Gül im Auto

Anne Schmidt

“Und jetzt habe ich Aids,”  flüstert Gül, ” dieser Junge hat mich angesteckt.”

Frau Schulz ist irritiert.

Wie weit hat Gül sich mit diesem Erol eingelassen? Es ist, als hätte Gül diese Frage gehört, denn sie beginnt, sich trotz ihrer offensichtlichen Scham zu einer Erklärung durchzuringen.

“Nach dem Abend in der Disco rief er mich täglich an. Er wollte sich unbedingt wieder mit mir treffen. Ich habe immer Ausreden erfunden, denn ich hatte Angst vor ihm; ich fühlte mich nicht stark genug, ihm zu widerstehen, sowohl psychisch als auch physisch.

Eines Tages stand er vor unserem Haus, als ich gerade zu meiner Friseurin gehen wollte. Er tat überrascht, war freundlich und zurückhaltend. Er erzählte mir, dass er jeden Tag in die Moschee gehe und darum bete, mich wiederzufinden. Dann machte er Witze über seine Freunde und brachte mich gegen meinen Willen  zum Lachen.

Er begleitete mich bis zum Frisiersalon und wartete in einem Cafe nebenan bis ich fetrig war. Dann brachte er mich wieder nach Hause und schenkte mir zum Abschied eine CD von Tarkan. Ich hätte sie nicht annehmen sollen, denn ab jetzt fühlte ich mich verpflichtet, seinen Bitten nachzugeben und ihn wieder zu treffen.

Bald trafen wir uns jeden Tag, gingen spazieren oder ins Café am Urbanhafen. Er war immer lustig und erzählte Geschichten, die mich aufheiterten. Ich kam nie auf die Idee, dass er kiffte oder drückte. Ich fand nur die Gestalten, denen wir manchmal begegneten und die er immer mit Handschlag oder sogar Umarmung begrüßte, etwas unappetitlich.

An einem kalten Regentag  kam er auf die Idee, dass es praktisch wäre, ein Auto zu haben, um damit ein bisschen herumzufahren oder auch warm und trocken einfach nur darinzusitzen. Ein Freund hätte ganz in der Nähe einen Autohandel, zu dem wir zu Fuß gehen könnten. Ich muss völlig verrückt gewesen sein, dass ich mit Erol zu diesem Freund gegangen bin. Die beiden schienen sich gut zu kennen und kicherten ständig, ohne dass ich den Grund erkennen konnte. Ich musste in mehreren Autos Platz nehmen, bekam die Vorteile jedes Typs erklärt und Preise zu hören, die völlig illusorisch waren.

Zum guten Schluss präsentierten sie mir einen knallroten Fiat mit Liegesitzen für nur 500,-Euro.  So ein Schnäppchen würde ich nie wieder angeboten bekommen, meinten sie und lachten verschwörerisch.

Ich hätte sofort gehen sollen, aber der Regen hatte sich zu einem Sturmregen entwickelt und ich hatte keinen Schirm dabei. Der Verkäufer meinte, ich bräuchte nicht alles sofort zu zahlen, ich könne den Preis in Monatsraten abstottern.

Erol hatte in der Hütte des Händlers Tee gemacht und brachte mir eine Tasse ins Auto. Der Tee war ekelhaft süß und heute weiss ich, dass der Zucker den Geschmack von einer Droge überdecken sollte.

Ich wurde schläfrig und kann mich nicht daran erinnern, dass ich einen Kaufvertrag unterschrieben habe.

Ich kann mich auch nicht erinnern, was Erol mit mir noch angestellt hat. Ich weiss nur, dass ich abends spät auf einem Liegesitz in einem roten Fiat halb ausgezogen aufwachte und mich an nichts erinnern konnte.”

Gül schlägt die Hände vor`s Gesicht.  “Ich habe Angst, dass ich jetzt Aids habe,” schluchzt sie.

Frau Schulz legt beruhigend ihre Hand auf ihren Arm.  “Hast Du gewusst, dass er HIV positiv ist?  Aber auch in dem Falle müsstest Du Dich nicht inbedingt angesteckt haben; Aids kann nur durch Blut übertragen werden. Hast Du an dem Abend geblutet?”

Gül schüttelt den Kopf. “Ich weiss nicht, was er alles mit mir gemacht hat. Ich weiss nur, dass er immer kaputt aussah und ich mich jetzt auch kaputt fühle. Was soll ich machen?”

Sie sieht Frau Schulz verzweifelt an. “Ich will nicht zu unserem Hausarzt gehen, weil ich mich schäme; ausserdem würde er vielleicht alles meiner Mutter erzählen und die würde wieder ein Riesentheater machen.”

Frau Schulz hält es für müßig, Gül an das Arztgeheimnis zu erinnern. Sie nimmt eine Serviette und schreibt Gül die Adresse von Pro Familia auf. Sie rät ihr, dort anzurufen und sich einen Termin geben zu lassen. Gül steckt die Serviette in ihre Tasche, wischt sich die Tränen ab und verabschiedet sich mit einem dankbaren Lächeln  von Frau Schulz.

Ein halbes Jahr später findet Frau Schulz einen Anruf auf ihrem Anrufbeantworter vor, den sie nicht sofort einordnen kann.

“Mir geht es gut. Was ich Ihnen wegen Aids erzählt habe, war alles Unsinn. Ich wohne jetzt bei Emine und arbeite in ihrem Laden. Ich melde mich später noch mal. Vielen Dank noch für Ihre Hilfe.”

Nach diesem Lebenszeichen hört Frau Schulz nie wieder etwas von Gül.

Gül und Erol

Anne Schmidt

Erol im Disc

“Wir fuhren mit der U-Bahn zum Kotti und liefen noch ein Stückchen die Reichenbergerstraße runter.

Das Jugendzentrum, in das Jenny mich zog, kannte ich von einem Schulfest. Die Musik dröhnte und die Jugendlichen in dem großen abgedunkelten Saal sangen den türkischen Text mit. Ich erkannte den Sänger Tarkan, dessen Lieder gerade überall, sogar in deutschen Sendern, zu hören waren. Das Lied, das gerade gespielt wurde, mochte ich besonders gern; ich ließ mich mitreißen und sang den Text leise mit, aber hochhüpfen, wie die anderen, konnte ich nicht. Ich stand wie eingewurzelt an der Tür und versuchte Jenny zu erkennen; sie war weg und als der Song zu Ende war, kam eine kitschige türkische Ballade, bei der mir sofort die Tränen in die Augen schossen.

Ich wollte mich gerade umdrehen und rausgehen, als mich ein junger Mann von der Seite ansprach. Er musste sehr laut schreien, um sich verständlich zu machen und zog mich an der Hand aus dem Saal. Draussen fragte er mich, ob ich nicht auch auf der Karagöz-Schule gewesen sei, er könne sich an mich erinnern. Ich sei immer mit vier anderen Mädchen zusammen gewesen, die so unterschiedlich ausgesehen hätten, wie Tag und Nacht. Mich hätte er immer am hübschesten gefunden. Ich konnte mich überhaupt nicht an ihn erinnern; erst, als er sagte, er habe die 10. Klasse wiederholt, um einen erweiterten mittleren Schaulabschluss zu machen, dämmerte es mir:

Er hatte immer mit ein paar Kiffern und Schulschwänzern herumgehangen, die Spaß daran hatten, Feueralarm auszulösen oder Buttersäure zu versprühen. In den abgelegenen Treppenhäusern fühlten sie sich sicher genug, um zu rauchen oder Stoff zu verkaufen.

Jetzt war er sehr charmant, machte Witze über einige Lehrer und brachte mich mit Parodien über besonders skurrile Typen zum Lachen. Wir setzten uns in das Café des Disc und weckten ununterbrochen Erinnerungen an die Schulzeit.

Als Jenny uns fand, hatte ich einen leichten Schwips von der Cola mit Rum, den er heimlich dazugegossen hatte. Jenny sah sofort, was los war und schnauzte Erol an, er solle mich in Ruhe lassen und mir keinen Alkohol einflößen. Sie nahm mir das Versprechen ab, auf sie im Café zu warten, denn sie wolle noch ein bisschen tanzen. Als sie verschwunden war, lachte Erol verschwörerisch und fragte, ob er mich im Taxi nach Hause bringen solle. Ich dachte an mein Versprechen, stand auf und schwankte. Erol stützte mich, bis ich einigermaßen sicher auf den Beinen stand. Ich setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen und tastete mich zur Toilette.

Im Waschraum traf ich auf ein Mädchen aus meiner ehemaligen Schule, das auch Jenny kannte. Ich bat sie, Jenny zu sagen, dass mir schlecht sei und Erol mich im Taxi nach Hause bringen würde.

“Erol, der Freund von Deniz und Orhan?”, sie sah mich erschrocken an, aber ich war zu müde, um über ihre Reaktion nachzudenken. Ich wollte nur noch nach Hause. Als ich aus dem Waschraum kam, stand Erol  schon vor der Tür, hakte mich unter und bugsierte mich nach draussen. Passenderweise stand ein Taxi genau vor der Tür und Erol schob mich- ohne den Fahrer zu fragen – auf den Rücksitz und setzte sich neben mich. Der Fahrer schien seinen Auftrag schon zu kennen, denn er fuhr sofort los. Erol fingerte mein Handy aus meiner Tasche und rief sich selber an; ich bekam es nur im Halbschlaf mit und dachte mir nichts dabei. Erol, der meine Straße kannte, fragte nach der Hausnummer und wechselte ein paar Worte mit dem Taxifahrer, den er duzte.

Vor meiner Haustür gab ich ihm meine Schlüssel und war froh, dass er mich die Treppen bis zu unserer Wohnung hochschleppte. Er schloss für mich die Wohnungstür auf und ich kroch auf allen Vieren hinein, um keinen Lärm zu machen. Am nächsten Morgen wachte ich angezogen vor meinem Bett auf.”

Gül stöhnt, als spüre sie jetzt noch die Kopfschmerzen vom Morgen danach. Sie wirkt matt und erschöpft vom endlosen Reden.

Frau Schulz winkt die Bedienung herbei, um zu zaheln, aber Gül will noch nicht gehen. Sie möchte nur etwas Wasser für ihren ausgetrockneten Mund und schaut Frau Schulz bittend an. Der heimliche Blick auf die Uhr hat Frau Schulz gezeigt, dass sie schon seit zwei Stunden mit Gül in diesem Café sitzt. Zu Hause werden ihr Mann und ihre Kinder auf die eingekauften Zimtschnecken warten, aber sie kann sich von Gül auf keinen Fall lösen. Irgendetwas scheint sie noch zu quälen. Frau Schulz bestellt bei der Bedienung eine große Flasche Wasser und wartet, bis Gül sich erfrischt hat.

Eine kleine Seite auf der Strasse…

Ewa Maria Slaska

Auf der Strasse gefunden…

Meine Leser wissen es schon, ich finde Sachen. Ich erfinde sie auch, klar, dafür bin ich eine Schriftstellerin, aber ich bin auch eine Archäologin und dies, weil ich eben Sachen finde. Egal welche… Ganz einfach: Sachen. Diesmal war es wieder eine Buchseite. Es war schon Mal hier, im Laufe der Zeit wird es immer öfter Sachen geben, die schon Mal hier waren.  Sehr oft Bücher, ab und zu aber auch Buchseiten. Eine mit einem Bild. Einem guten Bild. Ich bin Tochter einer Graphikerin und auch wenn sie im Dreck und Schlamm liegt, bin ich imstande eine gute Graphik zu erkennen. Eine sehr gute…

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Schon vom Weitem dachte ich, es wären die 40er. Und so war es. Es ist eine Seite aus dem Buch von einem Kasack. Das weiß ich: Hermann Kasack. Ein deutscher Schriftsteller. Die Stadt… Dies weiß ich schon selber nicht, aber mein Iphon sagt es mir sofort. Die Stadt hinter dem Strom, herausgegeben beim Suhrkamp in Berlin 1947.

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Wikipedia ist sofort hilfsbereit zur Stelle, um mir weitere Informationen zu liefern:

Das existentialistische Werk gehört zu den bedeutenden Romanen der deutschen Nachkriegsliteratur. Hans Vogt komponierte nach dem Werk eine Oper in 3 Akten, welche am 3. Mai 1955 in Wiesbaden uraufgeführt wurde.

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Hauptfigur des Romans ist der Orientalist Dr. Robert Lindhoff, der durch einen unklaren Auftrag mit dem Zug in eine fremde Stadt reist. Diese stellt sich für ihn rätselhaft und undurchschaubar dar, er begegnet Menschen, die in seiner Erinnerung eigentlich bereits verstorben sind, unter anderem seinem Vater und seiner ehemaligen Geliebten Anna.

Lindhoff wird als offizieller Chronist der Stadt eingestellt, um die Gebräuche und Geschichte der Stadt festzuhalten. Diese erschließen sich ihm jedoch nicht, die Personen denen er auf seinen Streifzügen begegnet, verrichten sinnlose Tätigkeiten, ohne erkennbaren Nutzen. Schließlich erkennt der Protagonist, dass er sich in einem Reich der Toten befindet. Es ist für ihn unmöglich, seinen Auftrag, eine Chronik zu verfassen, auszuführen, doch diese schreibt sich auf übernatürliche Art selbst.

Der Roman schließt sich kreisförmig, wenn Robert Lindhoff am Ende des Romans wieder in einem Zug sitzt und, diesmal als Toter, in die Stadt hinter dem Strom reist.

Also Totenhorn. Über das polnische Buch in genau diesselber Weise konstruiert, habe ich vor kurzem auf Polnisch geschrieben. Es ergibt sich die Frage, ob der Pole Wyganowski den Kasack kannte und ob er seine Vision von dem deutschen Schriftsteller hat, oder ob beide an die Jenseitsfahrten und -visionen der griechischen Antike (wie die Geschichte von Orpheus oder Ulysses) oder an Dantes Göttliche Kommödie anspielen. Es kann aber auch Kafka sein, der den Paten für beide Autoren stand. Kasacks Figur, Dr. Robert Lindhoff, ist ein Alt-Orientalist, ein Keilschriftforscher.  Solche Reisende wiederholen sich in der Literatur. Raimund („Mundus“) Gregorius aus dem Paul Merciers Roman Nachtzug nach Lissabon, ist ein Altphilologe, genauso wie Hermann Mussert im mysteriösen Roman Cees Notebooms Die folgende Geschichte, der ebenfalls so eine Reise zwischen dem Leben und dem Tod schildert.  Sind die Altphilologen besonder anfällig?

Der Roman entstand in zwei Teilen, zunächst während des Zweiten Weltkrieges 1942-44, sowie in den Nachkriegsjahren 1946/47.

Der zeitgenössiche Kritiker schrieb im Spiegel 1948:

Zweimal hat Hermann Kasack angesetzt, um sein Buch zu schreiben. 1942 fing er in Potsdam an. Es gab in seiner Umwelt noch kein vergleichbares Abbild der Ruinenstadt, wie sie ihm visionär vor Augen stand. 1945, nach mehr als einjähriger Pause, holte er das halbfertige Manuskript wieder hervor und brachte es dann zu Ende. Da war die Vision “vorweggenommene Wirklichkeit” geworden.

1942 hatte Kasack geglaubt, mit zwei bis drei Schreibmaschinenseiten auszukommen, um die ihn bedrängenden Gesichte zu bannen. Es wurden genau 600 Druckseiten daraus.

In Wikipedia liest man weiter:

Der Roman wird als eines der wichtigsten Werke der inneren Emigration bezeichnet, da sich Kasack, anders als viele seiner Kollegen, nicht zur Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland entschlossen hatte.

Nach seinem Erscheinen wurde der Roman begeistert aufgenommen und in den Folgejahren in mehrere Sprachen übersetzt. Man interpretierte die geisterhafte Stimmung der Stadt, an der Schwelle zwischen Welt und Unterwelt, als ein Gleichnis für die Stimmung in Deutschland in den letzten Kriegsjahren. Wie andere Nachkriegsschriftsteller beschäftigt sich Kasack mit der Hilflosigkeit des Individuums in Konfrontation mit Grenzsituationen. Damit verbunden wird die Frage nach dem Wesen der eigenen Existenz.

Kasack ist 1896 geboren i starb 1966. Siebzig ist er geworden (fast siebzig – ein paar Monate fehlten). Es hat natürlich keine Bedeutung, aber 2016 jährt sich sowohl sein Geburts- als auch sein Todestag.

Das Buch habe ich also sofort identifiziert, seine Bedeutung auch fast sofort erkannt. Ich weiß auch schon, dass es seit Jahren nicht mehr heraussgegeben wird. (Rechts: die Originalausgabe aus dem Jahre 1947)

Jetzt muss ich aber noch eine Information finden und zwar: Wie heisst der Autor der Grafiken in Kasackss Buch? Dies wird schwieriger, Graphiker und Übersetzer sind gern vergessen, übersehen oder weggeräumt. Und so ist es. Im Internet gibt es keinerlei Information… Eigentlich Schade, vielleicht auch Schande. So ein guter Graphiker, total ignoriert!

In allen Internetangeboten sieht man nur nichts sagendes meistens voller Flecken Leinenumschlag des Buches in seiner Ausgabe vom 1947. Ich finde es in der Universitäts Bibliothek, wo es aber in einem geschlossenem Raum liegt, man wird es mir erst nach dem Wochenend zukommen lassen. Nun nach dem Wochenend bin ich für eine Woche weg. Erst übermorgen schreibe ich Euch hier, wie der Graphiker heißt…

***
Ich habe sie gefunden. Eine Sie, eine Künstlerin, die Beate Dietrich hieß. Mit 17 Holzschnitten illustrierte sie die DDR-Reclam-Ausgabe des Buches im Jahre 1989 in Leipzig. Sie machte auch Zeichnungen zu Kiepenheuer Ausgabe von Tess d’Uberville von Thomas Hardy (1989). Ebenfalls 1989 lieferte sie ein Werk für ein Leipziger Graphic Portfolio ‘liberté – egalité – fraternité‘. Merkwürdig. Als ob sie nur in Leipzig und nur 1989 tätig wäre.

***

Am Ende zitiere ich den letzten Absatz des Buches, weil er erklärt, wie die Buchseiten aus dem Buch entfernt, irgendwohin gelangen…

kasackdiestadt-oklAls sich der Zug einer großen Flußbrücke näherte, trat er an das Fenster. Während sein Wagen langsam über den Strom fuhr, warf er einen Stoß von Blättern, die er aus einem Buch gerissen hatte, in die Tiefe, so dass er zuletzt nur noch die blaue Hülle des Einbandes in Händen hielt. Die Papiere flatterten rasch durch die Luft und trieben in dem modrigen Wasser, wo sie allmählich zerfielen.

Der Reisende war unterdessen schon an der Endstation ausgestiegen. Er ging, einer von vielen, im Zwielicht der frühen Morgendämmerung einer Stadt entgegen, die ihm sonderlich vertraut war, obwohl er sich nicht
erinnern konnte, sie schon früher
einmal betreten zu haben.

Was nun, Gül?

Anne Schmidt

Haushaltsgeld

Unsicher schaut Gül Frau Schulz an; diese nickt zornig.

“Hast du deinen Bruder angezeigt?” Sie ist ziemlich sicher, dass Gül es nicht getan hat. So ist es!

Gül, die  nach dem Aufenthalt im Krankenhaus und danach im Frauenhaus in die Wohnung ihrer Eltern zurückgekehrt war, hatte sich völlig in sich zurückgezogen. In ihrem Handy waren die Nummern ihrer Freundinnen gelöscht, sodass sie niemandem – ausser Emine – ihr Herz ausschütten konnte. Emine redete ihr immer gut zu und überzeugte sie davon, dass sie mal wieder ausgehen müsse, um andere Menschen kennen zu lernen. Aber Gül traute sich nicht, saß den ganzen Tag in ihrem Zimmer, hörte Musik und horchte auf die Schritte auf dem Korridor.

Ihr Bruder schlich nicht draussen herum, denn der wohnte inzwischen am Kottbusser Tor. Ihre Schwestern hatten inzwischen geheiratet und wohnten ein paar Straßen weiter; sie kamen nur selten zu Besuch. Ihr Vater hielt sich kaum zu Hause auf: Entweder war er im Teehaus oder in der Moschee am Columbiadamm.

Ihre Mutter ging einmal in der Woche in die Passionskirche, um sich von Laib und Seele Lebensmittel gegen einen kleinen Obulus einpacken zu lassen; der Vater gab ihr zu wenig Haushaltsgeld.

Gül litt darunter, sich von ihrer Mutter bekochen zu lassen, gespendeten Kuchen zu essen.

Eines Tages raffte sie sich auf und ging zur Bank. Sie hatte immer gespart, was sie in den Ferien und später als Putzfrau verdient hatte. Ihre Mutter wusste nichts von ihrem Konto, denn die hätte sonst alles Geld für sich reklamiert, für die vielen Ausgaben, die sie wegen ihrer Tochter gehabt hatte. In diesem Punkt war Gül hart geblieben: Ihr Konto war ihr einziger geheimer Besitz.

Der Gang zur Bank brachte für Gül die Wende, denn auf der Bank sprach sie eine junge, hübsche Frau an, die sie nicht sofort erkannte. Es war Nuren, ihre Freundin aus der Schulzeit. Nuren umarmte sie und sprudelte über vor Freude. Gül erinnert sich mit glänzenden Augen an das Wiedersehen. “Von da an war meine Einsamkeit weg. Nuren gab mir die Telefonnummern von Jenny und Betty und ab sofort konnte ich von meinem Zimmer aus täglich mit ihnen quatschen. Ich habe ihnen nichts von meinem Bruder erzählt, nur von meiner Zwangsheirat. Nuren kennt viele Frauen, denen dasselbe passiert ist. Meistens wurden sie in die Türkei gelockt unter dem Vorwand, eine sterbende Oma oder einen todkranken Opa zum letzten Mal besuchen zu müssen. Nuren selber hatte eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und sich eine eigene Wohnung gesucht. Betty war inzwischen Lageristin geworden und Jenny Fachverkäuferin für Kosmetika.

“Jenny war – wie früher – die unternehmungslustigste von den Dreien und überredete mich eines Tages, am nächsten Abend mit mir in eine deutsch-türkische Disco zu gehen. Als Jenny mich am nächsten Abend abholen wollte, war ich fest entschlossen, nicht mitzukommen. Ich hatte den ganzen Tag gegrübelt und fühlte mich kraft- und lustlos. Meine Mutter hatte mehrmals an die Tür geklopft und mir Essen und Tee angeboten, aber ich hatte nicht reagiert. Plötzlich stand Jenny vor der Tür. Meine Mutter hatte ihr die Wohnungstür aufgemacht, obwohl sie sie nicht leiden kann. Sie ist für sie der Inbegriff der deutschen Schlampe. Als Jenny mich sah, reagierte sie sehr einfühlsam: Sie nahm mich an den Arm und redete mit mir, wie mit einem Kind. Ich hatte noch mein Nachthemd an und Jenny ahnte, dass ich nicht mitgehen wollte. Sie drückte mich auf einen Stuhl und fing an, ganz vorsichtig mein Haar zu bürsten. Während der Zeit summte sie einen der gängigen türkischen Popsongs und immer, wenn das Schmatzen vom Küssen kam, drückte sie mir ein Küsschen auf die Wange. Sie zog mich ins Badezimmer, damit ich mir den Schlaf aus dem Gesicht wusch und schob mich vor den Spiegel. Sie holte ihr Schminktäschchen aus ihrem Rucksack und zog meine Lippen nach. Mehr bräuchte ich nicht, meinte sie, ich sei schön genug, so wie ich sei. Nur die Mundwinkel müsse ich aus ihren Ecken heben, damit nicht jeder mich für eine übellaunige Tussi halte. Dann holte sie ihr Handy aus der Tasche, umarmte mich und machte ein Selfie von uns. Sie zeigte es mir und ich sah, dass meine Mundwinkel immer noch zu tief hingen.

>>Nun ist Schluss mit Trauer<<, sagte sie, holte ein Top aus dem Schrank, befahl mir, meine engsten Jeans und das Top anzuziehen und ließ mich vor dem Spiegel im Flur Maß nehmen. >>Turnschuhe genügen, du brachst keine High Heels<<, meinte sie und lachte bei der Vorstellung. Sie rief meiner Mutter einen frechen Abschiedsgruß zu, den die nicht verstand, aber freundlich erwiderte und zog mich auf die Straße.”

Gül. Im Frauenhaus.

Anne Schmidt

Gül schaut auf ihre Hände, runzelt die Stirn als dächte sie angestrengt nach und lächelt plötzlich kaum sichtbar.

“Damals, als ich am Ende war, kam meine Rettung. Meine Schwester, die mich leblos im Bett gefunden hatte, rief die Feuerwehr und ich wurde ins Urban-Krankenhaus gebracht. Dort hat man mir den Magen ausgepumpt und mich an den Tropf gehängt. Von all dem habe ich nichts bemerkt, aber Frau Weiss hat mir später den Ablauf seit meiner Einlieferung geschildert. Von meiner Familie hat sich keiner im Krankenhaus blicken lassen, was mir sehr recht war.

Frau Weiss, die Sozialarbeiterin in meiner Klinikabteilung, kam mich jeden Tag besuchen. Nach und nach hat sie alles aus mir herausgefragt. Sie hat dafür gesorgt, dass ich nicht nach drei Tagen nach Hause entlassen wurde, wie es sonst nach einem Selbstmordversuch üblich ist. Sie hat mir einen Platz in einem Frauenhaus besorgt, in dem normalerweise nur verheiratete Frauen mit Kindern Schutz finden.

Die türkische Frau, die mit ihren zwei Kindern im Nachbarzimmer wohnte, hat mir von ihrem Drama erzählt.

Sie war – genauso wie ich – gegen ihren Willen verheiratet worden, hatte ihren Mann nach der Zuzugssperre von einem Jahr nachkommen lassen und war mit ihm in eine kleine Wohnung gezogen, die ein lieber Onkel besorgt hatte.

Ihr Mann konnte kaum Deutsch, ging nicht arbeiten und verbrachte den Tag im Teehaus, während sie in einer Wäscherei arbeitete.  Wenn sie abends müde nach Hause kam, musste sie kochen und putzen, während er sich türkische Melodramen im Fernsehen anschaute.  Wenn ihm das Essen nicht schmeckte oder er einen Fleck irgendwo sah, schrie er sie an oder schlug sie. Wenn sie sich nicht mehr wehren konnte, vergewaltigte er sie brutal.

Mehrmals hat er ihren Kopf gegen die Wand geschlagen, so dass sie heute noch epileptische Anfälle bekommt. Nachdem sie zweimal ein Mädchen geboren hatte, wollte er nichts mehr von ihr wissen und kam nur noch nach Hause, um sich Geld zu erzwingen. Wenn sie ihm nicht so viel geben konnte, wie er haben wollte, schlug er sie und stieß wilde Drohungen aus. Sie fühlte sich ihres Lebens nicht mehr sicher und flehte ihre Familie an, sie aus ihrem Unglück zu befreien. Aber die Familie beharrte auf dem Ehebündnis und gab sogar ihr die Schuld für ihr Unglück.

Sie wandte sich in ihrer Not an eine Nachbarschaftsmutter in Neukölln und diese gab ihr die Adresse von dem Frauenhaus. Sie hat ihr geraten, versteckt zu bleiben bis sie den Mietvertrag gekündigt hätte.

Inzwischen hat Emine eine Wohnung gefunden und mich eingeladen, bei ihr vorübergehend zu wohnen.

Ohne sie und Frau Weiss hätte ich es nicht geschafft zu verhindern, dass Ömer nach einem Jahr mir nachreisen konnte.”

Gül seufzt, Frau Schulz bestellt neuen Kaffee und fragt leise nach der Reaktion von Güls Familie auf ihre Weigerung hin. Die Tatsache, dass Gül wieder bei ihrer Familie lebt, legt Frau Schulz den Schluss nahe, dass Güls Familie eingelenkt hat. Dennnoch kann sie sich nicht vorstellen, dass Güls Mutter die Verweigwerung von Gül gutheissen konnte, denn die Trennung von dem Gatten hatte wahrscheinlich das Zerwürfnis mit seiner und ihrer Familie in Anatolien zur Folge. Konnten sich die Eltern je wieder in ihrem Dorf sehen lassen, in dem die Ehre der Familie zum zweiten Mal “verspielt” worden war?

Gül löst sich aus ihren Gedanken, zieht zum ersten Mal während des Gespräches eine Zigarettenschachtel aus der Tasche, lässt sie aber gleich wieder zurückgleiten. Der bestellte Kaffee kommt und Gül nippt.

“Während ich im Frauenhaus war,  ist Frau Weiss zu meinen Eltern gegangen. Sie hat ihnen erklärt, dass Zwangsheirat illegal sei und ich meine Eltern anzeigen könne. Wenn ich es nicht täte, würde sie es tun, falls meine Eltern die Trennung von Ömer nicht tolerieren würden. Sie trat sehr entschieden auf, zeigte auf Formulare und Paragraphen, die meine Eltern einschüchterten. Mein Vater unterschrieb, dass er keine Wohnung für seine Tochter und ihren Mann gefunden habe und auch keine Absicht habe, das Paar finanziell zu unterstützen.

Meine Mutter, die nicht lesen und schreiben kann, unterzeichnete alles mit Xen; ihre größte Sorge war, dass irgendeine Behörde oder die Familie in der Türkei Geld von ihr verlangen könnten. Angeblich mussten sie einen kleinen Betrag an die Migrationsbehörde zahlen, den sie prompt von mir zurück verlangten.”

Gül lacht gequält auf. “Eigentlich hätte alles mein Bruder bezahlen müssen, denn der war an allem schuld, oder?”

Gül und die Geister

Anne Schmidt

Vorwürfe

Trotz all dieser Überlegungen ist Frau Schulz erschüttert. Zugleich stellt sie sich die Frage nach ihrer eigenen Hilfeleistung. Warum hat sie kein Gespräch mit Gül geführt, als diese – Daumen lutschend – den Bekenntnissen ihrer Freundinnen lauschte? Warum hat sie Gül nicht auf der Klassenreise nach den Gründen für nächtliches Einnässen gefragt? Sie hätte sich denken müssen, dass mit Gül etwas nicht stimmte, aber sie hatte nicht indiskret sein wollen, hatte geglaubt, Gül würde von sich aus das Gespräch suchen, wenn sie es brauchte.

Aber Gül hatte still zugehört  wenn Jenny und Nuren von den Jungs erzählten, die sie anhimmelten oder von denen sie angehimmelt wurden; meistens liefen die Sympathien nicht parallel, sodass sich öfter kleine Dramen anbahnten, die in letzter Minute abgewendet werden konnten. Gül erinnert sie daran, dass Nuren Stunden lang gesucht werden musste, bis sie jemand weinend am Straßenrand an einer Ausfallstraße fand, wo sie sich aus Liebeskummer vor einen Lastwagen hatte werfen wollen.

Gül erzählt von diesem Vorfall, als hätte er gestern stattgefunden.

“Verstehen Sie, Frau Schulz, dass ich meine eigenen Probleme hinter dem Stress, den die anderen Mädchen hatten, gut verstecken konnte? Ich wollte nicht an zu Hause denken. Sie und Herr Müller hatten so viel mit den Anderen zu tun, dass ich Sie nicht mit meiner Familiengeschichte belästigen wollte; sie sollte für zehn Tage nicht mehr vohanden sein.”

Frau Schulz fragt, ob sie etwas von dem Besuch der Anderen bei “Wildwasser” erfahren habe.

Gül lächelt: “Ich war selber mit Jenny dort.” Frau Schulz ist erstaunt, weil sie nur die drei anderen Mädchen dort angemeldet hatte. “Das stimmt,” pflichtet ihr Gül bei, “ich bin mit Jenny später noch einmal hingegangen, aber ich habe nichts gesagt. Jenny hat von ihrer Mutter erzählt, die von ihrem arabischen Liebhaber mehrere Tage in einem Keller gefangen worden sei. Ich konnte das, was mit der Mutter dort angeblich passiert war, kaum glauben. Ich habe nur zugehört und selber keinen Ton gesagt. Mein eigenes Problem kam mir plötzlich zu unwichtig vor, um Jenny zu unterbrechen.”

Gül kratzt mit dem Löffelchen den letzten Rest Zucker aus ihrer Kaffeetasse.

“Jetzt habe ich vielleicht aids,” platzt es aus ihr heraus. “Meinen Mann bin ich zwar losgeworden, aber selber muss ich vielleicht bald sterben.” Sie sieht Frau Schulz fast trotzig an. Frau Schulz legt ihre Hand auf Güls Arm.

“Wie bist du deinen Mann losgeworden?”, fragt sie möglichst unaufgeregt.

“Eine Sozialarbeiterin in der Klinik hat mir geholfen, die richtigen Schritte zu tun. Wie Sie vielleicht wissen, muss nach einer Heirat in der Türkei der türkische Ehepartner ein Jahr warten, bis er für Deutschland ein Visum bekommt. Und auch das nicht immer. Das war mein Glück. Als ich nach den schrecklichen Tagen in Anatolien wieder nach Berlin zurückkam, hatte meine älteste Schwester mich inzwischen von der Schule abgemeldet und mir einen Job bei einer Firma für Gebäudereinigung besorgt. Ich wohnte weiterhin bei meinen Eltern und musste mir jeden Tag anhören, wie teuer die Wiederherstellung meiner Ehre gewesen sei und dass ich alle Ausgaben natürlich zurückzahlen müsse. Jeden Tag, wenn ich von der Arbeit kam, zeigte mir meine Mutter auf dem Kalender, wie viele Monate und Tage es noch bis zum Eintreffen von Ömer dauern werde.  Ich konnte kaum noch essen, redete mit niemandem und hatte bald keine Kraft mehr, die schwere Bohnermaschine zu bedienen.  Ich ließ mir vom Arzt Schmerzmittel verschreiben und nahm noch am selben Abend zehn Pillen auf einmal.”

Podróż przez Polskę

Ewa Maria Slaska

Byłam…

Byłam w Polsce. W dwóch dużych miastach i kilku małych. Polska jest piękna, nawet ta w ruinie, wyglądała jak kosz kwiatów. Było słonecznie i wszędzie kwitły sady… Kocham Polskę.
Polska jest obrzydliwa, nawet w tej nie zrujnowanej czają się złe myśli, zacofanie, ciemnogród, przepisywanie historii na nowo i po swojemu… Nie cierpię Polski.

Gender (2)Na wyższej uczelni gazetki ścienne jak za czasów komuny, tylko zamiast socjalistycznych hasełek Gender i Chazan. Nie doczytałam, ale zdaje się, że jest felietonistą-komentatorem w jakiejś obskuranckiej gazecinie. Twierdzi, że wirus Zika nie uprawnia aborcji i powołuje się na deklarację episkopatu… Brazylii.

W pięknym mieście, w którym mordowano Polaków i Żydów, dominują tablice upamiętniające Piłsudskiego, Legiony, Żołnierzy Wyklętych, ofiary socjalizmu, Katyń i Smoleńsk. Pozostała część Historii przestała się liczyć.

Tak będzie wszędzie po drodze, dopóki nie opuścimy “prawdziwej” Polski i nie wjedziemy na autostradę.

tablice

Gdzie niegdzie pozostają resztki po pamięci, można by rzec – pamiątkowe śmieci…

pamiatkowesmieci

Czasem wchodzisz i masz poczucie, że jesteś “u siebie”, jest dobrze, po franciszkańsku wręcz…

podroz po polsce (42)

…dobra kawa, wegetariańskie jedzenie, książki, sztuka, filozofia… właściciele z dużym poczuciem humoru i smaku potrafili zrobić coś wśród ruin, podoba ci się. Kupujesz książkę, pijesz kawę…

kawiarnia

Tymczasem w intencji dobrej propsperity wśród filozofii, francji, elegancji, gdzie jesz bułkę przez bibułkę, ustawiono…

Żyd z pieniążkiem, papużka na katarynce, podkowa nad drzwiami…

W całym mieście śluby. Kolejka do ślubu, kolejka ślubów, kolejka do składania życzeń. Takie same panny młode, takie same nogi…

podroz po polsce (18) podroz po polsce (19)

Właśnie rzucam w kosmos retoryczne pytanie, dlaczego? Dlaczego wszystko jest takie samo, gdy w zaułku pojawia się dziewczyna z Malczewskiego i Przybyszewskiego…

podroz po polsce (15)

To też Polska… Ta młoda para uratowała moją podróż po kraju ojczystym. Jeszcze nie wszystko zabrali oni, sklonowani, tacy sami, ciemni, bez cienia własnej myśli, jeszcze są ta dziewczyna i jej mąż, i ich świadkowie…

PS. Wracam do Berlina. Sąsiad (aka Berlin-Knipser) podsyła mi kilka nowych zdjęć. Jaka to ulga, gdy po porcji patetycznego patriotyzmu wraca się do berlińskiej arogancji, ironii i luzu. Golasy i pomnik słonia… Niech żyje Berlin!



Krieg der Gül

Anne Schmidt

Nachtschatten

Frau Schulz kann sich erinnern, dass Gül ihr mal erzählte, dass ihr Bruder manchmal  Haschisch rauche und bekifft nach Hause komme.
“Haben deine Eltern denn gar nichts bemerkt?”
“Doch,”schluchzt Gül, “als er das erste Mal nachts zu mir ins Bett gekommen ist, war ich steif vor Schreck. Ich konnte nicht aufstehen und weglaufen. Ich war 10 Jahre alt und hatte noch keinen Ansatz von Busen; trotzdem hat er mich auch dort berührt. Er hat meine Brust geknetet und behauptet, davon würde sie schneller wachsen. Dann hat er sich auf mich gelegt und sich so lange hin- und herbewegt, bis es feucht und klebrig auf meinen Oberschenkeln wurde. Ich habe die ganze Zeit geweint vor Ekel, Angst und Scham. Aber ich habe mich nicht getraut, zu schreien.”

Gül bricht in Tränen aus. “Das Schlimmste,” schluchzt sie,” war, dass mir meine Mutter am nächsten Morgen nichts glauben wollte. Er habe geschworen, seinen Schwestern nie wieder etwas anzutun; ich hatte nie bemerkt, dass er nachts meine Schwestern, Aishe und Emine, in ihren Betten belästigt hatte, obwohl wir in einem Zimmer schliefen.
Meinen Schwestern hatte sie geglaubt und meinen Vater informiert; mir wollte sie nicht glauben.
Meinem Vater wollte ich nichts sagen, weil ich vor ihm Angst hatte. Obwohl er immer sehr lieb zu mir war, hatte ich Angst vor seinem seltsamen Lächeln, das anders war als früher. Als ich noch kleiner war, hat er mich immer auf den Schoß genommen und mir ins Ohr geflüstert, dass ich seine Lieblingstochter sei, seine Rose.”

Gül seufzt tief und schaut gedankenverloren zurück.

Frau Schulz überlegt, ob dieser liebevolle Vater seine Tochter zu sehr liebte und sie aus eigenem Schuldbewusstsein heraus nicht vor einer Zwangsheirat bewahren wollte.
Sie will Gül nicht fragen, denn die Erinnerungen scheinen Gül zu überspülen.

Schließlich kommt sie wieder in die Gegenwart zurück: “Sie können sich nicht vorstellen, wie das ist, wenn man nachts aufwacht von der zuschlagenden Wohnungstür und auf die Schritte horcht. Immer, wenn die Tür laut zufiel, wusste ich, Mehmed hat gekifft und wenn er gekifft hatte, kam er zu mir ins Bett gekrochen. Ich lag starr vor Angst unter meiner Decke und hatte die Zipfel fest in meinen Fäusten. Aber das nützte natürlich  nichts.

Ich rief leise die Namen meiner Schwestern, aber die schliefen fest oder taten so, als schliefen sie.

Mein Bruder riss mir die Decke aus den Fäusten und hielt mir den Mund zu, während er sich auf mich wälzte; er schob mein Nachthemd hoch, stopfte mir einen Zipfel in den Mund  und befingerte mich überall; irgendwann fing er an herumzuruckeln und  zu stöhnen. Ich versuchte immer, an die Schule zu denken oder an meine Freundinnen. Während seine rissigen Hände meinen Körper bearbeiteten, war ich ganz weit weg.”

Gül stockt, weitere Einzelheiten kann sie nicht aussprechen; die Scham ist zu groß. Sie weiss, dass sexueller Missbrauch in türkischen und arabischen Familien häufig vorkommt; dennnoch fühlt sie sich beschmutzt und mitschuldig. Ihr Mutter hat ihr immer wieder vorgeworfen, dass sie selber schuld sei, weil sie kein Kopftuch trage und sich westlich kleide. Ihren Schwestern machte sie diesen Vorwurf nicht, obwohl auch sie sich europäisch kleideten. Aber Aishe und Emine waren dicck und wirkten wesentlich unattraktiver als die schlanke, langbeinige Gül mit dem ebenmäßigen Gesicht.

“Immer, wenn er nachts bei mir gewesen war, war morgens mein Laken nass und meine Mutter beschimpfte mich als stinkende Hure.”

Frau Schulz kann ihre Empörung kaum zurückhalten. Wie muss eine Mutter konzipiert sein, wenn sie ihre Tochter für die Übergriffe des eigenen Sohne verantwortlich macht, obwohl sie sie hätte verhindern müssen?
Welche archaischen Vorstellungen oder Erfahrungen könnten diese Frau belasten, die ihre Kindheit in einem anatolischen Dorf verbracht hat und ohne kulturelle und sprachliche Vorbereitung in eine europäische Großstadt katapultiert wurde. Frau Schulz muss an den Film “60qm Deutschland” denken, in dem die junge Kurdin aus Ost-Anatolien sich von ihrem Mann in einer Hamburger Wohnung einsperren und wie eine Hündin behandeln lassen muss.
Güls Mutter kam nie in die Schule, weil sie kein Deutsch spricht, geht nie alleine einkaufen und kann weder lesen noch schreiben. War auch sie immer ihrem Mann ausgeliefert gewesen?

Gül, der Name der Rose

Anne Schmidt

Bekenntnis 5

Gül versinkt in Traurigkeit und Nachdenken. “Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich von der Schule abgehe und heirate.”
Frau Schulz glaubt, nicht richtig gehört zu haben. Unvorstellbar, dass die  pummelige Frau, die in Pluderhosen und Kopftuch ihre Wohnung saugte, als Frau Schulz wegen einer Einverständniserklärung an der Tür klingelte, dass diese kleine anatolische Bäuerin ihrer großen, intelligenten Tochter die Zukunft verbauen wollte.
Frau Schulz ist entgeistert.
“Jetzt bin ich Putzfrau,” sagt Gül.
Frau Schulz hat Mühe ihre Empörung zu zügeln.
“Aber warum wollte sie, dass du heiratest?”
Gül flüstert:” Ich sollte einen Cousin aus dem Dorf meiner Mutter heiraten, dem dafür sogar Geld geboten wurde, dass er mich nimmt.” Gül fängt an zu schluchzen.
Frau Schulz hat von solchen Kuppeleien schon öfter gehört; ihre alevitischen Schülerinnen lehnten die Arrangements durch Eltern heftig ab, während die schiitischen behaupteten, Liebesheiraten seien totaler Schwachsinn, weil die sogenannte Liebe irgendwann vorbei sei und nicht mal mehr Respekt zwischen den ehemals Liebenden bestünde.
Die Eltern jedoch hätten den richtigen Weitblick und Durchblick; sie könnten in den Familien ihrer Bekannten und Verwandten besser nach dem richtigen Mann für ihre Tochter Ausschau halten. Meistens würden der Tochter ganz unauffällig und unverbindlich mehrere junge Männer vorgeführt, unter denen sie die Wahl hätte.
Aber so war es bei Gül nicht gewesen. Sie war unerwartet überrumpelt worden mit dem Befehl, unverzüglich in die Türkei zu fahren. Gül seufzt selbstvergessen. Sie habe gehofft, in der Türkei ihre Lieblingstante auf ihre Seite ziehen zu können. Ihre Schwestern und ihr Bruder zu Hause hätten sich nicht für sie eingesetzt und ihr Vater schon gar nicht.
Frau Schulz beschleicht ein böser Verdacht, als sie an die liebevolle Zuneigung dieses Klischeebildes eines stolzen Türken denkt, wie er sich bei den Elternversammlungen seiner Tochter zugeneigt hat. Sie traut sich nicht, Gül direkt nach dem Verhältnis zu ihrem Vater zu fragen, bzw. nach seinem Verhältnis zu ihr.

Gül hebt den Kopf, schaut in die Ferne und erzählt: “In der Türkei wollten mich alle, auch meine Lieblingstante davon überzeugen, dass es das Beste für mich sei, zu heiraten. Der Cousin, den ich zuletzt als Siebenjährige gesehen hatte, ist ein kleiner, unsicherer Mensch, der etwas Lauerndes in den Augen hat. Ich fand ihn sofort unsympathisch und primitiv. Ich fragte mich, warum er ausgerechnet mich heiraten wollte, obwohl er mich gar nicht kannte. Von dem Brautpreis, den er erhalten sollte, wusste ich damals noch nichts. Jeden Tag musste ich mir die Lobeshymnen anhören, die meine Großmutter auf ihn sang. Ich hatte aber erfahren, dass er nicht einmal die Dorfschule beendet hatte und den Tag damit zubrachte, den anderen beim Arbeiten zuzuschauen und im Teehaus zu sitzen. Seine Eltern hatten immer darauf gehofft, dass er eines Tages eine reiche Verwandte aus dem fernen Norden zur Frau bekommen würde, eine, die sonst keiner haben wollte, wie ich heute weiß.”
Gül fängt wieder an zu schluchzen.
Frau Schulz umfasst tröstend ihre Hände und schaut sie mitleidend an. Sie wartet, bis Gül sich gefasst hat.
“Nach einer Woche kam der Imam und vollzog das Ritual der Trauung. Er achtete nicht auf meine Tränen, die ich nicht zurückhalten konnte. Er hatte schon oft weinende Bräute gesehen; ihm war nur das Geld wichtig, das er für die Zeremonie bekam. Alle Verwandten waren von meiner Großmutter eingeladen worden und es gab ein langes Fest mit viel Raki. Meine deutsche Familie war nicht anwesend, denn sie hatte kein Geld für den Flug übrig, nachdem sie den Brautpreis und den Hochzeitsschmaus bezahlt hatte, wie ich später erfuhr.
Gül hört auf zu sprechen und Frau Schulz wagt nicht nach der Hochzeitsnacht und den weiteren Nächten im Dorf
zu fragen. Plötzlich rafft sich Gül auf: “Er wollte mich in der Hochzeitsnacht vergewaltigen und hat mich als Nutte und Hure beschimpft; ich solle mich nicht so anstellen, hat er geschrien, ich wäre doch früher nicht so zimperlich gewesen.” Jetzt bricht Gül in Tränen aus und senkt ihr Gesicht tief über den Tisch, damit die anderen Gäste im Lokal nicht aufmerksam werden. Frau Schulz lässt ihr Zeit, die Fassung wieder zu gewinnen, reicht ihr ein Taschentuch und fragt vorsichtig nach einer Pause: “War es dein Bruder?”

Reblog: Odkrycie Davida Hoenigera…

…czyli jak czasem nie wszystko się widzi za pierwszym, czy drugim razem

Wygląda na to, że do listy tych, którzy piszą “grobowe wpisy”, dołączyła nam nowa Autorka – Małgosia Płoszaj z Rybnika. Były tu już dwa jej wpisy, przedwczoraj o miłości, a kilka miesięcy temu o patriotyzmie chłopaka z żydowskiej rodziny na Śląsku. Dziś kolejna opowieść, tym razem z serii cmentarnej.

Małgorzata Płoszaj

Przez wieki mogli tam mieszkać bez przeszkód, z jakimi niestety stykali się Żydzi w innych miastach na Śląsku. W początkach XIX w. stanowili nawet ponad 50% ogółu mieszkańców Zülz czyli Białej. Moim celem był jedynie cmentarz i miejsce po synagodze. W życiu bym nie przypuszczała, że na cmentarzu odkryję grób i nagrobek rybniczanina. I że to w dodatku będzie nagrobek, który znam od lat i który nawet na zarośniętym cmentarzu jest dość dobrze widoczny z racji wielkości. Weszliśmy sobie rodzinnie na cmentarz, ja jak zwykle osobno, bo wolę ze zmarłymi “se pogadać”, gdy nikt nie słyszy.  Kirkut jest pięknie położony na wzgórzu zwanym Kopiec. W zasadzie jest to grodzisko, na którym założono cmentarz w pierwszej połowie XVII w. Macewy, w większości bardzo tradycyjne, bo taka też była tutejsza społeczność, mimo iż podlegała wpływom Haskali, naturalnie się poddają wpływowi przyrody i czasu.

Biala cmentarz

Biala grob Hoenigera (1) Zeszłam z grodziska w stronę macew i skierowałam się w stronę leżącej macewy z laską i oplecionym wokół niej wężem Eskulapa, symbolem medycyny.

Ileż razy stałam przy tym nagrobku. No, na pewno tyle razy, ile byłam na tym kirkucie, więc z sześć. I nigdy, naprawdę nigdy mnie nie oświeciło, by spuścić ten swój zakuty łeb trochę niżej i poczytać niemieckie literki. Co najlepsze, na starych zdjęciach sprzed lat, mam tę macewę.

Biala 1

Tym razem chyba jednak sam doktor David Hoeniger kazał mi przyjechać na cmentarz, a potem pochylić się nad jego nagrobkiem. Kucnęłam więc i czytam. Dr. David Hoeniger. Już mnie tknęło. U nas byli tacy Żydzi! Czytam dalej: Kgl. Sanitatsrath – Królewski Radca Sanitarny, czyli taki “ober doktor” – szycha. Biorę “brele”, dotykam palcami napisu i ciśnienie mi skacze: Geb. in Rybnick 14 Juni 1815, Gest. in Zülz 16 Sept. 1885. Urodzony w Rybniku, zmarły w Zülz. Mój!!! A raczej nasz rodak! Narobiłam wrzasku, że aż Młoda myślała, że dostaję ataku epilepsji.

Biala 3

Dr Hoeniger chyba chciał, bym ponownie przyjechała na ten cmentarz i to on mnie przywołał. Wierzę w takie “śmoje boje”. Zaczęłam go delikatnie odmiatać, wycierać, zostawiłam mu kamyczek, na odchodnym popieściłam, a z głową pełną skołatanych myśli nie byłam już w stanie zbytnio skoncentrować się na dokładnym robieniu zdjęć reszcie cmentarza. Takie odkrycia są dla mnie niesamowicie ważne, gdyż niewielu z naszych rybnickich Żydów może w spokoju czekać na przyjście Mesjasza.

Po powrocie do domu zaczęłam przekopywanie laptopa i internetu w poszukiwaniu informacji o doktorze. Oczywiście moje zapiski z raciborskiego archiwum potwierdziły, że doktor urodził się w Rybniku. Był drugim synem Moritza i Cecylii.

urodzenie Dawid Hoeniger

Pierworodny Jonas zmarł, gdy miał 10 miesięcy. Może mohel z Wodzisławia coś pokićkał i chłopczyk zmarł po jakimś czasie w wyniku zakażenia, kto wie. Tata Moritz, w księgach podawany jako destylator, kupiec, a z czasem właściciel karczmy, żonie nie odpuszczał :mrgreen: i w rok po śmierci Jonasa przyszedł na świat nasz David. Tym razem, ten sam mohel wsio załatwił jak trzeba, albo chłopczyk był po prostu silny. Nie minęły dwa lata, a narodził się kolejny syn Cecylii i Moritza – Israel. Moritz pozwalał żonie ciut regenerować siły po każdym porodzie i nie możemy powiedzieć, że u Hoenigerów „co rok to prorok” był. Mieli cykl płodzenia i rodzenia dwuletni. Pierwsza córeczka Hanne urodziła się jako szósta. Łącznie Cecylia urodziła 10 dzieci, ostatnie w wieku 39 lat. Mój David ani chybi zdolny był. Tak sobie myślę, że nie pasowało mu stanie za kontuarem i sprzedawanie wódki. Nie doszłam do tego, gdzie skończył szkoły średnie, wiem za to gdzie studiował. Otóż w samej stolicy czyli Berlinie. Pracę doktorską obronił w 1842 r. Jego dysertacja dotyczyła zapalenia oskrzeli. Za trzy lata wziął ślub w Gliwicach z Jette Frohlich.

doktorat Hoenigera 1842

Zulz rynek z widokiem na synagogePodejrzewam, że do Zülz przybył w okolicy roku 1843-1844. Być może zamieszkał przy rynku? Śląska Biblioteka Cyfrowa ma w swoich zasobach kronikę miasta, w której o dziejach tamtejszych Żydów pisał dr Israel Rabin – docent żydowskiego seminarium teologicznego z Wrocławia. Tenże docent, opisując tradycyjne podejście gminy do wielu spraw, jak choćby używanie języka hebrajskiego, nawet przy sporządzaniu zwykłych pism (wówczas już w większości miast pruskich były one pisane w języku niemieckim), podaje przykład protokołu, w którym właśnie wymienia się dra Hoenigera. Ponoć lubianego i bardzo szanowanego. Wspomniana przeze mnie kronika jest napisana niemieckim gotykiem i na jej przeglądnięcie (no bo nie przeczytanie) straciłam jedną noc. Szukałam tylko słowa „Hoeniger”. Znalazłam dwa, ale gotyk to mogę podziwiać w kościołach i na tym koniec. Znajoma coś niecoś skumała, ale nie były to powalające informacje. Był lubiany, a w 1861 został jakby radnym. Domyślam się, że skoro na nagrobku widnieje napis Królewski radca sanitarny, to na pewno był w tym miasteczku ważną i znaną personą.

Znaną osobą został też jego syn, czyli wnuk rybnickiego karczmarza. Tu powinnam właśnie wspomnieć co się stało z rodzicami dra Davida Hoenigera. Otóż ojciec Moritz zmarł w wieku 62 lat 31 stycznia 1848 r. I zaraz zawołał do siebie Cecylię, która odeszła z tego świata mając 56 lat – niecałe dwa i pół miesiąca po swym mężu.

zgon Moritz i Cecylia

Wracam do syna doktora Hoenigera i zarazem wnuka płodnej Cilki i karczmarza Moritza. Johann Hoeniger urodził się w Zülz w 1850 r., więc dziadkowie nie doczekali jego narodzin. Początkowo uczył się w Raciborzu fachu murarskiego, potem zaczął naukę w szkole budowlanej w Höxter w Północnej Nadrenii, by ostatecznie ukończyć berlińską Akademię Architektury. Podróże do Włoch i Francji otworzyły mu horyzonty, został poważanym i uznanym architektem pracującym głownie dla społeczności żydowskiej Berlina. Zaprojektował kilka synagog. Do naszych czasów przetrwała synagoga przy Rykestrasse na 2000 miejsc siedzących. Na jego desce kreślarskiej powstawały projekty m.in. gimnazjum dla dziewcząt, szkoły dla chłopców żydowskich, budynków na cmentarzu przy Schönhauser Alllee, hali pogrzebowej na cmentarzu w Weissensee, prywatnych kamienic, kolonii dla robotników w Weissensee i wiele innych. Jego dzieła stoją w Berlinie do dziś. Zmarł w 1913 r. Jego grób znajduje się na berlińskim cmentarzu żydowskim w Wiessensee. Skromny nagrobek odnowiono jakiś czas temu.

Johann Hoeniger

Pochowana z nim jest żona, której rodowe nazwisko też brzmiało Hoeniger, choć pochodziła z Inowrocławia. Może była córką Samuela Hoenigera – współzałożyciela uzdrowiska w tym mieście? Jak widzicie na zdjęciu obok, pani Hoenigerowa na szczęście nie doczekała dnia, w którym mogłaby zobaczyć, jak płoną dzieła jej męża. Zmarła jeszcze przed Nocą Kryształową, choć w 1938 r. Przy grobie małżonków widać płytę nagrobną ich córki zmarłej w Londynie. Ciekawe w jaki sposób udało jej się wyjechać z nazistowskich Niemiec? Raczej do odpowiedzi na to pytanie nie dojdę. Czy spoczywa wraz z rodzicami, czy to tylko tablica? Nie wiem.

S.HoenigerCilka i Moritz w sumie mieli dziesięcioro dzieci, z czego dwóch chłopców zmarło w niemowlęctwie. Jednego syna przedstawiłam tu na tyle, na ile potrafiłam. Przy okazji szukania informacji o nim, trafiłam jeszcze na zdjęcie grobu najmłodszego z potomków – Samuela urodzonego w 1829 r. To chyba też był kolejny mądraliński w rodzie, bowiem na jego grobie widnieje napis Koenigl. Justizrat, czyli Królewski Radca Prawny, zmarły w Halle a pochowany na tym samym cmentarzu co syn jego starszego brata. Samuela już rozkminiać nie dam rady, bo dochodzi druga w nocy i czas na spanie.

Aaa, a Hoenigerów w Rybniku było multum. Jednak Ci trzej mogą być dopisani do listy U nas nieznani, a gdzieś uznani. Bo tym, że wnuk rybnickiego karczmarza został aż tak cenionym i uznanym architektem, to możemy i powinniśmy się chwalić.

Zdjęcia pochodzą ze strony http://data.jewishgen.org/, Śląskiej Biblioteki Cyfrowej oraz z mojego aparatu.