Monika Wrzosek-Müller
Die Vegetarierin von Han Kang
Eigentlich wollte ich weiter über Syrakus für unseren Blog berichten, doch wie soll ich über antike, barocke Prachtbauten und unendlich grüne Ebenen mit Tausenden von Orangen- und Zitronenblüten und Früchten schreiben, wenn rundherum so viel zu Bruch geht, sich verändert und nach Hilfe ruft? So sind mir die letzten Eintragungen im Blog zur Inspiration geworden, außerdem ein Buch, das ich neulich gelesen habe. Wahre Künstler sind fast immer Vordenker, sensibel erspüren sie Prozesse, die vor sich gehen, die aber wir normalen Sterblichen vielleicht noch nicht so wahrnehmen. Was Ewa über Yoko Ono und Cut Piece auch über Marina Abramović und ihre Performance Rhythm 0, weiter über gewaltgeladene Filme schrieb, schien mir sehr einleuchtend. Einerseits wollen die Künstler unserer Gewaltaffinität nachspüren, aber auch unsere Verwundbarkeit testen. Da die Welt eigentlich auf Vertrauen basiert, überprüfen sie auch das. Sie fragen immer wieder: woher kommt die Gewalt, die von uns, über uns von irgendwoher kommt und uns überfällt, ob wir sie kontrollieren können.
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