Alexandras Wohnung / Alexandra’s flat

Von der Redaktion über Aleksandra Hołownia

Heute gibt es Alexandras Veranstaltung in der Regenbogenfabrik. Man braucht sie hier, auf diesem Blog nicht vorzustellen- sie ist bei uns so wie in Berlin und in der ganz großen Welt sehr bekannt. Sehet nur HIER, und HIER, und HIER, und HIER, und HIER. Unsere Autorin, Johanna Rubinroth, machte für Kowalski und Schmidt einen Film über sie – Provokation in pink.

Kommt alle, es wird kleine Filme geben, Gespräche, künstlerische Interaktionen, eine Mini-Ausstellung, Kostümanprobe, Verkauf…

Wo: Kino in der Regenbogenfabrik / Lausitzer Str. 22 (im Hof) / Berlin 10999

Und als Kostprobe – ein paar Fotos von der Alexandras Wohnung in Prenzlauer Berg. Verrückt!

w kuchni X aleksandra-pokoj-doppelX Alex Stube 3 X Alex Zimmer 2-doppeltX Alex Zimmer 7X

 

Die kleine große Welt (3)

Es war lange vor der Globalisierung und vor den Handys, vor Skype, als das Telefonieren ins Ausland Stunden dauerte und man immer wieder nur Besetztzeichen hörte und es trotzdem weiter versuchte, bis zur Erschöpfung. Damals gab es auch Geschichten von der kleinen großen Welt.

Monika Wrzosek-Müller

Uppsala

Sie war bei ihrer Schwester in Uppsala zu Besuch. Es war das erste Mal in Schweden, das Land schien ihr unheimlich sauber, aufgeräumt, langweilig, aber zugleich sehr vertrauenerweckend, irgendwie sicher. Sogar die Natur gedieh dort besser, die Luft war sauber, frisch, vieles wirkte wie Miniatur: Städte wie Häuser; nur Kirchen und Schlösser waren imposant, überdurchschnittlich groß. Die Leute waren ganz hell angezogen und bei jedem Sonnenstrahl zogen sie ihre Mäntel aus und gingen in weißen T-Shirts spazieren, auch wenn die Temperaturen eher nicht dazu einluden.

Das rosafarbene Schloss (slott) in Uppsala ist riesig, massig, sieht eher aus wie ein großer Felsen. Aber es ist ein gutes Ziel für Spaziergänge, ringsherum gibt es Parks, ganz in der Nähe fließt der Fluss Frison. Das Gebäude selbst steht etwas erhöht auf einem Plateau, das rund um das Schloss sorgfältig angelegt ist. Von hier aus, kann man viel von Uppsala sehen, auch den Linné-Garten (Linnéträdgarden), den ältesten botanischen Garten Schwedens.

Dort, im Linné-Garten, starteten wir an einem sonnigen Nachmittag unseren Spaziergang, meine Schwester und ich. Wir wollten reden, allein sein ohne unsere Männer und Kinder (oder waren die Kinder damals noch gar nicht da?), erzählen, was in letzten Jahren alles passiert war. Wir hatten uns lange nicht mehr gesehen. Im Botanischen Garten umkreisten wir die Rabatten und die gepflegten Beete, ohne sie besonders zu beachten. Unser Gespräch kreiste um Polen, um die Umstände meiner Ausreise und mein jetziges Leben, in dem ich noch nicht angekommen war. Sie erzählte von ihrem Studium an der pädagogischen Musikhochschule in Stockholm. Wir besprachen, vielleicht tratschten wir ein bisschen, über alle unsere Bekannten und was mit ihnen in den letzten Jahren passiert war; wer in Polen geblieben war, wer emigriert… Ab und zu hatte ich das Gefühl, jemand würde uns folgen und als ich mich umdrehte, sah ich tatsächlich einen Mann, der uns zuzuhören schien. Da ich in Warschau vom Sicherheitsdienst überwacht worden war, machte mich der Mann nervös, und so entschieden wir zum Schloss zu laufen. Dort standen wir lange auf dem Plateau und schauten auf die Stadt und meine Schwester erklärte mir alle Sehenswürdigkeiten, die man erblicken konnte. Später kamen wir dann auf die Umstände meiner Entlassung als Mitarbeiterin des polnischen Fernsehens in Warschau zurück. Im polnischen Fernsehen hatten die sogenannten Verifizierungsgespräche am frühesten begonnen, gleich nach der Verhängung des Kriegsrechts, ich wurde 45 Minuten lang verhört und fast gezwungen zu sagen, dass meine Zugehörigkeit zur „Solidarność“ ein Irrtum gewesen sei und ich das jetzt alles ablehne. Da dem aber nicht so war, löcherten sie mich, ich solle andere Namen angeben – wer bei „Solidarność“ sonst noch mitgemacht hätte. Und dann erklärten sie mir: Wir haben sie so lange hier sitzen lassen, weil wir gehofft habe, dass sie Vernunft annehmen, bei Ihrem Namen (dem Namen meines Ex) hätte man das wohl erwarten können, aber leider sehe es nicht danach aus. Jetzt kamen sie mit Anschuldigungen: Sie haben bei der Intervision für Kubanerinnen Sachen eingekauft, die bei ihnen im Land verboten waren, Sie haben sich mit einer Tschechin angefreundet, die zu einer Dissidentengruppe gehört hat, Sie haben sich geweigert, die Tonbandaufnahmen der mitgeschnittenen Gespräche von westdeutschen Journalisten abzuhören und zu übersetzen… so ging es lange weiter. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, mich zu erklären, sowieso hörten sie mir gar nicht richtig zu.

Jemand räusperte sich hinter meinem Rücken, ich erschrak. Es war derselbe Mann vom Linné-Garten. Groß war er nicht, eher untersetzt und rundlich, kräftig gebaut, er hatte blasse blaue Augen, die tief in den Augenhöhlen lagen, um die sich kleine Fältchen bildeten. Es war schwierig, sein Alter zu schätzen; er hätte genauso gut 35 oder fast 50 sein können, mit den wenigen blonden Haaren und dem runden bulligen Kopf.

Er stand jetzt neben uns und betrachtete mich eindringlich. Er sprach Englisch mit einem slawischen Akzent, aber eher keinem polnischen. Er redete jetzt wie ein Wasserfall, leider verstanden wir nur die Hälfte; es ging offenbar darum, dass seine Frau, Verlobte, Ex-Frau oder Freundin mich angeblich kennen würde. Was es damit auf sich hatte, verstand ich letztlich nicht. Er redete auch von Astrologie, Aszendenzen und irgendwelchen günstigen Planetenkonstellationen. Was das alles zu bedeuten hatte, vermochten wir nicht zu begreifen. Er fing an, mir meine Geschichte zu erzählen, warum ich aus Polen weggegangen war, wo ich jetzt lebte. Es war eine Mischung aus Wahrsagerei und Fetzen von Mitgehörtem. Meine Schwester versuchte mich wegzuziehen und nicht auf ihn zu hören. Er interessierte sich auch kaum für sie, war wie verhext auf mich fixiert. Mir schien, als wäre sehr viel Zeit vergangen, und dann stellte ich ihm Fragen: Was hatte er vorhin mit der Frau gemeint, wo war der Zusammenhang zu mir?

Wir schlugen vor, in ein Café zu gehen. Die Sonne sank langsam, und es wurde deutlich kühler. Das Licht war immer noch so scharf, frisch, alles war in einen rosafarbenen Schein gehüllt.

Wir setzten uns also in ein Café, und er fing sofort an zu erzählen. Seine Ex-Frau hatte in Polen an den Intervisionskonferenzen teilgenommen; da habe sie eine junge Polin kennengelernt, die in Warschau lebte und beim Fernsehen arbeitete, und die hieße Monika. Er war sich sicher, dass ich die Frau sei. Denn er beschäftige sich mit Astrologie, und ich passe genau in das Muster. In welches Muster? Ich erinnerte mich an eine Tschechin, war aber nicht mit ihr befreundet, wir hatten uns nur ein paar Mal unterhalten, ich fand sie interessant, aber von einer Freundschaft konnte keine Rede sein.

Er war sichtlich erregt und bewegt, ich konnte wenig helfen, um das Bild von seiner Frau zu vervollständigen. Es war schwierig, die ganze Situation aufzulösen. Wir tranken unseren Kaffee aus, und dann wollten meine Schwester und ich gehen. Er bestand aber darauf, mir seine Telefonnummer zu geben; zum Glück verlangte er meine nicht. Bis heute weiß ich nicht, was da geschehen war und worum es wirklich ging.

Die kleine große Welt

Monika Wrzosek-Müller

Walauwa

Zwar bietet sich der Begriff Globalisierung bei dieser Art von Geschichten an, doch will ich sie nicht so erzählen. Globalisierung ist für mich etwas, das eher in Facebook und in der Wirtschaft passiert, bei den Banken und in der „ganz großen“ Welt. Als Facebook mir die Anfrage mit dem Namen des Bruders eines Bekannten aus Sri Lanka zuschickte, den ich vor 15 Jahren in Bentota kennengelernt habe, bedeutete das für mich Globalisierung. Sein jüngerer Bruder war der kluge, sollte lernen, sich weiterentwickeln, während der ältere nach dem Tod des Vaters den Unterhalt verdienen musste. Der Jüngere wurde auch Ingenieur, und offensichtlich trat er Facebook bei, wo der Kontakt an mich vermittelt wurde; das ist für mich beängstigende Globalisierung, wer hat das wie herausgefunden, wo war die Schnittstelle…?

Sie ging am Strand, entlang der Wasserlinie; das Meer schlug dumpf und schwer, die Wellen kamen langsam, majestätisch und brachen mit Getöse; das Wasser war trübe, gelblich und wie ölig, schwer und bedrohlich. Das Licht war weiß, die Sonne sah man kaum, aber irgendwo an den hellsten Stellen vermutete man sie, denn es war entsetzlich heiß, dazu kam erdrückende Schwüle, Feuchtigkeit und so etwas wie Nebel. Dadurch war der Sand nicht so glühend heiß, man konnte die Fußsohlen aufsetzen, ohne mit Verbrennungen rechnen zu müssen. Sie ging schnell, ohne sich umzuschauen; es waren auch nur wenige Menschen am Strand, nur verwilderte, halb verhungerte Hunde mit ihren Welpen, die an kleine Monster erinnerten. Im Hintergrund wedelten die Palmen mit ihren Kronen, Vögel flogen, manchmal schrien kleine Papageien, die immer zu zweit Streit suchten…

Ans Schwimmen oder Baden war nicht zu denken, denn das Wasser war viel zu aufgewühlt, es zog richtig rein, es nutzten auch die Wellenbrecher nichts, man konnte sich auf den Beinen nicht halten. Sie hielt den Kopf gesenkt, und doch wurde sie immer wieder von den beach boys angesprochen; how are you? Weiter ging die Konversation nicht, das waren ihre einzigen Vokabeln… man musste nur beharrlich schweigen, irgendwann gaben sie auf.

In der Ferne sah ich eine einsame weiße, junge Frau sich auf mich zu bewegen. Sie ging mit forschen Schritten, so als ob die Hitze, die Feuchtigkeit und all die anderen Widrigkeiten ihr nichts anhaben könnten. Sie antwortete auch nicht auf die plumpen Anmachversuche. Lachte dabei aber vergnügt und war auch nicht böse, es schien ihr vielleicht sogar zu gefallen, dass sie den anderen gefiel.

Bald stand sie vor mir; sie war sichtlich überrascht eine weiße Frau zu sehen und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass sie aus der Schweiz kam und in demselben Hotel/Villa in Walauwa wohnte wie ich. Wir gingen jetzt langsamer und erzählten uns voneinander, warum wir auf dieser kleinen Insel mitten im Indischen Ozean gelandet waren. Sie machte eine Ayurveda-Kur, ich nahm an einem Seminar über die Anwendung von Ayurveda teil. Nach und nach erzählten wir uns immer mehr Einzelheiten aus unserem Leben. Es stellte sich heraus, dass sie aus Lausanne stammte oder dort lebte und arbeitete, als Journalistin. Ganz spontan kam mir der Satz, ach da kenne ich einen jungen Journalisten, der bei „Hebdo“ arbeitet. Sie freute sich und erzählte mir, dass sie die ganze Redaktion des Lausanner „Hebdo“ kenne. Wir stießen irgendwann auf den kleinen Pfad, der durch den grünen Gürtel mit üppiger tropischen Vegetation, langstieligen Palmen mit feinen Palmenblättern und hängenden Kokosnüssen und dann über die Bahngleise zu unserem wunderschönen Hotel führte. Man musste dabei über den hohen Bahndamm klettern, der dann bei dem Tsunami völlig weggeschwemmt worden ist, und die chaotische Küstenstraße (übrigens die einzige) unbeschadet überqueren und schon trat man in den wunderschönen Garten der alten Kolonialvilla ein.

Wir verabredeten uns zum Abendessen, das in einer Stunde stattfinden sollte. Ich freute mich, dass ich eine Tischgenossin haben würde. Kurz nach 19.00 Uhr ging ich nach unten, sie saß schon unter dem Palmenblätterdach und trank ihren Tee. Sie hatte von den drei ayurvedischen Doshas zu viel Vata und musste auch bestimmte eine Diät einhalten; trotzdem war das Essen wunderbar, beide durften wir Fisch essen, was selten bei ayurvedischen Kuren erlaubt war, mit viel Gemüse, beide tranken wir dazu unsere Tees und lauwarmes abgekochtes Wasser. Inzwischen wurde es ganz dunkel, das passierte in den Breitengraden so schnell, von einem Augenblick zum anderen, dass man jedes Mal staunte.

Irgendwann fingen wir an uns unsere Lebensgeschichten zu erzählen. Sie vertraute mir an, dass sie lange Jahre mit einem Redakteur von „Hebdo“ liiert war, aber inzwischen hatten sie sich getrennt, sie würde der Beziehung immer noch nachtrauern, doch er war verheiratet, hatte zwei Kinder, und seine Frau würde leiden. Leichthin warf ich ein, dass ich nur von der Zeitungsleuten nur diesen Michel kenne, der aber schon ein Charmeur war… Sie wurde nachdenklich und eröffnete mir, dass ihr Freund tatsächlich Michel hieß. Da fing ich an ihr zu erzählen, wie ich ihren Michel in Paris eines späten Nachmittags in einer Wohnung unserer Freunde getroffen habe; er war nämlich gekommen, um seine ungarische Freundin zu besuchen, und sie hatten sich, wie sie ganz reizend erzählte, ein „bisschen geliebt“, aber nun sei alles vorbei… Wir zählten die Jahre hin und her, was war wann, vorher und danach; was herauskam war: just in dem Jahr hatte ihre Beziehung mit Michel angefangen, nach dem Sommer, im Frühherbst, und sie dauerte lange Jahre. Und wir saßen noch lange an diesem Abend staunend, bis sie dann unvermittelt fragte: warum bist du denn so traurig.

Die kleine große Welt

Monika Wrzosek-Müller

Paris

Sie saß in Paris, es war Sommer 1988. Die Wohnung lag im XI. Arrondissement, nicht gerade die schickste Gegend von Paris, doch die Wohnung entschädigte für die unmittelbare Umgebung. Sie bestand aus mehreren kleinen Appartements, die zusammengelegt wurden; mit unzähligen kleinen Zimmerchen, die ineinander übergingen, sie lagen alle im obersten Stockwerk oder unterm Dach. Es war ein Labyrinth aus Korridoren, Durchgangszimmern, Treppen, winzigen Treppchen, kleinen Winkeln und größeren Räumen auch unzähligen mini-Toiletten. Doch insgesamt war sie für Pariser Verhältnisse geräumig und luxuriös. Nach oben gelangte man erst mit einem schönen gusseisernen Lift und stieg dann auf winzigen Stufen in den fünften, nicht existierenden Stock hoch. Auf der einen Seite blickte man Richtung Straße auf der anderen in den tiefen engen Hof. Den ganzen Tag hörte man Gesänge und Gespräche oder auch Streitereien in verschiedensten Sprachen; alles mischte sich zu einem Gemurmel, das hochstieg und im fünften Stock nur als undefinierbares Rauschen wahrzunehmen war.

In der Wohnung lebten immer wieder wechselnde junge Leute, die von unseren Freunden dazu eingeladen waren. Die Freunde, die Besitzer der Wohnung, waren für ein halbes Jahr ins Ausland gegangen. So traf man an einem Tag irgendwelche Tschechen, die beim Frühstück waren, man trank zusammen einen Kaffee, sprach über den Tag, und nach ein paar Tagen verschwanden sie auf nimmer wiedersehen. An anderen Tagen waren es gerade Deutsche, die auf der Durchreise nach Spanien oder in die Bretagne waren. Und an einem sonnigen Tag im Juli kamen dann die Ungarn; er war ein Freund der Wohnungsbesitzer, eher der Besitzerin, und sie eine Polonistin aus Budapest, eine überaus reizende Person, die dazu noch Eva hieß.

Wir fingen an zusammen zu kochen, gingen zusammen auf dem Markt einkaufen; Miklos zeigte uns, wie man nach 14.00 Uhr alles viel billiger bekam. Wir kamen mit riesigen Körben zurück, gefüllt mit Gemüse, Obst und verschiedenen Käsesorten, wie: Fourme, Brillat-Savarin, Tomme de Savoie, Vacherin etc… Oft gab es wunderbaren Fisch, Austern und Muscheln aus der Bretagne fast umsonst. Dazu wählten wir immer besondere Weine; jeder bereitete das zu, was er am besten kochen konnte.

Eva erzählte von ihren zahlreichen Reisen nach Polen, genauer nach Warschau und ihrem letzten Aufenthalt dort, einem sechs monatigen Stipendium; Tag für Tag oder besser Abend für Abend wurde mir klarer, dass ich ihre Welt aus Warschau sehr gut kannte. Und nicht nur, weil ich aus Warschau stamme; ich kannte genau die Buslinie, mit der sie zur Uni fuhr, ich kannte die Läden, die Bushaltestelle und die wenigen Bäume im kleinen Park in der Gegend, in der sie offensichtlich in Warschau gewohnt hatte. An einem Abend kamen wir auch überein, dass sie in Grochow gewohnt hatte, also in dem Viertel, in dem ich früher in Warschau gelebt hatte. Wir brauchten noch drei ganze Abende bis es mir klar wurde, dass sie offensichtlich in meiner Wohnung in Warschau ein halbes Jahr verbracht hatte.

Und das ging so: Bei Marillenknödeln mit viel zerlassenen Butter, Zimt und Zucker erzählte sie mir, dass sie immer in der Küche gewohnt hätte; da gab es nämlich einen Sessel, der sich ausklappen ließ. Ich wurde hellhörig, dachte mir doch nichts Konkretes dabei. Beim Perlhuhn in Bier- Soße, Rosinen und Speck enthüllte sie dann noch so ein Detail, das unmissverständlich auf meine Wohnung hinwies, dass man nämlich beim Baden immer aufpassen musste, dass die Flamme beim Warmwassererhitzer an war. Sollte sie ausgehen, musste man sie sofort wieder anzünden, sonst drohte eine kleine Katastrophe in Gestalt einer Explosion der Warmwassertherme. Einmal war mir das Fenster zwischen der Küche und dem Badezimmer rausgeflogen, so stark war die Explosion.

Die Umstände meiner Ausreise aus Polen waren alles andere als einfach, ich musste alles aufgeben, bekam einen Pass Richtung Deutschland ohne Rückreiseticket. Meine Wohnung in Warschau musste ich meinem ex-Mann zurücklassen; doch habe ich ein halbes Jahr ausgehandelt, in dem eine Freundin von mir dort mit ihrem Freund wohnen konnte. In diesem halben Jahr hörte ich schon, sollten da verschiedene Leute übernachtet haben. Ich habe aber nicht gedacht, dass dort jemand fast halbes Jahr mitgewohnt hat; und das war die Tatsache, die ich mitten im Sommer, mitten in Paris entdeckt habe.

Zu meiner Sammlung von Ewas kam noch eine Eva dazu; die meisten stammen aus Polen und die aus Paris war eine Ungarin: meine Tante, und viele Freundinnen; der Name Ewa, Eva stammt aus dem Althebräischen und bedeutet „Leben“ und das stimmt, alle meine Ewas waren und sind sehr lebendig…

Damals vor 30 Jahren waren die Entfernungen groß; z.B. dauerte die Fahrt zwischen Warschau und Frankfurt/Main 18 Stunden, es waren auch viele Grenzen zu passieren und es existierten keine ICEs, Silberpfeile, TGVs oder Pendolinos…

Und doch gab es ein Gefühl größerer, gelebter Nähe zwischen den Menschen als jetzt im Zeitalter der Smartphones, der Netzwerke, Facebook, Twitter etc…

Przemiany (Wandlungen)

Dariusz Kacprzak Przemiany / Wandlungen

auf deutsch siehe: wandlungen-in-stettin

GPS_18596 CorinthLovis Corinth, Odyseusz i Nauzykaa, 1918, litografia, papier, 378 x 507 (453 x 561), Muzeum Narodowe w Szczecinie, fot. Grzegorz Solecki, Arkadiusz Piętak

Wystawa, zorganizowana przy współpracy Fundacji Ernsta Barlach w Güstrow, prezentuje wielowątkową panoramę sztuki niemieckiej drugiej połowy XIX i pierwszych dekad XX wieku. Sztuka ta rozwijała się w wielu ówczesnych centrach twórczych – Monachium, Düsseldorfie, Berlinie, Dreźnie, Wiedniu, Stuttgarcie, jak i w wielu odległych od nich koloniach artystycznych, reprezentujących rozmaite tendencje, kierunki i prądy artystyczne – od późnego romantyzmu przez symbolizm, impresjonizm w swej szczególnej niemieckiej odmianie, wyróżniający się na tle europejskim niemiecki ekspresjonizm po właściwy dla kraju nad Renem, Łabą i Szprewą nurt Nowej Rzeczowości.

GPS_18265 NoldeEmil Nolde, Hamburg. Pomost portowy, nie wcześniej niż 1914 (według wersji 1910), akwaforta, akwatinta, gruby papier welinowy, 312 x 412 (450 x 650), Muzeum Narodowe w Szczecinie, fot. Grzegorz Solecki, Arkadiusz Piętak

Na wystawie obejrzeć można grafiki wyszystkich wybitnych artystów niemieckich, jak Maks Liebermann, Käthe Kollwitz, Maks Klinger, Lovis Corinth, Maks Pechstein, Maks Slevogt, Emil Orlik, Egon Schiele, Otto Hettner, Emil Nolde, Ernst Barlach, Alfred Kubia, Paul Klee, Alexander Kanoldt.

Autorzy wystawy piszą, że oferują one wędrówkę po zakamarkach niemieckiej duszy, której przewodnikiem mianowany został Ernst Barlach, a ściślej – jego cztery książki opublikowane w berlińskiej oficynie Paula Cassirera. Ich tytuły – traktowane zarówno dosłownie jak i metaforycznie – stały się inspiracją dla autorów polsko-niemieckiego przedsięwzięcia oraz określiły dukt myśli nad wystawą i publikacją: „Przemiany Boga”, „Czas wojny i niedoli”, „Do radości” oraz “Głowa”.

GPS_18226 kollwitzKäthe Kollwitz, Śmierć z kobietą na kolanach, 1920/1921, drzeworyt, papier czerpany, 241 x 287 (340×460), Muzeum Narodowe w Szczecinie, fot. Grzegorz Solecki, Arkadiusz Piętak

Grafiki w cyklu „Przemiany Boga” to panteistyczne dostrzeganie Boga we wszelkich przejawach istnienia świata w sztuce – materialnego i duchowego, ludzkiego i pejzażowego. Wśród wybranych kompozycji cyklu „Czas wojny i niedoli” znalazły się charakterystyczne dla sztuki przełomu XIX i XX wieku prace opowiadające o sytuacjach egzystencjalnych, w których człowiek osaczony jest przez niszczycielskie siły fizyczne i moralne. W cyklu „Do radości” umieszczono różnie rozumiane obrazy świata idelistycznego od sielanki inspirowanej kulturą antyczną,  poprzez biblijny raj, po namiastkę raju czyli egzotyczne podróże. W cyklu „Głowa” zaś obok portretów uczonych i artystów znajdują się twarze osób nieznanych, czasem anonimowych.

GPS_18206 OrlikArtyści przełomu wieków nie szukają nowej ideologii, zajmuje ich raczej poszukiwanie nowej formy, która jest najważniejszym wyznacznikiem nowych grup i formacji. Secesja to nie przewrót ideologiczny, to walka o własne, indywidualne, nowe sposoby wyrazu, wyzwolone ze sztywnego gorsetu konwenansu i mieszczańskich upodobań. Artysta szuka inspiracji poza konwencja, w innym miejscu, w innym czasie.

Emil Orlik, Feluka na Nilu,1915, akwaforta, akwatinta, sucha igła, ruletka, akwarela, gruby papier welinowy w tonie kremowym, 297 x 199 (399 x 293), Muzeum Narodowe w Szczecinie, fot. Grzegorz Solecki, Arkadiusz Piętak

Wystawa stanowi swego rodzaju kontynuację projektu „1913. Święto wiosny”, gdyż w dużym stopniu oparta jest na dziełach grafiki zgromadzonych przez Waltera Riezlera, pierwszego dyrektora szczecińskiego muzeum, admiratora i propagatora twórczości współczesnych mu awangardowych niemieckich artystów.

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Wystawie towarzyszy bogato ilustrowany dwujęzyczny katalog, który prezentuje sylwetki artystów, a poprzez ich losy zarysowuje panoramę życia twórczego w Europie Środkowej na przełomie XIX i XX wieku.

GPS_18245 KanoldtAlexander Kanoldt, Hiddensee IV, 1927, litografia, cienki papier japoński, 303 x 454 (373 x 514), Muzeum Narodowe w Szczecinie, fot. Grzegorz Solecki, Arkadiusz Piętak

 

Mandala (SLO / ENG / D / PL)

zajawka
Lidia Głuchowska

Mandala City Jolandy Jeklin – iskanje dusevnega centra

0weißemandalasNa Veleposlanistvu Republiki Slovenije v Berlinu, trenutno poteka razstava slikarskih in graficnih del Jolande Jeklin, ki je umetniško povezana tako s Slovenijo kot tudi, že 15 let, s Poljsko, pojasnjuje tako:

Slike, katere so predstavljene na tej razstavi, me je navdihnilo vprašanje „Kje je moje mesto, moj dom…?“
V postkomunistični resničnosti smo ponovno postali državljani sveta, združene Evrope. Čas in razdalja sta postali relativni. Meje izginjajo. Pogosto se selim, zato nisem več vezana na nobeno mesto, ne vem niti to, kje je pravzaprav mesto, ki mi je namenjeno. Moj stalno spreminjajoč se dom je postal miselni svet čustev in meditacije, ki mi nudi oporo in svobodo. Mesta, ki jih prikazujem na mojih slikah, so mi blizu. V njih iščem odgovore na vprašanja o svojem smislu in prihodnosti. Verjamem, da imajo v sebi nekaj „posebnega“, nekaj kar si prizadevam izkusiti. Morda se bo izkazalo, da gre pri tem za moje ime, moj cilj in s tem izpolnitev.

Jeklin Jolanda je vsestranska umetnica. Ustvarja slikarska platna v razlicnih tehnikah, kot tudi grafike v tehniki linorezu, pastelne portrete, mozaike in instalacije.

Njene slike zapeljujejo z lahkotnostjo in čutom za okrasja, zato globina ostaja gledalcu sprva prikrita. Predstavljena mesta, skoraj enake podobe svetlečih in oddaljenih, pa vendarle v zgolj nekaj urah dostopnih mest, brez jasno določnih lastnosti, izhodiščnih točk ali meja, dihajo v nemirnem ritmu drsne, tekoče, nomadske modernosti. V podobah, kjer je zajeto vodoravno gibanje morskih valov upodablja kontrapunkt poindustrijskim mestnim okoljem – degradirano, vendar še vedno mogočne in neskončne narave urbanih svetov. Nemirni torzi androgenih oblik predstavljajo metaforo brezimnosti in simbolizirajo pomanjkanje opredelitev trdnega jaza, medtem ko kobaltno modro in turkizno lesketajoče se mandale prikličejo čarobnost orientalnih kopeli ali eskapistične miselne igre in nezemeljska sanjarjenja. Utripajoč navznoter, izpričujejo vztrajno iskanje miru, duševnega središča.

Na videz se med seboj mocno razlikujejo tako, po temi, kot stilu in tehniki obsežna serija del, kot so Mandala in Mesta, so pomemben element te razstave, mentalna vizualizacija procesa na ravni makro in mikro skali. Tako, kot mandala, ima vsako mesto svoj center, svoj vir energije v tem divjem ritmu zivljenja. V poskusu, da bi nasla svoje mesto v zunanji realnem svetu, se hkrati tudi sprasuje o smislu človeškega obstoja, narave naše duhovnosti, poslanstvo v tem postoru in casu.

Jolanda Jeklin mandale steje, kot neke vrste posrednika med nami in vibracijami katere oddajajo in prodirajo v svet okrog nas. Prav tako je lahko medij pri procesu meditacije in koncentracije, iskanje, samo-analiza, biti bližje sebi, svoji notranjosti, iskanje in prepoznavanje ciljev, prave poti, in pri tem spoznavanje kaj nas na nasi poti podpira in kaj nas ovira.

Recept za autorealizacijo s svetom vidi v usklajevanju lastnega mentalnega prostora in sveta okoli nas – na osi “Sinhronizacija … – Motivacija … – Sreca”.

000Warszawa-1Warszawa, 2014, oil on canvas, 100 x 150 cm

Mandala City Jolandy Jeklin – in search of a mental center

00angielskimandaleJolanda Jeklin, artistically bound with Slovenia and – for 15 years now – with Poland as well, explains the genesis of her works which are currently being presented at the Slovenian Embassy in Berlin:

„The inspiration for the paintings presented here was the question: „Where is my place, my home?” In post-communist reality we have once more become citizens of the world, of a united Europe. Time and distance have become relative. The borders are vanishing. Having moved often, I am not bound by any of the places where I stay temporarily, I also don’t know my destination. My mobile home then, has become the mental world of feelings and meditations, which gives me stability and freedom. I’m fond of the cities which I preserve in my paintings; in them, I search for prompts to answer questions about my future, my calling. I trust that maybe they have that „something” that I’m pursuing, and that I have not yet experienced. Something that will turn out to be my aim, my fulfillment…”

Jolanda Jeklin is a versatile artist. She creates both city and marine landscapes in oil, as well as graphic works in linocut or monochromatic blind printing techniques, pastel portraits and even mosaics and installations.

On the semblance enchanting only with lightness and decorative charm, the oeuvre of Jolanda Jeklin also has a something under the surface. The twin-like similar, lambent panoramas of metropolises, which are only a few hours away but nevertheless distant, breath with the rhythm of nomadic, continuous contemporariness – without prominent attributes, points of reference or borders. The horizontal rhythm of the sea waves stopped in time – monotonous, repetitive, perpetual – it reflects in her visual world a counterpoint of post-industrial urbanism – the degraded, but still limitless and powerful nature.

Just as the disturbing torsos of androgenic figures are a metaphor of anonymity and lack a stable definition of the “I”, the feerical, cobalt-turquoise mandalas bring to mind the charm of oriental baths and escapist memories or perhaps dreams. Pulsating with a centripetal rhythm, they also document a persistent search for relief – a mental center.

Her ample cycles of works seemingly so different from one another in terms of topics, styles and techniques, such as ‘Mandala’ or ‘Cities’ which solidify the character of the current exhibition are a visualization of an analogical mental process on the macro and micro scale. ‘Mandala’ and each of the metropolises she presents, they all have their center, a source of energy of the hectic pace of life. In an attempt to picture the process of locating herself in an outside reality, the artist simultaneously asks what the sense of human existence is, the nature of our spirituality and our existence in this ephemeral and changing space-time.

Jolanda Jeklin regards the ‘Mandala’ as a sort of medium between the human and the world which vibrates around him, penetrating him. That is, at the same time, a reference to the process of meditation and focusing, allowing for auto-analysis and a coming closer to one’s own interior or recognizing one’s individual aims, but also to that which helps us fulfill those aims and what hinders us in fulfilling them and at the same time what draws us apart from one another.

As a solution for self-fulfillment in harmony with the world that the artist sees in the coordination of her own mental space and that, which surrounds us “Synchrony… – Motivation… – Happiness”.

000Dynamizm-2Dynamizm, 2010, akryl na płótnie 100 x 70 cm

Jolanda Jelkins Mandala City oder auf der Suche nach dem mentalen Zentrum

00niemieckimandaleJolanda Jeklin, künstlerisch mit Ihrem Heimaltland Slowenien und seit 15 Jahren mit Polen verbunden, erläutert zur Genese ihrer Arbeiten, die derzeit in der Botschaft Sloweniens in Berlin präsentiert werden, Folgendes.

„Die Inspiration für die hier präsentierten Gemälde war für mich die Frage: „Wo bin ich zu Hause, wo ist meine Heimat…?“ In der postkommunistischen Wirklichkeit wurden wir wieder Bürger der Welt, des vereinten Europa. Zeit und Distanz sind überschaubar geworden. Die Grenzen verschwanden. Nun bin ich ständig in Bewegung, an keinen Ort gebunden, ich weiß nicht einmal, wo ich hingehöre und wo der Ort sein soll, der für mich bestimmt ist. Mein Zuhause wurde schließlich die geistige Welt der Gefühle und der Meditation. Sie bietet mir Stabilität und Freiheit. Ich habe eine starke Affinität zu allen hier präsentierten Städten. Sie begleiten mich auf der Suche nach Antworten auf die Frage nach Sinn und Zukunft. Ich glaube, in all den Orten ist etwas verborgen, was mich anzieht und für mich eine Erfüllung sein wird. Etwas, was ich noch nicht erfahren habe…”

Jolanda Jeklins urbanes und maritimes Sujet machen sie zu einer vielseitigen Künstlerin. In ihrem Schaffen finden sich sowohl Ölbilder als auch grafische Arbeiten (Linolschnitt, monochromer Reliefdruck), Pastellporträts sowie Mosaiken und Installationen.

Ihre Malkunst verführt vordergründig nur durch Leichtigkeit und dekorativen Charme. Ihr doppelter Boden bleibt einem zunächst verborgen. Doch ihre zum Verwechseln ähnlichen, schimmernden Bilder von fernen und dennoch binnen weniger Stunden zugänglichen Metropolen, ohne ausgeprägte Attribute, Bezugspunkte oder Grenzen atmen den unruhigen Rhythmus einer gleitenden, nomadenhaften Moderne. Die im Bild festgehaltene horizontale Bewegung der Meereswellen spiegelt im Visuellen den Kontrapunkt der postindustriellen Stadtbilder – die degradierte, aber dennoch mächtige und unendliche Natur.

Während die beunruhigenden Torsos androgyner Gestalten als Metapher für Anonymität stehen und die fehlende Definition eines stabilen Ich symbolisieren, evozieren die kobaltblau-türkis schillernden Mandalas den Zauber orientalischer Bäder oder eskapistischer Gedankenspiele und weltferner Träumereien. Nach innen pulsierend dokumentieren sie die beharrliche Suche nach Beruhigung, nach einem mentalen Zentrum.

Ihre thematisch, stilistisch und technisch scheinbar unterschiedlichen Zyklen wie Mandalas und Städte, die den Charakter der aktuellen Ausstellung prägen, sind Visualisierungen eines analogen mentalen Prozesses in der Mikro- und Makroskala. Jede der dargestellten Metropolen hat – analog zu Mandalas – ihr Zentrum: Es ist die Quelle ihrer Energie und Quelle des hektischen Lebenstempos. Bei ihrem Versuch, sich selbst in der äußeren Welt zu verorten, stellt die Künstlerin gleichzeitig die Frage nach dem Sinn des menschlichen Lebens, nach der Natur unserer Geistigkeit und generell nach dem Sinn der Existenz in der unbeständigen, flüchtigen Raumzeit.

Das Mandala erscheint Jolanda Jeklin als ein Medium zwischen den Menschen und der vibrierenden und sie durchdringenden Welt. Es hat gleichzeitig einen Bezug zu inneren Prozessen der Meditation und Konzentration, die eine Selbstanalyse und die Annäherung an das eigene Innere, das Erkennen der individuellen Ziele ermöglichen sowie einen Bezug zu dem, was bei der Realisierung dieser Ziele hilft, sie gleichzeitig aber erschwert, indem es die Individuen voneinander entfernt.
Ein Rezept für die Selbstverwirklichung im Einklang mit der Welt sieht die Künstlerin in der Koordination des eigenen mentalen Raums mit dem, was uns umgibt – in der Achse „Synchronisierung… – Motivation… – Glück”.

000Horyzont-3Horyzont 2013, olej na płótnie, 70 x 100 cm

Mandala City Jolandy Jeklin czyli w poszukiwaniu mentalnego centrum

00polskimandaleGenezę swoich prac prezentowanych obecnie w Ambasadzie Słowenii w Berlinie Jolanda Jeklin, artystycznie związana zarówno ze swoją ojczyzną, jak i – od ponad 15 lat – także z Polską, wyjaśnia następująco: „Inspiracją do powstania prezentowanych tu obrazów było pytanie: „Gdzie jest moje miejsce, mój dom?…”

W postkomunistycznej rzeczywistości staliśmy się ponownie obywatelami świata, zjednoczonej Europy. Czas i odległość stały się względne. Granice znikają. Często się przeprowadzając, nie wiążę się na stałe z żadnym z czasowo zamieszkiwanych miejsc, nie znam też swego przeznaczenia. Moim mobilnym domem stał się więc mentalny świat uczuć i medytacji, dających mi stabilność i wolność. Miasta, które utrwalam w obrazach budzą moją sympatię, szukam w nich podpowiedzi na pytanie o moją przyszłość i powołanie (il. 1-2/3). Ufam, że być może mają w sobie „to coś”, do czego dążę, czego jeszcze nie doznałam, co okaże się moim celem, spełnieniem…”

Jolanda Jeklin jest artystką wszechstronną. Tworzy zarówno olejne pejzaże miejskie czy marynistyczne, jak i prace graficzne w technice linorytu czy monochromatycznego druku ślepego, pastelowe portrety, a nawet mozaiki i instalacje.

Jej z pozoru urzekające lekkością i dekoracyjnym wdziękiem malarstwo ma i ukryte, drugie dno. Bliźniaczo do siebie podobne, migotliwe widoki dostępnych w kilka godzin, choć odległych metropolii, tchną rytmem nomadycznej, płynnej nowoczesności – bez wyrazistych artybutów, punktów odniesienia i granic. Horyzontalny rytm zatrzymanych w czasie morskich fal z refleksem gwiazd czy słonecznego nieba – monotonny, powtarzalny, nieustanny – odzwierciedla zaś w jej wizualnym świecie kontrapunkt postindustrialnej urbanistyki – degradowaną, lecz ciągle bezkresną i władczą naturę.

Jak niepokojące torsa androgynicznych postaci są tu metaforą anonimowości i braku stabilnej definicji „ja”, tak feeryczne, kobaltowo-turkusowe mandale przywołują na myśl czar orientalnych łaźni i eskapistycznych wspomnień czy marzeń. Pulsując dośrodkowym rytmem, dokumentują one także uporczywe poszukiwanie ukojenia – mentalnego centrum.

Jej z pozoru tak odmienne pod względem tematycznym, stylistycznym i technolo-gicznym obszerne cykle prac jak Mandala i Miasta, wyznaczające charakter aktualnej wystawy, są wizualizacja analogicznego procesu mentalnego w skali makro i mikro. Tak jak mandala, tak i każda z przedstawianych przez nią metropolii ma swe centrum, źródło energii, hektycznego tempa życia. Probując zobrazować proces lokalizowania siebie w zewnętrznej rzeczywistości, artystka pyta jednocześnie o sens ludzkiej egzystencji, naturę naszej duchowości oraz istnienia w ulotnej i zmiennej czasoprzestrzeni.

Mandalę Jolanda Jeklin uważa za rodzaj medium pomiędzy człowiekiem a wibrującym i przenikającym wokół niego światem. Jest to zarazem odniesienie do procesu medytacji i koncentracji, pozwalajacej na autoanalizę i zbliżenie się do własnego wnętrza czy rozpoznanie indywidualnych celów, a także tego, co pomaga w ich realizacji, i co ją utrudnia, oddalając nas jednocześnie od siebie.

Receptę na autorealizację w zgodzie ze światem artystka widzi w koordynacji własnej przestrzeni mentalnej i tego, co wokół nas – na osi „Synchronizacja… – Motywacja… – Szczęście”.

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http://www.wa.uz.zgora.pl/
http://www.infoserwis.uz.zgora.pl/index.php?mandala-city-berliska-wystawa-prac-jolanty-jeklin-studentki-uz
www.jolandajeklin.com

Poesieprojekt: Poem space mobil

Nicola Caroli (und Ewa Maria Slaska)

By heart – ein Poesieprojekt

Von August bis Dezember 2014 führten die Poesievermittlerin Nicola Caroli und die Künstlerin Karen Brosi den Workshop by heart mit SchülerInnen im Alter von 9 bis 12 Jahren aus 4 Schulklassen durch.

by heart ist ein Gedicht- und Objektbauworkshop basierend auf einem Gedichtaustausch zwischen SchülerInnen und SeniorInnen im Wedding. SchülerInnen von 4 Schulklassen lernen die Lieblingsgedichte von 4 SeniorInnen kennen und führen Interviews mit den SeniorInnen zu ihrem Gedicht durch. Mit der Poesievermittlerin Nicola Caroli  schreiben sie ein Antwortgedicht. Die Gedichte werden aufgenommen und in einer Herzbox, die die SchülerInnen mit der bildenden Künstlerin Karen Brosi bauen, installiert. Die Herzboxen werden in öffentlichen und privaten Räumen und im Rahmen einer Herzdemo mit allen TeilnehmerInnen präsentiert.

Das Ziel des Projektes ist ein Austausch zwischen Generationen, bei dem die Wirkung von einem Gedicht, das man auswendig kennt, oder buchstäblich “im Herzen hat”, im Leben eines Menschen für die SchülerInnen erfahrbar wird.

Ich, Ewa Maria Slaska, war eine der oben genannten Seniorinnen. Als mich Nicola Mal gefragt hat, ob ich mitmachen werde, antwortete ich mit JA. Daraufhin musste ich mein Lieblingsgedicht vorschlagen. Ohne viel nachzudenken nannte ich zwei Gedichte. Erst als ich sie schon genannt habe, sah ich, dass ich generell auf Polen und in letzten Zeiten dazu noch auf Famieliensachen fixiert bin. Beide von mir ausgewählte Gedichte wurden im Deutsch geschrieben, in beiden geht es um meine Heimat – Polen, beide wurden aus dem Deutschen ins Polnische von meiner Mama, Irena Kuran Bogucka, übersetzt, beide habe ich dann in der 2. Nummer der zweisprachigen Literaturanthologie WIR (1995) veröffentlicht. In Deutschland waren sie bekannt, oder mindestens – wenn man wollte, könnte man sie im deutschen Sprachraum finden. Für den polnischsprachigen Raum war es in beiden Fällen die Erstpublikation.

Kaddish von Mascha Kaléko (1942)

Rot schreit der Mohn auf Polens grünen Feldern,
In Polens schwarzen Wäldern lauert der Tod.
Verwest die gelben Garben.
Die sie gesät, sie starben.
Die bleichen Mütter darben.
Die Kinder weinen: Brot.

Vom Nest verscheucht, die kleinen Vögel schweigen.
Die Bäume klagen mit erhobnen Zweigen,
Und wenn sie flüsternd sich zur Weichsel neigen,
Gen Osten wehend ihren trüben Psalm
In bärtiger Juden betender Gebärde.
Dann bebt die weite, blutgetränkte Erde,
Und Steine weinen.

Wer wird in diesem Jahr den Schofar blasen
Den Stummen Betern unterm Rasen,
Den Hunderttausend, die kein Grabstein nennt.
Und die nur Gott allein beim Namen kennt.
Saß er doch wahrlich strenge zu Gericht,
Sie alle aus dem Lebensbuch zu streichen.
Herr, möge der Bäume Beten Dich erreichen.
Wir zünden heute unser letztes Licht.

Das zweite Gedicht war von Martin Pohl

Der Flug der Graugänse

Wohin, ihr Graugänse, geht euer Flug?
Wer hat euch die Winde empfohlen?
Wir folgen des Heiligen Martins Spur;
Seitdem Vater Karel nach Rom hinausfuhr,
Zieht es die Graugans nach Polen.

Was wißt ihr Graugänse von einem Land
lm Fron von den Herren bestohlen?
Ein Lied hat Sankt Martin nach Polen gebracht
Von grünenden Fluren in herbstlicher Nacht,
Vom niemals verlorenen Polen.

Wartet, ihr Graugänse, wir kommen mit
Auf leisen und flutfesten Sohlen.
So spannt euren Schimmel an, folgt unserm Schrei,
Und laßt unsre Schwestern, die Weißgänse, frei
Im Morgenwind rot über Polen.

1980 / 88

Nicola wählte das Gedicht von Mascha Kaléko aus. Ich war unsicher, ob es klappen wird, da es doch eine Werkstatt mit Kindern sein sollte. Ich dachte, das Thema vom Kaddisch sei zu ernst für die Kindern, zu traumatisch. Ich hätte viel lieber das Gedicht von Martin Pohl genommen.

Die Schülerinnen haben das Gedicht gelesen und darüber diskutiert, ob sie selber oder in der Familie solchen schwieriegen Problemem begegnet sind. Sie sprachen über den 2. Weltkrieg und Adolf Hitler, über den Balkankrieg und über den Bau der Berliner Mauer.
Erst dann wurde ich in die Schule eingeladen. In einem Interview sollte ich von mir erzählen und erklären, weshalb das Gedicht von Mascha Kaléko mein Lieblingsgedicht ist.

Es war Dezember 2014. Im Januar 2015 folgte eine Einladung:

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Präsentation von by heart findet am Donnerstag, 22. Januar 2015, 11.25 Uhr in der Carl-Kraemer-Grundschule.
Im Namen der SchülerInnen der Klassen 5a hat Daniel den Brief unterschrieben.
Ich kam, ich sah und ich hörte. Die SchülerInnen trugen ihre Gedichte vor und präsentierten ihre selbstgebauten Audioobjekte und Zeichnungen aus dem Kunstunterricht.

Erst bei dieser Präsentation habe ich Gelegenheit gehabt, zu hören, was die SchülerInnen selber zu diesem schwierigen Thema geschrieben haben. Trotz meiner ursprünglichen Unsicherheit musste ich feststellen, dass die Sache unglaublich gut geworden ist, um nicht zu sagen – phänomenal! Ich war beeindruckt und begeistert.

Petrija

In Serbien und Kroatien war vier Jahre Krieg.
Serben wollten mit den Kroaten zusammen sein,
in einem Land.
Die Kroaten wollten das nicht.
Der serbische Präsident entschied,
dass die Serben Krieg machen sollten.

Den Apfelbaum meiner Mutter
hat mein Opa ihr geschenkt.
Meine Mutter hat den Apfelbaum wachsen lassen.
Als der Krieg begann,
wurde der Apfelbaum von Raketen beschossen
und ist verbrannt.

Ich bete dafür,
dass der Apfelbaum meiner Mutter wieder wächst.

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Sie haben die Berliner Mauer nachts gebaut.
Sie wurde aus Steinen gebaut.
Es gab zwei Seiten: Ost Berlin und West Berlin.
An der Mauer in Ost Berlin standen viele Soldaten,
so dass die Menschen nicht fliehen konnten.
Die West Berliner wurden gut behandelt.
In West Berlin gab es viel zu essen
und schöne Sachen zum anziehen.
In Ost Berlin haben sie die Menschen schlecht behandelt.
Die West Berliner wollten, dass die Ost Berliner
auch ein gutes Leben haben.
In Ost Berlin gab es wenig zu trinken.
Wenn es regnet, gibt es mehr Wasser.
Das Wasser geht in der Erde
von Ost Berlin oder von West Berlin
in die andere Seite.
Das Wasser macht die Mauer nass.
Wenn es regnet,
regnet es auf beiden Seiten.

Mehmet

Die Städte waren unter Feuer, gelb wie die Sonne.
Das Feuer ist sehr heiß und bewegt sich hin und her.
Und es wird mehr.
Die Menschen hauten ab von den Städten
und die Schuldigen halfen und die,
die den Armen kein Brot oder Essen gaben
verbrannten.
Das Opfer Fest wird helfen,
damit arme Menschen etwas zu essen bekommen.

Mehr ist hier zu finden.

Poesivermittlerin: Nicola Caroli
Projekt-Koordinatorin: Catherine Launay
Bildende Künstlerin (und Autorin der Photos in diesem Beitrag): Karen Brosi

Saligia

Johanna Rubinroth & Kerstin Hering (Foto)

Saligia ist der Akronym der sieben Hauptlastern oder 7 peccata capitalia: superbia, avaritia, luxuria, invidia, gula, ira, acedia. Es waren Charaktereigenschaften, die im Mittelalter als Ursache vieler Sünden galten und daher manchmal Hauptsünden, Wurzelsünden oder gar Todsünden genannt. Aber es sind Laster keine Sünden!

Sie waren Gegenstand vieler Darstellungen in der bildenden Kunst, in der Literatur und Film, gar in Musik.

Hieronymus Bosch, Sieben Hauptsünden (in den Ecken – Die vier letzten Dinge)

saligiaSo wie oben schreibt die Zeitung Spex, die eine Kultufunktion zu haben scheint, zumindest in Kreuzberg, über das schreckliche Jahr 2014.

In der Fotoserie unten setzen sich zwei junge moderne Künstlerinnen mit den Sieben Todsünden (Hauptsünden) auseinander.

01superbia02avaritiaII03Luxuria04invidia05gula06Ira07acedia

Miasta poza sezonem. Brema / Bremen

Ewa Maria Slaska

Dla Harriet i Karen / Für Harriet und Karen

Oto zdjęcia zrobione w zeszłym tygodniu na słynnej Böttcherstraße w Bremie, obiekty raczej przyziemne, wystawy sklepowe i okna. Jest styczeń i jest wcześnie rano, nikogo nie ma, nie tylko turystów nie ma, po prostu nikogo, jeden bezdomny i ja, chodzimy, patrzymy.

boettcherstr (1)x Wejście na Böttcherstraße.  Lichtbringer / Nosiciel światła. Relief Bernharda Hoetgera.

Aus Wikipedia: Die Böttcherstraße ist eine etwa 100 m lange Straße in der Bremer Altstadt, die aufgrund ihrer Architektur zu den Kulturdenkmalen und Touristenattraktionen in Bremen zählt. Die meisten Gebäude sind in der Zeit von 1922 bis 1931 entstanden und hauptsächlich Ludwig Roselius, einem Bremer Kaffeekaufmann, zu verdanken, der Bernhard Hoetger damit beauftragte, die künstlerische Gestaltung zu übernehmen. Die Straße und ihre Gebäude sind ein seltenes Beispiel für die Architektur des Expressionismus. Von den Häusern können mehrere dem Stil des Backsteinexpressionismus zugeordnet werden. Die Böttcherstraße steht seit 1973 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

boettcherstr (2)x1Böttcherstraße znajduje się na starym mieście w Bremie. Ta stumetrowa uliczka została przebudowana i zabudowana w latach 20 i 30 w stylu ekspresjonizmu niemieckiego (tzw. ekspresjonizm ceglany) na zlecenie zamożnego kupca handlującego kawą i mecenasa sztuki, Ludwiga Roseliusa. Autorem koncepcji urbanistyczno-artystycznej był Bernhard Hoetger. W roku 1973 Böttcherstraße została wpisana na listę zabytków.

Wystawy sklepowe na Böttcherstraße proponują nowatorskie rozwiązania jeśli chodzi o styl życia. A więc – jak się mamy ubierać w roku 2015?

boettcherstr (9)x4Prostota. Niewątpliwie.

Wystrój naszych mieszkań w Berlinie jest pełen kiczu typowego dla modnej dzielnicy Friedrichshain. Berlińskie rokoko jest pełne ozdóbek. Tymczasem w Bremie w witrynach sklepowych królują wyroby rękodzielnicze, których nie wyprodukowano dla nas w Chinach…

boettcherstr (4)x6Klasyczna elegancja z czasów fundatora. Tu sklep z herbatą fryzyjską.

boettcherstr (6)x9Prostota designu z lat 50.

boettcherstr (7)x5Pamięć o czasach świetności.

boettcherstr (13)x8I niespodzianki. Sklepy były zamknięte. Nie wiem, czy można te ryby kupić. Ale na ulicy na pewno robią wrażenie.

boettcherstr (19)x3Tyle od waszej korespondentki z chłodnych miast Północy. Prosta spódniczka, sweterek z golfikiem i, gdy pada deszcz – koniecznie lampa nad głową:

boettcherstr (3)x7

Unser Fest

Aśka & Renka

Auf der Flucht vor Weihnachten hat Aśka (to nie ja, Joasia, to TA KATASTROFA AŚKA!!!) das wichtigste vergessen…

…um doch noch zu erzählen, wie Aśka und Renka den 24. Dezember verbracht haben, schickt Joasia UNSER FEST, als email, als doc, als odt, als pdf, und mit Foto noch dazu… (aber erst am 26. Dezember, als alle Tage schon von anderen Autoren belegt sind – Anm. EMS)

…und im sinne dieser christianischen Vergebung, wo Jesus heute doch 2 Tage alt ist, vergeben wir auch dieser Aśka? (unter uns gesagt ist Jesus schon nicht nur 11 Tage alt, sondern auch schon beschnitten, was die Kirche am Neujahr gefeiert hatte. Aber die Geschichte ist auch mit Verspätung schön und amüsant. Mit ihr geht unser Christmas-Zyklus vorerst zu Ende, es sei denn auch Dorota noch etwas schreibt. – Anm. EMS)

UNSER FEST

RENKA:        Na weil das war so: Aśka kommt nach Hause und schreit:

AŚKA:           „Du, Renka, Rachela, meine alte Mutter, ist einfach abgehaun nach Israel, und hat uns n Hunderter dagelassen, und an der Klagemauer betet sie jetzt, und die denkt noch, dass du hier so n Weihnachten für alle machst, nicht nur für deine Familie, sondern für meine dazu, weil du doch immer alles machst.“

Und RENKA leuchten die Augen:

RENKA:        Jesus, ein ganzer Hunderter in einem Stück, das hab ich seit ich lebe in diesem deutschen Lande, auf Augen nicht gesehen. Das ist doch ein Wunder, das grösste Wunder der Welt. Guck, der Hunderter ist grün! Und das hab ich nicht gewusst.

AŚKA:            Auf einmal wird Renka weiss wie die Wand, weil jetzt muss sie doch machen diese 13 Gerichte, so wie normal man das in der Heimat macht, zu Weihnachten

RENKA:        das ist doch Gottes Geburt und nicht irgend ein Furz.

AŚKA:            Weil Renka, die ist vom Dorf, wo die noch haben heilige Bilder auf allen Wänden, sogar im Flur hinter der Tür

RENKA:        und nur weil wir hier leben entschuldigt nicht, dass es keine 13 Gerichte gibt. Das ist doch ein Muss, weil als ich 12 war, da hab ich den Papst getroffen, live, als er damals in Polen war, und er, normal, hat mich auf die Stirn geküsst. Und meine Mutter hat mir verboten, die ganze Woche, diese Stirn zu waschen und alle wollten mich anfassen.

AŚKA:            Ee, Renka, lass locker, wir sind doch hier in diesem deutschen Lande, hier glaubt doch niemand an Gott, und an diesen dein Papst, an den glaubt hier nicht mal der hinkende Hund.

RENKA:        Du Aśka, lieber lästerst du nicht, sonst wächst dir ein Herpes auf der Zunge, du weißt doch nicht mal, wie er hieß, unser Papst, der hieß nämlich doch Karol Wojtyła, und sogar Du Aśka, du bist doch Polin, und denkst, der hieß mit Vornamen Johannes und mit Nachnamen Paul.

AŚKA:            Und Renka denkt schwer nach:

RENKA:        Aber Aśka, irgendwie Recht hast du, hier glaubt doch niemand an Gott.

AŚKA:           Und Renka fällt ein, die hat sich mal verlaufen, auf eine deutsche Messe.

RENKA:        Und dort standen drei Leute, in dieser riesigen Kirche, und singen konnte keiner davon. Und wie die mich hier jeden Tag beschimpfen als Katholikin, ständig muss ich ihnen beglaubigen, dass ich normal bin. Und wenn ich mich hübsch anziehe, weil ich in die Kirche gehe, fragen sie mich, ob ich heute Geburtstag hab.

AŚKA:            Und Renka nervt sich maximal:

RENKA:        Die sollen mich doch küssen, du weißt schon wo, und wenn ich diese 13 Gerichte mache, lachen die mich noch aus. Und daraufhin trifft Aśka ein Blitz der Erleuchtung:

AŚKA:            Hör zu, machen wir doch einfach ein jüdisches Fest, weil meine jüdische Familie die kommt bestimmt, und wenn wir nicht befriedigen die koschere Fraktion, kommt noch so n Dibbuk in uns, oder schlimmer… nimmt uns Rachela diesen wunderschön grünen Hunderter zurück.

RENKA:        Du Aśka, das hau du dir mit einem Gummihammer aus deinem Kopf, das ist doch Jesus Geburt, und wer war für die Juden Jesus? Na, normal, ein Betrüger. Und ausserdem, Aśka, sieh die Sache rational: so n Hunderter, der reicht nur für n Aldi, und nicht für so n koscheres Geschäft. Und Aśka verschluckt sich fast:

AŚKA:            Die Rachela lässt uns hier mit diesem einsamen Hunderter zurück und selber fliegt sie nach Israel? Soll die sich doch selber machen ihr koscheres Fest! SIE hat doch den orthodoxen Menopausentick, dass ihr unbeschnitten kommt keiner ins Haus. Und sieht sie ein Doppel-s, und im Deutschen gibt’s viel davon, die ganze Zeit denkt sie an die SS.

RENKA:        Und wir werden ganz trübsinnig und unsere Köpfe lassen sich hängen, weil gleich kommen diese unsere Gäste,

AŚKA            und was, sollen sie diesen grünen Hunderter essen?

RENKA:        Und aufeinmal springt Aśka fast unter die Decke:

AŚKA:            Du, Renka, ich hab, normal, eine Idee, aber welche: machen wir es so wie in diesem deutschen Land, im Sinne dieser ihrer Integration!

RENKA:        Was? Kaufen, kaufen, sich vollfressen und sich verstreiten, und dann noch so tun, als wäre alles Wunderglück – oh nein, mit mir nicht.

AŚKA:            Du Renka, Recht hast du, aber leise, unsere Wände haben doch Löcher, und wenn die hier dich hören, geben die mir nie Hartz IV.

RENKA:        Und in der Damaschkestrasse 24, verliert das Leben seinen Sinn,

AŚKA:            und beide wollen wir sterben,

RENKA:        und zwar sofort.

AŚKA:           Komm Renka, wir machen kein Fest, wir gehen schlafen, und wenn sie an die Tür klingeln, machen wir nicht auf, als wären wir in Polen oder tot.

Und Renka wird noch untröstlicher:

RENKA:        Und was? Sollen wir Rachela geben diesen wunder-grünen Hunderter zurück?

AŚKA:            Oh nein, nur über unsere Leichen. Weil wann sehen wir wieder so n grünen Hunderter in einem Stück?

RENKA:        Und plötzlich klingelt es an der Tür und schon kommen die Gäste:

AŚKA:            unser Moslem aus Bosnien, aufgebrezelt wie zum Impfen,

RENKA:        im Anzügchen a la Broz Tito, diesem Parteibonzen von den Jugos.

AŚKA:            Und dann, zum Ausgleich, der israelische Soldat,

RENKA:        voll und so schwankend, als geben die in dieser israelischen Armee zu enge Schuhe aus.

AŚKA:            Gleich danach, die langweiligeren Gäste, fünf nicht praktizierende Katholiken,

RENKA:        fett eingeflogen, total high, direkt aus Amsterdam.

AŚKA:            Und zum Ausgleich, dank Rachela, der angenähte Onkel Abraham,

RENKA:        wo Aśka den nie auf Augen gesehen hat.

AŚKA:            Und in dieser unserer Bude in der Damaschke 24, wurden plötzlich fünf Sprachen gesprochen,

RENKA:        normal, der Babelturm,

AŚKA:            nur ist nichts schlimmes daraus erwachsen.

RENKA:        Weil  wir habens noch mit dem Hunderter ins Aldi geschafft, und Renka hat schnell noch 200 Pieroggis geklebt

AŚKA:         und niemand hatte so tolle Weihnachten,

RENKA:     die besten in der Welt 

weihnachten bei renka und askaUnd sogar hat sich herausgestellt, was koscher ist: die Giraffe, ja, aber das Zebra schon nicht mehr, weil es Hufen hat.