Via Carpatia

Eine Lobende Erwähnung sprach die Jury des 14. filmPOLSKA für „Via Carpatia” aus, den Film von Klara Kochańska und Kasper Bajon, in dem „immer wieder erstaunlich beeindruckende Bilder der Beiläufigkeit die volatile Stimmungslage des europäischen Sommers 2016 sondieren“: „Ein beeindruckendes filmisches Experiment, das sich an den Wohlstandsängsten der ‚Festung Europa‘ abarbeitet“, so die Jury weiter.

Fotos: Via Carpatia_ 5©IKH Pictures Promotion.jpg

Anne Schmidt, die sich den Film während des Festivals angesehen hat, schrieb darüber:

Ich hatte zwar die Inhaltsangabe zu dem Film “via carpatia” bereits gelesen, bevor ich mir den Film anschaute, war aber dennnoch vom Inhalt und der Gestaltung überrascht.
Da ich nach der Vorführung des Filmes noch zum Gespräch mit dem Kameramann im Kino blieb, sehe ich alles nicht so subjektiv oder auch naiv, wie ich es ohne seine erklärenden Worte gesehen hätte.
Er und seine Frau führten die Kamera in diesem “roadmovie”, in dem ein befreundetes Ehepaar die Hauptrolle spielt.
Der Plot für den Film fußt auf Erfahrungen des Hauptdarstellers, dessen Vater aus dem Iran stammt.
In der Filmgeschichte überredet die polnische Mutter ihren Sohn, den syrischen Vater, der auf der Flucht aus Syrien in einem griechischen Flüchtlingslager steckengeblieben ist, dort zu suchen und nach Polen zu schmuggeln.
Die Schwiegertochter steht diesem Ansinnen von Anfang an sehr skeptisch gegenüber und die Spannung, die sich aus ihrem Missmut über den geplatzten Urlaub und seinem schlechten Gewissen ihr gegenüber ergibt, zieht sich durch den ganzen Film. Sie zeigt sich besonders in den Gesichtern der Beiden, die von der Kamera ständig eingefangen werden, weil sie direkt hinter ihnen im Van sitzt. Direktheit und Spontaneität sind die Ausdrucksmittel dieses Films, der trotz seiner scheinbar einfachen Machart eine hohe Professionalität in der Kameraführung und Regie aufweist.
Der unerwartete Schluss am Zaun eines leeren Flüchtlingslager war nicht vorgesehen, sondern ergab sich spontan.
Für die junge Frau, die sich einen Urlaub am Meer gewünscht hatte, kann jetzt der Urlaub mit mitgereister Schildkröte beginnen. Simple Gespräche von vorbeibummelnden Urlaubern holen das junge Paar und den Zuschauer in die banale Wirklichkeit eines scheinbar unbelasteten Urlaubs in Griechenland zurück.

Ein einfaches Film mit einfachen Mitteln gemacht und trotzdem eine großartige Geschichte – der erste (und bis jetzt der einzige) polnische Spielfilm, der sich mit dem Thema Flüchtlinge in Europa und insbesondere, Flüchtlinge in Polen auseinandersetzt.

 

7 uczuć / 7 Gefühle


Foto: 7emotions1©WFFiD

Aus der Pressemappe des Festivals:

Kategorie: Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel: 7 uczuć
Deutscher Titel: 7 Gefühle / 7 Emotions
Produktionsjahr: 2018
Dauer: 01:56:00

Regie: Marek Koterski
Drehbuch: Michał Koterski
Kamera: Jerzy Zieliński
Darsteller: Joanna Kulig, Michał Koterski, Gabriela Muskała, Cezary Pazura, Andrzej Chyra, Robert Więckiewicz, Katarzyna Figura, Marcin Dorociński, Sonia Bohosiewicz
Musik: Marek Koterski, Arkadiusz Grochowski

Marek Koterski ist ein Regie-Klassiker des polnischen Kinos wie seine Kult-Kunstfigur Adaś Miauczyński, die schon durch diverse Filme geisterte. Nach sieben Jahren kehrt der Vollzeit-Neurotiker wieder auf die Leinwand zurück. Von seiner Psychologin erfährt er, dass er unzufrieden mit seinem Leben sei, weil er als Kind nicht gelernt habe, mit sieben elementaren Gefühlen umzugehen: Angst, Wut, Trauer, Freude, Ekel, Eifersucht und Scham.

Also macht sich Miauczyński auf eine Gedankenreise in seine Kindheit, genauer in die Zeit der anbrechenden Pubertät. Was folgt, ist eine Reise in die Emotionen von Präpubertären, der seinen Koterski-typischen surrealistischen Einschlag dadurch bekommt, dass alle Rollen bis in die kleinsten Nebenfiguren mit Erwachsenen besetzt sind. Die grandios agierenden Schauspieler_innen erzeugen in einer beeindruckenden Ensembleleistung mit satirischen Überzeichnungen einen bestechenden emotionalen Realismus, den Koterski geschickt nahezu musikalisch auskomponiert.

Meine 7 Gefühle zu dem Film:

1.

Man muss unbedingt erwähnen, dass es Koterski gelungen ist, die besten (und auch berühmtesten) Schauspieler des heutigen Polen für seinen Film zu gewinnen. Somit ist eine Art des polnischen “Orientexpress” entstanden, ein Film in dem in den kleinsten und unbedeutensten Rollen die Stars spielen.

2.

Interessant scheint mir, dass in dem Film, in dem es um Gefühle geht, die wichtigsten in unserem Leben, gar nicht die Liebe erwähnt ist. Es sind, wie schon oben gesagt, Angst, Wut, Trauer, Freude, Ekel, Eifersucht und Scham. Die aus dem off sprechende Psychoanalytikerin erklärt dem protagonisten, dass es die Liebe gar nicht gibt und sie lediglich eine Mischung aus den anderen Gefühlen ist. Darüber kann man natürlich diskutieren, wenn man diese Liste dieser vermeintlich wichtigsten Gefühle selber analysiert. Wo ist die Begierde dann, wo die Geborgenheit, wo Anerkennung, wo der Andere als Projektionsfläche unserer Bedürfnisse, wo Vertrauen, Feundschaft, Wissensdrang?

3.

Ich finde, es ist ein guter Film, sehr guter sogar, werde ihm aber seinen Anspruch an Universalität der conditio humana nicht anerkennen. Es ist einfach ein lustiger, ironischer Film über die Welt unserer Kindheit in der komunistischen Polen, und dazu noch die Welt, wie ihn der Regisseur selber sieht.

4.

Ich muss aber gestehen, dass mir der Film etwas zum Nachdenken gab, obwohl wir, allzukluge Metropolis-Menschen, ungern gestehen, dass es noch etwas gibt, das uns zum Nachdenken verleitet. Im Vorspann seines Films schrieb Koterski einen Zitat von dem Psychotherapeut Andrzej Samson: Kindheit das sind 5000 Tage, davon erinnern wir uns an 400 Stunden. 

Der Satz beschäftigt mich jetzt ununterbrochen. 5000 Tage sind ca. 14 Jahre, eine Zeitspanne, die in unserer Zeiten mit einer tiefen Zäsur endete – wir gingen aus der Grundschule in die weite Welt, ins Lyzeum, Technikum oder Hauptschule. Unsere Wege gingen auseinander, es hätte sein können, dass wir uns nie mehr im Leben treffen werden. Diese 5000 Tage sind ein klarumrissener Zeitabschnitt, an den ich mich sehr gut erinnern kann. Schlimmer geht es mir mit diesen 400 Stunden. Ich kann es nicht umhin, irgendwann werde ich meine Ereinnerungen auflisten und nummerieren müssen, um nachzuprüfen, wie es bei mir ist. Erinnere ich mich an 400 Stunden? Mal denke ich, ach Quatsch, man kann sich doch an viel mehr erinnern als die kümmerlige 400 Stunden, dann aber kommt ein nüchterner Gedanke, dass ich gar 100 Stunden nicht ansammle, geschweige denn 400, dass ich mich mein ganzes Leben lang, immer wieder Marcel Proust lesend, mich nur mit seiner Erinnerungsvermögen beschäftigt hatte und für mich keine eigene Methode entdeckt habe, mich an MEINER Kindheit zu erinnern. Zeitlang hasste ich meine Kindheit und fürchtete mich von ihr zugleich. Allein das Wort Kindheit – dzieciństwo – ist mir verhasst gewesen. Es hat sich geändert, jetzt bin ich 70 und mag meine Kindheit. Wann ist es passiert? Weshalb? Und was tatsächlich ist mir in Gedächtnis geblieben? 400 Stunden. Ich danke Marek Koterski für diese Inspiration.

5.

Die Tatsache aber, das Koterski seinen Film mit diesem Zitat von Andrzej Samson beginnt, bereitet mir einen mulmigen Gefühl. Der Andrzej Samson ist nicht irgendeiner, der ist Einer! Ein Mann, mit dem wir kontroverse, ach was! – ekelhafte Gefühle verbinden. Geboren 1947, gestorben 2009, war er einer der wichtigsten Psychologen Polens, einer der die Psychologie in die in Kommunismus verpönnte Psychotherapie und Psychoanalyse geführt hat. Eine Berühmtheit, einer, der behauptete, er kann mit seiner Methoden gar Autismus besiegen. Ein Gott, ein Besieger des Bösen, ein Meister… Und dann kam so ein Skandal, wie man ihm eigentlich im nüchternen polnischen Leben nicht vermutet, ein Skandal wie in einem amerikanischen Film, ein Fall des Ikarus von dem klaren Himmel in die Meerestiefe. Samson sollte die Kinder, die er betreute, misbrauchen. Er fertigte Pornofilme und -fotos mit seinen kleinen Patienten und verbreitete sie im Netz. Wohl wahr, es ist nie gerichtlich zweifellos bewiesen, dass er das alles tat, er selber hat nur (“nur”!) zugegeben, Pornografie mit seinen Patienten herzustellen, weil es ein wichtiger Teil seiner Heilungsmethode bildete. Die Presse nannte ihm Bestie und Monster…

Marek Koterski weißt, was er tut. Er weiß, wessen Satz (egal wie wundebar und klug) er seiner Filmgeschichte voranstellte. Was sagt er uns damit? Sind wir alle missbraucht worden in unserer Kindheit? Ist es der Grund, weshalb wir oft unsere Kindheit aus unserem Leben verbannen, sie hassen und uns an nur 400 Stunden erinnern, also ca. einen Monat aus den 14 Jahren?

6.

Die Filmkinder wollen sterben. Versuchen zu sterben. Es ist wahr. Es kann wahr sein. Ich weiss (dass ist eine Minute von dieser 400 Stunden), dass ich ja auch sterben wollte. War es nur damals so, oder ist es unzertrennlich von der Pubertät? Wieso weiß ICH gar nichts darüber? Wieso habe ich mich NIE dafür interessiert, ob meine individuelle Erfahrungen sich durch das allgemein Wissen erklären ließen?

7.

Der Film ist für mich Polnisch durch und durch und für alle Aussenstehende unzugänglich. Was verstehen die deutschen Zuschauern von ihm? Hat es Sinn, so einen Film bei einem Festival FilmPolska im Ausland zu zeigen?

 

 

 

 

Villa, Ausstellung, Filme, Brunch

Podlasie meets Berlin

 

 

 

 

Im Rahmen der Ausstellung veranstaltete am Sonntag 28. April filmPOLSKA den Festivalbrunch in der Villa Westend. Hier traf Kunst auf kulinarische und filmische Spezialitäten aus der Region Podlasie im Nordosten Polens präsentiert von den Kuratoren des Filmfestivals Żubroffka. Bei dieser Gelegenheit könnte man sich auch eine Ausstellung von 20 Künstlern – Studierende und Dozenten der Kunstakademie Stettin/Szczecin – anschauen.

Die Villa, die die Gabriele Fink Stiftung aus Hamburg zur Verfügung stellte, ist zum Abriss bestimmt. Das Thema der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ort und dem Zeitgeist war „The End“.

Mehr oder weniger so viel fand man(findet man immer noch) in einer kurzen Beschreibung des Tages und des Events auf der Internetseite des Festivals. Dazu gibt es eigentlich nur ein Foto von der Villa, kein von Kunstobjekte, kein Wort über Filme, die während des Brunches gezeigt wurden, dafür aber… (Fotos Joanna Jakubiuk)

Schön arrangiert sind all die Würste auf den Fotos. Vielleicht sahen die Servierplatten tatsächlich so aus. Kann ich nicht sagen, weil ich sie nicht gesehen habe. Vor den Filmen sah die Wirklichkeit viel prosaischer aus, keine grüne Zweige, keine üppige Beerendolden, aber (zugegeben) viele schöne Äpfel. Wenn man in den Buffetsaal nach den Filmen kam, gab es zwar immer noch sehr viel Fleisch, Wurst, Gurken, Brot und Äpfel, aber von der Schönheit des Fleischfressens ist nix geblieben, es war eh eine Landschaft nach der Essschlacht. Oder (was ich leider vermute) gab es das Schöne nur fürs Fotografieren und das Bildliche stimmte mit dem Gegessenem überhaupt nicht überein. Genauso wie das einzige Foto von der Villa (oberes Foto unten) nicht das zeigte, was wir an diesem Sonntag gesehen haben.

Aber zum Glück war das, was wir sahen, viel schöner als das, was uns Festival-Portfolio anbietet. Dieses bemalte Haus machte schon Geschichte in Berlin und ganz viele Leute, die vom Festival und der Ausstellung gar nicht wussten, wussten doch, dass es am Ende der Stadt eine Villa gibt, die von den Kunststudenten aus Polen rot bemalt wurde…!

Ich versuche den knappen Bericht des Festivalsmachers ein Bisschen mit meinen eigenen Fotos und Impressionen zu ergänzen. Zuerst: kein Mensch hat verstanden, weshalb diese schöne fin de siecle Villa zu dem Abriss bestimmt ist. Jeder von uns dachte: aber wieso, wieso? Und die nächste Frage: Wenn sie schon weg ist, was wird hier entstehen? Noch ein Bürohaus? Ein Hotel? Eine Apartment-Siedlung für die Reichen? Es gab Zeiten, dass sich Berlin damit schmückte, arm aber sexy zu sein. Vorbei. Jetzt sind wir weiterhin arm, gar nicht sexy und an Reichen ausverkauft.

Die nächste Frage bereiteten uns die Filme. Wieso hat man sich für solch ein Motto entschieden: Podlasie atakuje (Podlasie greift an)? Das war schon 15. Festival der Filme aus Podlasie, in Berlin aber (glaube ich) das erste Mal gezeigt. Ohne Vorgeschichte fällt einem nicht ein, weshalb drei kurze Dokufilme (den vierten wollte man schon gar nicht mehr sehen, weil alle zum Buffet wollten), schön, ruhig, etnografisch-poetisch, plötzlich als Angreiferprodukte dargestellt werden sollen. Man hat sich sicher etwas dabei gedacht. Aber was?

Und letztendlich die Kunst. So lange man nicht wusste, dass das Thema der Ausstellung “The End” war, könnte man die 40 mit der Kunst “befallenen” Räume wirklich bewundern. Aber das Thema bereitet einem Kopfschmerzen vor. OK, die schönste Instalation (leider ist mir das Foto nicht gelungen) bildete einer auf dem Fussbpoden in einem Klo liegende Männeranzug, hergestellt aus der Klein-Fliesen-Matte, genauso einer wie die aus der Jahre zuvor der Fußboden gefertigt wurde. Der graue Anzug als der Überbleibsel von einem Mann, den es nicht mehr gibt, das Ende also.

Aber ein Kreis der Salzkristalle im Garten? Ein roter (lustig gefederter) Schnabeltier? Eine Glasflasche voller Wasser, in dem sich die Klänge der Umgebung angesammelt haben? Ein Raum voller Gegenstände, die nicht das sind, was sie darstellen (eine Fußmatte wie eine metallne Reibe, ein Mülleimer aus grünen Lutschbonbons, die Teller aus Pelz – vielleicht ein Hommage an Meret Oppenheim)? Symbolisieren sie “the End”? Keine Ahnung. Aber schön sind sie, keine Frage. Oder waren. Die Ausstellung ist nämlich zu Ende. Also “The End”.

Die Ausstellung gibt es nicht mehr, aber ich glaube die rote Villa kann man immer noch sehen, wahrscheinlich bis sie abgerissen wird. Es lohnt sich, hinzugehen, zumal es auch gegenüber eine schöne halbwilde Grünanlage mit Skulpruren gibt: Pillkaller Allee 2 in 14055 Berlin.

Weitere Filmberichten folgen.

Barataria 115 Tolo Szaleńczyk

Nie jestem z Olsztyna, podejrzewam więc, że tym co tu napiszę nadszargnę (acz niezbyt poważnie) uznaną lokalną świętość. Antoni Janowski występuje w olsztyńskim radiu jako Tolo Szaleńczyk, a teraz, jako onże, wydał książkę. Tę powyżej. Okładka zachęcająca, miła w dotyku, matowy karton, twarda, niebieska (mój ulubiony kolor), zabawna naklejka, a naklejki na okładkach to  wywoływacze łez nostalgii – kiedy to ja ostatni raz miałam w ręku książkę z naklejką na okładce? Leśmian,Klechdy sezamowe, Czytelnik 1954. No ale ostatni raz miałam ją w ręku w zeszłym roku, kiedy to czciłyśmy z Marysią Szewczyk prywatny Rok Leśmianowski.

Książka irytująca, niech mi pan Antoni Janowski vel Tolo Szaleńczyk vel Blady Koń vel BK wybaczy, bo z jednej strony super dowcip językowy, a z drugiej tyle tego dowcipu, że mdło. Z jednej strony doprawdy warte uwagi przemyślenia starszego pana na temat naszego (bom i ja stara, czego mi młody człowiek, który mi dał tę książkę do przeczytania, nie omieszka wypomnieć przy każdym chyba spotkaniu), a zatem “naszego” (że powtórzę, bo przerwa na dygresję była długa) “starostwa”, a z drugiej jest w tych miniaturowych opisach wiecznie ten sam ton starca młodziakiem podszytego, który to młodziak mu wieczną gębę przyprawia, a on starzec niby wyższy nad młodziaka, a jednak od niego niższy, i zależny, i niby to szczere do bólu, ale jednak nudnie powtarzalne, i na pokaz, żeby się kpy dziwowały i zazdrościły, bo one tak nie potrafią, a on tak, wyższy jest od sztucznej szczęki, prostaty i zmaz nocnych. I dwa, trzy, osiemnaście razy ten ton bawi i intryguje, ale po pięćdziesięciu trzech razach już tylko męczy i nuży, i już masz go dość, ale wciąż czytasz, no bo jakżeby takiej niegrubej książeczki ze śmiesznymi felietonikami do końca nie doczytać.

I co? I opłacało się. Zdania nie zmieniam, to co znakomite w felietonie cotygodniowym, radiowym, a więc słuchanym, a i to z przerwami, niech się na karty książki nie wspina, bo niby uznanie czytelnika wywoła, ale zaraz potem tą swoją nachalną czasową bliskością jednego tekstu po drugim zdrzaźni na maksa, no więc zatem mimo to i tak się opłacało! Bo skoro doczytałam do końca, to przeczytałam i rozdział przedostatni…

Cytuję, bo ten rozdział to baratarystyka (dział: Don Kichot w każdej książce), ale też cytuję, żeby czytelnik poczuł bluesa tych opowieści. Choć czy ja wiem, tu akurat znacznie mniej jest tych inteligentnych i nie dających się wytrzymać rymowanek jak rumianek, zaścianek, poranek i wjechał młody panek, by z dziecinną radością…

Blady Koń – pasażer

Będzie o czasie i o tyłku, który się zgoła bez reszty nie mieści, albo wcale nie wypełni.
O tyłku cierpiącym.

Blady Koń, pasażer przystanków-wiat, w których od dołu ciągnie i podwiewa i twardych siedzeń twardych autobusów, które ubijają kręgosłup na wybojach. Blady Koń – pasażer wysiadający, za każdym razem trochę mniejszy, bo ubity, i samej przyszłości nie widząc, widzący w niej siebie z zachodzącymi na kolana połami marynarki. Blady Koń, pasażer czterech i więcej pór roku w marynarce.
Blady Koń, w marynarce trzy palce nad kolana, wpatrzony w srebrny ślad ślimaka na tej, chyba najcierpliwszej z ziem, pomyślał: “Jeśli się coś rusza, to czas w nas. Nie siwieję jeszcze jak czekolada w upał, a mimo to robię się dla siebie samego niestrawny, choć niesyty.”
I jakby na przekór czasowi wybrał się do teatru popatrzeć na nieśmiertelnego Don Kichota.
Jednak słynny hidalgo okazał się mocno śmiertelny, choć jego kościstość żył jeszcze, głównie polegując i zapadając w odrętwienie.

Fotelikiem Konia szarpało i rzucało jak łupiną po morzu, gdy niejaka madame Obfitość z prawej, a jakby również z lewej, co i rusz to przeformowywała się gwałtownie, jakby tam dokonywała się tajemnica transformacji larwy. Jeśli wyskoczy motyl, będę klaskał – obiecał sobie Koń uroczyście, niczym podczas składania ślubowania czystości myśli.

Ponieważ ani razu nie zarżał sympatyczny Rosynant, ani nie rozkrzyczał się jak stara, nigdy nie oliwiona pompa, sympatyczny osioł Pansy – widocznie zdążyły zejść z naszego padołu w innych teatrach – Koń wywołał z pamięci obraz z dzieciństwa, taki jak go zapamiętała wyobraźnia na podstawie opisu naocznego świadka.

“Jadą obaj, nierozłączni w tej opowieści i w pamięci świata, różni tacy, że trudno o większą różność, nie do pomyślenia wszelako – Don bez Sancza, Sanczo bez Dona.
Don Kichot, chudy i długi, niczym tyka grochowa ku górze pnie się.
Sanczo Pansa, bulwiasty ziemniak, bruzdy się trzyma.
Don Kichot, srebrny kłos wybujały, wiatr kołysze nim, ale nie, nie złamie!
Sanczo Pansa, nać przyziemna, z pędrakami ledwie-ledwie pełznąca, nie popędzisz jej, nie przepędzisz!” (wg W. Woroszylskiego)

A zawsze wydawało mu się, że obfitemu, a zwłaszcza obfitej, jest wszędzie wygodnie. Bo chudy, gdy siada, musi uważać, żeby się nie uderzyć i nie narobić hałasu. On, gdy jest szczególnie przychylny sobie, na przykład w Święto Rozwiniętych Skrzydeł, siadając podkłada dłonie. Wtedy garbi się w wynikający sposób, maleje i wydaje się uprzedzenie skromny, nawet sobie: taki małomówny żuczek w spranym kołnierzyku, na postnych kartoflach, z podkulonym palcem w bucie.
Ani razu nie zmęłły szalone wiatraki, nie poruszył się choćby nikły zefirek czy jakiś anarchistyczny świetlik, ani inny owad gnuśny, tropem starohiszpańskiej śpiewki: “Od druha do druha włazi pluskwa do ucha”.
Według praw przyrodzonych wszelka wylewność, jeśli nie zada sobie popręgu gorsetu, czy choćby żakietu, powinna się wlać, wypełnić luki, niczym orzech skorupę, opaść i godnie dojrzewać jak dochodząca galareta, która zaciąga się przyprószonym kożuszkiem.
Choćby jakieś erotyczne słowo w fikuśnym bolerku, obnażony duch Dulcynei, Ofelii-panny czy Angeliny Jolie – kto wie, co się takiemu szlachcicowi lubi śnić.
Bo on to sobie odgniata. I nie daj Boże przy zakładaniu nogi na nogę wplątać pod nacisk jajeczka.
Czas piął się mozolnie według pana Miguela Cervantesa Saavedry, “jak słońce wspinające się uparcie po niebie jak biedronka po liściu”, a według znękanego ciała jeszcze wolniej, choć równie nieubłaganie jak pleśń po ścianie.
Wreszcie oklaski, wyzwalające oklaski. Bez udziału Konia, który wierny czystości myśli, w dłonie nie zabił, bojąc się spłoszyć motyla, co wypoczwarzając się, już-już ćwierć dupki wystawił. Duch pana Cervantesa, co był się nawet nachylił, na pewno widział więcej: “ćwierć i jeszcze pół ćwierci i ćwierci ćwierć i ponadto ćwierć”.
I nie była to dobra nowina, z którą pobiegnie zaraz misjonować sąsiadów.


Dziękuję, Autorowi. Dobry to tekst i z przyjemnością go tu zacytowałam.

Książka Tola Szaleńczyka została nominowana do nagrody literackiej Warmii i Mazur Wawrzyn. Głosować można TU.

Dziadek (reblog)


Sylwester Gołąb

na FB

Od wydania Nomady minął niemalże rok. W tym czasie nie miałem zbyt wiele okazji, żeby powiedzieć coś o książce. Do Polski z każdym rokiem też mam coraz dalej, więc i spotkań wokół książki nie było.
Powoli zaczynam myśleć o nowym tomie poetyckim i debiucie w prozie. Mam nadzieję, że jeżeli coś wydam, to zerwę się, choćby siłą z fiordów i zobaczę się z Wami w realu.

Wracając do Nomady, w wierszu otwierającym tom pojawia się postać Dziadka. Była to realna osoba, starszy człowiek pracujący na jednej z kopalń na Górnym Śląsku. Starszy
w moim mniemaniu, gdyż miałem wówczas naście lat. Mój kolega miał w zwyczaju prosić go o pieniądze na papierosy, podbiegał i recytował: dziadek, dziadek, daj na fajki! Po chwili dołączali do niego inni, również liczący na hojność Dziadka, który z pewnością nie poskąpi grosza na papierosy trzynastolatkom. Dziadek odebrał sobie życie, mój kolega kilka lat później, obaj w ten sam sposób. Ja napisałem o tym wiersz. W tym całym proszeniu
o pieniądze na papierosy była jakaś tajemnica, nawet nasza poszarzała rzeczywistość przechodziła na stronę sacrum.
O tym wierszu zawsze chciałem coś napisać, o innych nie napiszę nic, nie taka moja rola.

Dziadek

dzieci krzyczały
dziadek dziadek
daj na fajki połóż pod stópki
Najświętszej Panienki co to cię ma na uwadze
i cię nie opuści aż do chwili w której nam odmówisz
naprawdę
tak krzyczały dzieci potem szły na szabry
do gospodarzy co córki
wydają za woły a one nie rodzą Minotaurów
więc całość trzymała się za przyrodzenia i działy się cuda boskie
choć nigdy na świat nie przyszedł twój syn ni córka
dzieci krzyczały
dziadek dziadek
daj na fajki jesteśmy bez tła
i szarpią nas za szelki
połóż pod stópki Najświętszej Panienki
która ma cię w kajeciku i która macha na ciebie palcem
byś nie odmawiał nam pogrobowcom

Wiersze z Nomady nie zrodziły się z przypadku. Każdy z nich przewinął się przeze mnie
w rzeczywistości, dosyć niezrozumiałej, ale jednak rzeczywistości.

Tak czy inaczej, Magda przywiozła kilkanaście egzemplarzy do Norwegii. Nie widzę się jakoś w roli handlarza własnymi książkami, ale jakby ktoś chciał ją mieć, to zapraszam do kontaktu prywatnego (dla osób czytających ten tekst na blogu Ewy Marii – proszę napisać w komentarzu, że chciałoby się Nomadę na wymianę za jakąś inną książkę, oczywiście dobrze, jeśli własną; trzy pierwsze osoby dostaną książkę).

fot. Magdalena Rechlowicz

DMAO oder Berlin erinnert sich

DenkMalAmOrt – Denkmal am Ort – DMAO

In der Wohnung, im Treppenhaus, im Hof, im Keller, im Schrebergarten, bei der alten Tante weit in Köpenick, im Hinterzimmer eines Nazi-Günstlings wie es bei der Lale Andersson der Fall war, bis zuerst ihr Garderobier und später auch sie selbst in einem KZ landeten.

Berlin erinnert sich.

DENK MAL AM ORT  ist eine persönliche Erinnerung an einen Menschen oder eine Familie in Berlin, die während der NS-Zeit verfolgt wurde.
DENK MAL AM ORT findet statt an den authentischen Wohn- und Lebensorten in Berlin, in der ehemaligen Wohnung, im Hof, im Keller, im Treppenhaus oder vor dem Wohnhaus. Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit.

Am jeweils ersten Wochenende, das auf das Kriegsende in Berlin am 2. Mai folgt, werden Haus- oder Wohnungstüren in Berlin geöffnet und die Namen unserer ehemaligen Nachbarn, Bruchstücke ihrer Biografien, Verfolgungs- und Fluchtgeschichten werden sichtbar in Gesprächen, Lesungen, Installationen, Zeichnungen, Texten, Musik, Audio, Film, Poesie, Gesang und mehr.

www.denkmalamort.de
facebook.com/denkmalamort

Hier ist es, das pdf mit allen DMAO_2019_Veranstaltungen und Orten.
Es kann bequem überallhin verschickt und ebenso problemlos gelesen, vergrössert und ausgedruckt werden.

DMAO_2019_Faltblatt_als_pdf_DE

DMAO ist ein Projekt von drei Personen:

Jani Pietsch, M.A. Politische Wissenschaft, Geschichte, Philosophie – Historikerin und freischaffende bildende Künstlerin in Berlin
www.janipietsch.de

 

Marie Rolshoven, M.A. Theater- und Filmwissenschaft, Kunstgeschichte – Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stille Helden Berlin und Mitmacherin des Ausstellungsprojekts Wir waren Nachbarn – Biografien jüdischer Zeitzeugen im Rathaus Berlin-Schönebergwww.marie-rolshoven.com

Florian Voß, ein junger Biologe, geboren 1973, Projektentwickler für Umwelt- und Bildungsprojekte, ist 2016 gestorben.

2019 sind es 14 Orte am 4. Mai und 12 am 5. Mai. Ich habe für Euch eins ausgesucht. Ich suche weitgehend unbekannte Geschichte aus, obwohl man sich an diesem Wochenend auch an Max Liebermann oder Albert Einstein erinnern kann. Eigentlich suchte ich einen Ort in der Krefelder Strasse in Moabit, wo ein arabischer Doktor, Mod (Mohamed) Helmy, eine jüdische Familie versteckte – die Erinnerung an ihn wurde von meinem Orthopäden gepflegt und er war  der, der das Schreiben eines Buchs über ihn vorgeschlagen hat. Wie das Leben es will, der Autor, Igal Avidan, ein Israeli, der seit über 30 Jahre in Berlin lebt, ist auch mein Bekannte. Er präsentiert sein Buch immer wieder auch in Berlin und es ist bei ihm oder bei dem Verlag käuflich zu erwerben.

Dann denke ich mir, dass auch ich bei dem Projekt mit machen könnte, um unsere beide Protagonisten, mit denen ich mich seit Jahren beschäftige, zu erinnern: Hermann Stöhr (links unten), der erste Kriegsverweigerer des 2. WK, hingerichtet in Plötzensee und Stanisław Kubicki, polnischer Maler, Vorreiter des Pazifismus und der Deutsch-Polnischen Versöhnung, zum Tode gefoltert in Gestapo Gefängnis Pawiak in Warschau.

 

 

 

 

Zum lesen gibt es darüber viel – man kann HIER starten.

Soll ich es machen. Schaffe ich es? Jedes Projekt bedeutet so unheimlich viel zu tun, was die Freischaffenden vor allem aus eigener Tasche und aus dem eigenem Kraftreservoir schöpfen müssen. Halte, Ewa, es ist ein Zukunftslied über die Vergangenheit. Kehren wir lieber zurück in die Gegenwart.

Aus dem diesjährigen DMAO-Projekt wähle ich eine Geschichte aus:

Nummer 10 am 4. Mai

Mommsenstraße 6, Hochparterre, 10629 Berlin-Charlottenburg
14 17 Uhr Ausstellung, Gespräch und Lesung (Deutsch und Englisch)
Im Gedenken an die ehemaligen Hausbewohner, Familie Fiegel, Familie Isaacsohn und Familie Selten, öffnen Dr. Wolf-Rüdiger Baumann und Claudia Saam ihre Wohnung. Die Geschwister Naomi und Paul Fiegel kommen aus Sydney (Australien), um an ihren Vater Bernhard und an ihre Großeltern Erna und Paul Fiegel zu erinnern.

S3, S5, S7, S9, S75 / Station Savignyplatz

Notatnik niespiesznego cyklisty czyli…

Mal Content

Z dziennika tetryka 3

Wirują, wirują, tysiące szprych w kole fortuny matuli…, a rower dzielnie niesie przez las mnie samego i moje znienawidzone nadmiarowe kilogramy.

Oho! Stop! Pstryk fotkę…


…i można jechać dalej. Snując refleksje, rzecz jasna.

Powiadają: „Co cię nie zabije, to cię wzmocni”. Bzdura wierutna i myślenie życzeniowe.
Nie wzmocni, tylko porani i odkształci. Ale żyć trzeba dalej, skoro nie zabiło.
I tylko zastanawiam się, co we mnie bardziej autentyczne. Ta pierwotna, arkadyjska naiwność przed? Czy zimny, stalowy realizm po? Nie pytam, co lepsze (bo oba diabła warte), tylko co precyzyjniej oddaje prawdę o mnie. Wichura – tak, ona była najprawdziwsza, ale przyszła z zewnątrz.

Ot, taka pseudogłębia pseudorozważań. Pseudointelektualisty na bicyklu. Pośrodku boru. Zresztą, byli już tacy, co podobne kwestie roztrząsali dużo wcześniej i znacznie bardziej dogłębnie. Inna sprawa, że z podobnie miernym skutkiem.

I mknę dalej przez las, pokrzepiony łykiem schadenfreude.

Ułaskawienie / Begnadigung

Tekst po polsku poniżej

Ewa Maria Slaska

Aus der Pressemappe des Festivals:

Kolski ist einer der profiliertesten Autorenfilmer Polens. Seine Spezialdisziplin sind kleine, auf den ersten Blick unspektakuläre, parabelhafte Geschichten, die sich in der Provinz abspielen und gelegentlich autobiografische Züge tragen – genau wie „Ułaskawienie“. Der Regisseur entführt uns nach Popielawy, wo er bei seinen Großeltern seine Kindheit verbrachte. Sie sind die Helden seines ungewöhnlichen Roadmovies.

Das eigenwillige Paar, das nicht wie füreinander geschaffen wirkt und doch unzertrennlich ist, hat gerade seinen Sohn verloren, der als sogenannter verfemter Soldat nach dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund die Kommunisten bekämpfte und vom Geheimdienst erschossen wurde. Sie haben gegen alle Vernunft eine dramatische Entscheidung getroffen, ihn heimlich in den Hunderte Kilometer entfernten Karpaten beizusetzen. Eine kreuzgefährliche Reise durch das Nachkriegschaos beginnt, in der es nicht nur um Überleben und Ankommen geht, sondern auch um die Wahrung der menschlichen Würde in Zeiten, in denen ein Menschenleben nicht viel wert ist.

***

Osadzona w realiach powojennej Polski historia zmagających się z żałobą rodziców, wyruszających ze swoim synem w ostatnią podróż, opowiedziana z perspektywy ich wnuka Jana. Syn Hanny i Jakuba, żołnierz AK Wacław „Odrowąż” Szewczyk, zostaje jesienią 1946 roku zastrzelony przez UB. Po serii upokorzeń doznanych ze strony nowej władzy, bezczeszczącej zwłoki ich dziecka, Hanna i Jakub postanawiają zapewnić synowi godny pochówek w oddalonej o 500 km Kalwarii Pacławskiej. Podróż rodziców przez wciąż pogrążoną w powojennym koszmarze Polskę staje się metaforyczną wyprawą w głąb ludzkiej duszy i próbą stworzenia na nowo definicji człowieczeństwa w świecie, w którym sąsiedzi zwracają się przeciwko sobie, a nieoczekiwanym sojusznikiem może stać się dotychczasowy wróg.

Polnischer Titel: Ułaskawienie
Deutscher Titel: Begnadigung
Produktionsjahr: 2018
Dauer: 01:40:00

Regie: Jan Jakub Kolski
Drehbuch: Jan Jakub Kolski
Kamera: Julian A. Ch. Kernbach, Jan Jakub Kolski
Darsteller: Grażyna Błęcka-Kolska, Jan Jankowski, Michał Kaleta
Musik: Dariusz Górniok

Zacznę może od informacji podstawowej, bo potem może umknie. Piękny film. Piękne krajobrazy, piękna praca kamery.

Polski film drogi. Tak w kuluarach festiwalu mówiło się o tym filmie. Przede wszystkim jednak “mówiło się” o prywatnych sprawach reżysera i jego byłej żony, która jest również główną aktorką w tym filmie, Jana Jakuba Kolskiego i Grażyny Błęckiej-Kolskiej, którzy kilka lat temu stracili córkę w wypadku samochodowym, oraz o chorobie głównego aktora, Krzysztofa Głobisza, grającego drugoplanową rolę chorego zakonnika. To rola, kolejna już w polskim teatrze i filmie, napisana specjalnie dla niego. W lipcu 2014 aktor doznał udaru mózgu. Po wielomiesięcznym leczeniu, w grudniu 2015 pojawił się w krakowskim Teatrze STU na krótkim, symbolicznym występie w “Hamlecie” jako król Klaudiusz. Od grudnia 2016, pomimo skutków udaru, gra główną rolę w napisanym z myślą o nim spektaklu Mateusza Pakuły “Wieloryb The Globe” wystawionym już w kilku teatrach w Polsce.

Rodzinna tragedia Kolskiego i jego, dziś już byłej żony, Grażyny Błęckiej, odcisnęła niezatarte piętno na nowym filmie Kolskiego, powodując, że jest w nim mniej tego dawnego Kolskiego, opiewającego piękną polską prowincję i że pojawia się tu dramatyczna nuta, tragiczne wątki, nie podmalowane, jak przedtem zawsze – ironicznym autodystansem. Opowiadając historię swoich dziadków, Kolski poniechał dotychczasowej franciszkańskiej wręcz pogody ducha i zarzucił gombrowiczowską groteskę. Jest boleśnie i żarliwie prawdziwie ludzki.

Piszę o tym, bo w Polsce wszyscy o tym wiedzą, wszyscy wiedzą, że to matka prowadziła samochód, i że to, co się zdarzyło odcisnęło piętno i na filmie, i na niej jako aktorce, i na Kolskim jako autorze scenariusza i reżyserze. W filmie cały czas tkwi pod powierzchnią nieme, raz tylko głośno wyrażone, a i to w kłótni, oskarżenie o winę rodziców za śmierć dziecka… To okrutne, i w filmie, i w życiu i w tym, co piszę. Jednak młody człowiek z Instytutu Polskiego, który wprowadzał nas, polskich i niemieckich widzów w Berlinie, w to, co mamy czy możemy myśleć o tym filmie, powiedział, że w Polsce wszyscy to wiedzą, wszyscy wiedzą, że to prywatna rodzinna tragedia Kolskich została przepracowana w Ułaskawieniu. Bo o to właśnie chodzi, o ułaskawienie, o zdjęcie z barków ciężaru winy, nawet jeśli niezawinionej. Tak niezawinionej jak niezawiniona jest wina człowieka w greckiej tragedii. Urodziłeś się, jesteś więc winny.

Zdjęcia Łukasz Bąk

Kolejne recenzje za kilka dni. Festiwal wczoraj się skończył, nie ma więc gorączkowego pośpiechu festiwalowej nocy.  W przyszłym tygodniu jeszcze wrócę do tych filmów, bo “dały mi do myślenia”.

Fuga / Fugue

Uwaga, jak się poszuka, znajdzie się też króciutką opinię o filmie po polsku – niebieską 🙂

Aus der Pressemappe des Festivals:

Kategorie: Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel: Fuga
Deutscher Titel: Fugue
Produktionsjahr: 2018
Dauer: 01:40:00
Festivalausgabe: 2019
Regie: Agnieszka Smoczyńska
Drehbuch: Gabriela Muskała
Kamera: Jakub Kijowski
Darsteller: Łukasz Simlat, Zbigniew Waleryś, Halina Rasiakówna, Gabriela Muskała, Małgorzata Buczkowska
Musik: Filip Míšek

W Berlinie dziś jeszcze do obejrzenia / Heute noch im Kino
19:00 / Wolf Kino

Pressetext:

Nach ihrem gefeierten, furiosen, bunten Horror-Trash-Musical Córki dancingu/ Sirenengesang/ The Lure überrascht Smoczyńska mit einem ernsten Psycho-Kammerspiel, zu dem die Hauptdarstellerin Gabriela Muskała das Drehbuch schrieb. Sie verkörpert eine Frau mit einem doppeltem Knick in ihrer Biografie: Vor zwei Jahren war die brave Mutter aus der Gegend von Wrocław plötzlich verschwunden und hatte sich ohne jegliche Erinnerung in Warschau neu erfunden. Als starke, selbstbewusste Frau hat sie sich durchs Leben geboxt, bis eine TV-Sendung ihre Identität offenlegt. Nun ist sie zurück in den Armen ihrer Familie und könnte sich dort kaum fremder fühlen.

In dunklen Bildern und mit mutigem Sounddesign entblättert die Regisseurin das zerrissene Innere ihrer Hauptfigur, der sie stets dicht auf den Fersen bleibt. Dass diese nicht zwingend sympathisch, aber stets nachvollziehbar bleibt, ist neben einem gekonnten Schnitt vor allem der grandiosen Leistung der Hauptdarstellerin zu verdanken, welche Blicke tief in die Seele ihrer Figur zulässt, ohne sie vollständig zu enträtseln.

Ela Kargol napisała:

Pomiędzy flizą, płytą, kaflem jest fuga. Większa mniejsza, szersza, węższa, trwała, krucha….
Fuga wypełniona pewną masą łączy części w całość. Zabrakło w filmie spoiwa wypełniającego fugę. Może się wykruszyło, tak jak pamięć głównej bohaterki, a może z powodu zaniku pamięci nie da się już nic scalić i fuga zostaje pusta.
Mój tata miał takie widzimisię, że kładł fugi kolorowe, potem blakły, tak mi się tylko przypomniało…


Jetzt werden hier Texte von drei weiteren Frauen folgen. Wir trafen uns alle im Kino, aber wir haben nicht miteinander über den Film gesprochen. Das, was wir über den Film denken, trifft sich erst hier.

Ewa Maria Slaska

Ich lese solche Texte stets erst nachdem ich den Film gesehen habe. Ich versuche, mich vor den Spoilern zu schützen. Ich hasse es, schon vorher belehrt zu werden, was ich zu denken habe. Besonders in der deutschen Kritikpraxis ist es eigentlich gang und gäbe, dass einem der Inhalt, das Ende und der Sinn des Filmes von den Rezensenten gnadenlos enthüllt werden. Ist es die unterbewusste Überzeugung, dass der Rezipient keine Ahnung hat und Auslegung braucht, ist es der Wunsch des Publikums, oder ist es blosse Machtlosigkeit der Kritik, die selber nichts weiß und doch über irgendetwas schreiben muss?

Dies aber nur am Rande. Ich bin also ins Kino gegangen ohne jedwede Vorkentnisse. Ich ließ den Film auf mich wirken und… und der ließ mich unberührt. Mir hat der Film nicht gefallen. Vielleicht bin ich aber nur die Einzige im Kino, die das dachte, weil ich vermute, von den Zuschauerinnen (es waren überwiegend Frauen im Kino) bei dem Weggehen kleine Anerkennungssätze zu schnappen.

Ich kann aber nicht anders. Auch wenn alle andere anders denken. Die Geschichte scheint mir unlogisch und voller Lücken konstruiert zu sein. Und damit meine ich nicht den künstlerischen Anspruch der Regisseurin und der Drehbuchautorin, ihre Protagonistin geheimnisakzeptierend und nicht entblössend darzustellen. Nein, ich meine Konstruktionsfehler des Films selber, das Ignorieren der Tatsachen und Prozedern, das Weglassen der nüchternen Fakten. Nichts in der Geschichte von Alicja könnte so gewesen sein, wie es im Film gezeigt ist. Alles stimmt nicht, alles ist nur bloßes Fantasieren um ein Frauenschicksal herum, unterlegt mit frecher Gewissheit der Filmmacherinnen, dass wenn es Frauengeschichte ist, wird sie aufgenommen sein, weil 2019 Frauengeschichten einfach aufgenommen werden und niemand wird sie hinterfragen.

Die Geschichte entwickelt sich nicht, sie dreht sich nur rum. Man weißt nicht, weshalb etwas im Film gerade gezeigt wird, es ist wurscht und egal, was die Menschen im Film machen und weshalb gerade jetzt. Die einzelnen Szenen sind lose nacheinander geworfen. Irgendwas. Irgendwie. Irgend… Ich fühle mich als Zuschauerin regelrecht verarscht und hab’ Gefühl, die große Worte des Pressetexts wollen mich nur einschüchtern, damit ich es doch nicht tue, was man (frau) sich nicht wünscht: nicht frage.

Auch die große schauspielerische Leistung der Hauptprotagonistin, die im Pressetext hochgepriesen ist, scheint mir ein Humbug zu sein. Frau Muskała verfügt, meiner Meinung nach, nur über zwei Gesichtausdrücke – entweder ist sie weit weg vom Hier und Jetzt und somit traurig oder hat einen delikaten fast unmerkbaren Lächeln parat, der sicher ihre Stärke ist, wird aber so oft und so sinnlos eingesetzt, dass es schon gar nichts bedeuten kann.

Also bei der Frage Hit oder Kitt, sage ich Kitt, obwohl mir sehr bewusst ist, dass der Film beste Chancen hatte, den Filmfestivalpreis zu bekommen. Und weisst der Kuckkuck, weshalb er ihn nicht bekam?

Monika Wrzosek-Müller

Irgendwie beschäftigen sich übermäßig viele Filme des diesjährigen Neuen Polnischen Kinos mit psychologischen Problemen, wenn nicht Anomalien. Schon die Titel weisen daraufhin: 7 Gefühle, Panikattacken, Fugue, Over the Limit. Ich habe nun den 2018 von Agnieszka Smoczynska gedrehten Film Fugue gesehen. Eigentlich könnte man bei diesem Film von der Illustration eines dissoziativen Phänomens, nämlich der Dissoziativen Fugue, auch psychogene Fugue genannt, sprechen. Die Hauptdarstellerin Gabriela Muskała, die übrigens auch das Drehbuch schrieb, spielt hervorragend; doch der Film war für mich an manchen Stellen künstlich und überzogen.

In der Klassifikation nach ICD-10 der psychischen Störungen wird Dissoziative Fugue unter der Nummer F44.1 aufgelistet. Zu den Symptomen gehören eine unerwartete, desorientierte Flucht aus der gewohnten Umgebung (Zuhause, Arbeitsplatz), teilweise Amnesie in Bezug auf Teile der Vergangenheit, Verwirrung über die eigene Identität, manchmal die Annahme einer neuen. Die Störung kann von ein paar Stunden bis zu mehreren Monaten dauern. Nun im Film dauert sie zwei Jahre, die Frau nimmt eine neue Identität an und kämpft sich an einem neuen Ort, in Warschau, durchs Leben, bis sie durch eine TV-Sendung erkannt wird. Der Vater ruft die Moderatorin an und entschlüsselt ihre Identität.

Es folgen berührende Szenen, in denen die ganze Familie und besonders der Vater versuchen, sie wieder an ihre Vergangenheit heranzuführen. Doch alle Versuche scheitern, sie scheint sich an nichts zu erinnern. Man sieht nur, dass all das sie quält und ihr unangenehme Gefühle bereitet.

Eigentlich stellt sich für mich in dem Film als wichtigste Frage, warum sie das getan hat, warum sie „geflüchtet“ ist. Das erfährt der Zuschauer peu à peu, in kleinen Schritten – bis er erfährt, dass sie einen Autounfall im Wald hatte. Sie wollte vor ihrem Mann fliehen, der ihr gedroht hatte, sich scheiden zu lassen und ihr den Sohn wegzunehmen. Nach dem Unfall dachte sie, ihr Sohn sei dabei gestorben, und daraufhin, aus Entsetzen über die eigene Tat, wäre sie von der Unfallstelle geflohen und hätte das Geschehene vergessen. Doch ihr Psychotherapeut spricht von dissoziativer Fugue und hilft ihr dabei, ihre wahre Identität zu finden. Aber ihr früheres Leben, in dem sie sich gar nicht mehr zurecht findet, stellt für sie keine Alternative für eine Fortsetzung dar. Am Ende des Films verlässt sie ihren Mann und ihren Sohn. Die Sentenzen, die Szenen mit ihrem Sohn, einem Jungen von 5 oder 6 Jahren, sind sehr berührend: das Kind ist klug und mein Herz zog sich regelrecht zusammen, als ich sah, wieviel der Junge von der Situation auf sich übertrug und wie ihn das direkt betraf. Insofern eine Warnung an alle Eltern, wie direkt ihr Leben das ihrer Kinder betrifft.

Doch letztendlich verdankt der Film seine ganze Wirkung dem enormen, perfekten und mutigen Spiel der Hauptdarstellerin. Trotzdem habe ich den Saal mit einem Gefühl des leisen Missmuts verlassen.

Anne Schmidt

Liebe Ewa,
Der Titel des Films Fuga beschäftigt mich, seitdem ich mir diesen Film angeschaut habe.
Leider konnte ich nicht bis zum Gespräch mit der Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin bleiben, denn sie hätte mich vielleicht darüber aufgeklärt, ob die musikalische Fuge oder die handwerkliche Fuge gemeint ist. Vielleicht hast Du die Gelegenheit Gabriela Muskala nach der Bedeutung des Titels zu fragen.
In der Anfangsszene des Films kraxelt eine zierliche junge Frau in Stöckelschuhen über den Schotter einer unterirdischen Bahntrasse (Fuge), bis sie in einem unterirdischen Bahnhof ankommt. Dort zieht sie sich mühsam zum Bahnsteig hoch, taumelt unter den Augen der indigniert schauenden Passagiere ein paar Schritte vorwärts, hockt sich nieder, lupft ihren seriösen Trenchcoat und uriniert auf den Bahnsteig.
Ich frage mich, ob sie damit den Ruf nach der Polizei und einem Arzt provozieren wollte, denn in der nächsten Szene sehen wir sie in einer psychiatrischen Klinik. Sie wird dort zwei Jahre lang als Frau ohne Gedächtnis unter dem Namen Alicja von einem sehr engagierten Professor behandelt bis dieser auf die Idee kommt, sie im Fernsehen der Öffentlichkeit vorzustellen. Sofort nach der Ausstrahlung meldet sich ein Mann, der sie als seine Tochter, die vor zwei Jahren verschwunden ist, erkannt hat.
Ab jetzt wird die Geschichte kompliziert, denn Kinga, wie Alicija richtig heisst, reagiert auf ihre “Heimführung” in ihr ehemaliges Zuhause mit Mann und Kind aggressiv und ablehnend. Auch ihr Mann wirkt weder erfreut noch erleichtert darüber, dass seine Frau wieder zurück ist. Der kleine Sohn scheint sie nicht als seine Mutter wiederzuerkennen und fühlt sich mehr zu einer ehemaligen Kollegin von ihr hingezogen.
Die Frage, was stimmt in dieser Familie nicht, wird erst zum Schluss beantwortet.
Die Frage, hat Kinga wirklich ihre Vergangenheit vergessen, bleibt bis zum Schluss bestehen, denn manche Dinge kann sie seltsamerweise richtig zuordnen.
Nachdem ihr ihr Ehemann den letzten Tag ihres alten Lebens ins Gedächtnis zurückgerufen hat, zieht sie daraus eine unerbittliche Konsequenz. Ob sie damit ihrem Kind das verlorengegangene Gleichgewicht wiedergibt und ihrem Mann ein glückliches Leben ermöglicht, sei dahingestellt.
Aber was wird aus ihr? Kann sie ohne ihren Psychiater nicht mehr leben? Hat er aus ihr eine Kurwa gemacht?
Wie beurteilst Du ihr Verhalten und ihre Zukunftsaussichten, Ewa?
Mich haben die Geschichte und die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin sehr beeindruckt.
Die Tatsache, dass sie die Verwirklichung ihres Drehbuches über mehrere Jahre verfolgt hat, deutet meiner Meinung nach auf ein starkes persönliches Interesse an diesem Stoff hin. Leider kann ich sie nicht nach den Gründen für ihre starke Ambition fragen, aber Du hast vielleicht noch diese Chance.

Ewa Maria Slaska

Liebe Anne, ich glaube Fuga ist hier als lateinsches Wort Flucht gemeint. Mit Bach und seiner berühmten Fuge (fliehende musikalische Motive geben der Fuga ihren Namen her) hat die Geschichte wohl wenig zu tun. Ob es damit aber (auch) die handwerkliche Fuge gemeint ist, also ein Spalt zwischen den Kacheln, die man zusammenbinden muss, damit sie nicht auseinander geraten? ich weiß es nicht. Möglich wäre es. Man sieht, dass in dieser Familie etwas fehlt, dass hier alle auseinander geraten. Monika meint, die Fugue ist der Name einer psychischen Krankheit.

Fotos: FUGUE_Stills_2_4_6 © Alpha Violet

Weitere Filmkritiken folgen

Atak paniki / Panic Attak

Liebe Ewa, schreibt mir die Autorin, als Erstes möchte ich meine Entrüstung darüber bekunden, dass ich weder in der Berliner Zeitung noch im Tagesspiegel
einen einzigen Hinweis auf das polnische Filmfestival gefunden habe.

Inzwischen habe ich mir zwei Filme angesehen, u.zw.
Atak paniki und Fuga.

EMS: Zu der Bemerkung, dass es in der Berliner Presse keine Info über das Festival gab, kann ich mich nicht äussern. Aber in der Stadt ist das Festival doch sehr schön präsent. Wir wohnen nicht weit voneinander, die Autorin des Texts und ich. Bei mir in der U-Bahn-Station gab es Festivalplakats in der Vitrine (Wartezeit ist doch Werbezeit), aber ich fahr’ ja U-Bahn oder S-Bahn und die Autorin Auto oder Fahrrad :-), da sieht man die Plakate nicht so oft…

Anne Schmidt

Der Film “Atak paniki” beschäftigt mein Hirn immer noch, obwohl seit seinem Genuss einige Tage vergangen sind.
Dank der Hinweise im Progammheft wusste ich, dass ich mich auf eine Montage gefasst machen musste,
aber dennnoch verwirrten mich die Namen der Personen so sehr, dass ich die Konstellationen der Gruppen zueinander nicht unbedingt sofort erkannte und immer noch nicht alle Puzzleteile korrekt zuordnen kann.
Die verschiedenen zeitlichen Ebenen, die kommentarlos ineinander übergehen, machen meinen Erkenntnisprozess nicht leichter, aber genau das will ich, erkennen und deshalb denke ich immer wieder darüber nach, ob der Tierpsychologe im Flugzeug der Vater von dem jungen Selbstmörder und den bekifften Jugendlichen ist oder ob der neben ihm sitzende Fluggast der Vater von beiden oder nur einem der beiden ist. Ein junger Spielsüchtiger, der seinen Job als Kellner bei einer exklusiven Hochzeit aufs Spiel setzt, zwingt seine ahnungslose, tierliebende Mutter, sein Spiel am heimischen Computer fortzusetzen, damit er nicht von einem geheimnisvollen Anrufer vernichtet wird.


Drei junge Frauen, von denen eine ein Baby hat und mit diesem irgendwann bei
der Hochzeit auftaucht, scheinen die Töchter der Tierschützerin und Schwestern des jungen Kellners zu sein.
Die todschicke Hochzeitsgesellschaft lauscht verständnislos den Erklärungen der schönen, schwangeren Braut zur Wassergeburt ihres Babys, lässt sich aber nicht durch das Fehlen des Bräutigams vom Schmausen und Feiern abhalten.
Ist der Bräutigamer etwa der Typ, der sich zu einem letzten Abendessen mit seiner Nochfrau getroffen hat und der er vor ihrer letzten Verführungsattacke von seiner schwangeren Braut erzählt?
Bei der Frühgeburt mitten im Festsaal scheint er dann doch zugegen zu sein, obwohl er gerade noch in einer leidenschaftlichen Sexszene mit seiner Ex zu sehen war.
Geburt und Tod liegen in diesem Film nahe beieinander, wenn auch nicht zeitlich. Der finale Schuss, mit dem sich der junge Musikredakteur ins All katapultiert hat, scheint zeitlich parallel zum Flug seiner Eltern von Ägypten nach Polen stattzufinden. Noch wissen sie nichts von seinem Tod, werden aber mit dem Tod als Phänomen konfrontiert, weil ein Sitznachbar von ihnen während einiger Turbulenzen des Flugzeugs einen plötzlichen Herzstillstand erleidet. Sein Tod wird nicht gemeldet, damit der Ankunftstermin in Warschau nicht verzögert wird.


Während die drei Jugendlichen nach ihrem Drogenkonsum in Panik verfallen, einer der Drei verzweifelt seinen Bruder telefonisch zu erreichen versucht (wahrscheinlich der junge Selbstmörder), rücken die zwei Töchter, die von ihrer tierlieben Mutter nie erwähnt wurden, der Schwester, die dem spielsüchtigen Kellner als arbeitsames Vorbild vorgehalten wird, auf die Bude. Diese schöne junge Frau, die gerade bei der Arbeit, Telefonsex, war, fühlt sich von ihren aufdringlichen Schwestern und dem Kleinkind einer der beiden äußerst gestört; in letzter Minute gelingt es ihr, ihre Arbeitsmaterialien, u.a. eine Wasserpistole, unter ihrem Bett zu verstecken, als ihre Schwestern sie mit der Nachricht von dem Selbstmord des jungen Musikredakteurs überfallen und sie daran erinnern, dass sie während der Schulzeit mit ihm befreundet gewesen sei. Die junge Frau kann sich offensichtlich nicht an ihn erinnern, gerät aber dermaßen in Panik darüber, dass ihre Schwestern ihren wahren Broterwerb erkennen könnten, dass sie sie
aus ihrem Appartement drängt und anschließend mit einer vollgestopften Reisetasche fluchtartig die Wohnung verlässt. Am Flughafen nimmt sie den erstbesten Flug nach Südamerika, zerrt Pullover, Felljacke und ähnlich warme Kleidung aus ihrer übergewichtigen Tasche und zieht sie sich übereinander an; nicht nur diese Szene ist lustig, auch andere wirken eher komisch als traurig.
Wenn ich den Film noch nicht gesehen hätte, würde ich ihn mir anschauen, nicht nur wegen der Rätsel, die er mir aufgibt, nicht nur wegen der Komik, sondern auch wegen der vielen schönen Menschen und Dinge, die kaum Raum für die hässliche Ralität lassen.


Aus der Pressemappe:

Panic Attak
Film nominiert für den Wettbewerb

Der Episodenfilm erzählt Geschichten von Menschen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben: Zwei Teenager verpassen sich beim ersten Kiffen gleich eine Überdosis. Ein Noch-Ehepaar versucht im Restaurant, gesittet seine längst fällige Scheidung zu organisieren. Eine Internet-Porno-Queen bekommt mitten in den Dreharbeiten ungebetenen Besuch. Fluggäste schlagen sich mit unbequemen Sitznachbarn herum. Eine Braut muss ihre Hochzeitsfeier hochschwanger hinter sich bringen. Und ein Kellner versucht, moralische Spielschulden zu begleichen.

In seinem gefeierten, meisterhaft montierten Debüt webt der Regisseur in vorerst getrennten Erzählfäden, die er später geschickt und auf überraschende Weise miteinander verknüpft, ein Bild von gewöhnlichen Menschen, die in alltäglichen Situationen unvermittelt aus der Bahn geworfen werden. Wie sie sich mit allen Kräften gegen ihr grausames Schicksal wehren, ist tragisch und saukomisch zugleich, vor allem aber zutiefst menschlich. Denn in jedem von ihnen erkennen die Zuschauer_innen ein Stück von sich selbst wieder.


Kategorie: Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel: Atak paniki
Deutscher Titel: Panic Attak
Produktionsjahr: 2017
Dauer: 01:40:00
Festivalausgabe: 2019
Regie: Paweł Maślona
Drehbuch: Aleksandra Pisula, Bartłomiej Kotschedoff, Paweł Maślona
Kamera: Cezary Stolecki
Darsteller: Dorota Segda, Magdalena Popławska, Artur Żmijewski, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik, Nicolas Bro, Grzegorz Damięcki, Julia Wyszyńska, Bartłomiej Kotschedoff
Musik: Radzimir Dębski

Fotos: PanicAttack©New Europe Film Sales

Weitere Filmkritiken folgen