Circa van Gogh und die Künstliche Intelligenz

Meistens finde ich, irgendwo in der Stadt, Bücher oder Bücherseiten, diesmal war es eine alte Zeitung in einem Café, eine Seite vom Bild, auf die ich aufmerksam geworden bin, weil das, was man sofort sah, ein Selbstbildnis von van Gogh war. Die Buchstaben der Titel sind jedoch viel größer als das Bild. Ich, hmmm, entwand die Seite und erst später stellte ich fest, dass ich am 9. Oktober die Zeitung vom 1. September fand und entwand.

Echtheit mit künstlicher Intelligenz bewiesen

Computer löst van-Gogh-Rätsel

 

 

Van Gogh oder nicht van Gogh? Das Hamburger Auktionshaus Dechow versteigerte am Dienstag 1. September 2020 online ein Gemälde zum Ausgangspreis von 500 000 Euro, das eines der frühesten Werke von van Gogh sein soll, die „Mühle von Wijk“, eine Kopie des berühmten Bilds von Jacob van Ruisdael aus dem 17. Jahrhundert. Einige Experte hielten diese Kopie für “echt Vincent”. Das Amsterdamer Van-Gogh-Museum erkennt das Bild jedoch nicht als eigenhändig an, zumal auch die Unterschrift des Künstlers anders ist als sonst. Van Gogh unterschrieb seine Werke immer als Vincent, hier gibt es jedoch einen verschnörkelten van Gogh.

Jetzt hat angeblich ein Computer das Rätsel gelöst: Wolfgang Reuter (55) von der Münchner Data-Firma „Alexander Thamm“ ließ das Gemälde ohne Auftrag des Besitzers mit Künstlicher Intelligenz (KI) untersuchen. Das Ergebnis: Es stammt mit 89 % Wahrscheinlichkeit von der Hand des van Gogh (1853-1890). Reuter sollte für 20 Künstler einen Klassifizierungs-Alghorithmus gespeichert haben, Rembrandt, Leonardo da Vinci, van Gogh. Jeder Künstler hat eigene Stilelemente und Muster, die der Alghorithmus selbst erkennt und lernt. Es ist, sagt Reuter, ein digitaler Fingerabdruck des Malers, den ein Fälscher nicht hundertprozentig nachahmen kann.

Der Alghorithmus wurde mit 1878 Werken von van Gogh trainiert.

Bei mir im Kopf klingelt es Alarm Stufe A1! 1878 Werke! Wie das? Ich glaubte zu wissen, VvG hatte 300 Bilder gemalt. Ich lag allerdings falsch, bei Wikipedia fand ich die Information, es waren 864 Gemälde und über 1000 Zeichnungen. Nun also: der Alghorithmus wurde mit allen Werken von Vincent trainiert. Bei Testen des Bilds speisste man ihm mit ca. 100 zufällig ausgewählten Bildfragmente von Mühle von Wijk. Er verglich dies mit seinem eingespeicherten Fundus und entschied: Es ist echt!

Juristisch bindend ist der Urteil nicht. Nicht desto trotz hat jemand das Bild gekauft. Das Aktionshaus sagt der Öffentlichkeit nicht, wer der Käufer war.

Wenn das Bild aber nun echte van Goghs Kopie ist, wieso bezeugt man es nur 89%ige Echtheit?

Weil es mathematisch bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung so ist. Mein Vater, der Ingenieur war, brachte mir irgendwann bei, wie man mit einem Rechenschieber rechnet.
Das erste, was wir gemeinsam ausgerechnet haben, war fantastisches Ergebnis:
2 x 2 ist ca. 4.
Circa? fragte ich.
Circa, stimmte mein Vater zu.

Circa van Gogh wurde für 550.000 Euro erworben.

1 thought on “Circa van Gogh und die Künstliche Intelligenz”

  1. wystarczy nacisnac klawisz;
    KI – nowa, trudna w swojej postaci do uchwycenia, religia;
    jej prorocy(i przeciwnicy) cwaluja teraz, jak siedmiu jezdzcow;
    ale zabawa dopiero sie zaczyna, a milenials obcinaja glowy nauczycielom i publikuja to – NATYCHMIAST – na wokandzie naszego ukochanego mistrza tolerancji. mareczka cukiereczka;

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