Ewa Maria Slaska über das Buch Alphabet des Krieges (2)

Alphabet des Krieges
Masha Pryven (Hg.)
22 x 28 cm, 64 Seiten, 26 Abbildungen, Broschur mit Schutzumschlag
Zweisprachig: Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-911192-04-0
Das Buch ist Resultat einer langen Arbeit, die Masha Pryven, selber Ukrainerin, aus Lugansk, also aus Ukraine, die jetzt seit Jahren dem Putins gehört, mit Ukrainischen Geflüchteten gemacht habe. Sie haben sich die Begriffe ausgesucht, die ihre Meinung nach mit dem Krieg zu tun haben und zusammen Alphabet des Krieges ausmachen. Manche Begriffe wird jeder mit dem Krieg assoziieren, z.B. Bombardierung oder Flüchtlinge. Vielleicht auch Haus oder Schule, aber es sind Begriffe wie Jahr. Ein Jahr als Flüchtling, ein Jahr weg aus der Heimat, ein Jahr in Deutschland. Oder Gebet. Ist gebet ein Begriff des Krieges?

Bei der Buch Präsentation sprechen uns vier junge Menschen an. Von links: Jurij, Igor (Yehor), Chengis, Jaroslav. Auf der großen Tafel sieht man alle Fotos, die Gruppe für das Buch ausgesucht hatte. Jeder Teilnehmer kommt zur Tafel und sucht ein Foto aus, über das er uns etwas erzählen möchte.
Es ist eine sehr moderne weiße elektronische Tafel, man kann die Fotos beliebig umstellen, wegschieben, vergrößern. Yehor kommt zur Tafel und sucht eigenes Foto aus, die er sich ausgedacht hat, um Krieg mit dem Wort Gebet zu definieren.

Yehor Dudnichenko (17, aus Donezk) erklärt, was für ihn Bombardierung (Bombing) bedeutet: Das ist, wenn ich betete, obwohl ich nicht an Gott glaube. Und erzählt wie er während einer Bombardierung nur ein Zettel mit dem Gebet Vater unser auf Ukrainisch hatte und es las, und es ihm half.

Отче наш, що єси на небесах,
Нехай святиться Ім’я Твоє,
нехай прийде Царство Твоє,
нехай буде воля Твоя,
як на небі, так і на землі.
Хліб наш насущний дай нам сьогодні.
І прости нам провини наші, як і ми прощаємо винуватцям нашим.
І не введи нас у cпокуcу, але визволи нас від лукавого.
Амінь.
