Unsterblicher Dichterrebell

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4c/Andrzej_Bursa_2.jpg/308px-Andrzej_Bursa_2.jpgUrszula Usakowska-Wolff

ANDRZEJ BURSA

Der polnische Lyriker, Dramatiker und Journalist Andrzej Bursa wurde am 21. März 1932 in Krakau geboren. Er studierte Journalistik und bulgarische Philologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau. 1952 heiratete er Ludwika Szemiot, Studentin der Akademie der Schönen Künste in Krakau, kurz danach kam ihr Sohn Michał zur Welt. Vom Dezember 1954 bis zum Sommer 1957 arbeitete er als Reporter der Krakauer Tageszeitung Dziennik Polski. Er starb plötzlich am 15. November 1957 an einer angeborenen Schwäche der Halsschlagader.

Andrzej Bursa, der zur Generation 1956 gezählt wird, also zu den Dichtern und Schriftstellern, die nach dem so genannten Oktober-Tauwetter 1956 in Polen in Erscheinung traten, war wegen seines frühen Todes mit 25 nur drei Jahre schriftstellerisch tätig. Von 1954 – 1957 veröffentlichte er, vor allem in Studentenzeitschriften, 37 Gedichte sowie die Erzählung »Mason«. Er schrieb auch den Roman »Die Tötung der Tante« und das Theaterstück »Karfunkel« sowie die Groteske »Der Drache«.

Andrzej Bursa war ein literarischer Rebell, seine Lyrik ist von Brutalität und Zynismus durchdrungen: Das sind die Spuren, die der Zweite Weltkrieg in der Psyche des Dichters und seiner Generation hinterlassen hat. Seine Gedichte sind naturalistisch und programmatisch antiästhetisch. Doch zugleich sucht er nach festen humanistischen Werten, nach dem Sinn des Lebens und des Leidens von Menschen und Tieren. In seiner Poesie enttarnt er die realsozialistische Wirklichkeit, den Opportunismus der Menschen und die Verlogenheit des Systems. Er lehnt sich gegen die Normen des gesellschaftlichen Lebens, gegen die polnische romantische Tradition, den Märtyrerkult und den vordergründigen Patriotismus, den Machismus und die kleinbürgerlich-katholische Moral und Religion, gegen das Böse auf, das von der Partei oder der Kirche zum Guten erklärt wird. Er ist ein literarischer Einzelgänger, ein wahrer Poète Maudit. Lange Zeit etwas in Vergessenheit geraten, wird er heute als »unsterblicher« Dichterrebell mit einem sanften lyrischen Kern verehrt. In Deutschland ist Andrzej Bursa, abgesehen von einigen wenigen Übersetzungen seiner Gedichte, die in Anthologien polnischer Lyrik erschienen, beinahe unbekannt.

Casanova

Giuseppe Casanova
den du so beneidest
war weder sehr reich
noch sehr stark
und seine Epoche
kannte viele Männer die genauso schön
wie er
oder schöner als er waren
aber er war höflich
……..zärtlich
…..ritterlich
und eroberte immer
obwohl er manchmal einfacher
sein Ziel erreichen könnte
also wenn du willst
erobere
wie er
Frauenherzen
und lass dich von Schwierigkeiten nicht entmutigen
Fang mit der eigenen Frau an

Der Poet

Der Poet leidet für Millionen
von 10 bis 13.20
Um 11.10 drückt ihn die Blase
er tritt aus
macht den Hosenschlitz auf
macht den Hosenschlitz zu
Kommt zurück räuspert sich
und erneut
leidet er für Millionen

Fußtritte

Er kam tatsächlich um etwas zu werden
aber schon in der ersten Tür ein Fußtritt
er lächelte
den Fußtritt fand er ziemlich witzig
versuchte es wieder
ein Fußtritt
beschloss einen Stock höher zu gehen
landete wieder im Erdgeschoss mit einem Fußtritt zu Fall gebracht
duckte sich brav im Flur
ein Fußtritt
ein Fußtritt im Tor
auf der Straße wieder ein Fußtritt

also wünschte er sich wenigstens einen poetischen Tod
warf sich vor ein Auto

dessen Fahrer ihm einen kräftigen Fußtritt verpasste

Sonnabend

Gott was für ein netter Abend
so viel Wodka so viel Bier
und dann ein Tohuwabohu
in den Kulissen dieses Paradieses
zwischen dem plüschigen Vorhang
und der Küche hinterm Gitter
fühle ich wie ich mich
vom Überfluss an Energie befreie
den mir die Jugend bescherte

möglich
dass ich sie anders einsetzen könnte
z.B. 4 Reportagen schreiben
über Entwicklungsperspektiven kleiner Städte
aber
………….leckt mich am Arsch kleine Städte
………….leckt mich am Arsch kleine Städte
………….leckt mich am Arsch kleine Städte!

Morgens im Park

Morgens bei meinen Exerzitien mit Bäumen im Park
treffe ich einen Einzelgänger mit Köfferchen auf einer entlegenen Bank
blicke ins Köfferchen
…………………………..brr
………………..Köfferchen ein zerstückeltes
…………………………..Baby
diskret biege ich in eine Seitenallee
dort geht Einer
ein Bündel ein Bündel schleppt er
klatsch… aus dem Bündel fällt ein abgeschnittenes Frauenbein
jetzt reicht es mir aber
ich flüchte in die entfernteste Ecke
wo der Park in eine stillgelegte Schutthalde übergeht
hier treffe ich einen bekannten Buchhalterversager
leidenschaftlichen Kräutersammler
aber was schreitet denn da neben ihm her?
……………………….Ein Pferd?
……………………….Ein Hund?
etwas Kleineres als ein Pferd
und Erhabeneres als eine Dogge
ach … eine Chimäre
er weidet hier in der Einsamkeit seine Chimäre
armes Alterchen

1957

* * *

Doktor C reicher Wundertäter
und das alles aus eigener Kraft

………………..(schwere Kindheit aus eigener Kraft
………………..Gymnasium……….aus eigener Kraft
………………..Medizin……….aus eigener Kraft
………………..Villa bequemer……….als Himmel
………………..und zwei Autos schöner als..Sterne
………………..auch……….aus eigener Kraft)
sammelt Krüppel
solche Deppen ohne Hände und Füße
er hat davon 22
also zweimal 11
und verkündet
………….hoppla Jungs heute lernen wir Fußball spielen
– wir haben keine Füße – kreischen diese Penner
– ach Blödsinn – runzelt der Doktor seine Stirn
ich ging durchs Leben aus eigener Kraft
aus eigener Kraft kann man Wunder bewirken
und zwinkert dem Pfleger einem ausgedienten Ex-Sergeanten zu

ein halbes Jahr dauerte das Training im Sanatorium hinterm Stacheldraht

ich weiß nicht ob ihnen Füße gewachsen sind
ich weiß nicht wie es geschah
aber ich sah ihr Frühlingsmatch
die Jungs spielten prima Fußball

Aus dem Polnischen von Urszula Usakowska-Wolff
Ursprünglich erschienen im MATRIX – Zeitschrift für Literatur und Kunst Nr. 2/2009 (16). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Übersetzerin.

Wie ich gezeugt wurde

Ewa Maria Slaska

Wie ich gezeugt wurde

Sie hießen Irena und Dariusz und waren sehr jung. Ich war ihr erstes Kind, wie meine Mutter zu sagen pflegte, “ein typisches Produkt der Hochzeitnacht”. Und die sah so aus.

Die Familie meiner Mutter wohnte in Warschau, mein Vater und seine Familie in Danzig. Es war Weihnachten 1948. Die Zeit, die man auf Polnisch mit drei Worten beschreibt: goło ale wesoło, ein fröhliches Nichtshaben.

Zur Hochzeit kam die ganze Familie aus Warschau. Die Familienwohnung in Danzig war so voll gepackt, dass man über eine ruhige Ecke für die Neuvermählten nicht einmal träumen konnte. Zum Glück ist der Freund meines Vaters, Andrzej, über Weihnachten zu seiner Familie gefahren und hat quasi als Hochzeitgeschenk meinem Papa seine Wohnung zur Verfügung gestellt. Also ließen nach dem Hochzeitessen meine Eltern die beiden Familien zu Hause und fuhren mit der Straßenbahn, nur zu zweit, zu ihrem Honeymoon Hotel Marke Altbau Ganz Weit Weg. Und, wie sie feststellen müssten, Ganz Primitiv. Über eine steile Treppe ging es nach oben, zum Dachboden, wo man, durch einen schmalen Durchgang, in ein Giebelzimmerchen gelangte. Das Zimmerchen hatte ein Fensterchen und, welch ein Luxus, direkt im Dachboden ein WeCe. In dem Zimmerchen gab es nur ein Bett, ein Zeichentisch mit einem Stuhl, einen alten Armsessel und einen Kachelofen. Im Durchgang stand auf einem Brett ein Elektroherd mit nur einer Kochplatte, und daneben ein gusseisernes Waschbecken. Die ganze Bude war kalt und dunkel.

So sah das erste gemeinsame Liebesnest meiner Eltern aus. Und die erste Nacht sah genauso reizend aus – erschöpft durch die Hochzeitsvorbereitungen und den harten Tag, der in einer langen Straßenbahnfahrt gipfelte, sind sie ins Bett gefallen und… eingeschlafen. Am nächsten Tag musste Papa um 6 Uhr aufstehen und nach Gdingen fahren, wo er damals als studentische Hilfskraft in der Fischerwerft arbeitete.

Am Nachmittag traf sich die ganze Familie wieder in der Wohnung in der Grunwaldzka Straße, diesmal aber fuhren die Neuverheirateten schon am frühen Abend zu ihrer Hochzeitsbleibe. Diesmal waren sie sogar imstande, im Ofen zu heizen und den Tee zu kochen. Es ist sogar gemütlich geworden, aber diesmal waren sie ja nicht mehr alleine. Mein Vater studierte noch und am Abend kam sein Studienkumpel, mit dem er mehrere Stunden gemeinsam für eine Prüfung paukte, die eine Woche später kommen sollte. Meine Mutter nahm es mit Würde und Gelassenheit an. Sie nistete sich im Armsessel ein und las.

Ich würde gern wissen, was sie las.

Die Studenten lösten gerade eine wichtige wissenschaftliche Aufgabe der Druck- und Realais-Schaltungen, als sie alle einen stechenden Brandgeruch wahrnahmen, den man im Armsessel, da wo meine Mutter neben dem Ofen saß, lokalisierte. In dem Moment als mein Vater meine Mama von dem Sessel hochzog und ihn vom Ofen weg schob, schoss eine hohe Flamme aus ihm heraus. Das kleine Zimmer füllte sich momentan mit gelbem, würgendem Rauch, nur unter der Decke leuchtete eine Glühbirne. Wie durch einen Automatismus gesteuert – es waren die Verhaltensautomatismen aus der Kriegszeit – taten die beiden jungen Männer das Nötige, ohne dass sie miteinander zu sprechen brauchten: Fenster aufreißen, Mama zu den Nachbarn schicken, damit sie die Feuerwehr anruft, das Waschbecken stöpseln und den Wasserhahn aufdrehen, damit das Wasser auf den Fußboden läuft, und den Armsessel zerkleinern, um die brennende Teile durch das Fenster wegwerfen zu können.

Bevor sie ihr Werk nur zu Ende führen konnten – der Armsessel war ein solides, großes und schweres Ding und sie hatten keine Werkzeuge, nur ihre Kraft und Entschlossenheit – waren ihre Hände verbrannt, jeder Atemzug vergiftete sie mit Gas, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Doch nach einem kurzen Widerstand kapitulierte der Sessel mit lautem Knall und als sie die ersten zerhackten Teile durch die Dachluke wegwarfen, weit weg, egal wohin, nach Außen, ging auf einmal das Licht aus, und hinter ihnen begann etwas zu knallen. In der Dunkelheit vollendeten sie schnell die Vernichtung des Ungetüms. Der Rauch verdünnte sich allmählich. Papa schloss den Wasserhahn ab, zog den Stöpsel im Waschbecken aus und suchte, in den Wasserpfützen watend, blind die Sicherung, die zu seinem Glück automatisch anging. Sie krachte ein paar Mal und das Licht kam zurück.

Und dann plötzlich, mit Krach und Lärm, liefen in das Zimmer die Feuerwehrmänner ein, und gleich hinter ihnen die neugierigen Nachbarn. Für die Feuerwehrmänner gab es nichts mehr zu tun, sie wollten aber unbedingt wissen, was im Zimmer so knallte? Offensichtlich haben es ihnen die Nachbarn schon mitgeteilt. Die Frage war nicht so ungefährlich, wie sie heute klingt. Es war stalinistische Zeit, kurz nach dem Kriegsende, und Der Spion lauerte überall. Papa sagte, dass es wahrscheinlich alte Glühbirnen waren, von denen ein großer Haufen hinterm dem Ofen lag. Und tatsächlich, irgendetwas dieser Art fand sich hinterm Ofen. Die Beamten schrieben die Personalien aller Beteiligten auf, fertigten ein Protokoll und gingen.

Mama und Papa verabschiedeten sich höflich von den Nachbarn, verabredeten sich mit dem Kumpel für den nächsten Tag und begannen die Ordnung wieder herzustellen. Außer dass der Sessel vollkommen hinüber war, gab es eigentlich nur Dreck und Gestank, aber keine ernstzunehmenden Verluste. Erst bei der Arbeit fanden sie die wahre Ursache des vorherigen Knallens – in einem Dreckhaufen hinterm Ofen lagen zerstörte Minenzünder und ein Knäuel Lunte.

So – in dieser Nacht, es war die richtige Hochzeitsnacht meiner Eltern – wurde ich gezeugt.

usmiechnieci-na-jachcie

Immer Montags: Der polnische Adel… (5)

Wir begannen vor vier Wochen und werden noch ein paar Montage Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn im Text von “Kubicki” aber auch ggf. von “Staś” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war. “Janina” ist wiederum die ältere Schwester des Autors, die Malers Tochter. Und “Kubicka” ist die Mutter, Margarete Kubicka, ebenfalls eine Malerin. Der Herr Slaski, von dem in diesem Abschnitt die Rede ist, ist nicht mit Administratorin dieses Blogs verwandt. Er gehört der sog. großpolnischen Linie und “meine” Slaskis (ich bin nur eine Eingeheiratete) stammen ursprünglich aus Masowien und danach, jahrhunderte lang, lebten sie in Kleinpolen.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Familie Mycielski (4) und Herr Slaski

Eines Tages erschien ein Herr Slaski, der Schwager der Mycielskis. Er hatte die einzige Schwester der drei Brüder geheiratet und war – wie alle ernstzunehmenden Männer der Familie – über 2 m groß. Dem eiferten auch seine zwei Söhne nach. Die Frauen fielen etwas kleiner aus und blieben bei über 1,90 m stehen. Wer kleiner war, war angeheiratet.

Dieser Slaski nun, – dessen Vorname mir entfallen ist, – war ein netter Mann, mit dem ich auch zur Jagd fuhr. In meiner Erinnerung ist noch ein großer Hirsch, der reglos in Waldesnähe in einem Roggenfeld stand und uns ansah. Wir saßen im Landauer. Slaski schoß. Der Hirsch blieb stehen. Erst dachte ich, der wäre gar nicht echt, dann aber trabte er doch gemächlich dem Walde zu. Damit war die Jagd zu Ende. Allen ging es weiterhin gut und wir waren zufrieden.

Zuweilen – wenn Józiu aus irgendwelchen Gründen nicht zum Spielen da war, durfte ich mir selbst einen zweirädrigen Wagen anspannen lassen und durch die Gegend kutschieren. Ich fragte dann die Hunde des Hofes, wer mitkommen wolle. Die meisten wollten. Die Großen liefen nebenher, die Kleinen machten es sich auf der Bank neben mir bequem, nur die Mittelgroßen sprangen ständig auf den Wagen und wieder herab, oder liefen zwischen den Beinen des Pferdes. Die Landleute kannten die Kutsche und wußten, daß derzeit ein kleiner deutscher Bengel zu Gast war. Sie grüßten und zogen dazu die Mützen, was mir peinlich war.

Dann kam ich zu einem weitläufigen Feld, auf dem mächtig was los war. Dort wurde das Korn gleich auf dem Acker gedroschen und in Säcke gefüllt. Um die Maschine herum entstand eine Feinstaubwolke von Hecksel. Dort traf ich Onkel Wojciech – wie ich ihn der Einfachheit halber inzwischen nennen durfte – und wir fuhren zum Schloß zurück.

Da ich ein relativ ruhiger aber nicht langweiliger Geselle war, und zudem früh genug aufstand, durfte ich eines Tages mit Onkel Wojciech nach Rawicz fahren. Das lag gut 30 km entfernt, also 60 hin und zurück, zuviel für Pferde und Kutsche. Deshalb bestellte der Onkel ein Taxi, mit dem ein fester Preis ausgemacht wurde, d.h. eine kleine Person mehr fiel nicht mehr ins Gewicht. Das Ganze war für mich 1937 durchaus ein Ereignis, denn auch zu Hause in Berlin war Autofahren in unseren Kreisen noch immer ein Zeichen von Luxus.

Józiu war zu spät dran. Er kam noch aus dem Schloß geschossen, erreichte uns aber nicht mehr. Ich sah ihn im Rückspiegel, nahm aber geflissentlich keine Notiz davon, denn ich wollte das Glück der Fahrt alleine genießen.


Nach Rawicz mußte der Onkel der Steuern wegen. Das Taxi wartete und ich konnte kurz die Stadt inspizieren. Sie war – wie auch viele brandenburgische Orte – weitläufig bebaut. Es gab eben genug wertloses Land. Die Weite steigerte allerdings zusätzlich den Eindruck der Langweiligkeit. Der Marktplatz erschien übergroß, die Häuser waren nur zweistöckig, und rundherum standen kleine Bäume, ich glaube Ebereschen. Obwohl Rawicz nichts Besonderes bot, blieb mir die Ödheit des Ortes über die Jahrzehnte hin im Gedächtnis, und natürlich auch wegen der Ehre, von Onkel Wojciech mitgenommen worden zu sein.
Mit Onkel Wojciech verbinden sich bis heute nur freundliche Erinnerungen. 1937 hatte ich wieder meine großen Ferien auf Wydawy verbracht und mit ihm sein Briefmarkenalbum durchgesehen. Briefmarken entdeckten wir als gemeinsames Interesse.
Wieder zuhause, schickte ich ihm einen Brief und Sammler-Utensilien. Er dankte mir schriftlich. Dieser Brief war natürlich nicht auf einem offiziellen gräflichen Bogen geschrieben:

Wydawy, 16.09.1937

Lieber Staś.


Vielen Dank für Deinen netten Brief und die Markenetuis, die viel besser sind, als die, welche man hier bekommen kann. Heute schicke ich Dir den versprochenen Katalog und in einigen Tagen die neusten polnischen Marken, es sind sogenannte Blocks. Sie werden sehr selten sein, da sie schon heute fast vergriffen sind. – Hoffentlich geht es Dir recht gut, und bist Du immer recht brav, um Deiner lieben Mama stets Freude zu machen. Dein Vater ist seit einigen Tagen in Potrzebowo; ich habe ihm Deine Grüße bestellt, worüber er sich sehr gefreut hat. – Nun leb wohl mein lieber Junge und empfehle mich Deiner Frau Mutter und Deiner Schwester sehr schön.


Dein


W. Mycielski

Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Poetry – Poezja – Poesie / Ralph Waldo Emerson

Brahma

IF the red slayer think he slays,
Or if the slain think he is slain,
They know not well the subtle ways
I keep, and pass, and turn again.

Far or forgot to me is near;
Shadow and sunlight are the same;
The vanished gods to me appear;
And one to me are shame and fame.

They reckon ill who leave me out;
When me they fly, I am the wings;
I am the doubter and the doubt,
And I the hymn the Brahmin sings.

The strong gods pine for my abode,
And pine in vain the sacred Seven;
But thou, meek lover of the good!
Find me, and turn thy back on heaven.

***
And a parody of Emerson:

Terry Pratchett
Hymne an Pedestriana, Goddess of football

(„Unseen Academicals”, Doubleday 2009)

If the striker thinks he scores
Or if the keeper cries in shame
They understand not the crowd’s applause
I make, and hear and earn again

For I am the crowd and I am the ball
I am the triumph and the blame
I am the turf, the pies, the All
Always and ever, I am the Game.

It matters not who won or lost
Nothing is the score you made
Fame is a petal that curls in the frost
But I will remember how you played.

***
Brahma

Jeśli zabójca sądzi, że zabija
Lub zabijany – że pada zabity,
Jeden i drugi nie przeniknął, czyja
Dłoń im nadaje ruch i sens ukryty.

Dal i niepamięć są mi bliską jawą,
Cień w moich oczach płonie słońca zniczem,
Kto szczezł bez wieści – bogom równy sławą;
Hańba i chwalba nie różnią się niczem.

Źle liczy, kto mnie nie uwzględnia w cenie;
Gdy chce mi się uciec – jestem mu skrzydłami;
Jam jest wątpiący i jego zwątpienie,
Mną hymny wiernych są – i wierni sami.

Daremnie ufa, że mu drzwi otworzę,
Mocarz-bóg, mędrzec, zwykły zjadacz chleba;
Lecz ty, co dobro miłujesz w pokorze;
Znajdź mnie – i nie troszcz się o wstęp do nieba.

Przeł. Stanisław Barańczak

Przekład został mi uprzejmie dostarczony przez pana Arkadiusza Bagłajewskiego, redaktora lubelskiego kwartalnika kulturalnego Kresy, gdzie się ukazał w numerze 8 (rok 1991). Dziękuję serdecznie.
***

Der rote Schläger denkt, daß er schlüge,
und der Erschlagene denkt, er sei erschlagen:
Sie wissen nicht, wie heimlich ich es füge,
daß alle Dinge mich im Innern tragen.

Für mich ist nah, was ferne und versunken;
Sonne und Schatten geben sich nichts nach;
Götter erscheinen mir, die längst entschwunden;
ein und dasselbe sind mir Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, kennt nicht seine Lage:
Wenn er mich flieht, bin ich, was ihn beschwingt;
ich bin der Fragesteller und die Frage;
ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die Götter sehnen sich nach meinen Gründen,
den Heiligen Sieben laß’ ich keine Ruh;
du, Liebender des Guten, wirst mich finden
und kehrst dem Himmel deinen Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson (1803 – 1882), US-amerikanischer Geistlicher, Lehrer, Philosoph und Essayist

Zagadka – Rätsel – Riddle

kopertaI got that photos some days ago in Berlin. I did know, who made them, where and when? Now I know everything. Try to find all the answers. If you do it, you can get these pics in their original enevelope as a price.

Dostałam te zdjęcia kilka dni temu w Berlinie. W tej właśnie kopercie. Autor nieznany, miejsce nieznane, nieznany rok wykonania. Spróbujcie zgadnąć. Ja już wiem wszystko. W nagrodę, jeśli wyrazi się takie życzenie, mogą być te właśnie foty w tej właśnie kopercie.

Ich habe diese Fotos vor ein paar Tagen in Berlin bekommen, ohne zu wissen, wer sie machte, wo oder wann? Versuch den Ort und die Zeit zu bestimmen. Es ist möglich, es gab Menschen, die es nach dem ersten Foto schon wussten. Ich selber habe schon alles entdeckt. Als Preis kann man diese Images im Original bekommen.

zagadka4-5
zagadka6-7zagadka8zagadka9zagadka10zagadka11zagadka11zagadka12zagadka14-15-16-17
zagadka18zagadka19zagadka20-21zagadka22A tu odpowiedź (zagadkę rozwiązał na Facebooku Piotr Pawłowski) / Antwort von Piotr Pawłowski via Facebook / Answer: Katowice – czasy mniej więcej współczesne/ +/- heutzutage / apr. recent times.

odpow2 odpow1odpow3Autor: Waldemar Kompała
Dziękuję / Danke / Thanks

Rajecka und andere

Ewa Maria Slaska

Polnische Künstlerinnen von der Teilung Polens bis heute

Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensbereichen – wie etwa Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Fabrikarbeit und Handwerk, aber auch Politik, Kultur oder der Einzelhandel – in denen Frauen sehr oft gleichberechtigt mit Männern tätig waren, existierten bis 19. Jahrhundert Bereiche, zu denen den Frauen der Zugang rigoros verwehrt war: dazu gehörten traditioneller Weise die Kirche aber auch die Wissenschaft, Medizin und die bildende Kunst. Der Kunstbetrieb war bis Ende des 19. Jahrhunderts fast ausschließlich eine reine Männerdomäne. Die Möglichkeiten sich dort auszuprobieren oder das Kunst-Handwerk zu erlernen waren für Frauen stark begrenzt und standen im Prinzip nur Ehefrauen und Töchtern der Künstler zur Verfügung. Seltener Frauen aus adeligen Familien. Mitgliedschaften bei Gilden und Akademien waren ebenso begrenzt oder gar unmöglich. Die Ergebnisse der künstlerischen Tätigkeit von Frauen wurden oft dem Mann oder Meister der Künstlerin zugeschrieben. In den Ländern wo Malerei hoch geschätzt wurde – Italien, Niederlande, Spanien – gab es schon in der Renaissance und Barock eine kleine Anzahl von Malerinnen, die sogar internationale Anerkennung bekommen https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9e/Rajecka_A_girl_with_a_dove.jpg/199px-Rajecka_A_girl_with_a_dove.jpghaben wie z.B. Sofonisba Anguissola in Spanien und Italien, Artemisia Gentileschi in Italien oder Maria Sibylla Merian in Deutschland und Holland. Aus Polen ist bis zum 19 Jahrhundert nur eine einzige bildende Künstlerin bekannt, die zudem nicht in Polen sondern in Frankreich tätig war: Anna Rajecka (1762-1832), eine Rokoko-Zeichnerin. Vermutlich eine uneheliche Tochter des letzten polnischen Königs, Stanisław August Poniatowski.

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MurzynkaEine dem Thema „Polnische Künstlerinnen“ gewidmete Ausstellung 1991 Nationalmuseum in Warschau und die dazu gehörige Publikation erwähnen aber als Pionierin der polnischen Kunst, eine Künstlerin, die fast Hundert Jahre später geboren wurde: Anna Bilińska-Bohdanowiczowa (1857-1893), eine Doktorstochter aus Ostpolen. Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – ein historischer Moment des Bruchs in der bisherigen Tradition, eine Zeit als Frauen das erste Mal in der europäischen Geschichte Kunst studieren durften. Anfangs nur in privaten Schulen bekannter Maler oder als deren Einzelschülerinnen. Allmählich entstanden Frauenkunstschulen und Frauenklassen in renommierten Kunstschulen.1897 hat die erste anerkannte Akademie den Frauen die Tore geöffnet. Es war die Pariser Ecole des Beaux Arts.

Es wurde möglich für eine Frau, Künstlerin zu werden, obwohl es immer noch nicht einfach war. Es brauchte Durchsetzungsvermögen, finanzielle Mittel und Unterstützung der Familie, um dieses Ziel zu erreichen. Auch nach dem Studium war das Leben einer Künstlerin im 19. Jahrhundert nicht leicht. Sie hatte immerzu mit Widerständen zu rechnen und oft leidete sie Armut und Einsamkeit. Dies war auch das Schicksal von Anna Bilińska. Zeitlang lebte sie an der Armutsgrenze, aber sie konnte Künstlerin werden.

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/08/Bozna%C5%84ska_Girl_with_chrysanthemums.jpg/191px-Bozna%C5%84ska_Girl_with_chrysanthemums.jpgRajecka und Bilińska sind kaum bekannt, selbst in Polen wird sie nicht jeder Kunsthistoriker kennen. Wenn man einen kunstinteressierten Polen fragt, welche Künstlerin die erste in Polen war, werden die meisten Olga Boznańska (1865-1940) nennen, erste, die jedoch besser in Europa als in Polen bekannt war. 1912 bekam sie der französischen Verdienstorden der Ehrenlegion. Eine Impressionistin und später auch Malerin des Jugendstils, Autorin eindrucksvoller Porträts. Polnische Lexika behaupten, dass sie zu den besten Künstlerinnen Europas der Epoche zählte, aber in dem „Künstlerinnen“-Kompendium aus dem Prestel Verlag wird sie nicht erwähnt.
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Ein Name, der weltweit und immer in solchen Auflistungen erwähnt wird, ist Tamara Łempicka (1898-1989). Eine Künstlerin, die merkwürdigerweise in Polen bis in die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts keine Beachtung fand. Bis heute trifft man polnische Kunsthistoriker, die ihre Existenz ignorieren oder sie als „Modezeichnerin“ abtun. In der Tat, wie Rajecka, war Łempicka in Polen nie tätig. Das Zentrum ihres Lebens war Paris. Ihre Gemälde im unverkennbaren Stil zierten Seiten der Hochglanzmagazine, Kalender, Postkarten, sie sind Ikonen der 20er-Jahre. Man zählt sie zum „luxuriösen Art deco“. Sie ist eine Malerin der Moderne und Ikone der modernen Frau.

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https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9f/Stare_Miasto_Stryjenska_02.jpg/181px-Stare_Miasto_Stryjenska_02.jpg1918, am Ende des Ersten Weltkriegs und nach über 120 Jahren Teilung ist Polen wieder unabhängig. Die führende Kunstrichtung des neuen Staates war die traditionelle romantische Kunst, gebunden ans polnische Geschichtsverständnis, polnische Folklore und den polnischen Symbolismus. Klassische Vertreterin der folkloristischen Kunstrichtung ist Zofia Stryjeńska (1891-1976).

In Europa sind die 20er und 30er des 20. Jahrhunderts die Zeit der Avantgarde, die Zeit der Hoffnung, den Träumen von einer Neuen Gesellschaft und darin auch einer Neuen Kunst. Sie sollten frei sein, sowohl die Menschen als auch die Kunst. Die polnische Kunst weist auf einige Künstlerinnen der Avantgarde: Teresa Żarnowerówna (1895-1950), Hanna Rudzka-Cybisowa (1897-1988) und Katarzyna Kobro (1898-1951). Interessant ist aber, dass sie alle zugleich Ehefrauen /Partnerinnen wichtiger Künstler der polnischen Avantgarde gewesen sind. Die polnische Kunsthistorikerin, Dr. Lidia Guchowska, sieht darin ein Zeichen für eine neue Epoche. Sie erkennt die Entstehung des Modells eines Künstlerpaars als kleinster Einheit eines fruchtbaren, effektiven, erfolgreichen Künstlerkollektivs. (Auf dem Foto Katarzyna Kobro)

Die jüdisch-polnische Grafikerin, Vertreterin des Konstruktivismus, Teresa Żarnowerówna war Partnerin des Künstlers Mieczysław Szczuka. Sie war eine überzeugte Kommunistin, was man in ihrer Kunst gut erkennt. Nicht umsonst war die Avantgarde auch die Kunst des Manifestes und des Plakativen.

cybisowaHanna Rudzka-Cybisowa war eine Repräsentantin des Kapismus (auch bekannt als Polnischer Kolorismus). Ziel der Koloristen war eine Änderung des Kunstverständnisses in Polen. Eine malerische Entscheidung des Bildes sollte das Hauptziel des Schaffens ohne Beachtung politischer oder gesellschaftlicher Kontexte sein. Man glaubte an eine „ewige Kunst“und Unabhängigkeit in der Malerei. Der Name Kapismus ist ein interessantes Novum in der Kunstgeschichte, da er die Buchstaben K und P verwendet. Das Kürzel KP steht für das „Pariser Komitee“. Der 1923 von dem Maler Józef Pankiwicz gegründete Verein war ein Hilfskomitee für Kunststudenten, die nach Paris auswandern. Das Komitee entstand als Protest gegen die Linie der nationalen Kunst in Polen. Wie die Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts, versprach man sich von Paris etwas, was es in der Heimat nicht gab: die Möglichkeit moderne Malerei auszuüben: Expressionismus, Kubismus, Konstruktivismus – Kunstrichtungen, die offiziell in Polen keine Beachtung fanden. Die Kapisten siedelten nach Paris über, darunter auch Rudzka Cybisowa.

Katarzyna Kobro war eine polnische Bildhauerin deutsch-lettischer und russischer Herkunft; eine naturalisierte Polin. Sie vertrat den Konstruktivismus und revolutionierte die polnische Bildhauerei.

Art deco im Stile von Tamara Łempicka vertraten auch andere, weniger bekannte polnische Malerinnen: darunter Halina Dąbrowska (1898 -?) und Maria Ewa Łunkiewicz-Rogoyska; ihre Kunst thematisierte, wie die von Łempicka, die Menschen der modernen Zeit.

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Die Kunst der polnischen Künstlerinnen nach dem Zweiten Weltkrieg kann man als „ringen“ bezeichnen. Ringen mit verschiedenen Aspekten des modernen Lebens und der Existenz als Künstlerin.

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/60/Maria_Jarema_Polish_sculptor.jpg/197px-Maria_Jarema_Polish_sculptor.jpgErstes Beispiel dieses Ringens sieht man in der Kunst von Maria Jaremianka (1908-1958). Sie war bis Ende des 2. Weltkrieges eine Bildhauerin und danach Malerin. Sie malte abstrakte Bilder wobei die abstrakte Malerei im stalinistischen Polen verboten war. Es war die Zeit des Sozialrealismus, die Kunst hatte realistisch zu sein.

Helena Malarewicz-Krajewska (1910-1998) war eine polnische Malerin, eine aktive Verfechterin und Vertreterin des Sozialrealismus. Auch dies kann man als Ringen bezeichnen – Ringen mit der kleinbürgerlichen Kunst. Zum Gunsten der Malerin muss man sagen, dass sie in dieser Kunstrichtung schon vor dem Krieg gearbeitet hat, also in der Zeit als es nicht politisch konform war.
https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Kuran-romanc1.gif/97px-Kuran-romanc1.gif

Zwei Grafikerinnen – Maria Hiszpańska-Neumann und Irena Kuran-Bogucka ringten lebenslang mit dem Trauma des Krieges. Egal welche Themen sie unter ihre Meisel nahmen, ist der Krieg direkt oder indirekt in ihrer expressionistischer Graphik präsent.

Auf dem Foto – Graphik von Irena Kuran-Bogucka zum Gedicht von Federico Garcia Lorca, Romanze vom Monde

Die berühmtesten Bildhauerinnen dieser Zeit waren /sind Magdalena Abakanowicz (geb.1930) und Alina Szapocznikow (1926-1973). Magdalena Abakanowicz ist https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/03/Abakany_Cytadela_Poznan.jpg/180px-Abakany_Cytadela_Poznan.jpgwahrscheinlich die berühmteste polnische Künstlerin aller Zeiten. Beide setzen/setzten sich in ihrer Kunst mit dem Körper auseinander. Bei Abakanowicz ist es ein anonymer Körper als nichts bedeutender Bestandteil der Masse, bei Szapocznikow – der kranke Körper, zerstört und vernichtet durch Schmerz, reduziert zu einer Hülle. (Auf dem Foto Skulptur von Magdalena Abakanowicz – Nierozpoznani / Unerkannten)

Es gab in dieser Künstlerinnengeneration drei, die ausdrücklich mit ihrem weiblichen Dasein ringten. Sie waren die ersten Vertreterinnen einer bewussten weiblichen Perspektive auf die Kunst in Polen.

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/92/Samoidentyfikacja-1980.jpg/320px-Samoidentyfikacja-1980.jpgEs sind Ewa Partum (geb. 1945) – berühmt durch ihr Nacktfoto auf der Straße / Natalia LL (geb. 1937), die sich mit ihrer weiblichen Träumen auseinandersetzt und Maria Pinińska-Bereś (1931-1999), deren weiche, immer in Rosa, Objekte an die weiblichen Körperteile erinnern.

Auf dem Foto: Ewa Partum, Selbstidentifizierung 1980

Zum Teil gehört zu dieser Gruppe auch Zofia Kulik (geb. 1947), die vor allem durch ihre Galerie der Gesten des weiblichen Körpers bekannt ist.

***
Über die moderne polnische Künstlerinnen nach 1989 kann man vor allem sagen, dass sie im Zeichen der Provokation agieren. Wie diese Präsentation und die Ausstellung bezeugt, weder Nacktheit noch sozial-kritische Hinterfragung des nackten Körpers sind in polnischer Kunst wirklich neue und erschienen viel öfter, als die jüngste und jüngere Generation glaubt.

Sie haben einen neuen Zugang zum Körper entdeckt. Mindestens glaubt Dr. Lidia Głuchowska, dass es ein gemeinsamer Nenner der Kunst dieser Frauen ist. Sie ringen mit dem gesellschaftlich zugeschriebenen Genderbedingten Status des weiblichen und männlichen Körpers, setzen sich mit der Problematik der Homosexualität, des Transvestitismus, der Androgynie auseinander, sprechen sich für Freiheit der Lebensformen jeder Menschen aus.

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/08/Kozyra_K_Cheerleader_%28cropped%29.JPG/235px-Kozyra_K_Cheerleader_%28cropped%29.JPGAlicja Żebrowska *1956
Katarzyna Kozyra *1963
Barbara Konopka *1965
Monika Zielińska *1972
Katarzyna Korzeniecka *1976
Dorota Nieznalska *1973

Auf dem Foto: Katarzyna Kozyra, aus dem Film “Cheerleader” 2006, aus der Sammlung Zachęta Narodowa Galeria Sztuki 

https://i0.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6a/Warszawa-rondo_de_Gaulle%60a_palma.jpg/180px-Warszawa-rondo_de_Gaulle%60a_palma.jpgJoanna Rajkowska *1968 / Julita Wójcik *1971 – zwei Künstlerinnen, die Installationen im öffentlichen Raum erstellen und es mit bürgerlichem Engagement  und für gesellschaftliche Teilhabe tun.

Auf dem Foto: Joanna Rajkowska, Grüße aus Warschau (Jerusalemer-Allee), 2005

Sowie

Paulina Ołowska *1976, eine Künstlerin die eine referenzgeladenen Stil-Mix verwendet. Bestandteile dieser Mischung ist die Ästhetik von Andy Warhol, Pop Art und sozialistische Kunst. Sie hat sich aber auch mit der nationalen polnischen Kunst der 20er auseinandergesetzt – eine ihrer Ausstellungen ist der Kunst einer schon hier erwähnten Künstlerin – Zofia Stryjeńska – gewidmet. Im Ouevre einer Künstlerin, die fast 100 Jahre vorher tätig war, faszinierten Ołowska Elemente von Art Deco, Slawische Mythologie und Folklore aus dem Tatra Gebirge. Wie die Künstlerin selbst sagt: “Wenn man beginnt die Sachen herum in der Zeit zu bewegen, beginnen sie plötzlich uns anders als vorher anzusprechen.”

Vortrag für Berliner Fraueninitiative Xanthippe gehalten am 20. September 2013 in der Insel Galerie Berlin; alle Bilder – Wikipedia Commons, außer Rudzka-Cybisowa: http://www.culture.pl/baza-sztuki-pelna-tresc/-/eo_event_asset_publisher/eAN5/content/hanna-rudzka-cybisowa.

Puppendienstag: Leonie

Gertraud Pohl schrieb:

Leonie-kaputt.webLiebe Ewa, diesmal Leonie.

Sie war in blauen Samt gekleidet, als ich sie fand – davon gibt es leider kein Foto – aber darunter war sie zerbrochen.

Auch wenn Kaputtes, fein Verhülltes, einen besonderen Charme hat, gab es dieses Gesichtchen, das nach einer Ernsthaftigkeit verlangte. Und nach Unverwechselbarkeit.

leonie-doppelMein Gedicht für Leonie

Wer gibt dir das Recht, mir den Mut zu nehmen,
Wer dankt dir dafür, meinen Willen zu lähmen,
Verspricht es denn Lorbeer, mich klein zu halten,
mir nicht zu erlauben, mich ganz zu entfalten?
Was heißt da ganz?! Die Knospe erfroren
an “blinden Augen” und “tauben Ohren”.
Verschärfte Einzelhaft – Nutzlosigkeit.
Schau endlich hin! Noch ist es Zeit!

Sehr liebe Grüße
von Gertraud

PS:

Leonie3.webVon dem Löwen will sie sich nicht mehr trennen – daher der Name Leonie.

Liebe Grüsse noch einmal

von Gertraud

Immer Montags: Der polnische Adel… (4)

Wir begannen vor drei Wochen und werden noch ein paar Montage Fragmente eines Texts von Stanislaw K. Kubicki lesen, gespickt mit Anekdoten und Familiengeschichten aus der Welt, die es nicht mehr gibt. Wenn im Text von “Kubicki” aber auch ggf. von “Staś” die Rede ist, gemeint ist der Maler, der Autors Vater war. “Janina” ist wiederum die ältere Schwester des Autors, die Malers Tochter. Und “Kubicka” ist die Mutter, Margarete Kubicka, ebenfalls eine Malerin.

Der Polnische Adel aus dem Blickwinkel eines 1936 10-jährigen deutschen Knirpses

Familie Mycielski (3)

Das Schloß war zwar klein, besaß aber ein dazu unpassend mächtiges Vestibul, das durch beide Stockwerke verlief. Unten ging es nach links in den Eßraum und nach rechts in den Salon, in dem sich abends die Gesellschaft einfand, um Wichtiges und weniger Wichtiges zu beplaudern. Durch diesen Salon erreichte der Graf Wojciech seine Privaträume, bestehend aus einem Bad, einem Schlafraum mit Trainingsgeräten, z. B. einem Trockenruderer, und einem kleinen Vorraum. Das alles befand sich in dem häßlichen Anbau zur Rechten.

Im Vestibul wandt sich eine Treppe bis in den ersten Stock hinauf, wo zur Linken Gastzimmer waren und zur Rechten Kubicki sein Refugium hatte, ein Arbeits- und ein Schlafzimmer. Das Photo von 1995 zeigt – derzeit sozialistisch verkommen – Wojciechs häßlichen Anbau und die Fenster zu Vaters Räumen. Ich schlief im vorderen Gemach.

Unten, ganz rechts, ist noch das Fenster angeschnitten, an das ich – wie später genauer zu berichten sein wird – für den Grafen Wojciech eine Fluchtleiter gestellt hatte.

wydawy--przybudowka-rys-kubickaZeichnug rechts: Die Kubicka hat die Hausecke aus etwas größerer Entfernung gezeichnet, wodurch noch eine Buche mit ins Bild kommt.

wydawy--przybudowka

Hinter dem Vestibul gab es einen Raum, durch den man das Schloß rückseitig verlassen konnte. Hier wurde beispielsweise das Essen warm gehalten, bis die Tafel eröffnet war. Selbstredend lag die Küche – allein schon der Gerüche wegen – außerhalb des Hauses.
Noch in den neunziger Jahren – als ich einmal Wydawy besuchte – erinnerte sich eine ehemalige Bediente, wie Graf Wojciech uns – Józiu und mir – Manieren beizubringen versuchte. Wir saßen beim Essen nebeneinander, und Józiu schubste und knuffte mich ständig, was ich nicht auf mir sitzen lassen wollte. Ich konterte. Es entstand ein Unruheherd am Tisch, bis Graf Wojciech eben jene damals junge Frau in die Bibliothek schickt, um vier Bücher zu holen. Die bekamen wir unter die Achseln geschoben und mußten nun mit angewinkelten Armen essen; die Bücher durften nicht runterfallen. Das half nachhaltig. Unsere Manieren besserten sich ein wenig.


Frühere Bezüge auf diese Erinnerungen befinden sich in den Publikationen von Lidia Głuchowska:

1. Avantgarde und Liebe. Margarete und Stanislaw Kubicki 1910-1945. Gebr.-Mann Verlag. Berlin 2007
2. (Trans)regionalne uniwersum. „Rodzinna Europa” i Paneuropa – arystokracja i awangarda = (Trans)regionales Universum. „Familie Europa” und Paneuropa – Aristokratie und Avantgarde. Pro Libris 2 (31) (2010), S. 6-12.
3. Worek cukru, czyli o awangardzie i nie tylko artystycznych cudach współpracy polsko-niemieckiej = Ein Sack Zucker. Über die Avantgarde und die nicht nur künstlerischen Wunder der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Pro Libris 3 (28) (2009), S. 70-81.

Homer, Odyseja

Co to za historia? Pewna panna jedzie z praniem nad morze i spotyka tam nagiego mężczyznę…

Oczywiście! Odyseja!

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Irena Kuran-Bogucka, Nauzykaa, linoryt z cyklu Odyseja

Odyseja znana jest w Polsce w kilku tłumaczeniach. Pierwszym przekładem była Odyssea Homerowska ku czci Ulissa Laertowicza z Itaki z 1815 roku – Jacka Idziego Przybylskiego. Najpopularniejszy jest chyba do dziś przekład Lucjana Siemieńskiego z roku 1873, ale był jeszcze kilkakrotnie poprawiany przekład Józefa Wittlina z roku 1924 i w końcu tłumaczenie na prozę poetycką Jana Parandowskiego z roku 1953. Czy któraś wersja jest lepsza? Ja wyrastałam z tłumaczeniem Parandowskiego, wydaje mi się więc, że nie ma nic lepszego. A najpiękniejszą historią opowiedzianą w Odysei jest

Pieśń VI. Nauzykaa

Nauzykaa chwyciła bicz i cugle błyszczące, smagnęła muły. Ruszyły z hałasem i bez wytchnienia ciągnęły wóz z bielizną i dziewczyną, a za nim szły służące. Tak przybyły do rzeki o pięknym wód biegu. Były tam zbiorniki zawsze pełne.

Jasna woda płynęła ze skał, było czym zmyć największe brudy. Wyprzęgnięto muły i puszczono nad zakręty rzeki, by się pasły słodką jak miód trawą. Z wozu zdjęto szaty i -zniesiono do wody bijącej z ciemnych źródeł. Dziewczęta weszły do zbiorników i bieliznę ubijały nogami na wyścigi. Skoro z niej wypłukały i zmyły wszystek brud, rozłożyły ją rzędem na wybrzeżu, gdzie morze nieraz występuje na ląd i obmywa kamyki. Zaczem same się wykąpały i szczodrze natarły oliwą, i zasiadły do śniadania na wysokim brzegu rzeki, a tymczasem szatki schły w blasku słońca. Nacieszywszy się jedzeniem, zrzuciły zasłony i bawiły się piłką: białoramienna Nauzykaa prowadziła grę. Jak Artemida łucznica biega po górach, czy to w Tajgecie rozległym, czy w Erymancie, igrając wśród dzików i rączych jeleni, a przy niej skaczą nimfy polne, córki Dzeusa Egidodzierżcy, raduje się sercem Leto na widok córki o głowę przewyższającej towarzyszki – łatwo ją poznać, choć wszystkie są piękne – tak wśród dworek wyróżniała się ta nie znająca więzów panna. A kiedy już pora była jechać z powrotem do domu, zaprzęgać muły i składać bieliznę, wtedy jasnooka Atena pomyślała, by Odys się zbudził i zobaczył piękną dziewczynę, która go zaprowadzi do miasta Feaków.

Właśnie królewna rzuciła piłkę do jednej z dworek, chybiła i piłka wpadła do rzeki – dziewczęta głośno krzyknęły. Zbudził się boski Odys, usiadł. Poruszyły się myśli i serce: – Biada! Do jakiego znów ludu przybyłem? Czy żyje tu plemię zuchwałe, dzikie i niesprawiedliwe, czy gościnne i bogobojne? Jakby mnie doleciał niewieści krzyk dziewcząt, może nimf mieszkających na szczytach gór i w źródłach rzek, i w trawach łąk wilgotnych? Czy są tu gdzieś ludzie mówiący zrozumiałym językiem? Sam się przekonam i zobaczę. To mówiąc wynurzył się z zarośli boski Odys. Silną dłonią urwał gałąź liściastą, by zakryć męski srom swojego ciała. Jak lew, syn gór, ufny w swą moc, idzie w deszcz i wiatr, a ślepia mu płoną, idzie na woły i owce, i leśne jelenie, gotów za głosem brzucha zapuścić się aż do obronnej zagrody, tak Odys, wiedziony koniecznością, zbliżył się do dziewcząt o pięknych warkoczach, mimo że był nagi. Straszny im się wydał, zżarty słonym morzem. W popłochu rozpierzchły się aż po krańce wybrzeża. Tylko córka Alkinoosa została, gdyż Atena wlała w jej serce odwagę i kolanom odjęła lęk. Stała naprzeciw idącego, a on wahał się, czy ma podjąć pięknolicą dziewczynę za kolana, czy tylko z daleka miłym słowem prosić, by go przyodziała i wskazała drogę do miasta. Po namyśle wydało mu się lepsze z daleka prosić gładkimi słowami – bał się rozgniewać dziewczynę, gdyby ją podjął za kolana. I powiedział taką oto gładką i roztropną rzecz: – Do kolan tobie się chylę, pani, czy boginią jesteś, czy śmiertelną. Jeśliś jest z bogów, co władają niebem szerokim, najbliżej wydajesz mi się podobna Artemidzie, córce wielkiego Dzeusa, z urody, wzrostu, postawy. Jeśli zaś jesteś z ludzi mieszkających na ziemi, trzykroć szczęśliwi twój ojciec i czcigodna matka, trzykroć szczęśliwi bracia. Zawsze im serca radością rozgrzewasz, gdy widzą, jak ich latorośl idzie w tan. Lecz z całej duszy najszczęśliwszy ten, kto cię wprowadzi do swojego domu, gdy jego wiano przeważy. Nigdy moje oczy nie widziały takiej urody wśród śmiertelnych ani u męża, ani u niewiasty – zbożny lęk przejmuje, gdy patrzę. Widziałem kiedyś na Delos przy ołtarzu Apollona, młodą palmę wysokopienną – bo i tam zawędrowałem, a szły za mną wielkie tłumy i było to w drodze, na której miały mnie spotkać srogie niedole. Podobnie jak na owo drzewo patrzyłem długo w zdumieniu, albowiem nigdy jeszcze takie z ziemi nie wyrosło, tak ciebie, niewiasto, podziwiam całą duszą i lękam się podjąć za kolana. Ciężkie zmartwienie mnie trapi. Wczoraj, po dwudziestu dniach, wyrwałem się morzu ciemnemu jak wino, a przez cały ten czas niosła mnie fala, i nawałnica od wyspy Ogigii. Teraz rzuciło mnie tutaj bóstwo, może znów na jakąś niedolę, bo nie sądzę, żeby to już był koniec: z pewnością jeszcze niejedno bogowie mają w zanadrzu. Lecz ulituj się, pani! Do ciebie pierwszej przychodzę po tylu mozołach, nie znam nikogo z ludzi, co zamieszkują to miasto i ten kraj. Pokaż mi gród, daj łachman jaki, bym się przyodział – może idąc tutaj wzięłaś zbędne zawijadło. Niechaj bogowie dadzą ci wszystko, czego w sercu zapragniesz: męża i dom, i zgodność uczuć doskonałą. Albowiem nie masz nic lepszego ani bardziej cennego nad dom, w którym mąż i żona są we wszystkim jednej myśli – wielka zgryzota dla zazdrośników, dla życzliwych radość, a dla nich samych szczęście największe.

Odpowiedziała mu białoramienna Nauzykaa: Gościu, nie wyglądasz na złego ani głupiego człowieka, wiesz zatem, że szczęście sam Dzeus Olimpijski ludziom rozdziela, zarówno dobrym, jak złym, każdemu wedle swej woli. To, co dał tobie, trzeba znosić- mimo wszystko. A teraz przybywasz do naszego miasta i kraju. Nie zabraknie tobie u nas odzienia ani innych rzeczy, jakie godzi się dać temu, co wiele doświadczył i zastąpił nam drogę swą prośbą. Gród pokażę i powiem nazwę ludu. Feakowie posiadają to miasto i tę ziemię, ja zaś jestem córką wielkodusznego Alkinoosa, w którego ręku siła i moc Feaków.

I to samo u Siemieńskiego:

Ot! już wzięła wodze,
Biczem klasła w powietrzu. Z turkotem po drodze
Pokłusowały muły, ciągnąc ciężar z panią,
Wżdy nie samą: i dziewki siedziały tuż za nią.
Owoż gdy przyjechały nad brzeg ślicznej rzéki,
Gdzie w cembrzyny kamienne sączą się poniki
Wód nieprzebranych, miejsca dla praczek wygodne,
Prędko muły wyprzęgą i puszczą swobodne
Na paszę w słodką trawę, co z taką rozkoszą
Wyściela brzegi rzeki. Potem z woza znoszą
Bieliznę i po sztuce w ocembrzone wody
Kładą, depcąc nogami piorą na wyprzody.
Wypłukawszy do plamki wszystko jak należy,
Rozpościerają rzędem wzdłuż ciepłych wybrzeży
Nad morzem, kędy fale gładki żwirek ścielą.
Skończywszy, wraz się chłodzą zdroistą kąpielą,
Oliwą maszczą członki, potem na trawniku
Siądą do smacznej strawy, a szatki w wietrzyku
Niech schną tymczasem. Gdy tak spożyły łakotki,
Staną do piłki, z głowy odrzucą namiotki.
Pustującym piosenkę zaśpiewa królewna,
Rzekłbyś, że z Artemidą-łowczynią pokrewna,
Co przez bór Erymantu lub Tajget ugania
Rada, gdy z rąk jej padnie odyniec lub łania;
A nimfy, pól mieszkanki, pod pani swej bokiem
Pustują wkoło; Leto cieszy się widokiem,
Że nad wszystkie celuje wzrostem i obliczém,
I snadno poznać, czym jest w orszaku dziewiczym:
Owo tak rej wśród swoich królewna prowadzi.
Lecz kiedy o powrocie do dom już coś radzi,
Zaprzęga muły, suche już składa odzieże,
Wtedy Pallas-Atene ma sposób się bierze,
By Odysej się zbudził, zobaczył dziewicę
I przez nią był wprowadzon w Feaków stolicę.
Więc ku dziewkom rzucona piłka z rąk Nausyki
Leci, cel swój omija i pada w głąb rzéki,
A one w śmiech i wrzaski. Odys ze snu rwie się,
Usiadł, strwożone serce te myśli mu niesie:
»Biada mi! Do jakichże dostałem się krajów?
Między dzicz nieochajną i kupę hultajów,
Czy też między gościnny lud do cnót nałożon?
A toż co za niewieści wrzask? Niby dziwożon,
Co rade zamieszkują skał wierzchy wyniosłe
I źródła rzek, i łęgi trawami zarosłe.
Blisko gdzieś tu żyć muszą mówiące istoty:
Dalej! Zobaczmyż tedy, skąd one chichoty?«
To powiedziawszy Odys wypełznął na raku
Z gęstwi, silną prawicą z najgrubszego krzaku
Liściastą gałąź udarł, by nią okryć ciało.
I tak sunął jak górski lew, kiedy zuchwało
Dni bowiem tyle rwał mię prąd, a wicher chłostał
Wciąż od wyspy Ogygii, aż z demoniej psoty
Wyrzuconym jest tutaj na nowe kłopoty.
Dużo jeszcze mam cierpieć, dużo z bogów woli!
A choć ty się ulituj! Po długiej niedoli
Ciebie pierwszą spotykam; wszak i duszy żywéj
Nie znam, zamieszkującej ten gród i te niwy.
Wskaż mi drogę do miasta; okryj nagie ciało,
Choćby płachtą z bielizny! i to by się zdało
A bogi cię najmilszą opatrzą nagrodą:
Dadzą-ć męża i domek, przenajświętszą zgodą
Pobłogosławią! Skarb to najcenniejszy w świecie,
Gdy małżonka z małżonką zgodna miłość splecie,
Duch jeden włada domem; wróg na to się krzywi,
Cieszą druhy! A oni nad wszystkich szczęśliwi!«.
Białoramienna panna w te ozwie się słowa:
»Widno, żeś człek niepodły ani miałka głowa.
Darmo! Woli Zeusowej nikt się nie wybiega,
I czy pan, czy chudzina losowi podlega;
Od niego padł i tobie; znoś z pokorą brzemię!
A teraz, kiedyś nogą wstąpił w nasze ziemie,
Okryjem cię, niczego-ć nie będzie brakować,
Co tylko obcy tułacz może potrzebować,
Do miasta wskażę drogę, dam ludu nazwisko:
My, Feaki, tę ziemię zamieszkujem wszystką,
Jam córka Alkinoja, wyższego tu nié ma:
On władzy i potęgi w ręku berło trzyma!»

Und dasselbe auf Deutsch:

Gesang 6.

Und Nausikaa nahm die Geißel und purpurnen Zügel;
Treibend schwang sie die Geißel: und hurtig mit lautem Gepolter
Trabten die Mäuler dahin, und zogen die Wäsch’ und die Jungfrau,
Nicht sie allein, sie wurde von ihren Mägden begleitet.

Als sie nun das Gestade des herrlichen Stromes erreichten,
Wo sich in rinnende Spülen die nimmerversiegende Fülle
Schöner Gewässer ergoss, die schmutzigsten Flecken zu säubern;
Spannten die Jungfraun schnell von des Wagens Deichsel die Mäuler,
Ließen sie an dem Gestade des silberwirbelnden Stromes

Weiden im süßen Klee, und nahmen vom Wagen die Kleidung,
Trugen sie Stück für Stück in der Gruben dunkles Gewässer,
Stampften sie drein mit den Füßen, und eiferten untereinander.
Als sie ihr Zeug nun gewaschen und alle Flecken gereinigt,
Breiteten sie’s in Reihen am warmen Ufer des Meeres,

Wo die Woge den Strand mit glatten Kieseln bespület.
Und nachdem sie gebadet und sich mit Öle gesalbet,
Setzten sie sich zum Mahl am grünen Gestade des Stromes,
Harrend, bis ihre Gewand’ am Strahle der Sonne getrocknet.
Als sich Nausikaa jetzt und die Dirnen mit Speise gesättigt,

Spieleten sie mit dem Ball, und nahmen die Schleier vom Haupte.
Unter den Fröhlichen hob die schöne Fürstin ein Lied an.
Wie die Göttin der Jagd durch Erymanthos’ Gebüsche
Oder Taygetos’ Höhn mit Köcher und Bogen einhergeht,
Und sich ergötzt, die Eber und schnellen Hirsche zu fällen;

Um sie spielen die Nymphen, Bewohnerinnen der Felder,
Töchter des furchtbaren Zeus; und herzlich freuet sich Leto;
Denn vor allen erhebt sie ihr Haupt und herzliches Antlitz,
Und ist leicht zu erkennen im ganzen schönen Gefolge:
Also ragte vor allen die hohe blühende Jungfrau.

Aber da sie nunmehr sich rüstete, wieder zur Heimfahrt
Anzuspannen die Mäuler, und ihre Gewande zu falten;
Da ratschlagete Zeus’ blauäugige Tochter Athene,
Wie Odysseus erwachte, und sähe die liebliche Jungfrau,
Dass sie den Weg ihn führte zur Stadt der phaiakischen Männer.

Und Nausikaa warf den Ball auf eine der Dirnen;
Dieser verfehlte die Dirn’, und fiel in die wirbelnde Tiefe;
Und laut kreischten sie auf. Da erwachte der edle Odysseus,
Sitzend dacht’ er umher im zweifelnden Herzen, und sagte:
Weh mir! zu welchem Volke bin ich nun wieder gekommen?

Sind’s unmenschliche Räuber und sittenlose Barbaren;
Oder Diener der Götter, und Freunde des heiligen Gastrechts?
Eben umtönte mich ein Weibergekreisch, wie der Nymphen,
Welche die steilen Häupter der Felsengebirge bewohnen,
Und die Quellen der Flüsse und grasbewachsenen Täler!

Bin ich hier etwa nahe bei redenden Menschenkindern?
Auf! ich selber will hin, und zusehn, was es bedeute!
Also sprach er, und kroch aus dem Dickicht, der edle Odysseus,
Brach mit der starken Faust sich aus dem dichten Gebüsche
Einen laubigen Zweig, des Mannes Blöße zu decken;

Ging dann einher, wie ein Leu des Gebirgs, voll Kühnheit und Stärke,
Welcher durch Regen und Sturm hinwandelt; die Augen im Haupte
Brennen ihm; furchtbar geht er zu Rindern oder zu Schafen,
Oder zu flüchtigen Hirschen des Waldes; ihn spornet der Hunger
Selbst in verschlossene Höf’, ein kleines Vieh zu erhaschen:

Also ging der Held, in den Kreis schönlockiger Jungfraun
Sich zu mischen, so nackend er war; ihn spornte die Not an.
Furchtbar erschien er den Mädchen, vom Schlamm des Meeres besudelt;
Hiehin und dorthin entflohn sie, und bargen sich hinter die Hügel.
Nur Nausikaa blieb. Ihr hatte Pallas Athene

Mut in die Seele gehaucht, und die Furcht den Gliedern entnommen.
Und sie stand, und erwartete ihn. Da zweifelt’ Odysseus:
Ob er flehend umfasste die Kniee der reizenden Jungfrau,
Oder, so wie er war, von ferne mit schmeichelnden Worten
Bäte, dass sie die Stadt ihm zeigt’, und Kleider ihm schenkte.

Dieser Gedanke schien dem Zweifelnden endlich der beste.
So wie er war, von ferne mit schmeichelnden Worten zu flehen;
Dass ihm das Mädchen nicht zürnte, wenn er die Kniee berührte.
Schmeichelnd begann er sogleich die schlau ersonnenen Worte:
Hohe, dir fleh ich; du seist eine Göttin, oder ein Mädchen!

Bist du eine der Göttinnen, welche den Himmel beherrschen;
Siehe so scheinst du mir der Tochter des großen Kronions
Artemis gleich an Gestalt, an Größe und reizender Bildung!
Bist du eine der Sterblichen, welche die Erde bewohnen;
Dreimal selig dein Vater und deine treffliche Mutter,

Dreimal selig die Brüder! Ihr Herz muss ja immer von hoher
Überschwenglicher Wonne bei deiner Schöne sich heben,
Wenn sie sehn, wie ein solches Gewächs zum Reigen einhergeht!
Aber keiner ermisst die Wonne des seligen Jünglings,
Der, nach großen Geschenken, als Braut nach Hause dich führet!

Denn ich sahe noch nie solch einen sterblichen Menschen,
Weder Mann noch Weib! Mit Staunen erfüllt mich der Anblick!
Ehmals sah ich in Delos, am Altar Phoibos Apollons,
Einen Sprössling der Palme von so erhabenem Wuchse.
Denn auch dorthin kam ich, von vielem Volke begleitet,

Jenes Weges, der mir so vielen Jammer gebracht hat!
Und ich stand auch also vor ihm, und betrachtet’ ihn lange
Staunend; denn solch ein Stamm war nie dem Boden entwachsen.
Also bewundre ich dich, und staun’, und zittre vor Ehrfurcht,
Deine Kniee zu rühren! Doch groß ist mein Elend, o Jungfrau!

Gestern am zwanzigsten Tag entfloh ich dem dunkeln Gewässer;
Denn so lange trieb mich die Flut und die wirbelnden Stürme
Von der ogygischen Insel. Nun warf ein Daimon mich hierher,
Dass ich auch hier noch dulde! Denn noch erwart’ ich des Leidens
Ende nicht; mir ward viel mehr von den Göttern beschieden!

Aber erbarme dich, Hohe! Denn nach unendlicher Trübsal
Fand ich am ersten dich, und kenne der übrigen Menschen
Keinen, welche die Stadt und diese Gefilde bewohnen.
Zeige mich hin zur Stadt, und gib mir ein Stück zur Bedeckung,
Etwa ein Wickeltuch, worin du die Wäsche gebracht hast!

Mögen die Götter dir schenken, so viel dein Herz nur begehret,
Einen Mann und ein Haus, und euch mit seliger Eintracht
Segnen! Denn nichts ist besser und wünschenswerter auf Erden,
Als wenn Mann und Weib, in herzlicher Liebe vereinigt,
Ruhig ihr Haus verwalten: den Feinden ein kränkender Anblick,

Aber Wonne den Freunden; und mehr noch genießen sie selber!
Ihm antwortete drauf die lilienarmige Jungfrau:
Keinem geringen Manne noch törichten gleichst du, o Fremdling.
Aber der Gott des Olympos erteilet selber den Menschen,
Vornehm oder geringe, nach seinem Gefallen ihr Schicksal.

Dieser beschied dir dein Los, und dir geziemt es zu dulden.
Jetzt, da du unserer Stadt und unsern Gefilden dich nahest,
Soll es weder an Kleidung, noch etwas anderm, dir mangeln,
Was unglücklichen Fremden, die Hilfe suchen, gebühret.
Zeigen will ich die Stadt, und des Volkes Namen dir sagen:

Wir Phaiaken bewohnen die Stadt und diese Gefilde.
Aber ich selber bin des hohen Alkinoos’ Tochter,
Dem des phaiakischen Volkes Gewalt und Stärke vertraut ist.

Übersetzung nach J. H. Voß, bearbeitet von E. Gottwein

Przy okazji radzę każdemu, żeby przeczytał powieść: Ernst Schnabel, Pieśń szósta, PIW 1970 / Bei dieser Gelegenheit werde ich vorschlagen, den Roman von Ernst Schnabel, Der sechste Gesang, Frankfurt am Main 1956, zu lesen.

Po grecku / Auf Griechisch: Homer-Odyseja