Michael Müller
(…)
Warum überhaupt hat Aleksander Brückner sich dafür entschieden, seinen wissenschaftlichen Weg in Deutschland zu gehen? Dass er sich sehr bewusst dafür entschieden hat, ist unbestreitbar. Seine akademische Heimat war eigentlich Lemberg/L’viv, danach Wien, wo er bei den damals führenden Slavisten weiter studierte und 1876 auch promoviert wurde. Es zog ihn dann jedoch weiter nach Leipzig und Berlin, und 1878 verfasste er, auf Deutsch, seine Studie über die slawischen Ortsnamen in der Altmark und im Magdeburgischen. Er reagierte damit auf die von der Leipziger Societas Jablonoviana damals zu eben diesem Problem ausgeschriebene wissenschaftliche Preisfrage, reichte die Studie aber zugleich als seine Habilitationsschrift ein, die er im selben Jahr in Wien verteidigte. Kurz kehrte er danach an die Universität L’viv zurück, um aber 1881 den Ruf als Professor für Slavistik an der Berliner Friedrich Wilhelms-Universität anzunehmen, zunächst als „außerordentlicher Professor“, seit 1892 dann als „Ordinarius“.
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