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Meine Kriege. Kindheit.
Ewa Maria Slaska
In fremden Schuhen
Ich bin nur vier Jahre nach dem Kriegsende in Gdańsk geboren, aber ich muss gestehen, dass mir das sehr lange nicht klar war. Der Krieg war so weit entfernt, obwohl er die Gegenwart vor allem bestimmte. Er war immer da. Er wurde zur Abschreckung benutzt, als Vergleichszäsur – vor dem Krieg…. nach dem Krieg; nach dem Krieg war selbstverständlich alles besser… Er lieferte den Stoff für unzählige Filme, Bücher, Bilder. Und natürlich spielten die Jungen Krieg. Er war immer da, real und irreal zugleich. Der Schrecken und die Angst waren real, er selbst aber war irreal, bedeutete nichts und hielt sich eher in meinen Albträumen auf.
Continue reading “Meine Kriege. Kindheit.”Meine Kriege. Ruinen.
Ewa Maria Slaska
Ein Lob der Frauenarbeit als Aufbau einer Utopie
Ein Text nach einer Konferenz zum Entmythologisieren des Mythos von Trümmerfrauen
Motto der Konferenz:
Nach jedem Krieg muss jemand alles aufräumen.
Wisława Szymborska
Das Buch zum Entmythologisieren
Die „Trümmerfrau“ gehört zum festen Repertoire nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit, ganz gleich, ob in TV- und Printmedien, in Schulbüchern oder in Ausstellungen der historischen Museen. Seit Anfang der 1950er Jahre bis in unsere unmittelbare Gegenwart kam es darüber hinaus in den unterschiedlichsten Städten immer wieder zur Errichtung von „Trümmerfrauen“-Denkmälern. Leonie Treber hat erstmals die überlieferten Fakten geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass die „Trümmerfrauen“ ein Mythos sind; es gibt nur ganz wenige Belege dafür, dass tatsächlich Frauen im Krieg und in der Nachkriegszeit Bombentrümmer beseitigt haben. Wie für Mythen gemeinhin üblich, handelt es sich bei den heute verbreiteten stereotypen „Trümmerfrauen“-Narrativen jedoch keineswegs um reine Lügen, vielmehr enthalten sie einige Brocken Wahrheit, die jedoch mitunter verfälscht und aus dem Kontext gerissen sind bzw. Wesentliches verschweigen. Die Autorin stellt dar, wie die Enttrümmerung der deutschen Städte tatsächlich stattgefunden hat. Meist waren professionelle Firmen mit technischem Großgerät und Fachkräften die Hauptakteure bei der Trümmerräumung. Und sie zeigt, wie der Mythos „Trümmerfrau“ mit all seinen Facetten entstanden ist. Die Grundlagen für den Mythos der „Trümmerfrau“ wurden bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit gelegt. Eine Analyse der zeitgenössischen Presseerzeugnisse von 1945 bis 1949 legt die dabei entworfenen Bilder offen und fragt nach dem Ursprung des „Trümmerfrauen“-Begriffs. Die Traditionslinien der „Trümmerfrauen“ reichen in der DDR bis ins Jahr 1945 zurück und sind seitdem niemals abgebrochen, sondern kontinuierlich gepflegt worden. Die lange und stabile Tradierung der „Trümmerfrau“ in der Erinnerungskultur der DDR trug somit wesentlich dazu bei, dass sich aus den getrennten und zum Teil diametral gegenüberliegenden Erinnerungssträngen der BRD und der DDR schließlich der gesamtdeutsche Erinnerungsort der „Trümmerfrau“ flechten ließ.1
Hinzu kommt noch der Vorwurf, dass die Frauen nicht umsonst, ehrenamtlich und freiwillig gearbeitet haben, sondern nur, um sich Vorteile zu sichern, Geld, Essenskarten, Kleider, gar Wohnungen.
Continue reading “Meine Kriege. Ruinen.”Was mich der Krieg angeht
Monika Wrzosek-Müller
Ich bin einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren und hatte inzwischen berechtigten Grund zu glauben, dass mich der Weltkrieg wenig anginge und beträfe, trotz der traumatischen Kriegserfahrungen meiner Großeltern und Eltern. Vielleicht wollten wir alle den Krieg einfach hinter uns lassen, vergessen, obgleich – oder vielleicht weil – wir in den Schulen ständig damit konfrontiert worden waren. Der russische Überfall auf die Ukraine war für mich ein Schock, trotz der Vorzeichen seit der Annexion der Krim von 2014; so wie Tausende andere Menschen konnte ich mir nicht vorstellen, dass Putin so etwas wagen würde. Noch in den Tagen direkt vor dem Angriff von 2022 sah ich, damals im polnischen Fernsehen, die militärischen Manöver an der Grenze zur Ukraine und war trotzdem überzeugt, dass es nicht zum endgültigen Bruch mit der zivilisierten Welt kommen würde.
Continue reading “Was mich der Krieg angeht”Wann hatten wir Krieg?
Michael G. Müller
In den Wochen vor dem 80. Jahrestag der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 haben sich die deutschen Medien mit Beiträgen zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg gegenseitig überboten. Oder genauer: mit Beiträgen über die deutschen Erfahrungen des Untergangs: Über Hitlers letzte Monate und Wochen in der „Wolfsschanze“, über die verheerenden und wahrscheinlich sinnlosen (weil militärisch nicht mehr bedeutsamen) Bombenangriffe auf Dresden oder Potsdam in den Wochen vor Kriegsende, die letzte große Schlacht der Wehrmacht gegen die Rote Armee auf den Seelower Höhen und den Handschlag zwischen Rotarmisten und amerikanischen GIs in Torgau im April 1945, die Kämpfe in den Straßen Berlins im Mai, die jeweilige Stunde der Kapitulation in Remagen, Kassel, Chemnitz…
Continue reading “Wann hatten wir Krieg?”Meine Kriege. Geschichte.
Heute jährt sich zum 80. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus diesem Anlass werde ich hier in der nächsten Woche oder gar in den nächsten zehn Tagen Beiträge über den Krieg veröffentlichen. Ich lade die Leser ein, weitere Texte einzureichen.
Ewa Maria Slaska
Ich wurde kurz nach dem Krieg geboren. Mein Kindheitskrieg habe ich schon im Bauch meiner Mutter bekommen. In meinen Träumen sah ich die Straßen wo die Häuser brannten. Meine Mutter und ich liefen unter den Flammen. Ich war immer nur mit meiner Mutter.
Als kleines Kind habe ich Todesangst vor dem Krieg, dem, der vorbei war und dem, der kommen wird. Ich hatte Angst. Um mich herum alles behauptete, dieser Krieg stehe kurz bevor oder käme wieder und die Deutschen würden uns wieder töten.
Continue reading “Meine Kriege. Geschichte.”Marek Hłasko, Polish James Dean

Marek Hlasko – writer, rebel, carouser – was described by the press as the Polish James Dean due to his striking resemblance to the famous actor, and as the Polish Boris Pasternak for the stunning quality of his prose and an experience of forced immigration. Escaping the tumultuous political climate in Poland, he arrives in Israel in the late 1950s. The land and its people become his inspiration, but also a curse and a trap of sorts.
Sizilien
Monika Wrzosek-Müller
Syrakus, Begegnung mit S. Lucia
Diesmal hatten wir ein fürs Auge sehr schönes Appartement, wirklich einmalige Stuckdecken, dezent bemalt, dazu passende Kandelaber; leider waren die Wände wie aus Pappe, so dass man jede Bewegung, jeden Lärm von draußen direkt in der Wohnung zu hörten bekam, obwohl die Fenster neu waren. Jedes Gespräch unserer Nachbarn hörten wir mit, jede Putzkolonne und das Treppensteigen, den Hund sowieso; das alles wäre eigentlich nicht das Problem, problematisch war die Bar/Bistrot unten, die die ganze Nacht, bis vier Uhr morgens geöffnet war und sehr seltsame Geschäfte machte und oft ziemlich aggressive Kunden hatte. Oder werden wir einfach immer empfindlicher, sprich älter?
Continue reading “Sizilien”Gestern in Berlin: Unser Stadtspiel Quest for Women*
Klaudyna Droske
am 1. Mai 2025 (auf Instagram & FB)
Ich habe heute (d.g. gestern) am Stadtspiel „Quest for Women“ des @ambasada_polek_ev in Friedrichshain teilgenommen. Ein schönes Projekt von @krenz.anna und @ewa.bo.ska (ewa maria slaska). Dabei ging es darum, an mehreren Stationen spannende Aufgaben zu inspirierenden Frauen: Tamara Danz, Gabriele Tergit, Ludmilla Herzenstein, Annemirl Bauer und Hildegard Jadamowitz zu lösen. Der Start war an der Tamara-Danz-Straße, das Finale mit Signierstunde von Claudia von Gélieu und Tanja Dückers sowie Preisverleihung fand in einer Kiez-Bäckerei statt (Asman Bäckerei).
Joanna Pfaff
Das war ein wunderbares Event, sehr informativ, perfekt vorbereitet, und organisiert und durchgeführt mit scheinbarer Leichtigkeit in sehr guter Stimmung. Danke!
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Alle grafische Elemente: Anna Krenz.
Siehe auch: https://ewamaria.blog/2025/04/22/quest-for-women-friedrichshain/
























Fotos: Klaudyna Droske, Monika Wrzosek-Müller, Ela Kargol, Krystyna Koziewicz, Joachim & Konrad
Was mit einem einzigen Fluss in Ozeane reinkommt?
Oder Plastikmüll für Don Quijote (Reblog)
Überall Plastik: Diese Bilder aus der Karibik tun weh – noch immer
Von Nadja Ayoub
31. Oktober 2018

Rund ein Jahr ist es nun her, dass diese unfassbaren Bilder um die Welt gingen. Eine Fotografin hatte Fotos aus der Karibik veröffentlicht, die einmal mehr verdeutlichten, wie schlimm es um unsere Ozeane steht. Weh tun diese Bilder noch immer – aber hat sich auch etwas getan?
Weißer Sandstrand, Palmen und türkisblaues Meer – diese Bilder hat man vor Augen, wenn man an die Karibik denkt. Aber nicht überall in der Karibik sieht es so aus, wie schockierende Bilder der Fotografin Caroline Power zeigen.
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