Reblog: Tanja Dückers, Über Schriftsteller, die immer ärmer werden

Carl_Spitzweg_-_Der_arme_Poet_(Neue_Pinakothek)

Das in Deutschland am besten bekannte Bild und früheste Meisterwerk des Malers: Carl Spitzweg, Der arme Dichter 1839, Neue Pinakothek (Wikipedia Commons)

Autoren am Rande des Existenzminimums

(Ursprungstext HIER)

Weniger Lesungen, gekürzte Stipendien, steigende Lebenshaltungskosten. Ein Großteil der Schriftsteller zählt zu den Geringverdienern und kann von materieller Sicherheit nur träumen.

Die derzeitigen Lebensbedingungen von Schriftstellern sind objektiv schwer zu ermitteln. Es scheint, als ob sich eine immer größere Kluft auftut zwischen wenigen Großverdienern und den »Prekären«, also der absoluten Mehrheit.
Zwar werden Schriftsteller stärker als je zuvor in den Medien als Stars inszeniert. Eine Handvoll von ihnen hat sogar eine eigene Fernsehsendung, wie Wladimir Kaminer oder Thea Dorn. Allerdings können immer weniger Schriftsteller vom Schreiben allein leben. Viele Autoren verdienen so wenig, dass sie kaum den monatlichen Beitrag zur Künstlersozialkasse entrichten können. Der Stern ging vor einiger Zeit der Frage nach, wie viel Schriftsteller denn nun verdienen. Das Ergebnis war niederschmetternd: Durchschnittlich waren es 955 Euro brutto monatlich. Das Einkommen eines Buchhändlers wurde dagegen mit immerhin 1 700 Euro brutto angegeben.
Nicht ohne Grund siedeln viele deutschsprachige Autoren in Länder um, in denen die Lebenshaltungskosten geringer sind. Offiziell heißt es dann zwar, der Autor möge vor allem die besondere Lebensart oder die schöne Landschaft. Nicht selten stecken dahinter aber wirtschaft­liche Zwänge.
Die Literaturagentin Karin Graf ist überzeugt, dass sich die Arbeits- und Lohnverhältnisse von Schriftstellern in den vergangenen zehn Jahren wesentlich verschlechtert haben. Das liegt auch an den insgesamt gestiegenen Lebenshaltungskosten, die es Geringverdienern immer schwerer machen, ein halbwegs passables Leben zu führen. Zum anderen fehlen die Einnahmen. Die Zahl der in Deutschland stattfindenden Lesungen hat sich beispielsweise innerhalb von zehn Jahren von 30 000 auf 10 000 verringert. Viele Buchhandlungen und Literaturcafés haben Lesereihen mit monatlichen Terminen abgesetzt und bieten sie nur noch vierteljährlich an. Fast jeder Autor, den ich kenne, sagt, er habe weniger Lesungsanfragen als früher. Da die Mehrzahl der Autoren nicht vom Buchverkauf allein leben kann, sondern sich maßgeblich durch Lesungshonorare finanziert, bedeutet dieser Rückgang enorme finanzielle Verluste.
Eine weitere wichtige Einnahmequelle für Autoren sind Stipendien und Arbeitsaufenthalte. Doch die Träger haben das Budget in den vergangenen Jahren zumeist gekürzt. So erhält ein Stipendiat des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop an der Ostsee heutzutage die Hälfte dessen, was ein Stipendiat vor fünf Jahren erhielt: 500 statt 1 000 Euro – für einen gesamten Monat. Von dieser Summe muss schließlich auch die Miete für die eigene Wohnung daheim bezahlt werden. Ich erinnere mich an einen Aufenthalt in Flandern/Belgien, bei dem ich ein Stipendium über 600 Euro für einen Monat erhielt. Mit den Lesungen, die ich in dieser Zeit in Deutschland absagen musste, hätte ich mehr verdient. Zuweilen bieten Stipendien dem ­Autoren auch lediglich freies Wohnen, aber kein Geld.
Je älter die Autoren werden, desto schwieriger wird oftmals ihre wirtschaftliche Situation. Jüngere Schriftsteller erhalten häufiger Stipendien als ältere. Viele Stipendien werden ohnehin nur bis zu einer Altersgrenze von 35 Jahren vergeben. Auch können Jüngere eher noch auf familiäre Unterstützung zählen. Insbesondere den Schriftstellern, die in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen, steht ein Leben in Armut bevor. Da die Künstlersozialkasse erst 1983 gegründet wurde, können sie den vollen Versicherungszeitraum von 40 Jahren gar nicht abdecken. Falls sie sich nicht zuvor privat versichert haben, was wegen der geringen Einkommens bei den wenigsten der Fall sein dürfte, sind sie auf staatliche Transferleistungen angewiesen – es sei denn, dass sich doch noch ein umwerfender Erfolg einstellt.
Ein psychisches Problem vieler Schriftsteller ist, dass es ihnen oft an Selbstbewusstsein mangelt, was den Wert ihrer Arbeit angeht. Während niemand von einem Zahnarzt erwarten würde, dass er seinen Job umsonst macht, werden Schriftsteller dauernd gefragt, ob sie bereit seien, auch ohne Honorar aufzutreten, zu lesen, zu debattieren, zu unterrichten oder eine Geschichte zu schreiben. Der Münchener Schriftsteller Georg M. Oswald hat diese Haltung in einem Essay für die Welt beschrieben: »Ich bekam einen Preis für mein Buch, den Bayerischen Staatsförderpreis, dotiert mit 10 000 Mark, was den Gesamtbetrag meiner Einkünfte durch ›Das Loch‹ auf 42 000 Mark erhöhte. Auch heute noch finde ich, das ist eine stattliche Summe für ein erstes Buch. Rechnete man einen Stundenlohn aus, erschien sie allerdings weniger glänzend. Aber so habe ich die Sache nicht gesehen. Ich hätte die Geschichten ja auch geschrieben, wenn mir niemand Geld dafür gegeben hätte, und so sah ich jede Mark, die ich dafür bekam, als Gewinn an, als Belohnung.«
Leider sind viele Schriftsteller, ob aus purer Unkenntnis oder aus Abneigung gegen die Beschäftigung mit dem Thema Geld, nicht gerade geschickt darin, über ihre Honorare zu verhandeln. Manche delegieren diesen Teil der Arbeit an Literaturagenten, die jedoch weniger Aufgaben als etwa die Booking-Agenten im Musikbetrieb übernehmen und zum Beispiel keine Auftritte organisieren.
Weil Autoren meist Künstler, Manager, Rechercheur und Sekretär in Personalunion sind, müssen sie ständig zwischen verschiedenen Rollen wechseln. Die notwendige Bewältigung unglaublich vieler kommunikativer und administrativer Aufgaben verträgt sich überdies schlecht mit einem introvertierten, romantischen oder weltfremden Gemüt. Als 15jährige wollte ich Schriftstellerin werden, weil ich mir einbildete, dann in Ruhe zu Hause am Schreibtisch sitzen und all die verwirrenden Gedanken in meinem Kopf ordnen und zu Papier bringen zu können. Auch meine Generation ist letzlich noch von Spitzwegs Bild des Dichters im stillen Dachstübchen geprägt. Nie hätte ich gedacht, in welchem Maße der Schriftsteller eine öffentliche Person geworden ist. Der Alltag des Literaten ist geprägt von Lesungen, Fernsehauftritten, Podiumsdiskussionen, Debattenbeiträgen, Radiointerviews, Fotoshootings, Terminen beim Steuerberater, der Suche nach dem richtigen Agenten, Gesprächen mit Schülern oder Studenten und Reisen im In- und Ausland. Das Schreiben an fremden Orten, das ­Leben und Arbeiten mit einem »mobilen Büro« gehören dazu. All diese Anforderungen, die raschen Themen- und Ortswechsel, produzieren eine große Unruhe, die sich unmittelbar auf das Schreiben auswirkt und nicht gerade förderlich dabei ist, zu umfangreichen Epochenromanen auszuholen. Nur wenige Gutverdiener können es sich leisten, die Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen auch einmal abzusagen, um sich ins berühmte Dachstübchen zurückzuziehen. Nicht wenige entdecken deshalb die kleine Form für sich, wandern in den Journalismus ab oder schreiben ein 80-Seiten-Büchlein, das eigentlich »Erzählung« genannt werden müsste, vom Verlag aber aus verkaufstechnischen Gründen mit der Gattungsbezeichnung »Roman« beworben wird. Manchmal, selten, wird solch ein Werk über Nacht ein Bombenerfolg. Judith Hermanns »Sommerhaus, später« (250 000 verkaufte ­Exemplare) war ein Kurzgeschichtendebüt von 107 Seiten. Ebenso überraschend werden gestandene Autoren von ihren Verlagen vor die Tür gesetzt, weil sich ihre letzten Bücher nicht gut verkauft haben. Dann bleibt das Unterrichten an Volkshochschulen oder das Taxifahren, wenn sich kein zahlungskräftiger Verlag mehr findet.
Der Schriftsteller Georg M. Oswald schließt seinen Essay mit den Sätzen: »Sie sehen, es gibt keinerlei erkennbare Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich literarischer oder kommerzieller Erfolg voraussagen ließe. Zurück also zum Ausgangspunkt: Gibt es den Beruf des Schriftstellers überhaupt? Gegenfrage: Gibt es den Beruf des Lottospielers? Nein, es gibt nur Leute, die es nicht lassen können.«

Reblog: Woman’s work 2


Woman’s work: Columbia Journalism Review

A dark, rancid corner Borri says journalists have failed to explain Syria’s civil war because editors only want ‘blood.’ (Alessio Romenzi)

He finally wrote to me. After more than a year of freelancing for him, during which I contracted typhoid fever and was shot in the knee, my editor watched the news, thought I was among the Italian journalists who’d been kidnapped, and sent me an email that said: “Should you get a connection, could you tweet your detention?”

That same day, I returned in the evening to a rebel base where I was staying in the middle of the hell that is Aleppo, and amid the dust and the hunger and the fear, I hoped to find a friend, a kind word, a hug. Instead, I found only another email from Clara, who’s spending her holidays at my home in Italy. She’s already sent me eight “Urgent!” messages. Today she’s looking for my spa badge, so she can enter for free. The rest of the messages in my inbox were like this one: “Brilliant piece today; brilliant like your book on Iraq.” Unfortunately, my book wasn’t on Iraq, but on Kosovo.

People have this romantic image of the freelancer as a journalist who’s exchanged the certainty of a regular salary for the freedom to cover the stories she is most fascinated by. But we aren’t free at all; it’s just the opposite. The truth is that the only job opportunity I have today is staying in Syria, where nobody else wants to stay. And it’s not even Aleppo, to be precise; it’s the frontline. Because the editors back in Italy only ask us for the blood, the bang-bang. I write about the Islamists and their network of social services, the roots of their power— a piece that is definitely more complex to build than a frontline piece. I strive to explain, not just to move, to touch, and I am answered with: “What’s this? Six thousand words and nobody died?”

Actually, I should have realized it that time my editor asked me for a piece on Gaza, because Gaza, as usual, was being bombed. I got this email: “You know Gaza by heart,” he wrote. “Who cares if you are in Aleppo?” Exactly. The truth is, I ended up in Syria because I saw the photographs in Time by Alessio Romenzi, who was smuggled into Homs through the water pipes when nobody was yet aware of the existence of Homs. I saw his shots while I was listening to Radiohead—those eyes, staring at me; the eyes of people being killed by Assad’s army, one by one, and nobody had even heard of a place called Homs. A vise clamped around my conscience, and I had to go to Syria immediately.

But whether you’re writing from Aleppo or Gaza or Rome, the editors see no difference. You are paid the same: $70 per piece. Even in places like Syria, where prices triple because of rampant speculation. So, for example, sleeping in this rebel base, under mortar fire, on a mattress on the ground, with yellow water that gave me typhoid, costs $50 per night; a car costs $250 per day. So you end up maximizing, rather than minimizing, the risks. Not only can you not afford insurance—it’s almost $1,000 a month—but you cannot afford a fixer or a translator. You find yourself alone in the unknown. The editors are well aware that $70 a piece pushes you to save on everything. They know, too, that if you happen to be seriously wounded, there is a temptation to hope not to survive, because you cannot afford to be wounded. But they buy your article anyway, even if they would never buy the Nike soccer ball handmade by a Pakistani child.

With new communication technologies there is this temptation to believe that speed is information. But it is based on a self-destructive logic: The content is now standardized, and your newspaper, your magazine, no longer has any distinctiveness, and so there is no reason to pay for the reporter. I mean, for the news, I have the Internet—and for free. The crisis today is of the media, not of the readership. Readers are still there, and contrary to what many editors believe, they are bright readers who ask for simplicity without simplification. They want to understand, not simply to know. Every time I publish an eyewitness account from the war, I get a dozen emails from people who say, “Okay, great piece, great tableaux, but I want to understand what’s going on in Syria.” And it would so please me to reply that I cannot submit an analysis piece, because the editors would simply spike it and tell me, “Who do you think you are, kid?”—even though I have three degrees, have written two books, and spent 10 years in various wars, first as a human-rights officer and now as a journalist. My youth, for what it’s worth, vanished when bits of brain splattered on me in Bosnia, when I was 23.

Freelancers are second-class journalists—even if there are only freelancers here, in Syria, because this is a dirty war, a war of the last century; it’s trench warfare between rebels and loyalists who are so close that they scream at each other while they shoot each other. The first time on the frontline, you can’t believe it, with these bayonets you have seen only in history books. Today’s wars are drone wars, but here they fight meter by meter, street by street, and it’s fucking scary. Yet the editors back in Italy treat you like a kid; you get a front-page photo, and they say you were just lucky, in the right place at the right time. You get an exclusive story, like the one I wrote last September on Aleppo’s old city, a UNESCO World Heritage site, burning as the rebels and Syrian army battled for control. I was the first foreign reporter to enter, and the editors say: “How can I justify that my staff writer wasn’t able to enter and you were?” I got this email from an editor about that story: “I’ll buy it, but I will publish it under my staff writer’s name.”

And then, of course, I am a woman. One recent evening there was shelling everywhere, and I was sitting in a corner, wearing the only expression you could have when death might come at any second, and another reporter comes over, looks me up and down, and says: “This isn’t a place for women.” What can you say to such a guy? Idiot, this isn’t a place for anyone. If I’m scared, it’s because I’m sane. Because Aleppo is all gunpowder and testosterone, and everyone is traumatized: Henri, who speaks only of war; Ryan, tanked up on amphetamines. And yet, at every torn-apart child we see, they come only to me, a “fragile” female, and want to know how I am. And I am tempted to reply: I am as you are. And those evenings when I wear a hurt expression, actually, are the evenings I protect myself, chasing out all emotion and feeling; they are the evenings I save myself.

Because Syria is no longer Syria. It is a nuthouse. There is the Italian guy who was unemployed and joined al-Qaeda, and whose mom is hunting for him around Aleppo to give him a good beating; there is the Japanese tourist who is on the frontlines, because he says he needs two weeks of “thrills”; the Swedish law-school graduate who came to collect evidence of war crimes; the American musicians with bin Laden-style beards who insist this helps them blend in, even though they are blonde and six-feet, five-inches tall. (They brought malaria drugs, even if there’s no malaria here, and want to deliver them while playing violin.) There are the various officers of the various UN agencies who, when you tell them you know of a child with leishmaniasis (a disease spread by the bite of a sand fly) and could they help his parents get him to Turkey for treatment, say they can’t because it is but a single child, and they only deal with “childhood” as a whole.

But we’re war reporters, after all, aren’t we? A band of brothers (and sisters). We risk our lives to give voice to the voiceless. We have seen things most people will never see. We are a wealth of stories at the dinner table, the cool guests who everyone wants to invite. But the dirty secret is that instead of being united, we are our own worst enemies; and the reason for the $70 per piece isn’t that there isn’t any money, because there is always money for a piece on Berlusconi’s girlfriends. The true reason is that you ask for $100 and somebody else is ready to do it for $70. It’s the fiercest competition. Like Beatriz, who today pointed me in the wrong direction so she would be the only one to cover the demonstration, and I found myself amid the snipers as a result of her deception. Just to cover a demonstration, like hundreds of others.

Yet we pretend to be here so that nobody will be able to say, “But I didn’t know what was happening in Syria.” When really we are here just to get an award, to gain visibility. We are here thwarting one another as if there were a Pulitzer within our grasp, when there’s absolutely nothing. We are squeezed between a regime that grants you a visa only if you are against the rebels, and rebels who, if you are with them, allow you to see only what they want you to see. The truth is, we are failures. Two years on, our readers barely remember where Damascus is, and the world instinctively describes what’s happening in Syria as “that mayhem,” because nobody understands anything about Syria—only blood, blood, blood. And that’s why the Syrians cannot stand us now. Because we show the world photos like that 7-year-old child with a cigarette and a Kalashnikov. It’s clear that it’s a contrived photo, but it appeared in newspapers and websites around the world in March, and everyone was screaming: “These Syrians, these Arabs, what barbarians!” When I first got here, the Syrians stopped me and said, “Thank you for showing the world the regime’s crimes.” Today, a man stopped me; he told me, “Shame on you.”

Had I really understood something of war, I wouldn’t have gotten sidetracked trying to write about rebels and loyalists, Sunnis and Shia. Because really the only story to tell in war is how to live without fear. It all could be over in an instant. If I knew that, then I wouldn’t have been so afraid to love, to dare, in my life; instead of being here, now, hugging myself in this dark, rancid corner, desperately regretting all I didn’t do, all I didn’t say. You who tomorrow are still alive, what are you waiting for? Why don’t you love enough? You who have everything, why you are so afraid?

With the exception of Alessio Romenzi, the names in this article have been changed for reasons of privacy.


Jak to się czasem dziwnie składa; oba zdjęcia znalazłam podczas tej samej wizyty na Facebooku, choć wstawili je do FB zupełnie inni ludzie. /Wie sich manchmal die Dinge merkwürdig ergänzen; beide Bilder fand ich bei demselben Besuch im Facebook; sie wurden aber von verschiedenen Leuten gepostet.
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Obok portretu van Gogha cytat: “Normalność to wybrukowana ulica; dobrze się po niej chodzi – ale nie urosną tu rośliny”.

Kraj miotły i szczotki. Reblog.

krajszczotki

ramka

ZOFIA ZALESKA: Rembrandt i tulipany, wiatraki i kanały – nasz obraz Holandii sprowadza się zwykle do garści klisz i stereotypów. W swojej książce pisze pan o znikomej wiedzy na temat Holandii w Polsce i o powszechnym myleniu pojęć i terminów. Co nam się myli?

PIOTR OCZKO: Ignorancja na temat Kraju Nizin jest w Polsce wszechobecna, choć Warszawę i Amsterdam – to on jest stolicą Holandii, a nie Haga, jak można często przeczytać w wysokonakładowej prasie – dzieli jedynie 1096 kilometrów w linii prostej. Istnieją też rzekomo dwa odrębne języki, „holenderski” i „flamandzki”; ten rażący błąd powtarzają niemal wszyscy publicyści, a nawet niektórzy naukowcy i redaktorzy słowników języka polskiego. Język, którym mówi się w Holandii i w belgijskiej Flandrii to niderlandzki, mający dwie równoprawne odmiany lokalne. Nie ma języka „holenderskiego”, tak samo jak nie ma języka „austriackiego” czy nie było niegdyś „jugosłowiańskiego”. Mylne jest też myślenie o Holandii jako kraju wyłącznie protestanckim. Ewangelicyzm reformowany wpłynął znacząco na kulturę północno-zachodnich prowincji, ale większość ludności była i jest dalej katolicka. Kolejny obiegowy mit dotyczy równości i zamożności holenderskiego społeczeństwa w XVII wieku, Wieku Złotym. W rzeczywistości rozwarstwienie społeczne było wówczas ogromne i większość mieszkańców kraju żyła na granicy nędzy. Przekonanie o owym dobrobycie utrwala też holenderskie malarstwo, to z jego perspektywy postrzegamy często ten kraj.

Odbieramy je zbyt dosłownie?

Tak, tymczasem – wbrew temu, co wielu się wydaje – XVII-wieczne malarstwo holenderskie nie jest realistyczne. Pamiętam, jak się zdziwiłem, kiedy zobaczyłem na własne oczy zamek w Bentheim, który znałem z obrazu Jacoba van Ruisdaela. Namalował go na stromej, niedostępnej górze, z wieżami tonącymi w chmurach. W rzeczywistości zbudowano go na niewielkim wzniesieniu – artysta po prostu chciał dodać scenie dramatyzmu i uwznioślić temat, dosłownie i w przenośni. Z malarstwem holenderskim wiąże się także inny powszechny stereotyp – o tamtejszej sztuce często myślimy w elitarnych kategoriach wielkich mistrzów. Ostrożnie szacuje się, że w latach 1580-1720 powstało w Holandii co najmniej pięć milionów obrazów, ale większość z nich to dzieła, których raczej nie chcielibyśmy mieć na ścianach.

Skąd pomysł, aby kulturę holenderską badać poprzez obsesję porządku?

W dawnej holenderskiej literaturze i sztuce ciągle natrafiałem na wzmianki o porządku i sprzątaniu, których nie byłem w stanie zrozumieć, tym bardziej że obecnie w Holandii wcale nie jest aż tak czysto. Dziwiły mnie też miotły, nieustannie pojawiające się na obrazach, w grafice, a nawet na słynnych holenderskich flizach. Zacząłem szukać informacji, a gdy okazało się, że niewiele uwagi poświęcono temu zjawisku, sam zacząłem badania. Materiał, który zgromadziłem, zupełnie mnie przytłoczył, nie sądziłem, że będzie tego aż tyle! Ponad dwa tysiące mioteł w holenderskiej sztuce, a i tak to zapewne tylko ułamek. I dziesiątki tysięcy nawiązań do porządku w piśmiennictwie (komedie o sprzątaniu, XVII-wieczne poradniki dbania o schludność, niemal modlitwy o dobre sprzątanie, nawet piosenki o czystości). Dawni Holendrzy nie tylko potrafili kilka razy dziennie szorować mydlinami chodnik przed domem, ale łączyli sprzątanie z kwestiami moralności, patriotyzmu, tożsamości narodowej i religii. Opozycja pomiędzy brudem a czystością wpisała się też w ich kulturę i pojawiała się nieustannie, tak jak rozróżnienie pomiędzy złym a dobrym, ładnym i brzydkim czy dniem i nocą.

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Czytaj dalej na stronie dwutygodnika: http://www.dwutygodnik.com/artykul/4531-kraj-miotly-i-szczotki.html

I dla kontrastu…
Janwillem van de Wetering “Siła wyższa” / „Het lijk in Haarlemmer Houttuinem“ / „Outsider in Amsterdam“:
“Jesteś jeszcze młody”, powiedział Grijpstra, “pewnie więc nie wiesz, ale to brud trzyma świat do kupy.”
“Du bist noch jung”, sagte Grijpstra, “und weißt das nicht, aber die Welt wird durch Dreck zusammengehalten.”

Volfee Reblogged: Czy bieda może się opłacać?

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Posted on Czerwiec 4, 2013

Czy bieda może się opłacać?

Homeless man sits on side of a street in the port city of Aden

Fascynuje nas bieda, a to może być fatalne w skutkach…

Nie wiem czy słyszeliście, ale zarząd jednego z Łódzkich schronisk dla bezdomnych, wpadł na pomysł nietypowej akcji. Potrzebne jest 60tys. zł na remont dachu, jednak zwykłe zbieranie funduszy nie jest zbyt skuteczne. Żeby to zmienić, kilku mieszkających tam bezdomnych, zaoferowało swoje usługi jako przewodnicy po Łodzi.

Przewodnicy niezwykli, bo oprowadzają nie po tej ładnej Łodzi z przewodników (he he hex;)), tylko tej brzydkiej, brudnej i… „prawdziwej”. Dokładając cegiełkę do remontu i biorąc udział, zostajesz na 24h bezdomnym. Pod okiem prawdziwego bezdomnego, uczysz się jak przetrwać, gdzie spać, gdzie jeść i gdzie zarobić pieniądze. To wszystko bez komórki, portfela i pieniędzy. Ekstremalnie.

Podoba mi się ta akcja. Ciekawy pomysł, który w dzisiejszych czasach sprzeda się świetnie. Myślę, że potrzebne 60 tys. uzbiera się bardzo szybko. Szczególnie, że jak zapewniają władze schroniska, „pomysłem jest zainteresowanych już kilku biznesmenów i pracowników korporacji”.

Czytaj dalej bezpośrednio na stronie Volfee´go: http://volfee.wordpress.com/2013/06/04/czy-bieda-moze-sie-oplacac/ oraz – poniekąd też na temat – w artykule o Matce Teresie: http://kobieta.wp.pl/kat,65524,page,2,title,Matka-Teresa-z-Kalkuty-nie-taka-swieta,wid,15700947,wiadomosc.html

Moshe & Paula reblog

On 19th of April as I was looking for somebody who send me the report from the just opened Jewish Museum in Warsaw incidentally my friend Viola living in Sweden sent me a mail she got from Jewish Gen. It was announcing Eli Rabinowitz from Perth, Australia planned to visit Warsaw on 10th of Mai and to report about it in his blog. I wrote Mr Rabinowitz immediately and asked for permission to reblog his report here. Waiting for that day I searched his blogs and sites to find a lot of truly amazing stories.

I asked Eli for a permission to reblog one of his stories titled Moshe & Paula http://elirab.com/

The Amazing Story of Uncle Moshe and Paula Lichtzier
The Tale of Two Orla Families Reunited by Two Photos

Uncle Moshe Orla 1920 s Orla School 2, MCcue
1920 Photo of Orla Yiddisher Folk School with Moshe Rabinowitz, teacher, bottom left, sent to Wojciech Kononczuk by Eli Rabinowitz Australia in June 2011 1920 Photo of Orla Yiddisher Folk School with Moshe Rabinowitz, teacher, bottom left, sent to Wojciech Kononczuk by Eli Rabinowitz Australia in June 2011

The Story of these two photos taken in Orla in the early 1920s:

Eli’s great uncle Moshe Rabinowitz (after whom he is named) is born in Orla and in 1922 moves to South Africa.Paula Lichtzier and her family live in Orla.
Moshe proposes to Paula and arranges to bring her out to Cape Town, South Africa.
Moshe is killed in a motor accident six weeks before they are to be married.
Paula later marries Joseph Pinn, but Paula (Polly) remains close to the Rabinowitz family, until she passes away in 1976.In May 2011 Eli visits Orla, Poland.
Ten days later in Israel Eli is given the 1920 photo on the left by his aunt Sarah Stepansky, Moshe’s niece.
Eli emails the photo to Wojciech Kononczuk, who is researching the Jews of Orla for his book.
In July 2011 Wojciech emails Eli a similar photo which has been sent to him by another researcher interested in Orla.  She puts Eli in touch with Ray Hengy, Paula’s daughter, who lives in Freiburg, Germany.
Eighty years after Moshe is tragically killed and 35 years after Paula passes away, the two families are reunited through the amazing and fortuitous exchange of photos taken so many years ago in a shtetl called Orla!

Extract from memoirs written by Sylvia Kaspin, niece of Paula Lichtzier.
Sent to Eli in September 2011 by Ray Hengy, Paula’s daughter via Wojciech Kononczuk

Microsoft Word - Paula Lichtzier and Moshe (her fiancee) and hisPhoto by Best DSC!
Photo of Paula Lichtzier, her fiancee Moshe Rabinowitz and his sister Chana Rabinowitz; sent to Eli in July 2011 & The engagement ring that Moshe gave Paula

Extract from memoirs of Sarah Stepansky, niece of Moshe Rabinowitz and aunt of Eli Rabinowitz. Just completed Nov 2011

Reblog: Der Lippenstift meiner Mutter

Artur_BeckerArtur Becker

Der Lippenstift meiner Mutter

Verlag Weissbooks, Frankfurt/Main 2010

lippenstift

Masuren, Winter, polnische Provinz  in den 70ern.

Die Bloggerin bedankt sich bei Artur Becker, der ihr erlaubt hatte, hier ein Fragment seines Romans
zu präsentieren.


Kapitel I
Der Stepptanz und »Die Geliebte des französischen Leutnants«

Die sichelförmigen Absatzeisen, deren unermüdliches und unüberhörbares Klappern auf den Straßen von Dolina Róż erst in den langen und schneereichen Wintern fast gänzlich zum Verstummen kam, waren bei Herrn Lupicki, dem einzigen Schuster des Städtchens, der Verkaufsschlager. Damit würde Herr Lupicki zwar nie reich werden, und das wusste er, der seinen Beruf seit mehr als vierzig Jahren ausübte, wohl am besten, doch was sollte er machen. Alle Männer und Halbwüchsigen ließen bei ihm ihre Schuhe regelmäßig mit diesen hauchdünnen Absatzeisen veredeln. Sechs Nägel reichten, um die halbmondartigen und etwa sieben Zentimeter langen Eisen aufzuschlagen, und schon war selbst der letzte Armleuchter ein gemachter Mann. Keiner der Männer und heranwachsenden Jungen mochte auf das metallische Klappern auf den Bürgersteigen und Straßen – den hörbaren Beweis für die Männlichkeit oder Gerissenheit eines Kerls – verzichten. Ja, selbst die Pfarrer, die Milizionäre und Barteks Lehrer griffen zu diesem altbewährten Köder, der alte Weiber, widerspenstige Töchter und begehrenswerte Schülerinnen vom Gymnasium oder von der Nähschule davon überzeugen sollte, dass sie es nicht mit irgendwelchen Angsthasen und dahergelaufenen Hunden zu tun hätten, sondern vielmehr mit echten Helden, die zu jedem Schritt bereit seien − buchstäblich. Und den zahlreichen Mitbewerbern wurde signalisiert, sich warm anzuziehen, denn je lauter das metallische Klappern, dieser tägliche chaotische Stepptanz von Dolina Róż, war, desto wichtiger kamen sich die Träger der durch Herrn Lupicki persönlich aufgerüsteten Schuhe vor.
An diesem Stepptanz im Städtchen fand auch Bartek großen Gefallen, obwohl er erst fünfzehn Jahre alt war. Sein wichtigster Feind Schtschurek − die Ratte − ging sogar so weit, dass er sich selbst seine Turnschuhe mit Eisen, die er im Übrigen ständig verlor, beschlagen ließ. Doch jeder wusste, dass Schtschurek ein Idiot war und nur eines im Sinn hatte: solchen Muttersöhnchen, wie seiner Meinung nach Bartek eines war, bei passender Gelegenheit die Nase zu polieren. Schtschurek hasste Kinder, deren Mütter beliebte, hübsche und schwarzhaarige Lehrerinnen waren, da seine eigene Mutter, die an der Flasche hing, nicht einmal für knauserige Freier vom Lande ein Objekt der Begierde darstellte. Schtschureks Vater war zudem Totengräber, und man erzählte sich in der Werkstatt von Herrn Lupicki, dass der Totengräber Biurkowski ein mieser betrügerischer Grabhändler sei. Er würde nämlich die besten Liegeplätze des alten Friedhofs an der Luna für teures Geld an die Reichen verhökern, und die Armen hätten wieder einmal das Nachsehen und müssten ihre Angehörigen an den Randzonen bestatten, wo man noch hier und da alte Gräber mit Skelettresten und Schädeln aus deutschen Zeiten vermutete oder gar zu erkennen glaubte. Die von Efeu, Sträuchern und Gräsern überwucherten Gräber ähnelten riesigen Ameisenhaufen. Herr Lupicki sagte bloß: »Was ärgert ihr euch über dieses Stinktier Biurkowski! Ihr würdet an seiner Stelle genauso handeln! Der Gute will mit seiner Familie doch auch nur überleben!«
Jedenfalls versuchte Bartek, seinem größten Feind aus dem Weg zu gehen, nicht deshalb etwa, weil er dessen Arschtritte fürchtete. Nein, Schtschurek tat ihm sogar leid, zumal das Gesicht seines Erzfeinds tatsächlich der spitzen Schnauze einer ausgehungerten Ratte ähnelte. Diese Schnauze war der wahre Grund für Barteks Fluchten vor Schtschureks Verfolgungsjagden. Barteks Opa Monte Cassino väterlicherseits, der mit zwei Beinstümpfen im Rollstuhl saß, weil ihm im Krieg die Beine amputiert worden waren, und der in der Werkstatt von Herrn Lupicki als Aushilfe arbeitete, hatte nämlich seinen Enkel schon mehrmals gewarnt, Schtschurek nicht ins Gesicht zu sehen, vor allem nicht in seine Augen, denn das Böse sei eine Krankheit, die sich durch direkten Blickkontakt automatisch vermehren würde. Er wisse, wovon er spreche, so Opa Monte Cassino, er habe schließlich den Krieg an allen denkbaren Fronten mitgemacht – von Monte Cassino bis nach Afrika. Böse Augen seien stärker als die eines Normalsterblichen, mahnte er seinen Enkel, wenn dieser wieder einmal in die Fänge Schtschureks geraten war, und selbst Heilige zögen den Kürzeren, wenn sie von Angesicht zu Angesicht vor einem Bösewicht stünden.
Da Bartek nach der Schule so gut wie nie direkt nach Hause ging, wo ihn ohnehin niemand erwartete − außer seinem jüngeren Bruder Quecksilber vielleicht, der weinerlich und kränklich war, regelmäßig gläserne Fieberthermometer zerbiss und nach dem täglichen Schulunterricht meistens von Oma Olcia umsorgt wurde −, trieb er sich bis zum Abend auf den Straßen von Dolina Róż herum. Immer wieder suchte er die Werkstatt von Herrn Lupicki auf, um sich vor dem Regen oder einem Schneesturm zu verstecken oder, ganz einfach, um den neuesten Klatsch zu erfahren. Dann saß er stundenlang am Tresen, machte dort seine Hausaufgaben, hörte den Schustergesprächen und der eintönigen Musik zu, welche die Schuster mit ihren Hämmern und Feilen und Schleif- und Nähmaschinen erzeugten, oder er unterhielt sich mit der jungen Meryl Streep, von der er glaubte, sie wäre sein Mädchen, seine erste große Liebe! Er hatte im Kino Zryw den Film »Die Geliebte des französischen Leutnants« mit der Streep in einer Doppelhauptrolle gesehen, und seitdem war er wie ausgewechselt. Er begriff, dass er sich verliebt hatte, und obwohl seine Geliebte nur auf der Leinwand zu sehen war, beschloss er, der rothaarigen Meryl treu zu sein – bis er eines Tages eine echte Meryl treffen würde: eine aus Fleisch und Blut. Bartek machte sich da zwar keine allzu großen Hoffnungen, aber das Wichtigste war für ihn, dass er ein hübsches Mädchen liebte, das begehrenswerter war als die Schülerinnen vom Gymnasium oder von der Nähschule.
Zu Hause zu sitzen bedeutete für Bartek, dass er keine einzige ruhige Minute hatte, denn seine Eltern ließen ihn gern kleine Botengänge erledigen: »Bartek, renn schnell los und kauf bitte für den Papa eine Schachtel Zigaretten!« Oder: »Hol bitte für die Mama den neuen Schminkstift ab! Ich hab ihn bei Frau Żuławska unter dem Ladentisch gekauft!«, sagte Stasia gelegentlich, Barteks schwarzhaarige Mutter. Sie ist eine Hexe, eine ganz ausgebuffte Hexe, dachte er oft, mit ihren schwarzen Haaren fängt sie die Männer wie mit einem Kescher und stopft ihnen ihren schwarzen Schopf in den Mund, damit sie an ihrer Hexenschönheit ersticken.
Am schlimmsten war es jedoch am frühen Morgen oder am frühen Abend, wenn etwas Wichtiges fehlte, und es fehlte immer etwas Wichtiges: Zigaretten zum Beispiel. Warum kauft sich der Vater nie selbst Zigaretten?, fragte sich Bartek jedes Mal, wenn er wieder zum Kiosk gehen musste, um Popularne, Sporty oder Klubowe zu besorgen. Warum muss ich ständig seine Zigaretten kaufen? Und das Brot – entweder war es verschimmelt oder vertrocknet, und Bartek musste wieder los und einen Laib Brot, einen Liter Milch und ein Kilo Zucker und kostkę masła, ein Stück Butter, kaufen. Manchmal dachte er, seine Eltern hätten ihn lediglich deshalb gezeugt, um einen guten und gehorsamen Diener zu haben, den fleißigen Hermes. Sie saßen im Wohnzimmer auf dem Kanapee, sahen fern und erteilten ihm Befehle, während der Fernseher Neptun − eine alte polnische Schabracke, wie sich sein Vater Krzysiek auszudrücken pflegte − laut aufgedreht war, aber nur dann, wenn keine Konzerte mit klassischer Musik übertragen wurden. Chopin, Debussy und der Pianist Krystian Zimerman machten den Vater wahnsinnig, er fasste sich an den Kopf und schrie: »Bartek! Stell diesen fürchterlichen Krach aus! Diese Musik ist krank!«
Zum Glück stand der Fernseher auf vier dünnen Beinen, und zu Barteks Freude – Schadenfreude − war es ganz leicht, ihn im Vorbeigehen umzustoßen. Er landete immer auf dem Rücken, sodass der Bildschirm nie zu Bruch ging. Aber Stasia verteidigte ihren Sohn nicht, weil sie Angst vor ihrem Mann hatte, Angst vor seinen cholerischen Wutattacken, wenn sein Adamsapfel wieder einmal zu zittern begann, die Augäpfel sich mit roten Äderchen bedeckten, weshalb er von Sekunde zu Sekunde geistesabwesender und wutentbrannter wirkte. Diese Väter waren keine Freunde der Menschheit. Im ganzen Haus, auf jeder Etage des orange gestrichenen Wohnblocks im Plattenbauquartier, in dem Bartek mit seinen Eltern und seinem Bruder Quecksilber wohnte, waren sie anzutreffen, und einmal in der Woche zogen diese unberechenbaren Väter ihre von Herrn Lupicki gelochten Ledergürtel genüsslich aus der Hose, um ihre Söhne zu verprügeln. Ja, solche Weltmeister der cholerischen und alkoholgesteuerten Wutattacken bewohnten ganze Plattenbausiedlungen, und Bartek sorgte sich, eines Tages auch so ein unberechenbarer Weltmeister der Wut zu werden. Daher beschloss er für sich schon früh, nie Kinder zu zeugen. Manchmal fragte er seine Geliebte, der er fast jeden Tag einen neuen Namen gab: »Und, willst du mit mir Kinder haben?« − »Nein, mein Liebster! Du weißt doch, was sie ihren Kindern antun! Sie bilden sie zu Butlern aus und schicken sie jeden Sonntag in die Kirche zur Heiligen Messe, um ein reines Gewissen zu haben, oder sie lassen sie bei ihren alkoholischen Sexorgien in Ungewissheit taumeln, ob es da im benachbarten Wohnzimmer, aus dem seltsame Geräusche und Stimmen kommen, wirklich mit rechten Dingen zugeht…« − »Ach meine Liebe! Du musst jetzt schlafen gehen, ich habe noch etwas Wichtiges zu erledigen.« Und dann verschwand seine Meryl Streep, die so gut wie jeden Tag anders hieß und die noch nie jemand gesehen hatte, weshalb man Bartek für einen Angeber, Lügner und Träumer hielt, der steif und fest behauptete, Meryl Streep sei in ihn verliebt. Doch seine Eltern und auch der Schuster Lupicki und selbst Opa Monte Cassino sagten ihm: »Bartek! Du hast keine Freundin! Du sprichst mit Gespenstern! Und mit dir selbst!« Die Mutter Stasia machte sich Sorgen, und sie überlegte ernsthaft, ob sie ihren Sohn nun nicht doch einem Facharzt vorstellen sollte, einem Psychiater oder einem Psychologen aus Gdańsk oder Olsztyn; oder auch dem Mörder Baruch, der, nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, ein Heiliger geworden war – nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis war er zum besten Kurpfuscher des Landkreises Dolina Róż avanciert: Mit flauschigen Pfoten von Kaninchen, die er züchtete und mit großem Appetit verspeiste, versuchte er, die Menschen zu heilen und die bösen Geister zu vertreiben, indem er die Stirn seines Patienten mit einer Kaninchenpfote massierte.
Der einzige, der Bartek glaubte und auch seine Meryl mehrmals gesehen hatte, war Norbert, der dreißigjährige Sohn von Herrn Lupicki.
Norbert hatte einen Buckel − und an der rechten Hand sechs Finger. Für diese Laune der Natur und auch dafür, dass er nicht imstande war, seinen erbsengroßen Wortschatz zu erweitern, stellte man ihm gelbe Papiere aus: »Gelbe Dokumente für die Ewigkeit des Universums…«, sagten kichernd die älteren Jungen, die nach der Heiligen Messe vor der St.-Johann-Kirche Zigaretten rauchten. Der geistig behinderte Sohn von Herrn Lupicki spielte in Dolina Róż den Narren, und er spielte diese Rolle gern, zumal er von den Bewohnern des Städtchens für seine Nummern immer wieder mit Beifall oder gar Geschenken (Pfannkuchen mit Heidelbeeren, einer Flasche Bier oder einer Zigarette) belohnt wurde.
Man kann nicht gerade sagen, dass Norbert, der anhänglich war wie ein herrenloser Hund, Barteks bester Freund war. Und da Bartek − wenn er nicht gerade in der Schusterwerkstatt die Zeit totschlug − die Abende am liebsten mit Marcin und seiner Musik, seinen Büchern und Geschichten über exotische Auslandsreisen teilte, musste er Norbert oft den Laufpass geben. Er konnte ihn zu Marcin nicht mitnehmen, den verlorenen Narren, da Marcin, der bald achtzehn werden sollte, als Aristokrat des Denkens und Handelns – diese Bezeichnung war seine eigene Erfindung − keine Launen der Natur tolerierte. Er zitierte pausenlos große Namen, so auch den Philosophen Nietzsche, den er übrigens ins Polnische übersetzte − in Nietzsches eigentliche Muttersprache, so Barteks Kumpel und Lehrmeister −, und manchmal sagte er in belehrendem Ton: »Bartek! Du weißt gar nicht, wozu der Mensch fähig ist! Der Bucklige beleidigt nicht das Antlitz Gottes, sondern vielmehr das unserer menschlichen Spezies. Ich würde ihn in einem Käfig halten wie ein wildes Tier!«
Im Grunde genommen war Marcin in Dolina Róż nur ein Gast, ein Astronaut, der seit Jahren seine baldige Rückkehr ins Paradies, in das Gelobte Land plante. Er sagte, er wandere nach dem Abitur sofort in die USA aus und er bereitete sich auf diese große Ausreise jeden Tag vor, nicht nur, indem er intensiv Englisch lernte, nein, er versuchte auch, ein vorbildlicher Antikommunist zu sein. In der Tat war er in seiner politisch konsequenten Haltung eines Unangepassten und Aufwieglers nicht zu übertreffen, doch Bartek hatte dafür eine Erklärung: Nur der Sohn eines hohen Parteibonzen durfte ungestraft in seinem eigenen Rhythmus trommeln und protestieren und die Kommunisten für alle Misserfolge und die bitteren Niederlagen der Meinungsfreiheit in den Tageszeitungen aus Olsztyn oder Warschau verantwortlich machen; sein Papa würde ihn so und so immer in Schutz nehmen, und Marcin konnte damit nicht von der Schule verwiesen werden, obwohl er schon so oft die Lehrer und die Partei beleidigt hatte, meist im Gemeinschaftskunde- oder Polnischunterricht, wenn die Lehrer Gedichte über die Revolution von 1905 und 1917 vortrugen.
Marcin wohnte im einzigen von Reklamen und grellen Farben erleuchteten Wolkenkratzer des Städtchens – einem Wolkenkratzeraspirant, wie diese Mietskaserne im Jargon der Bewohner von Dolina Róż hieß. Dabei handelte es sich bei dem buntscheckigen Gebäude um einen ganz gewöhnlichen Wohnblock aus Betonplatten, der vier Eingänge und Stockwerke hatte. Da aber der Wolkenkratzeraspirant auf einem gewaltigen Sockel thronte, ragte er hoch in den Himmel wie der Turm der St.-Johann-Kirche. Im Sockel befand sich ein Restaurant mit der berüchtigten Dancing-Bar Piracka, in dem Barteks Tanten Hania und Agata, die zwei schwarzhaarigen Schwestern seiner Mutter Stasia, von Zeit zu Zeit für ungeheure Skandale sorgten: klassische Liebesszenen auf dem Billardtisch oder unangekündigte Verlobungs- und Hochzeitsfeiern. Einmal machte Barteks Oma Olcia, die in der Kopernikusstraße wohnte, vor dem Eingang des Piracka eine Verschnaufpause, weil sie unter mörderischem Bluthochdruck litt und ihr die Einkäufe vom Wochenmarkt zu schwer geworden waren – vor allem die Gans, die noch lebte und in einem Korb aus Todesangst ununterbrochen schnatterte. Und da das Piracka wegen einer Feier wirklich aus allen Nähten platzte, fragte Oma Olcia den nächstbesten Passanten, wer denn in diesem vom Teufel besessenen Schuppen feierte: »Das wissen Sie nicht, Pani Olcia?«, antwortete der junge Mensch. »Ihre Tochter Agata hat den Versicherungsbetrüger geheiratet, diesen Russischpolen! Jetzt saufen sie und tanzen sie!«
Mit anderen Worten: Marcin, der Aristokrat des Denkens und Handelns, lebte im Zentrum von Dolina Róż wie mitten im verruchten Warschau. Und wenn man zum Beispiel in der Silvesternacht auf dem Dach des Wolkenkratzeraspiranten stand − was eigentlich verboten war −, blickte man als Erstes auf die alten Wallanlagen, die einst die Altstadt vor den Angriffen der Pruzzen und anderer heidnischer Barbaren beschützten. Dann wanderte der Blick unweigerlich zum mittelalterlichen Kreuzrittertor mit der schwarzen, im Winter meist verschneiten und vereisten Uhr, auf der weiße Ziffern leuchteten. Im nächsten Moment schaute man auch noch auf den gigantischen Defilierplatz und das Kino Zryw, und vor allem flog man zu der Hanka-Sawicka-Straße und ruhte wieder eine Weile auf dem mittelalterlichen Tor mit der schwarz-weißen Turmuhr, von Bartek auch liebevoll Big Ben genannt, um schließlich bei den kleinen Läden und Arztpraxen und Ämtern der Hanka-Sawicka-Gasse zu verweilen: Dort auch lag die Werkstatt von Herrn Lupicki.

Der ehrenvollste und den Schustern immer willkommene Gast − zugegeben, ein seltener Gast − war Mariola, Herrn Lupickis Tochter, die junge, fünfundzwanzigjährige Krankenschwester, in die selbst der Aristokrat des Denkens und Handelns verliebt war. Jedes Mal wenn sie, stets leichtfüßig wie aus dem Nichts, die Schusterwerkstatt betrat, brachte ihr Halbbruder Norbert seine Ministrantenglocken zum Läuten, die er immer bei sich trug und die meist in einer ledernen Umhängetasche steckten. Mariolas Halbbruder kramte die Ministrantenglocken nur in Momenten hervor, wenn er seine Freude bekunden wollte. Allerdings verursachte er dann einen riesigen Lärm, und da er vor allem von seinem Vater für das debile Läuten, wie sich Herr Lupicki auszudrücken pflegte, ordentlich Schelte bekam, verwandelte sich die unbändige Freude in Sekundenschnelle in Wut und Trauer. Norbert zerrte im nächsten Augenblick hastig aus seiner Soldatenumhängetasche die aus sechs fetten Lederriemen geflochtene Geißel hervor, schlug sich damit auf den Rücken und wiederholte den einzigen Satz, den er in grammatikalisch korrektem Polnisch sagen konnte: »Norbert hat eine böse Strafe verdient! Norbert hat eine böse Strafe verdient! Norbert zasłużył na tę straszną karę!«

http://de.wikipedia.org/wiki/Artur_Becker_%28Schriftsteller%29
http://pl.wikipedia.org/wiki/Artur_Becker

Szaleństwo Szamana (reblog)

swiatynia-krzyku

Autor, Sigil od Scream, odezwał się na tym blogu komentując wiersze Krzysztofa Pukańskiego. Oczywiście – zawsze się tak robi – zajrzałam z kolei ja na jego stronę i znalazłam tajemnicze wiersze tajemniczego poety. Wczoraj była tu u nas poezja “prosto od serca”, dziś proponuję w charakterze reblogu wiersz z mrocznych głębin:

Sigil of Scream
Szaleństwo Szamana

Matko-Chmuro
Czy pamiętasz?
– Nocą jadłem mięso twoje –
Tam, na Szklanej Górze, cmentarz
Był mym dziecinnym pokojem.

Ojcze-Gromie,
Ojcze-Ptaku,
– Zdarłeś z żeber moją skórę –
Trzydzieści kamiennych haków
Otacza mnie dzisiaj murem.

Babko-Czaszko
Wyszczerzona,
Zębami bielejesz w mroku.
Z twego kościstego łona
Czerpię garść klątw i uroków.

Dziadku-Głazie
Od krwi rudy,
Co nie widzisz – jednak słuchasz.
Na twym grzbiecie, palcem chudym
Wydrapuję glify ducha.

Słów mych córki,
Żono-Rzeko
Ciemny deszczu, zimny grobie
Śpiewam wam dzisiaj dlatego,
Że nic nie wiem już o sobie.

Pamięć moją mchy porosły,
Ciotka-Zamieć ją porwała.
W moim domu rosną osty,
Duch się włóczy gdzieś, bez ciała.

Chichocze, wiatr chwyta w ręce,
Piachem miota w strony obie…
Czym ja snem, czy potępieńcem?
Nic już nie wiem,
Nic o sobie…

28 stycznia 2013

Wratislavia reblogged

Ernest Dyczek

Wratislavia (1)

(część trylogii)

Dzień pierwszy

25 sierpnia 1980

Przedpiekle

Prolog

     Wydarzyło się to w okresie, kiedy zdołano za przyzwoleniem ogłupionej części inteligencji oraz kasty lumpenproletariatu, wspomaganych najtępszymi robotnikami niewykwalifikowanymi, nazwanymi później przez lokajską elitę “robolami”, urzeczywistnić czarną utopię Marxa i Lenina, pod batutą zbrodniarza wszechczasów Stalina oraz jego zboczonych, sadystycznych wasali, spośród których wywodził się Bierut, który wyhodował Gomułkę na więziennym wikcie, który wyhodował Gierka na górniczym trudzie, który wyhodował Kanię na tłustej milicji, który nie zdołał już nikogo wyhodować, bo wykopał go Jaruzelski, generał, oszlifowany przez Stalina, który wyhodował Malenkowa, Bułganina i Chruszczowa, ale Chruszczow zdołał wykolegować Malenkowa i Bułganina, tego zaś wykolegował później Breżniew, który wyhodował Czernienkę, lecz tego sklerotyka, z pominięciem kolejki, wykolegował Andropow, ale Czernienko przeczekał i doczekał, niestety umarł bezpotomnie, dając przez swoją impotencję polityczną nieopatrznie pola Gorbaczowowi, który ujrzał to, czego inni widzieć nie chcieli, czyli że utopia Marxa i Lenina to nie tylko czarna utopia, ale też czarna rozpacz, przestraszył się nie wiadomo dlaczego tej czarnej utopii i czarnej rozpaczy, postanowił więc usunąć ze sceny politycznej gerantologiczną aktywokrację oraz atrapy czarnoutopijnych kulis, by na ich miejscu ustawić zdroworozsądkowy aktyw i świetlanoutopijne kulisy myślenia życzeniowego, który to proces miał trwać czas jakiś jak czkawka, czyli do chwili aż pozostanie ostatnia kropelka ropy naftowej, ostatni okruszek węgla kamiennego, rudy żelaznej i ostatnia drzazga z bujnego drzewostanu rozległej Syberii. Ale nie przewidział, że generał Jaruzelski, oćwiczony przez Stalina, okaże się zającem i odda berło Rakowskiemu, fajtłapie o nerwach jak gumowe postronki, a ten zamiast wąsaczowi Wałęsie zgolić wąsy, jak ostatni głupek wyprowadził sztandar i tym głupio rozpaczliwym gestem zmobilizował w ojczyźnie rewolucji resztkę gerontokracji na czele ze w sztok pijanym Janajewem, którego jak w pijanym widzie, albo w rozwiewającym się śnie, zmiótł Jelcyn – i stało się, że jak za dotknięciem czarodziejskiej różdżki, albo w rozpadającym się śnie o świcie, zapadły się niemal wszystkie Autosje i Mortalie, zaś Wratislavie, dzięki piekielnemu rodowodowi, przetrwały w pamięci tych, których nie zdołano wymóżdzić oraz solidnej, kamiennej i ceglastej strukturze, stworzonej jeszcze w solidnych czasach przedutopijnych, kiedy jeszcze nie budowano miast z papieru, instrukcji i plenarnych posiedzeń.

     Aktywokracja obudziła się z ręką w nocniku. Nieprawda – przez pięćdziesiąt lat trzymała rękę w gównie – teraz część z nich wierzy, że ten spektakl zafundowała im CIA, a część jest święcie przekonana, że to KGB zmiotło ich ze sceny, by osadzić na niej prawowitych internacjonałów, co też niebawem się stanie, kiedy Putiny i Łukaszenki obejmą w dożywotne władanie podupadłe imperium, chociaż z braku marksistowsko-leninowskiej instrukcji, nie bardzo będą wiedzieli co z tą masą upadłościową zrobić, szczególnie wtedy, kiedy wsadzą do więzień oligarchów, jedynych, którzy mieli sensowne, czyli właściwe pomysły ekonomiczno-imperialne.

*

     Ale jedynej prawdy szczególnie nasza polska, rodzimego chowu aktywokracja nie była w stanie nigdy przyjąć do wiadomości, że dzban dopóty wodę nosi, dopóki się ucho nie urwie – i się urwało, i się wylało, i się rozlało całe nagromadzone upokorzenie się rozlało. Krząta się jak w ukropie aktywokracja, a tu upały późnosierpniowe, leje się pot z łysin aktywu, czym tu schłodzić, czym tu uśmierzyć, jak napocząć ten pasztet, cuchnący z oddali, znad morza ten szkwał, aktyw się trapi, aktyw w ukropie, w piekielnym klinczu, jak w paszczęce Lucyfera – ale w tej paszczęce żadnego światełka, ta paszcza jak tunel, bez wyjścia, bez wyjścia.

*

     Kiedy podpisało się cyrograf z partią komunistów, trzeba składać raporty, choć nikt nie ma obowiązku tych raportów czytać. Moich raportów pewnie też nikt nie czyta. Mogę więc nie zważać ani na styl należny raportom, ani na wiarygodność faktów, których ścisłości i tak nikt nigdy nie dociecze.

     Zawsze solidnie i regularnie zanosiłem raporty do swojej macierzystej POP. Ponumerowane, starannie spięte i podpisane nazwiskiem nadanym mi z urzędu. Nigdy nie zhańbiłem się anonimowym donosem, ten rodzaj piśmiennictwa zostawiałem szubrawcom. Nikt nigdy nie budził we mnie większej odrazy, jak płatny lub wywołujący odruch wymiotny, bezinteresowny szpicel.

      …kiedy stwierdziłem
obecność Norberta
Kusia we Wratislavii…

     W momencie, kiedy stwierdziłem obecność Norberta Kusia we Wratislavii, musiałem też przyjąć za pewnik bytność Belli w tym mieście. Wymagała tego wewnętrzna struktura bytu jako takiego. Rozrzedzał się i zanikał zdekretowany świat realbego socjalizmu, w którym nie było miejsca dla Norberta-Wierszoklety, ani tym bardziej dla Belli, której przecież w ogóle nie było. Wratislavia wyłaniała się z niebytu jak nierzeczywistość z rzeczywistości. Kto nie rozumie, nich dalej nie czyta.

     Postanowiłem zatem pisane raporty w nowej sytuacji opatrywać nową numeracją i na razie nigdzie ich nie zanosić. Mój czas dokonał bowiem pełnego obrotu. Znowu znalazłem się w kontrapunkcie swojej i nieswojej biografii. Realność bytu utraciła opokę, którą była wiara w możliwość urealnienia marzeń o progresywnym człowieku jutra, ale owa wiara w rezultacie mnie samego wepchnęła w potrzask archetypowej niemocy ducha, szamocącego się między chciejstwem a realnością gołej egzystencji.

Copyright © by Ernest Dyczek, Wrocław 2011

Uwaga! Ta strona została zreblogowana. Dziękuję autorowi za wyrażenie zgody

Briefe an meinem Vater

Diesen Text habe ich meinem altem Blog – QRA – entnommen. Wie der Text von Tobias Roth vorgestern, auch er war eigentlich in dem polnischsprachigen Blog “QRA” fehl am Platz.

Nicola Caroli

1

Lieber Vater,

erinnerst Du Dich an mich?

Ich erinnere mich vor allem an ein paar Fotos von Dir. Das, auf dem Du Klavier spielst und ein weißes Hemd trägst und den rotgoldenen Ring Deines Vaters am rechten kleinen Finger. Du lächelst. Dieses Foto ist länger auf der Welt als ich. Seit 56 Jahren spielst Du den gleichen Schlager, trägst das gleiche weiße Hemd, den gleichen Ring und lächelst das gleiche Lächeln.

Oder das andere Foto, auf dem Du Deiner Freundin Edith auf einer Aussichtsterrasse gegenübersitzt. Eure Unterarme sind auf den Tisch gelehnt und Eure Gesichter treffen sich fast in der Mitte. Du trägst eine dicke Jacke mit einem weißen Wollschal, Edith einen Pelzmantel. Seit Neujahr 1950 schaut Ihr Euch gerade in die Augen, und der Schnee auf den Hügeln im Hintergrund bleibt unberührt.

Du hast mir diese Fotos nie gezeigt. Es waren mehrere Wochen nach Deinem Tod vergangen, als meine Schwester und ich Deine Schubladen durchgingen und die weiße Papierschachtel mit Fotos fanden. Ab und zu schaue ich sie mir an und denke: ich habe Dich nicht gekannt.

An jenem Abend, als Du Klavier gespielt hast, saß Edith einen Meter rechts von Dir, mit einer Gitarre auf dem Schoß. Sie war bloß nicht im Bild. Ihr spieltet zusammen in einer Band, die Kapelle Schmidlin hieß. „Er war eigentlich kein fröhlicher Mensch … Er hat gern Klavier gespielt“, erzählte mir Edith, als ich sie vor ein paar Jahren besuchte. Das Foto von Euch auf der Aussichtsterrasse stammte übrigens aus ihrem Album von 1948-53, der Zeit, in der Ihr zusammen wart. Erinnerst Du Dich? In Deiner weißen Papierschachtel gab es nur das Foto von Dir am Klavier. Bis ich Edith traf, hatte ich geglaubt, Du spieltest allein.

Ungefähr 15 Jahre nach Deinem Tod habe ich verschiedene Menschen aufgesucht, die Dich gekannt hatten. Ich hatte das Gefühl, ich müsste das tun, bevor alle, die mir etwas über dich erzählen konnten, tot sein würden. Es war, als ob ich hoffte, bei Kaffee und Kuchen an Ihren Erinnerungen an Dich teilhaben zu können. Als ob ich Edith in die Augen schauen und mit Gewissheit sagen könnte: An einem Abend im Jahr 1949 spielte mein Vater in einer badischen Kleinstadt auf einem Sommerabschlussball Klavier. Er trug ein weißes Hemd, einen rotgoldenen Ring und eine Brille. Er war 23 Jahre alt. Zum ersten Mal seit Kriegsende gab es wieder Eiscreme.

2

Lieber Vater,

ich habe das Wort „Gewissheit“ im Wörterbuch nachgeschaut. Da steht, Gewissheit sei ein „sicheres Gefühl“ und ein „Wissen in Bezug auf etwas. In Bezug auf Deinen Tod kann ich mit Gewissheit sagen, dass ich Dich weder habe sterben sehen, noch dass ich Dich tot gesehen habe. Und ich habe das sichere Gefühl, dass man einen Menschen tot sehen muss, um mit Gewissheit sagen zu können, dass er tot ist. Es scheint, dass beide es gleichermaßen wissen müssen: der Lebende und der Tote. Beide empfinden auf ihre Art den Flug der Seele, die Verschiebung in der Atmosphäre, beobachten das illusionäre Heben und Senken der Brust. Beide bezeugen das Zusammenbinden des Kiefers, den Transport im schwarzen Plastiksack; später im Sarg die künstliche Kühle der Haut. Jetzt wäre es an der Zeit, den Rücken der Hände zu streicheln, die in den meisten Fällen gebrochen worden sind, um sie zu falten. Es wäre an der Zeit Abschied zu nehmen. Man kann einem Toten alles anvertrauen. Man kann ihn alles fragen. So einen Mann wie Dich wollten sie immer haben, hatten Deine Tanten über Dich gesagt: einen, den man alles fragen kann.

Als ich mit den anderen Familienangehörigen in der Kapelle auf Deine Beerdigung gewartet habe, sagte Deine Schwester, Du würdest es nicht wollen, dass man Dich so sähe. „Dass man Dich so sähe“. „So“. Dieses „so“ ruft Bilder hervor, die man oft in Filmen gesehen hat. In Deinem Fall sollte es vermutlich bedeuten „entstellt“. Warum solltest Du entstellt gewesen sein, wenn Du mit dem Hinterkopf auf den Boden aufgeschlagen warst? Haben Deine Angehörigen Dir nach dem Tod Deines Vaters auch gesagt, er sei entstellt gewesen? Und dass er es nicht gewollt hätte, dass man ihn so sähe? Oder haben sie nur erzählt, er sei auf dem Eis der Terrasse ausgerutscht und auf den Hinterkopf gefallen und sofort tot gewesen? Wenigstens konnten sie nicht sagen: „Er ist sanft eingeschlafen“.

Dein Tod ist für mich eine Geschichte. Am Anfang erklärt ein Arzt Dich für tot, während ein paar Leute, die Du gut kanntest, um Deinen toten Körper herumstehen. Dann ruft einer von ihnen meine Mutter an und erzählt ihr, dass Du gestorben seiest. Meine Mutter setzt sich in ein Flugzeug, um mir das zu erzählen. Ein paar Tage später sitze ich in einer Kirche, in der ich noch nie war. Jemand hält eine Gedenkrede. Weil ich in der ersten Reihe sitze, kann ich beobachten, wie eine Ameise über eine der weißen Kranzschleifen krabbelt. Sie sieht aus wie ein verkohltes Haar, das von einem Luftzug durch den Raum bewegt wird. Die Ameise scheint die einzig wahrhaftige Figur in der Geschichte Deines Todes zu sein.

Wie alle anderen hier glaube ich diese Geschichte. Jetzt erzähle ich sie Dir.

3

Lieber Vater,

ich schreibe. Wie eine Pferdemähne im Trab bewegt sich meine Hand über das Papier. Mit jedem Buchstaben setze ich ein Zeichen auf das Weiß der Seite. Am Ende der Zeile komme ich an den Rand, und falle nicht.

Ich bewege mich fort. Noch habe ich keine Angst davor, dass eine Wahrheit sich mir zeigen wird. Das kann sich jeden Moment ändern, wie wenn man im Wald spazieren geht und plötzlich bemerkt, dass die Bäume in der Überzahl sind. Ich bewege mich auf eine Wahrheit zu, die ich gleichzeitig umschreibe. „Tell all the truth but tell it slant“, riet Emily Dickinson. “Sag die ganze Wahrheit, aber nicht geraderaus.” Wem hat sie das erzählt?

Mit dem Schreiben ist es so, dass man jemanden haben muss, dem man etwas erzählt. Wem hättest Du vom Tod Deines Vaters erzählen sollen, als Du erfuhrst, dass er sich das Leben genommen hatte?

15 Jahre nach seinem Tod warst Du auf der Beerdigung von Frau Schneider gewesen. Frau Schneider war die Frau des Prokuristen in der Kartonagenfabrik, die Du mit Deinem Vetter leitetest. Sie hatte sich erhängt. Als Du Herrn Schneider Dein Beileid ausgesprochen hattest, sagte er: „Sie wissen ja, wie das ist.“ Du hattest nicht gewusst wie das ist, nun wusstest Du es. Der Unterschied von ein paar Worten. Wie standest Du in dem Moment da… Du hattest es wohl nicht glauben können, dass Deine Mutter Dich so belügen konnte und fragtest den Geschäftspartner Deines Vaters. Er bestätigte das Unfassbare. An einem Abend im Januar 1942 hatte sich Dein Vater aus einem Fenster der Kartonagenfabrik gestürzt.

Niemand wusste warum, so wie später niemand wusste, dass Du vom Selbstmord Deines Vaters wusstest. Deine Frau ließ sich nach 15 Jahren Ehe von Dir scheiden, Deine Mutter starb zwei Jahre nach meiner Geburt, Deine Schwester kochte Dir Spargel am letzten Sonntag vor Deinem Tod, ohne es zu wissen.

Als Du Dich aus einem Fenster der Kartonagenfabrik gestürzt hattest, wussten es alle, die um Deinen toten Körper herumstanden; doch was sie miteinander teilten, war nicht ihr Wissen, sondern ihr Schweigen. Heute schreibe ich dieses Schweigen auf. Die Wissenden und die Unwissenden stehen sich gegenüber auf dem Papier. Und Dein Vater stürzt sich gerade aus dem Fenster.

4

Lieber Vater,

letztes Jahr war ich am Frankfurter Flughafen. Mein Flug wurde wegen eines Triebwerkschadens gestrichen. Ein Vogel war in die Triebwerke geflogen. Die meisten Passagiere griffen zu ihren Handys und begannen die Geschichte mit dem Vogel zu erzählen. Es hörte sich so an, als ob der Vogel weder gelebt hätte, noch gestorben sei. Es schien, als habe er nur im Moment seines Sterbens existiert.

Ich erinnere mich gut an diesen Vorfall: Der Vogel hatte mich aufgehalten. Sein Flug war eine Station meiner Reise geworden. Ich denke, dass Du mir so fremd warst wie dieser Vogel, mit dem Unterschied, dass ich wusste, wie Du aussahst: die langen Beine im dunklen Anzug, der weiße Kragen um Deinen Hals, die braunen Augen hinter dem geschlossenen Fenster Deiner Brille.

Ich erinnere mich nicht an Deine Augen. Ich erkenne Dich nicht wieder in den Postkarten „Grüsse aus Portugal, Dein Papa“, den Röntgenbildern Deiner Hände, dem Polizeibericht Aktenzeichen 6UJs 159/84. Ich erkenne Dich nicht wieder auf dem Blatt Papier, wo Du tot auf dem Asphalt liegst und das Blut aus Deinem Hinterkopf die Neigung des Hofes zum Bach hinunterfließt, nachdem ich Dich mit meinem Stift aus dem Fenster gestoßen habe.

Wir hatten wenig Kontakt. Bei unserem letzten Telefongespräch sagtest Du, es ginge Dir nicht so gut. Kein Grund für Alarm – Du hattest immer irgendwas. Dennoch – Deine Stimme klang hilflos und gebrochen. Ich erinnere mich daran, dass ich sagte: „Warum gehst du nicht mit dem Hund spazieren … Die frische Luft wird Dir gut tun. Dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.“ Du schwiegst. „Woher weißt Du denn das alles, Spätzchen?“

Wie kann ich mich an Dich erinnern? Ich erinnere mich nicht an mich selbst. An die Haut meines Rückens, die kleinen Knochen meiner Finger, meine Lungenflügel. Jeden Tag vergesse ich mein Gesicht. Abends, beim Zähneputzen, bemerke ich, dass die Zwischenräume meiner Zähne größer werden. Wie ist das geschehen?

Wer spricht Dich an mit „Vater“? Plötzlich zerstreuen sich alle Worte wie Pollen. Armeen von Antworten ziehen sich zurück. Das Blatt Papier zeigt sein Gesicht. Es erzählt seine eigene Geschichte, die ich nicht hören kann.

In einem Zwiegespräch zwischen meiner rechten und meiner linken Hand habe ich Dich einmal gefragt: „Wann wirst Du in Deiner Stimme mit mir sprechen?“ Du antwortetest: „Wenn Du keine Angst hast vor dem Schatten Deiner Hand auf dem Papier.“

Diese vier Briefe sind im Rahmen der Performance Ghost Letters IV – Eine Art Geduld (2004) entstanden. Mehr Info zur Performance und zum Ghost Letters Zyklus unter Nicola Caroli Performance
Tłumaczenie na polski: NicolaPL

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„Tell all the truth but tell it slant.“

Rundgang

Diesen Text habe ich von meinem anderem Blog “geliehen” – er wurde am 24. Oktober 2012 veröffentlicht:

Tobias Roth

Rundgang

FILSER. Jetz wer i aba belzi. Was is denn fürkemma bei uns? Überhaupt’s is des mei Freind und bal mir dischkrier’n, geht des neamd durchaus gar nix o. […] Und um koa Minischteri bekümmer i mi durchaus gar nix.

Ludwig Thoma, Erster Klasse, Ende der fünften Szene

Es gibt keine Möglichkeit mehr, diese Fülle noch geradeaus zu berichten, mit einer Stimme, mit einem Handstreich. Es ist überhaupt gefährlich, von einer Erzählung auszugehen, wenn es beginnt zu sprechen. Die Zeit ist kein Tier wie andere auch. Es braucht überhaupt keine Größe und Bedeutsamkeit, sobald das Spiegelkabinett der Vergangenheit zu wachsen begonnen hat, und Amaltheia, die Nymphe, die das Horn der Fülle unter dem Arm trägt, hat ihren Schrein unter entlegenen Bäumen. Dann richte erst den Blick in die Städte. Die Anblicke stehen unverbunden nebeneinander und auch im Auge kommen sie nur langsam zusammen. Ich weiß nicht, ob ich es je so habe sprechen hören, aber so sehe ich es. Öliger Film auf allen Oberflächen, Zeit. Beginnen wir also mit

Anagnorisis und Peripetie.

„Herr Ministerialrat … des is ja der Herr Abgeordnete Filser.“ sagt der Zugführer zu Beginn der sechsten Szene in Ludwig Thomas Einakter Erster Klasse. Und damit bricht alles zusammen, alles kehrt sich um in dem Zugabteil aus Brettern, die die Welt bedeuten. Die emporgekommenen Herren aus dem Norden erkennen in dem bayerischen Bauern, der sie erst allein, dann mit seinem Kollegen durch lautstarke und derbe Scherze gequält hat, einen Abgeordneten, der sie allesamt steigen und sinken lassen kann. Die Hierarchie wird erst von Außen kenntlich gemacht. Mit einem Schlag und kurz vor Schluss wird allen Figuren ihr Ort zugewiesen, quer zum Habitus. An dieser Stelle des Stücks tritt noch ein weiterer markanter Ortswechsel ein. Der Einakter beginnt an einem namenlosen Bahnhof, zu dem offenbar keine Ortschaft gehört, er endet nach sechs Szenen am Münchner Ostbahnhof. Der preußische Teil der Reisegesellschaft hatte sich bereits laufend mokiert, der sogenannte Eilzug solle nicht so oft halten, vor allem nicht in Unterdingharting, Mitterdingharting, Oberdingharting und Hinterdingharting; in den Präfixen zeigt sich Thomas flimmernde Einstellung auf eine knappe Realität: es gibt unweit Münchens nur die Ortschaften Großdingharting und Kleindingharting (zudem: die Kirche von Großdingharting wurde von keinem geringerem als Jörg von Halspach erbaut, er auch für die Münchner Frauenkirche verantwortlich zeichnete). Erst die Haltestelle zwischen Hinterdingharting und Ostbahnhof fällt heraus. Es ist der Ort, an dem das Stück in die faktische Geographie eintritt, an dem sich zugleich herausstellt, dass der unverschämte Bauer ein Abgeordneter ist. Der Zugführer schreit zu Beginn des sechsten Szene die Haltestelle aus, Rekruten hinter der Bühne singen das entsprechende Lied: Trudering.

Es ist der wohl größte Auftritt, den Trudering bisher in der Literatur gehabt hat, als Ort einer Anagnorisis, einer alles umwerfenden Wiedererkennung, von bedeutendem Ausmaß. Es geht nicht darum, dass in Trudering Bauern zu Herrschern werden. Es geht darum, dass in Trudering die Verwechslung aufgedeckt wird. Dass hier eine Handlung umschwingt. Hier ist der geographische Punkt der Grauzone, in der für einen Moment alles in Schwimmen gerät, und dieses Flimmern auch angesprochen wird. Vor allem die Sphären von Stadt und Land, oben und unten, hinter der Zeit und in einer Gegenwart. Mit allem, was dazugehört. Der Einakter wurde 1910 in Egern am Tegernsee uraufgeführt. Der Autor konnte also nicht wissen, welche Wahrheit er allein durch diese Ortsangabe berührt hat. In der filmischen Inszenierung von Kurt Wilhelm aus dem Jahr 1973 fährt im Hintergrund eine Landschaftstapete vor den Fenstern vorbei. Zwischen Trudering und Ostbahnhof liegt flaches, grünes, waldiges, unbebautes Land. Das ist es.

Der ganze Text: Rundgang

Übersetzung ins Polnische / Tłumaczenie na polski: TobiasRoth

Są góry, przez które trzeba przejść; inaczej droga się urywa.
Ludwig Thoma