Sommer in Berlin: Freiluft-Theater (2)

Jeder stirbt für sich allein
von Hans Fallada

Premiere Mittwoch, 20. August 2025

KantTheaterBerlin im Globe Berlin – Open Air-Bühne
Sömmeringstraße 15, 10589 Berlin-Charlottenburg

BVG-Verbindung U-Bahn Richard-Wagner-Platz und von hier ein kurzer Weg über eine schöne Brücke

KantTheaterBerlin auf der Open-Air-Bühne des Globe Berlin präsentiert erstmals die Bühnenadaption von Hans Falladas Jeder stirbt für sich allein“, Bühnenfassung des Falladas letzter Roman; ein Kammerspiel für zwei Personen. Von und mit Anette Daugardt und Uwe Neumann, die hier auch verschiedene Rollen übernehmen.

Falladas Widerstands-Klassiker als spannendes und aufrüttelndes Zwei-Personen-Stück.

Das Vorbild für diesen Roman von Hans Fallada war das Arbeiterehepaar Otto und Elise Hampel, die für ihre Auflehnung gegen die Menschenverachtung des NS-Regimes am 8. April 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Fallada erzählt hier in einer fast krimiartigen Atmosphäre von sogenannten kleinen Leuten, die in den Jahren 1940 bis 1942 Aufrufe zum Widerstand auf Karten und in Briefen verbreitet hatten, nachdem sie durch den Tod ihres Sohns an der Front ihre ursprünglich positive Haltung zu Hitler und seiner Kriegsmaschinerie restlos verlieren.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Otto Hampel im Berliner Kabelwerk von Siemens-Schuckert. Von 1928 bis 1933 war er Mitglied des Stahlhelms. Als sein Schwager während des Westfeldzugs gegen Frankreich gefallen war, wurden die Eheleute zu Gegnern des Regimes. Das Paar wohnte im Haus Amsterdamer Straße 10 im Arbeiterviertel Wedding. Zwischen September 1940 und September 1942 verfassten Elise und Otto Hampel Postkarten und über 280 Handzettel, in denen sie zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zur Behinderung der Kriegsplanungen aufriefen und die sie in Treppenhäusern überwiegend im Umfeld ihrer Wohnung in Berlin-Wedding niederlegten.


Nahezu alle Postkarten bis auf 18 wurden von den Findern sofort bei der Polizei oder der Gestapo abgegeben. Trotz Ermittlungen dauerte es zwei Jahre, bis die Urheber auf Grund des Hinweises einer Denunziantin, Gertrude Waschke, gefasst wurden.

Hampels wurden am 20. Oktober 1942 verhaftet. Am 22. Januar 1943 wurden sie vom 2. Senat des Volksgerichtshofes wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 8. April 1943 in Plötzensee hingerichtet.

www.kanttheaterberlin.de

Weitere Termine: 24.8./18 Uhr, 3.9./19:30 und 7.9./18 Uhr

Die Tickets kosten 20 Euro, ermäßigt 16 Euro

Dauer: 1 Stunde 30 Minuten, 1 Pause

Bildnachweis: aus Jeder stirbt für sich allein, Hans Fallada, Aufbauverlag, 2012, Bundesarchiv, NJ 36 1-4l_k

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Ich habe das Stück bei der Generalprobe gesehen und ich werde sagen – es ist gut, es ist einfach sehr gut, stark gekürzt und trotzdem schlüssig, nur mit Falladas Worten präsentiert, ohne Kommentar und abgesehen von zwei deutschen Lieder am Anfang – Was ist des Deutschen Vaterland von Ernst Moritz Arndt (1813) und Die Wacht am Rhein von Max Schneckenburger (1854), nur pures Falladas Text. Dazu nur zwei Personen in allen möglichen Rollen und minimalistische Ausstattung. Faszinierendes Stück, die überzeugt mit seiner schrecklicher Wahrheit.

Nix wie hin.

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