Treffen mit Olga Tokarczuk

Arkadiusz Łuba

(mit Zbigniew Herbert, Wisława Szymborska und Witold Gombrowicz im Hintergrund)

Dass ich als Literaturbegeisterter und -studierter gleich zwei moderne polnische Nobelpreisträgerinnen erleben werde, habe ich mir nie gedacht. Seit meinen frühen Jahren an prägte mich die Lyrik Zbigniew Herberts und genauso wie im Falle der Opposition, ja, des Antagonismus, Adam Mickiewiczs und Juliusz Słowackis (ich stand immer an der Seite Słowackis) habe ich Wisława Szymborska eher verachtet als verehrt. So habe ich mal in einem Referat für den Literaturunterricht an meiner Oberschule an ihre Verwicklungen in sozrealistische Poesie erinnert. Ich war 1996 traurig, dass anstelle Herberts sie den Literaturnobelpreis erhielt. Herbert starb am 28. Juli zwei Jahre später (ich erfuhr darüber während eines Jugendlagers in einem abgelegenen Kaff in den Masuren, wo jeweils nur zwei Exemplare der Tageszeitungen geliefert wurden und stand schon um 7 Uhr morgens vor dem Lebensmittelladen, um die gedruckten Nachrufe zu kaufen) und damit auch jede Hoffnung an einen Nobelpreis für ihn. Erst Jahre später, als ich die Ausstellung „Szuflada Szymborskiej“ (Szymborskas Schublade) in Krakau gesehen habe, änderte sich meine Meinung über die Person der Lyrikerin (ihre Lyrik habe ich ja als Literaturstudierter wohl gelesen). Was für ein humorvolles, freches, ironisches und liebes Wesen ist sie gewesen. Da fühlte ich auf einmal gewisse Seelenverwandtschaft. Ich interviewte sogar ihren Sekretär Michał Rusinek für eine Radiosendung. Kann den Bericht momentan nicht finden, hier aber stellvertretend etwas über Zbigniew Herbert und seine Jahre in Berlin.

In Krakau habe ich 2013 das Literaturfestival „Festiwal Conrada“ entdeckt, Witold Gombrowiczs Witwe Rita mit und ohne mich fotografiert und einen ersten deutschsprachigen wissenschaftlichen Artikel zu Gombrowiczs geheimen Tagebuch „Kronos“ geschrieben.

Rita Gombrowicz mit mir und der Faksimile-Ausgabe des geheimen Tagebuches „Kronos“ auf dem Conrad-Literaturfestival in Krakau, 2013, fot. © Arkadiusz Łuba

…und ich berichtete als erster in deutschsprachigen Medien über die heute in aller Munde vorhandenen „Jakobsbücher“.

Signatur von Olga Tokarczuk in meinem „Jakobsbücher“- Exemplar, fot. © Arkadiusz Łuba

Olga Tokarczuk selbst traf ich dann auf verschiedenen Veranstaltungen im Im- und im Ausland. Als ihr „Prowadź swój pług przez kości umarłych“ (Gesang der Fledermäuse) 2011 erschien, stellte ich ihr in Anwesenheit einiger Literaturprominenz in Berlin folgende Frage (Audioaufnahmen in meinem Archiv): „Der polnische Titel ist ein Zitat aus William Blake, er kommt auch oft in dem Buch vor, auch das Mystische und die Astrologie. Im »Unrast« zeigten Sie uns eine moderne Welt in Bewegung und Instabilität. Suchen Sie jetzt nach etwas Stabilen, Geordneten, Chaoslosen?“ Daraufhin kam dann die Antwort: „»Unrast« sehe ich als mein Opus Magnum. Ich habe viel zu diesem Buch recherchiert und lange daran geschrieben und wollte nachdem es fertig war eigentlich einen längeren Urlaub machen. Dann rief mich mein Krakauer Verleger an und erinnerte mich höflich daran, dass ich einen Vertrag für zwei Bücher unterschrieben habe und dass die Frist bald um ist. (…) Das hat mich motiviert, etwas Einfacheres wie ein Krimi zu schreiben. (…) Ich hatte Spaß am Schreiben, allerdings überkam mich schnell das Gefühl der Langweile, nur die kriminellen Ereignisse zu erzählen und es wurde mir bewusst, dass ich an einem Buch mit doppeltem Boden schreibe. (…) Anspruchsvolle Leser finden darin ernsthafte und fundamentale Fragen. In diesem Buch hinterfrage ich bestimmte philosophische Traditionen und verschiedenen Denkweisen, die seit dem 18. Jahrhundert galten. Hier ist also auch Platz für Blake, den Philosophen und Dichter, der auf der Schwelle zwischen Aufklärung und Romantik gelebt hat. Durch ihn werden hier die zwei Epochen miteinander konfrontiert“. Sie sagte auch: „Das Leitmotiv aller meiner Bücher ist die Suche nach einer Ordnung. Für den Leser scheint oft diese Suche verstörend zu sein, als ob meine Protagonisten diese Ordnung dort suchten, wo sie anscheinend nicht sollten“. Und ich wollte mehr wissen: „In dem Buch stellt sich die Frage, wie wird es in einer Million Jahren aussehen und ob der Himmel noch die gleiche Farbe haben werde. Und genau das wollte ich gerne wissen – Welche Farbe wird der Himmel in Ihrem nächsten Buch haben?“ Und so hat mir und allen Anwesenden Olga „Die Jakobsbücher“ angekündigt, ohne etwas Konkretes zu verraten: „Es wird der Himmel des 18. Jahrhunderts werden, ich kenne allerdings nicht seine Farbe. Der Plot beginnt in Osteuropa und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Wien, Brünn bis hin nach Offenbach bei Frankfurt“. Daraufhin folgte ein verrücktes Foto (s. unten), wo wir Grimassen zeigen sollten (Olga hat schlussendlich gar nicht):

03 Olga Tokarczuk mit mir in der Berliner Akademie der Künste (hinten links der Schriftsteller Andrzej Stasiuk), 2011, fot. © Archiv Arkadiusz Łuba
Olga Tokarczuk mit mir in der Berliner Akademie der Künste (hinten links der Schriftsteller Andrzej Stasiuk), 2011, fot. © Archiv Arkadiusz Łuba

Die Jakobsbücher“ sind nun bekannt und ausführlich diskutiert worden. Und nun wurde Tokarczuk für ihre „erzählerische Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als Lebensform“ darstelle mit dem Literaturnobelpreis gekrönt und ich war stolz. Gleich musste ich ein Interview mit einigen Einschätzungen für das deutschsprachige Publikum des Auslandsdiensts des Polnischen Rundfunks geben.

Nun gründet Tokarczuk eine Stiftung, die Kultur in Polen und im Ausland unterstützen und umweltbewusste und Antidiskriminierungsmaßnahmen sowie die Bürgergesellschaft fördern soll. Die Nobelpreisträgerin hat gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten von Wrocław Jacek Sutryk und dem Direktor des Breslauer Literaturhauses Irek Grin die Einzelheiten zur Tätigkeit der Stiftung vor ein paar Tagen bekannt gegeben. In die Satzung der von der Nobelpreisträgerin gegründeten Stiftung wird ein breiter Umfang von Tätigkeiten eingetragen. Kulturelle und künstlerische Aktivitäten sind zu erwarten, aber auch Umweltprojekte, und zwar für die Gleichbehandlung und Förderung der Entwicklung der Bürgergesellschaft. Die Stiftung setzt sich auch zum Ziel, die umfassende Entwicklung von Niederschlesien zu unterstützen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu koordinieren sowie die polnische Kultur in der Welt und die Weltkulturerbe in Polen zu fördern: „Die Arbeiten an der Gründung der Stiftung dauern noch an. Wir wissen aber schon, was wir vorhaben“, sagte Tokarczuk während einer Pressekonferenz in Wrocław: „Ich wünsche mir, dass sich die Stiftung mit den mir ganz besonders am Herzen liegenden Sachen befassen wird, daher Umweltschutz“.

Literaturpreisträgerin Olga Tokarczuk und Stadtpräsident Jacek Sutryk bei der Pressekonferenz zur Gründung der Stiftung in Wrocław, fot. © Urząd Miasta Wrocław

Dem Stiftungsrat werden – neben Olga Tokarczuk – noch zwei Personen angehören: Regisseurin Agnieszka Holland und Direktor des Breslauer Literaturhauses Irek Grin. Die Schriftstellerin wird für die Tätigkeit der Stiftung den Betrag in Höhe von 350.000 PLN (80.000 Euro) aus ihrem Nobelpreisgeld bestimmen. Als strategischer Partner der Stiftung wird im Namen der Stadt das Breslauer Literaturhaus fungieren. Tokarczuk ist seit mehr als einem Jahr Mitglied des Programmausschusses dieser Institution, daher gestaltet sie aktiv die strategische Tätigkeit des Breslauer Literaturhauses mit.

Laut Erklärung des Präsidenten Jacek Sutryk wird die Stadt die Villa von Maria und Tymoteusz Karpowicz an der Krzycka-Straße für den Sitz der Stiftung überlassen. Sie soll zum Treffpunkt von Literaten und Übersetzern werden, aber auch als Diskussions- und Begegnungszentrum dienen. Die Villa umgeben von einem Garten wird allen Bürgern offen stehen. Wrocław wird somit zum ersten Förderer der Stiftung von Olga Tokarczuk sein. Die Stiftung wird ihre Tätigkeit möglichst bald beginnen, ohne auf die Renovierung des Objektes zu warten. Bereits jetzt wurden die Pläne für die ersten Monate ihrer Tätigkeit dargestellt.

Gestaltet werden Förderregelungen für die größten literarischen Veranstaltungen in Niederschlesien. Es handelt sich hierbei sowohl um ein von Olga Tokarczuk initiiertes Literaturfestival „Góry Literatury” (Berge der Literatur), die in Nowa Ruda und in der Umgebung stattfindet als auch um andere. Der Stiftungsrat will außerdem das hervorragende, aber bedrohte Bruno Schulz-Festival in Drohobycz unterstützen, das seit Jahren die größte Szene zur Förderung der polnischen Literatur in der Ukraine darstellt. Olga Tokarczuk ist inhaltlich mit dem Festival verbunden. Geplant wird auch die Vorbereitung der Veranstaltung zum 100. Jahrestag der Geburt von Stanisław Lem und Tadeusz Różewicz, der in das Jahr 2021 fällt.

Die Ziele der Stiftung, des Breslauer Literaturhauses und diejenigen, die in unserer Bewerbung um den Titel der UNESCO-Literaturstadt enthalten sind, sind gleich“, sagte Irek Grin: „Die enge Zusammenarbeit ist als selbstverständlich zu betrachten“.

Am 10. Dezember wird der Nobelpreis an Tokarczuk verliehen. Der Tag soll ab dann für immer als ein großes Literaturfest in Wrocław gefeiert werden – in den Breslauer Schulen werden an ihm Prosa-Stücke berühmter Schriftsteller vorgelesen.

Die Preisverleihung wird ab 15:30 Uhr auf dem Breslauer Markt live übertragen. Während der Veranstaltung können Bücher von Olga Tokarczuk gekauft werden. Auch kann ein Gedenkstempel von diesem Tag auf die bereits mitgebrachten Bücher gedrückt werden. Was für eine Feier!

Z nowych limeryków

Arkadiusz Łuba
LIMERYKI STAROŻYTNE (wybór)

I
Miasta Rzymu cesarz Nero
był tak naprawdę wielkie zero!
Pożeranym w Koloseum dole
niewolnikom, miast wołać im ooo-le,
nucił sobie pod nosem le-ooo!

II
Inny cesarz, Caligula:
z tego też była rajfura.
Oficjalnie nikt nie wiedział,
kto mu ciągle w tyłku siedział.
Choć może to wymysł i bzdura.

III
Plotki szły o Aureliuszu:
Seksu miał po dziurki uszu;
ale gdy mu brakowało,
wołał do się gwardię całą.
Prawdę mówisz, patrycjuszu?

IV
Cesarz Rzymu zwany Neronem
lubił bawić się kondomem;
widziano, jak go nadyma
do rozmiarów zeppelina.
Choć aż takim nie grzeszył fasonem.

V
Rzymski władca, Juliusz Cezar,
tylko by na babach leżał.
I tak leżał na dziewczynie
w wyrośniętej koniczynie:
lędźwiami orał jej przedział.

Kulinarisches Krakau

Seit Jahrhunderten wird Krakau für ihre Küche geschätzt und ist dieses Jahr die Europäische Hauptstadt der gastronomischen Kultur (http://culinary.krakow.pl/). In der ehemaligen Haupt- und Königstadt von Polen kann man exzellente polnische Küche genießen. Arkadiusz Łuba ist auf einer Recherchereise in Krakau gewesen und hat dortige Restaurants, Bars und Cafés unter die Lupe genommen. Und natürlich auch die polnische Küche Krakaus getestet.

Arkadiusz Łuba

Unterwegs in der Europäischen Hauptstadt der gastronomischen Kultur 2019

Der Krakauer Drachen und das Schwefel-Schaf (Bild im Restaurant „Wierzynek“), fot. © Arkadiusz Łuba
Der Krakauer Drachen und das Schwefel-Schaf (Bild im Restaurant „Wierzynek“), fot. © Arkadiusz Łuba

Krakau war schon seit dem Mittelalter für seine kulinarischen Besonderheiten bekannt. Der Legende nach, wohnte einst in der Höhle unter dem Wawel, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige, an den Ufern der Weichsel, ein Drache. Er tötete die Bürger, steckte ihre Heime in Brand und verschlang ihr Vieh. Kein Ritter konnte ihn besiegen. Bis der schlaue Schusterlehrling namens Dratewka ihn zum Frühstück mit einem mit Schwefel gefüllten Schaf fütterte. Der Monster musste wegen des im Magen brennenden Schafs so viel trinken, bis er endlich platzte. Kein Drachen wohnt seitdem in der Höhle. Der Ort wird heutzutage nur noch reichlich von jungen Touristen besucht.

Ein Denkmal erinnert an den Krakauer Drachen, fot. © Arkadiusz Łuba
Ein Denkmal erinnert an den Krakauer Drachen, fot. © Arkadiusz Łuba

Heutzutage frühstückt man ruhiger, aber gar nicht bescheidener. Die Marke „Handelek“ bietet seit genau zwei Jahren Schnitten, Wein und Bier zum Frühstück – ganz nach der Krakauer Frühstückstradition des 19. Jahrhunderts. Vor mehr als hundert Jahren wurden neben Delikatessengeschäften die „Handelki“ gegründet, also lebhafte Frühstückslokale, in denen man von morgens bis Mitternacht speisen und Bier trinken konnte. Auf der Speisekarte standen Innereien und riesige, viel schichtige Sandwiches mit Schafskäse, Paprika, Lachs, Kaviar und Schweizer Käse.

Frühstück bei Handelek, fot. © Arkadiusz Łuba
Frühstück bei Handelek, fot. © Arkadiusz Łuba

Das heutige „Handelek“ der Inhaberin Katarzyna Młynarczyk ist ein geräumiges Frühstücksrestaurant in der Nähe des berühmten Lebensmittelmarktes Stary Kleparz. Auf die belegten Brote kommt Wurst lokaler Metzgerein, Butter und Käse aus der Molkerei in nahe liegenden Skała und die Forelle aus Ojców, auch unweit von Krakau. „Unser Geheimnis liegt in dem Sauerteigbrot aus unserer eigenen Bäckerei“, sagt Katarzyna Młynarczyk: „Es ist eine Mischung, mit nur 10% Weizenmehl. Wir benutzen uralte, leckere und gesündere Getreidesorten. Das ist die Basis, wozu verschiedene Pasten hinzukommen, wie zum Beispiel Ente mit Brandy. Wir haben nur Premiumprodukte mit Brombeer-Streusel oder saisonalem Obst oben drauf. Sehr beliebt ist auch das Kalbshirn, ganz nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert“.

Die Kundin Dorota ist mit ihrem Mann nach Krakau gekommen, eine Geschäftsreise. Sie ist begeistert: „Während mein Mann an vielen Sitzungen teilnimmt, gehe ich in Cafés. Das Café hier ist sehr gut. Ich genieße den Kaffee. Und die belegten Brote sind sehr lecker und gesund“.

Der Krakauer Hauptmarkt in der Altstadt mit Blick auf die Marienkirche und die Sukiennice, fot. ©Arkadiusz Łuba
Der Krakauer Hauptmarkt in der Altstadt mit Blick auf die Marienkirche und die Sukiennice, fot. ©Arkadiusz Łuba

Krakau war eine wichtige Handelsstadt. Kaufleute aus ganz Europa kamen hierher und schließen Geschäftsverträge ab. Der Krakauer Handel fand auf dem Markt statt. Hier versorgten sich nicht nur Kaufleute, sondern auch Bürger. Diese Handelstradition blieb bis heute bestehen. In der ganzen Stadt sind einige Dutzend kleinere und größere Marktplätze zu finden. Damit hängt die Tradition des Straßenessens zusammen. Am häufigsten wird der sogenannte „runde König von Krakau“ – der Obwarzanek – also der Brotringel verspeist. „Bevor der Brotringel im Ofen landet, wird er kurzgekocht, damit der Aufgehenprozess gestoppt wird. So bleibt der Brotringel drinnen weich und wird zugleich außen knusprig“, sagt Marta Krzyżek-Siudak vom Museum des Brotringels.

Krakauer Obwarzanek
Krakauer Obwarzanek

Der Krakauer Obwarzanek hat weltweit seine Cousins: den türkischen Simit, den südgermanischen Brezel, oder den jüdischen Bagel. Doch der Obwarzanek wird aus zwei – und nicht aus einer – daumendicken Teigrollen geformt. Nur acht zertifizierte Bäckereien in Krakau dürfen ihn nach einer 600 Jahre alten Rezeptur backen. Jeden Tag werden
150 Tausend Stück produziert und gegessen.

Krakauer Wagenfahrer, fot. © Arkadiusz Łuba
Krakauer Wagenfahrer, fot. © Arkadiusz Łuba

An der Ecke der Straßen Grodzka und Poselska wurde wahrscheinlich die beste Maczanka serviert. Diese besonders mit Krakau verbundene Spezialität sollte am Ende des 17. Jahrhunderts als ein schneller Imbiss für Krakauer Wagenfahrer entstehen. Bereits im April gewann Maczanka des Restaurants „Baroque“ im Wettbewerb zum Krakauer Stadtmenü. Der Chefkoch Ryszard Warnke: „In diesem Menü haben wir typische Krakauer Gerichte. Ein leckeres Mischmasch, das aus all den verschiedenen Einflüssen entstanden ist, die sich hier einst getroffen haben. Krakau war ja doch ein wichtiger Knoten auf internationalen Handelswegen. Bis heute erinnern sich die ältesten Einheimischen an verschiedene Speisen. Zu der Maczanka haben wir beispielsweise in uralten Büchern nach Rezepten gesucht. Etwa sechs, sieben Versuche haben wir gewagt, bis unser Experte es als das akzeptierte, was er aus seiner Kindheit kannte. Also ein lang gebratener Schweinekamm mit Kümmel und Zwiebel in dicker Soße, in die eine Wassersemmel getaucht wurde. Etwa wie Pulled Pork“

Maczanka im Restaurant „Baroque“
Maczanka im Restaurant „Baroque“

Ein paar Schritte weiter, am Hauptplatz der Altstadt, befindet sich das Restaurant „Wierzynek“. Wierzynek stammt aus dem Mittelalter. Es ist berühmt für die große Hochzeitsfeier von 1364, als die Prinzessin Elisabeth von Pommern – die Enkelin des Königs Kasimir den III. – Karl den IV., den Heiligen Römischen Kaiser, geheiratet hatte. Die Feier wurde von zahlreichen europäischen Monarchen und dem Adel besucht. Der Legende nach, erhielten die Gäste Gold- und Silbergeschirr zum Andenken.

Rehrücken mit Topinambur, Thymian Eclair, Moosbeeren und karamellisiertem Fenchel in„Wierzynek“
Rehrücken mit Topinambur, Thymian Eclair, Moosbeeren und karamellisiertem Fenchel in „Wierzynek“

In bester Tradition einer polnischen Hofküche serviere „Wierzynek“ heute vor allem Wildfleisch, sagt der Chefkoch, Michał Hajdus: „In unserem Menü stehen Rebhuhn, Perlhuhn und Fasan. Wir basieren auf Reh, Hirsch und Wildschwein. Dazu kommen verschiedene klare Sude und Bouillons sowie rote Soßen. Alle Produkte kommen aus der Region, aus dem Njepolomitz-Urwald oder anderen Ecken Kleinpolens in der Nähe von Krakau. Wir versuchen bei den alten Rezepten neue Technologien und Serviermethoden anzuwenden, wie Vakuumgaren oder Confit, wodurch die Nährwerte beibehalten und Haltbarkeiten verlängert werden. Dazu bleiben die Gerichte saftig und verlieren nicht ihre Aromen“. Am Servicepersonal werde es nicht gespart, so Hajdus weiter. Gleichzeitig könnten zehn bis zwölf Gäste synchron bedient werden. Früher gab es bei Wierzynek sogar bis zu 25 Kellner pro Schicht.

Reporter Arkadiusz Łuba und Restaurantinhaber Jerzy Łodziński bei den hausgemachten Marinaden in Pod Aniołami, fot. © Arkadiusz Łuba
Reporter Arkadiusz Łuba und Restaurantinhaber Jerzy Łodziński bei den hausgemachten Marinaden in “Pod Aniołami”, fot. © Arkadiusz Łuba

Die Küche des Goldenen Krakau ist doch am meisten in „Pod Aniołami“, also „Zu den Engeln“, sichtbar. Das uralte, gotische Mietshaus aus dem 13. Jahrhundert, in dem sich das Restaurant befindet, ist wie ein Geschmackssinn-Museum. Hier kreisten einst Domherren, Gesandten, Senatoren und Ritter. Hier wird es immer noch adelig auf Dukaten gekocht, Fleisch und Lebkuchen werden vergoldet. Hausgemachte Marinade-Rezepten lassen sich auf die alten Chroniken zurückführen. Im Ofen brennt das Buchenholz, das vergessene Aromen des mittelalterlichen Polens hervorbringt. Dazu serviert der 78-jährige Restaurantinhaber, Jerzy Łodziński, persönlich selbstgemachte Liköre. Er ist der Erbe eines 126-jährigen Geschäfts seiner Großmutter. „Zu den Engeln“ ist für ihn ein Zufluchtsort mit einer besonderen Philosophie: „Zwischen diesen mittelalterlichen Wänden fühle ich die alte Kultur. Die Leute hatten damals friedlich miteinander gelebt. Man hat das Recht respektiert. Gemeinsames Essen hat etwas von dem Frieden, ist weit entfernt von dieser bösen Welt, weit weg von der Politik. Das Essen lässt uns edler werden. Es bringt uns auf ein anderes Lebensniveau von einst. Schade, dass dies vorbei ist. Daher möchte ich die vergangene Stimmung des alten Krakau hier wieder reinbringen. Ich möchte die Nächstenliebe am gemeinsamen Tisch hier wieder erleben“.

Hausgemachte Marinaden in Pod Aniołami, fot. © Arkadiusz Łuba
Hausgemachte Marinaden in “Pod Aniołami”, fot. © Arkadiusz Łuba

Krakau ist heute genau wie vor Jahrhunderten offen für alle Geschmäcker. Hier kann man verschiedene Küchen mit Gerichten aus der ganzen Welt probieren. Wie die Auszeichnungen und Preise sowie der diesjährige Titel der Europäischen Hauptstadt der gastronomischen Kultur wohl versprechen, muss all das sicher ziemlich schmackhaft sein. Das ist es! Und bis zum Ende des Jahres können die Krakauer Stadtmenüs noch verkostet werden.

Barataria czyli nowy blog (reblog)

Pojawił się nowy blog poświęcony komiksom: Bare Comic Book Art. Gdy tworzyłam ten wpis, przyznaję – dwa tygodnie temu, było tam jeszcze niewiele treści, bo też i blog właśnie był powstał. W międzyczasie, gdy ja zażywałam wywczasów, Autor na pewno dodał mnóstwo nowych wpisów, ja siłą rzeczy poprzestanę na tym, co znalazłam tam 13 lipca o świcie.

Przypomnę, że jedna z gałęzi baratarystyki zajmuje się śledzeniem tropu Don Kichota i Sancho Pansy we współczesnej kulturze, a te nader często prowadzą do popkultury i komiksu, gdzie nierówne pary przyjaciół od ponad stu lat gwarantują dobrą rozrywkę. Jak zauważyła w jednym z komentarzy nasza autorka, Ela Kargol, takich par jest nieskończenie wiele – Flip i Flap, Bolek i Lolek, Żwirek i Muchomorek, Romek i Atomek (oczywiście, oczywiście, kolega komentator ma rację – TYTUS, Romek i Atomek), Robinson i Piętaszek, Dedal i Ikar… Autor bloga o komiksach podsunął mi wtedy sugestię, że również Kajko i Kokosz są naśladownictwem chudego Rycerza o Smętnym Obliczu i nieudacznego gubernatora Baratarii. Stało się to oczywiście pretekstem do stworzenia nowego wpisu, jednego z ostatnich numerowanych wywodów na temat baratarystyki.

Na blogu Bare Comic Book Art Kajko i Kokosz pojawiają się jako pierwszy post.

Uwaga – włączcie głośniki i słowniki, bo od tego momentu wpis składa się z krótkiego wprowadzenia, kilku obrazków i audycji radiowej. Tekst i audycja – po niemiecku, ale nawet Czytelnicy nie znający niemieckiego znajdą tu ciekawe materiały, bo w tle pojawiają się też oryginalne głosy po polsku. Zwracam uwagę na wypowiedź pięcioletniej Jagusi.

NEUE ABENTEUER VON KAJKO UND KOKOSZ
Nach 30 Jahren wird ein polnischer Kult-Comic wiederbelebt

Vor knapp dreißig Jahren ist der letzte Comic des polnischen Comic-Zeichner, Janusz Christa, erschienen. Seine Abenteuer über zwei slawische Krieger Kajko und Kokosz waren hier im Lande sehr begehrt. Nun ist vor einer Woche ein neues Heft mit einer aus dem Christa-Archiv herausgeholten Geschichte erschienen. Arkadiusz Łuba hat sie sich schon angeschaut und gelesen.
foto: Umschlagbild von „Die königliche Kavallerie“, (c) Egmont Polska.

Lato 2019. Codziennie jeden wiersz (17). Łuba

Dziś (obsceniczne, a jakże) limeryki (12 limeryków zostało przez autora autorytatywnie uznanych za jeden wiersz – niech i tak będzie); autor opatrzył je taką oto dedykacją dla Adminki:

podaj, zbadaj, miła, siwa,
niech ci dobrze się używa;
“siwa” w rym, a i do taktu,
który w tym liryku masz tu,
moja ty Ewo szczęśliwa!

Arkadiusz Łuba

#
Na dzień dobry, na śniadanie
z kilku wersów ładny wianek.
Ale gdy się wpatrzysz w nie, to
nic nie znajdziesz zabawnego
i wnet z hukiem spluniesz na nie.

#
I Barańczaka, i Szymborską
wciskałem w pamięć mą nie wąską.
I nie wiem tylko, czy dorówna
masa tu zebranego gówna
ich zbreźnickim książkom.

#
Rymy jak u Mickiewicza
rozpoznała raz dziewica.
A kiedy je rozpoznała,
już dziewicą być nie chciała –
tak Mickiewicz ją zachwycał.

#
Ten Gombrowicz, jaśniepanicz,
wszystkich wkoło ważył za nic.
Kiedy pisał „Ferdydurke”,
bawił się Józika sznurkiem;
żeński sutek dlań był pic…

#
Nawet Niemiec, nazi dziki,
mógłby pisać limeryki;
mógłby, gdyby zamiast mordów
z pisarskich korzystał przyrządów;
ale inne ma nawyki.

#
Raz pewien pederasta z Dobrego Miasta
powiedział: z chłopaczkami basta!
Mimo że ciągle u mnie Lust
od dziś higienie moich ust
będą służyć szczoteczka i pasta.

#
Lubił śniady ksiądz w tym kraju
masturbować się pomału.
Dostał nagle przyspieszenia,
kiedy homo swe marzenia…
ale wtedy był na haju.

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Raz pewna ogromna grubaska
siąść chciała na wacku Wacka.
A Wacek na to: „Kto zacz?!
Wypraszam se, ‘twaju mać!
Moja jest tylko ta laska!”

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W odległym Kujawskim Solcu
skakała baba na bolcu.
Tak go sprytnie ujeżdżała,
aż go nagle połamała.
Zawiedziona płakała na końcu.

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Do piętnastej siedem
miał mnie już niejeden.
Tuż po siedemnastej
poszłam na kolację.
Po – zastępowałam kolegę.

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Cesarz Rzymu zwany Neronem
lubił bawić się kondomem;
widziano, jak go nadyma
do rozmiarów zeppelina.
Choć aż takim nie grzeszył fasonem.

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Jaki inny rym do „dziki”
mógłby wejść w me limeryki?
Jaki to rym, mój kolego,
doprowadziłby do tego,
bym porzucił złe nawyki?