Über Irena Bobowska wurde im letzten Jahr auf diesem Blog mehrere Male geschrieben. Anna Krenz und ich veranstalteten im September 2022 vier Veranstaltungen über das Leben und dem Tod dieser jungen Polin, die, von der Kindheit her gehbehindert, in ihrem kurzem Leben soviel schaffen konnte. Sie war eine Dichterin und Zeichnerin, eine soziale Aktivistin, eine Pfadfinderin. Eine Konspiratorin, die sich, wie Millionen anderer Polinnen und Polen wärend des 2. Weltkrieges gegen die Unrecht-Macht der Nazis in ihrer Heimat einsetzten. Am 3. September 1920 in Poznań (Posen) in Polen geboren, starb sie den Heldinnen-Tod am 26. September 1942, hingerichtet durch die Guillotine im Berliner Todes-Gefängnis Plötzensee.



Sie ist für uns zugleich eine symbolische Figur und eine lebende, schöne, junge, begabte Frau, die so viel im Leben erreichen wollte. Wir denken, sie hat in Berlin, in der Stadt, in der sie nie richtig gelebt hatte, weil sie ihre zwei Berliner Jahre in Gefängnissen verbrachte, ein Denkmal verdient.
Es gibt ausser Gefängnisse – in Spandau, in der Barnimstraße, in Alt-Moabit – keinen Platz in Berlin, wo man sich an sie erinnern kann. Man weiß auch nicht, wo ihr Körper vergraben wurde. Manchmal wurden die Hingerichteten zu wissenschaftlichen Zwecke in die Anatomie der Charité Klinik gebracht. Der Name von Irena befindet sich jedoch nicht auf den Lieferungslisten. Wo ist sie, lässt sich nicht weiter entdecken. Der 3. Reich hat ihre Opfer sehr gründlich in die Vergessenheit geworfen und zum größten Teil sind sie für eine Ewigkeit dorthin verbannt worden. Es waren Tausende aber Tausende. Irena war eine von denen.
Die Denkmäle, besonders diese, die an Tod, Krieg, Kampf, Haß-Zeit und Folter erinnern, sehen oft erschreckend grausam aus – sie sind aus Stein, Beton und mit der Rost weinenden Eisen errichtet. Irena war aber jung und zärtlich, wir wollten sie anders erinnern, uns etwas für sie ausdenken, was so wie sie lebendig und jung, und schön, und zartlich wirken wird.
2023 werden wir in Berlin einen Baum pflanzen lassen, der den Namen von Irena Bobowska tragen wird. Ein lebendes Denkmal.

Wenn Du etwas spenden wolltest, bitte sehr, HIER.
Wir brauchen 600 Euro, 500 für den Baum selbst und 100 für gofundme, einen Portal, der das Fundrising für uns organisiert. Über 300 Euro haben wir schon angesammelt!
Der Baum wird mit dem staatlichen Projekt Stadtbäume für Berlin gepflanzt.

Das Projekt wurde von Dziewuchy Berlin, Ambasada Polek und Polkopedia organisiert.

(…)Man weiß auch nicht, wo ihr Körper vergraben wurde. Der 3. Reich hat ihre Opfer in die Vergessenheit geworfen und zum größten Teil sind sie für eine Ewigkeit dorthin verbannt worden. Es waren Tausende aber Tausende. Irena war eine von denen.(…)
Die Leichen der Hingerichteten Opfer des Nationalsozialismus wurden
damals meistens der Medizin zugeführt.
Ja, Tibor, generell hast recht, aber auf der Liste der Körper, die nach der Hinrichtung am 26. September in die Anatomie geliefert worden sind, fehlt der Name von Bobowska.
Danke für die Information; es würde die These bestätigen, dass die totalitären Systeme einer grenzenlosen Willkür unterworfen sind
(auch die ominöse deutsche Gründlichkeit);