber zum anderen, weil das Bedürfnis danach, politisches Subjekt zu sein, und damit gleichzeitig auf der individuellen Basis Subjekt des eigenen Schicksals zu sein, zu groß war. Darüber hinaus widersprach die angebotene kleine Wohlstandsverführung nicht nur dem offiziell propagierten Egalitarismus, sondern auch den realen egalitären Denkarten in weiten Teilen der Gesellschaft, und vor allem vieler Intellektueller. Mit anderen Worten – die Option „Gulaschkommunismus“ war nicht in der Lage, eine östliche Variante des „homo oeconomicus“ für größere Kreise attraktiv zu machen.

Im Endeffekt haben sich Gesellschaft und Opposition als lernfähiger erwiesen als das Regime bzw. die klügeren Schlußfolgerungen gezogen. Daraus ergab sich etwas, das noch heute terminologisch nicht eindeutig ist. Die Aufzählung, die mir als Titel gestellt wurde: „Folgen für Politik, Gesellschaft und Opposition“, hat für mich den Nebengeschmack, als sei mit „Politik“ das Regime gemeint. Und ich habe noch heute die Worte mancher osteuropäischer Oppositioneller im Ohr, die meinten, sie trieben keine Politik, sondern forderten nur ihre Rechte, ihre Menschenrechte, das sei keine Politik, und es sei nicht ihre Schuld, daß dies von den Herrschenden, der „władza”, als Politik mißverstanden werde. Als Analytiker a posteriori dürfen wir nicht den Denkfehler machen, dies einfach zu übernehmen. Denn natürlich waren die Oppositionellen jener Tage in Osteuropa Politiker in dem Sinne, daß sie politisch handelten, und selbst wenn sie selbst nicht nach Macht strebten, so stellten sie doch mit ihren Forderungen die Systemfrage und damit im damals herrschenden System die Machtfrage. Jeder Revolutionär und Reformer ist ein Politiker; man kann nicht unpolitisch einfordern, daß die Gesellschaft politisches Subjekt wird – denn das ist ein eminent politischer Vorgang. Das haben damals nicht alle so verstanden, und das hat zu einiger Verwirrung geführt, bis hin zu der Debatte in der Tschechischen Republik über eine angeblich „unpolitische Politik“ bzw. die Selbstbezeichnung Václav Havels als „unpolitischer Politiker“. Insofern hat der in westlichen Ohren nicht immer präzise Begriff von ‚Politik’ doch auch für einige Zeit die politische Kultur der osteuropäischen Länder geprägt, einer Auffassung von Politik, in der Effizienz nicht der höchste Maßstab politischen Handelns ist.

Letztlich hat sich das alles, was wir als Aufstände bezeichnen und was ich lieber als endemische Unruhe benennen würde, als sehr fruchtbar erwiesen, denn sie, die Unruhen, haben Folgen gehabt – sie brachten die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Unordnung und machten überdeutlich, daß die Machthaber nicht mehr als Stagnation zu produzieren in der Lage waren. Solche und andere Folgen haben Unruhen nicht nur in diktatorisch regierten Regimen, sondern auch in Demokratien, und also kann ich uns allen für die Gegenwart und Zukunft nur weiterhin sehr viel Unruhe – Aufstände nicht ausgeschlossen –wünschen, damit auch unsere Gesellschaften und Regierungen nicht vergessen, daß es letztlich um die Subjektrolle der Gesellschaften und ihrer einzelnen Bürger geht.

Der Text war ein Impulsreferat bei der Tagung: Die mittelosteuropäischen Freiheitsbewegungen 1953-1989. Opposition, Aufstände und Revolutionen im kommunistischen Machtbereich. Berlin 25./26.4.2013

Jambo, jambo, Afrika yeti, Akuna Matata

Persische Gattin ist in Afrika gewesen. Jetzt kommen also ein paar Wochen lang ihre Geschichten über Kenia.

Jambo, jambo, Afrika yeti, Akuna Matata

Es war immer mein Traum nach Afrika zu reisen. Zugegeben, ich hatte  ein romantisches Bild von dem “Schwarzen Kontinent”, das durch das Buch “Out of Africa” von Karen Blixen (in Deutschland unter dem Pseudonym Tania Blixen bekannt),  geprägt war. Nun sollte der Traum in Erfüllung gehen und wir, mein Ehemann und ich, fahren nach Kenia. Nach einem 7-stündigen Flug landen wir in Mombasa, und ich brenne danach, endlich das erträumte Land zu sehen.

Im Flughafen von Mombasa schlägt mir eine tropische Hitze entgegen. Die Ventilatoren an der niedrigen Decke des sehr sauberen Flughafengebäudes mahlen die heiße Luft. Meine Füße in den gefutterten Halbstiefel brennen wie Feuer, meine Kleidung – Jeans und ein Pulli – werden in paar Minuten nass vom Schweiß, und hier ist nicht mal Sommer, sondern später Herbst. Die Lufttemperatur beträgt etwa 30 Grad, die Luft ist feucht. Die Passagierkontrolle scheint mir dürftig zu sein. Es werden zwar an einem modernen, elektronischen Gerät unsere Fingerabdrücke genommen, aber nach der Zahlung – 40 Euro für jeden für ein Visum, werden wir rasch von einer ungeduldigen Beamtin durchgewinkt.

Draußen sehe ich Palmen, für mich immer das erste Zeichen dafür, dass ich mich in einem exotischen, faszinierenden Land befinde. Wir suchen den Bus unseres Reiseveranstalters. Andere Touristen, überwiegend Deutsche, sind schon da. Ein stämmiger Kenianer steigt auf das Dach des Busses und befestigt unsere Koffer.

Strasse 3a Während der  Fahrt ins Hotel schaue ich neugierig aus dem Fenster. Es ist ein buntes Durcheinander – das Leben spielt sich an der Straße ab. Vor den kleinen und plumpen Häuschen stehen kleine Stände, aus Zweigen und Brettern dürftig zusammengeschustert, alle mit kleiner Dächer aus Pappe und alten Plastiktüten. Es werden Kokosnüsse, Bananen, die schon braun sind, Mangos, aber auch Second- Hand Kleidung und alte Reifen angeboten. Frauen marschieren Stolz und gerade mit Säcken oder Korbs auf dem Kopf.
Strasse-aDer Bus passiert das Tor der bewachten Ferienanlage und nun sehen wir die Welt, die für uns, weiße Touristen, eingerichtet wurde: eine großzügige Empfangshalle mit einem Dach aus Schilfrohr, eine nette und zuvorkommende Hotelangestellte verteilt feuchte, kalte Tücher, die nach Minze duften, und Softdrinks. Ich muss sofort die Schuhe ausziehen, und sie gegen Flip-Flops austauschen. Unsere Koffer werden in die Bungalows getragen, die Angestellten sind hilfsbereit und eifrig, später erfahren wir, dass das Trinkgeld, welches sie für diese Gefälligkeit bekommen, sehr oft mehr ist, als sie am Tag verdienen.

Der uns zugewiesener, sehr saubere Bungalow verfügt über ein Bad und einen riesigen Flachbildschirm-Fernseher, überm Bett hängt ein Moskitonetz. Wir ziehen schnell unsere Badeanzüge an und laufen zum Ozean. Der Ausblick ist überwältigend. Ich will sofort zu dem türkischen Wasser durch den schmalen, feinen Sand laufen, doch ich werde prompt angehalten.

Strand (2)-aAm Strand lauern auf die Touristen Beach Boys und Händler. Sie  versuchen uns etwas einzudrehen, bunte Tücher, Massai-Figuren aus Holz, aber auch eine Safari, oder einfach betteln. Die Kenianer entpuppen sich dabei als echte Polyglotten. Die Amtssprache in Kenia ist Kisuaheli, doch alle am Strand sprechen Englisch, viele auch Französisch und Deutsch. Als sie erfahren, dass ich eine Polin bin, haben sie auch ein paar Worte auf Polnisch parat. Nun ja, ohne Sprachkenntnisse – kein Business.

Im Hotel haben wir für solche Fälle ein paar Ratschläge bekommen, vor allem entschieden zu danken und schnell weiter gehen. Die Betonung auf schnell, denn in Afrika gilt der berühmte Afrika-Speed, die Beach Boys sind langsam, haben keine Lust in der Hitze zu laufen und meistens folgen sie einem nicht,  sondern aufgeben. Als meinen Mann eine schöne junge Frau, die wie eine Gazelle ausschaut, ungeachtet meiner Abwesenheit anspricht und ihn zu einer Ganzkörpermassage, mit “Allem”, überreden will, habe ich endlich genug. Wir springen ins Wasser, die Händler, Beach-Boys und die junge “Masseurin” schauen uns enttäuscht noch lange nach, doch ins Wasser folgen sie uns nicht.

Wir schwimmen in dem wie eine salzige Suppe heißem Indischen Ozean, ich bin überglücklich, denn es ist das erste Mal, dass ich in einem warmen See schwimme, kein Vergleich mit dem frostigen Wasser der Ostsee. Wir haben Glück, es gibt Flut. In ein paar Stunden kommt Ebbe. Das dursichtige, blaue Wasser wird verschwinden, Sandbänke mit Meeresgras werden bloßgelegt, und das Wasser wird  nur knapp über die Knöchel reichen.

Kapitan Ali 1aAls wir von einem Mann mit Strohhut angesprochen werden, entscheiden wir uns kurzerhand  für eine Schiffsfahrt.  Der Mann stellt sich als  Kapitän Ali  vor, sein Schiff ist ein Holz-Boot mit Segel, was er lachend und selbstironisch Afrika-High-Technology  nennt.  Man muss nur für die Fahrt zahlen, die Musik ist umsonst – lockt er. Er ist mir auf Anhieb sehr sympathisch.  Wir fahren durch das blaue Wasser, die Sonne scheint, es ist herrlich in das Ozean zu stechen. Ali ist ein Moslem. In Kenia gibt es nur 20 % Moslems, der Rest sind Christen, aber alle Moslems Kenias scheinen in der Region um Mombasa zu leben. Ali zeigt uns, wo Mekka liegt und um meinen persischen Mann zu überzeugen, dass er ein echter Moslem ist, zitiert er die Suren (was mein Mann allerdings nicht kann). Kapitän Ali freut sich, eine Arbeit zu haben, denn in Kenia sind 40 % der erwerbstätigen Menschen arbeitslos. Das 7 Jahre alte Boot gehört ihm nicht, er muss über die Hälfte seines Gewinns abgeben, aber bei einem guten Tag verdient er etwa 30 Euro, so lässt es sich leben. Seinen zwei Söhnen wird er zwar nie ein Studium bezahlen können, es ist in Kenia sehr teuer, doch sie haben genug zum Essen. – Ein voller Bauch, das ist das wichtigste, lacht er. Ich möchte wissen, für wenn er bei den Präsidentenwahlen, die gerade stattgefunden haben, gestimmt hat? Für den Uhuru (was auf Kisuaheli “Freiheit” bedeutet) Kenyatta, der gewonnen hat oder für seinen Gegner Raila Odinga? Nach einem kurzen Zögern sagt uns Ali, dass er den Kenyatta nicht gewählt hat. Kenyatta gehört dem Stamm der Kikuyu an, und er, Ali, stammt aus dem Volk der Luo. In Kenia ist es so, dass die Machthaber zuerst die eigene Familie, eigene Freunde und das Stammesvolk versorgen, es herrscht eine große Korruption. Doch Kapitän Ali ist froh, dass dieses Mal die Wahlen friedlich verlaufen sind, und nicht wie 2007. –  Wir haben alle geweint, so schlimm war es, erinnert sich Ali, denn wegen der Unruhen sind die Touristen weggeblieben, und die Touristen sind gut, die geben Arbeit und bringen Geld.

schiff-a

Wir schauen nachdenklich zur Küste, zu den luxuriösen Ferienanlagen und Hotels. Das Leben der Menschen, die da ihre Ferien verbringen, unterscheidet sich sehr von dem der Kenianer. Die Hotels gehören dem Kenianer nicht, sondern den Engländer oder den Deutschen. Nur ein Hotel an der Nordküste wird von einem Kenianer und einem Somalier geführt. – Die Somalier sind sehr kluge Leute, sagt Ali. – Sie haben ein Köpfchen für Geschäfte. Viele fliehen aus dem vom Hunger und Bürgerkrieg geplagten Somalia. Und diejenigen, den es gelingt nach Mombasa zu kommen, eröffnen sofort ein Geschäft. Zuerst sind es ein paar Kokosnüsse auf einem auf dem Bürgersteig ausgebreiteten Tuch sind, dann  ein Stand und irgendwann ein Laden.

Das  Gesicht von Ali erhellt sich, als er erfährt, dass ich eine Polin bin. – Oh, die Polen, die sind gut! Wir haben mit ihnen einen Picknick gemacht, frische Fische und Meeresfrüchte gegrillt, denn, was man in den Hotels zum Essen kriegt, liegt meistens monatelang in den Kühlschränken. Kostenpunkt – 25 Euro pro Person. Wir versprechen über dieses Angebot nachzudenken.

Nun nähern wir uns der Küste, und Kapitän Ali bietet uns die versprochene, kostenfreie Musik an. Er singt ein rhythmisches, fröhliches, und in Kenia sehr beliebtes Lied: Jambo, jambo, Afrika yeti , Akuna Matata (Hallo, Hallo, Afrika, kein Problem!)

Das Essen im Hotel, obwohl sicherlich aus tiefgefrorenen Produkten zubereitet, ist schmackhaft und üppig. Die Kellner sind sehr hilfsbereit, erfüllen jeden Wunsch. Wir merken schnell, dass auch sie sehr aufs Trinkgeld bedacht sind. Ich spüre – die schauen uns an mit einer Mischung aus Unterwürfigkeit, weil sie unser Geld wollen und Verachtung, und ich denke, dass dieser Blick das Erbe der Kolonialzeit sein muss. Kenia ist vom 1895 bis 1920 ein britisches Protektorat gewesen, dann Kronkolonie. Die Unabhängigkeit folgte erst am 12. Dezember 1963 und am 12. Dezember 1964 wurde Kenia eine Republik. Der erste Staatspräsident wurde Jomo Kenyatta, Vater der jetzigen Präsidenten Uhuru Kenyatta. Uhuru ist sein ältester Sohn.

Fortsetzung folgt in einer Woche…

1. Mai Krawatte

Agnieszka Dębska

1. Mai Krawatte

Er trug eine Krawatte. Blau, mit gelben Punkten drauf. Sie war ein Geschenk von seinem Vater, mit der Zeit sind die Farben ein wenig verblasst.

In diesem Jahr war der Tag warm, er hielt sein Gesicht in die Sonne. Er schloss die Augen, atmete ein. Alles schien still. Er ging los, wurde schneller, lief schließlich über die Straße. Er kannte sich aus, erst gerade aus, dann um die Ecke; schon war er da.

Was er sah, waren Rücken, wogend, vorpreschend, wie ein Wal im Sprung. Nichts war still.

Links am Gebäude war eine Treppe, er ging hinauf. Jetzt sah er beide Seiten. Zunächst drückten sie gegeneinander, die Schilder quietschten, die Rufe hallten zwischen den Häusern. Am Rand gingen Knüppel auf Schultern hinab.

Jemand warf einen Stein, er traf, die Schilder ließen eine Lücke. Weitere Steine und brennende Flaschen zwangen die Helme zum Rückzug. Verletzte wurden geborgen.

“Ihr Schweine”, rief jemand, der Rest griff es auf.

Er stand auf der Treppe und roch den Rauch, unten brannte ein Laden. Die blaue Krawatte flatterte auf. Ein paar der Helme stiegen in einen Wagen. Er dachte an seinen Vater. Der Motor verstummte, als die Vermummten sich gegen das Fahrzeug stemmten. Der Tod seines Vaters, schrieb damals die Presse, sei abzuwenden gewesen. Er sah, wie der Wagen zur Seite kippte, und wieder war alles still. Er beugte sich vor und drückte ab. Der erste Maskierte fiel.

Artifex doctus

Stanisława Kubickiego (1889-1942) nie trzeba na tym blogu przedstawiać. Nie wiadomo, czy wie już o nim cały świat, jak to mu się na pewno należy, ale nasi Czytelnicy znają go znakomicie.

Jeśli w solidnym, po mieszczańsku ustabilizowanym Poznaniu szukamy artystycznych cyganów, bulwersujących atmosferę sytości i zadowolenia z siebie, to Kuba powinien się znaleźć na jednym z pierwszych pomiędzy nimi miejsc, pisał przed laty poznański kronikarz Tadeusz Kraszewski.

Był spiritus rector grupy Bunt, a jego prace wyróżniały jednolity styl i precyzyjna kompozycja. Na łamach Zdroju właśnie w odniesieniu do jego twórczości po raz pierwszy programowo pojawił się termin ekspresjonizm. Z kolei wystawione w 1917 r., zaginione dziś obrazy – Kwiaty, Dom i Miasto – w Kurierze Poznańskim żartobliwie określono jako trzy kubiki Kubickiego.

Potem na lata słuch o Kubickim zaginął… Powrócił do świadomości społecznej dopiero na początku lat zerowych, kiedy to jego prace pojawiły się na wystawach w Brukseli, Los Angeles, Monachium, Berlinie, Wrocławiu… Charakteryzowano go jako najwybitniejszego przedstawiciela ekspresjonizmu i pierwszego konsekwentnego abstrakcjonistę w Polsce, a jego dokonania zaczęto zaliczać do najciekawszych zjawisk środkowoeuropejskiej awangardy. Andrzej Turowski widzi w nim prekursora generacji budowniczych świata, uwikłanych w społeczne i artystyczne utopie, zmuszonych do konfrontacji z systemami totalitarnymi.

11111Gdy w roku 2008 Autoportret VII Kubickiego z roku 1922 trafił na ekspozycję Muzeum Narodowego w Poznaniu, Lidia Głuchowska napisała o nim artykuł. Uczony, jak to u naszej Lidii w zwyczaju.

Lidia Głuchowska

Artifex doctus – autoportret Stanisława Kubickiego a kod wizualny klasycznej awangardy

Stylistyczne i ikonograficzne metamorfozy autoportretu Stanisława Kubickiego dokumentują jego poglądy na temat statusu artysty i ambiwalentny dialog z awangardową utopią „nowego człowieka”.

Przebrania, pozy, autostylizacje – to echo artystycznych mitologii dwudziestolecia międzywojennego. W coraz to nowych rolach notorycznie przedstawiali siebie choćby Witkacy czy Bruno Schulz. Jest to tyleż wyrazem narcyzmu co obsesji autoanalizy i rozważań nad statusem artysty. Clown, święty, dandys, rewolucjonista czy konstruktor świata – to tylko niektóre z ówczesnych autodefinicji twórców, dokumentów raczej introspekcji niż rzeczywistej fizjonomii. Wizerunki własne Kubickiego – do dziś przetrwało ich dziewięć – wpisują się w tę tradycję.

Pierwszy z nich – elegancki, po Gauginowsku postimpresjonistyczny obraz z 1911 r., z wyrazistym czarnym konturem i niemal bezwalorowym modelunkiem  to praca z czasów nauki w berlińskiej Königliche Kunstschule – udana, lecz daleka od rzeczowego, zdyscyplinowanego stylu artysty z pogranicza figuracji i abstrakcji, jaki w przyszłości będzie tak charakterystyczny dla Kubickiego. Młodzieńcze dzieło namalowane organiczną płaską plamą, zawiera jeszcze elementy dekoracyjności – kwiat w barwie indygo pojawiający się w tle kolorystycznie współbrzmi ze strojem w stylu dandy. Niebawem już ów dekoratywizm wyparty zostanie przez antyestetyzm. Drugi autoportret, rysunek piórkiem, stworzony około roku 1917, wykonany wyrazistą lecz oszczędną kreską, antycypuje już dojrzały konstruktywistyczny styl artysty, choć modelowana za pomocą łukowatych linii i szrafowań twarz emanuje liryzmem, a geometryzacja kompozycji nie jest jeszcze konsekwentna. Stylistycznie dzieło to utrzymane jest w duchu narcystycznych autoportretów z epoki.

Najczęściej reprodukowany Autoportret IV Kubickiego – znany już tylko z kart Zdroju i Die Aktion z 1918 r. – to jedno z najwybitniejszych osiągnięć polskiej grafiki ekspresjonistycznej. Chronologicznie poprzedza go dużo czytelniejsze ołówkowe studium. W samym linorycie rysy twarzy zaznaczone zostały sumarycznie, za pomocą ciężkich, kanciastych plam, akcentujących głębokie oczodoły, trójkątny zarys linii włosów i dłoń podpierającą głowę. Geometryzacja i wręcz abstrakcyjny charakter tego wizerunku decydują o jego wyjątkowości – inni Buntowcy i Formiści rzadko realizowali tak konsekwentnie koncepcję portretu ekspresjonistycznego, umieszczając zwykle realistycznie potraktowaną twarz na stylizowanym tle. (…) Czerń – szyfr transcendencji, nicości i pustki, oznacza transgresję w saturniczny wymiar egzystencji

Brak indywidualnych cech fizjonomicznych i naturalistycznie traktowanego wizerunku sugeruje świadomy odwrót od estetyzującej imitacji zewnętrznego świata. Kanciasty zarys twarzy przywodzi na myśl czaszkę czy może maskę w sztuce prymitywnej, inspirację awangardy, konotowaną jako obiekt magiczny.

Głowa i dłoń w schemacie ikonograficznym Melancholii rodem ze sztychu Dürera (…) są symbolem nobilitacji artysty. W przeciwieństwie do palety i pędzla – utensyliów malarskich z konwencjonalnego autoportretu, akcent pada tu na intelektualny, a nie rzemieślniczy aspekt procesu twórczego

3kubykubickiego

Ów schemat Kubicki wykorzystał również w linorytach Autoportret VI i La pensée z 1919 r. opublikowanych w monachijskim piśmie Der Weg. Ręka i głowa – pars pro toto intelektualnej autodefinicji artysty – pojawiają się tym razem w osobnych pracach, jak hieroglify z przecinających się linii, eksponując dualizm kondycji twórcy – rzemiosło i intelekt, disegno i ingenio. W abstrahującej alienacji od zmysłowej, ludzkiej natury Kubicki nigdzie nie posunął się dalej niż tu. (…)

Uporczywie aktualizowany wzorzec obrazowy portretu artysty-myśliciela Kubicki wykorzystał też w drugiej wersji pracy La pensée z 1919 r, kolażu alternatywnie tytułowanym Czytający, znanym jedynie z relacji żony. Był on drugim stadium tzw. eksperymentu dadaistycznego, zainspirowanego twórczością Raoula Hausmanna i Georga Grosza oraz francuskich kubistów.

7_Hausmann

Poprzedzał go obraz Wchodzący, przedstawiający artystę wkraczającego do Café des Westens, zwanej kawiarnią Mania wielkości (Großenwahn). W tle dostrzec tu można tytuły wolnej prasy odbijające się na wprawionych w ruch szklanych drzwiach, symbole wymiany myśli i nerwowego rytmu życia metropolii. Wchodzący nie odzwierciedla rysów twarzy modela lecz milieu, które go determinuje (…). Nowoczesna metropolia staje się (…) częścią autocharakterystyki. To sygnał ryzykownej próby integracji obcych impulsów, stanowiących zagrożenie dla suwerenności jednostki, czego optyczną oznaką jest fragmentaryzacja ciała, rozpraszanego jakby w rytmie miasta.

Interesujące uzupełnienie obrazu stanowi autobiograficzny rysunek Dokąd? – punkt dojścia eksperymentu dadaistycznego – z odniesieniami do chaosu po upadku rewolucji listopadowej w Niemczech. Dezintegracji osobowości odpowiada tu rozpad świata. Wchodzący powstał rok po tym jak Kubicki wyjechał z Poznania do Berlina, by (daremnie) szukać realizacji awangardowej utopii „nowego człowieka“ i „nowej wspólnoty“, poprzez włączenie się w życie artystyczne i wir zdarzeń politycznych. Stąd też być może w centrum klarownej geometrycznej kompozycji, na przecięciu linii napięć, artysta umieścił głowę, a wokół niej napisy, sugerujące natłok piętrzących się wrażeń.  (…)

Autoportret VII Kubickiego z 1922 roku to surowa linearna kompozycja, złożona ze statycznych, płaskich form, reprezentująca dojrzały, abstrakcyjno-konstruktywistyczny styl artysty. Ledwie rozpoznawalna, geometrycznie opracowana twarz niknie w mozaikowym tle. Geometria ludzkiego wizerunku wywołuje efekt obcości. (…)

Geometryczny raster to formalny wyznacznik międzynarodowego języka konstruktywistycznej awangardy. Na tle typowych prac w tym stylu, zwykle utrzymanych w kontrastowych barwach, dzieło Kubickiego wyróżnia jednak dyskretna gradacja tonów. Uderza „konkretność“, „rzeczowość“ wizerunku, pozbawionego niemal identyfikujących modela elementów i aury antropomorfizmu. (…)

Kubicki unikał narracyjnych formuł. (…) Dopiero przy wnikliwszym oglądzie Autoportretu VII, w tle zidentyfikować można lewitujące w próżni, pozornie izolowane formy jako wyobrażenie głowy i dłoni – kanoniczne składniki obrazowego kodu konotującego intelektualny potencjał artysty. (…)

…wymowa Autoportretu VII Kubickiego w jedyny właściwy sobie sposób wyraża napięcie pomiędzy wybujałym indywidualizmem twórcy a jego dążeniem do uniwersalizmu. To etykietka przynależności twórcy do awangardowej formacji (…). Nie wiadomo jaki tytuł nadał tej pracy sam autor. Inne swe kryptoportrety nazywał Samotnik, Czytający czy Wchodzący. Czy – w nawiązaniu do tej samej konwencji – tym razem wykonał wizerunek twórcy per se – jego rozdarcia między autodestrukcja i autodeifikacją? Czy znajdujący się za głową krzyż to sygnał autoironicznej identyfikacji artysty z Chrystusem – figurą outsidera? Co oznacza enigmatyczna forma przypominająca promień, a może raczej ostrze przecinające głowę? W czasie twórczego i osobistego kryzysu, już krótko po namalowaniu obrazu, Kubicki pociął go nożem. Zniszczone płótno żona nakleiła na deskę i starannie odrestaurowała, tak iż ślady łączeń trzech jego fragmentów są dziś ledwie widoczne. Niezależnie od aktu autoagresji wymierzonego właśnie w ten autoportret, Kubicki niewątpliwie go cenił. Dziesięć lat później uczynił go elementem jednej z najważniejszych swych kompozycji zatytułowanej Święty i zwierzęta z 1932 r.

swietyKubicki

Ów kryptoautoportret pod postacią świętego Franciszka to synteza koncepcji kosmologicznej Kubickiego wypracowana w obliczu kryzysu wartości cywilizacyjnych i narastającego faszyzmu. Ewokowana tu alternatywna rzeczywistość symbolizuje mit antycywilizacyjny i (niespełnione?) marzenie twórcy o samorealizacji i życiu w harmonii z naturą. On, który nigdy nie przedstawił siebie w otoczeniu innych ludzi, zdefiniował tu przeduchowione królestwo zwierząt jako preferowane otoczenie. Warunkiem adaptacji była rezygnacja z identyfikowalnej fizjonomii.

Brak ludzkiego wizerunku i brak ciała to typowe aspekty wizualnego kodu awangardy. Eskapizm wyraża kryzys utopii „nowego człowieka“ i „nowej wspólnoty“ oraz negację realnego otoczenia – wypalonej ideowo awangardy, rozproszonej zresztą wraz z objęciem władzy przez Hitlera.

***

Przed ledwo co ukończonym obrazem Święty i zwierzęta sfotografował Kubickiego w jego berlińskim atelier ex-dadaista Raoul Hausmann Podejmując rodzaj intertekstualnego dialogu z dorobkiem przyjaciela, za pomocą efektów światłocieniowych odtworzył jego linorytniczy autoportret z 1918 r. – ową posępną prymitywizującą maskę – ekspresjonistyczne memento mori.

Co jest wspólnym mianownikiem wizerunków własnych Kubickiego? Symptomatyczne jest, iż nigdy nie ukazał się w otoczeniu innych ludzi. Jednocześnie postępująca redukcja identyfikujących fizjonomię elementów jest tu wypadkową introspekcji, pasji zgłębiania absolutu i uniwersalizacji kodu wizualnego.

Tylko sporadycznie, jak choćby w obrazach Wchodzący czy Święty i zwierzęta, Kubicki w tle umieścił atrybuty stanowiące zalążek narracji. W tych wyjątkowych sytuacjach odniósł się do dwu determinant egzystencji i sztuki nowoczesnej – natury i kultury. O ile początkowo jego autocharakterystykę dopełniał obraz miasta, o tyle z czasem wraz z negacją kultury i cywilizacji oraz izolacją od naporu aktualności pojawia autoportret z idyllą natury w tle. Zwykle jednak siła jego prac tkwi w syntezie osoby, w redukcji wizerunku do przedstawień twarzy, i to ujętej zaledwie w ogólnych zarysach. Odniesienia do czasu i przestrzeni ograniczone są do absolutnego minimum.

Autoportrety Kubickiego nie ułatwiają wyśledzenia biograficznej anegdoty. Przeciwnie –cechuje je wyjątkowa rzeczowość i matematycznie koncypowana klarowność, która, niezależnie od ewolucji stylistycznej, pozostaje konstantą. Ów ład wizualny sugerować mógłby wewnętrzną harmonię artysty. Jego podszyte groteską i ironią teksty, jak choćby fragment wiersza Zwątpienie, przynoszą jednak odmienny komunikat:

…I stoję przed Tobą / pogardy pełen / dla siebie / (dzieła twojego)
koślawy / oplwany / śmieszny/ idiota
(człowiek któ
ry Twojej szukać / szedł prawdy).

Jak postrzegali go współcześni? Ich świadectwa mają charakter ambiwalentny. Gina Markowa, żona rzeźbiarza Marka Szwarca z łódzkiej ekspresjonistycznej grupy Jung Idysz, w książce Le Choix relacjonuje wizytę w atelier Kubickich z 1920 r.: Drzwi otworzyły się z hukiem ukazując ociężałe, lekko wygięte zjawisko. Spod wyrazistych brwi spoglądał zza mgły, jak ślepiec.

Z kolei August Sander na zdjęciu do słynnego cyklu Ludzie XX wieku – manifeście nowej rzeczowości i panoramie nowoczesnego społeczeństwa z 1929 r. – uwiecznił Kubickiego na ogrodowych schodach. Kubicki – Malarz wygląda tu raczej jak arystokrata niż przedstawiciel bohemy czy filozof. Tadeusz Kraszewski, który spotkał artystę dziesięć lat później, zapamiętał go jako postać charyzmatyczną: …miał wygląd bardzo reprezentacyjny. Starszy pan o pięknej pociągłej twarzy, wyrazistych rysach, siwej czuprynie (nawet w największe mrozy nie nosił nakrycia głowy), trzymający się bardzo prosto – czasem zakładał monokl – budził respekt i poważanie.

***

Przebrania, pozy, stylizacje… – artefakty świadomie reżyserowanej strategii autokreacji. Spośród wizerunków własnych Kubickiego żaden nie jest sygnowany ani datowany, jakby artysta świadomie pozbawiał je osobistych odniesień, zacierając ślady biografii. Nie dokumentują one fizjonomii – natury ludzkiej – lecz poszczególne stadia krystalizacji stylistycznego profilu twórcy, jego intelektualnego uniwersum. Dzieło pojawia się zamiast artysty, jako pars pro toto jego istoty – abstrakcyjna aktualizacja tematu artifex doctus.

Tekst jest skróconą wersją fragmentów książki Lidii Głuchowskiej Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945, Gebr. Mann-Verlag, Berlin 2007, nagrodzonej przez Stowarzyszenie Historyków Sztuki