Frauenblick auf Hunde

Monika Wrzosek-Müller

Hundeliebhaber: innen

Wie viel Mensch braucht ein Hund? Die Frage könnte man umkehren: Wie viel Hund braucht ein Mensch? Die erste Frage stellt Maike Maja Nowak in ihrem Buch, das von Begegnungen mit Hunden und ihren Menschen erzählt und sie schreibt: „Ich danke allen Hunden, die ich während meiner Arbeit kennenlernen durfte, obwohl ich ihnen nichts beibringen musste, weil sie ja selbst am besten wissen, wie es ist, ein Hund zu sein. Dafür konnte ich lernen, wie man ihnen stets dort begegnen kann, wo ihre Natur noch gesund ist – selbst dann, wenn diese vom Menschen völlig zerstört scheint. So gewann ich das Vertrauen darauf, dass in jedem Wesen etwas zu finden ist, das heil geblieben ist, wenn man nur seiner Natur folgt.“ Die zweite stelle ich mir immer wieder in unserem Park, wenn ich die Hundebesitzer beobachte, und ich würde sagen: das Problem sind eher wir, die menschlichen Wesen, und nicht die Hunde.

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Biste bescheuert…

Michael G. Müller

Biste bescheuert…“ – ein ganz normaler Tag in Berlin

Ich stehe (für meine Verhältnisse) früh auf, weil ich vor zehn Uhr nach Pankow kommen muss – zu einem wissenschaftlichen workshop. Gut, ich stehe also in unserer Charlottenburger Wohnung rechtzeitig auf, esse ein schnelles Frühstück, schaue dabei auf den netten kleinen Park vor unserem Wohnkomplex und mache mich dann auf den Weg zur S-Bahn. Ich begegne gleich um die Ecke einer älteren Frau – habe sie schon öfter gesehen – mit langen grauen Haaren, etwas gehbehindert, eigentlich freundlich; diesmal wird sie von einer jungen Betreuungskraft (?) begleitet. Heute hat die Frau riesig lange rote Krallen auf ihre Finger gesetzt und sie beschwert sich laut. Die Betreuerin redet „vernünftig“ mit ihr; es geht um irgendeine Beschwerde, wegen derer die Frau unbedingt die Verbraucherzentrale anrufen will. Die Betreuerin bugsiert sie freundlich in die S-Bahn…

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Frauenblick auf Antalya (3)

Monika Wrzosek-Müller

Antalyas Umgebung: Termessos und Ariassos

Um von fast Meereshöhe auf 1100 zu kommen, braucht man einige Zeit und vor allem gute Straßen; heutzutage ist das auch kein Problem, aber wie haben sie das in der Antike geschafft, noch dazu riesige Steinblöcke transportiert, große Anlagen, Mauern, Aquädukte gebaut? Diese Fragen beschäftigen mich die ganze Zeit während dieses Ausflugs.

Wir fahren mit einem ältlichen Renault, der faucht und schwitzt und die Erhebungen vor sich eher nicht mag. Später, auf dem Rückweg wird alles leichter, immer wieder muss man bremsen.

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SprachCafé im Ohr

Pressemitteilung: 18.3.2024

Hallo, hier ist das SprachCafé im Ohr!
Das zweite Jahr des Projekts “SprachCafé im Ohr” für mehrsprachige Familien, ErzieherInnen, PädagogInnen und Lehrkräfte hat begonnen.
Das “SprachCafé im Ohr” ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt des Vereins SprachCafé Polnisch aus Berlin, das sich an alle richtet, die sich privat oder beruflich mit dem Thema Mehrsprachigkeit sowie mehrsprachige Erziehung beschäftigen. Es besteht aus kostenlosen telefonischen Beratungen in 14 Sprachen durch geschultes Beraterinnen-Team sowie aus internationalen FamilienCafés. Unsere Beraterinnen kommen aus verschiedenen Ländern, leben in Berlin und haben durch Beruf und Familie direkten Kontakt zu Fragen der Mehrsprachigkeit in ihren Communities.

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Delikatöse Bedrohung

Sabine der Martin
14.03.2024

https://www.sabine-de-martin.de Reblog

Ameisenköder, der wie ein Gesicht aussieht, mit roten Augen und Mund, auf einem Heizungsgitter


Du dachtest immer, dass es plötzlich passiert: alle Lampen gehen gleichzeitig aus, weil jemand über Nacht die Macht an sich gerissen und jetzt das Sagen hat. Willkürliche Verbote, keine Meinungsfreiheit mehr, Gefängnisse füllen sich mit Unschuldigen. Aber, kein Grund zur Sorge oder gar Vorsorge: so etwas passiert nur in Ländern, die vorher auch schon suspekt waren, und nicht bei uns.
Denn wir haben Delikatesse! Das ist nicht nur das bessere, sondern das beste. Delikatesse gibt es nur in Europa, oder in Ländern, die Europäer*innen besiedelt haben. Die Delikatesse ist sogar in Europa geboren, deshalb stolzieren wir. Auch wenn schon von Anfang an nicht alle einen Löffel in die Hand bekommen haben, und das bis heute so geblieben ist, gilt die Delikatesse bei den Privilegierten als Musterbeispiel der Gleichberechtigung und gut gefeit gegen alles Ungenießbare. 

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Shri Badrakali Amman Hindu Temple (Sri Lanka 2)

Johanna Rubinroth & Tanja Krüger

Eine maximal gekürzte Beschreibung aus Wikipedia: Ein Hindu-Tempel, der der Göttin Bhadrakali gewidmet ist, einer Version der Kali, errichtet in Trincomalee, Ostprovinz, Sri Lanka, der Teil einen alten und großen Komplex miteinander verbundener Schreine ist, alle errichtet im dravidischen Architektur-Stil. Der Tempel hat schon vor dem 11. Jahrhundert Pilger angezogen.

Die Beschreibung ist gekürzt, weil es voll von Nichtigkeiten ist, um zu verschleiern, dass – wie die Autorinnen meinen – die Hindus selber nicht wissen, wer und wann den Tempel errichtet hatte, und die prude Wikipedia Beschreibung vergisst zu erwähnen, dass es ein Kali-Schrein ist, das vor allem aus den Penissen gesteht. Und man weiß nicht genau, welcher Esel zu welchen Penis gehört, und welcher Mund welchen Kind verschluckt.

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Ich liebe

Ewa Maria Slaska

Immer wieder finde ich bei dem Facebook oder Instagram eine Aufforderung, dass ich in Google “ich liebe” schreibe und sehe, was mir diese omnipotente Suchmaschine vorschlägt. In einem Samstag-Mood habe ich es gemacht und dies in sofort, als erster Stelle und gleich mehrfach gekommen:

Das Lied auf YouTube ist zwei Jahre alt – für Social Media schon sehr alt. Ich kenne das Lied nicht, die Musik nicht und keinen der vier Musiker.

Die Musiker sind einzeln auf Instagram zu finden:

MAJAN ►   / majan.614   badchieff ►   / badchieff   Edo Saiya ►   / edosaiya   CRO ►   / cro  

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Frauenblick auf Antalaya (2)

Monika Wrzosek-Müller

Umgebung

Der ungeheure Reichtum der Natur um Antalya zieht nicht erst heute geballten Tourismus und große Menschenmassen an. Das Taurusgebirge, eine Bergkette mit Gipfeln über 4.000 Meter, und bei Antalya, auf dem „Lykischen Weg“, mit mehreren 3.000ern, bildet ein riesiges Wasserreservoir für die Region. Zwar schmelzen die Schneemassen immer schneller und der künstlich geschaffene Skiort Saklikent (1.850-2.547 m) ist wenig frequentiert und nicht schneesicher. Doch in den Flüssen und Seen gibt es reichlich Wasser; in der ganzen Ebene mangelt es daran auch in den heißen, trockenen Sommermonaten nicht, auch nicht für den Massentourismus in den Hotelburgen, auch nicht für die zahlreichen Treibhäuser mit Gemüse, Obst und Blumen. Dieses Paradies haben schon die verschiedensten Völker in entlegensten Zeiten zu schätzen gewusst.

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Frauenblick: Kurze Werbung für Polkopedia

Monika Wrzosek-Müller

Vielleicht haben nicht alle in Pokopedia reingeschaut, doch es lohnt die Mühe, auf die Website zu gehen und wenigstens einige Einträge zu lesen. Zugegeben, es sind grausige Geschichten, wahre Tragödien im griechischen Sinne, bei denen es keinen positiven Ausgang gibt, geben kann. Doch das Wissen darüber müsste eben in unserer Zeit verbreitet werden, denn ich glaube ganz tief, dass nur durch das Wissen über die vergangenen Gräueltaten die nächsten verhindert werden können, wenn überhaupt. Dazu habe ich dieses Interview gelesen und gedacht, das drückt genau aus, was ich mit meiner Teilnahme an dem Projekt Polkopedia meine.

www.polkopedia.org

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Frauenblick auf Antalya (1) – amore mio [sen askim]

Monika Wrzosek-Müller

Antalya – amore mio [sen askim]

Ist das Verreisen, sich auf die Reise machen nicht etwa eine Flucht vor sich selbst, vor den eigenen Problemen, den ewigen Freunden und Feinden, den gleichbleibenden Wegen, dem schlechten Wetter und dem gewohnten Essen, den Nachrichten des Tages, der ewigen Routine, der Langeweile…? Doch, man macht sich auf, fährt möglichst weit weg und nimmt sich selbst natürlich auch mit. So kann man den eigenen Weg immer fortsetzen, ganz weit weg fliehen, auf die Suche gehen und sich selbst doch dann auch überall mitnehmen, mit dem uns allen bekannten Don Quijote wandern. Manchmal aber reichen kleine Veränderungen, um etwas gelassener und optimistischer auf die Welt rundherum zu blicken; es ändert sich vielleicht das Wetter und die Ausblicke sind unbekannt und ganz neu, und wenn sie noch wirklich schön sind, die Menschen um einen herum herzlich, freundlich, zufrieden, dann lebt man auf, versucht neue Perspektiven auf eigenes Leben zu entwickeln. Also irgendwie doch ein Plädoyer für das Reisen?

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