Hommage à Jan Buck

Lidia Głuchowska

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Deutsch-sorbisch/wendisch-polnischer Festtag – Begegnung und Dialog”
„Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“
„Hommage à Jan Buck (II): Wir haben den Ort gesehen“

Nimsko-serbski-pólski swěźeń – zmakanje a dialog
Wšykno jo krajina. Serbski mólaŕ Jan Buk“
Hommage à Jan Buk (II): Wiźeli smy městno“

Cottbus/Chóśebuz | Choćebuz | Chociebuż, 2.06.2023


Deutsch-sorbisch/wendisch-polnische Festtage dieser Größenordnung gibt es viel zu selten, und leider ist das Bewusstsein über die gemeinsamen Verbindungen in der jüngeren Generation gering. Anlass für diese mit großem Elan und monatelanger Vorbereitung organisierte Veranstaltung ist der 100. Geburtstag des sorbischen Malers Jan Buk/Buck. Er gilt als Erneuerer der sorbischen Kunst, die sich bis dahin auf provinzielle Folklore beschränkte. Sein Studium in Breslau in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gab ihm den Anstoß, sie in die Umlaufbahn der europäischen Moderne zu lenken.

Der Festtag in der Hauptstadt der Niederlausitz war zugleich die feierliche Eröffnung der zweiten Teile der Ausstellungsreihen „Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“ und „Hommage à Jan Buck“. Die erstere wurde vom Sorbischen Museum in Bautzen (Serbski muzej, Budyšin, Direktorin: Christina Bogusz/Boguszowa) mit einem retrospektiven Überblick über das Werk des Künstlers initiiert. Das zweite Projekt – realisiert vom Institut für Visuelle Künste der Universität Zielona Góra unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Lidia Głuchowska – zielt darauf ab, die Bedeutung der internationalen Beziehungen im Grenzgebiet der Region, symbolisiert durch Leben und Werk von Jan Buk/Buck, hervorzuheben und einen damit verbundenen Diskurs über die Umwelt, postindustrielle Kultur, die politischen Bedingungen des künstlerischen Lebens und die Prozesse der Herausbildung individueller und kollektiver Identität auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze zu führen.

Sendung RBB

Der Bericht von Gregor Kliem für den Lausitzer RBB in Nieder- und Obersorbisch, Deutsch und Polnisch vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre des Festtages. Außerdem ist darin die Musik vom Volksmusikduo Šwicamica (Gerald Schön und Gerhard Paucker, die auch dafür sorgten, dass das Publikum gemeinsam die sorbische Nationalhymne sang) sowie von einem Jazzquartett des Instituts für Musik der Universität Zielona Góra (Michał Nienadowski, Maja Kaczyńska, Hubert Łachacz und Zuzanna Rynio) zu hören.


Die Festlichkeiten wurden aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VA-Programms Brandenburg- Polen 2014-2020, des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ und des Kleinprojektefonds der Euroregion Spree-Neiße-Bober, kofinanziert.

Die Schirmherrschaft über die Forschungs- und Ausstellungsprojekte „Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“ und „Hommage à Jan Buck“ übernahmen Michael Kretschmer – Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Cezary Przybylski – Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, und – von Seiten der Stadt Zielona Góra: Elżbieta Anna Polak – Marschallin der Woiwodschaft Lubuskie, und S.M. Rektor der Universität von Zielona Góra – Prof. Wojciech Strzyżewski.

Neben den Lausitzer Partnern: Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa, der Beauftragten für sorbische Angelegenheiten der Stadt Cottbus/Chóśebuz, sowie Christina Kliem/Kliemowa (Kuratorin) und Steffen Krestin (Direktor) vom Wendischen Museum/Serbski muzej in Cottbus/Chóśebuz wurde das Programm der Veranstaltung von Dr. Lidia Głuchowska vom Institut für Visuelle Kunst der Universität Zielona Góra vorbereitet.

Am Eingang des Wendischen Museums wurde eine große Delegation aus Zielona Góra, darunter Vertreter der Wissenschaft und des kulturellen Lebens sowie Dozenten und Studenten der Universität, von Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa begrüßt, die die Eröffnungszeremonie der Veranstaltung moderierte.


Die Schirmherren des Projekts vertraten: Ursula Nonnenmacher –stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Brandenburg, Dr. Markus Niggemann – Bevollmächtigter für Finanzmanagement, Wirtschaftsförderung und Soziales der Stadt Cottbus in Vertretung des Oberbürgermeisters von Cottbus/Chóśebuz Tobias Schick, Radosław Brodzik – Direktor des Amtes für ausländische Zusammenarbeit und europäische territoriale Kooperation des Marschallamtes der Woiwodschaft Lubuskie und Prof. Dr. Paulina Komorowska-Birger, Direktorin des Instituts für Visuelle Kunst der Universität Zielona Góra. Ehrengäste waren Peter Buck/Pětr Buk – Sohn von Jan Buck/Buk mit seiner Enkelin Christiane Bukec. Im Namen der Euroregion Spree-Neiße-Bober – reiste Dr. Justyna Michniuk an.


Nach den offiziellen Reden und der Verkostung regionaler Gerichte führte Christina Kliem/Kliemowa die Gäste durch die retrospektive Ausstellung der Werke von Jan Buck, und Dr. Lidia Głuchowska präsentierte den mit Anna Mazurkiewicz gedrehten Film über den ersten Teil des Projekts – „Hommage an Jan Buck (I): Wir lebten morgen“ – einschließlich der Ausstellung in der Energiefabrik Knappenrode und eines Symposiums in Bautzen.


Vom Wendischen Museum/Sorbischen Museum aus begaben sich die Teilnehmer mit dem emeritierten Kurator Werner Meschanek auf die Spur von Denkmälern, Mosaiken und sakralen Gegenständen im Zentrum von Cottbus/Chóśebuz die für das sorbische Volk von Bedeutung sind. Peter Buck/Pětr Buk sprach über das dem sorbischen Brauchtum gewidmete Triptychon, das er gemeinsam mit seinem Vater instaliert hat.


Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Künstlern des Instituts für  Visuelle Künste der Universität Zielona Góra, „Hommage à Jan Buck (II): Wir haben den Ort gesehen“ in der Alten Segeltuchfabrik, kuratiert von Dr. Lidia Głuchowska und Dr. Radosław Czarkowski.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Segeltuchfabrik – in der Kunsthalle Lausitz – wurde der zweite Teil der retrospektiven Ausstellung mit Werken von Jan Buck/Buck präsentiert. Begrüßt wurden die Gäste durch den Kurator dieser Institution, Heiko Straehler-Pohl. Es folgte ein wissenschaftliches Forum vor der Kulisse der Gemälde, an dem die Kuratoren beider Ausstellungen und die Künstler aus Cottbus/Chóśebuz – Hella Stoletzk/Stoleckojc und Jo Achermann – Professor für Bildhauerei an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senfenberg – teilnahmen.


Die polnische Wissenschaftsgemeinschaft war durch Dr. Małgorzata Mieczkowska – Historikerin und Politikwissenschaftlerin von der Universität Szczecin – sowie durch Prof. Tomasz Jaworski vom Institut für Geschichte und Dr. Lidia Głuchowska vom Institut für Visuelle Künste der Universität Zielona Góra vertreten. Die gesamte Veranstaltung wurde von Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa geleitet und von Herbert Schirmer moderiert.

Kunsthalle Lausitz

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Weitere Veranstaltungen aus der Reihe „Hommage à Jan Buck“ waren in Cottbus/Chóśebuz ein deutsch-polnisch-sorbisches Symposium im Stadtmuseum und die Eröffnung der Ausstellung „Nach der Kohle … – Landschaften und Gesichter der Lausitz“ in der Alten Segeltuchfabrik am 15-16.06.2023.

Wir werden in Kürze über sie berichten.

Die nächsten Stationen der Ausstellungen aus der Reihe „Alles ist eine Landschaft. Der sorbische Maler Jan Buck“ und „Hommage à Jan Buck“, die sich von den bisherigen unterscheiden werden, finden im Stadtmuseum in Wrocław (15.09–31.12.2023), im Museum des Lebuser Landes in Zielona Góra (2.02–5.05.2024) und im Schloss- und Festungsmuseum Senftenberg/Zły Komorów (16.10.2024–5.01.2025) statt. Auch sie werden von Forschungssymposien begleitet.

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Ausschnitte aus den Filmen über die bisherigen Stationen des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Hommage à Jan Buck“ werden wir demnächst veröffentlichen!!!

Bericht auf der Website der Universität Zielona Góra
https://uz.zgora.pl/aktualnosci/wernisaze-wystaw-w-cottbus-3694.html

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