Ela Kargol & Ewa Maria Slaska
Rozpoczynamy nową akcję upamiętniania Polek w Berlinie: Ambasada Polek e.V. / Dziewuchy Berlin, Ela Kargol, Anna Krenz i ja. Napisałyśmy właśnie list w tej sprawie do Aktives Musem. Wesprzyjcie nas! / Wir starten eine neue Kampagne zum Gedenken an die polnischen Frauen in Berlin: Ambasada Polek e.V. / Dziewuchy Berlin, Ela Kargol, Anna Krenz und ich. Wir haben gerade einen Brief an das Aktive Museum zu diesem Thema geschrieben. Bitte unterstützen Sie uns!
Berlin, 08.07.2024
Aktives Museum
Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
Stauffenbergstraße 13–14
10785 Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie Sie wahrscheinlich wissen, nachdem wir 2022 unser Projekt “Irena Bobowska, vergessene Heldin. Fehlende Hälfte der Geschichte” durchführten, arbeiteten wir im Jahre 2023-2024 unter anderem am Projekt „Frauen im Schatten der Guillotine. Polinnen im Gefängnis Plötzensee“.
Dabei stießen wir an eine Polin aus Berlin, Hedwig (Jadwiga) Neumann, die während des Kriegs im Untergrund tätig war. Um sie gruppierte um sich eine Zahl der anderen Polinnen, die sich ebenfalls konspirativ engagierten, u.a. Marianna Gąszczak und die Schwestern Przybył – Stefania und Helena, geheiratet Maćkowiak.
Sie wurden alle, wahrscheinlich von einem Spitzel verraten, inhaftiert und nach einem Prozess alle bis auf eine – Stefania Przybył, der eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis Moabit gelungen ist – in Plötzensee hingerichtet.
In der Kartei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand befindet sich Folgendes:
Hedwig Neumann, geborene Kasperski, kommt am 21. September 1890 in Bickern im Kreis Gelsenkirchen als Tochter einer aus Polen zugewanderten Familie zur Welt. In Opalenitza (Opalenica) besuchte sie die deutsche Volksschule und war bis 1913 im elterlichen Haushalt tätig. Danach arbeitete sie als Eicherin bei der AEG in Berlin. 1916 heiratete sie den Bauunternehmer Max Neumann. Die Ehe blieb kinderlos und wurde 1923 geschieden. Sie engagiert sich im „Bund der Polen in Deutschland“.
Ihr Lebensunterhalt verdiente Hedwig Neumann durch Vermieten von Zimmern, zuerst in Leipzig, seit 1928 in Berlin – Schöneberg. Nach Kriegsbeginn nimmt sie dort viele in Not geratene Menschen polnischer Herkunft auf.
Hedwig Neumann ist eng mit Marianna Gąszczak und den Schwestern Helena Maćkowiak und Stefania Przybył befreundet. Die Frauen stehen in Kontakt zum polnischen Nachrichtendienst „Stragan“, der im Dienst der Widerstandsorganisation Związek Walki Zbrojnej (ZWZ – Verband für den Bewaffneten Kampf) steht.
Hedwig Neumann wird im Oktober 1942 festgenommen und in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück eingewiesen. Nach der Festnahme ihrer Freundinnen im Herbst 1942 wird sie nach Berlin überstellt und ist ab dem 15. Juni 1943 in der Frauenabteilung des Untersuchungsgefängnisses Berlin-Moabit inhaftiert.
Hedwig Neumann wird am 14. Dezember 1943 vom Volksgerichtshof wegen Spionage zum Tode verurteilt. Sie wird am 27. Januar 1944 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Aus der Broschüre „Leben in Schöneberg / Friedenau 1933-1945“: Die polnische Minderheit in Berlin – der Freundeskreis Hedwig Neumann, GISELA WENZEL im Gespräch mit JOHANNES BACZEWSKI.
Das Haus in der Martin-Luther-Strasse gibt es nicht mehr, aber die Ecke, wo das Haus stand, ist nicht bebaut. Heute befindet sich hier eine kleine Grünanlage, die sehr geeignet wäre für die Aufstellung einer Gedenktafel, schrieb Gisela Wenzel in den 80ern. 2024, also nach 40 Jahren, kann man weiterhin dasselbe sagen:Diese Grünanlage ist weiterhin nicht bebaut und eignet sich hervorragend für eine frei stehende Erinnerungs-Tafel.
Wir wenden uns an Sie mit der Bitte, die Hedwig (Jadwiga) Neumann zu erinnern.
Links:
https://polkopedia.org/wiki/Hedwig_(Jadwiga)_Neumann_(DE)
https://polkopedia.org/wiki/Jadwiga_Neumann_(PL)
https://polkopedia.org/wiki/Marianna_G%C4%85szczak_(DE)
https://www.instagram.com/p/C0w1lh9IRXy/
https://www.facebook.com/reel/328917793372320
https://polkopedia.org/wiki/Helena_Ma%C4%87kowiak_(DE)
https://polkopedia.org/wiki/Stefania_Przyby%C5%82_(DE)
Über Stefania Przybył informieren auch Anna Krenz und Ewa Maria Slaska in ihrer zusamen mit Jemek Jemowit gestalteten Teil der Ausstellung Berlin Global im Humboldt Forum: Freiheit, Gleichheit, Solidarność (es handelt sich um so genannte Freifläche; die Ausstellung ist bis Januar 2026 zu sehen):
